Let‘s Talk Finanzielle Freiheit mit Fortunalista
5 Jul 2023 · 23 min
Margarete Hohnisch, founder of Fortunalista, discusses why women need a dedicated space to learn about money. Her bootcamp covers mindset work, retirement planning, and investing in stocks and ETFs. She argues that limiting beliefs about money hold women back, and shares how she and her partner discuss finances openly.
Chapters
Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast: Margarete von Fortuna Lista. Ich freue mich, dass du hier bist.
Ja, danke für die Einladung, freue mich hier zu sein.
Margarete, stell dich doch mal direkt am Anfang kurz vor. Wer bist du?
Ja, ich bin Margarete Hohnisch und ich bin Finanzkolumnistin, Spiegel-Bestseller-Autorin und Vor allem bin ich aber die Gründerin von Fortunealistas. Das ist eine Frauenfinanzplattform und wir haben sozusagen die Mission, dass wir zum einen Frauen dazu motivieren, sich mit ihren eigenen Finanzen auseinanderzusetzen, aber auch, dass wir den Frauen, die sich dafür interessieren, auch zeigen, wie genau das geht.
Dann erzähl doch mal, wie geht das denn?
Ja, also es kommt immer darauf an, an welcher Stelle befinde ich mich sozusagen, also in welcher Phase meiner finanziellen Reise bin ich, habe ich mich schon überhaupt mit meinen Finanzen beschäftigt, weiß ich, Wie ich meine Einnahmen optimieren kann, wie ich meine Ausgaben strukturieren kann. Dann natürlich auch, habe ich schon genug für die Altersvorsorge getan? Weiß ich, wie unser Rentensystem funktioniert, um auch zu wissen, welche Bausteine es da gibt und welche für mich auch passend sind? Und dann aber auch, unser Fokus liegt da ganz klar eben auf Aktien- und ETF-Bildung. Das heißt, dass wir dann eben auch verschiedene Kurse anbieten, wo die Frauen lernen, wie sie in ETFs investieren können, aber wenn sie Lust haben, auch wie sie darüber hinaus in Aktien investieren können.
Okay, also sehr ähnlich wie das, was wir machen, nur eben für ETFs und Aktien.
Genau.
Du sagst, finanzielle Unabhängigkeit ist weiblich. Ist euer Angebot exklusiv für Frauen?
Ja, also es ist tatsächlich, bzw. heute würde man sagen, für alle, die sich als Frau identifizieren, wenn man so möchte. Aber grundsätzlich ja, mit einem ganz starken Frauenfokus. Und das hat tatsächlich auch seine Gründe. Als ich vor 11 Jahren angefangen habe, mich mit dem Thema Finanzen auseinanderzusetzen, habe ich auch viele Seminare besucht, war auf verschiedenen Events, auf Messen und so weiter, und habe halt gesehen, was für eine krass männerdominierte Branche das eigentlich ist und auch welches Weltbild dort noch vorherrscht, würde ich sagen. Und ja, kann auch verstehen, dass viele Frauen sich da gar nicht so wohlfühlen, sich auch gar nicht abgeholt fühlen. Und deswegen war es mir wichtig, dass wir wirklich so einen geschützten Raum schaffen, wo Frauen sich austauschen können, wo Frauen sich trauen, ihre Fragen zu stellen, weil viele sind dann auch gleich schnell eingeschüchtert. Also wir kriegen ja schon in der Schule mit, irgendwie Finanzen ist nichts für Frauen, oder Mathe ist nichts für Frauen, Mädchen können keine Mathe und so weiter. Und das zieht sich natürlich so durch dieses ganze, durch das ganze Leben hindurch. Deswegen wollen wir diesen Raum schaffen, wo Frauen sich austauschen können, lernen können und wirklich auch sich trauen, jede ihrer Fragen auch zu stellen.
