Let's talk digitale Vermietung mit Lena Tuckermann von MIETZ!
28 Feb 2024 · 41 min
Lena Tuckermann built Mietz, a PropTech platform that automates apartment rentals with a Tinder-like app for tenants and a landlord portal that handles document checks and digital contracts in minutes. She started it after spending five months searching for an apartment in Hamburg and seeing how broken the process was.
Chapters
Willkommen beim Happy Immo Podcast. Heute Gast eine junge und sehr beeindruckende Frau, Lena Tuckermann. Hallo Lena!
Hallo Maja, vielen Dank für die Einladung, schön hier zu sein.
Yes, sehr gern. Also Lena beeindruckt mich sehr mit ihrem Werdegang, sehr Sie hat ein Unternehmen gegründet. Das Unternehmen heißt Meeds. Sie ist CEO dieses Unternehmens und dieses Unternehmen ist natürlich im PropTech-Bereich, also Property Technology. Das ist eine Software, die die Vermietung sicher automatisiert. Also Lena revolutioniert die Vermietung von Wohnimmobilien und ich bin so gespannt, heute mit dir darüber zu sprechen. Also Lena, erzähl mir ein bisschen was von dir. Wer bist du?
Ich bin Lena, wie du schon gesagt hast, die Gründerin von Miet's in erster Linie. Und das ist unsere Hauptaufgabe, dass wir uns einfach gesagt haben, wir möchten gerne diesen Vermietungsprozess mal neu denken und einfach gucken, was kann man hier technologisch schon machen? Es gibt sehr viel Potenzial in Bezug auf Automatisierung, in Bezug auf Prozessoptimierung, Effizienzsteigerung. Wir haben jetzt digitale, rechtssichere Mietverträge integriert und das Ganze kommt auch so ein bisschen Daher von meinem Hintergrund, was ich vorher gemacht habe, da bin ich nämlich eigentlich Wirtschaftsjuristin und das hat auf jeden Fall auch viel mit dem zu tun, was wir jetzt machen.
Das habe ich bei dir auch entdeckt. Ich war auf LinkedIn und ich habe gedacht, hey, lass mich mal gucken, was hat die Lena vorher gemacht? Und ich so, oh wow, also richtig Juristin. Und dann habe ich mir gedacht, das passt super, weil wenn du schon die Vermietung, den Vermietungsprozess sicher und automatisch machen möchtest, dann muss man auch rechtlich wissen, was man tut. Ja, kannst du kurz erklären, wie du zu dem Thema Gründung gekommen bist?
Ja, tatsächlich habe ich lange Zeit gedacht, ich gehe einen relativ klassischen juristischen Weg, habe aber festgestellt, dass ich nicht so ganz in die Kanzlei-Welt passe, und war dann kurz in der Beratung unterwegs, habe aber gemerkt, ich passe auch nicht so richtig in die Corporate-Welt. Das heißt, ich habe eigentlich immer irgendwelche Projekte nebenbei gemacht und und mit der Zeit auch immer digitalere Projekte. Und dann war ich eines Tages auf Wohnungssuche in Hamburg und habe 5 Monate diese Wohnung gesucht. Und im Prinzip hat sich das daraus entwickelt, aus einer Neugierde, die ich immer hatte für verschiedene Themen. Und während der Wohnungssuche war es eben so dieses Thema: Wieso ist das eigentlich noch so ein manueller Prozess? Und wieso muss ich jedes Mal E-Mails schreiben? Muss ich jedes Mal meine ganzen Dokumente beifügen und kann nicht sozusagen in einer App durchgehen und da auch rechtssicher Mietverträge unterzeichnen. In einer Zeit, wo es Instagram gibt, wo es TikTok gibt, wo eigentlich viele Prozesse schon ganz anders gedacht werden. Und das hat mich daran so begeistert. Wieso gibt es das noch nicht in der Immobilienbranche? Und könnte man das nicht mal einfach ganz anders denken?
Ja, das finde ich echt ein total wichtiges Thema. Ich vermiete auch viele Wohnungen und die Vermietungsprozesse, die alten, die waren ja verrückt. Als Mieter musste man immer zu der Hausverwaltung gehen. Dann kriegt man irgendwie so einen Schlüssel und dies und das und, und dann muss der mal trotzdem dann der Hausmeister vielleicht dabei sein bei der Abnahme. Und so viele Schritte, wo viele Menschen ihre Zeit verschwenden, die wir heute eigentlich, diese Zeit könnten wir viel effizienter nutzen. Und wir haben ja sowieso nicht genug Arbeitskräfte am Markt. Also das könnte uns ja sehr helfen. Und kannst du erzählen, mal sehen, wie genau funktioniert Mietz und für welche Kunden ist diese Software gedacht? Könnten das zum Beispiel die Kundinnen von HappyMoClub auch nutzen?
Genau, also im Prinzip gibt es eine Seite für die Mieter und eine für die Vermieter. Auf Mieterseite funktioniert das Ganze in einer App, die funktioniert im Prinzip wie Tinder für Wohnungen. Das heißt, man kann sich als Mieter ein Profil anlegen, seine Dokumente hinterlegen und sich dann mit einem Swipe für eine Wohnung bewerben. Und wenn der Vermieter einen Mietvertrag freigibt, dann kann man den auch direkt in der App rechtssicher unterzeichnen. Und für die Vermieter, da arbeiten wir jetzt auch viel mit größeren Bestandshaltern zusammen, also in der Regel ab 1000 Einheiten. Aber produktseitig funktioniert es im Prinzip für jede Art von Vermieter und da ist das Ganze webbasiert. Man kann sozusagen sein Inserat anlegen und kann dann automatisch schon angeben, was man von der Mieterseite braucht, insbesondere was für Dokumente man braucht. Und das wird dann automatisch eingeholt. Geholt und geprüft. Und dann kann man, und das ist jetzt ganz neu, ist erst seit einigen Wochen live, einen rechtssicheren Mietvertrag direkt an den Mieter rausgeben. Das dauert in der Regel 2, 3 Minuten. Und was dabei auch neu ist, ist, wir können das Ganze mit Schriftformkonformität abbilden. Das heißt, insbesondere wenn man möblierte Wohnungen vermietet, ist das ein großes Thema, weil man damit schon automatisch die Identitäten des Mietinteressenten überprüfen kann. Und man hat sozusagen selbst für befristete Mietverträge einen rechtssicheren Vertrag innerhalb weniger Minuten, der direkt abgelegt ist.
