Neustart mit 40: Vom Schuldenberg zur Eigentumswohnung – mit Andrea Boenicke
1 Apr 2026 · 25 min
In dieser Episode des Happy Immo‑Podcasts spricht Anaïs Cosneau mit Andrea Bönicke (47), Geschäftsführerin bei Burda Verlag und Mutter, über ihren persönlichen Finanzweg. Andrea erzählt, wie sie nach einer frühen Ehe, Kinderzeit ohne Elterngeld und der Insolvenz ihres ersten Mannes in massive Schulden geriet. Sie betont, dass fehlende juristische Beratung und das Übernehmen von Unternehmensverbindlichkeiten die Situation verschärften. Durch familiäre Unterstützung, eine gut bezahlte Position und konsequente Schuldentilgung gelang ihr ein finanzieller Neustart. Mit gespartem Eigenkapital investierte sie im Alter von 40 Jahren in eine 90 m²‑Wohnung in Regensburg, die dank niedriger Zinsen (1,83 % fest) und guter Lage fast vollständig durch Mieteinnahmen gedeckt ist. Andrea erklärt, warum Regensburg attraktiv ist, unterscheidet zwischen „guten“ und „schlechten“ Schulden und spricht über die langfristige Perspektive, die Immobilie an ihre Tochter weiterzugeben. Abschließend gibt sie drei Kern‑Tipps: klare Visionen setzen, früh mit Finanzplanung beginnen und das Leben nicht nur auf Geld reduzieren. Die Episode liefert praxisnahe Einblicke in Schuldentilgung, Immobilienfinanzierung und Generationen‑Vermögensaufbau.
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Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Mein heutiger Gast, Andrea. Herzlich willkommen!
Hallo, guten Morgen, Andrea!
Stell dich mal kurz vor. Wer bist du und was machst du?
Mein Name ist Andrea Bönicke. Ich bin 47 Jahre alt. Ich bin leidenschaftliche Mutter einer 19-jährigen Tochter und seit September auch wieder Ehefrau in zweiter Ehe. Ich arbeite für den Burda Verlag, bin Geschäftsführerin für zwei Gesellschaften, die sich mit dem spannenden Thema Datenjournalismus und Datenprodukte beschäftigen. Ich darf zwei Geschäftsbereiche kaufmännisch verantworten mit roundabout 90 Mitarbeitenden. Und genau das ist ein ganz toller Bereich.
Das hört sich total spannend an. Wir haben uns kennengelernt beim Focus Money, bei den Awards zum Thema Finance. Und da sind wir auch schon direkt im Thema. Wie sieht das bei dir mit Finanzen aus? Wie gehst du das Thema an?
Ja, zwischenzeitlich sehr gut, Gott sei Dank. Also ich blicke natürlich jetzt auch schon auf eine durchaus längere berufliche Karriere zurück, die klopf auf Holz immer sehr gut gegangen ist und in der ich mich ganz toll entwickeln durfte und finanziell auf eigenen Beinen stehe. Das war aber leider nicht immer so, und darüber würde ich mit dir heute mal ein wenig plaudern, weil der Weg ist ja nicht immer nur all glatt. Bis man zum Beispiel zur Finanzierung einer ersten Immobilie kommt, sondern kann auch durchaus etwas steiniger sein.
Absolut. Dann lass uns heute doch mal über das Thema Steine, Sorgen und Anfangsschwierigkeiten sprechen. Ja, wie sah das denn bei dir aus? Wann hast du denn das erste Mal dich mit dem Thema Finanzen beschäftigt?
