Let’s talk Börse mit Cornelia Eidloth
18 Oct 2023 · 25 min
Cornelia Eidloth, a financial journalist on the Frankfurt trading floor, talks about her conservative ETF strategy, why she hasn't bought real estate, and her journey from a savings book to investing during parental leave. She co-hosts the Finanzromance podcast and offers three tips: cut unnecessary spending, start with €100 monthly investments, and talk about money with others.
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Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast die liebe Cornelia Eitloth.
Hallo Anais, schön, dass ich da sein darf.
Ja, ich freue mich auch total, hier so eine tolle Finanzjournalistin zu Gast zu haben. Ich bin mal gespannt, wer hier gleich wen interviewt.
Halt mich zurück.
Okay, dann lass uns mal direkt starten. Conny, wer bist du?
Okay, also wer bin ich? Wie du schon gesagt hast, beruflich bin ich Finanzjournalistin. So würde ich mich jetzt mal ganz grundlegend bezeichnen. Ich arbeite aktuell sehr projektbezogen, mache viele verschiedene Dinge. Seit ich mich mit meinem Mann selbstständig gemacht habe, ist es sehr schön für mich. Kann ich viel von dem machen, was ich, was mir wirklich Spaß macht und weniger von dem, was notwendig ist, übel ist. Finde ich irgendwie ganz angenehm. Ansonsten, ich bin Mutter von zwei Töchtern, 8 und 3. Ich wohne in einer bayerischen Kleinstadt.
Okay, jetzt haben alle ein Bild von dir, die, die dich noch nicht kannten. Aber die meisten kennen mich wahrscheinlich schon, denn ich habe dich ja neulich— wir kannten uns schon, wir haben uns mal auf diesem tollen Finfluencerinnen-Event von Fortuna Lista und Finanziell getroffen mit dem Christian Lindner. Und ja, dann haben wir uns wieder getroffen in der Frankfurter Börse oben auf dem Parkett. Das war total lustig, weil du nämlich moderiert hast.
Genau, ich bin seit Anfang des Jahres wieder, muss man sagen, ich habe das schon mal eine Zeit lang gemacht, Börsenkorrespondentin für den Weltnachrichtensender. Das heißt, ich bin eine Woche im Monat in Frankfurt und verbringe dann meine Tage an der Börse und werde einmal die Stunde, zweimal die Stunde in die Live-Nachrichtensendung geschaltet sozusagen und ja, sag dann, was gerade so los ist an der Börse. Und das ist ja aktuell schon immer mal einiges auch, was man da zu berichten hat.
Zum Zum Glück kannst du ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, wie das so abläuft bei der Börse und was gerade eben so los ist.
Also so rein technisch gesehen, so rein praktisch gesehen, ist eigentlich gar nicht so viel los. Man stellt sich das immer ja etwas aufregend vor an der Fernsehbörse. Keine Ahnung, was da alles geboten ist. Tatsächlich, bei manchen Sendern ist da auch ein bisschen ein Drumherum. Bei uns ist es tatsächlich sehr einfach gehalten. Wir sind wirklich ein Ein-Mann- oder Ein-Frau-Betrieb, je nachdem, wer gerade Schicht hat. Also da gibt es keinen Techniker, keine Technikerin, keine Maske, keine Redaktion, da gibt es eigentlich wirklich nur uns und wir schmeißen den Laden komplett allein mit Kamera, mit Aufbau, Licht, Ton, das komplette Paket. Also man ist eigentlich streng genommen den ganzen Tag alleine, wenn man nicht gerade Kontakt sucht zu Kollegen oder zu Händlerinnen und Händlern auf dem Parkett. Wenn man mal die eine oder andere Frage hat oder wissen will, was ist denn da jetzt eigentlich los? Warum bewegt sich Aktie XY denn jetzt gerade so krass? Kannst du mir da mal kurz was zu sagen? Aber ansonsten ist es an sich wirklich ein sehr einsamer Job, muss man tatsächlich sagen.
