#11 Die sieben Zyklusphasen im Job
1 Dec 2025 · 1 min
The JobGenius podcast explains the seven phases of a job cycle: enthusiasm, disillusionment, adaptation, trust, success, decline, and endpoint. Real reasons to switch jobs are illness, no perspective, stalled pay, or family crisis, not arbitrary timelines. Watch for stagnation after three years and higher dissatisfaction risk after seven to ten years.
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Wie lange darf man in einem Job verharren? Muss ich spätestens nach drei Jahren den Job wechseln? Immer wieder ließe ich solche Schlagzeilen, in denen Kollegen Menschen Angst machen und ihnen erzählen, sie müssten nach drei oder sieben Jahren den Job wechseln. Blödsinn. Für Jobwechsel gibt es keine Fristen. Lass uns in der heutigen Folge mit solchen Mythen einfach mal aufräumen und darüber sprechen, was du wirklich bei deiner Karriereentwicklung beachten musst.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen. In der Moderation Jochen May. Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Wann ist es Zeit, denn den Job zu wechseln? Die Frage stellen sich gerade viele, aber nicht immer aus den richtigen Gründen. Gute Gründe für einen Jobwechsel sind Der Job macht dich krank, der Job bietet keinerlei Perspektiven mehr, Eine Entwicklung, auch finanziell, ist nicht möglich. Es gibt familiäre Gründe, die einen Jobwechsel oder Ortswechsel erfordern und das Unternehmen steckt in einer Krise. Entlassungen sind also wahrscheinlich und in dem Fall kommst du mit dem Jobwechsel einer Kündigungswelle nur zuvor. All diese Gründe haben aber nichts mit deiner Betriebszugehörigkeit zu tun oder mit den Jahren, die du schon für diesen Laden arbeitest. Daher kann ich dir schon jetzt Solange dir der Job Spaß macht, solange die Bezahlung stimmt und der Job zu dir, deiner Persönlichkeit und deinen beruflichen Zielen passt, gibt es überhaupt keinen Grund, den Job zu wechseln. Das ist purer Aktionismus und Panikmache von irgendwelchen Coaches, die dir etwas verkaufen wollen oder mehr Aufmerksamkeit erhaschen wollen. Allerdings und jetzt kommt eine wichtige Einschrä Du solltest dich in deinem Job trotzdem weiterentwickeln. Das können neue Aufgaben, spannende Projekte oder auch mehr Verantwortung sein. Vielleicht erinnerst du dich auch noch an die Podcast Folge zum T Shaped Profil. Es kann also auch bedeuten, dass du deine Expertise weiter vertiefst oder in der Breite an deinen Soft Skills arbeitest oder deinen sozialen Kompetenzen im Allgemeinen. Unter Personalberatern und Headhunter gibt es eine Regel oder Faustformel, die Im ersten Jahr Im neuen Job kommst du erstmal an. Im zweiten Jahr erfüllst du deine Aufgaben, aber im dritten Jahr setzt du eigene Wegmarken und Erfolge. Das In den ersten beiden Jahren findest du deinen Platz in der Organisation machst deinen Job so gut du kannst und setzt vermutlich noch Projekte um, die dein Vorgänger oder deine Vorgängerin angestoßen hat. Aber im dritten Jahr bist du so sattelfest, dass du jetzt eigene Projekte anstößt. Und was jetzt passiert, das geht allein auf deine Kappe. Ab jetzt ist es dein Erfolg, deine Verantwortung, wie sich das Unternehmen oder deine Abteilung weiterentwickelt. Ich glaube, aus dieser Faustregel wird fälschlicherweise immer wieder abgeleitet, dass man den Job ab alle drei Jahren wechseln müsse. Nach dem Geh dann, wenn es am schönsten ist, auf dem Schmied deines Erfolgs. Aber das ist natürlich