Wie gehe ich mit Selbstzweifeln bei Absagen um?
1 Dec 2025 · 18 min
Podcast episode (German) from JobGenius featuring JobGenius, Alex Schorsch and hosts discussing how to cope with self-doubt after job application rejections. Covers causes (fear, comparisons, negative beliefs), reframing strategies (positive affirmations, Erfolgstagebuch, Maßband exercise), practical tactics (measure and improve application KPIs, interview training, video/KI feedback, coaching, AVGS voucher) and situational reasons for rejections (pro-forma ads, budget cuts, candidate pools). Encourages practical steps and mindset shifts.
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Du schreibst gerade sehr viele Bewerbungen und erhältst trotzdem nur Absagen. Das nagt natürlich an dem eigenen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Irgendwann werden die Selbstzweifel immer größer und dann setzt eine Art Bewerbungsblockade ein und die Chancen sinken. Deswegen sprechen wir in der heutigen Folge über Selbstzweifel bei der Bewerbung und natürlich, was du dagegen tun kannst.
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Ganz Absagen tun weh, vor allem, wenn es nicht die erste und vielleicht auch nicht die zwanzigste ist, sondern gar die fünfzigste oder die hundertste. Aber bevor wir auf Strategien eingehen, mit denen wir diesen Selbstzweifeln entgegenwirken, lass uns doch noch mal kurz über mögliche Ursachen von Selbstzweifeln sprechen.
Jochen Gerne. Also ich glaube, einer der häufigsten Gründe sind ganz allgemein die Ängste, Existenzängste. Je häufiger du Absagen bekommst, desto länger dauert die Jobsuche. Und im Zweifelsfall, wenn du schon vorher arbeitslos warst, desto länger bist du ja auch ohne Einkommen. Und das lässt einfach Ängste wachsen. Und mit den Ängsten kommen halt dann auch die Selbstzweifel. Werde ich überhaupt noch einen Job finden? Wird mir überhaupt noch mal irgendwann jemand eine Zusage geben? Werde ich noch mal eingeladen? Und Und dann kriegst du natürlich auch das Problem, dass du denkst so bin ich überhaupt gut genug? Bekomme ich überhaupt einen Job jemals wieder? Ich glaube, das ist vor allem Thema von älteren Bewerbern. Also Menschen ü tun sich tendenziell sowieso schwieriger oder schwerer auf dem Arbeitsmarkt, aber wahrscheinlich auch von Quereinsteigern. Auch Quereinsteiger müss einfach mit mehr Absagen rechnen, weil sie per se nicht passen.
Durchaus. Aber auch der Vergleich mit anderen ist definitiv eine Quelle von Selbstzweifeln. Sei das jetzt mit dem direkten Umfeld mit anderen Personen auf LinkedIn, die nur drei Monate auf Jobsuche waren und dann direkt einen Job gefunden haben oder dem Cousin der Schwester, der sogar über das Netzwerk innerhalb von einer Woche einen Job bekommen hat. Pures Gift für das Selbstwertgefühl.
Ja, und dann glaube ich, gibt es noch ganz allgemein. Wir wollen da jetzt auch gar nicht so intensiv drüber sprechen, aber ganz allgemein gibt es natürlich negative Glaubenssätze. Ich bin nicht gut genug, keiner will mich irgendwie Ich bin sowieso schon abgehängt und alt. Und je häufiger man sich sowas sagt, vielleicht auch eben ausgelöst durch Vergleiche und Ängste, desto mehr verfestigt sich das und so ein Glaubenssatz wird eine Überzeugung. Und dann führt es natürlich auch dazu, dass man sich anfängt selber zu sabotieren. Und das genau sollte nicht passieren. Wenn du also gerade das Gefühl hast, dass vielleicht Selbstzweifel dein Thema sein können, dann gibt es natürlich auch entsprechende Abwehr Strategien und über die wollten wir vor allem sprechen. Ich glaube, dass man natürlich gegen negative Glaubenssätze positive Affirmationen dagegen setzen kann. Ich bin sehr wohl gut genug, ich habe etwas zu bieten, Ich bin kein Bittsteller, sondern eine Fach Fachkraft, eine gefragte, gesuchte Fachkraft. All das kann man sich selber durchaus sagen. Es gibt Studien, die sagen, selbst anfeuern funktioniert und hat Wirkung.