Außer man trifft dann die Kollegen. Ich war auch sehr überrascht, denn ich war ja—
Ja, du hast es ja gesehen. Es ist ein bisschen, ich möchte jetzt nicht sagen traurig, aber sagen wir mal unspektakulär.
Das habe ich auch gedacht. Ich fand es unspektakulär, aber ich fand es nicht traurig. Ich fand es eigentlich super, weil wie gesagt, ich war ja nebendran im Interview bei der NERD TV und daneben warst du. Und das fand ich schon ziemlich cool. So ein bisschen wie auf einer Messe, wo alle Leute ihren Stand haben und das eben rausfiltern. Berichten, was sie so sehen. Das fand ich ziemlich cool. Aber ja klar, es war überall, also auch da, wo ich war, war auch nicht so wahnsinnig viel Personal und so was. Wir haben uns auch selber geschminkt. Also genau, es ist einfach rational. Und was ich auch spannend fand, war so ein bisschen das Parkett zu beobachten und zu sehen, dass es da eben auch überhaupt nicht wie in Wolf of Wall Street oder so abgeht. Es war wirklich alles sehr ruhig und ganz wenige Leute dort.
Ja, das ist so eine hessische Gemütlichkeit ist da auf dem Parkett. Also da ist wirklich nicht viel los. Das war früher bestimmt vor 30 Jahren, war da glaube ich schon mal mehr Action, wie man es auch aus älteren Filmen kennt, aber dass da jetzt rumgebrüllt wird. Wobei ich sagen muss, es gibt so ein paar Kandidaten, die kriegen hin und wieder mal so einen kleinen Wutanfall, wo ich mich auch schon dran gewöhnen muss. Da wird einfach mal so random rumgeschrien und rumgeflucht und du denkst dir, was ist denn jetzt los? Kommt schon auch mal vor, so ist es nicht. Also ein paar Gefühle brodeln ab und an schon mal hoch auch. Aber ansonsten muss man wirklich sagen, es geht sehr gediegen und entspannt dazu.
Also ich finde, du redest das so ein bisschen klein. Ich finde das schon wahnsinnig toll. Man kommt da rein, total aufregend, läuft da über dieses Parkett und so. Ach, ich finde das schon ziemlich gut. Dann bist du da oben, hast du diesen Überblick über alles.
Ja, das stimmt. Ich finde es, also ich muss auch sagen, ich finde es nach wie vor immer noch erhebend oder faszinierend, da reinzukommen. Und es ist ein surrealer und cooler Arbeitsplatz und ja, macht, also es macht auf jeden Fall Spaß.
Ja, und dann gibt es ja auch diesen tollen Markt immer davor. Also das ist natürlich auch gut, wenn man von der Arbeit kommen kann und direkt dann so einen Wein trinken kann, da vor der Börse zu Das ist zum Glück nur freitags, also da kann nicht so viel passieren.
Sonst würde man da wahrscheinlich jeden Tag hingehen.
Ja, je nachdem wie die Aktien so fallen oder steigen. Also wir sprechen hier ja bei Happy immer auch über deine Finanzen. Jetzt bist du Finanzjournalistin und mich interessiert natürlich, in was du investierst. Und der erste Gedanke wäre, du investierst in Aktien. Darfst du das denn, wenn du direkt hier von oben den ganzen Trader in den Computer schauen kannst?
Ja klar, das darf ich auf jeden Fall. Also ich berichte ja auch nicht konkret über Einzelaktien, da gibt es dann natürlich schon diverse Vereinbarungen oder Richtlinien, die man einhalten muss. Man darf X Tage vor oder nachdem man über eine gewisse Aktie berichtet hat, diese dann nicht kaufen. Da gibt es natürlich schon so gewisse Grundregeln, die insbesondere für Autorinnen und Autoren von Finanzmagazinen gelten. Für mich ist eher so die Herausforderung, den Wald vor lauter Bäumen nicht so aus dem Blick zu verlieren. Das war auch, glaube ich, ganz am Anfang meiner, ja, Karriere, sage ich jetzt mal so, das, was mich lange Zeit tatsächlich davon abgehalten hat, aktiv zu investieren, diese extreme Informationsfülle, diesen Zugang zu so vielen Informationen, was mich zumindest am Anfang tatsächlich abgeschreckt hat, zu wissen, oh Gott, das ist— hatte da nicht den notwendigen Abstand dazu. Mittlerweile schon. Mittlerweile würde ich mich jetzt eher als sehr konservative Anlegerin bezeichnen, also Ich lege mein Geld gern in unspektakuläre Standard-Dinge an. Ich gucke da auch nicht oft drauf. Also ich bin da sehr konservativ, würde ich tatsächlich sagen.
