Let‘s Talk Immobilien als Eltern - mit Anissa Brinkhoff
11 Jan 2024 · 24 min
Journalist Anissa Brinkhoff walks through how to restructure household finances before a baby arrives. She sets up a three-account system, models cash flow through parental leave, and explains why self-employed parents face different risks than salaried ones. She's also buying property with a lifetime usufruct agreement as financial security.
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Hallo Anais, danke für die Einladung, dass ich wieder hier sein darf.
Genau, du sagst schon wieder. Das letzte Mal, als wir gesprochen haben, warst du nämlich auch bei uns im Podcast und wir haben allgemein über Frauen und Finanzen und Immobilieninvestments gesprochen und hatten damals schon die Idee, dass wir auf jeden Fall noch mal sprechen müssen. Und jetzt ist es total perfekt, denn du bist schwanger und wirst bald ein Baby bekommen. Und das ist, glaube ich, so eine Phase, in der man dann doch, in der sich sehr viel ändert und in der es total wichtig ist, über Geld zu reden. Deshalb let's talk.
Ja, auf jeden Fall. Genau, ich bin sehr kurz vor der Geburt, also es könnte gefühlt jede Minute losgehen. Und ich hätte tatsächlich nicht gedacht, dass sich so viel finanziell noch mal ändert und dass man sich über so viele Dinge noch mal Gedanken macht. Auch wenn ich beruflich zu dem Thema arbeite, Wenn man persönlich drinsteckt, ist es ja doch immer noch mal was anderes. Und vor allem in meiner oder unserer besonderen Konstellation mit mir als selbstständiger Journalistin und meinem Freund als Festangestellten war das doch eine Menge, worum wir uns jetzt kümmern mussten, und eine Menge Infos, die wir einholen mussten, eine Menge Gedanken, die wir uns machen mussten. Ja, das hat mich tatsächlich auch ganz schön überrascht. Aber wieder mal hat sich irgendwie so herausgestellt, Über Geld reden hilft. Und auch wenn man das in der Partnerschaft noch mal so ausdenkt und sich so auch wirklich unangenehme Fragen stellt und Excel-Tabellen macht, bringt einen das irgendwie auch so zu zweit noch mal näher, weil man ja irgendwie schon einfach eine komplett neue Lebensrealität miteinander besprechen muss, hatte ich so das Gefühl.
Voll, ne? Ich hatte das auch, als ich schwanger war, sind wir, wir sind damals immer, wir haben in Köln gewohnt, wir sind beide, ich bin mit dem Zug immer nach Aachen gependelt, mein Mann nach Frankfurt und Und wir sind aber immer am Wochenende zum Yoga gefahren nach Frankfurt. Und dann weiß ich noch, dass wir so die ICE-Fahrt genutzt haben, um eine Excel-Tabelle aufzumachen und zu gucken, wer macht wann, wer verdient wie viel, wer macht wann Elternzeit, wie machen wir es, dass es gleich viel ist und dass wir das mit dem Geld hinkommen. Und das hat dann auch geklappt. Genau auf dieser Fahrt und danach ging es uns beiden voll gut, weil wir so das Gefühl hatten, okay geil, wir sind uns da einig, wir haben das geregelt und dann war das voll gut.
Witzig. Genau die Excel-Datei haben wir auch. Und erst mal, als wir überlegt haben, was müssen wir denn da alles eintragen, dachte ich mir, ach du meine Güte. Vor allem ist es als Selbstständige auch gar nicht so einfach zu wissen. Ich glaube, wir haben das irgendwann mal so Juni, Juli oder so angefangen, wo ich so dachte, na ja, es sind noch 6 Monate bis Ende des Jahres. Keine Ahnung, was ich bis dahin noch verdient haben werde oder auch nicht verdient haben werde, wie lange ich überhaupt arbeiten kann und so weiter und wie viel unterschiedlich viel wir dann vielleicht verdienen. Und ja, wenn wir zum Beispiel beide, wie wir das jetzt planen, ein halbes Jahr in Elternzeit gehen wollen, also uns das genau hälftig aufteilen wollen, wie wir das dann eigentlich machen, weil Bei mir als Selbstständige kommt ja auch nicht schnipps der Job zurück und auf einmal ist wieder das gleiche Gehalt auf dem Konto wie vor dem Kind, so wie es bei meinem Freund zum Beispiel ist. Der geht einfach wieder zurück und das Gehalt ist da. Also da haben wir auch schon eine Menge Rechnerei mit. Welche Puffer brauchen wir eigentlich? Woher kriegen wir die jetzt? Wo lagern wir dieses Geld? Und so weiter. Also das war schon echt kompliziert, muss ich sagen.
