Let's talk Female Finance mit Claudia Müller vom Female Finance Forum
29 Mar 2023 · 44 min
In this German‑language podcast episode, host Tim Konstantin Knoop interviews Claudia Müller, founder of the Female Finance Forum, about women’s personal finance and sustainable investing. Claudia explains her background in economics and at the Deutsche Bundesbank, where she worked on sustainable investment. She describes the gender‑related financial gaps – lower earnings, savings, investment and pension accumulation for women – and how the Female Finance Forum educates women to close these gaps without selling products. The conversation covers practical investing: a focus on low‑cost, globally diversified sustainable ETFs for long‑term wealth, occasional single‑stock picks aligned with personal values, and a small allocation to crypto as a speculative add‑on. For money earmarked for a near‑term property purchase, Claudia advises against equity exposure, recommending short‑term fixed‑term (Festgeld) deposits with laddered maturities (e.g., 3‑month, 6‑month, 1‑year) to balance liquidity and yield (currently 1.5‑2 % for one‑year, >3 % for three‑year). An emergency fund of 3‑6 months of living expenses (or 50 % of total savings before investing) is emphasized. Household finances are organized via a three‑account model (personal accounts, joint account for shared expenses, and a dedicated savings/investment account). They discuss the impact of career breaks, pension gaps, and the importance of equitable financial arrangements in partnerships, including considerations for divorce and the role of a fair marriage contract. Claudia also gives concrete advice on ETF selection: use a single global MSCI World ETF (or MSCI Emerging Markets) from the same index provider to avoid overlap, consider ESG/SRI filters, and use consumer resources like Stiftung Warentest for sustainability ratings. The episode concludes with actionable “small‑step” advice: start with modest amounts, accept 80 % of the ideal plan as sufficient, and invest about 20 hours to acquire core knowledge, after which maintenance requires only a few hours per year. The tone is conversational, supportive, and encouraging, aiming to empower women to take control of their finances.
Chapters
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Vielen Dank für die Einladung, ich freue mich total.
Claudia, wir haben uns kennengelernt in Hamburg bei einem Female Finance Dinner, hat mich sehr gefreut. Du warst eine von doch einigen Finanzexpertinnen am Tisch und wir haben uns total spannend unterhalten. Stell dich doch mal kurz vor für die, die dich noch nicht kennen. Was machst du? Was ist dein Werdegang und wofür brennst du?
Sehr gerne. Also mein Werdegang, mein Hintergrund ist im Prinzip, ich habe relativ klassische Volkswirtschaftslehre studiert und habe dann erst einige Jahre bei der Deutschen Bundesbank gearbeitet. Also die Bundesbank, nicht die Deutsche Bank. Es ist ein kleiner, aber mir doch relativ wichtiger Unterschied.
Das sind die mit den Massen von Geldbarren im Keller, richtig?
Richtig. Die Goldbarren im Keller und die, die dafür sorgen, dass das Finanzsystem als Ganzes stabil ist. Also zusammen mit der Europäischen Zentralbank. Und da war ich für das Thema nachhaltige Geldanlage zuständig, was ich unglaublich spannend fand. Und ehrlich gesagt, hatte ich vorher noch nie darüber nachgedacht, dass man mit seinem Geld irgendwas Nachhaltiges machen kann. Mir war diese Verbindung überhaupt nicht bewusst. Und im Gespräch mit anderen Menschen habe ich immer wieder gesehen, dass denen das auch so geht, dass viele Menschen irgendwie überlegen, wie sie mehr Nachhaltigkeit in ihren Alltag bringen können. Also mehr mit dem Fahrrad fahren statt mit dem Auto, weniger Fleisch essen, weniger Flugreisen und so weiter. Aber das Geld liegt häufig völlig ignoriert irgendwo auf einem Konto oder wird in irgendwas investiert, aber ohne darüber nachzudenken, dass man auch da eben was damit machen kann und das Geld zum Beispiel nachhaltig investieren kann. Und so bin ich im Prinzip auf meine Unternehmensidee gekommen, nämlich Menschen beibringen, wie nachhaltige Geldanlage funktioniert. Und in dem Kontext bin ich dann aber auch immer wieder über diese verschiedenen Gender Gaps gestolpert. Also wir haben die Lohnlücke, wir haben die Sparlücke, die Investitionslücke und am Ende dann eben auch die Rentenlücke. Das heißt, wir Frauen haben weniger Einkommen im Hier und Jetzt, investieren seltener und haben deswegen natürlich eine riesige Rentenlücke im Vergleich zu den Männern. Und da habe ich gedacht, okay, da muss man irgendwas machen. Und deswegen habe ich das Female Finance Forum gegründet, was Frauen Geld und dann eben die nachhaltige Geldanlage beibringt. Das heißt, wie schaffe ich es, am Ende des Monats überhaupt mehr Geld übrig zu haben? Warum sollte ich dieses Geld dann nicht einfach nur sparen, sondern investieren? Und welche Möglichkeiten habe ich dann? Und bei uns liegt dann eben der Schwerpunkt auf der nachhaltigen Geldanlage an der Börse. Und genau, und ganz wichtig dabei ist immer, dass wir keine Finanzprodukte verkaufen, sondern wirklich eine reine Bildungsplattform sind. Und wir bieten das vor allem auch Arbeitgebern oder Bildungseinrichtungen an, damit wir eben auch, oder wodurch wir dann auch die Frauen erreichen, die selber vielleicht nicht auf die Idee kommen, bei uns an einem Workshop teilzunehmen. Und für die Arbeitgeber ist es für mich natürlich total wertvoll, weil Frauen einfach die wertvollste Zielgruppe sind, die man sich eigentlich nicht entgehen lassen sollte. Und Gutes zu tun für die Frauen, damit tun sie dann auch für sich selber was Gutes. Aber das heißt, das ist mein Unternehmen, das Female Finance Forum. Das gibt es jetzt seit 5 Jahren. Ich habe 3 Mitarbeiterinnen und es macht eine Menge Spaß.