Ja, das hört sich ja eher nach ETFs oder Immobilien an, was du sagst. Das kommt mir total bekannt vor, denn gerade in der Immobilienbranche und auch mir ging es ebenso. Also ich kann total nachvollziehen, dass wenn man wo arbeitet und sich tagtäglich damit beschäftigt, dass man dann gar nicht so genau weiß, Wann fängt man für sich damit an? Also ich glaube, man hat auch oft abends gar nicht mehr so Bock. Aber irgendwann fragt man sich auch so: Hä, ich bin doch Expertin, warum habe ich eigentlich noch keine Immobilie? So ging es mir. Ich habe viel zu spät angefangen, in Immobilien zu investieren, erst mit Anfang 30. Und das beobachte ich bei total vielen Leuten aus der Immobilienbranche. Andere, die nicht aus der Immobilienbranche kommen, kaufen sich mit 20 ihre erste Wohnung oder so. Bisschen übertrieben, aber irgendwie, ich glaube, das ist total oft so. Es gibt ja auch dieses: Der Schuster trägt die schlechtesten Schuhe oder so.
Genau.
Oder Friseur.
Ja, ja.
Schnitt, aber alle anderen, also machen alle anderen ganz tolle Haare. Ja, irgendwie kann ich nachvollziehen. Investierst du denn tatsächlich in ETFs und Immobilien?
In Immobilien nicht, also noch nicht. Ich bin tatsächlich eine der wenigen in meiner Altersgruppe, glaube ich, die keine Immobilie besitzt. Noch nicht. Ich habe noch kein Haus gekauft, oder wir haben noch kein Haus gekauft. Ich glaube, das kommt schon noch mal irgendwann, aber Da sind mir gerade die Argumente noch nicht stark genug. Und wenn ich ein Haus kaufen würde, dann wäre das auch, glaube ich, eher so, als wäre es wie so ein Luxusartikel mehr oder weniger. Ist das was, was ich mir gönnen würde?
Ja, gut, die Gucci Bags sozusagen. Ich verstehe.
Genau. Also nicht aus Investmentgründen oder weil ich dann irgendwie mir vorstelle, das verkaufe ich irgendwann gewinnbringend, oder das ist für mich ein Investmentobjekt, sondern das wäre tatsächlich Einfach ja, ein Luxusartikel, eine Immobilie für mich. Ja, zum aktuellen Stand bist du ja bei uns.
Gut, dass wir uns getroffen haben. Total gut aufgehoben. Also wenn das Thema dann irgendwie aktueller wird für dich, dann komm zum Club und dann auf jeden Fall.
Auf jeden Fall. Ja, da werde ich auch noch ganz viel Nachhilfe gebrauchen können und ganz viel Information. Ich kriege es ja natürlich im Umfeld mit. Leute, die Häuser kaufen, Immobilien finanzieren, Wohnungen renovieren, was weiß ich nicht alles. Ja, die sind schon am Ende, am Ende sind schon immer alle recht glücklich, aber der Weg dahin ist schon auch steinig für viele.
Der steinig, aber der ist viel weniger steinig, wenn man eine Gruppe hat hinter einem, ne. Also wir haben Regionalgruppen und wir haben ganz viele Experten, die da helfen können, und wir haben auch einfach so eine Community, in der du dann deine Sorgen einfach schnell teilen kannst, und dann sind die Sorgen ganz schnell gelöst. Ja, ich glaube, das ist total wichtig, dass man das nicht alleine macht, sondern mit jemandem. Also ich bin ja auch ein Fan davon, eine Immobilie eben nicht nur als Luxusobjekt zusehen, sondern als Kapitalanlage. Hat das daran schon mal gedacht, oder genau, ja, hattest du da mal dran gedacht, was zu kaufen mit einem kleinen Budget und die Wohnung sich einfach selbst abzahlen zu lassen, einfach so als Nebeneinkommen für später?