Und warum macht ihr das erst ab 1000 Wohnungen und nicht schon ein bisschen früher? Weil leider haben bei uns jetzt hier die Frauen, die Wohnungen kaufen, die sind ja ganz am Anfang. Aber ich glaube, die würden sich auch über so eine Automatisierung freuen.
Ja, also da wollen wir auf jeden Fall hinkommen und das machen wir jetzt auch schon. Es ist eher ein strategischer Fokus, den wir gelegt haben, damit wir möglichst schnell möglichst viel Wohnangebot für die Mieterseite natürlich auf die Plattform bekommen können. Aber wir sind da auch offen. Also wenn jetzt jemand weniger Wohnungen hat, ist das natürlich auch kein Problem und wir arbeiten sehr hart daran, das möglichst schnell auch der gesamten Vermietergruppe zugänglich zu machen. Das heißt, dass da auch nicht— im Moment ist es noch so, dass wir das Onboarding manuell begleiten, einfach um sicherzugehen, dass die Vermieterseite gut versteht, wie der ganze Prozess funktioniert. Sobald wir das breiter ausgerollt haben, kann das natürlich jeder Vermieter oder jede Vermieterin auch einfach so direkt nutzen.
Weil die Software ist ja dieselbe, ne?
Genau, ja, also ist tatsächlich mehr so ein Manpower-Thema. Deswegen sind wir jetzt aktuell auch schon wieder in der nächsten Finanzierungsrunde, um einfach intern die Kapazitäten aufzubauen. Wir sind nämlich jetzt, rollen das Ganze von Stadt zu Stadt aus, sind in Berlin gestartet, haben jetzt die ersten Städte, weitere Städte angeschlossen und merken jetzt schon, dass wir ganz schön an den Kapazitätsgrenzen sind. Das heißt, unsere Es ist immer wichtig, dass wir gewährleisten können, dass wenn es Fragen gibt, insbesondere von, von Vermietern oder Vermieterinnen, dass wir das dann auch abbilden können und dass wir dann auch immer jemanden haben, der erreichbar ist. Und da sind wir gerade dabei, das intern aufzubauen.
Perfekt. Und was ist euer Ziel? Wie viele Wohnungen möchtet ihr 2024 auf der Plattform haben?
Also 2024 ist für uns das Jahr der deutschlandweiten Skalierung. Das heißt, wir haben jetzt gesehen, das Produkt wird gut angenommen Und ja, das ist jetzt das Hauptziel der Finanzierungsrunde, dass wir das einfach über das nächste Jahr insbesondere in den ganzen urbanen Regionen in Deutschland zugänglich machen. Je nachdem, wie schnell wir sind, vielleicht sogar darüber hinaus. Das müssen wir mal gucken. Aber wir haben da auf jeden Fall uns sehr viele Ziele gesetzt, was das angeht.
Sehr, sehr gut. Perfekt. Und was hast du denn gelernt jetzt durch diese Zeit, wo ihr die Vermietung automatisiert habt. Was hast du gelernt über den Vermietungsprozess, was du vielleicht hier den Frauen mitgeben könntest? Weil wir wollen ja alle hier lernen, was können wir optimieren, was können wir besser machen? Wie können wir Verträge standardisieren? Was sind die richtigen Verträge? Und so weiter. Vielleicht erzählst du auch was, was eure Wohnungen, wie sie ausgestattet sind. Vielleicht sind die möbliert, sind die unmöbliert, sind die für Studenten oder für andere? Für Pendler? Also das würde mich mal interessieren und was du dann daraus gelernt hast.
Wir sind tatsächlich im möblierten Segment gestartet und haben dann relativ schnell gesehen, das ist ein Thema, was im Prinzip sämtliche Bestandsarten betrifft, also auch unmöblierte Vermietung, klassischen Bestand. Das heißt, das Ganze funktioniert im Prinzip für alle Segmente. Und ich würde sagen, an sich der Vermietungsprozess, wie man ihn so kennt, ist ja relativ klassisch. Was wir gesehen haben, ist gerade jetzt in urbanen Regionen, dass Schnelligkeit einfach ein großer Faktor ist, dass er auch Das ist auch ein Ziel, was wir uns mit Mietz mit dem Prozess durch die Automatisierung gesetzt haben, dass dieser Prozess in der Kommunikation auch sehr viel schneller stattfinden kann. Gerade wenn man ein paar mehr Wohnungen hat, die man gleichzeitig vermietet zum Beispiel. Und da ist es eben so, man möchte ja gerne möglichst zuverlässige und möglichst gute Mieterprofile für sich aussuchen, sozusagen, also die den, den Kriterien oder den Dokumentenkriterien entsprechen, die man so hat. Das heißt, viele der Bewerber, die alles angeben und die möglichst schnell reagieren, haben dann auch möglichst oder im Verhältnis eher viele Chancen auf die Wohnung. Das heißt, dieser Schnelligkeitsaspekt spielt eine große Rolle. Das haben wir jetzt gesehen und natürlich auch der Sicherheitsaspekt, weil man möchte ja gerne zuverlässige Mieter und Mieterinnen haben. Und da war es uns eben wichtig, dass wir abbilden können, dass wir die Identitäten überprüfen. Das heißt, wir können zum Beispiel sicherstellen, zum einen das Ausweisdokument, was hinterlegt ist, ist auch wirklich ist wirklich der richtige Ausweis und die Daten passen auch zu der Person, die den Ausweis hinterlegt hat.
Und holt ihr euch auch Schufa-Auskünfte und solche Sachen?