Sehr gut, das klingt total gut. Ich habe von dir mal gehört, dass du auf einer Veranstaltung warst, auf der direkt die Hausfrauen us erklärt wurden. Das finde ich auch total unmöglich. Und genau das freut mich total, dass du dir überlegt hast, jetzt hier einen Safe Room für Frauen zu erstellen. Genau das machen wir auch. Und ich glaube, dass das auch wirklich total wichtig ist. Zumindest ist das das, was unsere Teilnehmerinnen uns spiegeln, dass sie, wenn man im Raum ist nur für Frauen, nur aus Frauen, dass sie ganz andere Fragen stellen oder auch ihr Baby mitbringen und einfach Fragen auch zur Ehe oder wenn sie weniger verdienen als ihr Freund, ihr Partner, wie auch immer. Genau, ich glaube, das ist dann viel mehr auf Augenhöhe und es gibt kein Mansplaining. Und ich glaube, die Zeit ist gerade, das braucht man irgendwie leider noch.
Ja, total. Also ich weiß nicht, wie viele Kundinnen von uns schon irgendwie erzählt haben, dann sind sie zur Bank gegangen, dann haben die irgendwie erzählt, was sie machen wollen, haben sogar schon einen Vorschlag bekommen, wo und dann oft mit dem Spruch dazu: Ja, sprechen Sie am besten zu Hause noch mal mit Ihrem Ehemann oder mit Ihrem Vater darüber.
Schrecklich, gell? Bei mir war es auch so, kurz nach dem Studium bin ich auch zur Bank gegangen und wollte einfach mal wissen, wie viel Wohnung ich mir leisten könnte, und dann wurde ich auch auf meinen Freund oder Mann verwiesen. Da habe ich auch erstmal gedacht, das muss ich irgendwie anders machen, weil ich so sauer war.
Jetzt muss man sich natürlich vorstellen, jetzt bist du ja auch eine sehr selbstbewusste Frau, aber was macht das mit jemandem, die vielleicht eh schon am Zweifeln ist? Kann ich das? Verstehe ich das? Wenn dann jemand da sitzt und sagt so, hey, du hast davon eh keine Ahnung, du wirst das eh nicht verstehen, also sprich mal lieber mit einem Mann darüber, weil anscheinend haben Männer per se mehr Ahnung von Finanzen.
Ja, haben sie ja auch, sind ja auch viel schlauer und so. Okay, das heißt, wenn ich jetzt Lust habe, mich mit Aktien und ETFs zu beschäftigen oder generell mit meiner Finanzplanung, dann gucke ich mir bei euch die Seite an und schaue mir eure Produkte an. Ihr habt auch ein Bootcamp, wie läuft das ab?
Genau, also wir haben jetzt seit, ich glaube, dem ersten Kurs, das hieß noch Finanzkurs für Frauen, den gab es 2019, und haben wir das ein bisschen umgestaltet und ja, bisschen anders konzipiert und 2020 dann als Fortunalista Bootcamp noch mal gelauncht. Und das läuft so ab, dass die Frauen in ungefähr 6-7 Wochen sind es insgesamt, lernen die tatsächlich alles, was sie wissen müssen, um wirklich mit dem Investieren zu starten. Wir beschäftigen uns dann mit Themen wie den Glaubenssätzen, also warum habe ich mich noch nicht um meine Finanzen gekümmert, und Es ist ganz wichtig, dass so ein Thema an den Anfang kommt, weil viele Frauen da wirklich dasitzen und entweder schlecht über Geld denken oder sich das selbst nicht zutrauen oder halt irgendwie eine schlechte Beziehung zu dem Thema haben. Und wenn wir jetzt irgendwie 6, 7 Wochen lang die ganze Zeit uns damit beschäftigen wollen, dann sollte man dazu auch einen positiven Zugang haben. Deswegen steht das am Anfang. Dann geht es aber auch so ein bisschen um die Finanzplanung, Finanzstruktur, Rentenlücke berechnen und so weiter. Schauen, wie kann ich denn das absichern, was ich schon habe? Bevor ich da jetzt irgendwie weitermache und Geld investiere. Und dann aber geht's wirklich, machen wir so den Deep Dive, wie funktioniert die Börse, welche Anlageklassen gibt es, welche Risikoklassen gibt es, und dass man am Ende auch weiß, wie kann ich meine eigene individuelle Anlagestrategie aufsetzen und aber natürlich auch umsetzen und später die Pflege machen.
