Frauen, Finanzen, Freiheit – mit Stella Ureta-Dombrowsky
2 Jul 2025 · 25 min
In this episode of the Happy Immo Podcast, host Anais (Speaker C) interviews Stella Ureta‑Dombrowsky, a former equity analyst and portfolio manager who has spent the last 15 years in sustainable investing and now focuses on women and finance. Stella explains how ESG investing can combine values and returns, describing strategies such as exclusion screening, ESG‑integration, and the use of ESG ratings and indices (e.g., ESG‑DAX). She highlights research showing that women tend to be more risk‑averse, think longer‑term, and therefore often make better investment decisions, recommending regular, modest monthly contributions. The conversation then shifts to real‑estate investing, especially for expatriates in Spain. Stella shares her personal journey of buying three properties across Europe, the challenges of obtaining financing as a foreigner, and the practical steps: obtaining a NIE (tax ID), using portals like Fotocasa or Idealista, paying a 10‑15 % deposit, and securing a mortgage—often at fixed rates (e.g., 1.4 % for 25 years) that are more attractive than German offers. She contrasts market dynamics: Germany and Switzerland as rental markets, the US as a rapid‑turnover purchase market, and Spain as a buyer’s market where buying is cheaper than renting. Sustainability in construction is discussed next. Stella points out the cement and building sector’s carbon intensity and describes retrofitting measures: insulation, solar panels, heat pumps, high‑performance windows, and re‑using building components (the “Lego‑principle”). She advocates for second‑hand materials and learning from historic building techniques (e.g., German Fachwerk). Practical advice for listeners includes three key take‑aways: be courageous and start investing, gather information (banks, peers, location), and think long‑term with sustainability in mind (energy efficiency, renewable energy, green spaces). The episode ends with a concise recap of these tips.
Chapters
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Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Ich habe heute zu Gast Stella. Herzlich willkommen.
Hallo, hallo zusammen, schön, dass ich da sein darf.
Ich freue mich total, dass wir heute sprechen. Wir haben ja schon gesprochen über dich, über das, was du machst, und ich finde ganz toll, dass du jetzt deine Geschichte hier bei uns im Podcast teilst. Stella, wer bist du? Was machst du?
Ich bin eine Zahlenfrau, ich komme vom Kapitalmarkt, ich habe ganz lange als Aktienanalystin gearbeitet, als Portfoliomanagerin, bin vor 15 Jahren im Thema nachhaltiges Investieren abgetaucht und bin jetzt eigentlich heute bei zwei Themen unterwegs, nämlich Frauen und Finanzen. Und ich habe seit zwei Jahren auch einen Podcast, den ESG-Talk-Podcast, und da schaue ich mir das ganze Thema ESG, Nachhaltigkeit und Impact an durch eine Aktienanalystenbrille, das heißt in alle Bereiche. Und der Podcast soll so ein bisschen Wirtschaft, Finanzmarkt, Unternehmen, Gesellschaft, Kultur irgendwie alles zusammenbringen, denn alles hängt zusammen.
Toller Podcast, ich habe schon reingehört. Sag doch mal was über das Thema nachhaltig investieren. Wir haben jetzt ziemlich viele Frauen, die uns zuhören, die sich für das Thema Immobilien interessieren, aber man soll ja auch divers anlegen. Ja, und wenn man jetzt sagt, wie lege ich mein Geld dann am besten an? Geht es dann nur nach Rendite oder geht es auch nach Werten? Wie sollte ich da vorgehen deiner Meinung nach?
