Let's talk FairTech & Immobilien mit Mina Saidze!
25 Oct 2023 · 33 min
Mina Saidze, founder of Inklusive Tech, talks about AI ethics, why women are underrepresented in tech, and how algorithms can expose discrimination in housing. She bought her first property young and prefers real assets over crypto. Her advice for women: be clear about what you want, practice patience, stay curious.
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Hallo, hallo! Du möchtest Wissen und Mut für deinen Immobilienkauf tanken? Dann komm auf unsere Warteliste! Du bist die Erste, die alle happy immo Neuigkeiten erfährt. Im Januar kommt ein neues Produkt raus, was dir sicherlich sehr, sehr gefallen wird. Neues Jahr, neues Glück! Also gehe auf happyimmoclub.com und dann gleich auf die Warteliste. Wir freuen uns auf dich! Willkommen beim Happy Immo Podcast. Heute zu Gast eine Datenexpertin, Gründerin, Autorin und eines der bekanntesten Gesichter der Digitalszene in Deutschland: Mina Seize. Hallo Mina!
Hallo liebe Maja, ich freue mich wahnsinnig, endlich bei euch im Podcast zu Gast zu sein. Und ich bin ja auch schon länger Happy Immo Club Fan.
Ah, das freut uns natürlich sehr. Und wir sind auch totale Fans von dir, liebe Mina. Du hast ja eine unglaubliche Vergangenheit. Jugendheit. Deine Eltern sind ja politische Aktivisten aus Afghanistan und du arbeitest im Bereich Big Data und KI für Startups und Konzerne. Und das ist so ein spannendes Feld aktuell. Aber erzähl uns ein bisschen mehr von dir.
Ja, du hast recht, ich habe schon eine Reise hinter mir, angefangen bei meinen Eltern, die als politische Aktivisten aus Afghanistan nach Deutschland gekommen sind und in der Hansestadt Hamburg ihren neuen Heimathafen gefunden haben. Und ich sage immer, dass ich meine Passion für Impact durch die Muttermilch aufgesogen habe, mehr oder weniger, weil ich schon ganz früh gemerkt habe, auch in jungen Jahren, wenn ich etwas als ungerecht empfinde, macht mich das auch wütend. Aber diese Wut ist auch immer meine innere Antriebsfeder, um etwas zu verändern. Und das habe ich auch später im Laufe meiner Zeit in der Tech-Industrie gemerkt, dass ich mich nicht gesehen oder auch gehört gefühlt habe und umso mehr auch den Wunsch verspürt habe, etwas daran zu ändern. Denn wenn wir uns Deutschland anschauen, arbeiten derzeit nur 17% der Frauen in den IT-Berufen. Gleichzeitig sind Frauen überproportional von der Automatisierung betroffen und damit auch von technologischer Arbeitslosigkeit. Und genau deswegen habe ich Inklusive Tech gegründet, Europas erste Lobby- und Beratungsorganisation für Diversity in Tech und KI-Ethik, wo Technologie kein Selbstzweck ist, sondern es vielmehr auch um den Menschen geht. Und den Menschen dabei zu helfen, Technologie zum Wohle der Gesellschaft einzusetzen.
Das ist natürlich das Thema aktuell, überall KI und so weiter. Und ich freue mich sehr, dass sich eine Frau auch dafür einsetzt. Und ich freue mich, dass deine Wut so einen tollen Platz gefunden hat, um für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Wir sorgen ja auch für Gerechtigkeit, aber eher auf der Finanzschiene und vor allem mit Immobilien. Und ich höre auch bei dir so ein bisschen ab und zu so ein Bohrgeräusch. Du bist zu Hause, oder?
Ja, ich bin zu Hause und mein Nachbar wohnt über mir. Und das ist so typisch Berlin, insbesondere in Altbauwohnungen, dass da dann auch gerne mal tagsüber gewerkelt wird.
