Let‘s Talk Immobilienbranche mit Inga Beyler
28 Apr 2022 · 30 min
Inga Beyler bought a 30 m² apartment in Düsseldorf for 60,000 euros in 2015, renovated it, and rented it out. Today it's worth around 270,000 euros. She talks about her financing structure, why she avoids maximizing returns in favor of fair rents, and why women should partner up to share risk when buying property.
Chapters
Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast Inga Beiler. Inga kenne ich schon eine ganze Weile, weil Inga in der Immobilienbranche arbeitet. Eine mit einer super Position, wird sie uns gleich erzählen, und davon gibt's wenige in der Immobilienbranche. Also willkommen, Inga, ich freue mich total, dass du hier bist.
Vielen, vielen Dank. Vielen Dank, dass ich hier sein darf.
Es ist auch sehr lustig. Schade, dass ihr uns jetzt nicht seht. Wir nehmen den Podcast heute nicht im Studio auf, sondern bei mir zu Hause. Also heute aus unserem Bett.
Ich glaube, ich habe selten so eine charmante Kulisse gesehen. Also ich fühle mich hier richtig wohl. Freue mich, hier zu sein. Sehr gut, das freut mich.
Wir sitzen ja auch in Yoga-Leggings auf einer Yoga-Decke und ich glaube, das wird ein gutes Interview.
Ganz yogi und ganz zen sind wir ja heute. Auf jeden Fall, genau.
Dann starten wir doch mal, Inga. Wer bist du?
Inga Weiler, hast du gerade schon gesagt. Ich bin 35, werde 36 in einem Monat, also aufgerundet jetzt bald dann auch die 40. Haha, okay. Genau, bin in den letzten Jahren, letzten 8 Jahren bei Bernd Heuer Karriere als Geschäftsführerin im Gesellschafterrentätig gewesen. Letzte Woche, wie du vielleicht gelesen hast, wurde announced, dass ich das Unternehmen verlassen werde.
Ja, ich habe es gelesen.
Genau, genau, genau. Ich werde der Branche treu bleiben und auch dem Job, werde aber zunächst mal für 3 Monate ins Sabbatical verschwinden sozusagen, werde mit Wohnwagen durch Australien fahren zusammen mit meinem Verlobten, freue mich riesig, mal den Kopf frei zu kriegen und dann ab 1.6. wieder in neuer Funktion wieder aufzutauchen sozusagen.
Genau, wie cool, da bin ich neidisch, mit dem Wohnwagen durch Australien fahren, das habe ich auch gemacht vor ein paar Jahren, als wir noch 2 Kinder hatten, da war der Henry gerade 3 Monate alt und es war super.
Ja, ach, da können wir gleich nochmal Tipps austauschen für Vielleicht darf ich dann noch mal anfragen. Genau.
Cool, da bin ich neidisch. Und was sagt die Branche oder was sagt Thomas Flohr?
Ja, ach, es ist sicherlich, es war eine tolle Zusammenarbeit. Viele, viele Jahre haben wir wirklich sehr, sehr gut und sehr partnerschaftlich zusammengearbeitet. Und ich gehe natürlich auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Und genau, ich glaube, so ist es. Also wir sind sehr partnerschaftlich miteinander umgegangen und freuen uns, freuen uns einfach auch jetzt weiterhin, uns gegenseitig begleiten zu dürfen und gönnen uns nur das Beste. Und er hat mich, muss ich auch wirklich fairerweise sagen, sehr unterstützt. Unterstützt in dem Schritt und ist natürlich wahrscheinlich auch sehr traurig gewesen, aber hat da so ein bisschen diese— er ist wirklich auch sehr sportlich, was das angeht, und sagt, na ja, er hat mich ausgebildet, hat mich so weit gebracht, und jetzt möchte er mir auch nicht im Weg stehen und so eine tolle neue Herausforderung dann auch anzunehmen. Genau.
Und das ist ja auch so, ne? Erstens, Reisende muss man ziehen lassen, und zweitens, man muss ja auch neue Wege gehen, um zu wachsen.
Genau, manchmal ist es auch so ein bisschen, ich hab's eben schon gesagt, so dieses Aufstehen und Flügel strecken, ne? Und auch mal seine Comfortzone zu verlassen. Ich war jetzt seit 8 Jahren bei Heuer, und vielleicht diejenigen, die Bernd-Heuer-Karriere jetzt nicht sofort kennen, ich glaube, es sind ja auch viele Zuhörer, die nicht direkt aus der Immobilienbranche kommen. Wir sind eine Personalberatung, eine Boutique-Consulting-Firma, die reinweg auf die Immobilienbranche spezialisiert ist. Das heißt, ich beschäftige mich seit 8 Jahren nur mit der Immobilienbranche, nur mit Top-Fach- und Führungskräften. Dich hätte ich ja auch mal fast vermittelt und mal fast in eine andere Position gebracht und habe dadurch schon eine sehr starke Nähe natürlich zu der Immobilienbranche. Und weil man sagen Eher in die Gewerbeimmobilienwelt in den letzten Jahren, immer mehr auch das Thema Wohnen, aber eher in diesem, diesem übergeordneten, professionelleren Ansatz als den privatinvestorischen Ansatz, von dem ich jetzt gleich so ein bisschen berichte. Aber die Nähe war da natürlich schon da.