Cool, das klingt total Spannend. Aber was sind denn so deine Erfahrungen im Bereich Investments? In was investierst du? Investierst du in ETFs, in Aktien, in Immobilien, in Krypto, in NFTs?
Ich selber investiere, habe tatsächlich verschiedene Töpfe. Meine große Altersvorfreude, also ich persönlich mag das Wort Altersvorsorge nicht so gerne, ich rede lieber von der Altersvorfreude. Ich finde, das macht viel mehr Spaß und da geht der größte Teil in nachhaltige ETFs. Das heißt ganz kostengünstige Aktienfonds, die weltweit investieren. Und das liegt einfach daran, dass aufgrund der niedrigen Kosten und mit der breiten Streuung ist das für die meisten von uns das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, das wir an der Börse kriegen können. Ich habe zusätzlich aber auch noch ein Depot, wo ich in Einzelaktien investiere. Das macht einfach eine Menge Spaß und obwohl ich weiß, dass da statistisch betrachtet ich weniger Gewinn erwirtschaften werde als mit meinen ETFs, mache ich es trotzdem, eben weil ich Spaß daran habe und weil ich da auch ganz gezielt mein Geld eben im Einklang mit meinen Werten investieren kann. Ich meine, bei so einem nachhaltigen ETF habe ich auch immerhin die Nachhaltigkeit als Kriterium, aber es sind natürlich trotzdem immer noch mehrere 100 verschiedene Unternehmen. Da kann ich nicht so konkrete Schwerpunkte legen. Wohingegen dann bei den Einzelaktien kann ich wirklich sagen, okay, ich habe ein Unternehmen im Bereich von Frauengesundheit. Ich habe ein Unternehmen im Bereich Fleischersatzprodukte, eins zum Thema Fahrradmobilität. Also es sind wirklich so meine Themen, die ich da umsetzen kann, weil ich finde, Geld ist ein Mittel zum Zweck. Geld ist der wirksamste Hebel, den wir haben, um eben selbstbestimmt entscheiden zu können und im Einklang mit unseren Werten leben zu können. Und dann habe ich auch ein kleines Spielgeld in Kryptowährungen liegen. Das halte ich persönlich momentan noch nicht für eine gute Grundlage für die Altersvorfreude. Aber als Beimischung ist es auch da einfach spannend. Ich bin aber natürlich auch Bundesbänkerin von meinem Hintergrund her. Das heißt, ich bin tendenziell eher konservativ und risikoscheu. Das heißt, bei Kryptowährungen zum Beispiel denke ich mir, die sollen sich erst mal noch ein bisschen bewähren, bevor ich da meine gesamte Grundlage investiere. Als Beimischung spannend, aber Immobilien habe ich bislang noch nicht, möchte ich aber gerne irgendwann dahin kommen. Genau, Schritt für Schritt.
Zum Thema Nachhaltigkeit oder zum Thema Impact. Ich war vor kurzem im ZDF in einer Sendung, in so einem Debattenformat, und das heißt Sag's mir. Und das Thema war, ich bin auf eine Frau getroffen, die dafür kämpft oder die Verfechterin ist der These, dass Wohnen kostenlos sein sollte, also weil es ein Grundrecht ist. Und die hat aber kein Geld. So wie du es eben gesagt hast, ist Geld ja so eine Enablungsmaschine. Also mit Geld kann man eben was ändern. Und in dieser Debatte habe ich mich das nämlich gefragt, dass ich das total super finde, wenn Leute Ideologien haben, aber wie kann man das ohne Geld? Also am Ende ist es so ein bisschen die Frage, ja, es ist eine gute Idee, Aber ohne Geld kannst du einfach gar nicht so viel verändern. Also ich denke irgendwie gerade beim Thema Immobilien, wenn dir eine Immobilie gehört, dann hast du einfach viel mehr Macht, was in der Welt zu verändern, weil du dir überlegen kannst, an wen du vermietest und zu welchem Preis du vermietest, als wenn du dich nur davor stellst mit einem Schild und sagst, das muss kostenlos sein. Deswegen finde ich das auf jeden Fall gut, dass du hier Frauen genau auf die Idee bringst, erstens mal über ihr Geld in das zu investieren, wo sie gerne Impact hätten. Und dann auch den Weg zeigst.
