Investieren, Vermieten, Kommunizieren – mit Julia Borrosch
12 Mar 2025 · 30 min
In dieser Episode des Happy‑Immo‑Podcasts spricht Host (SPEAKER B) mit Julia Borrosch, einer ehemaligen Immobilienfachfrau, die jetzt ein Beratungsunternehmen für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes leitet. Julia erzählt, wie ein persönliches Erlebnis – die finanzielle Not einer Freundin nach einer Trennung – sie dazu brachte, BWL zu studieren und sich auf Immobilien zu spezialisieren. Sie erklärt, warum sie kleine 1‑ bis 3‑Zimmer‑Wohnungen im Umland von Frankfurt (z. B. Aschaffenburg, Rottgau, Offenbach) kauft, welche Such‑ und Finanzierungsstrategien sie nutzt (großer Suchradius, 100‑%‑Finanzierung, Fokus auf Nebenkosten‑Sparen) und wie sie die Anbindung (S‑Bahn) als Kriterium wählt. Ein Großteil des Gesprächs widmet sich der Mieterkommunikation: Julia schildert einen schwierigen Fall in Rottgau, in dem ein Mieter zahlungsunfähig wurde, ins Gefängnis kam und über die Familie die Wohnung besenrein zurückgab. Sie betont, dass proaktive, auf Augenhöhe geführte Kommunikation und klare Regeln das Risiko von Mietausfällen minimieren. Weiterhin gibt sie Tipps zum Risikomanagement (Rücklagen für bis zu 12 Monate, besonders in sozial schwächeren Lagen) und spricht über die psychologische Hürde von Schulden. Als Schlüsselressource empfiehlt sie das Buch Rich Dad Poor Dad, das ihr die Angst vor 100‑%‑Finanzierung nahm und das Prinzip einer persönlichen Bilanz erklärt. Abschließend fasst sie ihre Kernempfehlungen zusammen: breiten Markt beobachten, klare Suchprofile, frühzeitig mit dem ersten Job sparen und sofort die erste Immobilie erwerben. Der Podcast enthält zudem Sponsorenhinweise (Indeed) und Aufrufe zum Folgen und Bewerten.
Chapters
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Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast die liebe Julia. Herzlich willkommen!
Ja, hi, danke, dass ich noch mal da sein darf.
Genau, du sagst das noch mal. Wir hatten dich neulich schon zu Gast und haben ganz viel positives Feedback bekommen von ganz vielen Frauen, die deine Immobilienstory noch hören wollen. Hatten wir ja sowieso geplant, und von daher bin ich total froh, dich hier ganz besonders zu Gast zu haben.
Ja, cool, ich freue mich auch sehr.
Und bevor wir starten, habe ich einen kurzen Aufruf an euch, und zwar, wenn euch unser Podcast gefällt und wenn ihr mehr Leute davon überzeugen wollt, in sich selbst zu investieren, in Immobilien zu investieren, finanziell frei zu werden, dann liked uns doch, bewertet unseren Podcast, liked den auf Apple, liked den auf Spotify. Damit helft ihr uns, dass wir bekannter werden, uns mehr Leute zuhören und mehr Frauen finanziell frei werden. So, dann zurück zu Julia. Ganz kurz, die meisten haben dich wahrscheinlich schon gehört, aber erzähl doch noch mal ganz kurz, wer du bist und was du machst. Ja, gerne.
Also ich wohne in Frankfurt mit meiner kleinen Familie und ich habe früher in der Immobilienbranche gearbeitet. Früher, so lange her, so lange her ist das noch gar nicht. Genau, habe mich gerade selbstständig gemacht. Und weiß gar nicht. Ja, das bin ich in Kurzfassung.
Mit was hast du dich selbstständig gemacht? Für diejenigen, die es nicht gehört haben, kann man dir folgen? Was muss man sich angucken?
