Let‘s talk Family Finances - mit Marielle von den Beziehungsinvestor_innen
17 Apr 2024 · 20 min
In this episode of the Happy Immo Podcast, host SPEAKER A interviews Marielle, co‑founder of the Beziehungs‑Investor:innen, a consultancy that helps couples and families navigate money matters. Marielle shares how differing financial backgrounds in her own relationship sparked the idea to create a service for couples, noting the lack of gender‑balanced financial advice. She emphasizes the importance of discussing money from the start of a relationship, suggesting concrete conversation starters about early earnings, spending habits, and family attitudes toward money. The duo explains their three‑account model: individual accounts, a shared household account, and a joint savings account where each partner contributes a percentage of their income, smoothing income fluctuations and implicitly compensating care work. They describe how they split parental leave equally, the financial planning involved, and how this experience led them to develop courses on Elternzeit planning. Marielle also details their real‑estate portfolio of three properties, including ownership structures, financing through her mother, and cash‑flow generation via Airbnb. Legal considerations such as a tailored marriage contract are discussed, illustrating how they protect assets while ensuring fairness. Throughout, Marielle offers practical tips: talk openly about money, keep a household ledger (they use Excel), and continuously negotiate equality in the partnership, especially after children arrive. The conversation underscores the value of peer groups, transparent financial models, and proactive planning for both short‑term cash flow and long‑term retirement security.
Chapters
Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Ich habe heute Marielle zu Gast. Herzlich willkommen!
Hallo, vielen Dank für die Einladung.
Total gerne, ich freue mich, dass du da bist. Erzähl mal gleich, wer du bist und was du machst.
Ja, ich bin Marielle, ich bin ein Teil der Beziehungs-Investor:innen. Gemeinsam mit meinem Mann Mike mache ich das jetzt seit 2016, dass wir gemeinsam Paare unterstützen bei ihren Finanzen und und ja, uns da mit dem Thema Geld in der Beziehung beschäftigen, aber vor allem auch inzwischen Geld in der Familie, weil wir selbst zwei Kinder haben. Ursprünglich bin ich Betriebswirtin und habe zuletzt als Personalentwicklerin gearbeitet in einer Unternehmensberatung, aber jetzt nur noch Beziehungsmeisterin.
Total cool. Ich merke nämlich bei uns im Club, wir beraten ja Frauen beim ersten Wohnungskauf und da kommen ganz viele Fragen zum Thema oder die Augen werden groß, wenn man mal darüber spricht, wie man eigentlich die Finanzen zu Hause aufgeteilt hat. Von daher Total spannend, dass es euch gibt. Wie ist das denn bei euch? Also wie kam die Idee auf, dass ihr euch überlegt habt, wir brauchen so eine Beratung, wir müssen das jetzt machen?
Also bei uns war es tatsächlich so, dass wir mit sehr unterschiedlichem finanziellen Hintergrund in die Beziehung gekommen sind und das auf zwei Ebenen. Also zum einen habe ich mehr Geld in die Beziehung mitgebracht und vor allem auch schon Investitionen. Und Mike hat eigentlich quasi am Monatsende halt nichts mehr auf dem Konto gehabt. Also einmal die finanzielle Lage, aber dann vor allem auch das Finanzwissen. Also ich habe das halt von zu Hause mitbekommen. Bei uns war das ein ganz offenes Thema. Meine Eltern haben über ihre Immobilieninvestitionen mit uns gesprochen, darüber, was sie verdienen und so weiter und so fort. Und wir waren jetzt kein Großverdienerhaushalt. Meine Eltern sind beide verbeamtet, aber jetzt keine Unternehmer oder so was, sondern ich würde sagen Mittelstand waren wir schon. Schon grob in der Mittelstand, aber so. Aber bei uns wurde halt immer über Geld geredet. Und bei Mike, war das anders. Ich glaube, ich würde sagen, seine Eltern haben wahrscheinlich ähnlich verdient wie meine, aber bei ihm wurde nicht über Geld gesprochen und es gab auch keine Investitionen, sondern Geld war da, um es auszugeben. Und als wir dann eben zusammengekommen sind, da waren wir beide noch ziemlich jung. Ich war gerade kurz vor meinem 18. Geburtstag und er war 23 oder so. Und da sind Welten aufeinandergeprallt, weil ich mir dachte, was, er ist doch schon Student und so und er hat kein Geld übrig. Wie kann das sein? Und ich wollte eben Dinge machen. Ich wollte verreisen, ich wollte irgendwie was mit meinem Geld auch tun, das ich hatte. Und er konnte nicht mitmachen, weil er nichts hatte. Und so haben wir angefangen, über Geld zu reden und haben all diese Dinge miteinander ausbaldobert. Und ich habe ihm dann auch geholfen, dass er auch sein Geld irgendwie in den Griff bekommen hat und wir angefangen haben, gemeinsam Vermögen aufzubauen, ein bisschen später. Und dann kam halt so auf, dass wir gesagt haben, wir suchen irgendwie andere Paare, mit denen wir uns darüber austauschen können, wie die das denn machen. Und da haben wir keine gefunden, weil in unserem Freundeskreis die Paare selbst nicht miteinander über Geld geredet haben.