Genau, das wird im Prinzip alles von Mieterseite hinterlegt. Wir sind jetzt auch gerade an der Integration von einem neuen Feature, wo wir das, wo der Mieter das noch mit angeben kann, wo man sozusagen eine direkte Bonitätsauskunft auch hat. Aber der Kern ist eigentlich die klassische Schufa-Auskunft.
Okay, und wie habt ihr denn diesen Mietvertrag festgelegt? Oder macht das der Vermieter selbst? Der nimmt seinen Standardmietvertrag? Oder wie stellt ihr sicher, dass der Mietvertrag passt?
Genau, da kann man sich die Lösung mehr vorstellen wie so eine Art DocuSign, nur mit dieser höheren Signaturstufe. Und da ist es in der Regel so, das liegt aber auch an der Bestandsgröße, in der wir jetzt gestartet sind, dass es oft so ist, dass die Vermieter schon eigene Standardverträge haben, die sie gerne nutzen möchten. Das heißt, Bei uns ist eigentlich der Regelfall, dass dieser Standardvertrag dann als PDF hochgeladen wird. Der kann dann auch in Mietz editiert werden und dann kann er von da aus quasi automatisch auch die Mieterdaten übertragen werden, wenn es erforderlich ist. Und dann kann der Vertrag direkt an die Partei gesendet werden. Und da haben wir aber auch in der Roadmap noch einige Sachen, die wir in der Entwicklung haben, die wir noch mit angehen wollen, was die Zusammensetzung des Mietvertrags betrifft. Also das wird dann wieder mehr in die Legal-Richtung gehen, um da einfach auch noch mal zu unterstützen, wenn jemand sagt, ich habe da jetzt Ich habe jetzt nicht den Standardmietvertrag oder ich weiß nicht genau, wie ich den zusammensetzen soll, was wichtig ist, was ich da zu beachten habe. Da werden wir auch noch hinkommen. Da sind wir aktuell.
Ja, okay. Weil bei uns fragen oft die Frauen, okay, wo gibt es so einen rechtssicheren Vertrag für möblierte Wohnungen zum Beispiel? Gibt es? Wo bekommt ihr diesen Vertrag her?
Also dadurch, dass in der Regel die Vermieter ihre Verträge mitbringen, also ihre Standardmuster mitbringen, die sie verwenden möchten, machen wir das auch schon alleine aus haftungsrechtlichen Gründen auch so, dass wir dann auf die Verträge der Vermieter zurückgreifen aktuell. Und für den Fall, dass jemand keinen haben sollte, dass wir dann relativ klassische Muster empfehlen, wie zum Beispiel das Vertragsmuster von Haus Grund. Also wir können im Moment aus verschiedenen Gründen noch nicht selber die Vertragstexte mit anbieten oder da zusammensetzen. Da haben wir auch einiges in Planung, aber das ist noch nicht live. Das heißt, da würde ich einfach empfehlen, dass man auf die Muster, die es im Markt gibt, zurückgreift und dann sozusagen, wir setzen an dem Punkt an, wo es um die sichere Signatur geht, man dann sozusagen einfach sicherstellen kann, der Vertrag hat so eine quasi Form, als wäre er handschriftlich unterschrieben und hat entsprechend auch Beweiskraft für Gericht, falls es falls es mal irgendwie ein Problem geben sollte. Also das ist der Kern, den wir jetzt erst mal als Fokus gesetzt haben.
Okay, okay. Also das heißt, du, ihr greift ja auf dieselben Mustern, die wir eigentlich auch immer empfehlen. Ich empfehle auch immer Haus und Grund, weil die ja oft geprüft sind und so weiter. Aber es ist halt auch so, für das Thema möbliertes Wohnen gibt es nichts wirklich Rechtssicheres, oder es gibt immer mal so Klauseln, die halt so im unklaren Bereich sind, und damit muss man halt leben oder sich beraten lassen von einem Anwalt. Ja, sehr schön. In was investierst du denn, Lena?
Na, ich würde sagen, in erster Linie in mein Unternehmen. Also ich habe das Ganze ja aus dem Studium heraus gegründet oder aus quasi direkt den ersten Arbeitsschritten, die ich gemacht habe, sozusagen. Das heißt, mein Fokus war immer, meets weiter voranzubringen mit allem, was ich kann. Und insofern habe ich den Fokus sehr klar darauf gelegt. Aber ich verfolge da auch verschiedene Strategien sehr interessiert, auch auf Immobilienseite auch sehr gespannt immer, was ihr macht. Aber tatsächlich selber bin ich in dem Bereich gar nicht so aktiv bisher.
Außer auf der Vermietungsautomatisierungsseite, nicht?
Ja, auf jeden Fall.
Also auf jeden Fall kennst du dann die Vermietungsseite und die Anmietungsseite sehr gut. Ja, dann fehlen dir nur noch so ein paar Komponenten. Die kannst du natürlich bei uns alle lernen oder auch von euren Kunden. Die kennen sich ja auch alle super aus. Was würdest du denn sagen, was sind die wichtigsten Themen, wenn man so eine Wohnung vermietet? Auf was sollen so Frauen achten, die jetzt so eine Wohnung kaufen und diese vermieten wollen? So, was wären so deine Top 3?
Also ich würde sagen, was wir bei Vermietern natürlich sehen, ist, oft geht es einfach darum, schnell zuverlässige Mieter zu finden. Und was ich auch viel sehe, ist, dass schon das Bauchgefühl oft eine Komponente spielt, also dass viele auch gerne noch einen persönlichen Eindruck der Person haben möchten. Das war unser Ziel, zum Beispiel mit Mietz das auch zu vereinbaren. Das heißt, dass man automatisch schon angeben kann, was für Dokumente man braucht. Das empfehlen wir auch immer. Relativ klassische Dokumente. Das ist in der Regel so Personalausweis, Schufa, Gehaltsnachweise und dann sozusagen zugucken, welche Profile sind eingegangen, wo das alles schon hinterlegt ist und sich dann aber trotzdem auch die persönliche Beschreibung anzugucken. Zum Beispiel, also wir geben den Mietern auch die Möglichkeit, was über sich zu schreiben oder sich vorzustellen oder bisschen mehr wie bei Social Media auch Bilder zu hinterlegen, wenn sie möchten, zum Beispiel was sie gerne machen, wer sie so sind. Und die Kombination kommt eigentlich gut an und so war es jetzt eigentlich der Erfahrung nach immer sehr gut möglich, zuverlässige Mieter zu finden. Und ich würde sagen, das ist ja das Wichtigste, weil darum geht es ja.
