Vom Immobilien-Traum zum Betrugsfall – mit Sarah Immer
24 Mar 2026 · 21 min
In dieser Episode des Happy Immo Podcasts spricht 27‑jährige Diplom‑Immobilienökonomin Sarah Immer über ihren Einstieg in die Immobilieninvestition, ihre ersten beiden Käufe und die daraus resultierenden Erfahrungen. Mit 24 Jahren erwarb sie eine 3‑Zimmer‑Denkmalwohnung in Gera für rund 70.000 €, finanziert zu 90 % und zunächst vermietet. Ein geplanter Mieter zog aus, ein neuer Mieter stellte sich als Betrüger mit gefälschten Ausweisdaten heraus, was zu einer fristlosen Kündigung, einem Gerichtsverfahren und einem finanziellen Verlust von etwa 15.000 € führte. Sarah erläutert, wie sie den Fall rechtlich löste, welche Fehler sie bei der Mieterauswahl gemacht hat und welche Schutzmaßnahmen (z. B. Vermieter‑Rechtsschutzversicherung) sie jetzt nutzt. Anschließend berichtet sie von ihrem zweiten Investment – einer möblierten Einzimmerwohnung in Stuttgart, die sie unbesichtigt kaufte, derzeit cash‑flow‑neutral ist und langfristig als Buy‑and‑Hold‑Objekt dient. Aus beiden Projekten leitet sie drei zentrale Tipps ab: klein anfangen, ein starkes Netzwerk/Mentoren‑Support aufbauen und gründliche Mieter‑Due‑Diligence durchführen. Die Episode enthält zudem Sponsor‑Einblendungen (Venmo, Indeed, Nordstrom Rack), die jedoch keinen inhaltlichen Mehrwert für das Thema bieten.
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Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute habe ich zu Gast Sarah. Herzlich willkommen!
Schön, dass ich da sein darf.
Hallo Sarah, stell dich kurz vor. Wer bist du? Was treibt dich an? Was machst du?
Mein Name ist Sarah, ich bin jetzt 27 Jahre, komme aus Stuttgart und bin gelernte Diplom-Immobilienökonomin und bin heute mal hier, meine, ja, Fuck-ups meines ersten Immobilienkaufs, aber auch eine schöne mitzubringen.
Total super. Und du hast schon gesagt, du bist 27 und erzählst hier über die Fuck-ups deines ersten Immobilienkaufs. Mit wie vielen Jahren hast du denn deine erste Immobilie gekauft?
Ich habe die erste Immobilie mit 24 Jahren gekauft, direkt nach dem Diplom, und dann letztes Jahr gleich noch mal. Ehrlich?
Das ist ja richtig cool. Wieso hast du mit 24 angefangen? Du bist— ich kenne fast keine, also wir haben ab und an Frauen im Club, die 24 sind, die anfangen, eine Wohnung zu kaufen, aber es ist ultra selten. Wie bist du darauf gekommen und wo hattest du das Geld? Her für die erste Wohnung?
Eine tolle Frage. Es haben mich so zwei Dinge motiviert. Einerseits bin ich gelernte Immobilienökonomin, das heißt, ich habe sowohl Bachelor als auch den Diplom gemacht und so eine fachliche Ausbildung. Ich habe mir gesagt, hey, ich arbeite für meine Kunden, vermiete, verkaufe, warum kann ich das nicht für mich selbst tun? Ich habe doch jetzt das Wissen, ich habe die Zeit und auch ein Stück weit das Geld, um es jetzt umzusetzen. Ich möchte es probieren. Mit dieser Motivation bin ich gestartet und mit der zweiten auch, das einfach mal selbst für mich zu erleben. Weil ich glaube, Oder ich bin mir jetzt nachgangssicher, es ist was anderes, etwas für den Kunden zu tun, als es erst mal selbst für sich zu erleben. Beim Notar zu sitzen, ich weiß, okay, das ist jetzt meine Wohnung. Es ist einfach ein spannender Moment.