Das klingt total spannend. Habt ihr auch eine Community?
Ja, wir haben auch eine Community, also sozusagen für die Frauen, die sagen, jetzt habe ich irgendwie schon den Kurs gemacht, jetzt will ich mich weiter informieren, gibt's auch eine eine Community, aktuell heißt es noch Community, das wird bald als FortuneLister Club auch umbenannt.
Ah, wie Happy Immo Club.
Stimmt, wie Happy Immo Club, wir haben viele Gemeinsamkeiten, wie man sieht. Genau, und da ist es so, das machen wir jetzt schon so, dass eben immer wieder Experten, Expertinnen aus verschiedenen Fachbereichen auch da reinkommen und etwas erzählen, sei es das Thema Immobilien oder tatsächlich auch vielleicht, wie kann ich denn einen Chart lesen, also für diejenigen, die sich vielleicht auch für Einzelaktien interessieren, Vielleicht wollen die auch mal wissen, was kann man denn auch so in einem Chart vielleicht erkennen. Oder auch, wir haben jetzt auch die Christiane Stein demnächst zu Gast. Vielleicht bekannt als Entiwon-Moderatorin, die beispielsweise auch jetzt Expertin ist für Krypto, für NFTs, für Web 3.0. Also das heißt, wir wollen da wirklich viele Themen abdecken, weil ich mich auch selbst für diese Themen interessiere, für neue Technologien und so was wie Kryptowährungen und so weiter. Und deswegen wollen wir da wirklich auch den Frauen zeigen, wenn sie dann einmal ihren Vermögensaufbau gestartet haben, was sie da vielleicht noch optimieren können, oder auch für diejenigen, die es interessiert, so was gibt es noch da draußen in der Welt, wo kann ich noch investieren, so einen kleinen Anteil, wenn ich ein bisschen spekulativer unterwegs bin, was habe ich denn da für Möglichkeiten?
Wie spannend! Ich glaube, es ist generell total wichtig, nicht nur über Geld zu sprechen, sondern auch laut über Geld zu sprechen und mit so vielen Frauen wie möglich darüber zu sprechen und eben auch über die verschiedenen Anlageklassen. Und ich glaube, es ist auch total wichtig, dass wir diese Angst verlieren, über Geld zu sprechen. Also ich merke das total oft, wenn ich über Immobilien spreche, dass Frauen oft gehemmt sind zu sagen, was ihr letztes Investment, was der Kaufpreis war oder wie sie verhandelt haben oder so was. Ich kann das schon verstehen vom Prinzip her, aber so kommen wir, so liften wir uns nicht gegenseitig ab. Also man liftet sich eigentlich nur, wenn man eben sagt, was man verdient, wie viel man arbeitet, wie man investiert hat, wie die Rendite ist, damit wir eben alle zusammen besser werden können. Und bei uns im Club hatten wir jetzt gerade gestern und ein Bootcamp ein. Da war die Folge Finanzierung dran und da haben alle Frauen ihre Finanzierungsangebote präsentiert. Und das war total toll zu sehen, wie unterschiedlich die waren und wie sich die Frauen jetzt alle zusammen bei der gleichen Finanzberaterin gemeldet haben und gesagt haben: Jetzt verhandel mal für uns zusammen. Und ich glaube, dass das einfach wichtig ist, weil man sonst auf der Strecke bleibt, wenn man eben das blöde Angebot hat und man weiß gar nicht, dass es besser geht.