Genau, da auf den privatinvestorischen Ansatz kommen wir gleich zu sprechen. Du hast gesagt, du kennst sie alle, die Chefs und Chefinnen der Immobilienbranche. Was uns ja wirklich verbindet, ist, dieses Mal, da vor paar Jahren, als ich zum ersten Mal oder zweiten Mal schwanger war, ich glaube zum zweiten Mal, zweiten Mal, kann es sein, ne?
Genau.
Hattest du einen super Job bei einer Top-Firma und ich hätte den Job auch wirklich gerne angenommen.
Das war Niederlassungsleitung Berlin, glaube ich, ne? Genau. Du wolltest das Berliner Büro aufbauen. Genau, genau.
Ich bin Frankfurter Projektentwickler. Also aus diversen Gründen habe ich mich dagegen entschieden, aber was toll war, war, dass du, also ich habe die Gespräche geführt und irgendwann habe ich dir quasi gebeichtet, dass ich schwanger bin und dass ich quasi erst 3 bis 4 Monate später starten könnte und so weiter und dich hat das überhaupt nicht geschockt, ne? Du hast einfach gesagt, okay, let's talk, ich praktiker das den Jungs und hast es auch gemacht. Das hat die überhaupt nicht abgeschreckt, sie wollten dich immer noch haben.
Sie wollten dich immer noch haben und ich kann wirklich an der Stelle noch mal sagen, die haben so geweint, also es war so, ich war wirklich, kann ich verstehen, also absolut natürlich, Frau Weiler, können Sie noch irgendwas tun, können wir die Fokus noch irgendwie gewinnen und mit Baby, mit Teilzeit, mit allem, also das waren wirklich, das waren zwei Unternehmer, die dein Potenzial und deine Power erkannt haben und dafür alles in Kauf genommen hätten, also du bist dann einen anderen Weg gegangen, was ja auch sehr, sehr erfolgreich war, aber die beiden haben Die haben wirklich geweint.
Ja, ich habe auch geweint mit einem Auge, aber mit dem anderen bin ich immer vorne gegangen, so wie du jetzt. Aber das Tolle war eben, ich glaube, man braucht einfach wirklich Frauen auf allen Positionen, die so was dann eben auch verstehen. Ich weiß nicht, wie ein Rekruteur das verstanden hätte, also ob er das verstanden hätte oder ob er einfach gesagt hätte, ach, das wird eh nichts mehr. Von daher war das wirklich toll, dich da zu treffen.
Ja, absolut. Das war aber 2015, aber seitdem haben wir uns ja auch immer noch mal so ein bisschen am Markt beobachtet und immer mal wieder getroffen auf einen Catch-up. Und genau, umso mehr freue ich mich jetzt auch dabei sein zu dürfen, dürfen und so ein bisschen zu berichten. Und ich weiß gar nicht, ob du das mitgekriegt hast, das hatte ich dir erzählt, dass ich ja auch in einem anderen Podcast schon von euch berichtet hatte. Ich war mit der Miriam Beul in so einem Interact-Podcast und habe da auch berichtet und auch noch mal ein bisschen Werbung gemacht, wie wichtig es ist, Vermögensaufbau gerade für Frauen, gerade noch mal in diese Kerbe reinzugehen. Und ja, umso schöner finde ich, dass ich heute noch mal ein bisschen berichten darf.
Genau, das machen wir jetzt auch. Also in medias res. Wie hast du denn angefangen zu investieren? Egal ob in Immobilien oder in irgendwas anderes? Wie bist du gestartet?
