Let‘s talk „Follow your Heart“ - mit Sarah Guerrier
6 Mar 2024 · 25 min
Sarah Guerrier, VP People at Zalando and mother of four, talks about following her heart through an unconventional career path from marketing to HR. She shares how she and her husband bought their first Berlin apartment with family help, now invest in real estate and ETFs, and manage four kids in a shared Kreuzberg flat by turning setbacks into growth.
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Hey hey, hier ist Anaïs von HappyImmo. Du glaubst, Immobilien zu kaufen ist nur was für Reiche? Völlig falsch! Lena aus unserem HappyImmo Club hat mit 9.000 € ihre allererste Wohnung gekauft und du kannst das auch. Komm dafür einfach in unseren HappyImmo Crashkurs, schau schnell auf www.happyimmoclub.com vorbei und setz dich auf die Warteliste. Der HappyImmo Crashkurs ist das Bootcamp in klein, in günstiger und wir freuen uns total auf dich. Und jetzt geht es auch schon weiter mit unserem Podcast.
Hör schnell rein. Viel Spaß! Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Ich heute mit Sarah.
Herzlich willkommen! Dankeschön, Anna, guten Morgen!
Ich freue mich voll, dass du heute hier bist. Ich glaube, das wird eine ganz besondere Folge. Sarah ist eine richtig gute Freundin von mir und ich wollte sie unbedingt bei uns im Podcast haben. Sarah, erzähl doch mal, wer du bist, was du machst.
Ich bin Sarah, ich bin beruflich, ich bin VP People Experience bei Zalando, sprich, das bedeutet, dass ich verantwortlich bin in der Personalabteilung für alles, was Recruitment und Operations betrifft. Schon seit 10 Jahren bei Zalando, aber auch in ganz vielen verschiedenen Bereichen vorher im Marketing, im M&A, Corporate Development, Strategy und jetzt aber bei meinem Passion-Thema Personal. Ich bin Mutter von 4 Kindern, von 2 Stiefkindern und 2 selbstgemachten, und verheiratet mit einem Franzosen. Daher auch mein schöner Nachname.
Genau, da erkennt kennen wir uns auch von der Französischen Schule. Ich würde heute gerne mit dir über das Thema Familie, Finanzen, Job, Karriere sprechen, und ich überlege gerade, wo ich, wie ich ja, wie ich am besten starte. Also du sitzt ja gerade bei dir im Homeoffice, wie ich sehe, oder?
Ja, richtig, also bei mir im Homeoffice heißt, um genau zu sein, im Zimmer von meinem mittelgroßen Sohn, der gerade in der Schule ist, und deswegen kann ich das als Homeoffice nutzen.
Und ihr habt ja so ein paar Doppelbesetzungen bei euch zu Hause, oder? Habe ich gerade erfahren.
Ja, das stimmt. Wie du ja weißt, wir wohnen hier in Kreuzberg in einer sehr schönen Wohnung. Gleichzeitig fehlen uns aber ehrlicherweise zwei Zimmer. Entsprechend haben wir einmal eine Doppelbesetzung. Also das eine Zimmer dient als Kinderzimmer und mein Homeoffice. Tagsüber klappt das eigentlich ganz gut. Und das andere Kinderzimmer ist auch doppelt besetzt, nämlich mit meinem kleinsten Sohn, dem 6-Jährigen, und meinem großen Stiefsohn. Die teilen sich aktuellen Zimmer, was auch lustig ist, wo man erst mal denkt, das geht gar nicht. Aber das klappt ganz gut, weil die einen komplett anderen Lebensrhythmus haben und deswegen sich eh nie wirklich überschneiden.