Super. Absolut genau. Das zeigt wirklich, wie wichtig das ist. Ich glaube, das Problem ist auch so ein bisschen diese soziale Erwartungshaltung von Frauen. Also wir Frauen sollen ja sozial sein, sollen ja erst an andere denken, bevor wir an uns denken, und erstmal alle anderen versorgen, bevor wir uns versorgen. Das sehe ich auch zum Beispiel bei mir, dass dann viele Frauen kommen und sagen, ja, ich habe jetzt ein Kind bekommen, wie kann ich das absichern, haben sich aber selbst noch nicht abgesichert. Und das wird dann halt einfach zum Problem. Das ist ein bisschen vergleichbar mit der Atemmaske im Flugzeug. Erstmal muss ich mir die selbst aufsetzen und dann meinem Kind. Also Deswegen, das muss man halt auch ähnlich handhaben. Erstmal selbst schauen, wie bin ich abgesichert, wenn die Rente irgendwann kommt. Und das Kind hat halt ja noch 60, 70 Jahre, da kann man, da kann auch viel passieren, kann auch viel machen. Aber wirklich auch auf sich achten und sich selbst nicht vergessen. Und ja, was vielleicht noch eine Ergänzung dazu auch, was mir auch immer wieder auffällt, auch in den Gesprächen, was viele Studien und Statistiken auch nicht so zeigen können, diese ganzen Kämpfe, die Frauen auch hinter verschlossenen Türen führen müssen für das Thema. Also beispielsweise Was ich schon oft gehört habe, dann sagt die Frau zu dem Mann: Hey, ich will mich jetzt um meine Finanzen kümmern und will mir da jetzt selbst auch was aufbauen. Kriegt dann als Spruch sowas wie, oder als Frage: Warum willst du das denn machen? Willst du dich von mir scheiden lassen? Oder ich hatte auch schon mal eine Teilnehmerin, da hat die Schwiegermutter zu ihr gesagt: Das kannst du nicht machen, denk doch an die Kinder! Und gleichzeitig hat der Mann aber in Einzelaktien investiert und sich irgendwo auf Facebook informiert dazu. Also man sieht eben, hinter verschlossenen Türen passiert echt noch vieles. Ist das eine diese gesellschaftliche Erwartungshaltung, und dann aber auch tatsächlich diese kleinen Kämpfe oder teilweise auch großen Kämpfe, die Frauen in der Familie auszutragen haben, wenn die sagen, ich will mich jetzt um mich selbst kümmern und mir ist es wichtig, dass ich jetzt auch finanziell abgesichert bin.
Diese Kämpfe gibt es im Prinzip überall, gerade für Frauen. Also erstmal verdienen Frauen ja auch viel weniger oder weniger als Männer. Das ist auch schon mal ein Kampf, bis man dahin kommt, dass man überhaupt was gespart hat und das investieren kann. Das ist schon mal der erste Kampf. Dann kommen die Kinder, da muss man sich als Frau erstmal davon von dem Gedanken verabschieden, dass man selber die Kinder durchfüttert, sondern dass der Mann dafür genauso bezahlt. Dann muss man sich überlegen, wie reduziert man seine Arbeitszeit, ja oder nein, wie schafft man es, dass man trotzdem gleich viel Einkommen hat wie vorher, wie schafft man es, dass man gleich gut finanziell dasteht wie der Mann, und dann erst kann man sich wirklich darum kümmern, wie man finanziert. Und dann muss man eigentlich noch Frauen finden, andere Frauen oder Gesprächspartner finden, mit denen man über Investments spricht bei uns. Wir merken total oft, dass es auch echt falsche Berater gibt. Also nicht falsch, da sind immer tolle Leute, aber die haben dann vor 10 Jahren eine Wohnung gekauft, und vor 10 Jahren waren die Preise besser als heute. Ja, logisch, das wird in 10 Jahren auch so sein. Und man muss sich einfach ganz genau überlegen, wen man fragt. Und deshalb finde ich es total toll, dass es Clubs wie Fortuna Lista gibt, dass es Clubs wie uns gibt, wo sich Frauen austauschen können. Und ich finde auch jetzt gerade sehr spannend, wie viele Finfluencerinnen es gerade gibt und dass wir uns alle zusammenschließen und uns gegenseitig upliften und Frauen empowern wollen, in jedes Asset zu investieren und sich zu informieren. Das finde ich richtig gut.