Ja, also ich finde, natürlich kann man definitiv hinterfragen, ob das System gut ist, dass die Person mit mehr Geld mehr Macht hat. Ich finde das nicht unbedingt gut, aber solange das System so ist, wie es ist, möchte ich, dass diese Macht gerecht verteilt ist. Und das ist der Grund, weshalb ich eben sage, Geld ist Macht. Genau das sehe ich ganz genauso. Und da möchte ich, dass die Macht oder zumindest das Wissen, um Geld eben möglichst vielen Menschen zugänglich ist. Und ich sehe das absolut so. Mehr Geld in den Händen von guten Menschen bedeutet eine bessere Gesellschaft. Deswegen möchte ich einfach eine gerechtere Verteilung von Geld.
Ja, genau. Also mehr Geld für die Gerechten. Da bin ich sofort bei dir. Wir haben bei uns im Club einen Zirkel mit tollen Frauen, die sich, die schon dabei sind, sich ihre erste Wohnung zu kaufen oder schon gekauft haben. Und ich habe denen verraten, mit wem ich heute spreche und sie gefragt, was sie für Fragen Fragen haben. Und die erste Frage ist, was man mit dem Eigenkapital macht, wenn man das schon angespart hat, bis man eine gute Wohnung gefunden hat, ne? Weil wir wissen alle, bei Immobilien, du hast ja selber Interesse an der Immobilie, hast aber noch keine. Bei mir hat es auch gedauert, bis ich meine erste Wohnung gekauft habe. Jetzt gerade ist Krise, alle sind ein bisschen nervös, die Banken, die Zinsen sind hochgegangen und so. Man kauft nicht in 2 Wochen jetzt die nächste Wohnung. Das heißt, wenn man jetzt schon Geld gespart hat Was würdest du denn empfehlen? Was soll man damit machen? Einfach auf dem Sparkonto liegen lassen, in ETFs investieren? Was wäre deine Idee?
Also das Problem ist ja, dass die meisten Leute nicht genau wissen, wann sie dieses Geld brauchen. Wenn ich jetzt weiß, ich brauche das Geld in 3 Jahren, dann kann ich darüber anders nachdenken, als wenn ich sage, irgendwann in den nächsten 3 Jahren oder eben in den nächsten 0 bis meinetwegen auch 5 Jahren möchte ich gerne eine Immobilie kaufen. Aber wann genau das klappt, das weiß ich nicht.. Das heißt tatsächlich kurzfristig, und das ist im Finanzbereich, sind das immer die nächsten 5 Jahre, sollte ich mein Geld nicht an der Börse investieren. Ist eine der absoluten Grundregeln. Das heißt, ETFs sind tabu, insbesondere Aktien sind tabu. Das ist das Geld, was ich zuverlässig brauche, darf ich nicht investieren. Das heißt, momentan habe ich da eigentlich nur die Möglichkeit zu sagen, okay, ich lege das zum Beispiel auf ein Festgeldkonto für einen festgelegten Zeitraum, meinetwegen das erste Jahr und danach dann noch mal weiter, so lange wie ich eben, bis ich weiß, wann ich dieses Geld konkret brauche. Und vielleicht, wenn ich ein bisschen finanziellen Spielraum habe, dann kann ich zum Beispiel sagen, okay, ich gehe davon aus, dass sich die Anleihen wieder erholen werden oder auch die Aktien wieder erholen werden. Das heißt, ich investiere einen kleinen Teil meines Geldes Jetzt in ETFs, aber der Großteil bleibt trotzdem irgendwo sicher liegen. Also das Geld, auf das ich nicht verzichten kann, ist total frustrierend. Aber da habe ich keine andere Wahl, als es auf einem Konto zu parken. Und der Parkplatz, der mir eben wenigstens noch ein bisschen Zinsen bringt, ist dann das Festgeldkonto. Aber auch da muss ich mich natürlich festlegen, für wie lange ich mein Geld nicht brauche. Das heißt, da kann ich dann sagen, okay, ich lege einen kleinen Teil meinetwegen nur für 3 Monate an und dann einen anderen Teil für 6 Monate oder für ein Jahr, sodass ich immer an einen Teil meines Geldes dann doch relativ schnell wieder drankomme. Also ein rollierender Zeitplan sozusagen. Aber wenn ich überhaupt keine Ahnung habe, wann ich das Geld brauche, dann ist tatsächlich das Konto die einzige Möglichkeit, die ich habe. Weil ich sonst zu hohes Risiko habe. Sonst habe ich halt das Risiko, dass ich, dass ich Verluste mache.