Ja, ich habe mich selbstständig gemacht mit einer Beratung für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes. Das heißt, wenn man in der Schwangerschaft die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes bekommt, dann wird man von einem Diabetologen betreut oder auch gynäkologisch betreut, natürlich. Aber Diabetes findet ja den ganzen Tag statt und muss auch von der Patientin sozusagen selber therapiert werden mit der entsprechenden Ernährung und Bewegung und verschiedenen Lifestyle-Umstellungen und gegebenenfalls Insulin. Und da entstehen dann schon sehr, sehr viele Fragen häufig, wenn man mit Diabetes gar nichts zu tun hatte. Und das heißt, neben der medizinischen Betreuung komme ich dann ins Spiel und bin da für alle Fragen. Ich habe bestimmte Programme, die ich gerade alle aufsetze. Ich bin so in der Frühphase. Und genau, und dann helfe ich eben den Ladies dabei, gut durch ihre Schwangerschaft zu kommen.
Sweet Souls heißt ihr, ne? Man kann euch folgen. Also wenn ihr diese nicht so gute Nachricht bekommt, dann folgt Sweet Souls und dann wird hoffentlich alles gut. Ja, zurück zu den Immobilien. Besitzt du Immobilien? Du hast erzählt, du kommst aus der Immobilienbranche. Ganz oft ist das aber ja so, wie es gibt auch diesen Spruch: Der Schuster besitzt die schlechtesten Schuhe oder Sohlen oder so. Und das beobachte ich total oft. Frauen, Männer auch aus der Immobilienbranche um mich rum kaufen jeden Tag, verkaufen Wohnungen, Immobilien, aber nicht für sich selbst.
Wie sieht es bei dir aus? Ja, das ist ganz interessant, dass du das sagst. Also bei mir hat das Thema Immobilien eigentlich angefangen, so als Jugendliche. Ich habe da die Erfahrung gemacht, dass ich also eine mir nahestehende Person, also eine Frau, durch eine Trennung in eine finanzielle Notsituation geraten ist und eigentlich eine existenzielle Bedrohung finanziell gekommen ist. Sie hatte sich gerade was aufgebaut, eigentlich eine unternehmerische Person, und es drohte dann alles zu scheitern aufgrund dieser Trennung und dieser Abhängigkeit. Und das, glaube ich, hat mich sehr geprägt damals und hat wahrscheinlich auch den Grundstein dafür gelegt, dass ich dann mich entschlossen habe, BWL zu studieren. So unter dem Motto: Da hast du auf jeden Fall was sicher und irgendeinen Job mit BWL wird es immer geben, mit dem du Geld verdienst und dann sozusagen nicht in diese Abhängigkeit gerätst. Und im Studium dann saß ich dann da, aber in den riesigen Hörsälen mit tausenden anderen BWLern und dachte mir: Was mache ich hier jetzt eigentlich? Also wer bin ich in dem Ganzen und was genau möchte ich machen?. Und dann habe ich mich ganz konkret für Immobilien entschieden, habe dann sozusagen dann im Masterstudium dann Immobilienfokus gelegt. Und das waren so ganz konkrete Punkte, und die finde ich, treffen immer noch zu, warum ich Immobilien toll finde, warum ich ja eigentlich meine gesamte Karriere darauf aufgebaut habe. Und das ist zum allerersten Mal aus einer persönlichen Perspektive, also Häuser und Gebäude prägen jeden Menschen. Also wenn man so zurück in seinem Leben zurückdenkt, dann denkt man ja häufig an Orte, also an Wohnungen. Also wenn ich über einen bestimmten Lebensabschnitt spreche, dann sage ich auch in der Maikottenstraße, weißt du noch, in der Maikottenstraße oder so, weil man verbindet es einfach mit dem Haus und sehr prägend und daher ein emotionales Produkt, was ich an Immobilien total toll finde.
Und das ist total spannend, dass du das sagst, weil viele verbinden mit Immobilien ja auch eher Immobilienhaie und eher was total Negatives. Also auch gerade diese ganzen Bewegungen Deutsche Wohnen enteignen und so, die kommen genau aus diesem Ursprung, das eigentliche Wohnen und Immobilien, was das ist, unser Zuhause. Und irgendwie ist dieser Immobilienmarkt negativ. Wie sagt man das denn? Geturnt? Mir fällt gar nicht ein, wie ich das sagen soll. Also es wurde irgendwie gedreht ins Negative. Aber eigentlich ist Wohnen, Leben, Arbeiten Zusammensein, alles geht eigentlich nur durch Immobilien oder durch den Raum zwischen den Immobilien. Und dahin müssen wir zurückkommen, dass wir das wieder als was Positives sehen, indem wir eben tolle Sachen zusammen erleben.