Aber dann erzähl doch mal, wie fängt man denn an? Also, oder wie habt ihr angefangen?
Genau, wir haben, also ich bin glaube ich ein finanziell relativ sicherheitsbedürftiger Mensch. Das heißt, ich kümmere mich immer lieber so ein bisschen besser und lieber die abgesicherte Variante um so ein paar Sachen. Mein Freund ist da gar nicht so, aber ich dachte mir so, na ja, wir verdienen beide nicht schlecht, lass uns dieses Geld dieses Jahr mal nutzen, um so ein paar Puffer zurückzulegen. Sodass wir zum einen auch mindestens 2 Monate gleichzeitig Elternzeit machen können, dass das auf jeden Fall geht und dass im Zweifelsfall nächstes Jahr, wenn irgendwas ist und ich als Selbstständige gar nicht die Summen verdiene, wie ich dieses Jahr verdiene, dass uns das auch nicht das Genick bricht. Weil schon allein so was im Hinterkopf zu haben, würde mich zum Beispiel total stressen. Das heißt, wir haben erst mal versucht, so ein bisschen den Status quo zu errechnen. Also wer verdient eigentlich gerade was? Können wir rein theoretisch zurücklegen? Und dann, was sind unsere Fixkosten? Also was brauchen wir auf jeden Fall jeden Monat auch in der Elternzeit? Was muss weitergehen? Alle Versicherungen, alle Miete, Fixkosten und so weiter. Aber auch welche Sparbeträge in unsere ETFs oder Fonds sollen weiter gezahlt werden und so. Und diese Summe, die dann am Ende da rauskam, dachten wir auch schon, okay, holy shit, ist gar nicht so wenig, was wir da jetzt jeden Monat haben müssen. Und das haben wir noch mal so ein bisschen in Okay, wo kann man streichen? Man kann ja auch mal ein paar Monate ETF-Einsparungen pausieren und einfach sagen, okay, diese 100 € zahlen wir jetzt mal nicht ein, das sind keine Musts. Aber Versicherungen müssen weiter bezahlt werden, da kann ich jetzt nicht pausieren. Das heißt, die Summen müssen auf jeden Fall reinkommen. Das heißt, wir hatten am Ende so, okay, das ist die Minimalsumme, die wir jeden Monat bräuchten, und das ist die Maximalsumme. Und was wäre eigentlich, wenn wir vielleicht noch einen Urlaub machen würden? Was müssen wir dann noch zusätzlich haben? Und so. Also wir haben da eine Menge aufgelistet und zusammengestellt und dann so ein bisschen geguckt, wie kriegen wir das bis zum Baby, bis zur Geburt zusammengespart sozusagen? Und dann natürlich auch noch, wer verdient eigentlich was nächstes Jahr? Also wie viel Elterngeld bekommen wir? Genau, das wäre ich. Wie viel Elterngeld bekommen wir? Wer kriegt eigentlich noch welches Gehalt? Welche, was weiß ich, Weihnachtsgeld, Sonderzahlung oder so was gibt es eigentlich noch? Also War für uns auf jeden Fall eine Phase, in der wir uns noch mal sehr, sehr intensiv mit unseren eigenen Finanzen beschäftigt haben. Und das schadet ja einfach nie. Das ist ja grundsätzlich eine gute Sache.
Und wie regelt ihr das? Also schmeißt ihr euer Geld zusammen? Seid ihr, seid ihr ein Team oder spart jeder seinen eigenen ETF weiter?