Ja klar, dass ich jetzt 20.000 in ETFs investiere und in 3 Jahren, wenn ich sie brauche, sind sie weniger wert als jetzt, aber in 10 wieder mehr. Ja, das verstehe ich. Und wie hoch sind denn die Zinsen auf dem Festgeldkonto im Moment ungefähr?
Wo liegen die da so momentan? Müssten sie. Es kommt immer sehr darauf an, für wie lange ich mein Geld weggeben will. Aber wenn ich das für ein Jahr beiseitelege, also der Bank gebe, dann liegen sie momentan so bei anderthalb bis 2%. Das heißt, wenn ich 20.000 € habe, dann ist das immerhin schon mal was. Es ist nicht mehr ganz katastrophal. Es ist natürlich im Vergleich zur Inflation ein Witz. Ja, da müssen wir uns keine Illusionen machen. Aber besser, als es einfach nur liegen zu lassen. Und wenn es für 3 Jahre liegt, dann bin ich schon bei über 3% Zinsen. Okay, das verändert sich halt momentan auch sehr schnell. Das heißt, es kann sich durchaus lohnen, eben einen Teil für 3 Jahre festzulegen, aber einen anderen Teil auch vielleicht nur für einen kürzeren Zeitraum. Und wenn der frei wird, dann zu schauen, wie stehen denn jetzt gerade die Konditionen, die Zinsen bei den verschiedenen Banken, und das dann wieder neu anzulegen, weil sich in der Zwischenzeit was verändert hat.
Okay, denn einige von uns haben jetzt gerade neue Bausparverträge abgeschlossen, und da ist eine Idee oder ein Ziel, dass man nach 3 Jahren den Bausparvertrag ziehen kann. Dafür braucht man dann 30% Eigenkapital, und diese 30% Eigenkapital, wenn man die jetzt schon hat, dann wäre es eben ganz schlau, die irgendwie profitabel anzulegen. Okay, und da ist dann eben die Frage, da ist dann eben dein Rat: Festgeldkonto für 3 Jahre.
Genau, und das ist wirklich bedauerlich, das verstehe ich, aber wie gesagt, das Risiko an der Börse ist eben immer, dass es noch weiter sinkt. Langfristig ist genau das, was du sagst. Wenn wir 10 Jahre oder mehr Zeit haben, dann war es in der Vergangenheit immer so, dass wir Plus gemacht haben. Aber in 3 Jahren wissen wir das halt nicht. Es kann sein, dass es jetzt— wir hatten jetzt eine ziemliche Abwärtszeit hinter uns und es kann gut sein, dass sich das jetzt umdreht und wieder steigt. Dann wäre es natürlich total clever, das Geld an der Börse zu investieren. Es kann aber halt auch sein, dass es eben noch nicht wieder steigt und dann wäre es ärgerlich, wenn unser Geld noch weiter an Wert verliert. Und deswegen, also manchmal kann es auch hilfreich sein. Wir denken häufig in so, so ganz oder gar nicht Schubladen. Ich muss mein Geld komplett auf dem Konto liegen lassen oder komplett investieren. Vielleicht geht ja auch teils, teils. Also wenn ich 20.000 € habe, kann ich ja auch sagen, okay, ich nehme meinetwegen 2.000 € davon und investiere die in einen ETF in der Hoffnung, dass das steigt. Den Rest lasse ich aber eher sicher liegen oder mache eben noch mal einen Teil kurzes Festgeld, einen anderen Teil längeres Festgeld. Und dass ich das so ein bisschen schubladenähnlich zusammensetze. Die 2.000 €, falls die 40 an Wert noch mal weiter verlieren, kann ich das vielleicht aus anderen Quellen kompensieren. Insbesondere wenn ich 3 Jahre Zeit habe. Wohingegen, wenn die 20.000 €, die ganzen, 40% an Wert verlieren, dann ist es halt so viel Geld, dass ich das vielleicht nicht mehr leicht kompensieren kann. Aber das heißt, dass da auch immer dran denken.
Wir können ja auch verschiedene Optionen kombinieren und dann eben so das Beste aus allem uns holen. Das ist dann auch so die nächste Frage, die ist nämlich, wie man streut. Ja, also erstens, ob du Empfehlungen hast für bestimmte ETFs, ob du einen bestimmten Anbieter empfehlen kannst. Und dann eben die Frage, wie man streut. Und das ist ja die Frage, das ist ja genau die Frage nach Diversifikation.