Könntest du sagen, bei welchen Themen du, also euer Programm sagt, okay, dieser Mieter ist nicht sehr zuverlässig? Also weil am Ende, das ist auch sehr, sehr wichtiger Punkt, auf was soll ich wirklich aufpassen, wenn, wenn, wenn ich irgendwelche, zum Beispiel wir hatten eine, Eine Frau bei uns im letzten Bootcamp, und sie hat eine Wohnung gekauft in Wiesbaden, und dann wollte sie die Gehaltsnachweise sehen, und viele Mieter haben gesagt, die wollen die Gehaltsnachweise nicht geben. Und das haben wir nicht verstanden, weil ich bekomme die auch immer, wenn ich danach frage, oder sogar die Verträge, die Anstellungsverträge und so weiter.
Könntest du da vielleicht was? Zusagen? Also das ist zum Beispiel genau ein Thema, das ist gerade auch vielen Vermietern und Vermietern oft gar nicht so angenehm, direkt immer nach den Gehaltsnachweisen zu fragen. Das ist auch ein Vorteil, warum wir das automatisch mit abbilden, dass sie sozusagen automatisch angefragt werden. Wir sehen schon regionale Unterschiede, also dass es gerade jetzt in urbanen Räumen für die Leute sehr viel normaler ist, die Unterlagen einfach gleich zu hinterlegen, wenn sie abgefragt werden, und gleich freizugeben. Aber der Regelfall ist eigentlich bei Mietz, dass das ja schon automatisch mit angegeben wird. Das heißt, dass dieser ganze Schritt wegfällt, dass ich noch mal auf den Mietinteressenten zugehen muss und noch mal sagen muss: Hey, kannst du bitte den Gehaltsnachweis hinterlegen? Wir haben sogar den Fall, für den Fall, dass der Gehaltsnachweis dann nicht hinterlegt ist, aber abgefragt wurde, dass man auch noch Dokumente nachfordern kann. Oder das betrifft zum Beispiel auch den Fall, wenn man zwar den Gehaltsnachweis bekommen hat, aber dann gesehen hat, das passt eigentlich nicht im Verhältnis zur Miethöhe und ich bräuchte irgendwie noch eine Bürgschaft zum Beispiel, dass man dann mit einem Klick noch die Bürgschaft nachfordern kann, zum Beispiel. Ich würde sagen, das ist dieser eine Punkt, das einfach schnell zu ermöglichen und ohne manuelle Kommunikation. Und der andere Punkt ist am Ende natürlich Dokumentensicherheit und Richtigkeit natürlich. Und da haben wir uns jetzt im ersten Schritt erstmal auf die Identitätsnachweise spezialisiert. Das heißt, haben gesagt, wir gucken, dass vor Abschluss des Mietvertrages auch sichergestellt werden kann, dass es wirklich die Identität ist und dass der Ausweis stimmt. Und wollen das aber natürlich noch weiterführen in Bezug auf die anderen Dokumente. Also dass wir zum Beispiel auch, das wird dann hauptsächlich KI-basiert passieren, andere Dokumente überprüfen können, sicherstellen können, ist die Schufa noch aktuell genug? Stimmt irgendwas an den anderen Dokumenten nicht? Müsste da noch mal irgendwie was nachgefordert werden, sodass Schritt für Schritt gar nicht mehr manuell überprüft werden muss.
Das ist natürlich schon ein Punkt. Ich wollte dich gerade auch fragen, weil ich glaube, bei Scout gibt es ja auch diese Möglichkeit, bei ImmoScout die Dokumente hochzuladen, wenn man mieten möchte. Auch sogar als Käufer kann man auch Dokumente hochladen. Könntest du da sagen, wie unterscheidet ihr euch dann von Scout?
Also bei uns ist der Kern sozusagen zum einen, dass dieser Schritt nach dem Dokumente hochladen für beide Seiten ohne manuelle Kommunikation passiert. Das heißt, es ist nicht so, dass man eine Liste an nachrichten hat oder dass man verschiedene Formate hat, verschiedene Leute, die unterschiedliche Kenntnisstände haben, unterschiedliche Dokumente hinterlegt haben, sondern dass alles einheitlich ist und man sofort die Mieterprofile mit allem hat, was man braucht, inklusive Kontaktdaten. Und dann insbesondere unterscheidet es sich durch den Folgeprozess, weil man dann eben in dem Moment, wo man den Mieter oder das Mieterprofil sieht und sich dafür entscheidet, denjenigen als Mieter zu nehmen, kann man eben genau auf einen Button klicken und sagen, ich möchte hier einen rechtssicheren Mietvertrag rausgeben. Und wenn man das gemacht hat, läuft quasi dieser ganze Prozess ab mit der Identitätsüberprüfung, mit der rechtssicheren Unterzeichnung. Und das ist eigentlich so der Kern. Das heißt, es ist an sich ein geschlossenes System, was dieses ganze Ökosystem abbilden kann, wo ich dann automatisch auch alle Dokumente hinterlegt habe von allen Parteien, die für mich relevant sind, wo ich dann sofort den Mietvertrag in die Unterzeichnung geben kann und damit auch in 2 Minuten die andere Partei erreiche. Und wo ich dann auch eine Ablage für mich habe, dass je größer der Bestand ist, desto größer ist das Thema, dass das sozusagen alles einheitlich verwaltet wird. Und da gehen wir dann jetzt auch Stück für Stück in so Themen wie Dokumentenauswertung rein, sodass gerade wenn ich mir ein größeres Portfolio aufbaue, das dann auch sehen kann, wie verhält sich das, wie sind so meine Metriken und Statistiken? Da sind wir gerade noch in der Entwicklung bei dem Teil.