Ich muss gestehen, tatsächlich nicht wirklich. Also das Thema kommt natürlich sehr oft auf, vor allem weil, wie gesagt, ja im Freundeskreis sehr viele Familien oder auch schon oder Singles auch sich schon mittlerweile eine eigene Wohnung und ein eigenes Haus gekauft haben. Da spricht man schon sehr oft drüber. Bei uns oder bei mir jetzt in unserem Fall ist es so, dass mein Mann und ich uns vor 3 Jahren selbstständig gemacht haben und alles Geld, was vielleicht für eine Immobilienfinanzierung infrage gekommen wäre, ist natürlich in diese Firma geflossen und es tut es auch noch nach wie vor. Dazu kommt auch noch, dass wir wie ich ja schon angedeutet habe, hier in der, in der bayerischen Pampa, in der oberfränkischen Pampa leben, also eine Kleinstadt Kulmbach. Und hier ist es tatsächlich so, die Mieten steigen in den letzten Jahren auch hier auf jeden Fall, aber wir haben noch einen sehr attraktiven Mietvertrag und wir haben eine sehr große Wohnung mit Garten mitten in der Stadt. Das ist einfach finanziell überhaupt nicht reizvoll für uns gerade, das aufzugeben und das Geld in den Immobilienkredit irgendwie zu stecken und damit was zu machen, wenn es vielleicht dann irgendwann mal was gibt. Und wir hatten auch schon mal die Situation, dass wir tatsächlich eine Immobilie gesehen haben und uns auch in die verliebt haben. Da hing dann aber so ein Rattenschwanz dran, dass wir uns dagegen entschieden haben. Ich muss gestehen, das bereuen wir schon ein bisschen. Aber damals war unsere finanzielle Situation auch noch eine andere. Also ich kann es schon verstehen, wenn man da mal was gesehen hat und wenn man, wenn dann diese Vision entsteht, Dass es einen dann schon ganz schön packen kann. Aber zum aktuellen Zeitpunkt ist es für uns jetzt gerade keine Option. Aber das liegt vielleicht auch einfach an unserer Lage hier. Ich glaube, wenn man in einem Ballungszentrum, in der Boomgegend, in der Wachstumsregion irgendwas Tolles zum richtigen Zeitpunkt gefunden hat, glaube ich schon, dass das super viel Spaß machen kann, dann eine Immobilie zu haben, die zu vermieten, sich um die zu kümmern.
Ja, das kann ich total nachvollziehen. Ich hier selber, du siehst mich ja hier unter unserem Gästebett sitzen.
Das ist auch schön.
Und ja, tatsächlich sind wir in Deutschland, die meisten wohnen tatsächlich zur Miete und haben kein Eigentum. Und die Mieten sind tatsächlich, auch wenn sich viele beschweren, ich kann die Diskussion total verstehen, also wir haben auch bei jeder 6. Frau über 65 frisst die Miete ihre Rente auf. Ich will gar nicht sagen, dass die Mieten zu niedrig sind, aber im Vergleich zu den Kaufpreisen sind sie einfach wahnsinnig niedrig. Also wenn man sich jetzt anguckt, was meine Wohnung kosten würde, wenn ich sie kaufen würde, und was ich dafür an Zinsen bezahlen müsste, und dann die Tilgung, das wäre das 3- oder 4-Fache von dem, was ich an Miete bezahle. Und von daher, da habe ich natürlich auch Mieten, ja, deswegen kann ich total verstehen, was du sagst. Aber ich habe kleine andere Wohnungen gekauft oder auch andere Immobilien und vermiete diese, so dass die mir dann meine Miete bezahlen, ja. Das ist so ein bisschen eine Querfinanzierung vielleicht. Also wenn sowas, wenn mal bei dir irgendwie ein Polster ist, was du nicht in deine Firma stecken musst, dann können wir einfach noch mal sprechen, denn das kann ich nur sehr empfehlen, einfach mal mit einer kleinen Wohnung als Kapitalanlage anfangen.