Ja, genau. Aber weißt du was? Ich habe mir gerade überlegt, wir sind im Immobilien-Podcast, weißt du? Immobilien sind halt so, daran wird gearbeitet und Altbauten sind halt nicht so gut isoliert wie Neubauten und das hört man noch viel mehr. Aber ich wollte es nur kurz erklären. Also Ladies, falls ihr das hört, dann wisst ihr, das ist eine echte Location, wo wirklich gearbeitet wird, eine Immobilien-Location. Mina, jetzt sind wir ja gleich hier beim Thema Immobilie und danach sprechen wir auch noch mal über Immobilien und Tech. Erzähl mal, interessierst du dich überhaupt für Immobilien oder wie Stehst du dazu?
Ich interessiere mich auch dafür, auch aufgrund meines Studiums der Volkswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo ich auch mich mit Fragen rund um den Immobilienmarkt auch auf mikro- und makroökonomischer Ebene beschäftigt habe, insbesondere auch mit dem Blick auf die US-Subprime-Krise im Jahr 2008. Und als typischer Millennial bin ich natürlich auch durch so etwas geprägt und Ich interessiere mich insbesondere bei meinem eigenen Investitionsverhalten für ETFs, Aktien und Immobilien, also realen Werten, aber stehe Krypto und NFTs derzeit noch etwas kritischer gegenüber, wobei ich beobachte, dass es auf dem Markt die Nachfrage gibt. Allein im Jahr 2022 gab es schon über 85 Millionen Wallets für Kryptowährungen. Und ich glaube, meine kritische Haltung ist mitunter auch durch den Crash der Kryptobörse FTX von Sam Bankman-Fried begründet. Und gleichzeitig sehe ich aber auch, dass die Preise gesunken sind, was auch als Chance gewertet werden kann. Allerdings ist es insbesondere für Kleinanleger wie mich immer noch ein hohes Risiko. Man ist starken Preisschwankungen ausgesetzt und oftmals versteht man auch die Technologie hinter diesen digitalen Währungen nicht. Da hinter den digitalen Währungen keine realen Werte vorhanden sind, bedeutet es letztendlich auch, dass diese jederzeit vom Markt verschwinden können oder sogar von anderen Währungen abgelöst werden können. Und das bedeutet letztendlich auch, dass das investierte Geld einfach futsch ist in so einem Fall, was bei einer Immobilie eben nicht der Fall ist. Und deswegen finde ich Immobilien insbesondere in Zeiten des Konjunkturpessimismus immer noch eine sicherere Anlage, die auch psychologische Sicherheit vermittelt.
Ja, du sagst es. Ich, NFTs und Krypto, ehrlich gesagt, ich oute mich jetzt hier, ich habe in sowas noch nicht investiert. Obwohl es gibt Leute, die glauben, man soll 5 bis 10% des Vermögens in solchen Währungen haben, also in Krypto hauptsächlich. Aber ich, ich bin genau bei dir. Erstmal, ich verstehe die Technologie nicht so gut, und dann denke ich mir, diese Währung könnte auch einfach verschwinden. Und ich hatte mich auch mit Leuten auf der Zentralbank und so weiter darüber unterhalten, und teilweise verstehen sie auch nicht die Dynamik dieser Währung. Warum steigt sie? Warum fällt sie? Es hat nur alles nur mit dieser Nachfrage zu tun. Aber, aber es ist was anderes, wenn du in US-Dollar investierst oder in Gold investierst. Das sind regulierte, also Gold ist definitiv Realwert und US-Dollar ist ja Zumindestens, ich meine die Währung, die bei allen irgendwie für irgendwas zählt, weil wir zahlen Öl damit und, und Gas und diese ganzen Sachen auf dem Weltmarktplatz. Und deswegen, ich bin auch bei dir, ich bin eigentlich auch mehr für Realwerte, ETFs, Immobilien, und ich finde aktuell auch Anleihen ganz interessant, weil die plötzlich wirklich eine Rendite bringen.
Absolut. Und wir kennen ja beide auch den Grundsatz bei Geldanlagen, man sollte nur ein Anlageprodukt kaufen, dass man auch wirklich versteht zu 100%, weil nur dann wissen wir eben, wo wir unser Geld reinstecken.