Ja, absolut. Und das ist auch das Tolle daran, was du machst, was ihr macht, also mit Happy Immo, dass man eben einen ganz anderen Bezug bekommt zur Immobilie und merkt: Hey, es ist auch meins, ich darf es zu meinem machen und ich habe einen Teil davon, ein Stück Stadt und Das ist auch so ein weiterer Punkt für mich gewesen, dass ich, also ich komme ja so ein bisschen aus dem Investment- und Finanzbereich und saß dann da in den Finanzvorlesungen. Aber Immobilien sind ja auch ein Anlageprodukt, aber ich kann selber Einfluss darauf nehmen. Also im Gegensatz zu einer Aktie oder irgendeinem anderen Finanzprodukt, da müsste ich schon sehr, sehr großer Anteilseigner sein, um wirklich Einfluss zu nehmen mit meinen Stimmrechten auf die Aktiengesellschaft. Und bei einer Immobilie kann ich hingehen, ich kann den Wert verändern, indem ich selber so hands-on entweder selber renoviere oder festlege, was renoviert werden soll. Das mag ich auch super gerne an Immobilien. Und aus Finanz- und Investment-Sicht ist es halt auch einfach, muss man sagen, ein Asset, was jetzt nicht— es ist jetzt hier kein synthetisches Derivat oder so, sondern es ist auch einfach ja eigentlich ein gut verständliches, gut verständliches Anlageobjekt. Und einer der wichtigsten Punkte damals für mich, für die berufliche Entscheidung, war dass ich, wenn ich mich dann mit Immobilien auskenne, also wenn ich den beruflichen Weg gehe, dass ich dann auch die Möglichkeit habe, das Wissen zu nutzen, um für mich selber zu investieren. Das war schon immer irgendwie so im Hinterkopf der Gedanke so, hey, wenn du, wenn du diese Karriere gehst und Arbeitnehmerin bist, dann lernst du ja auch ein bisschen was für dich selber und am Ende kannst du es vielleicht nutzen und auch selber was kaufen. Sehr schlau. Ich habe mich dann ein bisschen geärgert, ein paar Jahre, dass ich dann erst so spät auch wirklich gekauft habe. Also ich war dann 32, als ich dann meine erste Immobilie gekauft habe.
Und dann nimm uns doch mal mit, was hast du gekauft?
Genau, also ich kaufe kleine Wohnungen, also 1- bis maximal 3-Zimmer-Wohnungen, so 30 bis, also die, die eines 64 Quadratmeter, in gut angeschlossenen Lagen, aber nicht sozusagen, also ich wohne jetzt in Frankfurt, das heißt nicht Frankfurt direkt, sondern eher so Umland.
Und wo suchst du da? Also wir haben viele, die in Frankfurt suchen oder in Frankfurt wohnen oder in München oder in Hamburg und die sagen, das ist total schwierig, kann nichts mehr finden. Was ist da dein Profil? Was hast du eingestellt?
Ja, also jetzt muss ich dazu sagen, kleiner Disclaimer, also ich habe jetzt in dem letzten Jahr, war ich nicht aktiv. Das heißt, es kann sich schon verändert haben. Wo ich gekauft habe in 2018 und ich halte das immer noch von Frankfurt aus für einen guten Markt, ist Aschaffenburg. Das ist mit dem Auto, sind 35, 40 Minuten. Ich finde das total machbar.
Ist ja auch Bayern, oder? Da spart man auch gut Grunderwerbsteuer.
Ja, das fand ich auch damals schon richtig interessant daran, weil das eben ja sehr— ich meine, für die Anschaffung, die für die Nebenkosten in der Anschaffung, ist das schon, ist das schon sehr gut, wenn du 3% weniger Kosten hast. Also es macht schon was aus. Und ich habe auch mit einer 100%-Finanzierung gekauft, das heißt, das Eigenkapital ausschließlich für die Anschaffungsnebenkosten ausgegeben. Und da dann noch mal 3% zu sparen, ist natürlich nicht schlecht.
Ja, genau, das ist super.
