#21 Loslassen befreit
1 Dec 2025 · 0 min
Letting go feels impossible because of fear, sunk costs, and identity threats. The hosts offer three practices: stop ruminating and look forward, write a farewell letter to what you're releasing, and forgive yourself and others. Freedom comes from choosing to release, not from clinging.
Loslassen ist viel leichter als festhalten. Und trotzdem versuchen so viele Menschen das zweite und halten fest, was sie am Boden hält. Dabei ist es doch Wer loslässt, hat zwei Hände frei. Lass uns also in der heutigen Folge von oh my Job über das Loslassen sprechen, warum es ein Schritt zur inneren Freiheit ist und wie es dir gelingt.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen. In der Moderation Jochen May. Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Sich von Belastungen zu lösen, wirkt ungemein befreiend. Trotzdem fällt es vielen Menschen so schwer. Warum? Um loszulassen, benötigen wir vor allem zwei Mut und Zuversicht. Wer loslässt, muss einen Verlust akzeptieren und dabei entsteht zwangsläufig eine Lücke oder Leere. Loslassen ist eben auch immer endgültig, und bis Ersatz gefunden ist, bleibt dieser Prozess schmerzhaft und unsicher. Erst mit dem Beginn des Neuen stellt sich Erleichterung und neue Energie ein. Viele Menschen haben aber mehr Angst vor dem Verlust und sehen auch nur den Deshalb fällt ihnen das Loslassen so schwer. Sie fürchten die Unsicherheit und Konsequenzen und geraten in einen Strudel aus rückwärts gerichteten Fragen zum Warum ich? Wie konnte das passieren? Wie konnte er sie mir das antun? Wieso passiert das immer mir? Und warum sind alle gegen mich? Oft klammern wir uns auch an Dinge oder Beziehungen, weil sie uns Konstanten im Leben geben, selbst dann, wenn sie uns überhaupt nicht gut tun. Loslassen kann zum Beispiel auch dann besonders schwerfallen, wenn wir zuvor viel investiert haben, etwa Zeit, Geld, Mühe oder auch Liebe. In der Ökonomie spricht man dann etwa von den Sunk costs, den versunkenen Kosten. Sich das einzugestehen, dass man umsonst investiert hat, kratzt massiv am Ego und am Selbstbild, teilweise auch am Selbstwertgefühl. Vor allem Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl fällt deshalb eine Trennung besonders schwer. Manchmal ist es aber auch einfach nur die Angst vor dem, was danach kommen könnte. Die Gegenwart ist vielleicht nicht schön, aber wenigstens ist sie uns vertraut. Wir haben gelernt, uns damit zu arrangieren. Was aber passiert, wenn wir loslassen? Das weiß keiner kann besser werden oder noch schlimmer kommen. Und dann kann uns das Loslassen schließlich auch ein Stück unserer Identität nehmen. Manche Menschen definieren sich zum Beispiel stark über ihren Besitz, über ihren Status, Erfolg oder den Job, wird ihnen dann gekündigt oder scheitert das eigene Business, stürzen sie in ein Loch und ohne Boden. Das kann übrigens auch Eltern passieren, wenn die Kinder irgendwann mal ausziehen und auf eigenen Beinen stehen. Und Menschen reagieren eben völlig unterschiedlich auf Veränderungen. Manche können damit besser umgehen als andere, aber etwas passiert immer. Sobald wir das Loslassen lernen, fühlen wir uns buchstäblich erleichtert. Was uns vorher eingeschränkt hat oder niedergedrückt hat, das verliert plötzlich an Bedeutung. Auch wenn der Prozess des Loslassens selber schmerzhaft sein kann, so endet er doch immer in Selbstbestimmung und neuer Freiheit. Denn wir entwickeln uns dabei weiter und über bisherige Grenzen hinaus. Der mutige Schritt, er schenkt uns am Ende mehr Selbstvertrauen, mehr Selbstsicherheit und vor allem mehr Unabhängigkeit. Wer loslässt, lernt sein Leben in die Hand zu nehmen und aufzuräumen. Und das ist ein bisschen vergleichbar mit dem Ausmisten eines Kleiderschranks. Wenn wir uns von Dingen trennen, die wir sowieso nicht mehr anziehen oder brauchen, sorgt das unmittelbar für mehr Klarheit und auch für mehr Zufriedenheit. Und so viel kann ich schon