Ja, genau. Und ich finde auch, was du da gesagt hast, wenn, wenn wir wirtschaftliche Probleme haben, ich meine, Deutschland läuft ja in so eine Rezession rein oder so viele voraussagen auch die Rezession in USA und so weiter. So eine Zeit ist an sich ein guter Zeitpunkt zu kaufen, weil man dann die Preise auch ein bisschen besser verhandeln kann und dann später Hoffentlich, wenn die Preise steigen, hat man ein gutes Geschäft noch gemacht. Aber wir sagen immer, man soll auch, wenn man kauft, schon sollte sich die Immobilie auch smart rechnen. Und das heißt, dass die Miete, Zins und Tilgung deckt.
Absolut. Ich sehe das auch. Ich sehe das auch. Auch jetzt gerade bei den gefallenen Immobilienpreisen sehen wir das auch, insbesondere auch in Großstädten wie Hamburg, wo ich auch mir den Markt anschaue, einfach auch weil es meine Heimatstadt ist.. Und es gibt auch so einen sehr makabren Satz, der lautet: Wenn Blut auf den Straßen fließt, dann ist es die beste Zeit zu kaufen. Und auch wenn es wirtschaftlich turbulente Zeiten sind, ist es für Personen, die genug Eigenkapital haben, keine schlechte Ausgangssituation, um Immobilien als Kapitalanlage noch zu kaufen.
Ja, genau. Aber erzähl mal von deinem ersten Wohnungskauf in Deutschland. Wie, wie hast du dich gefühlt und wie ging das? Was waren deine Challenges?
Also bei meinem ersten Immobilienkauf war es Glück im Unglück, weil ich zu einer Zeit gekauft hatte, wo die Zinsen auch noch nicht so hoch sind, wie es jetzt der Fall ist. Und ich bin auch mit einem sehr amerikanischen Mindset da hineingegangen. Ich glaube nicht an das Konzept von Forever Immobilien wie Deutsche. Was ich immer in Deutschland beobachte, ist, dass viele sehr lange warten, bis sie ihre erste Immobilie kaufen. Manche sogar erst, wenn sie dann 40 sind, dann einen Hauskauf tätigen und sagen: Das ist das Haus, in dem ich alt werde und an meine Kinder vererbe. Aus einer finanziellen Perspektive finde ich das nicht so klug, einfach aufgrund dessen, dass wir uns ein Portfolio aufbauen müssen, dass wir über den zeitlichen Verlauf diversifizieren müssen und eben auch in unterschiedlichen Aspekten anlegen müssen. Und in Amerika ist es ja dann oft so ein Mindset von, das ist die Starterimmobilie, die ich habe, mit der ich jetzt erst mal anfange. Und später kaufe ich mir vielleicht dann noch mal eine Immobilie, wo ich dann später alt werde. Und genau mit dieser Einstellung bin ich auch an die ganze Sache herangegangen, was einem auch viel Druck dann wegnimmt. Weil wenn ich dann mit dieser Vorstellung hineingehe beim Immobilienkauf und mir auch sage, das ist die eine Immobilie, die ich kaufe und die ich mein ganzes Leben lang abbezahle, dann habe ich auch einen viel höheren Druck dabei. Und treffe die Kaufentscheidung viel, viel später und vielleicht dann sogar zu einem Zeitpunkt, wo die Marktlage alles andere als günstig ist. Und deswegen bin ich auch sehr froh darüber, dass ich mir nicht so viele komplexe Gedanken gemacht habe und auch mit dem Grundsatz hineingegangen bin: Einfach machen statt zu zögern.
Ah, sehr gut. Starten statt warten ist immer gut. Aber wie war es bei dir mit dem Thema Finanzierung? Weil viele Frauen haben so Angst vor den großen Schulden und so weiter.