Ja, das kam bei mir jetzt die Tage an, habe ich mir auch schon vorbestellt.
Wie ist denn generell so dein Mindset zum Thema Geld? Gab es irgendwelche Glaubenssätze, die dich gebremst haben? Hast du früh angefangen, dich damit zu beschäftigen? Hast du spät angefangen? Ich frage so, weil ich gerade— es gibt eine neue Zeitschrift von Brand1, weil heißt die, und das ist ein Finanzmagazin für Kinder. Und ich habe mich total gefreut, das zu sehen. Und deshalb meine Frage an dich: Wie früh hast du angefangen, mit Geld anzufangen? Und Was hat dich gebremst?
Ich habe tatsächlich, wie viele, glaube ich, aus meinem Jahrgang, 83er Baujahr bin ich, ein Sparbuch gehabt bei der Deutschen Post. Ich glaube, das hatten viele zu der Zeit. Das war, und das war es auch schon. Da sind meine Eltern oder meine Mutter, glaube ich, einmal im Monat mit mir auf die Post und dann habe ich da irgendeinen Betrag eingezahlt. Ich weiß gar nicht, Taschengeld oder irgendwas, was ich zum Geburtstag oder was ich mir mit Autowaschen oder irgendwelchen kleinen Haushaltsjobs Jobs dazu verdient habe, das wurde halt dann da eingezahlt. Also ich habe irgendwann mal recherchiert, was es damals eigentlich für Zinsniveau war. Das war ja so mittelinteressant, ne, war schon auf jeden Fall, ich weiß gar nicht mehr, 6% Zinsen, kann es sein? Ja, es gab tatsächlich mal so eine Zeit, wo man dann aufs Sparbuch wirklich was gekriegt hat. Das habe ich dann aufgelöst, mit, als ich ein Teenager war, ich weiß gar nicht mehr. Und dann habe ich, kann ich ja jetzt schon sagen, nichts Sinnvolles mit dem Geld gemacht. Macht. Also ich habe mein Geld lange Zeit immer nur ausgegeben und nicht investiert. Das kam wirklich super, super spät erst bei mir, diese, ja, Erkenntnis, dass ich was machen muss. Das war in meiner ersten Elternzeit, als, da hatte ich 2 Jahre Elternzeit, und das erste Jahr kriegst ja noch dein Elterngeld, und im zweiten Jahr ist ja dann Schluss, wenn du es nicht irgendwie aufteilst. Und das hat sich super komisch angefühlt, dass da auf einmal kein Geld mehr auf mein Konto gekommen ist. Das war ja irgendwie ungut. Da konnte ich mich dann schon so ein bisschen reinsteigern in so Altersarmutsgedanken. Und was ist mit meiner Rente? Und da ist mir das erst mal so bewusst geworden. Zu dem Zeitpunkt, lustigerweise, habe ich ja schon, was, keine Ahnung, wie lange, schon jahrelang für Aktionär TV gearbeitet. Also war ja eigentlich schon umgeben von allem. Ich hatte die Antworten ja eigentlich schon parat. Aber das war, wie gesagt, dieser Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Und habe tatsächlich so eine, ja, so ein Grenzerlebnis, jetzt zu viel gesagt, aber so ein Angsterlebnis gebraucht, so ein Angstgefühl, so ich muss tatsächlich vielleicht doch irgendwie was machen. So, das war relativ spät, also mit Anfang 30 erst tatsächlich.
Wow.
Und ich glaube auch noch viel zu lernen. Ich habe auch noch viel zu lernen. Also es ist nicht so, wenn man das 30 Jahre so kultiviert hat, dass das Geld halt, ja, da kommt Geld und das kommt dann für irgendwas Das kann ich mir hier und jenes fast verkaufen. Das legt man nicht so eben ab. Das kommt schon immer mal wieder durch. Ja, ich treffe noch viele Finanzentscheidungen, die vielleicht nicht so optimal sind. Ja, wir lernen alle.