Und das ist nämlich was, was ich auch merke, dass ganz viele Leute nicht mit ihren Freundinnen über Geld reden, nicht in den Familien über Geld reden, aber in den Beziehungen auch nicht über Geld reden.
Genau. Und das ist uns einfach aufgefallen. Dann haben wir gesagt, okay, dann suchen wir jetzt online, weil wir haben da die ganzen Finanzpodcasts gehört. Damals gab es nur von Männern für Männer.
Mhm.
Hör mich an. Dann haben wir festgestellt, da gibt es auch nichts für Paare und erst recht auch nichts für Frauen. Also da ging es gerade so langsam los mit Frauenthemen bei den Finanzen. Und ja, dann haben wir gesagt, na dann machen wir das halt jetzt, weil Mike ist Psychologe, ich bin Betriebswirtin. Haben wir gedacht, das ist eigentlich eine perfekte Kombi für dieses Thema, machen wir. Und dann ist das mehr aus quasi dem eigenen Bedarf heraus entstanden und hat einfach sehr großen Anklang relativ schnell gefunden, weil es offensichtlich vielen so geht wie uns.
Ja, ich finde es total geil. Ich finde, jeder sollte das hören. Und wie ist das denn? Also was sagt ihr, ab wann sollte man über Geld reden mit dem Partner oder mit der Partnerin?
Ich finde, man sollte von Anfang an über Geld reden und sich auf dieser Geldebene genauso kennenlernen wie auf jeder anderen. Also wenn wir uns daten, dann erfahren wir ganz viel übereinander, sprechen über Hobbys, sprechen über unsere Familien, über unsere Vergangenheit, über unsere Zukunftsträume und so. Aber das Thema Geld wird halt sehr oft ausgespart. Und warum nehmen wir das nicht rein wie jedes andere Thema auch und fragen einfach mal: Wann hast du denn das erste Taschengeld bekommen? Wofür gibst du denn gerne Geld aus? Was sind deine Träume? Weil ich meine, wenn man mal überlegt, alles, was wir uns irgendwie wünschen für die Zukunft, wird Geld kosten.
Ja, und hast du da Tipps, wie man das am besten macht? Denn ich glaube, du hast total recht, was du sagst. Ich stelle es mir nur ein bisschen weird vor. Also wenn man sich dann, also irgendwann dann sitzt man zusammen und fragt deinen Schatz, wann hast du das erste Mal Taschengeld bekommen? Also das ist so ein bisschen, ich glaube, es gibt auch viele Leute, die würden eigentlich ganz gern drüber reden, wissen aber gar nicht so genau, wie anfangen. Wie würdest du das machen?
Also ich würde tatsächlich über so dieses, wie hast du dein erstes Geld verdient, glaube ich, gehen. Weil da hat man oft irgendeine lustige Story, dass man irgendwie vom ersten Ferienjob erzählt oder von, wie man den Nachbarn geholfen hat oder so. Oder vielleicht auch mal fragen, wofür hast du mal Geld ausgegeben und dich richtig geärgert im Nachhinein? Oder dich auch besonders drüber gefreut? Also wegzugehen von der heutigen Situation, also nicht direkt fragen, wie viel verdienst du eigentlich? Oder wie viel hast du auf dem Konto?
Genau, das finde ich glaube ich auch ein bisschen dämlich.
Genau, aber halt wirklich eine Ebene drunter zu gehen und sich da kennenzulernen einfach und zu verstehen, vielleicht auch mal zu fragen, wie war das denn bei euch zu Hause mit dem Geld? Bist du auch zum Weltspartag gegangen als Kind? Solche Sachen, also auch zu erfahren, wie ist das Thema denn im Elternhaus gewesen, weil das ist auch für uns ganz, ganz wichtig.