Das erste Mal kann man sagen, leider eher im negativen Sinne. Also ich habe meine erste Ehe geschlossen mit 27 Jahren, also aus der heutigen Perspektive ein fast noch junges Mädchen, und habe meine Tochter dann mit 28 Jahren bekommen. Und zwar ein Jahr bevor es das offizielle Elterngeld gab. Und ich war bis dahin berufstätig. Ich war sogar schon sehr erfolgreich berufstätig. Ich war Marketingleitung bei Premiere und habe den Bereich Handelsmarketing als sehr junge Führungskraft verantwortet, stand also bis dato auf eigenen finanziellen Beinen. Und dann kam meine Elternzeit ohne Elterngeld. Das heißt, dass ich sozusagen von eigentlich Tag 1 meiner Elternzeit plötzlich in einer finanziellen Abhängigkeit zu meinem Ehemann war. Und blauäugig als junges Mädchen glaubt man ja, dass so diese Fürsorge und auch eine finanzielle Stabilität quasi gottgegeben ist. Aber das war leider nicht so. Und das war natürlich in dem Moment dann durchaus ein erster etwas härteres Erwachen. Mein damaliger Mann war Unternehmer in einer für seine Branche schwierigen Zeit. Ja, und plötzlich war in dem Sinne mein Einkommen zumindest erst mal weg, weil ich hatte vermeintlich nicht den Plan, gleich wieder anzufangen, und hatte 2 Jahre mehr Elternzeit genommen. Aber diese Pläne wurden dann durchstreift.
Und was heißt denn durchstreift? Also was ist passiert, oder was musstest du machen?
Also mein Mann war Er war damals im Druckereiwesen unterwegs und genau die ganze Druckereibranche war zu der Zeit in einem massiven Wandel der Digitalisierung. Und das war dann ein doch sehr harter Kampf. Und mein Mann ging dann damals mit seiner Firma in die Insolvenz. Und das eigentlich ging diese Phase schon los, als ich schwanger war. Und da musste dann sehr schnell eine Lösung her. Und so habe ich dann mit, als meine Tochter 3 Monate war, wieder angefangen zu arbeiten. Also in aller Konsequenz mit Abpumpen auf dem Klo und Milchfläschchen im Kühlschrank im Büro und alles, was dazugehört. Leider habe ich mich dann aber auch in seine Firmenkonstrukte mit verwoben und habe dann, als wirklich er mit dem Rücken an der Wand stand, auch finanzielle Verantwortung für ihn mitgenommen. Also ich habe Teilzeit angestellt gearbeitet und dann ging es aber einfach nicht weiter und Dann kann ich gar nicht sagen, das war jetzt blauäugig und ich war mir nicht bewusst darüber, was ich tue, sondern ich wollte einfach meinem Mann helfen, dass es in irgendeiner Form noch mal weitergeht. Ja, das Ende vom Lied war, als uns einfach diese, diese Last überrollt hat, dass ich dann hochverschuldet aus meiner ersten Ehe rausgegangen bin und wirklich mit einer auch existenziellen Angst in mein neues Leben gestartet bin. Da war ich dann Anfang 30. Wahnsinn.
Meiner Mutter ging es ganz ähnlich. Die hat auch für meinen Vater mitgewirkt, für sein Unternehmen, und irgendwann ging das auch den Bach runter. Und da war sie eben auch, also der ist dann gestorben, und sie hat dann das Erbe ausgeschlagen und war dann nicht ganz so hoch verschuldet, aber schon zu einem kleinen Teil, ja. Und das ist also schon sechsstellig auch verschuldet, und das ist total, damit rechnet man nicht, ne. Was würdest du denn sagen, also bevor wir zu den Immobilien oder zu dem Thema kommen, wie du dich da rausgearbeitet hast. Hättest du das verhindern können? Was hättest du anders machen können oder sollen? Weil das ist, glaube ich, schon ein Tipp, den du ganz vielen Menschen hier mitgeben kannst. Ja, ich habe auch einen Kommilitonen, der für seinen Vater mitgebürgt hat als Sohn für die Firma, und der hat genau das gleiche Problem. Der musste die ersten 15 Jahre seines Jobs den Kredit für den Papa mit abbezahlen, also für das Unternehmen. Und ich glaube, dass das auch ein total wichtiges Thema ist. Wie schafft man es denn? Also es gibt viele Menschen, die sagen, sie starten bei null, sie können— Anaïs, ich kann in keine Wohnung investieren, ich habe überhaupt kein Geld. Aber es gibt auch ganz viele Menschen, die starten bei Minus.