Ja, das finde ich total lustig. Und ich bin auch neulich, du hast zwischen den Jahren so einen tollen LinkedIn-Post gepostet, der so deine 5 Top-Lessons learned der letzten 10 Jahre zusammenfasst. Und der letzte Punkt ist auch so einer meiner Lieblingspunkte: Done is better than perfect. Und das passt einfach so total rein, denn wenn ein Kind quasi wieder rein muss in die Wohnung, also ausgezogen und wieder rein muss und so was, dann könnte man jetzt sagen, oh Gott, das geht auf gar keinen Fall, wir brauchen erst noch eine Zweizimmerwohnung und so weiter und so fort. Aber man kann es auch irgendwie anders lösen, zumindest zwischenzeitlich. Und das macht ihr hier total gut, das finde ich richtig toll.
Ja, danke. Ja, das stimmt total. Ich meine, das ist natürlich fairerweise wirklich keine langfristige Lösung. Ach ja, super, dann kann ich ja an dieser Stelle auch den Aufruf direkt reinpacken, wenn jemand irgendwo in Berlin oder in Kreuzberg eine kleine Zweizimmerwohnung zu vermieten oder eine WG hat, gerne via Anais an mich. Ich freue mich auch, wenn der Große eine Alternative findet.
Ich wollte gerade fragen, entweder für den Großen oder für den Kleinen.
Oder für den Kleinen, genau. Aber ernsthaft, ja, genau, das ist so ein bisschen unsere Devise, manchmal einfach zu sagen, hey, es ist jetzt erst mal so, das kriegen wir schon irgendwie hin. Und manchmal funktionieren so kreative Ideen ganz gut und dann braucht man sich auch nicht immer so zu stressen. Und ja, also jetzt auch gerade in dem Setup, das funktioniert jetzt für eine Zeit lang auch auch so ganz gut und man lernt halt wieder andere Sachen daraus.
Genau, man lernt total viel daraus. Was hast du noch gelernt in den letzten 10 Jahren? Ich bleibe jetzt kurz bei deinem LinkedIn-Post, weil ich finde, der war total super und ihr müsst alle Sarah folgen. Sarah Guerrier auf LinkedIn, da kommen immer total gute Sachen. Und genau, also exactly 10 years ago, erzähl mal.
Ja, das ist super nett. Also genau, wie vorhin auch erwähnt, ich bin jetzt schon seit 10 Jahren bei Zalando in verschiedenen Rollen und habe jetzt gerade mein Zehnjähriges gefeiert, sozusagen nicht nur zehnjährige bei Zalando übrigens, sondern auch das Zehnjährige mit meinem Mann und das Zehnjährige in Berlin. Also das war wirklich so ein Dreier-Zehnjähriges. Und das lädt natürlich dazu ein, ein bisschen zu reflektieren, was man daraus mitnimmt oder lernt. Und als ich da so drüber nachgedacht habe, das Erste, was mir wirklich in den Kopf gekommen ist, ist das ganze Thema: Am Ende des Tages muss man immer seinem Herzen folgen. Und das habe ich auch wirklich mitgenommen. Also immer wenn ich meinem Herzen gefolgt bin, dann bin ich damit nicht nur glücklich geworden, sondern auch erfolgreich. Also im Privaten natürlich auf der einen Seite, aber auch im Beruflichen. Du weißt ja, ich bin im Background eigentlich BWLer und Marketeur und habe aber eine super große Passion einfach für alle Personalthemen entwickelt und bin dann auch nach paar verschiedenen Stationen da einfach wieder gelandet. Und da haben mir total viele auch von abgeraten oder gesagt, was soll das denn jetzt? Und so. Aber ich habe einfach total Lust auf die Themen. Und entsprechend, wenn du dem dann auch folgst und anderen nicht unbedingt zu viel zuhörst, dann wirst du damit auch glücklich und dann wirst du da auch richtig gut. Also zumindest war das bei mir so der Fall.
Ich glaube, das ist auch genau der Unterschied, ob man jetzt irgendwie am Anfang sich einen Plan macht und dann folgt man genau diesem Plan Step by Step, was sicherlich auch eine gute Methode ist. Aber ich glaube, man kann sich einfach viel weiter nach vorne katapultieren, wenn da auch viel Herz dabei ist und wenn man auch mal von dem Plan abweicht. Und das hast du ja gemacht. Weg von, weg von einer Procter-Karriere hin zu Zalando und hin zu HR. Ein ganz neues Thema.