Deswegen möchte ich auch Frauen ermutigen, Jobs im Tech-Bereich zu ergreifen, da diese gut bezahlt sind, vor allem auch viel Jobsicherheit bieten, auch wenn man von Arbeitslosigkeit betroffen sein sollte, findet man in sehr kurzer Zeit wieder den nächsten Job, weil die Nachfrage auch seitens der Arbeitgeber vorhanden ist. Also deswegen ist es auch so wichtig für Frauen, finde ich persönlich, Berufe zu ergreifen, die Zukunftssicherheit anbieten und auch eine Gestaltungsmöglichkeit, um an den spannendsten Herausforderungen unserer digitalen Welt zu arbeiten. Das ist das Wichtige, Wichtigste, was ich den Frauen auch in dieser Podcastfolge mit auf den Weg geben möchte, dass sie sich auch mehr zutrauen sollten, weil ich selber auch nicht direkt Informatik oder Wirtschaftsinformatik studiert habe, sondern Quereinsteigerin in der Tech-Industrie bin. Und bezüglich des Finanziellen ist es natürlich auch wichtig, ein gutes Gefühl darüber zu haben, wie viele Einnahmen man generiert, wie viele Ausgaben man hat, wie hoch die Sparquote sein kann. Pro Monat, pro Jahr gerechnet und sich ein finanzielles Polster über die Zeit aufzubauen. Ich komme selber auch nicht aus reichem Elternhaus und bin Selfmade im wahrsten Sinne des Wortes. Und mir war persönlich finanzielle Unabhängigkeit enorm wichtig, einfach aufgrund dessen, dass ich mein Leben viel befreiter und glücklicher leben und erleben kann und auch anderen Menschen in meinem Umfeld dadurch eine Freude bieten kann. Und das andere ist natürlich auch, dass man sich die Frage stellen sollte: Möchte ich diese Immobilie alleine kaufen oder zusammen mit einem Partner oder mit Freunden? Was auch eine Möglichkeit ist, was du ja auch bereits erfolgreich mit einer hast, tust. Und ich habe selber meine erste Immobilie auch mit meinem langjährigen Partner gekauft, wodurch ich natürlich auch die Kosten aufteilen kann. Aber auch für die Single Ladies da draußen: Ihr könnt es auch alleine ohne Partner schaffen. Das sehe ich auch bei meiner jüngeren Schwester, die auch bald ihre erste Immobilie kauft ohne Mann. Wir können das auch selber.
Haha, sehr gut gesagt. Also ich höre raus, liebe Mina, dass du du an sich bei dem Thema Finanzierung gar nicht so wirklich Angst hattest und dass du dir die Sicherheit durch deinen guten Job und durch deinen Partner, also kann ja auch eine Freundin sein, dir geholt hast. Und das finde ich total super. Ich bin voll bei dir bei dem Thema Tech und Frauen. Ich muss dir ehrlich sagen, ich bin, ich investiere ja viel in Startups, eher im PropTech-Bereich, Und es gibt so wenige Frauen in diesem Bereich, so wenige Frauen, die, die Development machen, die Developer sind. Und da wollte ich dich auch dazu fragen, weil du sagst, du warst Quereinsteigerin, und viele Frauen haben mehr Angst. Die haben, die haben, die fühlen sich mit Finanzen nicht wohl, mit Mathe nicht wohl, und deswegen denken die, okay, mit Technologie und Software Development fühle ich mich dann auch nicht wohl. Und dann trauen sie sich gar nicht, in so einen Bereich zu gehen. Und da wollte ich dich fragen, was wären deine Tipps dafür? Wie könnte sich so eine Frau, die aus einem anderen Bereich kommt, zum Beispiel, es gibt ja so viele Frauen, die in Teilzeit arbeiten und oder halt mehrere Jahre nicht gearbeitet haben, weil sie sich um die Kinder gekümmert haben, könnten die denn quer einsteigen?