Genau, so war das bei mir auch der Fall. Was kann ich als Tipp geben? Also letzten Endes keine Vereinbarungen eingehen ohne eigene Rechtsberatung. Ja, also ich möchte das gar nicht sagen, niemals irgendwo in eine Kooperation oder geschäftliche Kooperation auch mit einem Ehepartner oder Partner gehen, aber das niemals tun ohne in dem Sinne eine juristische Absicherung, ja, ohne Verträge, ohne in dem Sinne sich da auch noch mal ganz klar über Risiken beraten zu lassen. Weil das Risiko, was ich nicht gesehen habe, waren vor allen Dingen die staatlichen Steuerschulden, Steuerschulden oder halt auch nicht bezahlte Sozialbeiträge. Und das hat mir am Ende dann auch fast das Genick gekostet. Also Gott sei Dank nicht, aber fast das Genick gekostet. Und von daher wirklich immer gut beraten lassen und im Worst Case eher auch dagegen entscheiden. Weil ich hatte am Ende Glück, weil ich auch vor familiäre Hilfe bekommen habe. Davon kann man aber leider nicht ausgehen. Und es war so weit, dass ich wirklich bei einer Schuldnerberatung war und die dann gesagt hat, na ja, also Frau Kai, damals noch Kai, ich würde Ihnen zu einer Privatinsolvenz raten. Und ich hatte aber parallel eigentlich ein sehr gutes Einkommen über meine Beschäftigung auch. Und das war für mich ein absolutes No-Go. Und von daher, das ist, das ist das Allerwichtigste. Also niemals blauäugig, immer eine klare Aufklärung und bestenfalls eine juristische Beratung.
Alles klar. Also immer beraten lassen. Und vielleicht auch, nehmt ihr euch auch jemand mit an die Seite, dass ihr das auch psychologisch durchsteht? Weil wenn man seine Rechte kennt und das trotzdem nicht unterschreiben möchte, ist das ja trotzdem ein sehr schwieriger Moment zu sagen, ich gehe da nicht mit rein, ich lasse dich da hängen. Auf der anderen Seite kommt das ja so rüber. Aber eigentlich lässt man nicht hängen, sondern man sorgt dafür, dass die Familie irgendwie wenigstens ein stabiles Standbein hat. Und ich glaube, das ist auch wichtig, dass man sich das vor Augen hält, dass man eben dann quasi die Verantwortliche ist dafür, dass die Familie weiterleben kann.
Ja, oder in dem Sinne natürlich auch eine Beratung in der Familie. Ja, also auch das ist natürlich dann noch mal wichtig, ob man das irgendwo in Gemeinschaft dann entscheidet oder einen natürlich dann auch jemand davon abhält.
Genau. Wie ging es dann weiter?
Also es ging dann so weiter, dass wir uns, wie gesagt, leider getrennt haben und ich dann mit meinen Schulden dastand, aber eigentlich einem guten Job. Das heißt, ich habe eigentlich gut verdient, hatte, war zu der Zeit schon selbstständig in der Unternehmensberatung und habe dann Gott sei Dank familiäre Unterstützung bekommen, die in dem Sinne mir in allen Lebenslagen Unterstützung geleistet haben. Also dann auch aufgrund einer schlechten Bonität Auskunft für mich mein Auto geleast haben zu dem Zeitpunkt. Also das heißt, dass die Familie mir eigentlich aus dieser Misere am Ende mit ganz viel Unterstützung rausgeholfen hat, aber auch natürlich Kredite, die ich dann finanzieren musste. Also es war jetzt nicht alles nur, dass das konnte die Familie nicht alleine schultern, sondern ich musste dann einfach auch Kredite finanzieren und war dann auch am Ende natürlich gezwungen, voll zu arbeiten und klassische Working Mom. Habe eine Kinderfrau zu Hause gehabt, die extrem flexibel war und nie auf die Uhr geschaut hat. Also das war schon ein sehr, sehr harter und steiniger Weg, bis ich dann diese Schulden auch abgebaut hatte und dann nach vorne schauen konnte und mir dann auch Gedanken das erste Mal darüber machen konnte. Wie sieht es denn aus mit Altersvorsorge? Wie sieht es denn aus mit einer eigenen Immobilie? Also das heißt, das hat dann gedauert, bis ich, bis ich 40 war, bis ich eben diese ganze Historie abgelegt habe und dann auch mich so stabilisiert habe, dass ich nach vorne schauen und auch dann eher in Investition und nicht mehr in Schulden abbauen schauen musste.