Genau. Also wir machen es tatsächlich so, dass jeder seine Altersvorsorge weiterhin laufen lässt. Bei mir ist das natürlich als Selbstständige ein bisschen was anderes, weil bei mir einfach nicht alles über den Arbeitgeber geht, was zum Beispiel so Rentenversicherung oder so was eingeht. Und da muss man noch so über so freiwillige Zahlungen und so was so ein bisschen gucken. Und ansonsten haben wir so ein Drei-Konten-Modell. Das heißt, wir haben jeder unsere eigenen Konten, wo unser eigenes Gehalt und so was drauf eingeht. Und dann haben wir noch ein gemeinsames Konto, auf dem wir jeden, also wir beide einfach eine gewisse Summe jeden Monat einzahlen und von dem unsere Fixkosten abgehen. Das sind gemeinsame Sachen wie alles für die Wohnung, die ganzen Nebenkosten. Aber da, das machen wir jetzt auch erst, dass wir davon zum Beispiel auch die Einkäufe zahlen, weil das haben wir bisher immer so ein bisschen auseinandergerechnet. Ich weiß auch gar nicht warum, ehrlich gesagt. Und dass da zum Beispiel einfach, dass wir da uns jetzt noch eine Girokarte zu bestellt haben, zu sagen, egal, alle Einkäufe, alle Restaurantbesuche und so weiter gehen auch noch davon ab. Also ich habe das Gefühl, so dieses Kinderkriegen bringt einen auch finanziell noch mal so ein bisschen näher, weil eine Familie werden ja auch darauf irgendwie noch mal Einfluss hat.
Ja genau, Kinder kriegen das sortiert alles noch mal neu, was eigentlich ganz gut ist, weil man ganz oft ja auch sich finanziell noch gar nicht so kennengelernt hat, und das ist eigentlich eine super Gelegenheit, um das nachzuholen. Wie sah es denn bei euch aus mit, also so gefühlsmäßig, hattest du auch Angst und hat dich das, also ich kenne das von mir, dass ich nämlich im ersten Moment, klar wollte ich schwanger werden und so was, aber als ich mir dann überlegt habe, das ist jetzt dann so ist, dass ich dann auch weniger Geld verdiene und dass ich vielleicht karrieremäßig nicht mehr so durchstarte oder keine Ahnung. Also man weiß es dann ja eben nicht so genau. Und mich hat das voll nervös gemacht und ich hatte schon das Gefühl, dass ich irgendwas machen muss und habe dann eben angefangen, in Immobilien zu investieren. Aber zur Immobilie will ich jetzt noch gar nicht hin, sondern eher so zu dieser Frage, ob du eben auch Angst hast oder hattest.
Voll, kann ich total nachvollziehen. Also Wann bin ich schwanger geworden? März diesen Jahres, glaube ich, ungefähr Februar, März. Da war ich 4 Monate selbstständig und ich meine, wir hatten uns das gut überlegt und so weiter, aber das war schon auch erstmal so, okay, fuck, 4 Monate selbstständig, ich baue mir gerade komplett was auf. Was ist eigentlich, wenn ich ab Monat 3 im Bett liegen muss, weil irgendwas ist und ich nicht mehr arbeiten kann und ich finanziell einfach komplett angewiesen bin auf meinen Freund? Also das haben wir vorher auch alles sehr, sehr genau durchgesprochen, weil finanzielle Unabhängigkeit ist das absolut Wichtigste für mich. Da käme ich überhaupt nicht mit klar, wenn ich jetzt, also naja, wenn er mich komplett mitfinanzieren müsste. Und ich glaube schon auch, dass es mich dieses Jahr angetrieben hat, im Zweifelsfall ein bisschen mehr zu arbeiten, als ich ja sollte vielleicht. Also ich habe auf jeden Fall ein paar Jobs gemacht, die auch zu viel waren, das gab körperlich dann auch immer direkt die Quittung dafür. Und das würde ich im Zweifelsfall jetzt mit dem Wissen, wie schnell man sich körperlich auch übernimmt als Schwangere, vor allem so in den letzten Monaten, glaube ich, anders machen und da auch noch mal anders mit ihm drüber sprechen. Auch wenn ich mich natürlich emotional total aufgehoben fühle und da auch gar keine Ängste habe und gar keinen Anlass habe, ist es halt doch einfach was anderes, Wenn ich mir so bedenke, wie das Leben von meinem Freund einfach von Tag zu Tag genauso weitergeht, wie es vor der Schwangerschaft war. Und bei mir ging es körperlich quasi ab Tag 1 bergab und ich konnte immer weniger. Und man sagt so viele Projekte dann ja auch irgendwie ab oder plant irgendwann mal nicht mehr in die Zukunft, weil es klar ist, dass man tatsächlich 6 Monate raus ist und man sagt nur noch ab. Also auch das ist jetzt auch gerade so eine Situation, die mir schon Angst macht, wo ich mir so denke, ja okay, wer von meinen Partnerschaften ist denn noch da in 6 Monaten? Wüsste Warten die noch, dass ich dann wieder arbeiten kann? Und wie nehmen die mich dann wieder auf? Und wo melde ich mich überall? Also das kann ich total nachvollziehen und hat bei uns beiden auch so ein bisschen den Anlass genommen, noch mal so ein bisschen mehr in die Zukunft zu planen. Auch was du sagst, Stichwort Immobilien. Und was bei uns auch noch so ein bisschen Irritation hervorgerufen hat, ist halt die ganze Diskussion um das Thema Elterngeld, die in den letzten Monaten immer mal wieder hochgekocht ist, weil Ja, also das einfach genau mich so sehr in dieser Schwangerschaftsphase getroffen hat. Dieses: Es kann passieren, dass Frauen, dass, während sie schwanger sind, das Elterngeld gestrichen wird. Also diese Diskussion hat mich schon komplett schockiert, ehrlich gesagt.