Ich denke, dass jede Person durchaus die Möglichkeit hat, in der Tech-Branche einzusteigen, unabhängig davon, wie der bisherige Bildungsweg aussah, welche Arbeitserfahrung die Person hatte oder Weiterqualifikation. Einfach auch aufgrund dessen, dass die Tech-Branche an sich ständig im Wandel ist. Was wir jetzt auch gerade durch den Generative-AI-Boom mit ChatGPT sehen. Selbst Menschen, die langjährig im Bereich von Data Science oder künstlicher Intelligenz arbeiten, mussten sich schnell fortbilden, um Schritt halten zu können. Und deswegen hat es viel auch mit der Einstellung zu tun, ob ich offen bin, ob ich flexibel bin, wissbegierig bin. Das ist das eine. Und das andere ist auch, die Perspektive auf Tech, Finanzen zu ändern und es nicht immer als etwas Abstraktes und Trockenes zu sehen, sondern etwas, wo wir auch Kreativität und Empathie brauchen. Denn wenn ich Technologie entwickle, dann ist es eben nicht nur Zahlen, Fakten und Code. Es geht auch viel darum, mich in die Perspektive der Nutzer hineinzuversetzen und zu verstehen, was die Bedürfnisse der Menschen sind, und auch darüber nachzudenken, ob diese Produkte und Services digital zugänglich sind. Und falls nicht, was passieren würde, wenn wir bestimmte Menschengruppen dadurch ausschließen. Und Programmieren an sich ist auch wie das Erlernen einer Sprache. Wenn ich eine Sprache lerne in der Schule, dann bin ich vielleicht dann nicht in der Lage, mit meinem Schulfranzösisch Konversationen in Frankreich zu halten. Aber erst wenn ich es in der Praxis anwende und immer weiter übe, Dann bin ich in der Lage, dies erfolgreich umsetzen zu können. Und genauso ist es mit dem Programmieren, dass es weniger Theorie ist, sondern Praxis. Und aber auch Durchhaltevermögen natürlich erfordert, dass ich nach einer Niederlage mich nicht sofort geschlagen gebe, sondern es eher als Ansporn dafür sehe, weiterzumachen und herauszufinden, was die Ursache für das Problem oder auch der Fehler in meinem Code ist und durch diese Neugierde weiter angetrieben bin, um dann am Ende etwas zu schaffen, was viele Menschen nutzen können und auch ihr Leben zu erleichtern. Und deswegen sage ich auch ganz vielen Leuten, dass mein Job eben nicht nur etwas Logisches, Mathematisches oder Abstraktes ist, sondern auch etwas was Kreatives, was Feingefühl und Empathie erfordert.
Das stimmt. Und ich finde, dass das Qualitäten sind, dass viele Frauen auch haben und dass das eher Qualitäten sind, die Frauen eigentlich haben, sich in anderen Menschen zu versetzen, die Bedürfnisse festzustellen. Und das sehen wir auch zum Beispiel auch im Verhandlungsprozess, oder wenn eine Frau eine Immobilie kauft, dass sie sich auch auf den Verkäufer gut einstellen kann, dass sie sympathisch wirken kann und so weiter. Also Qualitäten, Qualitäten, die uns auch helfen. Und offensichtlich helfen sie auch in der Tech-Branche. Und was ich auch sehe, ist, dass inzwischen gar nicht mehr so programmiert wird, wie es früher mal war, und dass es heute viel einfacher ist und dass durch KI Entwicklungen existieren, wo man auch viel schneller und mit Bausteinen, die schon fertig sind, programmieren kann. Aber das kannst du vielleicht besser erklären als ich, weil ich mich da jetzt, ich bin kein, kein Expertin dafür.
Nee, das ist ein ganz spannender Punkt, den du auch ansprichst. Das sehen wir jetzt auch durch den Generative-AI-Boom. Viele denken bei Generative AI automatisch an ChatGPT von OpenAI. Und dabei ist es nur eine Applikation von vielen. Das Feld von Generative AI beinhaltet Bereiche, wo wir künstliche Intelligenz einsetzen., um Inhalte zu generieren. Und das ist eben dann nicht nur Sprache wie Text, sondern auch Code, den wir dadurch generieren lassen können. Und deswegen gibt es auch mittlerweile Applikationen auf dem Markt, die genau das anbieten. Wir sehen das auch im Feld von Low-Code oder No-Code, wo ich ein Modell für maschinelles Lernen mir zusammenklicken kann, ohne eine Zeile Code zu schreiben. Und am Ende habe ich etwas geschaffen, wo ich früher ein Team von mehreren Data Scientists benötigt habe, die so etwas entwickeln können. Deswegen wird es auch viel, viel einfacher. Ich muss viel weniger Zeilen Code schreiben und dadurch wird es aber auch wichtiger, kritisch an die Sachen heranzugehen und nicht alles, was mir wiedergegeben wird von der Maschine, so anzunehmen, sondern auch nachvollziehen zu können, wie etwas genau zustande kommt und wo dennoch potenzielle Fehler drin sein können. Weil das ist der Trugschluss, dem wir Menschen unterliegen. Wir Menschen sagen ja immer, oh, ich habe einen Fehler gemacht, das ist menschlich. Aber der Maschine gegenüber haben wir eine viel höhere Anspruchshaltung Und sobald eine Maschine einen Fehler macht, heißt es: Oh mein Gott, das gerät außer Kontrolle. Wir müssen es kontrollieren und können dem nicht vertrauen. Aber wir können für Maschinen nicht einen höheren Standard setzen als für uns Menschen selber. Eine Maschine lernt über den zeitlichen Verlauf und wird mit der Zeit auch immer präziser, akkurater und ergo besser.