Unsinn. Solange es gut läuft, du weitere Aufgaben und Erfolge für dich realisieren kannst, gibt es überhaupt keinen Grund für einen zwanghaften Jobwechsel. Läuft doch und es macht dir weiterhin Spaß. Das Umfeld stimmt, die Bezahlung auch. Vielleicht kannst du sogar ein paar Gehaltserhöhungen aufgrund deiner Erfolge aushandeln. Warum also dann wechseln? Lass dich von solchen Quatschratgebern bitte nicht verunsichern. Was allerdings wenn du zu lange auf derselben Position verharrst, ohne dass sich irgendetwas verändert, dann wird es gefährlich. Denn das ist etwas, was Personalprofis gar nicht gerne bei Bewerbern sehen. Wer seit vier, fünf Jahren praktisch keinerlei Entwicklung mehr im Job zeigt, der wirkt ziemlich alt. Und dabei meine ich gar nicht das physische Alter von 40, 50 oder 60 Jahren, sondern das geistige Alter. Jemand, der seit Jahren tagein, tagaus immer nur denselben Job macht und nie über den Tellerrand herausblickt oder seinen Horizont und seine Kompetenzen erweitert, so jemand wirkt halt alt und gestrig. Das ist zwar noch immer kein zwingender Grund für einen externen Jobwechsel, aber ein echter Grund für eine dringende interne Weiterentwicklung und Veränderung. Denn sonst sinken dein Marktwert und die sogenannte Employability dramatisch. Also die Chance, dass man auch für andere Arbeitgeber noch attraktiv bleibt, diese Regel würde ich definitiv unterschreiben. Die ist kein Quatsch. Spätestens alle drei Jahre solltest du dich beruflich weiterentwickeln. Das können auch kleine Schritte und Veränderungen sein. Du solltest dein Profil und deine Profession aber stetig weiterentwickeln, vertiefen und verbreiten. Sonst kann dich ein plötzlicher Jobverlust mal richtig hart treffen und die Chance, dann schnell wieder einen vergleichbaren Job zu finden, sinkt deutlich. Was ebenfalls stimmt und das habe ich selber schon erlebt, ebenso wie viele meiner Freunde. Mach dich darauf gefasst, dass du nach sieben bis zehn Jahren bei ein und demselben Arbeitgeber eine Art Rappel bekommst, auch wenn es hier und da eine Entwicklung gibt. Es macht nicht mehr diesen Spaß wie im dritten oder im vierten Jahr. Der anfängliche Zauber ist verflogen, die Routine überwiegt jetzt und mit ihr kommt meistens auch die Langeweile. Das ist völlig normal. Ich kann mich noch gut an meine Zeit bei der Wirtschaftswoche erinnern. Da war ich 13 Jahre lang Ressortleiter, durchaus mit spannenden, wechselnden Zusatzaufgaben. Ich habe zum Beispiel Sondermagazine entwickelt oder habe die Online Entwicklung und Social Media Auftritte vorangetrieben, Volontäre ausgebildet oder damals sogar den größten Gründer mit einer Million Budget und einer Riesengala in Berlin erfunden und veranstaltet. Das war alles spannend und erfolgreich, keine Frage. Aber nach zehn Jahren hat es einfach nicht mehr diesen Spaß gemacht wie am Anfang. Da konnte ich mir ausdenken, was ich wollte. Der Spaß war einfach nicht mehr da. Hinzu kamen dann natürlich noch so ein paar andere Entwicklungen, ein neuer Chefredakteur, mit dem ich nicht unbedingt richtig zusammengepasst habe und eine fehlende Vision des Verlags für die Möglichkeiten im Online Business. Damals war das noch nicht so, sonst wäre die Karrierebibel heute vermutlich ein Angebot meines damaligen Arbeitgebers, aber so habe ich es dann eben alleine durchgezogen. Auch das ist übrigens ein guter Grund für deinen Jobwechsel. Wahre Talente lassen sich nicht aufhalten oder ausbremsen. Wenn du