Ja, total. Das Lemons to Lemonade. Das ist eigentlich meine andere Favorite Lesson Learned.
Das liebe ich auch total. Seitdem du es geschrieben hast, zitiere ich es auch viel häufiger als früher.
Ich meine, es ist ja eigentlich eine alte Weisheit, aber das ist für mich wirklich so, wenn ich auch zurückschaue, immer in den Situationen, ich liebe es halt, also manchmal auch wirklich auf kreative Art und Weise, immer das Positive zu sehen und zu sagen, okay, das ist jetzt irgendwie doof, das hat jetzt nicht so geklappt, wie ich wollte, aber was ist denn dann noch besser? Was kommt denn da noch besser raus?
Raus.
Ja, also, und da hatte ich so viele Situationen im Beruflichen, also auch bei Projekten, und jedes Mal, wenn dann irgendwas nicht geklappt hat, ist eigentlich was viel Besseres noch daraus entstanden, ja, oder was man wieder da mit rausnehmen konnte. Und da versuche ich einfach, das auch immer weiterzugeben und auch Leuten zu zeigen, hey, schau doch mal die Sache von einem anderen, von einer anderen Perspektive an. Und genau, das ist Ja, das ist wirklich mein Lieblings-Credo.
Mein Lemon-to-Lemonade-Moment ist so, dass ich, als ich angefangen habe, also als ich schwanger war, gemerkt habe, also ich war so voll auf dem Karrierepfad und so, ja, und ich habe dann irgendwie gemerkt, bin ich überhaupt nicht mehr. Also ich kriege überhaupt kein gutes Projekt mehr oder so, oder war ein bisschen zweifelnd und hat sich schon so angedeutet, dass das nicht mehr so leicht wird. Und dann habe ich mir überlegt, was, was kann ich denn sonst? Also wie kann ich mir ein zweites Standbein aufbauen? Und habe angefangen, in Immobilien zu investieren. Und das kam wirklich nur deshalb, Ja, weil ich irgendwie gedacht habe, shit, jetzt klappt das mit der Karriere, könnte irgendwie wackeln. Ich werde da total abhängig von meinen Chefs, von meinen Chefs, irgendwie Chefin, also von dem Konzern, was sie denken, ob die mir das noch zutrauen, mit Familie Karriere zu machen und so weiter. Und ich will einen Plan B, ich will ein zweites Standbein. Und so habe ich angefangen, mir meine erste Wohnung zu kaufen und dann die nächste und dann die nächste und habe die Immo gegründet. Und das ist eigentlich wirklich genau so ein Punkt, dieses Lernen zu lernen, weil man kann ganz vieles nicht ändern. Ich konnte das nicht mehr ändern, dass jetzt keiner mehr dran glaubt, dass ich jetzt hier weiterhin die super Immobilienentwicklerin bin. Mit Kindern, aber ich konnte mir einen Plan B überlegen und der eben sehr gut geklappt hat.