Du sagst es. Und du hast ja sicher darüber schon geschrieben irgendwo, oder? Oder? In Artikeln oder kann man sich das irgendwo nachlesen, wie das genau funktioniert und wofür du dich einsetzt?
Ich habe dieses Jahr mein allererstes Buch geschrieben, Fair Tech, Digitalisierung neu denken für eine gerechte Gesellschaft, welches am 27.10.2023 erscheint. Und das kann jetzt schon vorbestellt werden. Und da beschäftige ich mich mit Digitalisierung als auch Technologie aus einer gesellschaftlichen und sozialen Perspektive, wo es um die relevantesten Fragen unserer Zeit geht. Werde ich noch meinen Job morgen haben? Was muss ich genau tun? Oder was müssen auch meine Kinder oder Enkelkinder tun, um nicht den Anschluss an der Digitalisierung Digitalisierung zu verlieren? Was müssen wir auch als Deutschland und Europa tun, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, insbesondere mit Tech-Ländern wie China, Israel oder Indien? Und wie können wir unsere digitale Souveränität wahren, um Unabhängigkeit in der digitalen Welt zu gewährleisten? Das sind einige der wenigen Fragen, mit denen ich mich beschäftige. Und es geht natürlich dann auch um Diskriminierung durch Technologie, also wie Technologie Grenzen setzen kann, statt Grenzen zu überbrücken. Und auch wenn ich Tech-Optimistin bin, habe ich immer noch einen kritischen Blick auf die Dinge. Und ich glaube, das ist auch ganz menschlich, dass wir selbst als Technologen auch von der Angst geplagt sind in manchen Momenten, wenn wir auch sehen, dass künstliche Intelligenz so mächtig ist und auch sogar mittlerweile literarische Werke generieren kann, die preisgekrönt sein könnten, oder auch Kunst, und es uns auch in eine Sinnkrise stürzt und wir uns dann fragen, Was ist dann mein Wert als Mensch auf diesem Planeten, wenn eine Maschine genau dasselbe tun kann? Und deswegen werden auch menschliche Fähigkeiten im KI-Zeitalter immer, immer gefragter, da Empathie und Erfahrung etwas sind, was eine Maschine uns nicht nehmen kann.
Ja, so ist es. Und wir sollten trotzdem keine Angst vor den Maschinen haben. Deswegen, liebe Zuhörerinnen, kauft auf jeden Fall das Buch Buch von Mina Fair Tech. Und traut euch, in die Technologiebranche zu gehen. Habt keine Angst. Traut euch, so wie ihr euch trauen würdet, jetzt eine Immobilie zu kaufen, traut euch auch, für technologischen Fortschritt in Deutschland zu sorgen. Und ich hoffe, Mina, wir haben jetzt ein paar Frauen begeistert mit diesem Thema, und die melden sich entweder bei dir oder bei Inklusiv Tech, um mehr darüber zu lernen. Aber zurück zu dem Thema Immobilien. Was ist mit Immobilien und KI? Wo siehst du da die Reise hingehen?