Aschaffenburg und Rottgau, Rottgau-Niederroden, das sind auch so 30 bis 45 Minuten.
Wie bist du auf Rottgau gekommen? Mir fällt direkt ein, Rottgau, monoton. Ja, genau. Kennst du Rottgau?
Ich kenne, das ist eine reine Markt— Recherche gewesen. Also ich habe glaube ich den, den, die Umkreissuche relativ groß gestellt und habe dann immer mal wieder kleine Wohnungen in Rottgau gefunden und habe festgestellt, dass die S-Bahn-Verbindung sehr gut ist. Also man ist in, mit der S-Bahn, die fährt durch, und wenn man da eine Wohnung an der S-Bahn hat, dann ist man in 25 Minuten an der Konstablerwache.
Das heißt, dein Vermietungsziel oder deine Mieterinnen sind wahrscheinlich Pendler.
Pendler. Genau. Pendler und diejenigen, die eben vielleicht auch eigentlich gerne in Frankfurt wären und auch privat, aber eben aufgrund der Marktsituation dann was im Umland suchen.
Das heißt, dann ist das doch eigentlich der erste Tipp, oder? Man sucht sich die Stadt aus, man setzt den Radius ziemlich groß, ziemlich weit, meinetwegen 60, 70 Kilometer. Und bestimmt Kaufpreis und Größe ungefähr und guckt, wo denn was kommt. Und dann wird sich eben so was wie Rottgau herausfiltern.
Genau, ich würde dann da eben immer auf die, an die Anbindung, auf die Anbindung achten. Also bei so einem Radius gibt es natürlich auch viel auf der grünen Wiese, dann keine Ahnung, die Einliegerwohnung im Einfamilienhaus, die rausverkauft werden soll, würde ich jetzt nicht empfehlen. Aber genau wie du sagst, also einfach mal die Märkte anschauen, die kleinen Städte, Auch da wohnen Menschen und auch da gibt es gute Mieter und oft ist das preislich ganz attraktiv.
Perfekt. Wie ging es dann weiter? Du hast diese Wohnung gesehen und ich habe die gesehen und eigentlich direkt zugeschlagen.
Ich glaube, dass das Beste wäre, also ich würde eigentlich am liebsten über die Learnings sprechen. Also ich habe in dem Jahr noch eine Wohnung gekauft, die in Rottgau. Und dann 2 Jahre später in Offenbach. Also das sind so die 3 Märkte, in denen ich gekauft habe. Und das, was am prägendsten war, oder was ich gerne eigentlich mitgeben würde, ist das Thema Mieterkommunikation. Weil am Ende steht und fällt ja der Erfolg von dem Cashflow, den du hast, ja mit dem Mieter, den du in die Wohnung holst. Und du kannst ja wenn die Wohnung nicht vermietet ist, selber Einfluss darauf nehmen, wen du nimmst und wie du auch mit dem Mieter kommunizierst. Und da ist es eben so, da könnte ich das Beispiel von Rottgau erzählen. Das war so in Rottgau, dass ich die Wohnung vermietet übernommen habe. Und dann kam es eben zu der Situation, dass der Mieter— also es ist eine relativ sozial schwach, weiß ich gar nicht, aber eine angespannte, angespannte Lage in Rottgau und Der Mieter ist dann in finanzielle Schwierigkeiten geraten, und das hat dann am Ende dazu geführt, dass ich den Mieterwechsel hatte nach mehreren Monaten Schwierigkeiten. Also der Mieter hat die Miete nicht gezahlt, ich musste ihn mehrmals anmahnen, die Miete zu zahlen, und letztendlich ist er dann ausgezogen, und ich konnte Mieterwechsel machen. Und was ich da festgestellt habe, ist, im Endeffekt konnte ich nach dem Mieterwechsel all meine Bedingungen so klar kommunizieren, das hat so nachhaltig gewirkt, dass das für mich ein Riesen-Learning ist, dass das massiven Einfluss hat.
Du hast ja schon vorweggenommen, es gibt ein Happy End. Du hast jetzt hier den besten Mieter gefunden und diese Wohnung hat eben positiven Cashflow. Und der richtige Mieter, die richtige Mieterin, die eben treu die richtige Miete zahlt, ist dafür verantwortlich, dass dein Objekt im Positiven ist, ne?