Das finde ich auch verrückt. Also ich finde Elterngeld sowieso, da können wir gleich drüber sprechen. Aber ich finde insgesamt, dass in Deutschland einfach so viele Sachen passieren können. Also noch mal Thema Immobilien, wenn man, egal wie man das findet, aber Wenn man zum Beispiel möbliert vermietet, dann kann es auch sein, oder war es eben vor kurzem, dass auf einmal ein Gesetz kam und dann durftest du das nicht mehr. Und das ist ja, das kann alles rechtens sein, aber man hat anders gekauft, man hat anders geplant und man hat eben mit dem Kind geplant und hat damit geplant, Elterngeld zu kriegen. Das ist einfach was anderes, als wenn es klar ist, dass es anders ist und man kann sich dann dafür oder dagegen entscheiden. Aber ich finde das auch total verrückt in Deutschland, wie das einfach so von einem Moment auf den anderen entschieden wird. Und dann trifft das auch alle, die schon mittendrin stecken. Und diese Diskussion zum Elterngeld, Ja, die ist— da würde mich auch mal deine Meinung interessieren, denn ich finde, die ist so— die Sache an sich wird gar nicht diskutiert, ja, sondern es ist einfach wie so ein bisschen so arm gegen reich, schwanger gegen nicht reich, solche. Aber die Frage, wie hoch sollte denn das Elterngeld, oder was ist denn das Ziel vom Elterngeld, ne? Sollte vielleicht das— ich denke ja, dass das Ziel sein sollte, dass man Parität in der Beziehung erreicht. Und da geht es überhaupt nicht darum, ja, ob irgendjemand, der 120.000 verdient, ob der 12 Elternmonate bezahlt bekommt oder 10, sondern da geht es darum, dass er sie nur kriegt, wenn der Partner gleich viel nimmt. Also sind so ganz andere Ziele, die ich sehen würde. Und das macht mich wahnsinnig, weil ich glaube, wir kommen durch diese Diskussion absolut null voran.
Ja, also ich finde, grundsätzlich ist diese Elterngelddiskussion wahnsinnig komplex und ich glaube, sie hat viel hochgeholt in unserer Diskussion oder unserer Gesellschaft, was schon seit Jahren schiefläuft und wo Menschen Geld weggenommen wird, die eh schon zu wenig Geld haben, die jetzt natürlich nicht von diesen Summen bei den Elterngeld-Streichungen betroffen wären. Und sie trifft an einem so empfindlichen Punkt, nämlich wie du sagst, bei der Gleichberechtigung und Mütter. Das finde ich einfach, also das ist so ein niedriges Niveau und das ist so fies, wie diese Diskussion geführt wird und dass sie überhaupt aufkommt, also dass dass wir überhaupt überlegen, in einer Situation, in der es Fachkräftemangel gibt, in dem es einen demografischen Wandel gibt, in dem wir einen riesigen Gender Pay Gap haben und all so was, dass wir dann überhaupt darüber diskutieren, dass bei Familien und bei Frauen gespart werden soll. Also das finde ich von der Bundesregierung einfach so unfassbar schwach schon. Und Also finde ich unfassbar. Aber gleichzeitig, und darüber habe ich in meinem eigenen Podcast auch eine Folge gemacht, ist es einfach so ein wahnsinnig gutes Beispiel darüber, wer in Deutschland Gehör findet und wer kein Gehör findet. Gleichzeitig zur Elterngelddiskussion gab es ja auch eine Petition zur Kindergrundsicherung, die ja noch mal