Absolut. Und das ist auch irgendwie Learning by Doing. Also ich finde im Studium, ich habe ja auch Immobilienwirtschaft studiert, man lernt einfach total viel, aber man muss es einmal für sich selber umsetzen, weil es auch was ganz anderes, ob man es für irgendwelche Unternehmen macht. Also ich war ja auch im Topmanagement und hatte dann aber jemanden, also ich hatte Projekte in Summe von 1 Milliarde ungefähr unter mir und ich hatte aber jemanden für die Finanzierung, ich hatte jemanden für das technische Management, ich hatte jemanden für das, das, das, und musste eigentlich nur gucken, dass das Ganze läuft, ja, also dass alle sich gut abstimmen. Aber wenn man das auf einmal für das eigene Geld macht und selber alles macht, da lernt man so viel mehr und auch so eine krasse, ganz andere Verantwortung, dass ich auch glaube, erst dann kann man wirklich beurteilen, wie so ein Immobilienkauf ist.
Und da ist die erste Frage, zu der ich erstmal kommen musste, dass ich mich selbst in der Lage fühle, mit dem Wissen aus dem Studium, aber auch den Mut zu haben, überhaupt diesen Schritt zu gehen. Weil mit jedem Mut geht natürlich auch ein gewisses, oder mit jedem Kauf geht ein gewisses Risiko einher. Beispiel Beispielsweise Thema Finanzierung, das was ganz Spannendes angesprochen. Mit 24 Jahren gerade mal so 10.000 weggespart und zur Seite gelegt, habe mich dann gefragt, hier in Stuttgart, was kaufen für 4.000 auf dem Quadratmeter? Das wird doch bei einer Einraumwohnung schon sportlich. Also bin ich einhergegangen, habe gesagt, okay, wie kann ich trotzdem etwas kaufen, was aber vielleicht eher ins Budget passt? Bin darauf gekommen, da ich Original-Thüringerin bin, einfach zu Hause zu kaufen. Dort habe ich noch für unter 1.000 auf dem Quadratmeter eine Wohnung erwerben können, bin aber auch das Risiko eingegangen, in gewisser Weise in der Stadt, wo ich gekauft habe, auch eine strukturschwache Region zu haben und dann auch eine höhere Leerstandsquote zu haben. Das heißt, ich habe dann für ungefähr 70.000 eine Wohnung gekauft, habe dann 90% finanziert und die ersten 10.000 die ich halt auf der Seite auf dem Konto habe, sind da eingeflossen.
Und wo genau hast du gekauft?
In der Stadt Gera.
In Gera. Okay, das kennt man aber.
Also so klein ist es nicht.
Und wie hast du das geprüft? Was waren so deine Kriterien, um zu sagen, okay, vielleicht eher eine schwächere Region, ich mache es aber trotzdem?
Jetzt müsste man denken, wenn man das studiert hat, müsste man dann KPIs festmachen. Tatsächlich war mein erster Kauf, einer ist aber ein emotionaler Kauf. Stell dir vor, du hast aus 1910 ein Gründerzeithaus. Es ist schön saniert, es läuft. Du siehst diese Fassade in der Mitte in der Innenstadt. Und es war ein emotionaler Kauf, weil ich einfach so begeistert war vom Stuck, vom Parkett. Der Lichteinfall war bezaubernd, sodass es eher ein Herzensthema war.
Alles klar. Aber trotzdem hast du die Zahlen angeguckt. Unter 1.000 pro Quadratmeter ist ja schon richtig, richtig gut. Also dann sind wir schon bei meiner nächsten Frage. Was genau hast du denn gekauft?
Es ist eine 3-Raum-Wohnung, ganz klassisch, 66 Quadratmeter. Es ist denkmalgeschützt, ungefähr 1998 saniert und vermietet. Die Wohnung war schon vermietet? Die Wohnung war auch schon vermietet, als ich sie gekauft habe. Mein Wunsch wäre natürlich gewesen, dass die Person drin bleibt, aber die Mieter haben sich dann entschlossen, sich andersweitig umzuschauen.
Das heißt, die Mieter haben sich entschlossen, sich anders— die sind dann ausgezogen, oder was?