Also ich glaube, wovon man sich mal frei machen soll, ist, dass es entweder oder ist. Also mit Werten kann ich auch Rendite machen und das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig. Und ich glaube, was halt schön ist, dass seit 2020 der Green Deal in Europa dazu führt, dass Unternehmen nicht Finanzzahlen berichten müssen. Also das heißt, da geht es um CO2-Ausstoß, da geht es um Diversität im Board bei den Unternehmen, da geht es um viele unterschiedliche Themen, also alles, was mit Umwelt zu hat, alles, was mit Sozialem zu tun hat und mit wirklich transparenter und guter Unternehmensführung. Und das ist schon mal großartig, weil erst dann, wenn wir Zahlen haben zu diesen nicht finanziellen Zahlen, was ich glaube aber ein bisschen falscher Begriff ist, weil langfristig haben die einen finanziellen Wert, nämlich ist oftmals auch eine Risikokomponente, dann weiß ich natürlich, in was ich investieren kann. Und dann können das verschiedene Optionen sein, wie ich zum Beispiel investiere. Also ich kann zum Beispiel sagen, ich habe gewisse Werte, und alles andere schließe ich aus. Also zum Beispiel, ich will nicht in Waffen, ich will nicht in Alkohol und so weiter. Das ist eine Strategie. Ich kann aber auch eine Strategie führen, dass ich zum Beispiel sage ESG-Integration. Das heißt, da gucke ich mir alle Sektoren an und investiere hauptsächlich in die Unternehmen durch entweder Aktien, einen Fonds, eine Anleihe. Also gibt es ja die verschiedenen Produkte, die einfach die besten Bewertungen haben beim ESG-Rating. Das gibt es nämlich auch. Es gibt ESG-Agenturen oder Rating- Ratingagenturen, die mehr oder weniger diese ganzen Zahlen, die reported werden, die großen Unternehmen machen das schon viele Jahre, einfach mal genau unter die Lupe zu nehmen und zu bewerten.
Und da kann ich mich auch drauf verlassen. Ja, also das sind keine gekauften Ratings oder seriös.
Naja, am Ende des Tages ist es ja doch eine Meinung. Und es ist auch so, dass Ratingagenturen zum Teil unterschiedliche Bewertungen haben. Und ich kann, wenn ich möchte, aber auch sagen, okay, ich schaue mir einfach mal nach, haltige Indizes an, wie sieht das da aus, also zum Beispiel der ESG-DAX. Und dann habe ich aber natürlich nicht die Kontrolle im Detail, aber da gibt es viele Varianten für jeden Gusto im Endeffekt. Und ich glaube, was aber wichtig ist, und das ist glaube ich auch bei eurem Podcast extrem wichtig, dass wir Frauen einfach mal ins Tun kommen, dass wir einfach unser Geld in irgendeiner Form anlegen, ob es in der eigenen Immobilie ist, in der Immobilie, die wir fremd vermieten oder dass wir ein vernünftiges Portfolio haben.
Da sagst du was. Genau, ich habe jetzt hier schon gleich wieder zu kritisch gefragt. Es ist also mein Lieblingstipp ist ja sowieso just do it und auf dem Weg lernt man alles. Ja, und wenn man jetzt merkt, der ETF war vielleicht doch nicht der richtige, was macht man dann? Man verkauft ihn und kauft den richtigen. Also alles kein Weltuntergang.
Kein, na ja, aber es ist, ich glaube, was halt auch ganz wichtig ist, dass Studien erwiesen haben, dass Frauen einfach bessere Anlegerinnen sind, weil sie das Risiko, also wesentlich risikoaverser sind und das Risiko im Blick haben und dass sie auch eher langfristig denken. Und langfristig ist ja auch eine Immobilie. Also man kauft ja nicht heute eine Immobilie und 3 Monate später verkauft man sie wieder. Und ich glaube, so muss man auch das Portfolio betrachten. Und dann ist eigentlich die größte Frage, die ich immer bekomme, ist ja, wie mache ich das dann mit dem Einstieg? Und normalerweise finde ich es am schönsten, wenn man tatsächlich monatlich so ein Fondssparen macht oder monatlich in irgendwas investiert. Und dann, da kann mit einer kleinen Summe beginnen, 50 Euro, 500 Euro, 5.000 Euro, 50.000 Euro. Also das ist bei jedem Gusto, welches Portemonnaie zur Verfügung steht, und dann wiederkehrend dort investieren, weil dann habe ich auch nicht das Problem, ich bin eingestiegen, habe einmal das Portfolio aufgesetzt und dann zerreißt es mir, weil irgendwie eine politische Lage, Unruhen, Zölle eingeführt werden und wir dann auf alle ganz auf einmal ganz nervös werden. Denn der Kapitalmarkt ist sehr emotional und ich finde, das ist doch das, wo wir uns Frauen doch auskennen. Wenn es um Emotionen geht, das stimmt, mit Emotionen kennen wir uns total aus.