Was sagst du denn da? Genau. Also generell ist es total wichtig, eben das Geld zu streuen, das Risiko zu streuen. Wenn ich mein gesamtes Vermögen in einem Unternehmen habe, also ich habe Aktien gekauft von Kodak meinetwegen, und Kodak ist leider pleite gegangen, war zu unseren Zeiten irgendwie der größte Hersteller von Fotomaterial und so weiter, pleite gegangen, dann wäre mein Vermögen weg. Im Prinzip bei Immobilien ja auch so ein bisschen so, aber da bist du die Expertin.
Wenn alles in einem Haus steckt und mit dem Haus passiert irgendwas, ist halt auch ärgerlich.
Ja, kann ich dir gleich sagen, wie wir das dann machen, wie man bei Immobilien diversifiziert. Hervorragend, bin ich gespannt. Das ist eben der Vorteil von ETFs. Das ist ein Aktienfonds, das heißt, der bündelt das Geld von ganz vielen Investorinnen wie uns und investiert damit in ganz viele verschiedene Unternehmen. Und das heißt, so einer der größten Aktienfonds hat über 3000 verschiedene Unternehmen, also beinhaltet über 3000 verschiedene Unternehmen. Wenn du in die alle investierst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass die alle gleichzeitig pleitegehen, extrem gering, weil das dann auch unterschiedliche Branchen, unterschiedliche Regionen, unterschiedliche Größen und so weiter sind. Und das kannst du mit einem ETF abdecken, also mit einem dieser Aktienfonds. Und brauchst dafür theoretisch nur einen Euro. Das ist einfach der unschlagbare Vorteil der Börse. Du kannst mit kleinsten Beträgen anfangen. Natürlich reicht ein Euro nicht, um irgendwie dir ein Vermögen aufzubauen, das hinterher deine Rentenlücke schließt.
Aber der Anfang, der Einstieg ist extrem leicht. Ja, generell an der Börse ist, dass man das einfach mit Freundinnen besprechen kann. Wir haben einfach, also bei uns im Club hat gerade eine erzählt, dass sie auf Mallorca ist, war mit ihren Freundinnen und die machen das einmal im Jahr. Gehen dann ihr Portfolio durch und ordnen das so ein bisschen neu, gucken, wer hat gut performt, wer nicht. Und dann treffen sich nächstes Jahr wieder, ne. Und das ist einfach cool. Du setzt dich mit deiner besten Freundin zusammen, die kann dir was empfehlen, kauf das, dann machst du das, und dann hast du schon total viel gemacht für deine Rente.
Und bei einer Immobilie geht das halt nicht, kannst ja nicht die gleiche Immobilie kaufen. Das ist genau, im Prinzip machen wir was ganz Ähnliches, die Absolventinnen unserer Mastermind. Wir machen zusammen unseren Dagtag. Ich habe einmal im Jahr meinen Dagobert-Dagtag, da setze ich mich hin und ordne meine Finanzen, mache so ein bisschen Finanzplanung, Finanzrückschau und so weiter. Und das machen wir einfach zusammen, weil dann Fragen aufkommen, da kann man sich austauschen und so weiter. Im Prinzip das Wichtige bei, wenn du in ETFs investieren willst, ist, dass du darauf achtest, dass sie sich nicht zu stark überschneiden. Also viele Leute haben das Bedürfnis, ist, mehr als einen ETF zu haben, was man theoretisch überhaupt nicht braucht. Also aus Risikostreuungsperspektive reicht so ein globaler ETF und du hast alles, was du brauchst. Wenn du aber jetzt sagst, du möchtest die Gewichtung so ein bisschen anders legen, zum Beispiel so ein Klassiker wäre Industrieländer und Schwellenländer als zwei ETFs, dann achte da zum Beispiel darauf, dass die vom selben Indexanbieter sind, also beispielsweise MSCI World, sind die Industrieländer, das ist so der Klassiker unter den ETFs, und dann auch von MSCI die Emerging Markets, also die Schwellenländer, und das dann nicht von zum Beispiel FTSE, was auch ein großer Indexanbieter ist, weil die Definition von Industrieland und Schwellenland ist nicht einheitlich.
Da gibt's keine offizielle Definition.