Ja, total. Ich habe in dem Kontext auch mit, mit diesem Kinderthema auch ein anderes Beispiel für das Lemons to Lemonade. Und zwar, ich hatte einmal bei einer Podiumsdiskussion und da fragte mich die Moderatorin: Sarah, was hast du denn, also warum bist du denn besser geworden oder was hat dir denn gebracht karrieretechnisch, dass du Kinder bekommen hast? Da war ich erst mal total überrascht von der Frage. Dachte so, hä, die Frage hat mir noch niemand gestellt. Die Frage ist ja sonst immer, wie kriegst du das hin und wie schaffst du das. Also man sieht eigentlich immer die Kinder als Last oder ja, also als Hindernis für eine Karriere. Und ich fand alleine die Frage schon mal so inspirierend, musste allerdings ein bisschen länger über die Antwort nachdenken. Und danach ist mir aber total aufgegangen, ich bin glaube ich wirklich durch meine Kinder und auch wirklich dank dieser Erfahrung mit den Kindern eine viel bessere Führungskraft geworden. Und zwar auf zwei Ebenen. Das eine ist das ganze Thema der emotionalen Intelligenz, sozusagen auch wirklich zu verstehen, dass manche Leute in manchen Situationen einfach auch emotional andere Stressmomente im Leben haben. Das müssen jetzt gar nicht immer dann Kinder sein, das können ganz verschiedene Sachen sein. Aber dieses Verständnis dafür, dass es einfach auch andere Themen gibt im Leben und dass Das Zweite auch, also ich bin so viel effizienter geworden. Also dieses ganze Drumherum und hier noch einen Kaffee und hier können wir doch noch mal drüber reden und so, das gibt es einfach überhaupt nicht mehr, weil du so knallhart priorisieren musst und dann auch lernen musst, dich auf die wesentlichen Sachen einfach zu fokussieren. Und ich glaube, dann dachte ich auch so, das ist eigentlich wunderschön, die haben mich sogar besser gemacht.
Voll, ne? Ich finde auch, also ich sage das auch immer, dass, also ich sage immer, kleine Menschen auf ihrem Weg in die Zukunft zu begleiten, ist was Tolles. Eltern lernen Empathie und Führung. Und beides können Unternehmen einfach prima für sich nutzen. Und das ist wirklich total unterschätzt. Das hat mich damals mal die Sigrid Nikutta draufgebracht durch irgendeinen Post, in dem sie das gesagt hatte. Und es gibt auch einen anderen Podcast mit der Jennifer Knemle, die macht den Bunte Wibgloss Podcast und das ist auch total lustig, weil man da auch, seitdem sie, sie erzählt auch ganz viel von ihrem Mama-Dasein und das ist einfach so, wir sind viel pragmatischer auch und viel schneller in vielen Sachen und wissen genau, wo ist der Fokus, was jetzt wichtig Was ist nicht wichtig? Und dann eben auch wirklich dieses Thema auf Gefühle und Empathie. Also man lernt einfach wahnsinnig viel. Tolle Frage von der Moderatorin, die man auch allen Männern stellen sollte, also die man einfach allen stellen sollte, die Kinder haben. Sind sie dadurch besser geworden?
Ja, total. Ja, total. Einfach dann auch da wieder, ne? Lemons to Lemonade. Ich will jetzt nicht Kinder mit Lemons vergleichen, aber so ein bisschen.
Doch schon, karrieremäßig eben schon. Genau, das war ja mein Beispiel.
Und ich muss auch manchmal rückblickend über mich selber lachen, bevor ich als ich Kinder hatte, wenn ich manchmal denke, was mich da im Büro gestresst hat, das ist wirklich ein Witz rückblickend. Wenn man merkt, was so die wahren Stressmomente, jetzt gerade während der Pandemie, wenn man da zu Hause zwei kleine Kinder hat und die schreien rum und man versucht konzentriert, ein wirklich tricky Problem in einem Call zu lösen, das trainiert einen auch echt gut, cool zu bleiben in sehr anstrengenden Momenten.