Trotzdem ist mein Lieblingstipp, ja, oder jetzt mein zweiter Lieblingstipp bei Immobilien: Verlieb dich nie in eine Immobilie. Also da ist es gut, wenn man die Emotionen weglässt.
Ja, das stimmt, das stimmt. Grundsätzlich ist es tatsächlich so, dass wenn es zu der Entscheidung geht, das muss ich auch sagen, immer dann, wenn Emotionen und Gefühle im Spiel sind, was zum Beispiel ist mit, ach, gerade bei Immobilien zum Beispiel, oh, das ist jetzt irgendwie ein Haus, an dem Mama, Papa irgendwie lange dran gearbeitet haben oder so. Also das heißt, diese emotionale Bindung macht uns zumindest in dem Moment ein bisschen blind, ob es ein gutes oder ein schlechtes Investment ist.
Absolut, genauso ist das, ne. Oder auch wenn man eine Immobilie kaufen möchte und man sieht sich schon da wohnen mit der Familie, auf der Dachterrasse, im Garten das Trampolin aufgestellt und so, da wird man blind für Zahlen und für Rendite. Aber zurück zu dir, wie sieht's denn bei dir aus mit Immobilien?
Also ich lebe gerade in meiner dritten Immobilie. Meine ersten beiden Immobilien, die habe ich geerbt, und das liegt aber bei mir tatsächlich daran, dass ich so ein bisschen so ein Globetrotter bin. Also ich habe schon in London gelebt, in Frankfurt gelebt, in Zürich gelebt, im Speckgürtel von New York City, und jetzt seit einigen Jahren in Barcelona. Und da ist es ja nicht immer so einfach, also seit 20 Jahren im Ausland, da ist es nicht so einfach mit den Immobilien, mit der Credibility, Community, also dass man sich auch, dass man dort lebt, dass man Ausländer ist und so weiter und so fort. Aber in Sachen Immobilien, ich glaube, emotional braucht es vielleicht bei der einen oder bei der anderen ein bisschen länger, bis man so weit ist. Aber wenn man es dann gemacht hat, denkt man, wieso habe ich das nicht gleich von Anfang an durchgezogen?
Ja, das ist nämlich so, ne, das denken sich die meisten und ärgern sich dann total. Deswegen fangt einfach jetzt an, ja. Und weil wenn ihr jetzt nicht anfangt, dann ärgert ihr euch in 2, 3, 4, 5 Jahren noch viel mehr. Ja, es ist nie zu spät. Einfach am besten jetzt anfangen. Wie macht man das denn, wenn man im Ausland wohnt? Jetzt in Barcelona.
Genau.
In deiner eigenen Immobilie. Ja. Und wie hast du das gemacht? Die hast du nicht geerbt, oder? Die hast du gekauft.
Ne, die habe ich nicht geerbt. Also wie man das klassisch macht. Man muss aber auch dazu sagen, was ich gelernt habe, wenn es um Immobilien geht. Es gibt einfach Märkte, das sind typische Mietmärkte. Ich finde, da gehört Deutschland zu, da gehört auch die Schweiz zu. In der Schweiz habe ich lange gelebt. Und dann gibt es aber typische Kaufmärkte. Das ist USA. Also was ich da erlebt habe, da werden Häuser gekauft und verkauft alle 3, 4, 5 Jahre, und der Verkaufsprozess und Kaufprozess, der dauert auch, keine Ahnung, 6 bis 8 Wochen, länger nicht, wenn überhaupt. Also das geht rasant schnell. Und Spanien ist eigentlich auch ein Kaufmarkt. Das bedeutet, hier ist es tatsächlich günstiger, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen und die Hypothek abzuzahlen, als Miete zu zahlen. Und Gleichzeitig kommt halt noch hinzu, dass in Sachen Miete man häufig Objekte bekommt, die einfach nicht so sehr gepflegt sind, weil es keine finanziellen Anreize gibt für die Besitzer, sie so zu pflegen und in den Markt zu bringen, damit dann auch ein Mieter und eine Mieterin wirklich ein schönes Objekt hat.
Und wenn ich jetzt als Deutsche nach Spanien ziehe, oder erzähl einfach mal, wie du das gemacht hast, weil das ist ja gar nicht so einfach, ne, eine Finanzierung zu bekommen als Ausländerin, oder?