Das heißt, ich habe dann außerdem die gleichen Dinger im Portfolio? Genau, z.B. Südkorea ist bei dem einen ein Industrieland, bei dem anderen ein Schwellenland, und es wäre ärgerlich, wenn du es dann zweimal hast oder gar nicht. Okay. Und also deswegen eben einfach drauf achten, dass der Indexanbieter derselbe ist, also alles von MSCI oder alles von FTSE oder, ne, so. Was den Anbieter des ETF betrifft, ist es vollkommen egal. Da ist ein bisschen Geschmack mit dabei. Also es gibt Leute, die sagen, Sie wollen keinen ETF von BlackRock haben, weil das der größte US-amerikanische Investor ist und die wollen sie einfach nicht mit ihrem Geld unterstützen. Okay, ist eine Entscheidung, ist aber sozusagen eher eine Wertefrage. Andere Leute sagen, sie wollen keinen ETF von der Deutschen Bank aus ähnlichen Gründen im Prinzip. So, das ist in Ordnung. Generell ist da meine Einstellung: Der ETF-Anbieter verdient über einen ETF extrem wenig. Weshalb die klassischen Banken uns das auch normalerweise nicht empfehlen, weil sie davon nicht genug verdienen. Das heißt, viel wichtiger als der Anbieter ist eben die Frage, in welche Unternehmen investierst du? Also nimmst du den klassischen Industrieländer-ETF oder nimmst du einen, der zum Beispiel nach ESG-Kriterien, also Environmental Social Governance, Nachhaltigkeitskriterien oder die SRI, Socially Responsible Investing. Das ist so tendenziell der Filter, der momentan am besten ist für das Thema Nachhaltigkeit.
Und das heißt, das ist die wichtige Frage. Der ETF kann nicht gucken, es gibt keinen Anbieter, der besonders nachhaltig investiert, sondern jeder macht das irgendwie und jeder hat wahrscheinlich mehr oder weniger nachhaltige ETFs im Portfolio.
Genau, genau. Im Prinzip ist es so, da ist wahnsinnig viel Dynamik. Also im Zweifelsfall, falls wir uns in einem Jahr wieder treffen, ist die Situation schon eine wie der andere. Aber generell ist das so. Es gibt einige, die sind sehr, sehr weit vorne. Also die UBS zum Beispiel ist echt relativ stark. Amundi bringt auch viel Neues auf den Markt. Aber vom Prinzip her haben die alle alles im Angebot. Wichtig ist dabei, wie gesagt, den Index auszuwählen. Das heißt, zu schauen, in was investierst du eigentlich? Und da als Infoquelle. Ich finde gerade für so, ich sage jetzt mal, Privat-Laien-Investorinnen, wie wir das meistens sind, ist Stiftung Warentest eine fantastische Infoquelle. Weil das Problem mit der Nachhaltigkeit ist ja, oder eine Schwierigkeit ist, dass ganz viele Unternehmen rausgefiltert werden, weil sie zum Beispiel mit Kinderarbeit Profite machen, weil sie Minderheiten diskriminieren, weil sie ökologisch irgendwie katastrophal sind und so weiter. Und wenn wir zu starke Filter einbauen, dann haben wir am Ende nur noch 100 Unternehmen übrig und dann ist unsere Risikostreuung wiederum in Gefahr. Und Stiftung Warentest hat da immer diesen pragmatischen Mittelweg, so nachhaltig wie möglich, aber gleichzeitig immer aus unserer Perspektive. Und das ist das Wertvolle, also uns im Sinne von Verbraucherinnen. Die da eben eine sinnvolle, solide Geldanlage haben möchten. Das heißt für die Leute, die sagen, okay, ich möchte da gerne noch mal mich ein bisschen einlesen, beim Female Finance Forum gibt's natürlich fantastische Infoquellen, aber ansonsten Stiftung Warentest ist echt einfach eine super Anlaufstelle.
Okay, super. Das heißt zum Thema ETFs, Anbieter ist egal, Hauptsache man bleibt beim gleichen Anbieter. Diversifizieren ist gut, also Global und Emerging Markets zum Beispiel. Informationen bei euch, wie beim Finance Forum oder Stiftung Warentest. Und wenn man bei euch Absolventin ist oder mit dabei ist, dann gibt es den Dagobert Duck Day, auf den ich ja persönlich sehr gespannt wäre. Wie sieht das mit Aktien aus bei dir? Auf was achtest du, wenn du Aktien auswählst? Achtest du da eher auf Dividenden, auf Wachstum? Was guckst du dir bei Firmen an, bevor du investierst? Also wenn man jetzt, jetzt vielleicht nicht deine ganzen Kriterien, aber wenn wir jetzt als Laien vielleicht mal so die Top 5 Kriterien oder so was.
Wenn ich jetzt schnell gucken will, welches Unternehmen passt zu mir, worauf muss ich achten? Also erst mal dir bewusst machen: Einzelaktien sind im Zweifelsfall halt nicht das, was dir langfristig die gute Rendite bringt, sondern das sind die ETFs.
Einzelaktien sind eher— Kannst du kurz erklären, warum das so ist? Weil eigentlich hört sich ja für mich so an, dass eine Einzelaktie, wenn ich das richtige Unternehmen treffe, dass das das ist, was mir die mega Rendite bringt.