Also das, da hast du total recht.
Und Gleichzeitig sprichst du hier eigentlich die Sorge Nummer 1 an: Was ist, wenn meine Mieterin, mein Mieter die Miete nicht zahlt? Wenn das ein Messi ist oder einfach Mietnomade? Ja, war das bei dir der Fall? Also der Mieter, den du quasi mitgekauft hast, war der Messi oder Mietnomade?
Ja, das ist so interessant. Also tatsächlich war es so, dass der Mieter eines meiner größten Bedenken war, bevor ich die Wohnung gekauft habe. Ich habe schon gesehen bei seinem, also wie er eingerichtet war.
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Ich habe es letztendlich dann doch gemacht, weil die, weil ich das Objekt so gut fand. Und es kam dann aber wirklich so, wie mein Bauchgefühl es mir auch schon ein bisschen prophezeit hatte, dass er dann in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Und es hat angefangen, die Miete kam dann Mitte des Monats, dann nächsten Monat schrieb er eine E-Mail, ob er ein bisschen Aufschub bekommen könnte. Und das ging so von einem Monat zum nächsten. Und letztendlich war es tatsächlich so, dass die Miete dann nicht mehr kam. Ich habe ihn dann aber— wir hatten immer, und das ist glaube ich super wichtig, wir hatten immer eine Kommunikation auf Augenhöhe. Also ich habe sogar, ich hatte sogar einen WhatsApp-Chat. Ich weiß, viele Vermieter sind jetzt sagen, okay, das würde ich niemals machen. Das geht natürlich auch nur begrenzt mit einer gewissen Anzahl an Objekten. Für mich hat das damals noch funktioniert, dass ich mit dem, mit dem Mieter sehr direkt kommuniziert habe, weil ich wusste, dass ich ihn an einer quasi an einer kurzen Leine halten muss. Und ich habe ihm geholfen, finanzielle Hilfen vom Staat zu beantragen, und dann lief's. Also das ist natürlich jetzt schon extremer Fall, aber Was ich auf jeden Fall mitgeben würde, ist, wenn man denn merkt, da läuft irgendwas nicht so, dann würde ich nicht zurückschrecken und mich verstecken als Vermieter oder Angst haben, sondern ich würde proaktiv auf die Mieter, auf den Mieter oder die Mieterin zugehen und einfach sagen, erzähl, was los ist. Und entweder wir finden eine Lösung und wenn nicht, dann helfe ich dir irgendwie, was anderes zu finden. Und damit kommen Mieter eigentlich sehr, sehr gut klar, bauen ein Vertrauensverhältnis auf und sprechen dann auch offen und sagen dir dann, hey, ich kann nicht zahlen. Dann kann man ja immer noch entscheiden, Passen Sie mal auf, so geht es nicht. Und ab jetzt gibt es eine Mahnung und dann gibt es noch eine und dann ist Schluss. So, das kann man ja immer noch machen, aber man hat dann auf jeden Fall die Information und das ist dann, das verhindert eigentlich dieses Nomadenthema, dieses der Mieter spricht nicht mit mir, er zieht sich zurück.
Wow, ja, das hört sich schon ganz schön weise an und ziemlich beeindruckend, dass du das dann so hinbekommen hast und auch so. Aber da ist ganz schön viel Wahres dran. Wie hast du es denn trotzdem hinbekommen? Also ich habe ja verstanden, er ist dann am Ende ausgezogen, oder?