Ich bin der festen Überzeugung, dass wir mithilfe von künstlicher Intelligenz auch für einen gerechteren Wohnungsmarkt sorgen können. Laut der Antidiskriminierungsstelle in Deutschland hat schon jede dritte Person mit Migrationshintergrund Diskriminierungserfahrungen auf dem Mietmarkt erlebt.. Und das ist ein Umstand, der inakzeptabel ist, meiner Meinung nach. Auch wenn wir darüber nachdenken, dass jede vierte Person in Deutschland mittlerweile einen Migrationshintergrund hat und wir eine zu rassistische Gesellschaft hier haben. Und um diese Ungerechtigkeiten aufzudecken und auch diese Muster eignet sich eben künstliche Intelligenz, um aufzeigen zu können, dass beispielsweise Menschen mit Migrationshintergrund oder auch alleinstehende Frauen viel schlechtere Chancen haben, eine Wohnung zu beziehen oder vielleicht sogar auch eine Immobilie zu kaufen. Und das Tolle auch daran ist, dass wir mithilfe von Daten genau diese Phänomene aufzeigen können. Weil Daten letztendlich auch nichts anderes sind als ein Abbild unserer Gesellschaft und unserer Wirklichkeit, die wir jeden Tag erleben. Und ich habe auch ein super spannendes Experiment vom Spiegel und Bayerischen Rundfunk gesehen. Und das Datenjournalisten-Team hat in ihrer Geschichte Wir müssen draußen bleiben über 20.000 Anfragen rausgeschickt für Wohnungen, um zu sehen, wie die Antwortrate aussieht. Und jedes Mal hatten sie unterschiedliche Profile, mal mit einem arabischen, türkischen, polnischen, italienischen und deutschen Namen. Und ich glaube, das ist jetzt auch nicht überraschend, das Ergebnis, dass es insbesondere Menschen mit arabischen und türkischen Namen sehr, sehr schwer hatten, ne Antwort zu bekommen oder überhaupt eine Einladung, um die Wohnung zu besichtigen. Und angesichts des Fachkräftemangels, den wir in Deutschland haben, auch in der Tech-Industrie, ist das fatal, weil viele dieser Top-Talente sich bewusst sind, dass wir diese Probleme haben und sich natürlich dem auch nicht aussetzen möchten, wenn sie hier nach Deutschland ziehen möchten. Und anderer Aspekt ist auch, dass die in diesem Experiment herausgefunden haben, dass Privatpersonen ausländische Bewerber stärker diskriminieren als Makler, Hausverwaltung oder Wohnungsunternehmen. Und wenn wir uns jetzt Städte angucken wie München, wo der Anteil privat vermittelter Wohnungen viel höher ist, dann bedeutet es auch, dass meine Chancen in so einer Stadt viel, viel schlechter sind versus in der Stadt wie Leipzig oder Magdeburg. Aber wer möchte denn da auch schon hin als ausländische Fachkraft, die in Deutschland Fuß fassen möchte? Und ich glaube, dass diese Erkenntnisse für uns auch ganz wichtig sind, uns an die eigene Nase zu fassen und auch zu sagen, dass wir unbedingt Diskriminierung im Immobilienmarkt entschieden entgegentreten müssen.
Ja, auf jeden Fall. Ich hoffe, dass KI uns an der Stelle auch sehr, sehr hilft. Und ich hoffe, dass jetzt, wo wir es wissen, ich glaube, oft sind uns unsere eigenen Biases gar nicht so wirklich klar. Und schön, dass du das hier so gesagt hast und erklärt hast. Ich hoffe, dass die Zuhörerinnen zukünftig auch darauf achten werden, dass sie auch fair mit den Namen umgehen oder mit ihren neuen Mieterinnen und Mietern umgehen. Und ich vermiete sehr vielen Ausländern. Aber okay, ich bin auch selbst eine Ausländerin und da habe ich eigentlich viel weniger Berührungsängste. Ich denke mir oft, Ausländer, die nach Deutschland kommen, sind ja viel motivierter. Die wollen etwas erschaffen, die wollen sich hier behaupten. Und dann denke ich mir, meine Miete ist da definitiv sicher. Aber natürlich, wir, wir Menschen, wir mögen keine unbekannten Sachen und wir haben eigentlich eine Bias gegen neue Sachen, gegen, gegen das, was wir nicht kennen. Und das ist eigentlich, was die KI letztendlich zeigt. Aber schön, dass du es hier noch mal erwähnt hast, und ich hoffe, dass das auch was bewirken wird. Du bist ja sehr auf Impact, Mina, fokussiert, ne?