ganz andere Menschen betrifft und vielleicht, wenn man es überhaupt irgendwie abwägen müsste, vielleicht noch wichtiger ist. Dass Kinder, die von Armut betroffen sind, finanziell unterstützt werden, dass diese Petition einfach kaum Aufmerksamkeit bekommen hat, weil diese Menschen, die halt von Armut betroffen sind, und wir alle wissen, dass wer arm ist, auch keine politische oder mediale Reichweite hat oder schwieriger hat, die zu bekommen, nicht in den wichtigen Netzwerken dafür ist, dass diese Diskussion einfach um diese Petition einfach so ein bisschen untergegangen sind, während die Elterngeld-Petition durch die Decke gegangen ist. Und beides hat ja eine totale Existenzberechtigung. Aber dass man jetzt abwägen muss, welche Eltern weniger Geld bekommen und ob die Kindergrundsicherung wichtiger ist als die Elterngelddebatte, das ist ja komplett absurd. Ich finde, alles, was mit Familien und Kindern zu tun haben sollte, sollte höchste Priorität haben. Und es gibt x Grosstöpfe im Bundeshaushalt, an dem man eher sparen sollte und wo nicht in 20 Jahren, in 18 Jahren, was weiß ich, so krasse Konsequenzen entstehen würden.
Genau, woran das liegt, das liegt daran, dass einfach viel zu wenig Eltern in der Politik sind. Genau, richtig. Das ist genau das, was geändert werden muss. Immer heißt es, Frauen in Führungspositionen, Frauen in die Aufsichtsräte, ja schon, aber eigentlich müssen es auch Familien sein. Ja, eigentlich muss man Leute mit egal ob Mann oder Frau, mit Familien fördern. Sonst wird sich da nichts ändern. Die ganzen Unterschiede, die ganzen Gaps haben ihren Ursprung in der Familienplanung. Und wenn man keine Leute hat, die das kennen, die das selber erlebt haben an den entscheidenden Positionen, dann wird das auch einfach so weiterbleiben.
Genau. Und Kinder wählen nicht. Ich meine, Politiker:innen haben einen Horizont von 4 Jahren ungefähr, in dem sie handeln können. Das heißt, im Zweifelsfall, wenn Wenn das Kind in 16 Jahren, 18 Jahren erwachsen ist und aber eben damals das Kindergeld gestrichen wurde oder keine Kindergrundsicherung eingeführt wurde, werden die schon längst nicht mehr haftbar gemacht. Also das ist ja auch einfach was, was wahnsinnig ist und total unfair ist. Und ob überhaupt das Elterngeld die richtige Höhe hat und ob es ans Einkommen gekoppelt sein sollte und ob nicht ärmere Familien generell viel mehr Kindergeld bekommen sollten. Das sind noch mal ganz andere Fragen, weil auch was ich jetzt erlebe, was einfach ein Kind kostet bei den Anschaffungen und auch wenn man viel Secondhand und sonst was kauft. Ach, da, wenn ich mir vorstelle, dass Familien dann irgendwie den Mindestsatz von 300 € bekommen. Ah, schwierig, wenn du eh schon in einer Situation lebst, in der das Geld komplett durchgeht, wie du da noch irgendwie Geld zurücklegen sollst für das dass du die ganzen initialen Anschaffungen machen kannst. Also ich finde es wahnsinnig schwierig, wie in Deutschland Familienpolitik gemacht wird. Furchtbar.
Und genau diese Diskussion wird ja noch nicht mal geführt, sondern es wird einfach nur diskutiert, wer jetzt recht hat und wer ja aus der Not geboren.