Absolut, absolut. Also meiner Meinung nach gehört einfach Geld in Frauenhände, dass es auch gut aufbewahrt, nicht nur weil wir damit, finde ich, die ja Geschlechtergleichheit stärken, sondern auch, was man sieht, beispielsweise wenn Frauen mehr Geld verdienen, dann spenden die auch einen größeren Anteil davon. Das heißt, es ist gut, wenn wir Frauen mehr Geld haben, und jede Frau, die jetzt zuhört, sollte sich auch sozusagen zum Ziel setzen, zu schauen, wie sie ihr Geld schützen und dann auch vermehren kann, weil wir am Ende des Tages damit ja auch Gutes tun.
Genau, das passt sehr gut zu meiner nächsten Frage. Wie stehst du denn dazu, Geld ist böse?
Habe ich noch nie verstanden, hatte ich noch nie einen Bezug zu. Dazu muss ich sagen, bei mir ist es zum Beispiel so, als ich 4 Jahre alt war, sind meine Eltern aus Polen nach Deutschland eingewandert. Ich komme aus einer klassischen Arbeiterfamilie. Für uns war immer Geld einfach ein Werkzeug. Also es ging nie darum, oh Gott, ne, jetzt irgendwie alle Menschen, die viel Geld haben, sind böse oder so, sondern es war einfach nur ein Werkzeug, was dir vieles ermöglicht. Und genau mit diesem Mindset bin ich einfach auch aufgewachsen. Also ich hatte noch nie irgendwie das Gefühl,, wenn mir jetzt mein Gehalt wichtig ist, wenn mir jetzt wichtig ist, dass ich finanziell vorankomme, dass ich dadurch ein schlechterer Mensch bin.
Genau, das ist auch schon wieder ein toller Satz. Geld ist ein Werkzeug. Ich glaube, bei Verena Paus, da habe ich mal gelesen, dass sie gesagt hat, Geld ist deine beste Mitarbeiterin. Und das finde ich auch total spannend. Deshalb, Mädels, alle, die jetzt zuhört, legt euer Geld an und lasst es für euch arbeiten, damit ihr mehr Freizeit habt oder mehr das machen könnt, was ihr wollt. Wie sieht es denn mit deinen Finanzen aus? Bist du verheiratet? Bist du zusammen veranlagt? Habt ihr einen Ehevertrag? Seid Partnerschaft?
Wie macht ihr das? Ja, also ich kenne meinen Partner jetzt seit mittlerweile 11 Jahren und wir haben unsere Finanzen getrennt. Wir sind nicht verheiratet, wir haben auch sozusagen jeder unseres. Das Einzige, was wir machen, ist, wenn wir irgendwie reisen, dass wir dann gemeinsames Konto haben. Aber ansonsten machen wir tatsächlich alles getrennt und auch bewusst so. Es ist natürlich auch so, dass wir beide sozusagen für uns auch jeweils selbst sorgen können und wir eben auch keine Kinder haben. Deswegen vielleicht noch mal eine andere besondere Situation. Aber so passt es für uns einfach, dass jeder sozusagen seins hat und sich um seins kümmert. Wir tauschen uns sehr viel darüber aus, also wissen genau, was der andere hat, weil wir auch viel darüber sprechen. So, hey, meinst du, ich soll jetzt darin investieren? Jetzt sinkt irgendwie der Kurs von der Aktie oder vom Bitcoin, soll ich da jetzt was tun? Also wir haben einen sehr, sehr offenen Austausch zu dem Thema. Witzigerweise von Anfang an Weil als wir uns kennengelernt haben vor 11 Jahren, war es genau der Zeitpunkt, wo ich das Thema Finanzen für mich entdeckt habe. Und dann habe ich was über ETFs gelesen und dann saßen wir abends beim Wein auf dem Sofa. Beim Wein, dann habe ich erzählt, so, wusstest du überhaupt, dass es ETFs gibt? Und das ist ja so easy und das muss man machen. Ja, wusste er. Meinte nur so, ja klar, habe ich auch schon lange und Aktien und so weiter. Und ich so, hä, das wusste ich gar nicht, war total fasziniert. Aber dadurch war tatsächlich dann von Anfang an