Warum die meisten Frauen in Gehaltsverhandlungen verlieren

In diesem deutschsprachigen Coaching‑Video erklärt Marie Siber, warum Frauen häufig bei Gehaltsverhandlungen scheitern und liefert ein strukturiertes Vorgehen, um das zu ändern. Sie identifiziert Passivität als den größten Fehler und betont, dass Gehaltserhöhungen nicht zufällig, sondern aktiv initiiert werden müssen. Der Vortrag gliedert sich in vier zentrale Handlungsfelder: (1) Proaktive Initiierung des Gesprächs, (2) gründliche Vorbereitung eines Business Cases mit optimalem Timing und unternehmensrelevanten Argumenten, (3) systematisches Dokumentieren von messbaren Erfolgen (Zahlen, Projekte, Kosteneinsparungen, Umsatzbeiträge) als Verhandlungsmunition, und (4) das konsequente Vermeiden von Kolleginnenvergleichen, weil diese unprofessionell und ablenkend sind. Marie vergleicht die Gehaltsverhandlung mit einem Verkaufsgespräch, bei dem die eigene Person das Produkt ist, und empfiehlt, Verkaufstechniken (Skript, Closing‑Call) zu übernehmen. Sie schließt mit einer Zusammenfassung der vier Schritte und einem Aufruf, den Kanal zu abonnieren, um weitere Lebens‑ und Karrieretipps zu erhalten.
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Gali Merda und herzlich willkommen zu meinem neuen Video. Heute habe ich mir überlegt, möchte ich mit dir über ein Thema sprechen, wo ich auch merke, dass die meisten Frauen, vor allem Frauen, nervös werden. Die kommen so bisschen, ja, wie soll ich sagen, ins Schwitzen oder würden es am liebsten komplett vermeiden, dieses Thema. Vielleicht weißt du schon, welches Thema ich meine, und zwar meine ich das Thema Geld, genauer gesagt dein Gehalt. Die erste Frage, mal ehrlich, wie oft saßt du schon da und hast ja auch irgendwie gedacht, hey, Ich mache hier so einen krassen Job. Ich leiste hier so viel, aber mein Kontostand, also das, was bei mir ankommt, das spiegelt es nicht wider. Ich habe mehr verdient. Ich bin mehr wert. Und dann sitzt du da und du wartest und du hoffst, dass dein Chef irgendwann von selber auf die Idee kommt, dir mehr zu zahlen. Dass er vielleicht an deiner Tür klopft, weißt du, so wie der Prinz auf dem weißen Pferd. Dass der Chef auf dem weißen Pferd an der Tür klopft und sagt: Hey, hey Lisa, du bist so eine tolle Mitarbeiterin. Hier ist deine Gehaltserhöhung! Und ich sag dir eine Sache, sorry, das klingt jetzt hart, aber darauf kannst du lange warten. Und zwar sehr, sehr lange. Wenn du mehr willst, musst du es dir holen. Und genau darum geht es heute. Ich zeig dir, wie du aufhörst zu hoffen und anfängst zu handeln. Und zwar dein Gehalt zu verhandeln. Wir reden Klartext darüber, wie du deine nächste Gehaltsverhandlung so vorbereitest und durchziehst, siehst, dass du am Ende das bekommst, was du auch wirklich verdienst. Also ich würde sagen, Schluss mit dem Warten, ik, und lass uns loslegen! Teil 1 oder Nummer 1: Der größte Fehler, den ganz viele Frauen machen, ist Passivität. Das Erste, was wir aus unseren Köpfen streichen müssen, ist dieser Gedanke: Wenn ich nur gut genug arbeite, wird man das schon merken und dann wird man mich belohnen. Das ist ein Märchen! Ich erzähle dir meine Geschichte: Ich habe mal für eine große Influencerin geclosed und dann hatten wir auch ein Gespräch darüber, über das Team, weil die hatte damals ein sehr großes Team. Das waren irgendwie bestimmt 20 Leute im Sales, dann noch mal 20 Leute auch im Fulfillment. Und dann hat sie zu mir gesagt: Marie, ganz ehrlich, es hat mich noch nie jemand in den letzten 4 Jahren nach einer Gehaltserhöhung gefragt. Noch nie. Du bist die Erste. Weil ich habe sie dann gefragt nach einer Gehaltserhöhung, ich wollte mehr Prozente. Du bist die Allererste, die mich nach einer Gehaltserhöhung fragt. Und ich würde das den Leuten