Ja, das tut es. Und dafür kann man auch ein Erfolgstagebuch verwenden, um das als Gewohnheit in den Alltag zu integrieren. Ganz persönlich bin ich allerdings ein Fan davon, den Bewerbungsprozess möglichst rational zu sehen und eher auf die Zahlen zu schauen und weniger den Selbstzweifeln und Emotionen nachzugeben.
Fokussierung, Ja, bin ich eigentlich auch ein Fan von nicht so viel den Gefühlen nachgehen oder der Absage so viel Raum zu geben, sondern diese eben nicht persönlich zu nehmen, sondern vielleicht stattdessen ganz rational zu prüfen. Warum bekomme ich denn aktuell immer nur Absagen? Gibt es vielleicht Indizien, an welcher Stelle ich die Absage bekomme? Es macht ihren Unterschied, ob du die Bewerbungsabsage für die schriftliche bekommst oder jedes Mal nach dem Vorstellungsgespräch hatte ich auch schon ein paar Kandidaten hier. Und diejenigen, die es zum Beispiel immer nach dem Vorstellungsgespräch bekommen, denen sage ich naja, offensichtlich sind deine Unterlagen ziemlich überzeugend, sonst würdest du gar nicht erst eingeladen werden. Aber irgendwas wahrscheinlich in deiner Körpersprache oder in deiner Performance, in deiner Art, wie du auftrittst, ist eher kontraproduktiv. Also ist das, was dann am Ende den negativen Ausschlag gibt, dass die Leute sagen, ach, das ist vielleicht die oder der Kandidat doch nicht für uns und deswegen würde ich dann immer ein Vorstellungsgespräch Training machen. Deswegen schau mal genau nach, wo an welcher Stelle bekommst du die Absage? Gibt es Indizien dafür und wo kannst du deine Bewerbungsstrategie, deine Bewerbungsunterlagen in irgendeiner Form noch optimieren.
Wichtige Kennzahlen im Bewerbungsprozess sind auf der einen Seite die Einladungsquote, also das Verhältnis von versendeten Bewerbungen zu erhaltenen Erstinterviews. Das so eine Benchmark, die ich rausgebe, 20 bis 25 Prozent. Das heißt, jede vierte bis fünfte Bewerbung darf gerne zu einer Interview Einladung führen. Aber auch die Benchmark Interview 1 zu Interview 2. Da gebe ich die Benchmark 60 Prozent der Erstinterviews zu zweit Interviews sind gut, 70 Prozent sehr gut. Alles unter 60 Prozent ist verbesserungsbedürftig. Interview 2 zu Interview 3 auch eine wichtige Benchmark, da sage ich 40 Prozent sind gut, 50 Prozent der zweit Interviews zu dritt Interviews sind sehr gut, alles unter 40 verbesserungsbedürFTig. Und beim finalen Interview, da sollten so 70 bis 80 Prozent aller finalen Interviews letztendlich auch in der Jobzusage. Was sind da deine Erfahrungen, Jochen?