Loslassen ist zuerst und vor allem reine Kopfsache eine bewusste Entscheidung. Wir akzeptieren die Vergangenheit als einen Teil der eigenen Geschichte und schlagen gleichzeitig ein neues Kapitel auf, indem wir unsere neue Geschichte schreiben. Loslassen bedeutet weder, dass wir kapitulieren oder versagt haben. Vielmehr übernehmen wir wieder das Ruder, schließen ab und treffen eine Entscheidung für die eigene Zukunft. Und das gilt für zahlreiche Bereiche, für Beziehungen, Menschen oder auch falsche Freunde, negative Erfahrungen, für liebgewonnene Dinge und für Ziele und Lebensräume. Alles das können wir loslassen, wenn wir wollen. Wenn du diesen Podcast schon eine Weile hörst, kennst du mein Lieblingszitat von Sören Man muss das Leben vorwärts leben und rückwärts verstehen. Oder wie ein Dakota Indianer mal gesagt haben, Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steige ab. Und das gilt gerade auch für das Loslassen. So, jetzt fragst du dich natürlich wie kann ich denn das Loslassen lernen? Auch hierzu gibt es einige Übungen, die sich schon oft bewährt haben. Auf der Karrierebibel findest du noch wieder ganz viele davon. Meine Top 3 Favoriten möchte ich dir aber gleich hier im Podcast vorstellen. Grübeln stoppen. Du kennst die Was wäre gewesen, wenn Das ist eine quälende Frage und viele martern sich damit und wundern sich, dass sie gedanklich dabei genauso vorankommen, als würden sie durch nassen Beton stapfen. Die Frage blickt ausschließlich nach hinten und führt nie zu einer Lösung. Es ist müßig, über die Vergangenheit zu sinieren. Ändern können wir sie ja sowieso nicht mehr. Wer loslassen will, sollte die Frage daher umdrehen und die Perspektive wechseln. Was könnte künftig sein, wenn betrachte die Dinge einfach mal mit etwas Abstand. Wie wichtig ist mir das noch nach einem Jahr oder nach zehn Jahren? Wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich meist eine neue. Indem wir die Umstände neu bewerten und das Grübeln stoppen, nehmen wir neuen Anlauf, der uns weiterbringt. Zweitens. Gedanken aufschreiben. Seine Gedanken oder Trauer aufzuschreiben erleichtert nachweislich. Dabei können wir uns und unsere Gefühle buchstäblich von der Seele schreiben, zum Beispiel in einem Tagebuch oder in einem Bullet Journal oder in einem Abschiedsbrief an uns selbst. Ja, das klingt vielleicht albern oder banal, aber das geht und funktioniert tatsächlich. Wer will, kann die Briefe sogar später mit einem Stein beschweren und und in einen tiefen See versenken oder feierlich verbrennen. Dieser Akt sorgt dann sogar für einen sichtbaren Abschluss und ein finales Loslassen und Vergeben lernen, und zwar sich selbst, aber auch anderen. Mancher Verlust geht auf eigenes Versagen zurück. Vielleicht hast du ja einen schweren Fehler gemacht im Job oder in der Beziehung und nun folgt die Quittung. Manches davon lässt sich einfach nicht wieder ungeschehen machen oder umkehren. In dem Fall hilft nur die Schuld bei sich selbst anzuerkennen und sich selbst zu verzeihen. Gleiches gilt natürlich, wenn andere einen schweren Fehler gemacht haben. An seiner Wut festzuhalten oder auf Rache zu sinnen ist aber wie Gift trinken und hoffen, dass der andere davon stirbt. Hör auf, diesen Ärger und oder Menschen weiterhin mit dir herumzuschleppen und vergib anderen ihre Schuld. Auch daran wird sich einiges verändern, vor allen Dingen, wenn du die Schuld den anderen vergibst, wenn die das überhaupt nicht einsehen oder anerkennen. Am Ende ist Vergebung vor allem deine eigene Sache. Und danach lenkst du den Blick wieder nach vorne und fokussierst auf das Positive. Ich weiß, das sagt sich sehr leicht, aber deswegen ist es ja nicht weniger wahr. Das Leben geht weiter und muss es auch. Und es gibt mehr Gründe loszulassen, als festzuhalten. Und genau darauf solltest du dich konzentrieren und mit dir und anderen wieder Frieden schließen.
Das war oh my Job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.