Genau, ich bin gestartet im Jahr 2015, Anfang 2015 in Immobilien. Meine erste, meine erste Wohnung habe ich dort gekauft, da war ich ungefähr 29, war ziemlich genau 29 und bin ein bisschen wie die Jungfrau zum Kind gekommen, ehrlich gesagt. Auch wenn man jetzt meint, dass ich da jetzt auch ja schon das eine oder andere Jahr in der Immobilienbranche gearbeitet habe, habe ich mich mit dem Thema selbst in Immobilien zu investieren, noch gar nicht richtig auseinandergesetzt gehabt, hatte aber immer diesen ganz starken Fokus, unabhängig zu sein, auf eigenen Beinen zu stehen und meinen Vermögensaufbau bzw. meine Altersvorsorge sehr früh zu steuern. So, das hatte ich immer im Hinterkopf. Dann habe ich studiert, bin dann angefangen zu arbeiten 2013 und habe dann so 2015 gedacht, so, jetzt ist mal gut, jetzt müssen wir, jetzt müssen wir irgendwo mal überlegen, wo ich investiere. Und dann kam über einen privaten Kontakt, über eine sehr gute Freundin, die in einem Maklerbüro arbeitet, kam die erste Immobilie auf mich zu. In Düsseldorf, quasi um die Kirche. Du bist Expertin für Düsseldorf. Totale Kirchturm-Investoren, wie man da sagt. Also wirklich in dem Stadtteil, in dem ich gewohnt habe, in Oberkassel, in einer sehr schönen Lage, eine kleine 30-Quadratmeter-Wohnung und damals noch für sage und schreibe 60.000 €. 60.000 €? 60.000 €. In einer der schönsten Straßen von Kassel. In einer wunderschönen Allee, dann kommt so den 30 Quadratmetern kommt noch eine kleine Terrasse dazu, dass man wirklich mit so einem großen Baum davor, man hat das Gefühl, man sitzt in einem Dschungel, wenn man auf der Terrasse sitzt. Wunderschön. 60 Quadratmeter. Die Wohnung war im besten Sinne runtergerockt. Also man kann sich gar nicht vorstellen, was da, wie die Wohnung aussah. Die Wohnung gehörte einer alten Dame, die an einen Mann vermietet hatte, der auch ein bisschen verrückt war und vom Amt, was eigentlich gar keinen Sinn machte in dieser Lage. Was heißt vom Amt? Arbeitsamt? Arbeitsamt, genau. Also sie hat einfach, sie wollte es einfach easy haben und der Vormieter, der hat dann die Toilette rausgerissen, der hat Hakenkreuze in die Wand geritzt, also Zentimeter tief rein und die Wohnung musste kernsaniert werden. Das habe ich dann auch gemacht.
Und war das eine Chance oder war das eine Challenge?
Ich glaube, es war beides, um ehrlich zu sein, ziemlich 50/50 beides. Die Chance war natürlich, dass dadurch der eine oder andere auch abgeschreckt wurde, vielleicht auch Käufer, also potenzielle Käufer. Und die Challenge war natürlich aber, dass ich dann irgendwo mit Ende 20 dann auf einmal mich mit dieser Wohnung wiederfand und Handwerker zu koordinieren und das Ganze so zu steuern. Jetzt habe ich das große Glück, dass meine Eltern nicht fern vom Baugewerbe arbeiten. Also meine Eltern haben eine Firma für Wintergärten. Das heißt, da ist schon irgendwie eine gewisse Nähe, und haben mich dann dabei unterstützt. Genau, und das ist meine erste Wohnung, die ist seitdem vermietet, also tatsächlich nur an den einen Mieter. Ich habe sie dann noch möbliert. Ich weiß gar nicht, warum ich es damals gemacht habe, es hat sich irgendwie richtig angefühlt, diese Wohnung schrie danach, möbliert zu werden, und ich hatte auch so Lust darauf. Wahrscheinlich hat dir das total Spaß gemacht. Ich bin dann mit meinen Schwestern zu IKEA und dann haben wir so löffelfertig alles eingerichtet. Ehrlich? Ja! Seit 7 Jahren, aber das ist ein Pendler. Genau. Und das funktioniert einfach super gut. Genau.
Was hast du für einen Vertrag?
Ist das ein zeitlich beschränkter Vertrag? Ich hatte einen 2-Jahres-Mietvertrag, der aber immer wieder um ein Jahr verlängert wird. Es funktioniert super gut.
Und gibt es da irgendwas, was man rechtlich beachten muss, wenn wir jetzt sagen Tipps nach draußen?
Tipps nach draußen rechtlich. Jetzt muss ich sagen, jetzt bin ich nicht der Mietrechtsexperte. Es funktioniert bei mir so wirklich gut. Ich will mich jetzt aber nicht dafür verbürgen, dass es da vielleicht vielleicht irgendeinen Kniff gibt oder eine rechtliche Geschichte, die ich nicht absehen kann. Also mit dem Mieter da jetzt funktioniert gut und wir verlängern quasi jedes Jahr immer wieder den Vertrag. Und also er schreibt mir dann auch nur kurz eine E-Mail und dann bestätige ich ihm das noch mal und dann haben wir das. Das ist auch sehr stark auf Vertrauensbasis.
Okay, perfekt.