Also Leute mit Kindern sind die wahren Problemlöser und ich würde es auch ein bisschen so sehen. Erzähl doch mal, ich will, ich will schon gleich noch mit dir über Immobilien reden, aber ich würde gerne über deine, über deine Familiensituation und so sprechen. Denn bei uns geht es ja auch darum, Frauen oder allen Menschen neue Wege zu zeigen. Und was heißt neue Wege? Einfach andere Wege. Und es gibt ja einfach immer noch, gerade bei Immobilien, Also zu mir kommen ganz viele Frauen, die weniger Geld verdienen als ihr Partner, die in einer Partnerschaft sind oder verheiratet sind mit einem Mann, verdienen weniger Geld und wissen nicht, wie sie sich finanziell unabhängig machen können. Ja, also genau, meistens sind sie eben abhängig und würden sich trennen, wären sie, also könnten sie sich, könnten sich auch gar nicht mehr, könnten sich nie mehr einen Lebensstil leisten, den sie vorher haben und so weiter und so fort. Es gibt ganz viele Sachen. Sie haben, vielleicht sind sie auch total glücklich, haben aber trotzdem karrieremäßig zurückgesteckt, verdienen viel weniger, arbeiten in Teilzeit, kümmern sich dafür um die Kinder und wissen nicht, wie sie sich da absichern sollen. Also wie das irgendwie fair sein kann für die Rente. Jetzt gerade ist es in den meisten Fällen natürlich kein Problem, weil man dann eben schon ein gemeinsames Konto hat oder so was. Aber die Frage ist einfach, was ist später so? Und jetzt bist du da mein Top-Vorbild, wie man die Sachen auch anders organisieren kann, aber auf gar keinen Fall muss. Wie sieht das, erzähl mal, wie ist das bei euch? Wie macht ihr das?
Ja, total. Bevor ich das erzähle, Ist gerade mir ein Gedanke gekommen, als du mir die Frage jetzt gestellt hast, was ich total spannend finde. Meine Mutter hat immer früher zu mir gesagt: Kind, du musst dich dir selbst leisten können. Und ich habe das früher immer so ein bisschen abgetan. Ja, okay, das sagt die Mama halt immer. Und ich glaube, das ist genau das, was du gerade sagst. Eigentlich ist es total egal, was du machst und wie du lebst und so weiter. Aber das Wichtige ist, dass du am Ende des Tages egal was um dich rum passiert, am Ende musst du dich dir selbst leisten können. Dich mit dem, was dir wichtig ist und wie du halt auch leben möchtest, und zwar dein ganzes Leben lang. Und ich glaube, das hat mir meine Mutter auch immer vorgelebt. Wie du weißt, ist sie ja auch Architektin, und das war ihr auch immer ganz wichtig, mir das mitzugeben.
Ich wollte gerade sagen, die Mamas, die Mamas, ja, das ist total wichtig.
Also meine Mama ist da mein Supervorbild. Du meintest ja gerade so, ich bin da auch in so einem Vorbild, ich will gar nicht da so als Vorbild unbedingt dastehen. Aber ja, wir haben ein anderes Modell. Ja, also ich glaube, es gibt ja ganz viele, und ich glaube, das Wichtige ist eben die, die Möglichkeit, sich selbst auszusuchen, welches Modell passt denn für dich als Familie. Und bei uns ist es einfach so, dass wir aktuell es so machen, dass ich ja voll arbeite, Hauptverdiener bin und meine Karriere vorantreiben darf, und mein Mann sich primär um die Kinder kümmert und seine Kunstprojekte vorantreibt. Und als wir uns kennengelernt haben, sah das, um ehrlich zu sein, noch ganz anders und genau andersherum aus. Da hatte er noch seine kleine eigene Firma und ist da in seiner Arbeit aufgegangen. Und über die Jahre haben wir uns aber immer angeschaut und geguckt, was ist denn jetzt das Richtige für uns? Und bei uns, wir hatten das Glück, er hatte sowieso Lust, sich mal im ganz anderen Bereich, im kreativen Bereich zu ja selbstständig zu machen und da zu verwirklichen. Und nach sehr vielen Jahren Selbstständigkeit war er auch froh, einfach mal zu sagen, ich mache jetzt mal was ganz anderes. Und dann war der Deal klar zu sagen, okay, dann machst du die Kids und ich darf die Karriere weitertreiben.
Aber das ist auch total spannend, dass du nämlich gar nicht— also wenn ich ja so rein— aber das Spannende ist, das finde ich, dass das auch schon wieder so ein gutes Zeichen dafür ist, dass es ja gar nichts für immer ist. Also es ist jetzt nicht so, am Anfang hast du vielleicht zurückgesteckt bei der Karriere, aber es war überhaupt nicht für immer. Sondern ihr habt das dann auch wieder umgedreht. Und für ihn ist es wahrscheinlich auch so, dass er jetzt nicht für immer derjenige ist, der sich um die Kinder kümmert. Kinder wachsen ja irgendwann aus dem Haus.