Das finde ich sehr gut, weil das nimmt schon viel Zeit in Anspruch, dass man selbst alles überprüft, dass man dann eine E-Mail schickt. Ja, schick mir mal das und das und dann kommt es eine Woche nicht und dann muss man noch mal schreiben. Und letztendlich bei euch, die Vermieterin sieht nur die, also nur die Mieter quasi, die alles abgelegt haben und kann sich dann frei entscheiden und gibt sogar so eine persönliche, gibt auch einen persönlichen Eindruck mit dem, mit den Fotos und so weiter.
Ja, das war eben das Wichtige. Also man kann natürlich auch insgesamt sich angucken, wer hat sich beworben und die Dokumente nicht hinterlegt. Aber der Regelfall ist eigentlich, und das ist das, was auch schon die große Zeitersparnis bringt, dass man einfach sagen kann, ich möchte jetzt nur die Mietinteressenten sehen, die auch alles schon hinterlegt haben, und ich möchte trotzdem persönlichen Eindruck bekommen. Und das ist dann alles so an einem Ort schon sichtbar. Das heißt, man erspart sich diese ganze Prüfarbeit und insbesondere die E-Mails. Das war immer von Anfang an einer, einer unserer Kernwünsche zu sagen, wir möchten diesen ganzen Prozess mal ohne E-Mails abbilden.
Ja, und was passiert danach? Also was passiert zum Beispiel mit der Besichtigung? Können diese Mieter auch besichtigen irgendwie oder wie funktioniert das genau?
Das richtet sich quasi nach dem Vermieter. Das heißt, man kann sich aussuchen, ob man eine Besichtigung machen möchte oder nicht. Wenn man sagt, man braucht keine Besichtigung, dann kann man im System einfach weitergehen und schon den Mietvertrag ausgeben.. Und wenn man sagt, man möchte eine Besichtigung machen, gerade im klassischen Bestand ist das noch sehr üblich, dass schon viele dann auch noch mal vor Ort einen Eindruck bekommen möchten, dann ist das natürlich auch möglich. Da entwickeln wir auch gerade noch ein Feature, wie wir das durch eine virtuelle Besichtigung noch weiter unterstützen können von unserer Seite. Aber der Kern ist dann quasi, dass die Besichtigung vor Ort stattfindet. Da wird es auch ein Terminabstimmungstool geben, sodass da auch keine manuelle Zustimmung erforderlich ist, und dann wird automatisch abgefragt, ob der Mietinteressent weiterhin nach der Besichtigung Interesse hat. Und dann folgt quasi wie sonst auch der Mietvertragsschritt im Anschluss.
Das gefällt mir. Ich bin ja immer noch auf der Suche nach der Automatisierung dieser Besichtigung, weil es schon ein bisschen kompliziert ist. Wir hatten so Situationen, wo der Mieter oder die Mieterin gar nicht kommen konnte. Und dann haben, hat jemand, war in der Wohnung und hat einfach so eine Videoführung gemacht. Aber natürlich ist das jetzt nicht so super professionell. Wie passiert, wie funktioniert das bei euch mit dieser Videoführung? Gibt es da jemand live oder nehmt ihr es vorher schon auf?
Also es gibt verschiedene Varianten, die wir planen. Was wir im Markt gesehen haben, ist, dass es schon gut ankommt, wenn das so eine Live-Videoführung ist, weil das noch mal so ein Vertrauens- Aspekt für die Mietinteressenten mitgibt, sodass es sozusagen eine authentische und echte Führung durch die Wohnung ist, sozusagen als wäre man da. Das ist schon gerade jetzt durch Covid relativ üblich geworden. Und ansonsten, wir gucken ja auch durch unsere Teamzusammenstellung immer sehr durch die KI-Brille auf die Themen und sind da jetzt auch gerade dabei, wie man aus Bildern schon einen Rundgang generieren kann. Das ist quasi so wie zum Beispiel so eine Art Drohnenrundgang, der simuliert wird. Also da kann man schon sehr viel machen. Ja, da bleibt es spannend.
Oh ja, für mich auch. Also halte mich auf dem Laufenden. Ich will das auch besser verstehen. Und ich habe auch mehrere Bilder, aber ich habe nicht immer so ein Video gedreht von den Wohnungen, die ich vermiete. Und ich bin sehr, sehr gespannt. Wie man das alles automatisieren kann. Und klar, mit KI kann man ja heute sehr, sehr viel machen, aber ich weiß noch nicht beim Thema Video, ob die, ob es schon so weit ist wie bei ChatGPT zum Beispiel, ne? Weil mit ChatGPT kann man ja sehr viel textmäßig machen. Genau. Ach ja, super interessant. Ich habe noch eine Frage, und zwar zu den möblierten Wohnungen, weil wir kriegen oft Fragen dazu. Bei euch im Mietvertrag, bei den möblierten Mietenwohnungen, habt ihr auch eine Inventarliste eigentlich?
Weißt du das? Also bei uns ist der Kern ja, dass im Regelfall der komplette Vertrag als PDF schon fertig hochgeladen wird. Und für die Elemente, die sich verändern, wie zum Beispiel eine Inventarliste, die ja unterschiedlich ausgestaltet sein kann, kann man dann auch noch mal in Mietz im System ergänzen oder auch Teile wieder umschreiben sozusagen. Aber von unserer Seite geht es quasi darum, dass das Vertragselement hochgeladen wird. Das heißt, Das heißt, man kann sich das mehr so von unserer Seite vorstellen wie so eine Art DocuSign-Element, nur mit einer anderen Rechtssicherheit oder Signaturstufe. Das heißt, wir greifen auf das PDF zu und wir ermöglichen, dass man das da noch mal anpassen kann, also insbesondere die Inventarliste auch. Aber wir verlassen uns quasi darauf, dass es da schon ein Standardformular oder ein Standarddokument gibt, was von der Vermieterseite oder der Seite, die den Vertrag hochlädt, angegeben wird.
Verstehe. Und wenn man jetzt auf eure Plattform gehen will oder bei euch eine Wohnung mieten will, wo muss man eigentlich hin? Geht man auf ImmoScout? Geht man auf Mietz? Wo findet man eine Wohnung? Weil es gibt so viele Menschen, die heute eine Wohnung suchen.