Genau, also ich glaube, Die Finanzierung beantragt man dort, wo man lebt. Das heißt, wenn du eine Immobilie als eine Ferienimmobilie haben möchtest, brauchst du aber auf alle Fälle eine NIE. Das ist eine Steueridentitätsnummer für Ausländer. Das ist so eine kleine grüne Karte für die Europäer. Da gibt es im Prinzip Rechtsanwaltskanzleien, die machen das für einen. Es gibt gerade in Spanien mehrere, die auch deutschsprachig sind. Das sind dann auch deutsche Rechtsanwälte, die hergekommen sind und Das ist tatsächlich ein großer Markt. Immer mehr mögen nach Spanien gehen. Und wenn ich die einmal habe, dann geht das relativ schnell. Dann kann ich unter verschiedenen Websites, zum Beispiel fotocasa.es oder idealista.es oder so, kann ich mir verschiedene Immobilien angucken und dann hingehen, anschauen, sich verlieben und sagen, okay, die will ich. Dann ist es in der Regel so, dass man einen Vorbetrag, also ein Vorvertrag, abschließt und ungefähr ungefähr, ich glaube, das sind 10 bis 15% des Immobilienpreises vorab bezahlt. Und dann geht es zum Notar, dann werden die ganzen Papierunterlagen gemacht. Wenn man in der Lage ist, Cash zu zahlen, dann geht das innerhalb von paar Wochen. Wenn man einen Kredit braucht, ist logisch, beim Notar brauche ich den genehmigten Kredit von Seiten der Bank, und dann geht's los. Und wir haben ja meiner Meinung nach immer noch sehr attraktive Zinsen, wenn es um das Immobilieninvestment geht. Also ich überlege mal, ich bin schon ein bisschen älteres Semester, als ich Abitur gemacht habe, da lag unser Zinsniveau, ich glaube zwischen 9 und 13%. Und wenn man das dann mal vergleicht, also dort, wo wir heute sind, kann es eigentlich nur nach oben gehen. Von daher ist es super attraktiv.
Krass, oder? Dass wir das alle so vergessen. Also wir kommen einfach aus dieser Niedrigzinsphase, in der das Geld nichts gekostet hat. Also jeder konnte ja für unter 1% eine Wohnung finanzieren, eine Wohnung kaufen. Deswegen haben die Leute auch so wie verrückt irgendwelchen Schwachsinn eingekauft. Zumindest Schwachsinn vielleicht nicht, aber zu Schwachsinnspreisen. Und ich glaube auch, dass jetzt gerade eine ganz gute Phase ist, weil die Zinsen eben überhaupt nicht maximal hoch sind. Also wenn man das vergleicht mit 8, 9, 10, 11, 12%, dann sind sie da ja im Vergleich total niedrig. Und gleichzeitig sind die Preise aber auch nicht so abgefahren wie in dieser absoluten Niedrigzinsphase. Also die Verkäuferinnen, die sind schon auf den Markt eingestellt und wissen, dass sie jetzt keine utopischen Preise mehr bekommen können. Also aktuell ist eine ganz gute Phase, das würde ich auch sagen. Hast du denn damals was gekauft und finanziert, als die Zinsen so hoch waren?
Genau, also das Haus, das habe ich seit '21, und das ist mit 1,4% finanziert, natürlich fix. Ganz wichtig. Der große Vorteil in Spanien ist, dass ich tatsächlich 25 Jahre fixen konnte, was glaube ich in Deutschland gar nicht geht. In Deutschland ist es glaube ich 10 Jahre oder so. Ich bin mir aber nicht sicher.
Aber es ist immer teurer. Also du kannst 10, 15, 20, 25, weiß ich gerade auch nicht, aber auf jeden Fall 20 kannst du machen. Aber das ist in der Regel teurer, als wenn du 10 Jahre machst.
Ja, ja, ja. Na ja, aber es ist natürlich so, dass für einige, die den variablen Zinssatz genommen haben mit dem Zinsanstieg, natürlich einiges an Hypothekzuzahlung dazugekommen ist. Also von daher, bei so einem Niedrigzins zu fixen, finde ich, ist eine clevere Sache. Dann weiß man, was einem die nächsten 25 Jahre erwartet. Absolut, ja.