Also ich würde das tatsächlich nicht so granular machen, wie du das jetzt gerade vorgerechnet hast. Finde ich natürlich sehr, sehr spannend. Aber ich glaube, für mich ist es wichtig, dass ich an der Stelle wirklich schaue, was machen denn andere? Also Benchmarken ist wichtig. Jetzt ist es zwar auch ein Vergleich, aber ein anderer. Ich würde mir halt schon anschauen, was ist in dem Moment so state of the art. Ich kenne halt doch immer wieder Leute, die aktuell kein Anschreiben schicken wollen oder sich das Anschreiben von der KI schreiben lassen, wo ich sage, Leute, das ist zwar einfacher und bequemer, aber es ist halt, weil es so viele machen, kein Unterscheidungskriterium mehr. Und ganz viele Personaler arbeiten heute ebenfalls mit KI. Und witzigerweise erkennt KI KI und sortiert sie dann im Zweifelsfall auch wieder aus und sagt, das ist aber dann doch nicht gut und und und. Also ich glaube, dass man an den Unterlagen extrem viel arbeiten und schrauben kann, dass man dann viel verbessern kann und tatsächlich eben auch an der Performance, ob das jetzt mal hier, wie du das gerechnet hast, 60 oder 40 Prozent sind okay. Das kann man natürlich sehr, sehr granular machen, Aber ich glaube insgesamt, manchmal passt es ja auch nicht, aber insgesamt glaube ich, muss es einfach so sein, dass du dann rausgehst, sagt das war ein gutes Gespräch, ich hatte gute eigene Fragen dabei, ich konnte souverän antworten auf die Fragen der Personaler. Insgesamt war es ein guter Dialog auf Augenhöhe. Ich habe gut performt. Meine Selbstpräsentation, die kommt ja fast immer im Bewerbungsgespräch, die hat auch gesessen. Ich komme da nicht ins Straucheln und vielleicht gut, man hat sich selber nicht so im Blick. Ich würde dann halt im Zweifelsfall, wenn man sich keinen Coach nehmen will, würde ich immer sagen, führ doch mal mit einem Freund Bewerbungsgespräch, Gespräch und nehme dich dabei auf Video auf und beobachte dich einfach mal. Und es gibt tatsächlich so Mikrogesten, die manche machen, gar nicht bewusst sind. Also bei Frauen, die drehen dann vielleicht in den Haaren oder nesteln an den Ringen rum, irgendwie an den Fingern. Männer zuppeln sich vielleicht als Sakko zurecht oder sowas. All solche Mikrokästen können eben auch Nervosität verraten und machen dann oder trüben den ansonsten souveränen Eindruck.
Ja, sehr guter Punkt. Mit Feedback von außen lassen sich auch blinde Flecken im eigenen Verhalten aufdecken und das lässt sich mittlerweile sogar durch KI aufdecken. Also da gibt es eine Seite, die nennt sich Jodli Y O D L I und mit der lassen sich auch Interviews trainieren und die gibt auch Feedback zur Tonlage, zum Körperverhalten, aber auch Füllwörtern oder Wiederholungen beispielsweise.
Funktioniert auch auf Deutsch.
Funktioniert mittlerweile auch auf Deutsch, offen gesagt, ich habe selbst noch nicht auf Deutsch ausprobiert. Ich habe die Funktion gesehen, dass man es auf Deutsch einstellen kann. Ich nutze es beispielsweise für Präsentationen regelmäßig, mir dann Feedback einzuholen.
Kann man auf jeden Fall machen. Apropos Coaching. Natürlich kann man sich auch coachen lassen. Insbesondere all jene, die aktuell schon etwas länger auf Arbeitssuche sind, sollten sich ja sowieso beim Jobcenter melden und sich als Arbeitssuchend melden. Und in dem Fall kann man sich von den Jobcentern und der Arbeitsagentur fördern lassen. Dann gibt gibt es einen Arbeits und Aktivierungs und Vermittlungs Gutschein AVGS, den hatten wir schon in einer der letzten Folgen und der bezahlt mitunter Coaches, die beispielsweise ein Bewerbungstraining mit dir machen oder eben dir auch bei der Jobsuche und Jobvermittlung helfen.