ja geben, wenn die mich nur fragen würden. Und genau das ist der Punkt, warum das ein Märchen ist, dass du da sitzt und auf den Prinzen auf dem weißen Pferd wartest. Weil stell dir mal vor, du bist Chef. Stell dir mal vor, du hast 40 Mitarbeiter. Und stell dir mal vor, du hast eine Mitarbeiterin, die kommt nie zu dir, die beschwert sich nie, die fordert nie irgendwas. Was denkst du dir dann als Chef? Ja, mega, die ist happy, die ist doch hier glücklich, die ist doch zufrieden mit ihrem Gehalt, läuft doch. Und Schweigen ist für einen Vorgesetzten auch eine Bestätigung, dass alles irgendwie in Ordnung ist. Und warum sollte jetzt dein Chef dir von sich aus mehr Geld anbieten, wenn du ihm ja eigentlich signalisierst: Hey, mit meinem aktuellen Zustand bin ich zufrieden. Also Grundsatz Nummer 1, Regel Nummer 1, schreib es dir auf, auf ein Blatt Papier: Du musst aktiv werden. Schluss mit Passivität. Ich werde aktiv. Eine Gehaltserhöhung ist nichts, was dir passiert, zufällig. Es ist etwas, was du initiierst. Du musst das Gespräch suchen. Du musst diejenige sein, die sagt: Hey, lass uns mal über meine Entwicklung und mein Gehalt sprechen. Es ist mir wichtig, weil am Ende vom Tag ist es so im Business: Wer nicht fragt, der bekommt auch nicht. So einfach ist es. Ja, wenn du nichts, irgendwas einforderst, dann wird keiner kommen und es dir einfach so geben. Also Teil Nummer 2 ist dann auch die Vorbereitung. Also dass du quasi deinen Case präsentierst, deinen Fall. Du musst dich auch vorbereiten. Du kannst ja nicht so ins Blaue reinlaufen, in das Büro von deinem Chef und sagen: Ich will einfach mehr Geld. Und zwar, du hast jetzt mittlerweile gesagt: Okay, ich werde aktiv. Du hast dich entschieden, das Gespräch zu suchen. Perfekt. Gut für dich. Aber jetzt kommt der entscheidende Teil. Wie gesagt, du rennst nicht einfach in das Büro rein und sagst: Hallo, hier bin ich. Ich will mehr Geld. Und dann argumentierst du wahrscheinlich auch noch aufgrund von Emotionen. Weil das habe ich nämlich auch mal erlebt bei einer von meinen Mitarbeiterinnen. Die wollte mehr Prozente und ist einfach zu mir gekommen, hat gesagt: Hier Marie, ich will mehr Prozente. Dann habe ich gefragt: Warum willst du mehr Prozente? Ja, weil ich das verdient habe. Ich sage: Warum hast du das verdient? Ja, weil ich mich sonst nicht wertgeschätzt fühle. Ja, dann haben wir aber ein Problem, weil wenn du dich nur wegen Geld wertgeschätzt fühlst, dann haben wir ein strukturelles Problem und dann geht's hier nicht um um Geld. Und ich habe ihr das auch nicht gewährleistet, weil sie war nicht vorbereitet. Sie hatte keine Zahlen, Daten, Fakten. Und das, was ich gerade erzählt habe, wenn du einfach ins Büro rein rennst ohne Vorbereitung, ist es der schnellste Weg, dass dein Chef sagt: „Nee, es nicht." Nein, eine Gehaltsverhandlung ist kein Betteln. Am Ende vom Tag ist eine Gehaltsverhandlung wie ein Verkaufsgespräch, wie ein Closing Call. Und das Produkt, was du verkaufst, das bist du. Und deswegen sage ich auch immer: Verkaufen oder den Skill lernen vom Verkaufen, das ist, das ist das Beste, was du für dich und dein Leben machen kannst, weil du verkaufst dich ständig. Du verkaufst dich, wenn du mehr Geld willst, wenn du einen besseren Job willst, wenn du weniger arbeiten willst. Du verkaufst deinen Kindern, dass sie Brokkoli essen. Du verkaufst deinem Mann einen neuen Urlaub. Das ganze Leben ist Verkaufen, ja. Im Closing Call verkaufst du ein Produkt, ein Coaching, eine Dienstleistung, ein Seminar, irgendwas, was du einfach verkaufst, was anfassen ist. Sonst im Leben verkaufst du meistens dich selber. Und so ist es auch bei der Gehaltsverhandlung. Du bist das Produkt, du verkaufst dich selber. Und deswegen brauchst du auch, wie wenn du wirklich das