Genau, ja, die kommen auch immer wieder zurück.
Aber das ist ein anderes Thema.
Anscheinend. Aber das ist ein anderes Thema. Ja, und wir sagen auch wirklich jedes Jahr, wir gucken uns jedes Jahr einmal tief in die Augen und gucken, hey, passt das so noch für uns beide? Und das ist auch, glaube ich, total wichtig, dass man da nicht so sagt, das ist jetzt so für immer so. Ja, also da kann man ja auch wieder schauen, wie sieht es dann irgendwie ja in ein paar Jahren wieder aus. Aber Im Moment sind wir damit glücklich und der Deal passt sehr gut. Und ich glaube, womit ich eigentlich alle, gar nicht jetzt nur Frauen, sondern alle motivieren möchte, ist einfach zu schauen, was passt für euch als Paar. Also auch gerade wenn junge Pärchen sich überlegen, Familie zu gründen, da gibt es nicht die eine richtige Antwort. Ich meine, wenn man Familie hat, muss man sich halt überlegen, wie das geht. Ja, und entweder Beide arbeiten, beide voll, beide halb, einer nicht, wie auch immer. Ich will damit nur sagen, man sollte sich nicht so von anderen Meinungen beeinflussen lassen. Die gute Nachricht ist, wenn man sich einmal klar ist, es werden immer Leute sagen, das ist doof, wie ihr das macht, wie könnt ihr nur. Das wird es immer geben. Wenn man sich einmal klar macht, dass es total egal ist, für welches Modell man sich entscheidet, es gibt eh immer Leute, die das sagen, tragen, dann ist ja auch völlig egal. Also insofern würde ich halt immer empfehlen, schaut, was für euch als Paar irgendwie funktioniert, und für euch muss es funktionieren. Und genau, also weil es stimmt schon, es gibt wenige, die ich kenne, die jetzt auch diesen Setup haben, wie wir ihn haben.
Also follow your heart auch hier. Ja, also mir kommt so vor, als gäbe es bei Zalando schon einige, die so ein Modell leben würden, ne, das vielleicht auch vielleicht zählt das auch dazu. Überlegt euch genau, wo ihr arbeitet und für wen. Und auch, wer sind eure Chefs, eure Vorgesetzten? Also Sarah for President. Man muss immer gucken, ja, wie, ja, ich glaube auch genau, wie du gesagt hast, man muss nicht, man kann sowieso nicht jedem gefallen. Und für einen selber muss das passen und man muss glücklich sein. Und dann lässt man sich auch gar nicht so viel verunsichern, wenn rechts und links das eben alles anders läuft. Aber man selber ist glücklich und das Modell funktioniert vor allem. Das ist ja das Allerwichtigste.
Ja, total.
So, jetzt komme ich mal langsam hier zur Wohnung. Besitzt du Immobilien, Sarah?
Ja, wir besitzen Immobilien.
Ach so, das wäre nämlich meine nächste Frage.
Wer hat die Immobilien? Genau, also wir haben eine gemeinsame Immobilie hier, die hier in unserer Wohnung in Kreuzberg, die haben wir vor jetzt auch bald 10 Jahren gekauft, als wir hier nach Berlin gekommen sind. Rückblickend wirklich zum Glück.
Und wieso sagst du das so rückwirkend zum Glück? Denn ich würde immer sagen, Immobilien sind— Gab es da irgendwie auch Zweifel?