Das ist ja total beeindruckend, vor allem wenn man sich überlegt, dass das Ganze ja auch 17 Jahre her ist. Ja, also wenn man heute nach 3 Monaten zurück ins Büro geht und abpumpt und Milchfläschchen im Kühlschrank hat, wird man blöd angeguckt. Aber vor 17 Jahren war das wieder noch exotischer, ne. Also von daher wirklich Hut ab, dass du das so geschafft hast und durchgestanden hast. Wie ging es dann weiter? Also mit 40 warst du quasi in der Lage, über Investments und über Investitionen nachzudenken, ja?
Ja, richtig, genau.
Und wie bist du das dann angegangen? Was war der Grund, warum du investieren wolltest? War das die Angst vor der Rente, oder was war so, oder der Wunsch nach Absicherung? Was hat dich dazu bewegt?
Ja, der Wunsch nach Absicherung. Also nachdem ich dann einfach fast 10 Jahre nicht die Möglichkeit hatte, mich abzusichern, auch in eine Immobilie zu investieren oder auch Rücklagen zu bilden. Weil ich habe natürlich immer in München gelebt und das reine Leben hat einen dann als alleinerziehende Mutter am Ende natürlich schon aufgefressen. Und dann war es in dem Sinne so, meine Karriere ist Gott sei Dank sehr gut gelaufen. Ich war zu der Zeit noch selbstständig mit einer Beratung, mit einem Beratungsunternehmen und hatte dann wirklich den ersten Moment, wo ich gesagt habe, jetzt sind wirklich erste Rücklagen da und ich habe den Puffer, um auch in eine erste Immobilie auch zu investieren.
Du wohnst ja in München, richtig?
Ja.
Wo hast du denn gekauft? Erzähl mal von dieser Immobilie, dann kommen wir jetzt hier zum Immobilienthema.
Ja, ich habe in Regensburg gekauft, also nicht in München gekauft.
Und warum?
Ich wohne in München weiterhin zur Miete aufgrund der Immobilienpreise in München. Also ich habe in dem Sinne noch zur Niedrigzinsphase investiert und konnte noch zu sensationellen, ich glaube 1,83%, die Finanzierung machen, sehr, sehr langfristig fixiert auch die Finanzierung machen. Und dann haben in dem Sinne hat mein Eigenkapital dazu ausgereicht, dass ich gesagt habe, dass das ist mir zu klein in München. Und ich habe dann eine 90-Quadratmeter-Wohnung in Regensburg gekauft, in einer tollen Lage mitten in der Stadt. Also etwas, wo man sagt, das wäre theoretisch für einen selbst auch mal attraktiv. Aber natürlich habe ich die Wohnung jetzt im ersten Step als reines Investment gekauft.
Und warum Regensburg? Kanntest du dich da aus? Kennst du Regensburg? Kommst du da irgendwie her oder hast du so das Münchner Umland dir angeguckt?
Ja, beides eigentlich. Also ich kenne die Stadt, ich habe Freunde dort, fand die Stadt immer wahnsinnig toll, vor allen Dingen im Sommer als Studentenstadt wahnsinnig viel Leben draußen und auch im Winter mit dem Weihnachtsmarkt und so. Also ich fand es immer eine ganz, ganz ganz tolle, attraktive Stadt. Und dann kam natürlich dieser Umlandfaktor dazu. Das sind anderthalb Stunden von München entfernt in etwa und genau, und ist auch ein wirklich attraktiver Standort. Und eine Wohnung in München, das war mir am Ende zu klein.