Produkt verkaufst oder wenn du einen wirklichen Closing Call führst, was brauchst du dann? Ein Skript. Oder in dem Fall einen wasserdichten Business Case. Und dieser Business Case, der besteht aus zwei ganz wichtigen Dingen. Also schreib dir das auf: Einmal erstens das richtige Timing. Geh nicht zu deinem Chef, wenn die Firma gerade Quartalsverluste bekannt gegeben hat oder alle über Sparmaßnahmen oder Kündigungen reden. Das ist strategisch sehr unklug und da wirst du wahrscheinlich auch nicht viel erreichen. Der perfekte Zeitpunkt ist, dann zum Chef zu gehen, wenn es gut läuft, wenn Projekte erfolgreich abgeschlossen werden. Am besten noch dein eigenes Projekt. Wenn die Stimmung positiv ist und wenn das Unternehmen Gewinne macht natürlich. Du musst ein Gespür dafür entwickeln, wann ist der richtige Moment, um deine Forderung, das was du willst, einfach zu platzieren. Punkt Nummer 2, wie du dich richtig vorbereitest, ist deine richtige Begründung. Ich kann meine Miete nicht leisten oder die Inflation frisst mein Gehalt auf oder alles ist teurer geworden. Das sind keine Argumente für eine Gehaltserhöhung. Das ist dein Problem, nicht das Problem von deinem Chef. Und deinem Chef ist es scheißegal, ob alles teurer geworden ist oder ob du die Miete nicht mehr zahlen kannst. Dein Chef ist keine Charity. Das ist kein Wohltätigkeitsverein. Er ist Unternehmer. Und du musst also aus der Sicht des Unternehmens begründen. Du brauchst am Ende vom Tag handfeste Beweise. Zahlen, Daten, Fakten für deinen Wert. Was du eingebracht hast ins Unternehmen. Und dabei sind wir auch beim wichtigsten Punkt. Und zwar Punkt Nummer 3. Schreib es auf: Deine Erfolge. Du gehst nicht in die Verhandlung mit leeren Händen und sagst: Ja, ich will und bitte kann ich, weil... Sondern du gehst da rein mit einer Liste an knallharten Fakten, die beweisen, warum du mehr Geld wert bist. Was hast du in den letzten 6 bis 12 Monaten konkret für das Unternehmen erreicht? Schreibe es auf. Was hast du erreicht? Was hast du gemacht? Wie viele E-Mails hast du beantwortet? Wie viele Fälle konntest du vorm Eskalieren retten? Wie viele Rückforderungen hast du eingeholt? Was hast du konkret erreicht? Dann Projekte. Was hast du für Projekte erfolgreich abgeschlossen? Warst du irgendwo die Leitung? Hast du eine zentrale Rolle gespielt oder eine besondere? Hast du Mitarbeiter motiviert? Hast du die davon abgehalten zu gehen? Hast du vielleicht neue Mitarbeiter mit ins Unternehmen gebracht? Oder auch beim Umsatz/Gewinn, wenn du so eine Rolle hast: Hast du direkt oder auch indirekt dazu beigetragen, dass die Firma mehr Geld verdient? Kannst du das zum Beispiel beziffern? Durch das von mir optimierte System haben wir im letzten Quartal, keine Ahnung, 15.000 an Kosten gespart. Oder die von mir akquirierten Kunden haben einen Umsatz von 55.000 pro Monat gemacht. Ja, was ist es? Sammle so viele Zahlen, Daten, Fakten wie möglich. Also auch zum Beispiel, wenn du im sozialen Bereich bist: Wie viele Familien konntest du helfen? Wo wurden dadurch auch wieder Kosten gespart, weil die nicht länger in der Betreuung waren? Zeig auch, wo hast du Eigeninitiative gebracht? Wo hast du mehr gemacht, als du müsstest? Wann bist du mal länger geblieben, als Feierabend war. Hast du neue Prozesse eingeführt? Hast du vielleicht einen Azubi eingearbeitet? Schreib dir das alles auf. Und ab diesem Video auch durchgängig, ja, also nicht nur jetzt, sondern grundsätzlich schreib dir immer deine Erfolge auf im Job, weil dann ist es einfacher, dein Gehalt zu verhandeln. Vielleicht hast du auch mal eine Aufgabe übernommen, für die niemand zuständig war, oder für deine Kollegin, die krank war. Jetzt kommen wir zu dem ganz wichtigen Punkt: Du musst deine Erfolge dokumentieren, und zwar nicht