Ja, also die Wohnung war grundsätzlich marktgleich. Also ich habe tatsächlich nicht unter Marktwert geguckt, weil es war ja ein emotionaler Kauf, was ich vielleicht jetzt im Nachgang anders machen würde. Aber in dem Moment war es so und ich musste eine Mieterhöhung machen, damit sie sich trägt. Also habe ich die Mieterhöhung durchgezogen und dann vorher gesprochen. Dann kommt es für uns nicht mehr infrage, wir ziehen um. So, okay, gut, dann bedeutet das für mich Neuvermietung. Jetzt natürlich ein Ort, wo die Leerstandsquote bei ungefähr 15% ist, war das für mich eine Herausforderung. Habe dann aber jemanden gefunden, der dann auch eingezogen ist zu einer erhöhten Miete und dann hat sich das auch Cashflow-neutral dargestellt.
Okay, das heißt, wie kalkulierst du? Also für dich war diese Cashflow-Neutralität, war für dich wichtig?
Genau, mein Ziel mit dieser Wohnung ist es einfach, die nächsten 10 Jahre abzuwarten und so, dass es eine Buy-and-Hold-Immobilie ist, sodass ich mit 33 Jahren dann beziehungsweise 2033 das dann einfach mitnehmen kann.
Was willst du machen? Du würdest dann die Wohnung verkaufen?
Dann wieder verkaufen.
Sehr gut, da sind wir sehr gespannt. Wie renovierst du denn? Also hast du was renoviert an der Wohnung?
In der Zeit schon, ja. Was habe ich gemacht? Ganz klassisch. Badfliesen neu, Boden neu, Keramik neu. Wir haben noch mal durchgestrichen.
Und wenn du sagst, wir haben noch mal durchgestrichen, wenn man bei dir auch guckt, ich habe auch mal geguckt auf deinen Post, da sieht man dich auch hier in Handwerks- Machst du viel selbst?
Also genau das ist auch, finde ich, der Charme an der Sache, wenn man selbst in diese Verantwortung geht, einfach neue Dinge zu lernen. Also ich kann mittlerweile Fliesen verlegen. Ich weiß nicht, ob mehr gut oder mehr recht als schlecht, aber ich hatte mein Vati dabei und zum Schluss auch ein paar YouTube-Videos, die geholfen haben, das durchzuziehen, weil einfach der Punkt ist, ich habe diese Immobilie gekauft, um auf dieses Erlebnis zu kommen, und dann hat das für mich dazugehört, mich einfach mal selbst zu testen.
Wie toll, wir haben total viele Frauen bei uns im Club, die genau das auch so machen, ja, die dann zusammen mit ihrer Familie, mit ihrem Papa, ihren Brüdern, ihrer Mama renovieren und anfangen, das auch zu lernen, ja. Das finde ich auch so ein schönes Wissensweitergeben oder auch so eine schöne Sache, die man eben auch zusammen machen kann, ja. Also das finde ich wirklich, wirklich toll, wenn so ganz unverhofft mit Mitte 20, Mitte 30 noch mal sowas, so ein Familienhappening dazu kommt. Okay, und dann bisher gab es ja noch keinen Fuck-up, oder gab es schon Fuck-ups?