Geld für uns ein sehr offenes Thema. Und auch ja, also wir sprechen da 100% offen darüber. Und ich kann das wirklich nur jeder Partnerschaft auch wirklich, oder jeder Person, die in einer Partnerschaft ist, empfehlen, zu versuchen, über das Thema zu sprechen, sich da auszutauschen. Weil wir auch viel voneinander gelernt haben in der Zeit, weil wir komplett unterschiedlich investieren. Er hat eine Immobilie, ich habe keine beispielsweise. Dass man da einfach— ich bin eher in ETFs investiert, er macht eher Einzelaktien oder viel Krypto auch und so weiter. Also wir sind da ganz unterschiedlich unterwegs und dann ist es einfach schön, wenn man sich da austauschen kann und mal auch so mitbekommt, was ist denn gerade eigentlich los in der und der Branche.
Und witzig auch, dass er natürlich ETFs schon kannte. Bei uns war das auch so, mein Mann hat auch mit zum Abi schon längst in Aktien investiert und da habe ich gerade noch Geld gespart, um eine Weltreise zu machen und so, ne. Also ist auch wirklich interessant, wie viel später viele Frauen mit dem Investieren anfangen.
Ja, ja. Was ich da auch beobachtet habe schon am Anfang, ist zum Beispiel, wenn er mit Freunden telefoniert hat, dass die sich dann auch ausgetauscht haben. So, ja, ich habe jetzt in die und die Aktien investiert, hast gesehen, die Aktie X ist gefallen. Ach ja, lustig, ne? Das gibt's nie bei Mädels. Total, total. Da habe ich mir auch gedacht, ich kenne diese Gespräche gar nicht, diese Art von Gesprächen. Und mittlerweile kann ich sagen, zum Glück ist bei mir im Freundeskreis, Freundinnenkreis vor allem, auch ein bisschen anders, dass man auch sich mehr darüber austauscht. Aber ich glaube, dass ich, was das betrifft, können wir voneinander auch alle viel lernen. Ich glaube, wir Frauen sollten uns da wirklich an der Stelle von den Männern so ein bisschen abschauen, dass wir offen über Geld sprechen, dass wir den, unseren persönlichen Wert nicht an Geld messen, sondern uns davon lösen, dass wir nicht denken, wenn ich jetzt wenig verdiene, bin ich irgendwie weniger wert oder so, sondern dass wir davon loskommen und dann wirklich es schaffen, auch offen über Geld zu sprechen, auch wenn die eine mal mehr hat, die andere weniger. So ist es leider nun mal, aber man kann trotzdem viel voneinander lernen.
Ja, da kann ich dir echt nur zustimmen. Wenn wir jetzt jemanden überzeugt haben, wie kann sie denn anfangen? Oder noch mal zu deinem Anfang, gab es Glaubenssätze, die dich gebremst haben zu investieren, oder hattest du es einfach nur nicht auf dem Schirm?
Ich glaube, für mich war eher so ein Glaubenssatz vielleicht, ich werde nie viel Geld haben, so das vielleicht so ein bisschen. Dass ich mir gedacht habe, so okay, also zum Beispiel auch, als ich jetzt mein Unternehmen gegründet habe, ich bin auch die Erste in meiner Familie, die irgendwie eins gegründet hat. Also das waren vielleicht so Sachen, die ich einfach nicht kannte, die mir nicht vertraut waren. Aber von daher, Glaubenssätze sind ja auch dazu da, um überprüft zu werden und im besten Fall umgebrochen zu werden und in positive umgewandelt zu werden. Aber ich glaube, das war vielleicht so ein Glaubenssatz, genau, der mich vielleicht am Anfang so ein bisschen zurückgehalten hat. Aber zum Glück habe ich auch daran gearbeitet und mittlerweile, wobei ich finde, das Thema Mindset ja sowieso, es ist ein Dauerthema, kann man immer dran sitzen, immer dran arbeiten, sich immer irgendwie weiterentwickeln.