Ja, wir empfehlen Regensburg auch immer, weil wir haben natürlich viele Kundinnen aus München bei Happy Immo, die Wohnungen kaufen wollen. Und der erste Mindshift, den man so machen muss, ist eigentlich genau der, den du schon gemacht hast, dass man nicht da kaufen muss, wo man auch wohnt. Aber natürlich macht es schon Sinn, wenn man jetzt auch nicht 6 Stunden zur Wohnungsbesichtigung hinfahren muss. Also wenn man die Wohnung einmal hat, kann man jedem die Angst nehmen. Ja, so oft muss man nicht zur Wohnung hin, das ist dann egal. Man kann in Hamburg eine Wohnung haben und in München wohnen. Aber zur Besichtigung ist das einfach viel besser, wenn man da auch schnell hinfahren kann, wenn eine coole Wohnung irgendwie aufploppt bei ImmoWelt, ImmoScout, wo auch immer, dass man sagen kann, Ja gut, in 3 Stunden bin ich da und besichtige die Wohnung. Ja, das ist eben dann schon dieser Standortvorteil. Was, und genau, wir sagen nämlich auch immer, guckt euch doch Regensburg an. Was würdest du denn zu Regensburg noch sagen? Also was sind die Faktoren oder wie hat sich Regensburg innerhalb der letzten 7 Jahre entwickelt?
Also sagen wir mal so, dieser Speckgürtel um München, der wird natürlich immer größer. Ja, und zwischenzeitlich würde ich da Regensburg durchaus auch von der, vom Standort her dazu zählen. Aber ich glaube, so die Grundfaktoren sind unverändert. So eine Studentenstadt, sehr belebt, tolle Fußgängerzone, ein funktionierendes Nahverkehrsnetz, eine Erreichbarkeit mit dem ICE. Also all diese Faktoren, die einen attraktiven Standort natürlich ausmachen. Dann die Natur natürlich. Also das ist eine Stadt, die sehr grün ist. Also das sind einfach so diese Standort- Attraktivität, ja, Einzelhandel und so weiter. Also das ist schon etwas, was Regensburg besonders macht, finde ich.
Und zu den Zahlen, da ist Regensburg natürlich auch deutlich attraktiver als München, ne. Die Mieten, die liegen nicht deutlich, deutlich unter den Mieten, obwohl je nachdem, wie man, also der, zumindest der Mietspiegel, ja, der offiziell, die offiziellen Mieten liegen nicht deutlich unter denen von München, aber die Kaufpreise liegen eben deutlich darunter, ja. Von daher sind die Renditen einfach viel besser in Regensburg. Diese Was hat die mit dir gemacht, als du die Wohnung gekauft hast?
Es hat mir vor allen Dingen ein gutes Gefühl gegeben. Also ein gutes Gefühl, eine sehr erwachsene Entscheidung getroffen zu haben für mich. Auch in die Zukunft gerichtet natürlich. Also dass ich sage, zum einen die Option, sie nach 10 Jahren verkaufen zu können mit einem entsprechenden Gewinn auf der Wohnung. Zum anderen zu entscheiden, sie weiterlaufen zu lassen und einfach die Entwicklungen in dieser Stadt auch weiter im positiven Sinne mitnehmen zu können. Etwas zu haben, was ich vermeintlich auch meiner Tochter vererben könnte. Wenn ich sage, ich brauche es nicht, dann ist auch das natürlich ein gutes Gefühl zu sagen, ich habe für sie einen Grundstock geschaffen, den ich irgendwann mal übertragen kann. Also ein durchweg positives Aufladen. Wobei man auch sagen muss, durch den Niedrigzins konnte ich die Wohnung so kaufen, dass sie in dem Sinne sich parifinanziert. Also ich muss in dem Sinne nichts draufzahlen, sondern sie refinanziert sich über die Miete entsprechend.
Das ist eigentlich ja auch das Ziel von Immobilien, dass wir sagen, die Miete soll die Finanzierung tragen und du lässt die Wohnung liegen wie ETFs und nach 25 Jahren ist sie abgezahlt und gehört dir und du erhältst die ganze Miete als zusätzliches passives Einkommen. Ja, sehr gut gemacht, würde ich sagen. Das hört sich nach einem großen Erfolg an oder nach einem Happy End sozusagen. Gab es denn Irgendwelche Schwierigkeiten beim Wohnungskauf, bei der Suche, bei der Finanzierung? Warst du da noch mal unsicher? Hast dich irgendwie alleingelassen gefühlt oder war das, war das total easy alles?