Also keine Angst vor— gar nicht, gar nicht, nee, gar nicht tatsächlich. Also es funktioniert, es funktioniert wirklich sehr, sehr gut. Und ich glaube, das ist auch ein Punkt, der sich bei mir durchgezogen hat in den, in den, mit den Investments. Ich, also ich habe in den Jahren '15 und '16 habe ich 3 Wohnungen gekauft, auch so kleine, auch genau, also in Düsseldorf, 30 Quadratmeter, genau dieses Bewährte. Wie hast du die gefunden? Die nächsten beiden sind also beide in einem Haus, auch in Düsseldorf, in so einem Trendviertel, Unterbillk, auf der Lorettostraße. Ist so ein bisschen so eine hippe Gegend.
Und da kann man jetzt noch was kaufen?
2015 war das, oder das war Anfang '16 dann, glaube ich, so um den Dreh. Genau. Und auch so kleine Apartments, 30 Quadratmeter, selbe Story, einmal renoviert, einmal möbliert. Und da hatte ich jetzt schon ein, zwei Mieterwechsel, aber auch da funktioniert es wirklich extrem gut. Und ich glaube, der Grund, warum es wirklich gut funktioniert, ist, dass ich wahrscheinlich auch einfach viel Glück hatte, aber auch die mit den Mieten. Ich bin mit den Mieten nicht am Anschlag, also ich könnte in den 3 Wohnungen wahrscheinlich, wenn man mal von diesem Cashflow und passiven Einkommen jetzt mal reden würde, könnte ich das sicherlich noch mal um 250 € im Monat nach oben schrauben. Tue ich aber nicht, weil ich, weil ich fair sein möchte. Die tragen sich extrem gut, die Wohnungen, also die zahlen sich natürlich von alleine ab. Und ich habe, ich habe 70 € pro Wohnung ungefähr Cashflow sozusagen jeden Monat und das reicht mir. Dicke. Und mein Fokus ist nicht, das passive Einkommen aufzubauen. Ich arbeite, ich habe meinen Job, ich bin super happy. Mein Fokus ist nicht passives Einkommen, sondern mein Fokus ist Vermögensaufbau, Altersvorsorge nach hinten raus. Die Wohnung soll sich einfach selbst abbezahlen. Die soll sich selbst abbezahlen mit einem kleinen Puffer für Reparaturen und sonstige Themen. Aber die Mieter dann jetzt bis auf den letzten Cent irgendwo auszupressen, dann hat man natürlich auch viel mehr viel mehr Konflikte, wenn dann der Wasserhahn— viel mehr Wechsel. Genau. Und ich habe noch nie eine Anfrage gehabt, der Wasserhahn tropft oder hier und da und da habe ich das Problem, sondern es ist immer so ein Deal zwischen mir und den Mietern, dass die Miete ist am unteren Ende. Dafür versuchen die jetzt die eine oder andere Geschichte auch selber zu machen, wenn mal was nicht funktioniert in der Wohnung.
Und das hört sich super an. Kannst du mal einfach als Beispiel für jemanden, der jetzt überlegt, sich eine kleine Wohnung zu kaufen, sagen, Wie hoch war der Kaufpreis einer Wohnung? Oder nimm einfach einen Durchschnittskaufpreis oder sowas. Wie viel Eigenkapital hast du reingesteckt? Zu wie viel könntest du vermieten? Wie viel Aufschlag nimmst du, weil es möbliert ist?
Und genau, wie ist die Kalkulation ganz grob? Gerne. Das ist natürlich jetzt ein Beispiel von 2015. Das ist, was man natürlich am Markt jetzt leider nicht mehr so findet, ne.
Also das muss man natürlich dazu sagen.
Wobei die Finanzierung damals auch schwieriger war, ne. Ja, ja, ja. Absolut. Genau, die Wohnung beispielsweise, meine erste Wohnung, die hat 60.000 € gekostet. Dann habe ich noch mal 15 reingesteckt, eben in Renovierung, noch mal 5 in Möbel. Also sind wir bei 80.000. Genau, die Rate, ich habe das finanziert zu 1,7% Zinsen, und die monatliche Rate, die ich bezahle, sind 300, 350 € mit Tilgung. Dann kommt noch Hausgeld dazu und was ich umlegen gehen kann. Also meine Kosten für die Wohnung liegen irgendwo bei 530 € mit den Nebenkosten, die ich nicht umlegen kann, und ich habe sie vermietet zu 600 € tatsächlich. Ich habe 70 € Cashflow, wenn man es immer so schön sagt, wobei es natürlich kein Cashflow ist, es ist eine kleine Rücklage. Aber alle Seiten sind happy. Die Wohnung trägt sich von alleine, hat natürlich eine unglaubliche Wertsteigerung in den letzten Jahren erlebt. Also wenn man da in der Ecke mal schaut, aktuell sind da die Quadratmeterpreise auch im Stand sicherlich bei 7.000 € so was auf den Quadratmeter. Also über die Wertsteigerung hat sich das wahnsinnig rentiert und das war auch was Emotionales. Also ich mag die Lage, ich mag die Wohnung, das hat sich einfach, hat sich einfach richtig angefühlt und ich habe EK reingesteckt, ja, also 10%, 8.000 €.