Ja, es ist, es ist eine krasse Geschichte, weil er dann am Ende— das, ich weiß gar nicht, wie häufig müsste man, man müsste meine Statistik sehen, aber das ist sehr, sehr selten. Ich will jetzt niemanden Angst machen. Der Mieter ist tatsächlich ins Gefängnis gekommen. Dann, er war dann weg, Kommunikation ist abgebrochen, ich habe keine Miete mehr bekommen. Aber, und Und das ist wieder der Punkt. Ich hatte durch den guten Kontakt mit ihm so viele Informationen von ihm, dass ich die Möglichkeit hatte, seine Familie zu kontaktieren. Ich habe seinen Bruder angeschrieben und der hat mir das erzählt. Und der hat dafür gesorgt dann letztendlich, dass jemand aus der Familie in diese Wohnung reingegangen ist und die Wohnung entrümpelt hat. Und auch sogar die Wohnung besenrein, er hat sogar gestrichen, besenrein und gestrichen mir übergeben hat. Und natürlich ist das ein extremer Fall, den man nicht haben möchte. Aber selbst wenn das passiert, steht und fällt es wirklich damit, wie man mit dem Menschen kommuniziert hat, von Anfang an. Und deswegen wäre es mein größter Tipp in der Vermietung, wirklich von Anfang an das Ganze auf Augenhöhe zu machen, Vertrauensverhältnis aufzubauen und sich bewusst darüber zu sein, dass es teilweise Es kann ja auch genau in die andere Richtung gehen, dass man jahrelang nichts voneinander hört. Es ist einfach ein tipptopp Mieter, der zahlt einfach jeden Monat und dann sieht man sich jahrelang nicht auch. Und dann wird man immer daran zurückdenken, an diese ersten Gespräche. Und deswegen ist es so wichtig, in diesen ersten Gesprächen einfach all das zu sagen, was dir wichtig ist. Und bei dieser— ich habe ja dann, nachdem er dann weg war, nachdem ich die Wohnung zurückbekommen hatte, übergeben bekommen hatte, neu vermietet. Und bei diesem neuen Mieter, aufgrund dieser wirklich heftigen Erfahrung, war ich dann sehr, sehr klar und habe gesagt: Passen Sie auf, ich habe hier die Erfahrung gemacht. Das wusste der auch, weil er eben aus dem Haus gehört hatte, was passiert war in dieser Wohnung. Und ich habe ihm gesagt: Wenn die Miete nicht kommt, da bin ich, da muss ich in diesem Fall jetzt hier knallhart sein. Also bitte zahlen Sie Ihre Miete pünktlich. Und er hat das, der hat sich das so zu Herzen genommen und er hat das auch. Es war ihm auch, es leuchtete auch ein. Da war ein heftiger Fall und die Vermieterin möchte das nicht noch mal haben. Alles klar, unter der Bedingung ist er eingezogen und das hat zu einem sehr klaren und vertrauensvollen, aber sehr klaren Verhältnis geführt zwischen uns.
Also erst mal herzlichen Glückwunsch, dass das so gut funktioniert hat und dass du aus so einem quasi Fail was Positives gedreht hast. Das sagt man ja immer, man kann hinfallen und dann kann man liegen bleiben oder man steht eben. Wieder auf. Und eigentlich bist du genau das Hinfallen durchgegangen, das, vor dem so viele Angst haben, also einen schrecklichen Mieter zu haben, der die nicht mehr zahlt. Und den genau, also irgendwie zu schauen, wie du da wieder auf deine, auf deine Mieteinnahmen kommst, damit du deinen Kredit abbezahlen kannst. Und du hast es geschafft, du bist da drangeblieben. Aber was ich eben so toll finde, dass diese, also kleines Detail, aber dass diese Wohnung auch noch gestrichen und besenrein übergeben wurde. Weil das zeigt ja wirklich, dass da überhaupt kein Groll war gegen dich und dass ihr dieses gute Verhältnis hattet. Und das finde ich sehr bemerkenswert. Also total gut, dass du das so hinbekommen hast und wahrscheinlich gar nicht so, gar nicht so wahnsinnig schwierig. Es hört sich gar nicht so schwierig an. Absolut.
Das würde ich auch sagen. Und ich habe auch 70% der von ihm nicht gezahlten Miete von der Familie bekommen. Also es war echt ein echt für die, für die Heftigkeit dieses Falles war es ein sehr kleiner Mietverlust. Und es ist ja sehr, sehr seltener Fall. Also das muss man jetzt hier auch mal sagen, dass das wirklich für die, also zumindest im Frankfurter Raum habe ich das jetzt.