Exakt. Und was viele nicht wissen, ist, dass es diesen Gutschein unter Umständen auch gibt, wenn man noch im Job ist, nämlich wenn man von der Arbeitslosigkeit bedroht ist. Das heißt, wenn du eine Kündigung erhalten hast oder kurz davor bist, eine Kündigung zu erhalten, dann lohnt sich potenziell schon der Schritt zur Arbeitsagentur, um da eben frühzeitig zu Hey, bei mir droht eine Arbeitslosigkeit. Es lohnt sich, einen passenden Jobcoach, Karriereberater, wie auch immer, Arbeitsvermittler rauszusuchen, frühzeitig aktiv zu werden.
Jetzt muss man noch mal dazu sagen, bei den Absagegründen selber gibt es einige Gründe, für die man gar nichts kann. Und in dem Zusammenhang sprechen wir beide ja immer von dem sogenannten Thema Reframing. Also du musst dir einfach auch bewusst machen, ich kann manchmal auch gar nichts dafür. Dabei gibt es jetzt ein paar Gründe, die sind ärgerlich, die können wir aber einfach nicht. Gibt es einfach. Es gibt sogenannte Pro forma Ausschreibung. Vielleicht hast auch du schon mal davon gehört. Manche Unternehmen müssen die Stellen, insbesondere öffentliche Behörden, Ämter oder so, die müssen Stellen offiziell ausschreiben, obwohl intern der oder die Kandidatin längst gefunden ist. Aber weil es gesetzliche Auflagen gibt, gibt es dann ein offizielles Stopp Angebot. Der kann sich ja drauf bewerben. Aber das ist völlige Zeitverschwendung, weil die Stelle ist längst intern besetzt. Man muss dann einfach nur die Kandidaten abwarten, lehnt sie dann alle ab und wählt dann am Ende den internen Kandidaten, der längst gefunden Das ist natürlich alles ein bisschen fake, aber da kommt man halt nicht drumherum. Das gibt zumindest Indizien, woran man diese Pro forma Anzeigen erkennen kann. Eines der veritablen Indizien ist, dass sie sehr, sehr spezifisch formuliert ist. Je spezifischer, wo du denkst, also wer hat denn bitteschön diesen Lebenslauf? Da weißt du, okay, dieser Kandidat ist längst gefunden und genau auf diesen Lebenslauf ist jetzt die Stellenanzeige formuliert.
Sehr guter Punkt.
Dann gibt es noch andere Stellenanzeigen, die werden nur so als Testballon in die Welt geschossen. Also es gibt manche Arbeitgeber, die wollen einfach ihren Markt begleiten, zeigen uns gibt es noch, uns geht es sehr, sehr gut. Guck mal, wir wachsen sogar, wir stellen ein und dann stellen die im Prinzip Stellenanzeigen ins Netz, die nie wirklich budgetiert sind und auch nicht eingeplant sind. Aber es sieht erst mal super gut aus. Man gönnt sich also den Luxus einer Imageanzeige in Form einer Stellenanzeige. Auch hier kann man sich drauf bewerben. Die Chancen sind aber e im einstelligen Prozentbereich, dass da überhaupt was zurückkommt.
Es kann aber auch ganz andere Gründe haben, warum man eine Absage erhalten hat. Beispielsweise weil ein Großkunde abgesprungen ist und man jetzt erstmal vorsichtiger mit dem Budget sein möchte. Das ist komplett entfernt, unabhängig von deiner Bewerbung, ist aber ein potenzieller Grund, warum du eine Absage erhalten hast. Aber auch Kandidaten, die schon im Bewerbungsprozess weiter fortgeschritten sind, können dafür sorgen, dass das Unternehmen Wir haben jetzt hier wahrscheinlich schon jemanden, Lass uns doch erst mal die ausstehenden Bewerbungen absagen. Und falls wir dann doch nicht mit dem Kandidaten zusammenkommen, dann haben wir immer noch den Bewerbungspool. Nicht umsonst sagen ja Unternehmen oft, dass sie gerne die Bewerbungsdaten aufheben.