Also an für sich war das easy, weil ich habe mit der Stadtsparkasse Regensburg die Finanzierung gemacht, also vor Ort mit der Sparkasse, die mir auch empfohlen wurde. Also das war alles, ging eigentlich alles relativ smooth und hat alles sehr gut funktioniert. Das Unterzeichnen natürlich des Darlehensvertrags, wenn man in dem Sinne auch als alleinerziehende Mutter das erste Mal da sitzt und einen durchaus relevanten sechsstelligen Betrag unterschreibt als Verschuldung. Und dass das für mich auch so ein bisschen so mit dieser Historie, mal Schulden gehabt zu haben, für die einfach auch kein Gegenwert da war, das dann auch zu differenzieren und zu sagen, das sind jetzt in dem Sinne andere Schulden. Für diese Schulden gibt es entsprechend ein Gegenwert, und das sind eigentlich positive Schulden, die ich hier mache. Das war schon noch mal ein innerer Schritt, den ich, den ich da gehen musste.
Auch absolut. Und das sind genau die Glaubenssätze, die mir auch jeden Tag wieder begegnen, dass Schulden einfach— das haben wir einfach so tief in uns drin, dass Schulden schlecht sind. Aber es gibt eben auch gute Schulden, ja. Und Immobilienschulden sind, solange du nicht deutlich über Objektwert kaufst, sind das immer positive Schulden, ja, weil der Wert, den du auf der anderen Seite hast, ja höher ist als deine Verschuldung. Also in dem Moment, wo du eben diesen sechsstelligen Kreditvertrag annimmst, aber auch diesen sechsstelligen Kaufvertrag unterzeichnest, bist du bilanziell gesehen im Plus, solange du seriös finanzierst, ja, also solange deine Immobilie eben mehr wert ist als der Kredit, den du den du aufgenommen hast. Also das kann ich total verstehen, dass das eine große Sorge war. Das sehen wir jeden Tag und so geht es eigentlich fast jedem von uns oder jeder von uns. Das ist einfach ein ganz großes Thema, diese Schulden, die man auf einmal an der Backe hat. Belasten die dich jetzt im Alltag noch, diese Schulden?
Überhaupt nicht, ganz und gar nicht. Also klar, man hat ab und zu mal zu tun mit einem Mieterwechsel und dann hast du natürlich auch, kann auch mal sein, dass du natürlich mal Leerlauf hast für einen Monat oder zwei, also weil dann an der Wohnung was gemacht werden muss. Also das muss man für sich muss man sich schon einkalkulieren, natürlich, ne, also dass das in dem Sinne nicht auf Jahre auch die Miete jeden Monat durchläuft, sondern muss in dem Sinne auch mal Puffer haben, dass man mal 2, 3 Monate Mietausfall verkraften kann.
Absolut.
Sozusagen die Rücklagen natürlich auch für die Immobilie hat. Aber ansonsten, nein, belastet mich das in meinem Alltag ganz und gar nicht.
Wunderbar, genau das ist ja auch der Wandel, den wir hören wollen. Immobilien sind eben, wenn man sie hat, sind sie einfach da und sind total unbelastend. Wie geht es weiter? Möchtest du noch eine Wohnung kaufen?
Ja, ich möchte auf jeden Fall noch eine Wohnung kaufen, weil meine Tochter fängt jetzt ihr Studium an. Und wo? Das wissen wir noch nicht genau. Also sie macht jetzt dann Abitur und sie hat große große Pläne, eigentlich ins Ausland zu gehen. Mal gucken. Mein Mutterherz schlägt da natürlich mit einem lachenden und weinenden Auge in dem Fall, weil einerseits hätte ich sie gerne bei mir und andererseits möchte ich sie natürlich unbedingt in die große weite Welt hinauslassen. Der Plan ist nichtsdestotrotz, in München in eine kleine Wohnung zu investieren, um ihr auch dann einen Grundstock zu geben. Also irgendwas im Bereich 50 Quadratmeter. Und diese Wohnung dann auch von ihr weiterfinanzieren zu lassen, dass man sagt, ich sorge jetzt dafür, dass wir eine Wohnung kaufen. Und dann ist aber schon der nächste Schritt, dass sie dann dafür irgendwann auch selber Verantwortung übernimmt.