Gute Frage. Also im Idealfall wäre es mir natürlich gewesen, dass die bestehenden Mieter drin bleiben. Ich habe die kennengelernt, waren höflich, waren nett, Wohnung sah wunderbar aus. Dann kam die Mieterhöhung, die hatten schon gesagt, das werden sie dann nicht avisieren. Dann habe ich gesagt, okay, dann ist auch der Auszug da. Und jetzt sollte man meinen, okay, ich habe einen neuen Mieter gefunden. Ich war sehr stolz auf mich, weil es auch eine nahtlose Vermietung war. Das heißt, zu dem An dem Tag, wo die alte Mieterin ausgezogen ist, der neue Mieter eingezogen. Das heißt, ich konnte auch durchgängig Miete einnehmen und damit auch die Kapitaldienstrate bedienen. Und es war eigentlich alles gut, bis die Übergabe stattgefunden hat und ich dann ein paar Tage später in meiner Post ein Schreiben gefunden habe. Und in diesem Schreiben hieß es vom neuen Mieter: Wir möchten Anzeige erstatten, weil Sie die Denkmalschutzbestimmungen nicht einhalten und die Wohnung in diesem Maße nicht wohnbar sei. Okay, ganz spannend. Auf einmal kam dann die Miete nicht. Jetzt kommt der Clou: Die Miete kam in dem Sinne, dass 1 überwiesen wurde von einem fremden Konto, was nicht auf meinem Mieter lief. Und ich dachte mir, okay, das wird jetzt aber alles spannend hier. Und irgendwie habe ich mich so unwohl gefühlt, weil ich in so einer Situation auch aus der Praxis noch nie gesehen habe, dass ich dann angefangen habe, mein Umfeld zu fragen: Hey, wie schätzt du die Situation ein? Was glaubst du, passiert? Und es stellte sich dann heraus, dass es doch War alles komplett ungewöhnlich. Habe ich entschieden, ich habe ja meinen Selbstauskunft vom Mieter, ich schnapp mir zwei Herren und besuch den einfach mal zu Hause und frag den einfach mal, wie es läuft. Weil er hatte mich in der Zeit absolut geghostet gehabt. Er hat auf nichts reagiert, war nicht mehr aufzufinden, nicht mehr anzurufen, nichts. Also bin ich vor Ort gegangen und habe ihn.
Aber es war der aktuelle, das war der neue Mieter. Das war der neue Mieter, der aber auch in deiner Wohnung gewohnt hat oder eben nicht.
Das ist die Frage. Und zwar bin ich dann zu dem Mieter oder zu dem neuen Mieter nach Hause, wo zu dem Zeitpunkt eben nicht eingezogen war, also ist dann in seiner alten Wohnung geblieben. Bin hin, wollte mit ihm sprechen, weil er mich ja geghostet hatte. Weil er mich geghostet hatte. Und auf einmal kam raus, dass dieser— also in dem Briefkasten stand sein Name nicht. Ich habe beim Hausnachbarn gefragt, niemand kannte den Herrn. Dann habe ich sogar bei der Hausverwaltung angerufen. Nein, so jemand hat hier noch nie gewohnt. Okay, das ist aber spannend. Bin dann zu der Adresse, wo der ehemalige Vermieter sich gemeldet hatte. Dann war das eine alte Gewerbehalle. Also da war mir auch klar, okay, irgendwas ist im Busch. Und mit dieser Erkenntnis bin Bin ich dann nach Hause und habe dann die Entscheidung getroffen, Anwalt einzusetzen und habe dann auch noch mal den Anwalt wechseln müssen. Und dann kam auch raus, dass beispielsweise beim Personalausweis die Rückseite mir nicht eingereicht wurde, wo ja im Regelfall auch die Adresse stehen würde. Das heißt, wir haben es hier mit jemandem zu tun, der böse Absichten hat. Und ich mache jetzt, spule ein bisschen vor. Das ist ungefähr alles in einem halben Jahr passiert. Am Ende des Tages habe ich dann eine fristlose Kündigung eingereicht und aufgrund dessen 1 damals überwiesen wurde, konnte ich nicht fristlos kündigen, weil ja eine Miete eingegangen war. Und das heißt, man muss mit 2 vollen Mieten im Rückstand sein, um fristlos zu kündigen. So, dass es dann der Fall war, dass meine Kündigung nicht gezählt wurde, wir nochmals kündigen mussten. Und derzeit habe ich keine Miete bekommen, die Kapitaldienstrate aus eigener Tasche zahlen. Ich als junge Frau, die ja gerade ihr Erspartes dort investiert hatte für den Einkauf, habe mir gedacht, ojei, Dann noch mal den Anwalt gewechselt gehabt und mit dem Ergebnis, dass wir dann auch kündigen konnten und es dann aber auch vor Gericht geht. Wir sind dann ins Amtsgericht gefahren, wir hatten dort einen Termin und haben uns dann sozusagen geeinigt, dass der Mietvertrag nie bestanden hat. Ich natürlich meine ganzen, auf meinen Kosten sitzen geblieben bin, gleichzeitig aber der Mieter, der nie eingezogen ist, aber auch keine Schadensersatzklagen Oh, Heather.