Das finde ich wunderbar. Du hast nämlich total recht, das stimmt. Also man lernt sich auf jeder Ebene kennen, aber auf der Finanzebene meistens nicht. Das ist echt auch so ein Mindset-Punkt, den wir da ändern sollten.
Ja, und je früher man halt drüber spricht, desto weniger komisch wird es. Dann wird es gar nicht erst zu einem Tabuthema. Und wenn man jetzt schon ein bisschen länger in einer Beziehung ist, und merkt, ich will das Thema mal starten, dann würde ich es genauso machen. Also ich würde nicht sagen, hey Schatz, wir müssen jetzt heute mal über Geld reden, weil ich habe in dem Podcast gehört, wir müssen über Geld reden, sondern ich würde wirklich versuchen, dass man sich da kennenlernt, dass man Verständnis füreinander aufbauen kann, weil jeder bringt sein Geldpäckchen, seine Geldgeschichte mit und das ist vollkommen gut und okay. Man kann da super voneinander profitieren, wenn man Verständnis füreinander aufbaut. Dem versteht, wo der andere herkommt.
Ich glaube, mein Tipp wäre, unauffällig diesen Podcast einfach mal morgens in der Küche laufen zu lassen.
Sehr gute Idee, ja.
Sag mal, du hast zwei Kinder. Ab wann habt ihr, oder wie habt ihr dann eure Finanzen aufgeteilt? Seid ihr verheiratet? Habt ihr ein gemeinsames Konto? Wer hat Elternzeit genommen? Wer hat Geld verdient? Was habt ihr mit dem Geld gemacht? Habt ihr rentenmäßig vorgesorgt für den anderen?
Das sind sehr viele Fragen.
Ja, als ihr Kinder, also ich entschieden habe, Kinder zu bekommen, habt ihr dann auch euch finanziell zusammengesetzt?
Tatsächlich ja, aber eher aus dem Hintergrund, dass Mike um die Ecke kam und gesagt hat, er hat einen Kinderwunsch, und ich gesagt habe, nee, geht nicht, weil ich habe gerade erst angefangen mit Arbeiten und ich halt meine Karriere davonschwimmen habe sehen. Und dann haben wir erstmal eine Weile nicht gesprochen, nachdem ich einfach nur nein gesagt hatte. Und nach einer Weile kam er dann eben wieder um die Ecke und hat gesagt: Ja, warum eigentlich nicht? Und dann habe ich eben erzählt, dass ich Angst habe, dass meine Karriere dann zu Ende ist. Und das war eigentlich der Startpunkt, dass er dann gesagt hat: Na ja, aber ich will ja auch zu Hause bleiben und wir finden einen Weg, dass du weiterarbeiten kannst. Und das haben wir dann auch gemacht. Also wir haben dann tatsächlich die Elternzeit hälftig-hälftig aufgeteilt, nicht 7 Monate, 7 Monate, sondern es war ein munteres Hin und Her zwischen Teilzeit und Ja, zu Hause bleiben. Aber am Ende haben wir beide gleich viel Elterngeld bezogen, gleich viel Elternzeit genommen und das war auch wunderbar so und war auch eigentlich der Auslöser, dass wir heute ganz viele Kurse zur Elternzeitplanung geben, weil wir selbst uns damals in diese Bürokratie so reingefuchst haben. Und ja, unser Kontenmodell hat sich tatsächlich auch geändert mit dem Kind haben. Wir hatten vorher auch schon ein Drei-Konten-Modell, also jeder hat sein eigenes Konto und ein gemeinsames Haushaltskonto und da hat jeder denselben Betrag drauf überwiesen. Und wir haben dann halt gleichzeitig noch gesagt, jeden Monat gehen 10% der Einnahmen, die man hat, auf das gemeinsame Rücklagenkonto. Und wenn jemand eben weniger Einnahmen hat, dann geht da weniger drauf. Wenn jemand mehr hat, geht da mehr drauf. Und der Gedanke dahinter war, dass wir eben genau diese Zeiten, wenn einer von uns mal weniger verdient oder weniger Elterngeld bekommt, mit unseren Rücklagen ausgleichen können und da aber sagen, die gehören uns 50:50, egal wer da wie viel eingezahlt hat. Und damit wollten wir so ein bisschen die Care-Arbeit quasi schon vergüten, dass man quasi davon profitiert, obwohl man da vielleicht weniger eingezahlt hat. Und das haben wir dann eigentlich noch erweitert mit dem zweiten Kind. Dann haben wir nämlich unser Kontenmodell so umgestellt, dass alle Einnahmen aufs gemeinsame Konto gekommen sind, oder seitdem kommen, und am Ende des Monats einfach jeder was aufs eigene Konto noch bekommt.