Ich kann es schon wieder total nachvollziehen, denn ich hatte auch, ja, bis ich mein erstes Kind gekriegt habe, gar nicht Habe ich auch gedacht, das läuft einfach, ich mache jetzt Karriere, das ist alles da. Und bei mir hat es mit der ersten Schwangerschaft angefangen, dass ich schon gemerkt habe, ich bin im Job jetzt nicht mehr so der Superstar, sondern ein bisschen abgeschrieben. Da habe ich auch angefangen, ein bisschen Panik zu kriegen.
Ja, stimmt, das fängt schon mal in der Schwangerschaft an eigentlich.
Genau, dann war ich in der Elternzeit und habe auch gesehen, wer weiß, ob ich meinen Job danach wieder kriege und wer weiß, ob der danach wieder so gut ist wie vorher. Ich habe dann auch angefangen, in Immobilien zu investieren, um mir eben ein zweites Standbein aufzubauen. Das ist eigentlich verrückt, dass das immer mit dem Familienthema, Familiengründungsthema, kommt dann doch diese Angst, oder man merkt, man muss doch vorsorgen. Es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen, und man muss irgendwie— das Thema Altersarmut winkt dann sehr, sehr deutlich, finde ich.
Ja, auf jeden Fall.
Meine nächste Frage wäre so ein bisschen in Richtung Wissen. Was hat dir am Anfang gefehlt, um zu investieren? Und ich höre jetzt natürlich raus, nach dem, was du sagst, du hattest das ganze Wissen. Was hat dir denn dann gefehlt?
Investieren, der Input oder irgendwie so die Lust, dass ja, ich habe ja, ich habe schon mir gedacht, dass du mir so eine Frage stellen wirst und habe darüber jetzt auch noch mal viel nachgedacht. So die letzten Tage. Was, was war das denn eigentlich, was mich die ganze Zeit so davon abgehalten hat? Wahrscheinlich tatsächlich auch so eine Art Verdrängungsmechanismus. Ja, wird schon alles, kommt alles zu seiner gegebenen Zeit. Fange ich nächstes Jahr mit an? Solche Sachen. Ich habe doch, es reicht doch auch gar nicht mein Geld. Ich möchte doch dieses und jenes. Wir wollen doch dann in Urlaub fahren und danach, danach kommt schon noch und ich weiß auch gar nicht so richtig wohin. Und es lohnt sich das überhaupt mit meinen Kleckerbeträgen? Also da kann man sich natürlich lange hinzögern und ausreden, aber ich habe es dann tatsächlich so gemacht, ich habe das Ganze dann zu einem Videoprojekt umgewandelt. Das gibt es leider nicht mehr. Das war für meinen damaligen Arbeitgeber Aktionär TV. Haben wir eine kleine Reihe oder ich eine kleine Reihe gestaltet, die hieß Endlich Aktionär. Und da habe ich mich dann tatsächlich dabei begleitet, wie ich anfange, mir Aktien zu kaufen, und habe dann immer Interviews gemacht mit unseren Experten aus der Redaktion und habe mir das dann so Stück für Stück gemeinsam quasi mit so einer kleinen Community angeeignet. Und da konnte ich dann, da habe ich auch wirklich mal richtig blöde Fragen gestellt. Ja, wie öffnet man denn so ein Depot. Wie viel Geld brauche ich denn jetzt wirklich? Wie kaufe ich denn jetzt tatsächlich praktisch so eine Aktie? Also wo klicke ich denn jetzt drauf? Was bedeuten denn dieses Ganze, diese ganzen Limit Order, Put, Call, was auch immer? Was also wirklich mal richtig Hands-on, jeden einzelnen Schritt wirklich von der Depoteröffnung bis zum Postident-Verfahren, also wirklich diese ganzen kleinen Schritte, die da, die du halt gehen musst, die halt irgendwie zugegeben keinen Spaß machen, aber das gehört dazu, einfach mal, dass man wirklich mal sieht, ja, und so funktioniert es. Und dann klicke ich hier einfach so und so viel Aktien kaufe ich, dann klicke ich auf Kaufen, dann liegt es da drin und dann sieht es so aus und ist gar nichts Gefährliches.