Ja klar. Also auch da ist es in der Tat der Fall, dass Kandidaten einfach abgelehnt werden, weil man längst schon andere gefunden hat und sich für die dann entschieden hat und sagt, also das ist so zweite Wahl, wir möchten die aber warmhalten in irgendeiner Form. Dann wird man halt gefragt. Ich finde es aber nicht verkehrt, wenn man in so einen Kandidatenpool aufgenommen wird. Es kann ja immer mal sein, dass vielleicht in 2, 3 Jahren das Unternehmen wieder auf dich zugeht und sagt, wir hätten da jetzt gerade was Passendes und wer weiß, vielleicht ist das Angebot tatsächlich gut und man ist dann auch bereit zu einem neuen Wechsel. Also von daher würde ich sagen, ja klar, aufnehmen in so einem Kandidatenpool, okay, wenn sie sich zumindest zurückmelden. Es gibt ja dann auch wirklich Unternehmen, die ghosten sich gar nicht mehr melden und sowas finde ich dann. Also muss man aber dazu sagen, gibt es von beiden Seiten. Haben wir auch schon die Erfahrung gemacht, habe ich selber als Arbeitgeber auch schon die Erfahrung gemacht, dass Leute sich einfach nicht mehr gemeldet sind und abgetaucht haben. Also ich glaube, das geht in beide Richtungen. Aber wichtig ist halt bei diesem Thema wirklich ganz klar, versuche dich neu zu reframen und mach dir klar, es gibt einige Absagegründe, für die kannst du überhaupt nichts, da bist du nicht dran schuld. Nimm es deswegen auch nicht persönlich, ja.
Schlussendlich können wir es nicht vermeiden, abgelehnt zu werden. Ne, wir können das einfach nicht ändern. Wir können aber entscheiden, von wem und für was wir abgelehnt werden, auch abgelehnt werden wollen. Und wenn wir bei jeder Bewerbung einfach unser Bestes geben, die Bewerbungsunterlagen nach Best Practice, nach bestem Wissen und Gewissen aufsetzen, uns ordentlich für Vorstellungsgespräche vorbereiten und im Interview unser Bestes geben, dann haben wir uns nichts vorzuwerfen, überhaupt nicht.
Dann passt vielleicht einfach die Chemie nicht. Und ich habe so oft schon auch selber im Leben erlebt, wenn eine Tür zugeht, dann gehen woanders neue Türen wieder auf. Ich glaube, wenn man sich das immer wieder bewusst macht, dann muss man einfach sagen, haben Selbstzweifel wenig Scheiße. Es kann natürlich vorkommen und ich kann das auch völlig nachvollziehen, dass man was nach zwei, drei Monaten irgendwann mal so in eine Krise kommt und denkt so, oh we, wird das jemals wieder klappen mit mir und dem Job. Aber auch da sage ich, hatten wir auch schon mal in einer Folge, Leute, so eine Jobsuche kann schon mal drei bis sechs Monate dauern. Mein Schwager zum Beispiel hat auch ganz, ganz lange nach einem neuen Job gesucht. Manche gehen dann auf den Jakobsweg spazieren und finden sich selber, finde ich auch nicht verkehrt. Ja, nehmen sich mal eine richtige Auszeit, um zu sagen, ich sortiere jetzt erst mit die Kriterien, wonach suche ich überhaupt, mache ich vielleicht eine berufliche Neuorientierung, also mal was ganz, ganz anderes und gehe dann mit einer neuen Strategie gestärkt rein. Vielleicht nehme ich mir auch einen Coach, der mir dabei hilft, mich neu zu sortieren und, und, und. Also all das kann sinnvoll sein. Krisen, ja, ich weiß das Kalenderspruch, Krisen sind Chancen, wenn man sie dazu nutzt. Und das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig. Deswegen nimm vielleicht die Selbstzweifel eher als Anlass zu sagen, ach, lass mich doch noch mal überlegen, ob meine Strategie noch so passt. Und vielleicht passt ja auch nicht mein Beuteschema bei den Arbeitgebern und bei den Jobs, wo ich dann einfach sage, vielleicht sollte ich ganz woanders suchen. Bei meinem Schwager war es tatsächlich so, der ist auch schon ein bisschen älter, der kam aus der Automobilwirtschaft, hat da mit Sicherheit auch nichts mehr gefunden und ist jetzt ganz woanders gelandet und ist da total glücklich. Also manchmal muss man einfach ein bisschen umdenken.