Ja, total. Ich muss zugeben, vor 10 Jahren, als wir hier nach Berlin gezogen sind, sind wir erstmal in eine Mietwohnung und ich war einfach gar nicht so gedanklich bei diesem Thema. Ich war da eher so, weiß nicht, wahrscheinlich der Klassiker, dass sich viele einfach noch überhaupt keine Gedanken so machen für später oder wie auch immer. Ich habe mir halt Gedanken gemacht, was meine Karriere Karriere angeht und dass ich da weiterkommen will. Aber diesen Immobilienaspekt, der war für mich fairerweise gar kein Thema. Der war ein viel größeres Thema zum einen für meinen Mann und dann aber auch fairerweise, ich habe ja vorhin erwähnt, meine Mutter ist Architektin, also die hatte das schon immer ganz klar auf dem Schirm. Und als wir damals nach Berlin sind, kam sie auch ganz klar dann auf mich zu und meinte, hey, ich habe mal hier geguckt, da und da, ihr müsst hier unbedingt kaufen.
Das ist so geil, ich glaube, deine Mutter muss sich engagieren, um hier mal so ein paar Hotspots rauszusuchen, immer so die Tipps zu geben bei uns im Club, wo man jetzt gerade irgendwas kaufen soll.
Ja, die hat auch wirklich, die hat auch in Frankfurt, paar Jahre vorher war das genau das Gleiche, da hat sie auch den Riecher gehabt und gesagt, so, da muss man jetzt kaufen. Also damals meine Wohnung, die ich in Frankfurt hatte, auch entdeckt und ganz klar gesagt, die müssen wir jetzt kaufen. Und genau, ich war da halt wirklich immer eher so, ich habe aber gar kein Geld und weiß ich jetzt auch nicht.
Und die hat sie dann gekauft oder die hast du gekauft?
Die in Frankfurt hat sie gekauft. Gekauft. Und die jetzt auch ein gutes Beispiel für Familie, so, nee, die in Frankfurt hat sie gekauft, also praktisch für mich für später sozusagen. Aber die hier in Berlin haben wir dann gekauft. Also nicht, dass ich Geld gehabt hätte, aber da wiederum, da schließt sich der Kreis, hatte mein Mann dann sein Unternehmen ja auch verkauft und hatte dann, er hatte dann Eigenkapital, und dann konnten wir davon die die Wohnung kaufen. Das hätte ich jetzt alleine gar nicht gekonnt.
Also Chip-to-Chip, ne? Ihr habt zusammengeschmissen und am Ende des Jahres, am Ende des Lebens, wird man— habt ihr dann großen Pott von zusammengeschmissenen Chips.
So richtig, genau, genau.
Auch ein sehr schönes Bild. Und bist du sonst noch investiert in andere, in andere, nicht Immobilien, andere Assets?
Ja, also ich habe, genau, also abgesehen von den Immobilien, das andere Thema, wir haben ja eine andere gemeinsame Freundin, die mich auch immer sehr darauf drängt, eben nicht nur in BRICS, sondern auch noch in ETFs zu investieren. Und da habe ich jetzt endlich meinen Cash auch investiert und bin da ihrem Advice gefolgt. Also das ist so das andere Standbein, ja, das wir auch gemeinsam.
Und wer baut das gemeinsam? Du und die Freundin oder du und dein Mann?
Nee, nee, das ist das Gemeinsame von meinem Mann und mir.
Aber was auch toll daran ist, dass ich kenne es ja auch, dass wir auch einfach insgesamt über Investments reden, ja, Geld, darüber, wie viel man verdient und wie man was so die nächsten Schritte sein können, was die nächsten Positionen sein können, die man so anstrebt und so was. Und ich glaube, das ist auch was total Wichtiges, dass man über Geld redet und dass das eben nicht so, nicht so ein, dass da nicht so ein Damoklesschwert über einem schwebt, wenn man das mal anspricht, weil sonst kommt man überhaupt nicht voran.