Genau, ja, genau. Das Thema Mindset ist total spannend, also bei uns auch. Ich glaube, man muss immer direkt am Anfang erstmal das Mindset beleuchten und überlegen, wo steht man gerade und wo will man hin, ne? Also das finde ich spannend, dass du das sagst. Gefragt hatte ich, wie kann man anfangen?
Ja, wie kann man anfangen? Also das kommt immer drauf an, wo stehe ich tatsächlich. Wenn es jetzt wirklich darum geht, ich mache mal so ein bisschen fast forward, wenn ich sage, ich will jetzt wirklich investieren, ich habe irgendwie mein Notgroschen, ich habe meine Rücklagen, dann würde ich sagen, ganz, ganz wichtig, sich erstmal das Wissen aufzubauen. Also letztendlich habe ich verschiedene Optionen. Ich könnte zu einer Honorarberatung gehen, bezahl da Geld, kriege dann meinen Plan, kann dann starten. Für diejenigen, die jetzt sagen, okay, ich will das jetzt ganz, ganz schnell wissen und machen, ist das eine gute Möglichkeit. Aber ich sehe da so ein bisschen auch so ein Problem, wenn dann tatsächlich es zu einem Börsencrash kommt und ich sehe in meinem Aktiendepot, irgendwie hat sich jetzt mein Vermögen halbiert, dann ist es wichtig, dass ich nicht panisch werde, sondern verstehe, was da gerade passiert, was eben so die Zusammenhänge sind und so weiter. Oder eben Hausfrauen, sozusagen, wenn Kurse jetzt steigen, dass ich da auch nicht denke, okay, das ist jetzt der nächste irgendwie Aktienboom, ich muss da total mitmachen, das ist alles ganz natürlich, und schmeißt mein ganzes Geld auf irgendeine Aktie, die gerade steigt. Dass man da eben auch nicht diesem Hype verfällt, keine FOMO hat, sondern wirklich ruhig bleibt und sich denkt, okay, halt jetzt an meinem Plan fest. Deswegen, Wissen für mich ist unersetzbar, wenn ich investieren will. Das würde ich sagen, ist wirklich die erste Sache, die ich machen muss, insbesondere Dann, wenn ich eben langfristig investieren will, ja, da komme ich nicht drumherum, dass ich einfach weiß, was passiert da. Und ich muss mir das ja auch bewusst sein, auch wenn ich mir denke, okay, jetzt in 6, 8 Wochen habe ich jetzt keine Zeit, das jetzt, damit ich mir das Wissen aneigne. Es geht aber um die nächsten 40, 50 Jahre, und das finde ich, sollte man wirklich aufbringen an Zeit. Da muss man echt priorisieren, um zu sagen, jetzt investiere ich die Zeit und mach das, damit ich danach viel entspannter und ruhiger schlafen kann.
Okay, also erstmal schauen, wer passt zu einem, wer kann mir das Wissen, von wem will ich lernen, und dann versuchen, so viel Wissen zu sammeln, wie es geht. Dann würde ich empfehlen, einer Community beizutreten, also sich einfach die Community zu suchen. Denn wenn man Wissen hat, gerade wenn dann so eine Panik kommt, ne, dann finde ich eine Community das Allerbeste, weil man einfach fragen kann, wie siehst du das jetzt, hast du auch diese Aktien, Wie gehst du damit um? Investierst du trotzdem? Einfach zu sehen, andere geraten auch nicht in Panik, das finde ich sehr gut. Und das gibt's bei euch, glaube ich, ziemlich, ziemlich gut. Jetzt hast du gesagt, dein Freund investiert in Immobilien, du nicht. Warum investierst du noch nicht in Immobilien?