So machen wir das auch. Alle Einnahmen kommen aufs gleiche Konto und am Ende kriegt jeder so einen kleinen Betrag noch.
Damit hast du ja die Care-Arbeit so ein bisschen vergütet, weil du einfach sagst, es ist eine Teamleistung. Also wenn Mike arbeiten geht, geht, kann er nur arbeiten gehen, weil ich mich um die Kids kümmere, und umgekehrt.
Und das ist so wichtig, das muss man einfach so oft sagen. Ich glaube, dass gerade Frauen sehen das irgendwie nicht, ja, dass sie irgendwelche Supermanager haben, die super viel Geld verdienen. Das können die aber nur machen, weil die Frauen eben zu Hause die Kinder abholen von der Kita.
Wenn die Frau von heute auf morgen ausfällt, dann kann er nicht mehr seinen Top-Management-Job machen. Und wenn er nicht selbst sich dann um die Kinder kümmert, dann muss er jemanden dafür bezahlen. Und das ist deutlich teurer, als wenn er einfach sein Einkommen mit der Frau teilt.
Genau. Und selbst wenn er nicht drauf Hauptzeit, also selbst wenn das sogar günstiger ist, weil Care-Arbeit wird ja trotzdem, also ich mag nicht so gerne diese Diskussion oder ich würde mir wünschen, dass nicht viele Paare zu Hause sitzen und dann darüber sprechen, wie das vergütet wird, sondern ich finde es einfach schon sehr wichtig, dass man einfach genau wie ihr das gemacht habt, dass man sagt, wir sind ein Team und der eine macht eben das, der andere macht das und das wird eben gleich vergütet, egal wer was nach Hause bringt, das wird zusammengeschmissen. Weil sonst hast du ganz viele Hausfrauen mit 2.000 € oder so und das ist halt auch nicht die Lösung.
Ja, es sind auch seine Kinder. Ja, genau. Also wir bekommen auch immer wieder die Frage in unseren Kursen, wie sollen wir uns denn Ausgleichszahlungen gegenseitig machen, was macht denn da Sinn? Und da sagen wir immer, eigentlich finden wir Ausgleichszahlung ist die letzte Lösung, ja, weil ihr seid nicht Angestellte und Chef, sondern ihr seid ein Team, ihr seid eine Familie, ihr habt euch gemeinsam für die Familie entschieden und ihr habt gemeinsam entschieden, wer welche Karriere verfolgen kann. Und Also ich finde, das ist eine Teamleistung und man muss dann eben auch ein Teameinkommen sehen. Das Einkommen kann nur so sein, wenn man gemeinsam zusammenarbeitet. Und ja, da muss es eigentlich keine Ausgleichszahlungen geben. Und wenn, dann, weil das zieht beide runter, dann hat die eine Person viel, viel weniger zur Verfügung, um der anderen Person was zu geben, was eh viel zu wenig ist. Also und wie bewertet man denn die Care-Arbeit? Das ist total schwierig. Also ich würde davon abraten, irgendwie von Ausgleichszahlungen zu reden, sondern tatsächlich sich ein Modell zu überlegen, bei dem beide profitieren und man als Familie das Bestmögliche für sich rausholt.
Großartig, genauso sehe ich das nämlich auch. Was sind denn sonst so die Fragen, die bei euch aufkommen?
Also bei uns ist das Hauptthema tatsächlich Elternzeitplanung. Wie kriegen wir mehr Elterngeld und wie können wir unsere Elternzeit so aufteilen, dass wir nicht in dieses Standardmodell in den Autopiloten 12 Monate die Mutter, 2 Monate der Vater verfallen. Und das ist das, wo wir den Paaren weiterhelfen inzwischen. Also da machen wir Kurse regelmäßig, bieten Coachings an. Und ja, das macht auch wahnsinnigen Spaß, weil wir da nämlich immer sehen, dass so viel möglich ist, gell. Also das Gesetz in Deutschland rund um Elternzeit und Elterngeld gibt ja sehr, sehr viel her. Das Problem ist, dass es sehr komplex ist und kaum jemand durchblickt. Und von Vorbilder fehlen, die es anders machen, und dann machen es alle gleich.