Ja, also die meisten kommen tatsächlich direkt zu Mietz. Wir haben jetzt schon über 20.000 Nutzer. Und die kommen über die unterschiedlichsten Wege. Also manchmal finden wir das selber überraschend. Also viele suchen tatsächlich im App Store nach uns oder suchen einfach nach Möglichkeiten, neuen Möglichkeiten, eine Wohnung zu finden. Was wir auf der Mieterseite sehen, ist einfach diese Frustration von vielen, die sehr lange eine Wohnung suchen. Und das war ja am Ende auch der Grund, warum ich Mietz gegründet habe, dass es einfach so eine frustrierende Erfahrung ist, dass man sich so durch Wohnungsinserate klickt und eigentlich gar nicht weiß, habe ich da jetzt eine Chance oder nicht? Und man hört nie was zurück und muss Ich muss jedes Mal manuell abstimmen, was schicke ich denn da jetzt eigentlich hin? Und dieser Aspekt, dass wir diese ganze Arbeit nehmen und sozusagen das in einen Prozess binden, der Spaß machen soll und der effizient ist und wo ich einfach dann sozusagen einmalig meine Dokumente hinterlege und dann mich mit einer Swipe-Bewerbung auf die Wohnung bewerben kann. Das ist was, was sehr viele Mieter zu uns bringt. Und wir kriegen inzwischen fast jeden Tag Nachrichten, in welche Städte wir noch kommen sollen, weil die Leute einfach ja sehr, sehr frustriert von dem Prozess sind, was auch mit der Marktsituation zu tun hat, natürlich.
Ja, das könnt ihr natürlich nicht verändern, ne, die Marktsituation. Aber ihr könnt eure Mieter schneller machen durch diesen Prozess, ne. Und dadurch kriegen die ja auch den Zuschlag, wenn sie schnell sind und die Vermieter, die sich für sie entscheiden, natürlich.
Genau. Und es geht eigentlich— ich sage auch immer, wir können natürlich nicht den Markt verändern und die Marktsituation, aber Aber wir können zumindest ermöglichen, dass das Ganze Spaß macht und effizient ist und dass ich nicht diese ganze manuelle Arbeit für jedes Wohnungsinserat habe. Also was zum Beispiel ein Kernthema bei mir damals war, war: Wieso muss ich mich denn auf jedes Wohnungsinserat bewerben, bevor ich überhaupt weiß, ob ich da eine Chance habe oder ob ich als Mieter für denjenigen Vermieter infrage komme? Insbesondere wenn das Vermieter sind, die sagen, wir möchten nur an Studierende vermieten oder zum Beispiel gar nicht an Studierende. Und das sind sozusagen Informationen, die wir schon mit einfließen lassen können. Und dann geht es natürlich insbesondere darum, dass man nicht jedes Mal eine E-Mail schreiben muss und dass man automatisch Bescheid weiß, ob man eine Chance auf die Wohnung hat oder nicht. Weil das höre ich ganz oft von der Mieterseite, dass viele einfach so frustriert sind und sagen, ich würde mich ja schon freuen, wenn ich mal irgendeine Rückmeldung bekomme. Und gleichzeitig haben die Vermieter so viele Anfragen hier im Berliner Raum, ja um die 700 Anfragen pro Inserat zum Teil, dass es ja gar nicht abbildbar und möglich ist, da jedes Mal dem Mieter Bescheid zu geben, ob er als Mietinteressent für den Mietvertrag in Frage kommt oder nicht.
Und bietet ihr viele Studentenwohnungen an?
Ist tatsächlich durchmischt. Also wir haben Anbieter, die rein studentisches Wohnen machen, wir haben auch klassischen Bestand, wo es quasi offen ist, wo es an Studierende oder auch Nicht-Studierende vermietet wird. Das ist sehr unterschiedlich. Also historisch hat sich das mehr aus dem möblierten Wohnen und aus dem studentischen Wohnen entwickelt, was wir machen. Und dann kamen eben so viele Hausverwaltungen und klassische Bestände auf uns zu, dass wir gesagt haben, wieso können wir das nicht eigentlich auf alle Bestandsarten ausweiten? Das heißt, im Prinzip haben wir jetzt einen Prozess entwickelt, der für alle Arten an Beständen gleichsam funktioniert.
Und was würdest du sagen, jetzt aus deiner Erfahrung bei den Studentenwohnungen, weil da kriegen wir auch viele Fragen, ne, viele Frauen fragen, was ist das, was ist wichtig für eine Wohnung, die an einen Studenten vermietet wird?
Hast du da Tipps? Also ich würde sagen, natürlich neben der Preisgestaltung, die für viele Studierende ausschlaggebender Punkt ist, geht es dann auch um die Ausstattung und auch viel um diesen Community-Aspekt. Also wie ist meine Anbindung? Habe ich eine Infrastruktur in der Nähe? Wie weit ist es zur Uni? Habe ich irgendwie meine Freunde in der Nähe oder habe ich in der Umgebung der Wohnung vielleicht Community Spaces, wo ich arbeiten kann? Also gerade sind ja auch viele internationale Studierende, die im möblierten Wohnen unterwegs sind, oder Young Professionals. Ich würde sagen, dass dieser Aspekt für Sie wichtig ist. Und in Bezug auf die Ausstattung, wobei das tatsächlich, würde ich sagen, nachgelagert ist zu den anderen Themen. Also ich würde sagen, in erster Linie diese Preissensibilität, die Lage insbesondere und die Anbindung in Bezug auf Community oder Universität, je nachdem wo derjenige ist.
Und das Thema Preis, was würdest du da sagen, was ist, bis wie viel zahlen die Studenten, also was Was ist deren Grenze?