Das auch für lange Zeit, ne? Nee, das ist total smart gemacht. Okay, das heißt, du wohnst in deiner Wohnung. Was gibt es denn noch so für Besonderheiten zum spanischen Immobilienmarkt?
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Priceline. Ich glaube, was hier ganz typisch ist, das ist wahrscheinlich nicht typisch deutsch, das kennt man vielleicht eher aus dem Dorf, nicht aus der Stadt. Dass Immobilien weitervererbt werden, also dass man dann teilweise auf einmal 5, 6 Immobilien hat. Also in Spanien ist es halt so, dass die, das Einkommen deutlich niedriger ist des Durchschnittsspaniers als des Durchschnittsdeutschen. Aber ich habe ja schon gesagt, es ist ein Käufermarkt hier, und dass man auch traditionell früher vor 20, 40, 50 Jahren auch zum Beispiel zu einer Hochzeit hat man dann von irgendeinem Großvater irgendeine Wohnung bekommen. Das war dann ein oder zwei Zimmer, was klein eines, und so hat man dann irgendwie mehrere Wohnungen. Und logischerweise kann man nicht alle bewohnen, und es gibt tatsächlich einige Spanier, die trotz ihres geringen Einkommens ein hervorragendes Leben leben, weil sie 2 oder 3 Immobilien haben und dann vermieten und da ihren täglichen Lebensunterhalt mit finanzieren. Das ist, glaube ich, ein bisschen anders als in Deutschland.
Das glaube ich auch. Ich habe das auch beobachtet, dass gerade auch junge Paare, oder wenn einer aus einer Partnerschaft eine Spanierin ist, Spanier, dass sie viel eher dazu tendieren, auch schnell in eine Wohnung zu investieren. Also das ist auch wie Franzosen auch. Also ich habe ein befreundetes Paar, sie ist Spanierin, er ist Franzose, und die haben sofort mit Anfang 20 haben die eine Wohnung zusammen gekauft, und die haben sich dann noch getrennt nach 3 Jahren, ja, und dann haben sie die Wohnung eben wieder verkauft. Also diese, diese Angst, die wir Deutschen auch oft haben vor der langen Bindung mit Wohnung, die ist einfach, scheint mir so, in anderen Ländern nicht vorhanden. Und auch zu Recht, ja, weil eine Wohnung kann man einfach wieder verkaufen, oder man behält sie und vermietet sie zusammen und bekommt davon das Geld, ja. Also Immobilien fesseln einen ja nicht. Du hast selber gesagt, du bist Klubtrotter, du hast überall gewohnt und hast trotzdem immer Immobilien besessen, ja. Also von daher ist das eigentlich ein total tolles Beispiel dafür, dass Immobilien eben absolut kein Klotz am Bein sind, sondern einem eher Freiheit schenken, ja. Ich würde noch ganz gerne auf das Thema ESG, Nachhaltigkeit im Bau oder bei Immobilien, zu sprechen kommen.
Großes Thema.
Genau, das ist ja dein Thema. Wenn man das jetzt nicht global B2B besprechen möchte oder umsetzen möchte, was kann denn jeder einzelne Investorin von uns machen? Oder was denkst du, ist wichtig für uns, worauf Worüber sollten wir uns informieren und am Ende dann selber entscheiden? Machen wir das?
Ist uns das wichtig?
Ja oder nein?