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Griffig machen können. Und der Witz war an der Sache, es war von vornherein eine Betrügermasche. Das hat sich daraus dann auch bestätigt, dass der Kollege, mit dem er unterwegs war— sie waren natürlich immer zu zweit, ich war immer alleine— dass dieser zum Beispiel gar nicht zur Anhörung eingeladen war, bzw. er war eingeladen und durfte nicht ins Amtsgericht, weil er einen Verweis hat. Und es kam dann raus, dass innerhalb der Stadt versucht hat, sogar den Bürgermeister zu kippen. Und ich weiß nicht, es war eine verrückte Sache, an wen ich da geraten bin. Der Punkt ist, es war ein Betrüger und es war meine erste Erfahrung, selbst zu vermieten, und das hat mich sehr getroffen. Das Gute war, nachdem dann die Wohnung saniert wurde oder ich auch saniert habe und eine neue Mieterin eingegangen ist, läuft sie gut. Und ich habe mich dann trotzdem noch mal entschieden, eine zweite Wohnung zu kaufen.
Hier Happy End, das finde ich gut. Auf wie viel Geld bist du sitzen geblieben?
Circa 15.000.
Und was hättest du anders machen können bei der Prüfung des Mieters im Vorfeld? Bist du— hast du was gelernt daraus?
Oh, ganz viel. Das Erste ist immer noch mal persönlich kennenlernen, den Mieter, der eigentlich einzieht, weil er seinen Kumpel vorgeschickt gehabt. Zweiter Punkt ist vom Personalausweis immer die Rückseite zeigen lassen, weil da ja die eigentliche Adresse ist. Weil er hatte mir seine Adresse nur vorgegaukelt. Dritter Punkt: Behalten wir im Kopf, dass wenn man 1 Miete überweist eine fristlose Kündigung trotzdem nicht in Geld, weil es wurde in dem Sinne Miete überwiesen und trotzdem aber den Mut zu haben, das Vertrauen, dass wenn man in so eine Lage kommt, man Familie hat, Mentoren, vielleicht auch einen Coach, der einen da wieder raus aus dieser Zeit begleitet, trotzdem Mut zu haben, dann wieder zu kaufen.
Sehr gut. Ich habe noch eine Frage dazu, und zwar: Wie hast du denn den Anwalt gefunden oder die Anwältin deines Vertrauens? Bist du da zu Hause Grund gegangen oder wie hast du das gemacht?
Ich hatte noch von früher Freundinnen, die in der Stadt gewohnt hatten, und es stellte sich heraus, dass in der Wohnung, in der sie wohnte, der Eigentümer ein Mietrechtsanwalt war. Und da ich von dem als auch von meinem Hausverwalter schon vieles Gutes drüber gehört hatte, war dann die Entscheidung, einen Mietrechtsanwalt vor Ort zu nehmen.
Okay. Und hattest du eine Versicherung?
Ja, jetzt habe ich eine. Davor nicht.
Eben, das ist nämlich schon so. Ich finde auch, also eine Vermieterrechtsschutzversicherung, das ist total wichtig, weil sonst hat man so viele Kosten an der Backe.
Da bin ich voll bei dir. Das durfte ich jetzt schmerzlich lernen. Ich hoffe, die Leute, die gerade zuhören, machen das vorher rein.
Ja, genau. Also das finde ich auch, das wäre auch mein größter Tipp. Macht das einfach immer. Die Versicherung, die würde ich am Ende einfach nur Frieden geben. Ja, und dann kostet sie eben ein bisschen was. Okay, jetzt zu den positiven Sachen. Ja, deine zweite Wohnung.
