1 Dec 2025 · 1 min
A Zwischenzeugnis is a formal interim employment reference you can request from your employer. Get one when changing roles internally, before sabbatical, or during restructuring. Request it every two years when your performance review will be positive, and use it as leverage in salary talks or to document risky projects.
Questions this episode answers
Approximately every two years.
No — unlike the final reference, there is no statutory right to a Zwischenzeugnis; the employee must request it and the employer can refuse.
Present tense (Gegenwartsform).
Chapters
Hand aufs Herz. Wann hast du das letzte Mal ein Zwischenzeugnis beantragt? Ich vermute, es ist lange her oder noch gar nicht passiert. Die meisten Arbeitnehmer haben das Thema Zwischenzeugnis überhaupt nicht auf dem Radar. Dabei hat es enormen Einfluss auf deine Karriere, auf deine Jobwechsel, ja sogar auf dein Gehalt. Deshalb widme ich die heutige Folge von oh my Job, dem scheinbar staubtrockenen und vermeintlich langweiligen Zahlen Zwischenzeugnis, das aber von vielen grandios unterschätzt wird. Von dir nach diesem Podcast natürlich nicht mehr, Also bleib unbedingt dran.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen in der Jochen May Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Über das Zwischenzeugnis machen sich noch viel zu wenige Menschen Gedanken. Aber lass uns erstmal mit ein paar Basics beginnen. Was ist denn dieses Zwischenzeugnis überhaupt? Zunächst mal ist das Zwischenzeugnis eine vom Arbeitgeber erstellte Urkunde, die deine Tätigkeit und Aufgaben beschreibt sowie deine Leistungen und dein Sozialverhalten bewertet und beurteilt. Wie beim Abschlusszeugnis oder Arbeitszeugnis gibt es davon eine einfache und eine qualifizierte Version, also ein qualifiziertes Zwischenzeugnis. Arbeitnehmer können jederzeit ein Zwischenzeugnis beantragen, sollten dabei aber eben immer ein qualifiziertes Zeugnis verlangen, weil es aussagekräftiger ist und viel mehr Vorteile hat. Aber dazu kommen ich gleich noch. Der entscheidende Unterschied zwischen dem Arbeitszeugnis und dem Zwischenzeugnis. Das Zwischenzeugnis bekommst du, während das Arbeitsverhältnis noch besteht. Deshalb wird das Zeugnis auch immer im Präsens, also in der Gegenwartsform verfasst. Ansonsten gelten für das Zwischenzeugnis dieselben gesetzlichen Regeln und Auflagen wie für das Arbeitszeugnis auch. Es muss wahr und wohlwollend formuliert sein, es muss schriftlich auf Firmenpapier ausgestellt werden und es muss von einer autorisierten Person, also deinem Chef oder dem Personalleiter unterschrieben sein. Ist das nicht der Fall, kannst du ein neues Zeugnis verlangen, das dann diese Kriterien auch erfüllt. Allerdings gibt es im Gegensatz zum Abschlusszeugnis keinen gesetzlichen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis. Du musst zwar das Zeugnis immer beantragen, der Arbeitgeber kann den Antrag aber auch ablehnen. Deshalb empfehle ich immer möglichst freundlich danach zu fragen, denn damit steigen die Chancen natürlich deutlich, dass du das Zwischenzeugnis auch bekommst. Und noch etwas solltest du dabei unbedingt bedenken. Die meisten Chefs und Arbeitgeber reagieren ziemlich alert darauf, wenn Mitarbeiter unmittelbar und plötzlich ein Zwischenzeugnis beachten, beantragen. Für sie ist es dann ein indirektes Indiz dafür, dass sich der oder die Mitarbeiterin damit woanders bewerben will, also auf dem Absprung ist. Und es ist daher nicht ungewöhnlich, wenn du nach dem Antrag für dein Zwischenzeugnis gleich mal einen Gesprächstermin beim Chef bekommst, der dich dann nach deinen Motiven Hey, warum wollen Sie denn ein Zwischenzeugnis? Du solltest also dann für den Fall ein paar gute und auch glaubwürdige Gründe nennen können und vielleicht auch ein paar Beruhigungspillen parat haben. Das kann dann zum Beispiel sein, dass du einfach wissen möchtest, wo du gerade stehst und wie man dich und deine Leistungen einschätzt. Und das hättest du halt bitte gerne schriftlich. Es gibt aber auch noch andere gute Gründe für das Zwischenzeugnis, zum Beispiel eine lange Betriebszugehörigkeit und weil du eben noch nie ein solches Zeugnis bekommen hast. Oder du wechselst intern die Stelle und möchtest den bisherigen Job mit deinem Zeugnis abschließen. Oder dein Vorgesetzter wechselt, kommt ja auch vor. Und dann möchtest du die bisherige Zusammenarbeit einfach mal mit dem Zeugnis besiegeln. Dein befristeter Vertrag wird entfristet, deshalb möchtest du diesen Zwischenstand an der Stelle dokumentieren. Oder du gehst in Elternzeit und machst ein Sabbatical. In beiden Fällen möchtest du natürlich vor der Auszeit nochmal den aktuellen Stand festhalten oder nicht ganz so schön Das Unternehmen strukturiert um oder plant sogar einen