Ja, ist total. Ich habe die Zahlen nicht genau parat. Ich glaube, es gibt 30.000, 30.000 Leute in Deutschland, glaube ich, die keine Miete zahlen auf 80 Millionen. Also es ist wirklich 0,00% irgendwas. Aber trotzdem, es könnte passieren. Und wenn es passiert, dann wäre es eben schon so ziemlich der Worst Case, aber man kann ihn lösen. So, und das ist genau wie du sagst, also man hat dann meistens sowas wie eine Durststrecke, in der man maximal 12 Monate, so lang dauert es in der Regel maximal, in der man keine Miete bekommt. Und wenn man die, also unser Tipp ist immer, spart was an, legt direkt was zur Seite. Also diese Wohnung, wir raten ja Frauen dazu, so wie du sagst, eher kleinere Wohnungen zu kaufen, und dann ist auch eine Monatsmiete gar nicht so wahnsinnig hoch. Ja, ich weiß nicht, wie hoch bei dir eine Monatsmiete Miete war, aber sagen wir mal 300, 400 €, und genau, und das mal 12, das kann man sich ausrechnen, ne, das sind, da ist dann was um die 5000 €, und wenn man die sich direkt auf ein Konto legt oder anspart über 1, 2 Jahre, dann hat man auch einfach dieses Polster für den Fall, dass jemand ausfällt, und muss nicht gleich in Panik verfallen, falls diese Miete eben ausfällt.
Ja, auf jeden Fall, das würde ich bei Wohnungen in Gegenden mit, also in sozial schwachen Gegenden würde ich das auf jeden Fall auch empfehlen.
Ah, das ist ein guter Tipp. Genau, dass man darauf achtet, dass man, weil viele haben ja auch, wir gucken auch immer Lage, Mikrolage und so weiter. Und was ist denn, wenn man jetzt feststellt, sozial schwache Gegend, kann man da trotzdem kaufen oder nicht? Und natürlich, weil es gibt ganz viele Menschen, die genau da wohnen wollen und müssen. Und wenn man dann Angst hat, dann sollte man eben dieses kleine Polster anlegen. Aber dann spricht gar nichts dagegen, in diesen Gegenden zu kaufen.
Ja, genau. Und gerade dann in diesen Lagen würde ich auch sagen, dass das mit der Mieterkommunikation, dass das sehr, sehr wichtig ist und ausschlaggebend eigentlich für den Erfolg mit der Mieterbeziehung.
Okay, wunderbar. Das heißt, dein Tipp ist: Achtet auf die Mieterkommunikation. Hast du zu diesem Thema noch direkte Tipps, wie man das angehen soll? Du hast eigentlich gesagt: Klar sein, klar erklären, warum die, was deine Grenzen sind, was deine Bedingungen sind, aber eben Natürlich auf Augenhöhe und auf eine freundliche Art. Genau. Ja, wir sind hier schon wieder bald am Ende. Ich glaube es gar nicht. Es geht immer so schnell mit dir. Was hast du denn noch für— was willst du noch mitgeben zum Thema Immobilie kaufen?
Ah ja, also ich glaube, gerade wenn es auch, wenn jetzt hier Menschen zuhören, die noch keine Immobilie bisher gekauft haben und irgendwie überlegen, die erste Immobilie anzuschaffen, dann war bei mir immer das, oder lange, da war bei mir lange Zeit das Thema Schulden so ein Hindernis.
Und ich hatte die große Angst vor Schulden. Die ist wirklich so, Messies, Mietnomaden und Schulden, das sind so die großen Wolken über unseren Köpfen.