eine starke Vision hast, eine Idee für ein großes Projekt und keiner teilt das oder geht mit, dann such dir ein neues Umfeld, das dich eher fördert als ausbremst. Oder mach dich selbstständig, so wie ich und geh all in. Aber das wirklich nur am Rande. Woran liegt es aber, dass man denn nach diesen sieben bis zehn Jahren so ein Rappel bekommt und ganz dringend einen Tapetenwechsel braucht? Weißt du, jeder Job ist zwar anders, trotzdem machen wir alle dabei die sieben typischen Phasen, den sogenannten Jobzyklus durch. Den kennst du vielleicht noch nicht, Dann lass ihn mir dir kurz erklären. Das Wissen darum ist übrigens mega hilfreich, weil du so besser einschätzen kannst, in welcher Phase du gerade steckst und ob es vielleicht Zeit für einen Absprung wird. Aber lass uns diese sieben Phasen jetzt einfach nochmal genauer anschauen. Phase 1 Begeisterung und Motivation. Damit geht es los. Das ist das erste Hochgefühl, nachdem du den neuen Arbeitsvertrag unterschrieben hast. Die Mühen der Jobsuche haben sich ausgezahlt. Du hast deinen Traumjob gefunden und bekommen und steckst jetzt voller Tatendrang und Elan. Jetzt willst du dem Chef und den Kollegen natürlich zeigen, dass du alle Erwartungen an dich mit Bravour erfüllen kannst. Also gibst du richtig Vollgas. Darauf folgt dann Phase 2 Ernüchterung und Zweifel. Auch das ist übrigens ganz normal. Irgendwann nach ein paar Monaten oder schlimmstenfalls sogar schon Wochen oder nach einem Jahr verfliegt diese erste Euphorie. Jetzt kehrt der Alltag ein und du musst dir eingestehen, dass der neue Job nicht nur positive Seiten hat. Du stößt auf erste Probleme, auf Meinungsverschiedenheiten mit den Kollegen oder mit dem Chef und du kommst auch nicht immer hundertprozentig mit allem und allen klar. Der Job zerrt auch schon mal an den Nerven. Und jetzt folgt die Erkenntnis, dass die vielen Erwartungen, die du selber an die neue Position und Stelle gestellt hast, sich eben nicht alle erfüllen lassen. Klassischerweise wird dann die Entscheidung für diesen Job nochmal in Frage gestellt. Manche haben dann richtig dicke Zweifel oder werfen sogar gleich das Handtuch und andere geben dem Job noch mal eine Chance und geben auch noch mal richtig Vollgas und kommen Dann in Phase 3 die Anpassung und Kennenlernen. Jetzt gewöhnst du dich wirklich ein, Du bist angekommen, du lernst, worauf es ankommt, gewinnst Sicherheit und Routine und auch deine Reputation in der Firma wächst. Das erste Tief der Ernüchterung, das hast du überwunden und umso mehr identifizierst du dich jetzt mit deiner Position und deinem Arbeitgeber. Dem Chef gegenüber willst du jetzt nochmal beweisen, dass du bereit bist für größere Aufgaben. Damit kommst du Dann in Phase 4 Vertrauen und Konstanz. In dieser Phase bist du bereits für dich fester Bestandteil des Teams. Du hast ein klares Aufgabenfeld, klare Verantwortung und du zeigst regelmäßig gute Leistungen. Das entgeht auch deinem Chef nicht, der dafür lobende Worte findet. In dieser Phase erarbeitest du dir viel Vertrauen und stärkst deinen guten Ruf in der Firma, aber auch gegenüber Kunden oder Geschäftspartnern. Bei Fragen und Herausforderungen wendet man sich inzwischen gerne an dich und du bekommst ebenso viele gute Projekte angeboten. Dein status in der Firma Firma steigt und jetzt folgt die Phase 5 Erfolge und Wachstum. Das ist eine wichtige Zäsur, diese Phase. Es ist der absolute Höhepunkt, die Hochphase im Jobzyklus. Besser wird es nicht