Okay, also hast du quasi für 8.000 € was gekauft, was jetzt 270.000 € wert ist.
Das heißt, wenn du es in 10 Jahren oder in 3 Jahren verkaufst, kannst du ja steuerfrei verkaufen, hast du einen Gewinn von Runden wir mal ab, 260.000 Euro. Genau, es sind noch 30.000, glaube ich, noch offen. Also noch Kredit. Genau, wahrscheinlich. Ja, ja, genau.
Also es ist eine unglaublich tolle, also ein unglaublich tolles Investment gewesen. Genau, also mit 8.000 Euro kann man einen Gewinn von 250.000, 260.000 Euro machen, je nachdem, wie schlau man kauft und wie viel oder wenig Eigenkapital man einsetzt. Es ist eben nur wichtig, dass man wartet, dass die Wohnung sich automatisch abbezahlt. Und das Ganze geht auch, ohne dass man die Mieter schröpft.
Das ist ja genau das, was wir immer sagen, weil das keiner— Genau, also Miethaie, oder da kann ich gleich noch mal ein anderes Beispiel erzählen. Aber mir ist es einfach wichtig, so ein faires Miteinander zu haben. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich mit der Wohnung einfach wahnsinnig viel Glück hatte, dass ich den richtigen Riecher vielleicht in dem Moment hatte. Aber ich möchte nicht, dass jemand anderes über die Maßen dafür bezahlt, dass ich ein gutes Investment gemacht habe. Ich möchte, dass Für ihn macht es Sinn, der Mieter ist happy, zahlt einen fairen Preis. Für mich macht es Sinn. Es soll sich für beide Seiten lohnen. Ich möchte nicht auf dem Rücken von anderen Menschen irgendwo meinen Vermögensaufbau durchsetzen. Wobei man sagen muss, das ist natürlich zu einem gewissen Grad der Deal bei Wohnimmobilieninvestments. Und das ist auch, finde ich, auch völlig fair und völlig legitim, weil ich ja auch das Risiko trage, wenn mal was passiert, der Wohnung, wenn die Märkte zusammenbrechen, was ich niemals von ausgehen würde. Mit Immobilieninvestments hat man keinen totalen Kapitalschaden-Crash.
Wie man vielleicht, wenn man in Wirecard damals 8.000 € investiert hätte, wäre das glaube ich ein bisschen anders gelaufen.
Was sagst du denn, die Leute fragen uns immer, die Preise werden ja nicht mehr steigen, irgendwann platzt die Blase. Was sagst du dazu? Ich glaube das nicht, ehrlich gesagt. Also zumindest nicht in den A-Lagen, in den Top-Standorten glaube ich nicht, dass die Preise fallen werden. Und ich glaube auch nicht, dass wir eine Blase haben. Also das glaube ich nicht. Ich glaube, es wird, die Zinsen werden steigen, Ich glaube, da sind wir uns alle einig. Und ich glaube, es wird stagnieren, es wird sicherlich so ein Plateau kommen, dass wir jetzt nicht mehr diese Preisentwicklungen sehen werden, die wir in den letzten 10 Jahren gesehen haben. Ich glaube, das ist klar. Aber und deswegen würde ich auch niemals darauf wetten. Also ich würde nicht auf noch jetzt deutlich steigende Preise wetten. Also eine Wohnung, die muss sich im Hier und Jetzt, muss die sich rechnen und nicht, also ich würde nie eine Wohnung kaufen, die sich nur rechnet, wenn ich die in 10 Jahren verkaufen kann und dann die Preise sich noch mal um 30% gesteigert haben.
Solche Geschichten würde ich dringend von abraten. Das ist genau das, was wir nämlich auch immer sagen. Spekulativ, ne?
Genau.
Also wenn du 8.000 € reingesteckt hast und potenziell, du willst ja vielleicht gar nicht verkaufen in 3 Jahren oder so, also machst vielleicht gar nicht jetzt 160.000 € Gewinn, aber du könntest sie vielleicht beleihen oder wie auch immer, du hättest sie auf dem Papier, aber Aber wahrscheinlich wäre es ja auch kein Weltuntergang, wenn sich der Preis halbieren würde und du würdest aus den 8.000 € eben nicht 250 machen, sondern 150 oder so.