Ja, und das kann ich auch verstehen. Ich, es gab dann aber den Turning Point bei mir und das ist vielleicht noch was, was ich gerne mitgeben würde. Und zwar ist es ein Buch, was ich gelesen habe, in dem das, in dem, bei dem es bei mir dann Klick gemacht hat und ich die Angst vor einer großen Menge Schulden, die man ja bei einer 100% Finanzierung braucht, die mir die Angst genommen hat. Und zwar ist das Rich Dad Poor Dad. Das ist ja so ein ganz alter Klassiker aus der, aus dem Bereich der persönlichen, des persönlichen Finanzaufbaus und vor allen Dingen aber auch bezogen auf Immobilien. Und da wird das Thema so gut erklärt und so griffig gemacht. Und im Endeffekt kann man so zusammenfassen, dass man sich vorstellen sollte, man hätte eine persönliche Bilanz. Bilanz kennt jeder, Einnahmen und Ausgaben, zwei Bereiche. Und wenn man sich vorstellt, das hat man aber für sich selbst und nicht nur aus Unternehmenskontext, und sich dann einfach mal vorstellt, man hat die, die Einnahmen durch Lohn und Gehalt oder durch andere Einkommensströme, dann ist es so, da wird in dem Buch in drei Bereiche unterteilt. Arme Personen, Mittelklasse und vermögende Personen. Und wenn wir uns jetzt vorstellen, wir sind Immobilienbesitzer, dann wollen wir uns ja zu den vermögenden Personen zählen, vor allen Dingen auch in die Zukunft gerichtet. Also wir möchten gerne Vermögen aufbauen und finanziell unabhängig sein. Der Unterschied in den Bilanzen ist, dass bei einer, einem armen Menschen der kein Vermögen aufbaut, der keine Immobilien hat, da fließt das Einkommen sofort durch die Ausgabenseite wieder raus und ist weg. Im Mittelstand kommt hinzu, dass man noch Vermögenswerte und Schulden hat. Also fließen, kommen die Einnahmen rein, sie fließen durch die Ausgaben, es bleibt aber ein bisschen über. Das heißt, man kann einen Kredit für sein eigenes Haus zum Beispiel abbezahlen und dann geht das Geld raus. Und der Unterschied ist jetzt für jemanden, der eine Immobilie kauft, um sie zu vermieten, also so wie im Happy Immo Club das gelehrt wird, Anlage, Vermögen aufbauen und Altersvorsorge tätigen, da fließt das Geld von der Einnahmenseite natürlich auch durch die Ausgabenseite, weil ich habe Kosten. Es fließt dann aber in die Asset-Seite, in die Anlage-Seite, und das Geld von der Immobilie fließt wieder zurück in meine Einnahmenseite. Und das ist der Unterschied: Man vermehrt sein Geld durch Immobilien. Ja, kann man das verstehen?
Das kann man verstehen, das hast du total gut erklärt.
Man kann auch—
ich sage immer, man leiht sich Geld, also keine Bank, früher schon, aber heutzutage nicht mehr, gibt einem mehr Geld für eine Immobilie als das, was sie wert ist. Ja, das heißt, die Schulden sind immer weniger als der Wert, den man am Ende auf der Hand hat. Und das ist so das erste Bild, dass man sich vorstellen kann. Und dann kann man sich durch den Cashflow einmal durchdenken. Julia, danke schön für dieses Gespräch. Ich habe deine Tipps schon direkt mit aufgeschrieben. Also erstens mal, wenn man in einem, egal wo, egal wo man wohnt und man weiß nicht, wo man suchen soll, das ist total smart, einfach mal den Markt zu beobachten, 1, 2 Wochen oder vielleicht auch 3, 4 Wochen, großes Suchprofil erstellen, gucken, wo kommen interessante Sachen auf, und sich dann auf diesen, auf diesen Ort fokussieren. Dann keine Angst vor, vor Fails, egal ob es die Mietnummern oder die Messies sind. Ihr kommt dadurch vor allem mit guter Kommunikation, denn dann wollen alle am gleichen Strang ziehen. Und dann das Buch Rich Dad Poor Dad lesen und keine Angst vor Schulden haben. Willst du noch was sagen?
Hast du noch einen Tipp? Du hast das super zusammengefasst und ich glaube, das Wichtigste ist anzufangen. Also je früher, desto besser. Am besten in den ersten Jobjahren, sobald man einen Job hat, sparen auf die erste Immobilie.
Also das ist doch der beste Tipp. Sobald man den ersten Job hat, sofort. Nicht mit 32 anfangen, so wie Julia, nicht mit 33, so wie ich, sondern direkt mit 20, 25, 28, wann auch immer ihr mit eurem Job startet, kauft eure erste Immobilie. Dankeschön, Julia. Vielen Dank für deine Zeit, für deine ganzen Tipps. Und guckt euch Sweet Souls an, bewertet abonniert unseren Podcast und ich wünsche euch einen tollen Tag.
Ciao, ciao!
Ciao, danke dir, tschüss! Spring just slid into your DMs. Grab that boho look for that rooftop dinner, those sandals that can keep up mit euch, und hang some string lights to give your patio a glow up.
Spring's calling.
Ross, work your magic.
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