Das wäre auch genau meine nächste Frage gewesen. Wie sieht es mit deiner Tochter aus? Ja, gibst du dein Immobilienwissen oder dein Finanzwissen weiter an deine Tochter und nimmst du die nächste Generation direkt mit ins Boot, weil ich glaube, das ist einfach was, was, das ist eines der größten Geschenke, das wir unseren Kindern mitgeben können, schnell auch finanzielle, so ein Basisstock zu bekommen. Und eine Immobilie, so klein sie sein mag, ist einfach eine Wahnsinns-, ist einfach eine riesige Absicherung, ja. Also auch für deine Tochter, auch wenn dir mal irgendwas passiert, oder wenn deine Tochter sich bindet und in eine Beziehung geht, hat sie einfach schon diese Wohnung, die ihr gehört, die ihr niemand wegnehmen kann. Und auf die sie immer zurückgreifen kann. Also das finde ich ist ein wahnsinniges Geschenk, das ich gerne jedem Elternteil ans Herz legen würde. Ja, wenn ihr könnt, dann versucht mit euren Kindern eine Wohnung zu kaufen, so früh wie möglich, oder eure Kinder dazu zu befähigen, selber eine zu kaufen, auch wenn die natürlich überhaupt keinen Bock haben mit 18, die haben ganz andere Sorgen und würden ihr Geld gerne in ganz andere Sachen investieren. Das verstehe ich auch.
Ja, absolut. Aber ich glaube auch, dass man das auf jeden Fall weitergeben sollte und vor allen Dingen die nächste Generation einfach dazu viel früher sensibilisiert. Wir wissen alle, wie das Rentensystem aussieht und wir werden da irgendwo noch ein bisschen was von mitkriegen. Aber wie sieht es für die jetzt eben gerade 18-, 19-jährigen Jugendlichen aus? Und von daher werden sie noch viel mehr als wir in private Vorsorge investieren müssen.
Absolut. Also alle werden sich um ihre eigene Rente kümmern müssen. Und gleichzeitig ist es auch einfach so, so einfach, je früher man startet. Also man braucht das eigene Anfangskapital natürlich, das ist das Problem. Aber wenn man mit 20 eine Wohnung kauft, dann ist die auch mit 45 abbezahlt und man trägt viel, viel länger die Früchte dieser Investition. Ja, von daher, je früher ihr könnt, desto besser. Andrea, ganz tolle Folge. Vielen Dank für alles, was du mit uns geteilt hast, auch dass du so ehrlich in die Fails gegangen bist, ja, und dann aber eben auch so viel Mut gemacht hast. Was sind denn 3 Tipps, die du unseren Hörerinnen noch mitgeben möchtest?
Das Erste ist, wenn man sich Ziele vornimmt und daran wirklich glaubt und vielleicht aus diesen Zielen auch für sich eine Vision baut, wie mein großes Ziel ist es, irgendwann noch mal eine Immobilie im Ausland zu haben, und ich stelle mir vor, wie ich mit meiner ersten Tasse Kaffee auf meiner eigenen Terrasse in Ibiza sitze. Und ich glaube, dass man sich aus seinen eigenen Zielen eine Vision baut, die so attraktiv ist, dass man wirklich daran festhält und auch Spaß daran hat, sich diesem Ziel dann auch zu nähern. Und das Zweite ist das, was du gerade gesagt hast: möglichst früh damit anfangen. Also frühstmöglich sich einen eigenen Finanzplan zu machen, auch sich zu überlegen, in welche Dinge investiere ich, was passt am besten zu mir? Und just do it. Also wirklich das so früh wie möglich auch für sich in die Tat umsetzen. Und am Ende ist natürlich Geld nicht alles. Am Ende gibt es noch viele andere wichtige Dinge im Leben und die darf man natürlich auch nicht vergessen und sollte dann da auch nicht sich zu verrückt machen.
Wunderbar, also macht euch eure Ziele zur Vision, fangt früh an, just do it, und Geld ist nicht alles. Macht euch da nicht zu verrückt, einfach einmal abhaken und dann leben, würde ich sagen. Genau, wunderbar, Andrea, das war eine ganz tolle Folge. Vielen, vielen Dank, dass du da warst, und bis bald.
Danke dir, bis bald, ciao!
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