Total, das erinnert mich jetzt auch, weil du ja vorhin die ganze Zeit auf meinem schönen Neujahrspost angesprochen hattest. Hier, da habe ich ja auch diese eine Listen and Learn from Others anders. Und das gehört für mich da total rein, dass ich weiß, ich bin da kein Experte. Ich bin kein Experte, was Immobilien angeht, und ich bin kein Experte, was ETFs und jegliche Investitionen angeht. Ich weiß nur, dass man das irgendwie tun sollte. Also da, das ist mir schon klar. Und dann aber zu wissen, wer sind meine Vertrauten und wem kann ich da zuhören und auch blind vertrauen? Und da würde ich jetzt also sagen, wie jetzt also bei den Immobilien wo jetzt vielleicht meine Mutter, mein Mann, du mehr Ahnung haben, ja, dann höre ich euch zu und glaube euch und mache das dann. Genauso wie jetzt bei den ETFs unsere andere Freundin mir da die Sachen erklärt hat, und dann, ja, dann nehme ich auch genau die Empfehlung, die sie mir da gibt. Da brauche ich jetzt gar nicht selbst Experte werden. Ich muss nur wissen, wer die Experten bei mir im Freundeskreis sind, und denen vertraue ich dann auch einfach.
Das ist sowieso auch eins meiner Lieblingsthemen. Ich finde auch, also man kann sowieso in nichts Man kann nicht in allem Experte sein, aber man muss eben einfach wissen, wer sind die Experten und denen muss man vertrauen, natürlich. Und dann kann man denen auch einfach folgen. Also es gibt einfach so viele Menschen, die so viele Sachen so viel besser können als ich. Das will ich gar nicht versuchen, da irgendwie an die ranzukommen. Das mache ich dann lieber einfach nach oder kaufe eben nach. Aber das ist ein, das war eigentlich ein wunderschöner, wie sagt man das denn, ein wunderschöner Übergang wieder zum Anfang unseres Podcasts. Ich würde nämlich sagen, wir kommen langsam zum Ende, sind wieder bei deinem LinkedIn-Post gelandet. Ich glaube, es wird ein ganz tolles Jahr für dich, weil dieser Das ist auf jeden Fall wunderschön gestartet. Ich frage am Ende immer noch nach 3 Tipps.
Die 3 Tipps, die ich gerne geben würde, ja, damit schließen wir wahrscheinlich auch so ein bisschen den Kreis zum Anfang unserer Diskussion. Also wirklich, das Erste für mich ist: Hör auf dein Herz, follow your heart, was immer auch jetzt das Thema ist, sei es beruflich oder mit den Kindern oder mit Investitionen. Am Ende, wir haben alle so, so einen starken inneren Kompass und verlernen manchmal, auf den richtig zu hören. Also das ist wirklich mein größter Advice. Und der Link dann zum zweiten Advice, das ist so ein bisschen einfach: Gib nicht so viel darauf, was andere von dir erwarten oder was andere sagen, was jetzt gut oder schlecht ist für dich. Dass du da eher so auf Teflon schaltest und das dann auch von dir abprallen lässt. Weil ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, dass man da eher bei sich selber bleibt. Und dann gleichzeitig drittens, du sollst natürlich schon auf Leute hören, aber auf die, die dir wertvoll sind, ja, also die, denen du auch vertrauen und zuhören möchtest. Und bei denen wiederum, da würde ich sagen, hör doppelt zu, bei denen, bei denen du auch weißt, die sind dir gut gestimmt, die wollen für dich nur Gutes und die haben eine tolle Expertise. Auch da wieder, egal in welchem Bereich, Hör zu und nimm die Sachen für dich mit. Ja, und weil da auch, man braucht nicht immer das Rad neu erfinden. Also das wären so meine 3 Advices.
Wunderbar. Also hör auf dein Herz, hör nicht auf die Leute, die dir sowieso nichts Gutes wollen, beziehungsweise dir eigentlich egal sind, und hör doppelt und dreifach auf die Leute, die dir wirklich was Gutes wollen und dich wirklich voranbringen werden. Ja, sehr schön zusammengefasst. Wunderbar. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank, Sarah, für das tolle Gespräch, und ich wünsche dir noch noch einen tollen Tag.
Danke dir auch. Ciao.
Tschüss.
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