Es wäre ja immer noch eine Messe oder eine Rendite, die man mit Aktien niemals macht, weil es eben diesen Hebel nicht gibt. Absolut. Und es ist mir auch, um ganz ehrlich zu sein, völlig egal, ob auf dem Papier meine Immobilie jetzt anstatt 270 vielleicht nur noch 150 wert ist. Das ist mir völlig egal, weil die ist gut vermietet. Das meine ich mit, die Wohnungen müssen funktionieren, die müssen im Hier und Jetzt gut vermietbar sein, müssen in einer guten Lage sein, wo die Miete natürlich noch mal in so spezielle Bereiche wie Berlin reinkommt. Habe ich auch jetzt gerade investiert.
Da ist natürlich dann auch mit den Mietendeckeln immer ein bisschen schwierig, aber die müssen funktionieren, sonst würde ich die nicht kaufen.
Genau.
Also halten wir mal fest, du bist eine Kirchturm-Investorin, das finde ich super.
Und dir ist wichtig, dass sich die Wohnung von selbst abbezahlt, weil sie dadurch einfach unabhängig läuft. Genau, und was man ja sagen muss, wenn ich noch mal einmal ganz kurz einsetzen darf, immer dieser Vergleich mit den Aktien, und ich führe wirklich auch sehr, sehr viele Gespräche in meinem Freundeskreis, leider immer nur mit den Männern. Oh, ich kann fast mitnehmen, für Sie diese Gespräche. Ja, leider. Oder mit den Männern. Meine Freundin, ich gelte da immer schon so als der Missionierungsnazi, der dann immer wieder kommt und du musst eine Wohnung kaufen und wollen wir nicht mal zusammen, und ich habe da was gesehen, und meine Freundin dann so aktiv, ohne dass sie es wollen, und manchmal gucken die auch nicht mal rein. Aber schicke ich dann von ImmoScout die kleinen Wohnungen rüber und bin dann wirklich auf Missionierungstour. Tatsächlich aber führe ich ganz viele Gespräche mit den Partnern von meinen Freundinnen und unserem Freundeskreis und ganz viele Diskussionen darüber, was funktioniert mehr. Oft wird der Fehler gemacht, dass die Rendite verglichen wird, und zwar Cashflow-Rendite. Ich habe meine Kosten, das ist die Tilgung, das ist Zins, das sind Verwaltung, Nebenkosten, Klimbim so, und dann Kriege ich 50 € mehr, mehr Miete. So, und dann habe ich, habe ich eine Rendite von 3-4%. Dann kommt so was: Ja, MSCI World ETFs, du machst im Schnitt 7%. Ja, stimmt. Aber jeder Euro Netto-Kaltmiete, den mein Mieter bezahlt, ist für mich ja zusätzlicher Vermögensaufbau.
Das fließt ja mit in mein Vermögen rein.
Das wird ja abgezogen. Kriegst du die Rendite auf 8.000 €. Aber der Wohnung kriegst du in Rendite auch für 260.000 €. Und das ist dieser Hebel, dieser Fremdkapitalhebel. Ich verstehe gar nicht, warum den nicht mehr Menschen einfach so von— also nicht mehr sehen.
Ich finde, das ist ein absoluter, absoluter No-Brainer, dass man, dass man, dass man sich mal mindestens eine Wohnung kauft in diesem Maße, was wir gerade besprochen haben, mit 10.000 € Eigenkapital und damit ja auch schon weitestgehend in das Rentenniveau Noch was auf uns alle zu machen. Ja, du versuchst dieses Jahr 3 Freundinnen dazu zu begeistern, dass sie sich zusammen oder mit dir eine Wohnung kaufen und wir schenken den Freundinnen dafür das Webinar. Also 3 Freundinnen kriegen unser Webinar und die kaufen sich aber dieses Jahr eine Wohnung mit dir oder zusammen oder wie auch immer. Ich gebe mein Bestes. Cool, dann machen wir das. Weil wir finden auch, dass Frauen zusammen kaufen sollten oder wer auch immer, aber natürlich am liebsten Freundinnen, weil man sich alles teilt. Das ist einfach so viel einfacher. Das Risiko ist geteilt. Welche blöden Gespräche mit Handwerkern, was weiß ich wem, da kann man sich aufteilen.
Man kann sich zusammen aufregen, wenn was nicht gut läuft und man kann sich total abfreuen und feiern, wenn dann eben doch alles gut läuft. Absolut. Ich bin also, wie gesagt, ich bin da total pro und ich glaube auch, dass es mehr Sicherheit vermittelt, wenn man vielleicht da sich in diesem ganzen Dschungel noch nicht so auskennt. Und das habe ich auch bei euch im Podcast schon jetzt öfter gehört. Diese Angst vor Schulden, das höre ich immer wieder. Kommt, ich möchte mich nicht verschulden, oh Gott, die Wohnung, wenn die dann verkauft werden muss, dann bin ich verschuldet und verliere mein Geld. Und das ist immer so, also diese Angst vor den Schulden ist so groß. Aber das sind ja gute Schulden. Ich bin dankbar um jeden Euro Schulden, den ich habe. Das sind gut investierte Schulden.