Guter Punkt.
Ich habe hier noch auf unserem Spickzettel das Maßband von dir. Was war das noch mal?
Oh ja, das Maßband, das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Richtig. Also das Maßband ist ein Weg, eine Methode, mit der man mit Absagen umgehen kann. Und die habe ich 2018 kennengelernt, als ich damals meine Stelle als Headhunter angetreten habe. Und wer es noch nicht weiß, als Headhunter macht man sehr viel Kaltakquise. Das heißt, mein Großteil des Tages bestand aus telefonischer Kaltakquise und wenn man da noch nicht so dran gewöhnt ist, dann kann das einen schon mitnehmen. Was hat also meine damalige Chefin gemacht? Sie hat mir ein Maßband geschenkt und sie hat gesagt, für jede Absage schneidest jetzt bitte 1 cm ab. Und wenn du das gesamte Maßband, das waren 2 m oder so.
Ich habe das am Ende 2 m.
Ja, ich habe das nie abgeschnitten alles ehrlich gesagt. Wenn man das aber alles abgeschnitten hat, das war ihre these, dann wird man auch Erfolge haben. Wird man in dem Fall Unternehmen Mandate gewonnen haben. Das hat bei mir persönlich einen internen Shift ausgelöst, denn ich habe damit angefangen, jede Absage als einen Schritt zum Ja zu interpretieren. Also das ist jetzt auch ein Glaubenssatz, der sich bei mir manifestiert hat, dass jede Absage einen Schritt näher zum Jahr ist. Und offen gesagt, ob man da jetzt Maßband unbedingt dafür braucht, dass man abschneidet.
Weiß ich jetzt nicht, aber schön psychologischen Trick und letztendlich auch eine schöne Manifestation. Also sie ist halt das Maßband sagst hey, ich bin meinem Ziel schon wieder ein bisschen näher gekommen, warum nicht?
Durchaus, durchaus.
Also es hilft manchen anderen vielleicht nicht, aber ich finde es zumindest eine schöne Idee an der Stelle. So, wenn du also Probleme hast mit deiner Bewerbung, mit Selbstzweifel, dann hör dir diese Folge doch einfach noch mal an und überlege dir die unterschiedlichen Strategien. Wichtig ist wirklich zu sagen, ich schreibe mal Volkstagebuch, ich notiere mir meine Erfolge, ich setze den negativen Glaubenssätzen positive Affirmationen dagegen, ich reframe mich, mache mir klar, dass das alles nicht meine Schuld ist. Das ist vielleicht auch einfach nur der Markt und am Ende, wenn nichts hilft, hilft vielleicht dann doch ein Coach. Ich finde es nicht verkehrt, wenn man an der Stelle, und das ist keine schamlose Eigenwerbung, sondern dann hilft es tatsächlich, sich jemanden zu suchen, der einem da wieder aufrichtet, den Kopf gerade rückt und sagt, das sind deine Stärken, darauf kommt es an. Und wenn du das richtig ausspielst, dann steigerst du auch wieder deine Chancen. Es ist auf jeden Fall eine gute Investition in die Zukunft. Apropos Investition in die Zukunft, wir hoffen natürlich, dass du auch nächstes Mal wieder dabei bist bei einer neuen Folge von oh My Job. Und dann sprechen wir über ein ganz, ganz spannendes Thema. So viel darf ich schon noch verraten, nämlich die Diskriminierung in der Bewerbung. Bleib also unbedingt dran. Bis nächstes Mal.
Das war oh My Job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.