Genau, diese Vorbilder musst du zeigen, das glaube ich auch. Wer kommt denn zu euch, sind das die Frauen, sind das die Männer, sind das die Paare zusammen?
Inzwischen sind es tatsächlich viele zusammen, also wir sagen immer, ihr könnt an unseren Kursen alleine teilnehmen, aber natürlich auch zusammen und es kostet dasselbe, egal ob ihr zu zweit da seid oder alleine, weil wir eben auch da den Teamgedanken fördern wollen und ganz oft ist es natürlich so, dass die Frauen uns eher folgen und dann sagen, Schatz, komm, lass uns doch da buchen, bevor wir unser Kind bekommen. Aber die Männer, merkt man dann so richtig, wie die auch so on fire sind. Also wir machen in den Kursen, beschäftigen wir uns halt mit den Bedürfnissen rund um die Elternzeitplanung und aber eben auch den Finanzen. Und da ist dann für jeden was dabei. Und am Ende sind eigentlich die Männer genauso mit dabei. Und jetzt bei der nächsten Masterclass, die wir machen, haben tatsächlich bislang mehr Männer als Hauptbuchende gebucht. Also Ich bin total gespannt auf die nächste Gruppe, die scheint sehr männlich motiviert zu sein.
Cool, das ist ja mega, vor allem wenn man dann auch, weil ich glaube, das Umfeld spielt eine Riesenrolle und wenn man dann nämlich so eine Gruppe hat, die alle so ein bisschen in die gleiche Richtung denken und eben auch eher raus wollen aus diesen konservativen Modellen, dann ist das glaube ich auch viel einfacher, das durchzusetzen, als wenn man das eben nicht hat. Alle Nachbarn, alle Freunde und so was dieses Modell machen.
Das ist auch was, was uns total wichtig ist, die Paare darin zu stärken, dass sie ihren Weg gehen. Ja, sondern also wir geben niemandem Modell vor und sagen, das ist das perfekte Elternzeitmodell, sondern jeder erarbeitet sein Modell. Und wenn man das getan hat, dann kann man das auch gut gegenüber dem Umfeld, gegenüber dem Arbeitgeber, gegenüber Freunden, Freundinnen und den eigenen Eltern verteidigen, weil man voll dahinter steht. Und das ist aber leider auch nötig. Also wir kriegen das immer wieder von den Paaren gespiegelt, die sagen, jetzt haben wir hier ein super Modell, aber die eigenen Eltern sind erst mal skeptisch oder die Freundin sagt, ja, aber wie wollt ihr das denn machen? Und wo ich dann aber sehe, okay, die Leute schaffen das und umso mehr Paare das schaffen und das umsetzen und dann glücklich sind mit dieser Lösung. Ich hoffe, irgendwann wird dieser Tipping Point erreicht werden, dass wir als Gesellschaft merken, dass das gut ist für uns. Wenn wir uns an unseren Bedürfnissen orientieren und nicht einfach im Autopiloten den Standard wählen.
Das hoffe ich auch. Und du hast mir gerade die perfekte Überleitung gegeben, denn auch bei Immobilieninvestments braucht man eine Peergroup. Also wir kriegen genau das Gleiche gespiegelt. Zu uns kommen auch die Frauen und sagen, ihre Eltern zum Beispiel raten ihnen davon ab, jetzt eine Immobilie zu kaufen, oder wer auch immer rät davon ab, in Immobilien zu investieren. Und da ist es einfach total wichtig, eine Gruppe zu haben, die wirklich hinter einem steht und der man alle Fragen stellen kann. Ja, das Ich glaube, das ist irgendwie das Wichtigste. Wie sieht das denn bei euch aus? Habt ihr Immobilien?
Ja, wir haben Immobilien, 3 Stück an der Zahl.
Wohnt ihr auch in einer oder vermietet ihr die alle?