Ja, also weil ich glaube, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo oftmals Rationalität, Profitmaximierung und Skalierung an erster Stelle steht, insbesondere in einer kapitalistischen Gesellschaft, in der wir einfach leben. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass wir auch das in Einklang bringen können mit Verantwortung, Sicherheit und Innovation. Und wenn wir das miteinander kombinieren, dann können wir eben viel, viel Größeres schaffen. Und viel mehr Menschen damit helfen. Und deswegen wünsche ich mir auch, dass wir Wirtschaft an sich nachhaltiger betrachten, weil es eben nicht nur um kurzfristige Profite geht, sondern eben auch um mittel- und langfristige Entwicklung. Welchen Fußabdruck wir hier in der Welt hinterlassen und damit auch die nächsten Generationen nach uns muss das Gefühl haben, dass wir im Interesse aller agiert haben. Das ist auch mein eigener Antrieb jeden Tag, dass ich später in den nächsten Jahren oder auch in den nächsten Jahrzehnten, wenn ich dann gefragt werde, was habe ich gemacht, als wir die digitale Revolution hatten, als der ganze Boom rund um ChatGPT und KI entstanden ist, Was habe ich genau in dem Moment gemacht, als diese Revolution um uns herum geschehen ist? Habe ich auch meinen Beitrag dazu geleistet, diese Aspekte kritisch zu hinterfragen und dafür zu sorgen, dass wir Technologie verantwortungsvoller entwickeln? Dann möchte ich diese Fragen bejahen können.
Total, das hört sich wie ein Schlusswort an, aber ich habe zum Ende unseres Podcasts immer die Frage: Was sind deine Top-3-Tipps für Frauen heute, egal zu welchem Thema?
Top 1 ist es, zu wissen, was man genau möchte, und auch den Mut zu haben, danach zu fragen. Menschen können nicht deine Gedanken lesen. Wenn du etwas möchtest, musst du genau sagen, was du von dieser Person möchtest, und darfst da auch keine falsche Scham haben. Nur so kannst du dir selber helfen und du verschwendest auch nicht die Zeit deines Gegenübers. Top 2 ist es, Geduld zu haben. Im Social-Media-Zeitalter haben wir das Gefühl, dass Leute von heute auf morgen super erfolgreich werden, Wenn ihr die Menschen dahinter dann mal wirklich fragt und Gespräch mit denen habt, werdet ihr feststellen, dass dahinter jahrelange oder vielleicht sogar Jahrzehnte Arbeit drinsteckt. Und das merke ich auch in meiner eigenen persönlichen Entwicklung. Ich habe schon zig Jahre in der Tech-Industrie gearbeitet, angefangen seit 2015/16 und Experten können nicht innerhalb von einer Woche oder einem Monat entstehen. Das baut sich mit der Zeit auf. Und Top 3 ist es, immer offen zu sein, neugierig zu sein, um auch neue Chancen zu entdecken und nicht das Gefühl zu haben, dass ihr nur etwas machen müsst, weil ihr es auch die Jahre davor gemacht habt. Ihr könnt einen Plan haben, aber auch diesen verwerfen. Und dafür ist Intuition ganz wichtig, in sich selber hineinzuhorchen und in die Introspektive zu gehen, weil unsere Gefühle und unsere Intuition viel mächtiger sind als nur unsere Gedanken.
Total schön gesagt, lieben Dank, Mina. Ich finde, dieses Thema Wissen aufbauen, Erfahrung aufbauen, geduldig dabei sein, das passt auch super gut zu Happy Immo und zu unserem Bootcamp, was wir immer wieder mal anbieten und wo Frauen wirklich das auch mitbringen müssen, damit sie eine Wohnung kaufen. Und ich freue mich, dass du dabei warst. Ich möchte diesen Podcast beenden mit einem Thema, was du ganz am Anfang gesagt hast: starke Emotionen, Wut. Liebe Zuhörerinnen, nehmt euch das mit. Wenn ihr starke Emotionen habt, wie Wut oder was anderes, channelt das in Wirkung, in Impact und macht was Gutes daraus. Das hat nämlich Mina auch gemacht und macht es weiterhin.
Lieben, lieben Dank, Mina, dass du dabei warst. Danke dir, liebste Maja. Es war mir eine Freude, beim Happy Immo Podcast dabei zu sein. Ciao, ciao! Tschüssi!
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