Das ist sehr schwierig zu sagen, weil viele jetzt schon unter dem Marktumfeld leiden, gerade was wir jetzt in den urbanen Regionen haben. Also ja, tue ich mir schwer, da jetzt einfach eine Zahl zu sagen. Aber bei Studierenden ist es eben oft so, dass sie ja sich das, das Studium ermöglichen müssen, und das Wohnen in Berlin ist ja jetzt gerade auch sehr in den letzten Jahren noch mal sehr teurer geworden. Und das sehen wir einfach bei vielen, dass auch viele dann eher weiter rausziehen, um sich dann die Miete gut leisten zu können. Aber es schwierig, das jetzt in eine konkrete Zahl zu gießen.
Aber kannst du für Berlin vielleicht nicht sagen, wo die Range liegt, so für eine Wohnung, für ein Student?
Für studentisches Wohnen, wir haben ganz unterschiedliche Angebote. Also wir haben Wohnungen die um die 500 € kosten in der Miete. Wir haben welche, Einzimmerwohnungen mit über 1.000 €. Das ist schon was, was wir merken, warum wir auch gesagt haben, wir möchten den Fokus auf Mieterseite auch ein bisschen erweitern und möchten gerne ein breites Angebot anbieten und nicht nur möbliertes Wohnen, weil möbliertes Wohnen ja oft im Vergleich eher hochpreisig ist und wir von vielen Studierenden und vielen jungen Mietern das Feedback bekommen haben, dass sie die Wohnung eigentlich toll finden, aber sich die gar nicht leisten können. Also das waren dann insbesondere Einzimmerwohnungen, die in so der Preiskategorie um die 1.000 € oder mehr lagen, sodass wir uns einfach auch das Ziel gesetzt haben, günstigen Wohnraum mit anzubieten und quasi so weit zu ermöglichen, wie wir das von unserer Seite können. Aber das ist inzwischen, würde ich sagen, nicht mehr der Regelfall, dass man auch ein Zimmer in einer guten Lage für 500 € findet. Insofern ist das genau diese Diskrepanz, um die es eigentlich geht. Also aus Studierendensicht wäre das natürlich eine Größenordnung, die gut wäre. Und wenn man jetzt aus Sicht eines Vermieters oder einer Vermieterin denkt, kann ich natürlich auch verstehen, wenn, wenn man möbliertes Wohnen macht und dann in eine höhere Größenordnung und Kategorie gehen möchte. Insofern ist das am Ende ja auch eine Abwägungsentscheidung, die man treffen muss.
Da sind ja WGs vielleicht auch eine gute Alternative.
Bietet ihr auch WGs an? Ist tatsächlich so, dass man, das hat sich auch historisch entwickelt, weil wir am Anfang erstmal nur die App gebaut haben und das da auch so gebaut haben, dass man Wohnungen in der App schon hochladen kann. Das ist gar nicht so bekannt, theoretisch kann man das für WGs nutzen, aber das ist jetzt gar nicht der Kernfokus, den wir, den wir haben. Da werden wir wieder hinkommen, wenn wir die Kapazitäten haben, das noch breiter im Markt auszurollen, dass wir das quasi auch für WGs mit anbieten können. Aber im Moment ist es nicht der Fokus. Es verirrt sich immer mal wieder eine WG, aber es ist nicht so der Regelfall, würde ich sagen.
Ja, da ist es ein bisschen komplizierter, weil gewöhnlich gibt es ja einen Vertrag und nicht für jedes Zimmer einen Vertrag. Und da ist es ein bisschen komplizierter. Aber an sich, die Unterzeichnung und so weiter könnte man ja, und die Überprüfung der Mieter könnte man ja vermutlich jetzt schon gut bei euch machen.
Genau, also ich habe tatsächlich auch eine Zeit lang Zimmer vermietet über klassische Plattformen wie WG-Gesucht und so weiter, und da war es im Prinzip der gleiche Painpoint, dass ich ja auch das Inserat eingestellt habe, dann 700 Nachrichten hatte und mir dann auch dachte, auch vor allem wenn ich selbst in der WG gewohnt habe und gesagt habe, mir ist total wichtig, einen persönlichen Eindruck der Person zu haben, weil ich lebe ja dann mit der zusammen, und das Das muss ja irgendwie harmonisch sein oder es muss ja von den Interessen auch zusammenpassen. Und das war total schwierig, das auf einen Blick zu durchschauen, wenn dann 700 Nachrichten sind und jeder schreibt was anderes und man hat auch gar keine Dokumente oder gar keinen Überblick, wer wer ist. Das heißt, das ist was, was Meets auch mit abbildet, dadurch dass man direkt den persönlichen Eindruck hat. Also ich hätte mir damals so was wie Meets gewünscht und insofern glaube ich, dass es auch für das WG-Segment langfristig sehr interessant sein kann.
Aber Da werden wir auf strategischer Seite erst noch hinkommen. Das finde ich einen super wichtigen Punkt, den du gesagt hast, weil jetzt habe ich noch mal darüber nachgedacht, bei ImmoScout glaube ich, gibt es nicht diese Möglichkeit, dass man so persönlich wird, ne? Und deswegen vermittle ich persönlich lieber über bewegegesucht, weil da kriege ich, ich vermiete an besondere Gruppen, an Startup-Leute und an Künstler, also kreative Menschen. Und ich will wissen, wer die sind. Ich finde, ich brauche diese persönliche Komponente. Und deswegen finde ich es ganz toll, dass ihr es so integriert habt. Weil natürlich ist WG gesucht jetzt nicht so eine Plattform wie, wie ihr, die dann die Dokumente prüft. Also das ist wieder nur so eine kleine Insellösung für nur einen Teil des Problems. Und ja, aber toll, dass du, dass ihr das gemacht habt.