Das ist ein munteres Hin und Her. Also die eine Immobilie, die gehört mir alleine, in der haben wir früher zusammen gewohnt. Die ist jetzt vermietet und auch komplett abgezahlt tatsächlich. Dann haben wir eine, die wir gemeinsam gekauft haben, in der wir gemeinsam wohnen. Und wo wir aber ein Zimmer und manchmal auch zwei Zimmer über Airbnb untervermieten. Also wir decken unseren Kredit eigentlich komplett über Airbnb-Einnahmen inzwischen. Und dann haben wir noch eine dritte Wohnung, die wir auch gemeinsam gekauft haben. Die ist komplett vermietet.
Und zwei Fragen dazu. Wir kommen langsam zum Ende, aber zwei Fragen habe ich noch. Erstens: Du bist ja noch total jung. Wie schnell hast du denn getilgt, diese erste Wohnung? Denn genau diese Frage haben wir bei uns im Club total häufig. Mensch, ich bin 40, das lohnt sich doch gar nicht mehr. Ich schaffe es doch gar nicht mehr, die Wohnung runterzutilgen. Aber du hast ja easy geschafft, anscheinend.
Ja, also man muss dazu sagen, ich habe, die Wohnung hat damals meine Mutter gekauft und ich habe quasi die Miete gezahlt und sie hat sie mir dann überschrieben. Aber mit der Miete hat sie den Kredit getilgt. Ja, okay. Ich hätte damals keinen Kredit bekommen, ich war damals am Anfang des Studiums.
Und das ist auch ein Modell, das total super ist, ne? Weil ganz viele, also keiner hat als Student das Geld, um eine Wohnung zu kaufen. Und es ist die beste Idee, wenn Eltern, wenn die Eltern das Also wenn Eltern das stemmen können, finanziell ihre Kinder genauso zu unterstützen, dass sie einfach die Wohnung kaufen oder den Kredit für den Kredit geradestehen und das eben so dann ermöglichen, dass die Kinder schon ganz früh im Studentenalter mit ihrer ersten Wohnung anfangen. Das finde ich super.
Ja, und vor allem, vor allem war das dann auch so, ich hatte dadurch eine niedrigere Miete, als ich sonst in der Gegend gehabt hätte, weil meine Mutter quasi wirklich nur eine kostendeckende Miete von mir genommen hat, so dass sie gerade den Kredit abzahlen konnte und eben die Nebenkosten. Und für sie war es auch ein Win, weil sie gesagt hat, wenn du jetzt irgendwo hin zur Miete ziehst als Studentin, dann muss ich ja als Mutter dir das zahlen. Genau. Und es ist für sie günstiger, wenn sie irgendwie 5 Jahre diesen Kredit abzahlt, als wenn sie mir dort 5 Jahre eine höhere Miete—
Genau so ist es nämlich. Es gibt immer, gerade bei Immobilien auch, muss man immer überlegen, was ist denn die Intention dahinter. Und also eigentlich sagen Maja und ich ja, dass die Miete, man soll smart kaufen und die Miete soll Zins und Tilgung decken. Aber wenn es sonst ist, dass man einfach eine hohe Miete im Studentenwohnheim bezahlt, dann kann die Wohnung Wohnung eben auch ein bisschen teurer sein, ne. Also das ist einfach, man muss immer überlegen, was ist der Sinn, was ist der Zweck, und dann kann man das darauf anpassen.
Ja, die Wohnung war dann nach 10 Jahren übrigens abbezahlt, also das, und das ist im Frankfurter Rhein-Main-Gebiet, also das war möglich.
Das war aber auch so, dass, aber ihr habt dann Sondertilgung gemacht wahrscheinlich und sowas, oder?
Ja, meine Mutter hat zweimal eine Sondertilgung gemacht, aber keine hohe, weil die Wohnung war einfach totaler Schrott, als wir gekauft haben. Und wir haben sie dann halt auch 3 Monate lang kernsaniert, bevor ich eingezogen bin.
Okay.
Aber ja, wir haben damals halt geguckt und ich habe mir Wohnungen angeschaut, auch zur Miete und so. Und das war dann am Ende die beste Lösung. Und heute bin ich total froh darüber, weil die Wohnung auch im Wert wahnsinnig gestiegen ist und jetzt einfach uns auch einen schönen Cashflow jeden Monat bietet, durch den wir uns auch die Elternzeit zum Beispiel jetzt so aufteilen können. Ja, weil wir wissen, da kommt eben stabil was rein. Und dann ist es okay, dass man jetzt mal ein paar Monate auch ohne Elterngeld noch zu Hause ist.