Stellenabbau und deshalb willst du zumindest deinen aktuellen Leistungsstand nochmal festhalten. All das sind gute und plausible Gründe, um nach einem solchen Zwischenzeugnis zu fragen. Jetzt aber die Warum ist dieses Zwischenzeugnis denn so wichtig? Warum spreche ich heute in dieser Folge von oh my Job über dieses Zwischenzeugnis? Die Bedeutung des Zwischenzeugnisses wird von vielen Arbeitnehmern komplett unterschätzt. Auch wenn es vom Arbeitgeber freiwillig ist, kann es dir nicht nur bei einer möglichen Bewerbung helfen. Es hat nämlich noch mehr Vorurteile, die kaum einer kennt. Und die erste und wichtigste Regel ist Das Zwischenzeugnis hat im Arbeitsrecht eine sogenannte Bindungswirkung und das wechselst du danach intern deine Stelle oder die Abteilung. Kann der neue Chef in den nächsten Jahren nicht einfach so mir nichts dir nichts vom bisherigen Zwischenzeugnis und dessen Bewertung abweichen und solltest du danach den Job doch noch mal wechseln, kann er erst recht nicht im Arbeitszeugnis in seiner Beurteilung abweichen. Kommst du also mit deinem neuen Chef so gar nicht klar, kann der nicht einfach behaupten, du seist eine Null oder ein schlechter Arbeitnehmer, wenn im Zwischenzeugnis etwas ganz anderes steht, zum Beispiel die Note 1 oder 2. Andernfalls kannst du die schlechte Beurteilung vom neuen Chef sofort wieder anfechten und der muss dann erstmal seine abweichende Einschätzung durch harte Fakten belegen und begründen. Und das ist in den meisten Fällen gar nicht so einfach. Der zweite Vorteil liegt in der Zeugnisnote. Selbst ein gutes Zwischenzeugnis ist auch ein gutes oder sehr gutes Argument in der nächsten Gehaltsverhandlung. Ebenso kann es Hinweise auf deine persönliche Entwicklung geben und selbst ein mittelmäßiges Zeugnis ist immer noch ein guter Anlass für ein Feedbackgespräch mit dem Chef oder eine interne Veränderung oder dafür, dass es Zeit wird für eine Weiterbildung, die dann dein Arbeitgeber natürlich fördern und finanzieren sollte. Und drittens bietet dir das Zwischenzeugnis einen exzellenten Selbstschutz, zum Beispiel wenn du ein schwieriges Projekt mit hohem Risiko übernehmen sollst. Falls du das nämlich verpatzt oder scheiterst, könntest du ja in der Gunst deiner Vorgesetzten sinken. Gut, wenn dann das Zwischenzeugnis daran erinnert, dass du bisher absolut tadellos warst und deine Leistungen immer überzeugt haben, dann hast du das einfach nochmal schwarz auf weiß und schriftlich. Der größte Vorteil des Zwischenzeugnis aber ist der Zeitpunkt, wann du es beantragst, denn den bestimmst du alleine, also dann, wenn du glaubst, dass deine Beurteilung besonders positiv ausfallen wird. Hinzu kommt, dass das Arbeitsverhältnis ja noch besteht. Deshalb wollen die meisten Chefs und Arbeitgeber mit dem Zwischenzeugnis ihre Mitarbeiter nochmal zusätzlich motivieren und eben dieses Arbeitsverhältnis fortsetzen. Und das wiederum bedeutet, die Beurteilung fällt dann meistens extra positiv aus, was sie natürlich wegen der besagten Vorteile und der Bindungswirkung noch mal mehr in die Karten spielt. Wir von der Karrierebibel empfehlen daher regelmäßig das Zwischenzeugnis so alle zwei Jahre zu beantragen. Wenn du das nämlich regelmäßig machst, dann wird es auch weniger verdächtig und der Chef befürchtet nicht gleich, dass du dich damit woanders bewerben willst. Grundsätzlich aber solltest du ein solches Zwischenzeugnis wirklich immer vor einer größeren Umstellung verlangen. Also zum Beispiel vor einer Elternzeit, vor einem Sabbatical, vor einer Beförderung, einem internen Jobwechsel oder einem Wechsel in eine andere Abteilung. Du weißt ja nie, wie sich das alles entwickeln wird. Mit dem Zwischenzeugnis aber hast du dich schon mal ganz gut abgesichert, auch für den Fall, dass du dich dann doch noch mal woanders bewerben willst. In dem Fall beschleunigt so ein Zwischenzeugnis in der Tasche nicht nur deine Jobsuche, sondern steigert auch deine Jobchancen, eben weil es so gut ist und gut ausgefallen ist. Apropos Natürlich solltest du auch im Zwischenzeugnis auf die zahlreichen Formulierungen, Geheimcodes und Schlussformeln achten. Auch hier werden manchmal schlechte Beurteilungen hinter hübschen Formulierungen und Worten versteckt. Hierzu findest du auf der Karrierebibel aber einen ausführlichen Code Checker mit über 200 typischen Zeugniscodes, die wir für dich entschlüsselt haben. Den Link dazu packe ich dir wie immer in die Shownotes und dort findest du dann auch bei uns auf der Karrierebibel viele Vorlagen für ein gutes Zeugnis, aber auch für einen Zeugnisantrag. Den kannst du dann einfach kopieren und gleich dein Zwischenzeugnis beantragen. Ich freue mich schon auf dich in der nächsten Woche.
Das war oh my job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.