Ich kann ja jede Familie, die von Armut betroffen ist, verstehen, die jetzt so denkt: 180.000 € zu versteuern, das Einkommen, seid ihr irre? Wenn ich das auch nur ein Jahr verdienen würde, wären alle meine finanziellen Probleme gelöst. Das kann ich hundertprozentig nachvollziehen, wenn man so denkt. Aber die Lebensrealitäten sind unterschiedlich. Und wie du sagst, wenn einem von heute auf morgen so eine Finanzierung irgendwie gestrichen wird, weil du zum Beispiel das allererste Mal diese Summe verdient hast, weil du dir gerade was aufgebaut hast, weil du dir gerade einen Kredit geleistet hast, um was abzubezahlen. Also das sollte einfach nicht gegeneinander aufgewogen werden. Und wir sollten uns definitiv mehr in Deutschland um Familien, die von Armut betroffen sind, kümmern. Aber halt einfach generell mehr um Familien kümmern. Und ja, wäre ich jetzt nicht selber schwanger und hätte diese Diskussion nicht sozusagen eventuell als selber Betroffene so mitbekommen, hätte ich das alles, wäre mir das glaube ich alles gar nicht so bewusst geworden. Und das zeigt ja auch wieder, um welche Themen man sich eigentlich nur kümmert, nämlich um die Themen, die einen selber betreffen. Und da am Ende, wie du sagst, wenn keine Familien, keine alleinerziehenden Menschen, vielleicht keine Menschen ohne Studium usw.
im Bundestag sitzen, Dann werden die auch nicht diese Interessen vertreten. Genau, das heißt, wir müssen alle ab in den Bundestag, ab in die Politik oder erst mal für uns selber vorsorgen. Das ist ja die andere Seite der Medaille. Also gerade wenn man merkt, dass der Staat, dass man sich da gar nicht so wahnsinnig doll drauf verlassen kann. Wie macht ihr das denn? Wir hatten ja gerade das Thema Immobilien. Bei mir war eben in der Schwangerschaft das Thema Immobilien quasi der Weg raus aus diesen Sorgen. Ich habe in meiner ersten Elternzeit meine erste Wohnung gekauft. Die auch direkt was abgeworfen hat, nicht viel, aber tut sie, und fand das total super, weil ich einfach wusste, na gut, also wenn das mit Job und so was danach nichts wird, dann mache ich hier das Wohnungsding weiter und hebe mich dadurch ab.
Ja, ich habe dir das ja schon mal geschrieben, ich plane den Anais-Move zu machen, so nenne ich das jetzt mal. Ich fand das nämlich sehr klug von dir. Sich in der Elternzeit damit zu beschäftigen. Also bei mir ist es halt einfach als Selbstständige, ich bekomme keinen Kredit, ich habe es schon checken lassen von der Finanzierungsberaterin. Es wird wahnsinnig kompliziert und es wird zu wahnsinnig schlechten Konditionen. Aber ich habe halt den Vorteil, dass ich einen Partner habe, der in Festanstellung ist. Das heißt, im Zweifelsfall muss er dafür herhalten, dass der Kredit über ihn läuft. Und das ist tatsächlich was, was wir uns für nächstes Jahr vorgenommen haben. Bei uns steht auch immer noch mal so grob der Wunsch nach Eigentum, Wohneigentum. Im Raum ist aber in Hamburg komplett utopisch. Also da wäre das, wäre einfach wahrscheinlich keine kluge Rechnung, wenn uns da nicht noch irgendwie vom Himmel ein riesiges Paket an Eigenkapital herunterfällt und dieses Problem löst, sozusagen. Ja, das heißt, unser Plan ist definitiv auch mit Immobilien zu starten, im Zweifelsfall zusammen oder alleine. Das müssen wir noch so ein bisschen ausdenken, oder halt auch beides. Ich habe auf jeden Fall sozusagen als kleine Absicherung dieses Jahr mit meiner Mutter schon mal geklärt, dass wir ihre Wohnung, ihre Eigentumswohnung, auf meinen Bruder und mich überschrieben haben.
Das heißt, da haben wir schon mal alle Formalienkram geklärt, auch wenn sie lebenslang ist.
Die Überschreibung ist erfolgt. Genau, richtig. Jetzt gerade diese Woche sozusagen sind wir durch. Und noch so ein letztes To-do vor dem Baby. Also meine Mutter hat lebenslanges Nießbrauchrecht und so weiter. Das heißt, mir bringt in Anführungsstrichen finanziell diese Wohnung nicht, aber wir haben die ganze Orga und den ganzen Kram drumherum gemacht und Auch da so ein bisschen Zukunftsplanung.
Jetzt fragen viele, musstet ihr da Steuern drauf zahlen? Wie ging das mit der Überschreibung, wenn du das vielleicht in 3 kurzen Sätzen sagen kannst?