Und bei ETFs ist es halt so ein bisschen ausgependelt. Genau. Ja, genau, das ist absolut richtig. Das Problem ist, dass wir einfach statistisch betrachtet leider häufiger danebengreifen, als das Richtige auszuwählen.
Ganz einfach.
Wobei wir Frauen, habe ich gelesen, ja öfter richtig ins Wasser treten als die Männer. Genau. Was aber, wir Frauen sind die besseren Investorinnen, was aber daran liegt, dass wir öfters auf ETF setzen. Also da auch wieder, ja, die Männer glauben, ich bin doch besser als der Durchschnitt und der Durchschnitt ist halt so ein Index. Sex, also so ein ETF. Und wir Frauen sagen, ich vertraue der Statistik, ich bleibe bei den ETFs. Und das führt dazu, dass wir die bessere Rendite haben, weil es eben so ist. Ich meine, klar, ja, wenn wir vor 20 Jahren Apple und Facebook und Google gekauft hätten, wäre das fantastisch. Wenn wir zur gleichen Zeit Kodak und Nokia gekauft hätten, wären wir pleite. So, und das waren auch, das waren riesige Unternehmen, das waren absolut, konnte man sich nicht vorstellen, dass die mal, dass es die nicht mehr gibt. Gibt, ist aber so. Und genau dasselbe eben heute. Wirecard. Immer mal wieder gibt es absolute Raketen unter den Unternehmen, die dann einen exakt genauso schnellen Fall dann auch hinlegen.
Ja, Wirecard, da triffst du mich.
Ich hatte auch Wirecard-Aktien. Na ja. Und das ist halt das, was man manchmal durchaus sehen kann, wenn man sich richtig intensiv damit beschäftigt, aber manchmal halt auch nicht. Das heißt, ich würde Wenn ich das weiß, dann gehe ich das ganz anders an. Das heißt, ich habe irgendwie 90% meiner, oder sagen wir mal 80% meines Vermögens, 85% liegt in ETFs und der Rest ist verteilt auf einzelne Aktien und meine Kryptowährungen und noch aktive nachhaltige Fonds. Und der Notgroschen liegt natürlich separat, den zähle ich da nicht mit rein. Das ist ja absolut klar. Der Notgroschen liegt tatsächlich Tagesgeldkonto. Ganz, ganz langsam, langweilig, ganz frustrierend, weil er wirklich natürlich bei der Inflation kontinuierlich an Wert verliert. Und ich kann mir von dem Geld, das da liegt, halt immer weniger kaufen. Aber der Notgroschen ist ja dafür da, falls ich irgendwie kurzfristig aus meiner Wohnung raus muss. Was ich weiß, Beziehungsstress und ich muss raus und muss einfach eine Zeit lang doppelte Miete zahlen, bis die Wohnsituation geklärt Und wie viel empfiehlst du da?
Wie viel bräuchte, wie viel soll man sich ansparen als Notgroschen? Und braucht man erst den Notgroschen und darf dann darüber nachdenken zu investieren?
Also der Notgroschen sollte so hoch sein, dass du und alle, die finanziell von dir abhängig sind, Kinder, Haustiere, Zimmerpflanzen, 3 bis 6 Monate davon leben können. Das heißt, das kann relativ viel Geld sein. Und ja, ich würde empfehlen, den Notgroschen zumindestens 50% aufgebaut zu haben. Bevor du anfängst, übers Investieren nachzudenken. Und dann kannst du das ja zum Beispiel trennen, also deine Sparrate aufteilen. Die Hälfte geht weiterhin in den Notgroschen und die andere Hälfte fängst du an zu investieren oder so. Aber das ist auf jeden Fall ganz wichtig und das ist unabhängig von der Immobilie. Also wenn ich jetzt eine Immobilie habe und dafür Rücklagen aufbauen möchte, kommt das noch mal zusätzlich. Das ist dann on top. Aber der Notgroschen ist wirklich, wie gesagt, falls ich aus meiner Wohnung raus muss, falls ich plötzlich arbeitslos bin. Das ist mir passiert. Ich habe meinen Job bei der Bundesbank gekündigt, hatte die Zusage von der Goethe-Uni schriftlich, aber noch nicht vertraglich unterschrieben, weil das natürlich alles irgendwie zeitlich sich nicht ausging. Hatte die Zusage, dass ich da als wissenschaftliche Mitarbeiterin anfangen kann. Und dann hat sich einfach der Start des Forschungsprojekts verzögert. Kommt immer wieder vor. Aber plötzlich war ich 5 Monate lang arbeitslos. Dadurch, dass ich selber gekündigt hatte bei der Bundesbank, hatte ich 3 Monate lang keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Da war ich sehr froh über meinen Notgroschen. Und selbst da hat das Arbeitsamt dann rückwirkend gesagt, okay, ja doch, du hast das alles richtig gemacht. Manchmal passiert es halt so. Wir zahlen dir das Geld. Ich habe im Dezember 2018 das Arbeitslosengeld für Oktober, November und Dezember 2017 erhalten. Das heißt, selbst wenn du im Recht bist, bringt dir das manchmal nichts, weil du Zeiten überbrücken musst, bis das Amt zahlt, bis die Versicherung zahlt. Irgendwie solche Sachen. Oder auch, es müssen ja nicht immer die großen Lebenskrisen sein, wenn die Waschmaschine kaputt geht und das Auto gleichzeitig und du hast einfach einen Topf, aus dem du dir direkt die neue Waschmaschine kaufen kannst und musst nicht erst daraufhin sparen oder so. Also einfach so dieses diese Verfügbarkeit im Alltag, Lebensqualität im Prinzip.