Also wenn ich jetzt zum Beispiel eine gebrauchte Immobilie kaufe, ich gehe mal davon aus, also ich mache jetzt mal das Beispiel an dem Haus fest, weil das ist dann, dann sind dann 4 Wände gehören mir, das Dach auch. Innerhalb einer Wohnung bin ich natürlich ein bisschen beschränkt. Da kommt es drauf an, wie der Bauherr gebaut hat. Aber grundsätzlich ist es so, dass man sich mal vor Augen führen muss, dass die Zementindustrie und auch die Bauindustrie gerade bei Neubau, Schutt und so weiter und so fort eines der größten CO2-Schleudern sind und dass es mittlerweile viele Architekturbüros, Bauingenieure und so weiter sich so Lego-Prinzipien ausdenken. Also dass man überlegt, dass man gewisse Teile einer Immobilie wiederverwenden kann, sie mehr oder weniger schön machen kann und wiederverwenden kann. Ich glaube, wenn ich jetzt mal zurückgehe an das Beispiel eines Hauses, finde ich, gibt es halt die zwei Varianten. Die erste Variante ist es im Prinzip ein, ein Haus, was es schon gibt. Dort kann ich natürlich gucken, dass ich es auf alle Fälle CO2-neutral mache, indem ich es dämme, indem ich eine Solaranlage oben drauf packe, am besten noch eine Wärmepumpe rein. Das heißt, ich bin auf einmal geopolitischen Situationen gegenüber autark. Und das macht eine Menge, das macht eine Menge aus. Und ich glaube, mit der Klimaanpassung können wir davon ausgehen, dass es auch in Deutschland mehrere sonnige, warme Tage gibt. Und auch jetzt sind ja schon Solaranlagen sehr, sehr attraktiv, obwohl es weniger Sonnenstunden gibt als in Spanien zum Beispiel. Das hat auch viel mit Materialien zu tun. Es gibt mittlerweile auch verschiedene Möglichkeiten, sich zu informieren. Auch gerade Architekten Architekten oder auch Bauingenieure haben dieses Thema auf dem Schirm. Also dass man das einfach mal im Hintergrund behält. Wenn man jetzt zum Beispiel komplett neu baut, ist es genau das Gleiche. Also normalerweise ist man ja nicht der Experte, die Expertin. Das heißt, jemanden an Bord holen, der sich in dem Thema nachhaltiges Bauen auch wirklich auskennt und dann vielleicht auch auf Ideen und Griffe kommt, an die man vorher gar nicht gedacht hat. Ja, also zum Beispiel, ich mache mal ein komplett anderes Beispiel. Die meiste Elektronik, die ich nutze, ist Secondhand. Davor haben extrem viele Angst, aber es gibt tatsächlich so viele Menschen, die sich alle 6 bis 12 Monate das Neueste des Neuesten kaufen, dass diese Geräte so gut wie gar nicht benutzt sind. Und ich habe mit allen Geräten, die ich Secondhand gekauft habe, auf verschiedenen Marktplattformen, die sind dann auch noch mal gegengecheckt und so weiter und so fort, laufen die einwandfrei. Das heißt, von dieser Sorge dürfen wir uns ein bisschen frei machen, dass vielleicht auch im Bau Secondhand in irgendeiner Form negativ oder schlecht für uns ist, sondern es ist nachhaltig. Und teilweise ist es ja auch so, dass wir von den alten Arten, wie gebaut wurde, wahnsinnig lernen können. Also ich komme aus Goslar, das ist eine über 1000 Jahre alte Fachwerkhütte, Stadt, und da gibt es Häuser, die sind mit Lehm und Stroh gebaut, und im Sommer ist drin kühler als bei dem klassischen Neubau.
Absolut, da kommen wir jetzt ja auch zurück, ne. Also die Menschen wünschen sich ja dieses gesunde Raumklima und wünschen sich eben Lehm und Stroh.
Ja, genau, und ich glaube, das ist auch ganz wichtig, das versucht ja der Eckart von Hirschhausen ganz klar zu machen: Nachhaltigkeit, Besonnenheit bedeutet auch gesund sein. Und auf sich selber schauen. Und dann sind wir wieder bei allen, die zuhören, die mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung unterwegs sind. Da geht es auch tatsächlich darum, was Gutes für mich zu tun, ja. Also nicht nur gutes Essen, sondern auch ein gutes Raumklima, ist natürlich auch meine Immobilie begrünen, ja. Also das heißt auch, den Balkon nutzen, grün zu machen wie möglich. Grün kühlt in jeder Variation. Von daher, sich wohlfühlen, seine Wohlfühloase machen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Ja, die Wohlfühloase zu Hause. Wie sieht das bei dir aus? Was hast du alles an nachhaltigen Komponenten umgesetzt?
Die Solaranlage, die kommt jetzt drauf.
Hast du ein Haus eigentlich?
Ja, das ist ein reines Mittelhaus.
Okay, das heißt, du kannst dann da auf das Dach eine Solaranlage draufsetzen?