Das finde ich auch super. Das ist auch was, was mich tatsächlich jedes Mal begeistert. Ich muss manchmal gucken, dass ich selber nicht so lange auf Vermieterseite bei Mietz unterwegs bin, weil das total toll ist, wie die Leute das annehmen. Also man merkt richtig, die haben auch Lust, sich vorzustellen und zu erklären, wer sie sind und das auszufüllen und sehr persönlich zu gestalten. Und da zeigt sich einfach, wie wichtig das auch ist, überhaupt so einen Rahmen zu schaffen, dass das möglich ist, weil In den bisherigen Lösungen, gerade bei WG gesucht, ist es ja gar nicht so richtig möglich. Und dann gibt es zwar die Texte, die man irgendwie schreiben kann, aber die gehen ja dann auch unter, wenn man dann 700 Nachrichten hat. Und da merkt man, dass das Bedürfnis auch von der Mieterseite richtig da ist. Und gerade dieser persönliche Aspekt, das war uns auch wichtig. Wie kann man einerseits in Richtung Effizienz und Automatisierung denken und auch das ganze Potenzial, was jetzt durch KI kommt, zum Beispiel mit einbinden? Finden und gleichzeitig aber auf diesen persönlichen Aspekt eingehen und da auch einen persönlichen Kontakt ermöglichen, wo es auch um den persönlichen Eindruck und die Kommunikation geht. Also ohne dass durch die Effizienz und Automatisierung dieser Teil verloren geht, sozusagen.
Perfekt. Ich finde das echt super, was ihr macht und auch, dass ihr versucht, diesen diese, diese Lücke, oder ich weiß nicht, wie ich das nennen soll, im Preislichen, dass ihr versucht, das irgendwie zu schließen, was ja sehr schwierig ist. Aber ich denke, wir müssen alle daran arbeiten und über beide Seiten nachdenken. Und schön, dass du dieses tolle Unternehmen gestartet hast, Lena. Du hast auch noch was Neues gestartet. Vielleicht kannst du kurz was zu Freti sagen, weil wir kommen langsam zum Ende.
Ja, ja, danke dir erstmal. Ja, Freti gibt es auch noch, und zwar ist es auch sehr eng verknüpft mit MEETS, ist auch aus der Immobilienbranche entstanden. Und das ist im Prinzip eine Initiative, wo wir uns zum Ziel gesetzt haben, insbesondere junge Führungskräfte zusammenzubringen und uns stärker für Diversität und deren Sichtbarkeit einzusetzen. Und das hat sich im Prinzip aus der Branche heraus entwickelt, weil ich auch sehr oft in der Situation bin, dass ich entweder die einzige Frau am Tisch bin oder die einzige Frau auf einem Panel, wie zum Beispiel gestern. Also das ist im Prinzip leider immer noch der Regelfall. Und insofern ist das jetzt ein neuer Ansatz, das ganze Thema positiv in die Branche zu tragen und auch zu ermöglichen, dass alle, die dieses Thema voranbringen möchten, egal aus welcher Altersgruppe oder aus einem Corporate, ob das jetzt sozusagen jemand ist, der einer bestimmten Gruppe angehört oder nicht, dass sozusagen jeder, der dieses Thema voranbringen möchte, mit dabei sein kann und dass wir einfach dieses Thema positiv besetzen, auch in die Entscheider-Ebenen bringen und einfach aufzeigen, was für ein Potenzial das eigentlich hat, auch in Bezug auf die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens und auf die Innovationsfähigkeit insbesondere.
Ja, und wir unterstützen das auch. Wir versuchen auch mit happy immo was Ähnliches zu bewirken. Halt nicht im Immobilienbereich, sondern mehr für die zukünftigen Immobilieneigentümerinnen. Aber dann sind sie ja im Immobilienbereich tätig. Vielen Dank, dass du das machst. Und ich frage dich jetzt zum Ende: Was sind deine Top-3-Tipps für Anfängerinnen im Immobilienbereich, die eine Immobilie kaufen wollen und sie vermieten wollen?
Also, ich würde tatsächlich Für mich lässt sich das zusammenfassen in einem großen Punkt, den ich sehr, sehr wichtig finde und den ich über die letzten 2 Jahre auch zu schätzen gelernt habe. Und das ist im Prinzip so dieses Kernthema, einfach erst mal ins Doing zu kommen, erst mal in die Umsetzung zu gehen und einfach die Dinge zu machen und sich mehr darauf zu konzentrieren: Was möchte ich eigentlich erreichen? Und darauf zu vertrauen, dass man den Weg gehen kann. Und zwar die Ängste, die man so hat, bei der Entscheidung, die man trifft, auch zu respektieren und zu sehen, aber eben sich mehr auf die Chancen zu konzentrieren. Und ich glaube, das betrifft den Bereich auch sehr stark. Das bei mir natürlich dann mehr aus der unternehmerischen Brille. Aber ich glaube, das ist was, was wir gerade, auch weil es in diesem ganzen Segment im Vergleich wenig Frauen gibt, würde ich sagen, zumindest nach meiner Erfahrung, was wir stärker machen können, einfach diese Selbstvertrauen zu haben, diesen Weg zu gehen und einfach die Sachen umzusetzen, die man im Kopf hat.
Genau, und sich auf das Positive zu fokussieren, weil wir alle, wir haben so eine Negativitätsbias, die uns natürlich im Investmentbereich auch total beeinflusst. Das ist ja neurowissenschaftlich erwiesen. Und das fand ich auch total super, dass du das gesagt hast, aus der unternehmerischen Perspektive auch auf auf die positiven Seiten zu schauen. Das ist sehr wichtig. Und eine Immobilie zu kaufen ist wie ein Unternehmen zu gründen, aber so im Mini-Mini-Bereich. Und deswegen ist das ein toller Tipp. Lieben, lieben Dank. Kommt ins Doing, alle, und let's rock die Immobilienbranche!
Danke, Lena. Auf jeden Fall.
Vielen Dank für die Einladung, Maja.
More from Anaïs
Vom Neuanfang zur Immobilien-Investorin: Stellas mutiger Weg zu 3 Wohnungen – mit Stella Model
Null Euro, Ehegattenschaukel, Splitting und andere Immobilien-Mythen – mit Carolin Telle
Null Euro, Ehegattenschaukel, Splitting und andere Immobilien-Mythen – mit Carolin Telle
Keine Angst vorm Notartermin: So läuft ein Immobilienkauf wirklich ab – mit Dr. Eva Kreibohm
Keine Angst vorm Notartermin: So läuft ein Immobilienkauf wirklich ab – mit Dr. Eva Kreibohm