Es ist nicht, dass ich meine Kreditkarte jeden Monat oder irgendwelche Konsumkredite, wo nichts dagegen steht. Ich bin dankbar um jeden Euro gute Schulden, die ich habe. Ja, da sprichst du ja total aus dem Herzen, das ist das, was wir auch jeden Tag predigen. Wir kommen langsam zum Ende, ich würde gerne noch, ich habe noch ganz viele Fragen, aber eine wichtige, die mir am Herzen liegt, ist die Frage, deine Finanzen, bist du zusammen veranlagt, Ehevertrag, oder wie würdest du es machen, worauf achtest du da?
Du bist ja eigenständig und stehst auf eigenen Füßen, erzähl mal. Absolut, das ist mir auch, das ist ein ganz wichtiger Punkt, ich werde jetzt im Sommer heiraten, das haben wir jetzt schon zweimal wegen Corona verschoben, große Hochzeit in Italien geplant. Ne, also wir heiraten jetzt, also egal was. Und ja, und tatsächlich sitzen wir eben jetzt gerade auch mit einer Anwältin zusammen und besprechen genau diese Themen. Ich bin berufstätig, ich werde berufstätig bleiben, mein Mann auch. Aber ich glaube, dass das für ganz viele Frauen, die vor allen Dingen in diesem klassischen Rollenbild und vielleicht auch dann in Teilzeit gehen, wenn die Kinder da sind, oder dem Mann den Rücken frei halten für seine Karriere und dann diese klassische Gütertrennung dahinter steht, da stehen mir die Nackenhaare zu Berge. Also wie unfair ist das, dass ein Paar gemeinsam 20 Jahre verbringt, genau, das Leben aufbaut, die Frau dem Mann den Rücken frei hält, soziale Leben, Kinder zur Schule, Kinder zum Tennis, zum Gesangsunterricht, und der Mann den Rücken frei hat für seine Karriere, für vielleicht Investments, das Haus vielleicht sogar noch, im schlimmsten Fall auf seinen Namen gekauft hat und, und, und. Und dann geht die Frau hinterher wirklich mit leeren Taschen raus. Und dann steigt natürlich das Thema Abhängigkeit, Altersarmut, Rentenlücke. Da stehen wir wirklich, also alle nackenhaart. Also so machen wir das natürlich nicht, mein Mann und ich. Aber ich kann da nur wirklich für werben, dass sich jede Frau, egal in welchem Konstrukt oder egal in welchem Jobkonstrukt sie sich jetzt befindet, das einmal durchdenkt.
Und wenn es in Richtung Familienplanung geht und, und, und, dann das auch bewertet und sich da als 50/50 Teil dieser Partnerschaft sieht und auch positioniert. Jetzt habe ich dich hier ja als Expertin neben mir sitzen, als HR oder Recruiterin. Das, was du gerade gesagt hast, das sagen wir auch immer und hören öfter oder sehr oft das Argument von Männern, ach, das ist doch gar nicht mehr so, die Frauen arbeiten ja gar nicht mehr Halbzeit und die wissen genau, wie sie sich aufsetzen und so weiter.
Wie ist das denn aus deiner Erfahrung? Du hast ja Du hast jetzt wahnsinnig viele Positionen besetzt. Wie ist denn die Frau von heute aufgestellt? Jetzt muss man sagen, wir sind auf wirklich Führungskräfte spezialisiert. Genau, das wollte ich fragen. Wie viele Frauen sind denn da? Ja, also es wird immer mehr. Das ist die gute Nachricht. Mehr als 50%? Nein, nein, ich würde sagen 30%. Und da sind wirklich taffe Frauen dabei, die sehr klar ihren Mehrwert kennen, die sehr klar Vorstellungen haben und die auch durchsetzen. Ich glaube, was mir, oder wo man eher drauf gucken muss, sind wahrscheinlich die Frauen, die vielleicht nicht die Gelegenheit hatten zu studieren, die vielleicht nicht in der Immobilienbranche wie wir wohnen, wo natürlich auch unglaubliche Werte umgesetzt werden, unglaubliche Werte gehoben werden, einfach auch viel Geld in der Branche ist, muss man ja sagen, ne? Wir sind ja in einer unglaublich gut funktionierenden Branche, aber ich glaube, wenn man in der Immobilienbranche sein Setup gefunden hat, dann Die meisten Frauen kommen dann sehr gut klar. Mir machen eher so die anderen Bevölkerungsbereiche Sorgen. Und genau, ich glaube, da kann auch eben so eine kleine Wohnung, kann dann auch mit 10.000 Euro Eigenkapital, kann dann auch einfach helfen. Und das ist ja auch dann so ein Schneeballeffekt. Also ich habe die erste Wohnung 2015 gekauft, ich habe jetzt mittlerweile 18 Einheiten, ich habe noch mal ein Mehrfamilienhaus gekauft und, und, und. Und das ist dann ja auch, du baust dann ja auch auf den, ne.