Genau, genau. Dann ist es natürlich so, dass ich extrem darauf achte, wie ich heize. Ich bin hier noch an Gas angeschlossen, und ich glaube, Ich glaube, in Deutschland wäre das nicht passiert. Nur Spanien hat sich erlaubt, im Winter den Gaspreis zu erhöhen, als wir dann auch heizen mussten. Weil es friert zwar bei uns nicht, aber wir kriegen in der Nacht auch 5 Grad, und wenn der Wind so richtig pfeift, dann aber holla die Waldfee. Was mein Haus noch hat, sind wirklich gute Fenster. Die meisten Fenster, die es in Spanien gibt, das sind so Schiebefenster, Alufenster, da pfeift es durch alle Ecken und Enden. Eine Schwachstelle ist tatsächlich meine Haustür, die ist jetzt auch sagen wir mal, kälteeindringungsoptimiert worden, dass wir das im Winter draußen lassen können. Und dann ist es zum Beispiel auch so, vielleicht ein kleines Erlebnis, also auch im Winter hatte ich in meinem Haus höchstens 19 Grad und war gewohnt, dass es kühl ist. Und ich war im März geschäftlich in der Schweiz und hatte dort eine Wohnung, so ein kleines Apartment, und ich, also mein Körper ist ausgeflippt, weil dieses Apartment war auf 25 Grad geheizt. Heizt. Ich konnte eigentlich nur in Unterwäsche rumlaufen und habe auch versucht, die Heizung runterzustellen, und das war nicht möglich. Und ich, also, man gewöhnt sich auch daran, und das ist einfach auch gesünder, ja. Es ist einfach nicht gesund, immer in der Hitze zu leben, ja. Also das ist das, was ich umsetze in meinem Alltag. Strom sparen natürlich auch gehört dazu. Und wie man vielleicht sieht, ich weiß nicht, ob man den Podcast sehen kann bei euch, grün, grün, grün, grün, grün, grün, Pflanzen, Pflanzen, Pflanzen.
Pflanzen, pflanzen, pflanzen. Ja, wunderbar und wunderschön. Wir kommen zum Ende vom Podcast. Was sind denn deine 3 Tipps, wenn du jetzt sagen würdest, wenn ihr alles vergesst hier, was ich hier erzählt habe im Podcast, diese 3 Sachen, die solltet ihr euch merken? Was wäre das?
Also ich glaube, Nummer 1: mutig sein und machen. Nummer 2, vielleicht ist der Schritt bei Nummer 2 noch vor Nummer 1, Nummer 2: sich informieren. Also mal die Bank fragen, unterschiedliche Banken fragen, Freunde fragen. Was ist wichtig? Worauf sollte ich achten? Ich glaube, bei Immobilie ist immer ganz kriegsentscheidend Lage, Lage, Lage, Lage, Lage, Lage, Lage. Aber vielleicht gibt es ja auch paar andere Tipps. Also fragen, fragen, fragen, offen sein, mit allen möglichen Freundinnen oder auch Arbeitskollegen ins Gespräch kommen. Und mein dritter Tipp ist natürlich denkt langfristig, denkt nachhaltig. Also überlegt euch heute schon, was die Immobilie, wie die Immobilie in 20, 30, 40 Jahren ist. Das heißt, wenn ich heute ein Investment mache, wie investiere ich, damit ich in 20 Jahren noch eine gute Immobilie habe? Also zum Beispiel Heizungsgeschichten, erneuerbare Energien-Geschichten, Fenster, Türen, Isolationen, möglicherweise irgendwas zu begrünen und so weiter und und so fort. Das sind, glaube ich, die 3 Dinge, die ich gerne mitgeben würde.
Klasse Tipps! Also erstens, informiert euch, sprecht einfach mit jedem und jeder, die ihr kennt, über euer Thema und holt euch alle Informationen. Dann macht einfach, startet. Und drittens, überlegt euch, wie, ja, wie eure Immobilie in 30, 40 Jahren noch dasteht, und macht das, setzt auf Nachhaltigkeit. Stella, das war ein ganz toller Podcast, ich hoffe, euch hat er auch gefallen.
Vielen lieben Dank, Anais, es war mir eine große Freude.
Tschüss!
Cheese! Spring just slid into your DMs. Grab that boho look for that rooftop dinner, those sandals that can keep up with you, and hang some string lights to give your patio a glow up. Spring's calling. Ross, work your magic.
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