Erzähl. Es hat mich ganze Zeit gekostet, auch erst mal das zu verarbeiten, weil es für mich einfach echt traurig war, dass mir so was passieren konnte, weil ich doch eigentlich so ein Studium hatte und ich habe das doch schon für die Kunden gemacht. Warum denn für mich? Und das hat mir einfach gezeigt, wie essenziell es ist, diese Menschenkenntnis noch mehr zu schulen, noch mehr ein Gefühl für den Gegenüber zu haben, den noch besser einzuschätzen. Und es hat ein gutes halbes Jahr gedauert, bis ich mich dann mit dem Gedanken abgefunden hatte. Und dann musste ich mir die Frage stellen: Okay, jetzt habe ich 15.000 verloren. Was mache ich denn, um die wieder reinzubekommen? War die ganz klare Entscheidung, ich muss sie querfinanzieren, also mit einer weiteren Immobilie. Das habe ich gesagt, okay, jetzt hast du die Erfahrung in Thüringen gemacht, versuchst es mal in Stuttgart, vielleicht was Kleines, Feines, und bin auf die Jagd gegangen, hier eine passende Immobilie zu finden. Ich hatte gut 18 Besichtigungen gehabt, bis ich die jetzige Einraumwohnung gefunden hatte. Und tatsächlich habe ich die dann auch über einen Kontakt bekommen, sondern gar nicht durch eine klassische klassischen Makler. Und so ist es gekommen, dass jetzt die eine, die jetzige, auch die Kosten der anderen trägt. Das ist eine Einraumwohnung, die ist möbliert, in der Nähe von Stuttgart vermietet.
Und war die schon vermietet oder hast du die Mieterin gesucht und gefunden?
Die Wohnung ist schon langfristig vermietet und dabei wird es auch zukünftig bleiben.
Okay. Und mit dieser Wohnung bist du da auch positiv im Cashflow oder kommst du bei null raus?
Es ist neutral in dem Fall. Gleichzeitig habe ich die Chance, im nächsten Jahr noch ein bisschen positiver zu werden. Okay, alles klar.
Und gab es da auch irgendeinen Fuck-up, den du noch teilen willst bei dieser Wohnung? Oder hast du einfach alles aus Wohnung Nummer 1 gelernt und bei Wohnung Nummer 2 richtig gemacht?
Das wäre mein Wunsch, aber wer weiß, was noch kommt.
Ja, genau, wer weiß, was noch kommt. Da hast du recht. Ja, aber das ist doch total super. Die Wohnung, wenn das jetzt im Bereich Stuttgart ist, war das ein krasser Unterschied in der Suche? Also hast du die Wohnung in Gera viel schneller finden können als die Wohnung in Stuttgart? Weil man, das eine ist ein angespannter Markt, das andere eben eher nicht. Ja, wie herausfordernd war es, eine Wohnung in Stuttgart zu finden?
Ja, es war wesentlich herausfordernder. In Gera war es so gewesen, dort hatte ich ein Inserat gesehen, bin dann, habe mir das Objekt oder bzw. die Wohnung angeschaut, habe die aber nicht gekauft. Sondern ich habe dann über diese Wohnung Kontakt gekommen mit dem Hausverwalter, der meinte, wir haben doch im Haus noch eine andere Wohnung, die zum Verkauf steht. Wollen Sie sich die mal anschauen? Ich so, ja, das klingt gut. Und das heißt, ich habe eigentlich erst eine andere Wohnung im gleichen Haus gehabt zu besichtigen und bin dann über den Hausverwalter auf eine Wohnung, die auch noch zum Verkauf stand, gekommen. Die war aber nicht ausgeschrieben. Das heißt, meine Konkurrenz war null, wusste von der nichts, wusste von der nichts. Das war das Gegenteil zu Stuttgart. Ich habe hier hauptsächlich über Inserate immer besichtigt, bis ich draufgekommen bin, es ist so umkämpft, man muss anders rangehen. Habe dann oft geguckt, dass ich das Netzwerk breiter streue, auch eher Immobilienmakler anspreche, wo man vielleicht sagt, okay, vielleicht ist noch nicht inseriert, und bin dann über einen Kontakt an die Wohnung gekommen. Ich habe die zweite Wohnung jetzt auch gar nicht persönlich besichtigt, sondern direkt gekauft.
Da sagen jetzt natürlich viele, wie, du hast sie nicht persönlich besichtigt? Wie konntest du nur? Also wie, wieso? Wie geht das? Eine Wohnung kaufen, ohne sie persönlich zu besichtigen?