Du hast die erste, die fungiert dann irgendwann als Sicherheit und, und, und, und kannst es ja auch alles viel schneller, ne. Du hast keine Angst mehr, du kannst, du weißt genau, wie alles funktioniert. Genau, genau.
Und dann einmal drin, funktioniert, funktioniert gut. Ja. Und würdest du sagen, dass es sehr viel Arbeit ist, neben dem Job in Wohnungen zu investieren? Nein, also ich muss sagen, die ersten 6, die ich, das sind alles diese kleinen Apartments, Die, das ist wirklich sehr, die sind sehr pflegeleicht. Jetzt habe ich noch mehr Familienhaus gekauft, wo wirklich, da habe ich mir auch einen Co-Investor mit reingeholt, weil das einmal komplett entwickelt werden muss. Also das ist sanierungsbedürftig, da können wir aber noch mal auch, also Wohnfläche schaffen, so, wir haben da ein paar tolle Ideen. Also das ist genau das, mehr Werte schaffen. Ich glaube, du findest keine Investments, und das ist auch in derselben Frage. Das sind keine, diese plain Vanilla Investments mehr, die, die auf der Straße. Und da können wir, da können wir ein paar Werte heben, müssen aber auch arbeiten.
Und das war mir dann jetzt auch alleine zu viel. Und da haben wir dann uns zusammengetan. Und genau, super, Inga.
Dann das nächste Mal sag uns Bescheid, wenn du wieder so eine Investitionsopportunität hast. Sehr gerne.
Immo springt da auch sehr gerne. Sehr gerne. Habe ich tatsächlich eben drüber nachgedacht. Das ist ein tolles Projekt für uns gewesen.
Das machen wir. Dann zum Ende: Was sind deine 3 Top-Tipps, die du jetzt den Hörer:innen so mit auf den Weg geben möchtest? Also der erste Tipp ist machen. Ich würde sagen, einfach machen. Also die gut informieren, gut durchrechnen, aber die erste Wohnung muss nicht das beste Investment ever sein. Wenn die sich gut rechnet und solide funktioniert, dann soll das erstmal auch reichen.
Unterstützen.
Genau, dann Lage, Lage, Lage. Ich bin totaler Verfechter von wirklich den A-Lagen. Also, und genau, dritter Tipp: Ich glaube, es macht Sinn, sich zu überlegen, wie man investieren möchte und was das Ziel ist. Ist das Ziel, die, sagen wir mal, so eine Rentenlücke zu füllen, dann macht eine Wohnung, eine gut funktionierende Wohnung Sinn. Möchte ich passives Einkommen aufbauen, dann werde ich das mit A-Lagen nicht mehr schaffen. Dann muss ich eher in die C-, D-Lagen gehen, da dann hochmieten sozusagen, um dann da passives Einkommen zu generieren. Aber dann fahre ich meines Erachtens auch das Risiko, dass diese Standorte in 20 Jahren nicht mehr funktionieren, und dann habe ich viel mehr Ärger mit Mietern, weil es natürlich dann ein anderes Klientel ist und, und, und. Aber wenn das mein Ziel ist, passives Einkommen zu generieren, ich glaube, dann führt da kein Weg dran vorbei in solchen eher rauszugehen? Oder möchte ich, wie ich, so solide— das ist so mein Plan— solide immer wieder investieren, wenn ich gute Optionen habe, und dann auch meine ganzen Bankunterlagen immer à jour haben, damit ich schnell auch schießen kann und mich dann da einfach auch, sagen wir mal, gut drauf vorbereiten, immer jederzeit ready zu sein, dann auch zuzuschlagen.
Und ich glaube, dass sich mal vorher zu überlegen, überlegen, macht Sinn. Das sind meine 3 Tipps. Super, das waren deine Top-Tipps.
Also erstens: Einfach machen. Zweitens: Lage, Lage, Lage.
Und drittens: Überlegt euch genau, welches Ziel ihr mit den Wohnungen verfolgen wollt, und dann springt!
Genau.
Cool, Inga, vielen Dank, es war ein super Gespräch. Sehr, sehr gerne, vielen Dank.
Genau, du hast wahnsinnig viele Learnings weitergegeben, und ich hoffe, euch gefällt der Podcast und ihr hört euch auch die nächsten und alle Podcasts, die wir schon vorher veröffentlicht haben. Hört euch alle an, Rein. Ciao, vielen Dank. Danke, Inga. Bis dann. Sehr gerne. Tschüss.
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