Ja, das ist so was, je nachdem, wann du mich fragen würdest, wirst du wahrscheinlich eine andere Antwort bekommen. Ich liebe an Aktien und an meinen anderen Investitionen, dass sie so wunderbar flexibel sind. Sind. Und ich habe, um ehrlich zu sein, auch noch viel zu wenig Ahnung von Immobilien, dass ich mir jetzt eine eigene kaufen würde. Da müsste ich erstmal euren Kurs machen, tatsächlich. Ja, das sind, das sind die Gründe. Also mir fehlt da momentan so die Flexibilität. Aber je nachdem, wann du mich fragst, da würde ich dir jede Woche wahrscheinlich was anderes sagen und sagen, okay, ja, ich bin jetzt soweit, ich mache das, oder auch nee, ich will es doch lieber lassen.
Ja, cool, dann machen wir das gegenseitig. Dann machen wir deinen Kurs und du kommst zu uns oder zu Doro oder zu Inra, und dann Zusammen alles, das finde ich sehr gut. Breit streuen, genau, auf jeden Fall.
Super.
Am Schluss frage ich immer nach deinen 3 Tipps, 3 Tipps für unsere Zuhörer. Ja, schieß los, was sind so die 3 Tipps, die du unseren Zuhörerinnen noch mit auf den Weg geben willst?
Auf jeden Fall über Geld sprechen, egal ob man schon investiert oder nicht. Wir hatten vorhin das Thema auch mit Gehalt und so weiter. Es ist so wichtig, wirklich offen darüber zu sprechen, sich auszutauschen, und ja, das auch vielleicht im Freundeskreis zu etablieren, dass man doch öfters über Geld spricht. Dann tatsächlich sollte ich immer wissen, was habe ich. Also ich merke, dass viele gar nicht wissen, wie sieht eigentlich sozusagen mein Reinvermögen aus. Und das kann sehr gefährlich werden, wenn ich jetzt zum Beispiel viel verdiene, aber gleichzeitig sehr hohe Ausgaben ständig habe, weil ich ein Auto habe, was abbezahlt werden muss, weil das Haus abbezahlt bezahlt werden muss und so weiter. Dann kann es sein, dass ich tatsächlich gut verdiene, aber sehr gefährlich lebe. Nichtsdestotrotz, also immer rein Vermögen checken, immer checken, was sind meine Vermögenswerte, was meine Verbindlichkeiten sozusagen. Und dann wirklich selbst den Gefallen tun und sich das Wissen aneignen, um eben da auch ja investieren zu können, finanziell unabhängig zu werden. Weil das ist einfach das beste Gefühl auf der ganzen Welt, wenn du weißt, du bist von niemandem abhängig und kannst tun und lassen, was du willst, sei es im Job oder sei es bezogen auf eine Partnerschaft, in der man vielleicht unglücklich ist. Also das gibt einfach einem so viel Kraft und Selbstbewusstsein. Deswegen Finanzen ganz, ganz dringend sich darum kümmern und nicht vernachlässigen.
Super, ich fasse das noch mal zusammen. Also Tipp Nummer 1 ist: Sprecht über Geld. Tipp Nummer 2 ist Mach deine Statusaufnahme. Wie groß ist dein Reinvermögen? Also nicht nur, was verdienst du, sondern wie viel bleibt am Ende auch wirklich für dich übrig? Und drittens, informier dich und hol dir Wissen, bau dir Wissen auf. Yes, sehr gut. Vielen Dank, hat mir total viel Spaß gemacht und ich hoffe, alle gehen jetzt hier motiviert raus aus dem Podcast und fangen an zu investieren oder machen da weiter, wo sie schon sind.
Ja, vielen Dank für die Einladung, hat sehr viel Spaß gemacht, dabei zu sein.
Sehr gerne. Bis dann.
Bis dann. Ciao.
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