Das finde ich total gut, dass das nicht mehr gibt. Also genau das machen wir auch von, von Anfang an. Es gibt keine blöden Fragen und so was. Und ja, legt das doch vielleicht noch mal auf. Apropos, legt das vielleicht noch mal auf. Wie geht's denn deiner? Was machst du denn noch für Projekte? Denn wir haben am Anfang über dein Startup gesprochen oder über dein Unternehmen, deine Firma, die du hast mit deinem Mann wahrscheinlich. Was macht die denn noch, außer dass du einmal pro Monat eine Woche an der Börse bist? Welche Projekte hast du ansonsten?
Ansonsten ist noch mein zweites Baby, oder eigentlich mein drittes Baby, wenn ich jetzt mit einrechne, ist mein Podcast Finanzromance. Den mache ich gemeinsam mit dem Nürnberger Tim. Der ist gesponsert von der Consorsbank. Den mache ich jetzt jetzt seit auch schon fast anderthalb Jahren. Und da geht's auch ein bisschen um die, den Einstieg ins Thema Geldanlage, ums Thema Mindset, Basics, einfach mal ein bisschen entspannt über das Thema reden und Neugierde wecken, auch ein bisschen praktische Tipps geben. Mittlerweile fokussiere ich mich mehr auf Interviews, weil ab einem gewissen Zeitpunkt ist halt auch das Thema auch durch, ne. Man kann nicht bis zur Unendlichkeit über Finanzen reden, ne. Und jetzt interessiert mich halt viel, was andere dazu sagen, wie andere das Thema angehen, dass man von anderen dazu lernen kann. Also das ist auf jeden Fall der Podcast, zu dem ich dich hoffentlich dann auch bald einladen kann. Und ja, ansonsten unsere Firma hier, die nennt sich Renditemanufaktur. Wir machen auch viel rund um Börsendienste, wir machen viel mit Wall Street Online, das ist auch eine große Finanzplattform, zusammen. Also ja, wir sind auf jeden Fall sehr verästelt in der Branche. Ist auch, wenn man dann ein paar Jahre drin ist, stellt man fest, das ist sehr kleine Branche, man begegnet sich mindestens zweimal und ja, da ergibt sich immer wieder irgendwas Neues auf jeden Fall.
Okay, also ihr seht, Conny ist die absolute Expertin und wenn ihr Fragen habt und mehr erfahren wollt, dann meldet euch bei ihr oder hört Finanzromanze, den Podcast, oder schaut auf— Conny, sag du mal schnell, wo findet man euch am besten? Auf YouTube wahrscheinlich?
Genau, also was wir jetzt hier machen mit der Renditemanufaktur, das ist jetzt schon eher für Fortgeschrittene, das ist schon eher für Leute, die gerne sehr viel Zeit mit dem Finanzmarkt, mit dem Kapitalmarkt verbringen. Unser Hauptexperte Dr. Dennis Riedel, der geht immer sehr wissenschaftlich an das Thema ran, zaubert die verrücktesten Charts und Verbindungen irgendwie her. Da kann man sich mal den YouTube-Channel von Dr. Dennis Riedel zum Beispiel anschauen. Also das sind solche Sachen, das ist aber wirklich jetzt eher für Leute, die es, die einen richtigen Deep Dive brauchen. Und ansonsten ja, auf dem Channel von Wall Street Online kann man mich auch immer sehen. Und genau, immer diverse Projekte, bin auch immer offen für neue Projekte. Also wenn jemand irgendjemanden kennt, braucht, perfekt.
Also vor allem, wo hast du online, da kenne ich dich, und Welt, und eben der neue Podcast. Wunderbar. Konny, wir kommen langsam zum Ende. Am Ende geben wir unseren Hörerinnen immer 3 Tipps mit, ja, also unsere Gästin gibt den Hörern 3 Tipps mit. Was sind denn deine 3 Tipps zum Thema Finanzen, Female Empowerment? Was möchtest du hier noch loswerden?