Wahnsinn. Ich glaube, wir müssen noch mal reden. Ich muss dich noch mal einladen in unseren Podcast. Meine allerletzte Frage: Die Wohnung gehört dir, hast du gesagt. Wie habt ihr das getrennt? Habt ihr einen Ehevertrag?
Ja, wir haben einen Ehevertrag und haben da aber nicht drin geregelt. Also die Wohnung gehört ja laut Grundbuch 100% mir und Maik würde quasi was vom Zugewinn bekommen. Und wir haben das aber so geregelt, Sollten wir uns scheiden lassen, dann behalte ich die Wohnung und es findet kein Zugewinnausgleich statt. Aber wenn ich noch mal neu heiraten sollte, dann darf mein neuer Mann und neue Kinder nicht von dieser Wohnung profitieren, sondern ich muss, wenn ich sie irgendwann verkaufe oder wenn ich sie vererbe, sie an unsere gemeinsamen Kinder vererben. Okay. Und das haben wir deshalb gemacht, weil Mike die Wohnung halt 7 Jahre lang mit mir abgezahlt hat, quasi über die Miete, und weil er auch dann eine emotionale Bindung dran hat. Ja, er hat die mit kernsaniert, er hat sich dann Unser erster Sohn ist da quasi groß geworden, deshalb hat er halt auch gesagt, er will da nicht finanziell profitieren, aber er will auch nicht, dass irgendjemand anderes davon profitiert, der nichts damit zu tun hatte. Und das finde ich halt toll, so was kannst du im Ehevertrag auch regeln, dass du einfach sagst, okay, wohin geht diese Wohnung im Zweifel.
Genau, das finde ich auch total toll. Genau, das muss gar nicht so kompliziert sein, man kann einfach auch Zugewinngemeinschaften machen und dann Ausnahmen und das kann man wirklich auf sein Modell abstimmen. Ja, Wahnsinn. Ganz zum Schluss, meine wirklich allerletzte Frage, was sind denn deine 3 Tipps, die du unseren Hörerinnen jetzt noch mit auf den Weg geben möchtest?
Also der erste Tipp ist definitiv: Sprecht miteinander über Geld, nehmt euch diese Zeit dafür, auch wenn es manchmal vielleicht ein bisschen schwierig ist, aber das lohnt sich auf jeden Fall. Mein zweiter Tipp ist ganz oldschool: Haushaltsbuch führen, und das auch als Paar. Das klingt immer so unsexy, aber es ist der totale Gamechanger, wenn man Überblick über seine Finanzen hat.
Wie machst du das Haushaltsbuch? Habt ihr eine App oder habt ihr so ein Buch?
Wir nehmen eine Excel tatsächlich, damit wir auch die Unterteilung haben in mein, dein und unser Geld. Die ist aber auch schon weitgehend sehr tief verformelt und so, aber also für uns ist Excel das Richtige. Aber ich finde, es ist egal, was es ist, Hauptsache man macht's, ne. Und mein dritter Punkt wäre tatsächlich, Gleichstellung, Gleichberechtigung in der Beziehung zu fördern, sich da ja da immer wieder drüber zu reden, das immer wieder neu zu verhandeln und in jedem Meilenstein der Beziehung das als Thema zu machen, weil das Leben verändert sich, die Beziehung verändert sich, und ja, selbst wenn man so gleichberechtigt war, spätestens mit dem Elternwerden ist es oftmals sehr, sehr schwierig, das beizubehalten und sich da aktiv mit zu beschäftigen. Davon profitiert man noch Jahrzehnte später, wenn es ums Thema Rente und Co. geht, aber eben auch, falls man sich irgendwann trennen sollte. Wenn man gleichberechtigt die Beziehung geführt hat, ist das alles einfacher, dass man miteinander auf Augenhöhe bleibt, und das im Zweifel auch nach der Beziehung.
So cool! Ich fasse das noch mal zusammen: Also redet über Geld, schreibt ein Haushaltsbuch und achtet darauf, dass ihr gleichberechtigt bleibt in der Beziehung, auch wenn ihr glaubt, dass sich das nicht ändern wird, wenn ihr Familie habt. Das wird sich ändern, ich sehe es genauso. Vielen Dank, Marielle, das war ein ganz tolles Gespräch und ich hoffe, wir sprechen bald noch mal.
Sehr gerne, danke schön! Tschüss!
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