mehr. Du bist auf den Zenit deiner Leistungsfähigkeit und lieferst einen Erfolg nach dem anderen ab. Das spiegelt sich übrigens auch in diversen Gehaltserhöhungen oder Beförderungen, die man dir anbietet. Für die jungen Nachwuchskollegen wirst du zum Vorbild, vielleicht sogar zum Mentor. Du sprichst auf Kongressen, vertiefst dein Wissen in Fortbildungen und aufgrund deines Status bist du sogar in der Lage, Prozesse und Abläufe im Unternehmen zu verändern oder anzustoßen, damit man sie verbessert. Kurz Du bist das, was man einen Leistungsträger oder eine Leistungsträgerin nennt. Dein Job ist dir sowas von sicher und alles läuft perfekt. Doch Dann folgt Phase 6 Rückgang und Wünsche. Einmal an der Spitze angekommen, gibt es leider nur eine Entwicklungsrichtung nach unten. Irgendwann bleiben die Erfolge aus, die fast schon zur Gewohnheit geworden sind. Die Zufriedenheit sinkt und mit ihr lassen auch deine Leistungen nach. Wo vorher noch Motivation war, entsteht jetzt das zunehmend stärker werdende Gefühl von Zweifeln. Der Job scheint nicht mehr so richtig zu passen. Du fühlst dich unwohl und hegst insgeheim den Wunsch nach einer beruflichen Veränderung. Diesem ersten Impuls steht aber meist jetzt noch das Sicherheitsbedürfnis entgegen. Du hast dich ja wirklich gut eingelebt in deinen Job. Eigentlich ist der Job auch gut bezahlt und den aktuellen Status müsstest du dir ja woanders erstmal wieder aufbauen und erarbeiten. Darauf haben die meisten aber keine Lust. Also versuchen sie jetzt noch viele neue Anläufe, sich mit dem Job irgendwie doch noch zu arrangieren. Solange das geht, bleibst du in Phase sechs. Wenn nicht, folgt Phase sieben die letzte. Der Schlusspunkt und Konsequenzen. Ab einem gewissen Punkt geht es einfach nicht mehr weiter. Jeder Tag hütet dich nur noch an. Die Arbeit wird mehr Last als Lust. Hier wirst du sicher nicht mehr glücklich. Und je länger diese Phase andauert, desto schlimmer werden die Konsequenzen. Wer sich jetzt über einen längeren Zeitraum quält und nicht mehr weiterentwickelt, der wird entweder darüber krank oder den trifft irgendwann mal der Personalabbau. Und dann stehst du vor dem Problem, das ich eingangs beschrieben habe. Dein Verharren wird zum Karriereverhängnis oder Karrierekiller. All diese sieben Phasen machen wirklich jede und jeder in jedem Job durch. Sie dauern aber weder sieben noch drei Jahre. Der Jobzyklus kann je nach Job und Entwicklung mal länger und mal kürzer verlaufen, aber meiner Erfahrung nach landen die meisten so nach zehn Jahren mindestens in Phase 6 und dann ist es tatsächlich wichtig, dass du eine neue Entwicklung anstößt, intern oder extern. Das kommt ganz auf den Arbeitgeber und deine beruflichen Ziele oder die Angebote auf dem Arbeitsmarkt an. Tatsächlich ist es aber so, dass du dich in Phase 5, spätestens aber in Phase 6 aktiv nach möglichen Optionen umsehen solltest. Denn jetzt stehst du ganz oben auf der Karriereleiter. Dein Ruf und dein Wirken sind auf dem Zenit und damit ist auch dein Marktwert am höchsten. Es sind die Phasen, in denen deine Karrierechancen am größten sind und die eigene Bequemlichkeit den Herausforderungen am meisten im Weg steht. Wann ist es Zeit, den Job zu wechseln? Das entscheidest du ganz alleine. Aber mit dem Wissen um diese sieben Phasen kannst du es besser einschätzen. Wie immer du dich entscheidest. Dabei wünsche ich dir viel Erfolg.
Das war oh my Job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.