nur dann, wenn du mehr Geld willst, sondern Sondern immer. Du musst eine Liste führen. Durchgängig. Langfristig. Niemand wird für dich eine Liste führen. Niemand wird deine Erfolge für dich aufschreiben. Und genau das ist deine Munition. Das ist deine Waffe. Weil mit dieser Liste gehst du zu deinem Chef und sagst nicht: Hey Chef, ich will mehr Geld. Sondern du sagst: Schau mal, was ich in den letzten Monaten erreicht habe. Ich habe das und das erreicht. Ich habe das und das gemacht. Und das hat dem Unternehmen konkret das und das gebracht. Ich habe mehr Verantwortung übernommen. Ich bin bereit, in der Zukunft noch mehr zu leisten. Deshalb bin ich der Meinung, dass eine Anpassung meines Gehalts auf Summe X der nächste logische Schritt ist und einfach nur eine logische Konsequenz. Ganz wichtig, merkst du jetzt diesen Unterschied? Du forderst nicht, du argumentierst und du beweist deinen Wert. Und Nummer 4 ist jetzt das absolute No-Go. Schreibt dir das bitte auf: der Kollegenvergleich. Das sehe ich auch immer wieder, habe es immer wieder in meiner Karriere gesehen, und das ist einfach auch für mich ein Punkt, bei dem ich die Hände über dem Kopf zusammenschlage und sage: Nein, nein, nein, absolutes No-Go. Mach das bitte nicht. Niemals, niemals, niemals. Geh nicht zu deinem Chef und sag: Hey, aber der Kollege Müller verdient viel mehr als ich, obwohl wir das Gleiche machen. Das ist unfair und das wird dich nicht weiterbringen. Du hast sofort verloren, wenn du das machst. Warum? Erstens: Es ist sau-unprofessionell. Du ziehst eine dritte Person in das Gespräch, was eigentlich nur zwischen dir und deinem Chef stattfinden sollte. Und außerdem bringst du deinen Chef in eine sau-unangenehme Lage. Und zweitens: Du machst dich klein. Anstatt über deine eigene Stärke und über deine eigene Leistungen zu argumentieren, argumentierst du über die vermeintliche Ungerechtigkeit bei anderen. Dein Fokus, der liegt dann auf was? Auf Neid und auf den anderen, nicht auf dich und deinen Wert. Und drittens: Du weißt nie alles. Du weißt nicht, was passiert ist. Vielleicht hat dein Kollege eine andere Ausbildung. Vielleicht hat er besser verhandelt. Vielleicht hat er Zusatzaufgaben, von denen du nichts weißt. Du kennst nicht alle Details. Und das kann ich dir nur empfehlen bei Verhandlungen im Job, aber auch im Leben: Konzentriere dich Fokus auf dich selber. Fokus auf dich, auf dich, auf deine Leistung, auf deinen Beitrag zum Unternehmen. Was andere verdienen, ist für deine Verhandlungen komplett irrelevant. Das Einzige, was zählt, ist deine einzige Leistung und was du für das Unternehmen erreicht hast. Okay, fassen wir das Ganze nochmal zusammen. Nummer 1: Sei proaktiv. Warte nicht, gehe in die Verhandlungen. Nummer 2: Bereite den Business Case vor. Bereite dich vor wie auf ein Verkaufsgespräch. Du bist das Produkt. Gutes Timing und die richtigen Argumente sind alles. Nummer 3: Beweise deinen Wert. Sammle deine Erfolge. Nicht nur jetzt, sondern durchgängig und präsentiere sie wie ein Profi. Professionell. Nummer 4: Vergiss alle anderen. Vergiss, was im Außen passiert. Konzentriere dich nur auf dich und deine Leistung. Eine Gehaltserhöhung ist kein Geschenk. Es ist das Ergebnis einer professionellen Verhandlung, in der du klar machst, was du für das Unternehmen wert bist. Und am Ende vom Tag hast du es in der Hand. Du bist mehr wert, also geh auch los und hol es dir. Wenn du jetzt lernen willst, wie du nicht nur im Job, sondern im ganzen Leben bekommst, was du willst, dann würde ich dir vorschlagen, folg dem Kanal. Weil ich habe dir gesagt, verkaufen machen wir den ganzen Tag, in unserem ganzen Leben. Und ich freue mich schon, dich im nächsten Video zu sehen. See you!
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