Ich könnte mir vorstellen, dass der ein oder andere Bauchschmerzen hat, was ich verstehen kann, weil es auch direkt mein erster Impuls war. Aber an dem Punkt, um sie zu kriegen, war einfach Schnelligkeit notwendig. Das heißt, es war keine Frage, ob ich sie besichtigen will oder nicht, sondern es war entweder, also entweder ziehen wir es jetzt durch oder jemand anders nimmt sie. Das heißt, es war eher eine Friss-oder-stirb-Entscheidung, sodass ich gar nicht die Chance hatte, es zu besichtigen. Es war aber auch okay, weil ich habe mich gut informiert gefühlt. Ich hatte alle Unterlagen zur Verfügung, ich hatte Fotos, ich hatte Videos, ich habe die vor Ort von außen kurz gesehen. Damit war es für mich fein. Diese auch unbesichtigt zu kaufen.
Das finde ich super. Wir haben auch schon Wohnungen unbesichtigt gekauft und bei uns auch im Club gibt es auch immer Frauen, die Wohnungen unbesichtigt kaufen. Wir preisen das dann natürlich ein. Hast du wahrscheinlich auch gemacht, für den Fall, dass eben doch noch irgendwelche Kosten auf einen zukommen, die man so jetzt, die man bei der Besichtigung gesehen hätte.
So ist es.
Und was würdest du denn sagen, was sind denn deine größten Learnings aus diesen beiden Käufen?
Das größte Learning ist in der Zeit, wo man das Gefühl hat, die Welt bricht ein, weil die Miete wird nicht gezahlt. Wie kriege ich das mit der Kapitaldienstrate hin? Dann hat man noch den psychischen Stress, überhaupt das erste Mal in so einem Gerichtsverfahren zu sein, Menschen zu haben in der Umgebung, die man schätzt und die einen stützen. Das kann sowohl Familie sein, es kann aber in erster Linie auch ein Mentor sein oder Mentorin, Coach, Coach, die sagen: Alles gut, wir kriegen das gemeinsam hin. Also das Gefühl, zusammen zu sein. Das ist der erste Tipp, also ein gutes Netzwerk. Zweiter Punkt ist tatsächlich den Mut zu haben, auch klein anzufangen. Was meine ich mit klein anfangen? Dass so eine kleine Einraumwohnung reicht aus, oder dann zu sagen, okay, ich kaufe eher in ländlichen Regionen, dass man vielleicht was auch unter 100.000 findet, gerade wenn man jung ist und eben das Eigenkapital nicht immer zur Verfügung hat. Und der dritte Punkt ist einfach den Mut haben. Beginnen oder weiterzumachen?
Also das sind eigentlich genau, ich frage am Schluss immer nach den, nach deinen 3 Tipps, ne? Also du bist schon direkt in die 3 Tipps gekommen, also ihr habt sie alle gehört, ja. Fangt klein an, fangt mit einem kleinen Ticket an, das finde ich auch total schlau, ja, weil das ist einfach ein riesiger Unterschied, ob man sich hinsetzt und man unterschreibt einen Kredit über 70.000 oder über 700.000, ja. Und 70.000 ist einfach so viel schneller gemacht. Dann sammelt die richtigen Leute um euch rum, ja, holt euch die richtige Community, Feedback von euren Freunden, von eurer Familie. Die Welt geht nicht unter, wenn ihr 10 10 Monatsmieten nicht bekommt. Also es hört sich total schlimm an, auf jeden Fall, aber ihr werdet das schaffen, ihr werdet da durchkommen, und danach sieht auch alles wieder rosig aus. Und fangt einfach an, auf dem Weg wird sich ganz viel klären und erklären und auch lösen. Sarah, vielen, vielen Dank fürs Teilen deiner Geschichte, total wertvoll, und ich hoffe, wir hören noch viel von dir.
Danke für die Einladung, und ich hoffe, wir konnten heute ein paar ermutigen, den ersten kleinen Schritt zu gehen.
Ja, da bin ich mir total sicher. Es war eine ganz tolle Folge, hat mir ganz viel Spaß gemacht. Vielen Dank und bis bald.
Ciao.
Tschüss.
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