Also, was das Thema Finanzen angeht, würde ich sagen, würde ich gerne Tipp weitergeben, den mir vor kurzem auch erstmal jemand so richtig brachial ins Gesicht geschleudert hat. Ich gebe es einfach mal so weiter: Hört auf, Geld für Scheißdreck auszugeben. Ich sag's jetzt einfach mal so ganz direkt, kein Geld für Quatsch ausgeben, einfach mal nicht über seine Verhältnisse leben, sich eher fragen, wo kann ich ein bisschen mich vielleicht reduzieren? Wo kann ich mein Geld sinnvoller hinlegen? Das gibt einem auch ein gutes Gefühl, das entspannt, glaube ich. Also diese ganzen Klarna-Geschichten, PayPal Pay Later und so, ja, super verlockend alles, aber ich glaube, wenn man da schon mal anfängt, dass das einfach zu lassen, hat man sich schon einen großen Gefallen getan. Und wenn man dann irgendwann so weit kommt zu investieren, wirklich das Geld aktiv Brief irgendwo anzulegen, dann ist das schon mehr, als man sich wünschen kann. Und man sollte sich davon verabschieden, von dem Gedanken, dass man gleich Millionärin oder Millionär wird, wenn man an die Börse geht, oder finanziell frei, oder was auch immer. Ich glaube, es geht in erster Linie darum, einfach ein gewisses Sicherheitspolster aufzubauen. Das nimmt vielleicht auch ein bisschen Druck raus, dass man nicht gleich super erfolgreich und super unabhängig sein muss. Einfach erste Schritte machen und so ein gewisses Sicherheitspolster. Anlegen, mit anderen über das Thema sprechen. Auch wenn Frauen zunehmend gemeinsam über das Thema sprechen, auch mal vermeintlich blöde Fragen stellen oder einfach mal erzählen, was bei einem gerade so los ist und sich da gegenseitig vielleicht Mut machen, sich mal einen guten Podcast empfehlen, zum Beispiel sagen, hier hört doch mal hier den Happy Immo Club, da kann man viel lernen. Also dass man da einfach viel weitergibt untereinander, was ich ja auch beobachte, was ich sagen muss, was ich auch viel sehe und Ja, dann denke ich, hat man schon mal viele richtige Schritte unternommen.
Wunderbar, das sind wirklich tolle Tipps. Also Tipp Nummer 1: Hört auf, euer Geld für jeden Scheißdreck auszugeben. Dann zweitens: Ihr müsst nicht gleich Millionärin werden. Jedes kleine, also was klein, klein bringt eben auch was. Investiert erst mal 100 € pro Monat oder irgendwie so, guckt, was ihr investieren könnt. Das bringt auf jeden Fall auch schon was. Und Nummer 3: Es gibt keine blöden Fragen. Sprecht mit anderen, erzählt, wie es euch geht, erzählt eure Sorgen, stellt Fragen und tauscht euch einfach aus. Super, das war ein toller Podcast. Ich glaube, wir haben ganz viel gelernt. Willst du noch irgendwas loswerden, Conny? Irgendwas anderes?
Ach, ich freue mich einfach sehr, dass ich eingeladen wurde von dir, von euch heute. Ich bin sehr gespannt auf die Folge. Ich hoffe, sie kommt gut an, und ich hoffe, dass ich dich dann auch bald bei mir im Podcast begrüßen darf und dich zum Thema Immobilie noch mal löchern darf, weil da habe ich tatsächlich auch noch sehr viel Nachholbedarf.
Sehr, sehr gerne, das machen wir auf jeden Fall. Dann wünsche ich dir noch einen schönen Tag und vielen, vielen Dank, dass du da warst. Ich fand das Gespräch total toll, die Folge wird super ankommen, und ich freue mich total, dass du hier ja gesagt hast und dabei warst.
Unserem Happy Immo Podcast. Ach, danke dir vielmals, hat sehr viel Spaß gemacht. Tschüss, tschüss!
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