Ja klar, sehr gerne. Also wir sind da zu einer Anwältin gegangen, die einen Vertrag aufgesetzt hat sozusagen, in dem wir alles auch noch mal reingeschrieben haben, wie für uns Niesbrauchrecht eigentlich gestaltet sein soll. Also welche Partei, also sie als Bewohnerin und mein Bruder und ich als als Besitzer der Wohnung, wer hat eigentlich welche Pflichten, was Renovierungskosten angeht, aber auch welche Entscheidungsfreiheiten, was Renovierung angeht zum Beispiel. Und genau, haben wir da einfach in, das waren schon ein paar Sitzungen sozusagen, auch mit Notar oder mit Anwältin zusammen, in der wir das so ein bisschen ausgedengelt haben, wie es für unsere Situation am besten passt. Und genau, dann haben wir alle drei unsere Unterschriften beglaubigen lassen und dann war es tatsächlich schon durch. Also es war, ich würde mal sagen, von dem Inhaltlichen gar nicht so ein großer Aufwand. Es war eher wieder auch dieses Familiäre zu besprechen. Was ist denn eigentlich, wenn Mama ins Heim ziehen muss? Wer entscheidet dann eigentlich, wer in ihrer Wohnung wohnt? Ist sie das oder dürfen wir sie dann auch überstimmen, weil sie vielleicht dann auch gar nicht mehr diese Entscheidung so gut treffen kann? Also auch Auch da musste man wieder so ein paar Erbschaftsthemen besprechen, die eher emotional anstrengend als inhaltlich anstrengend waren.
Aber damit sind wir jetzt durch und das fühlt sich eigentlich auch ganz gut an. Ja, das verstehe ich. Das ist super. Und wie geht es jetzt weiter? Jetzt kommt das Baby und dann fangt ihr an, in Immobilien zu investieren.
Ja, idealerweise schon. Also das ist eigentlich unser Ziel für nächstes Jahr. Dass wir damit mal anfangen. Ich komme aus Bremen, das heißt, ich kenne da so ganz gut die Stadt und habe so das Gefühl, dass das keine schlechte Idee wäre, da vielleicht mit einem Immobilienkauf zu starten, weil da die Preise ganz anders sind. Ich habe seit Monaten schon sämtliche Alerts gesetzt, so wie ihr das auch sagt. Wie das genau mit deiner Wohnung, mit eurer Immobiliensuche läuft, das verraten wir im nächsten Podcast, oder? Auf jeden Fall. Genau, da brauche ich auch bestimmt noch mal euren Rat.
Gibt es eine Menge zu erzählen. Genauso machen wir das. Also auf jeden Fall schon mal total super. Genauso empfehle ich das in der Schwangerschaft oder in der Elternzeit, überlegen, sich eine Wohnung zu kaufen, und auf jeden Fall den Mann sehr gerne als für die Finanzierung nutzen. Das ist mein Tipp.
Was sind deine 3 Tipps, die du hier noch mit auf den Weg geben willst? Zu der Situation Mutterschaft und Geld: Am Ende möglichst ehrlich mit dem Partner darüber sprechen. Ich glaube, das ist ist das Allerwichtigste und auch einen richtig, richtig ehrlichen Kassensturz machen, indem man seine eigenen und von Partner oder Partnerin die Finanzen einfach wirklich einmal offenlegt, um einmal zu sehen, wo man herkommt und wo man hin will. Und ja, einfach diesen Übergang in diese neue Lebenssituation auch dafür zu nutzen, ja, noch mal über Zukunft der eigenen Finanzen, der Familienfinanzen zu sprechen. Und als Drittes natürlich auch an das Kind zu denken, würde ich sagen und zu überlegen, ob man nicht ab Geburt so was wie einen ETF-Sparplan einrichten möchte, von dem sich das Kind irgendwann mal das Studium finanzieren kann oder Eigenkapital hat für auch eine eigene erste Wohnung oder so.
Also ja, das wären so meine 3 Themen, die ich in dieser Zeit am wichtigsten finde.
Großartig.
Klärt eure Familienfinanzen und klärt auch die Finanzen fürs Kind. Das sind doch die besten Tipps. Und ich wünsche dir alles, alles Gute. Ich hoffe, wir sprechen uns ganz bald.
Und für die Zwischenzeit alles Gute. Dankeschön, bis bald, Anais. Bis dann, ciao.
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