Ja, das ist bei Immobilien ziemlich ähnlich. Das empfehlen wir auch, dass man als Erstes, also wir machen, wir setzen unsere Immobilien immer smart auf, sodass die Miete Rücklagen und Zins und Tilgung trägt. Aber am Anfang fängst du trotzdem bei null an. Deswegen empfehlen wir auch immer, in den Topf erst mal ein bisschen was einzuzahlen, 2.000 € oder so was für genau den Fall, falls irgendwas kaputt geht, dass du das einfach dann, dass du weißt, du hast das irgendwie auf der Kante. Aber noch mal kurz Zurück zu den Krisen. Was ist denn, wenn man sich trennt, also Stress in der Ehe oder so, oder gar nicht bei Stress? Ich hatte vorhin einen Call mit einer bei uns auch aus dem Circle, die mir erzählt hat, dass sie, sie arbeitet nicht mehr, sie ist mit ihrem Mann zusammen ins Ausland gegangen und hat so den Kinderjob übernommen. Das heißt, er verdient das Geld und sie macht zu Hause eben alles, und sie haben jetzt haben jetzt ein gemeinsames Konto, oder sie hat einfach Zugriff auf sein Konto. Da kommt alles Geld drauf. Und jetzt hat sie so ein bisschen die Frage, wovon kauft sie die Weihnachtsgeschenke? Die Weihnachtsgeschenke kauft sie von dem, was sie vor 10 Jahren, als sie noch einen Job hatte, sich erspart hat. Wir haben beide festgestellt, dass das nicht das tolle Modell ist. Wir machen das so, mein Mann und ich, wir arbeiten beide und wir haben auch eine Zeit lang ähnlich viel verdient, dann mal der eine mehr, mal der andere. Aber das Modell war eigentlich immer das Gleiche, dass wir unser Geld auf unser eigenes Konto bekommen. Dann zahlen wir aber genau das Geld auf ein gemeinsames Konto ein, unser Gehalt. Dieser Schritt mit dem anderen Konto, das machen wir nur, damit wir bei der Bank besser geratet werden, weil das zwei Gehaltskonten sind. Also haben wir quasi ein Konto, wo alles Geld reingeht, und von diesem allen Geld geht dann, ich glaube, 1.000 € für jeden im Monat oder irgendein Betrag X auf unser Konto, sodass wir beide gleich viel sparen, also gleich viel auf unserem Konto haben. Aber das Konto, wovon wir alles zahlen, wir haben 3 Kinder, die Miete, Auto und so weiter, das geht eben von diesem gemischten Konto ab. Und da ist es wirklich scheißegal, wer wie viel da reinzahlt. Weil es gibt ja auch oft Leute, die, eine andere Freundin von mir, die macht zum Beispiel so, dass einmal zahlt sie die Turnschuhe für ihren Sohn, einmal zahlt ihr Mann die. Und das ist natürlich totaler Schwachsinn, wenn beide nicht gleich viel verdienen. Weil wenn einer 1.000 € verdient, der andere 10.000 €, dann sind diese 100 € Turnschuhe halt nicht für jeden 100 €.
Deswegen meine Frage an dich: Was ist deine Erfahrung? Wie würdest du das aufteilen? Ich würde das tatsächlich genauso machen, wie ihr das macht. Das ist das, was ich als Drei-Konten-Modell bezeichne. Das heißt eben das genau umdrehen. Nicht jeder zahlt dasselbe, sondern jeder hat denselben Betrag für sich und kann damit machen, was er möchte.
Die Weihnachtsgeschenke kaufen, für die Altersvorfreude sparen, mit den Freundinnen auf ein Spa-Wochenende gehen, ganz egal was, muss ich nicht drüber diskutieren? Und nämlich ohne schlechtes Gewissen. Genau, muss ich nicht. Ohne schlechtes Gewissen.
Weil ich verstehe den Punkt ja total, zu sagen, ich nehme jetzt nicht von deinem Konto das Geld, um dir ein Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Ja, klar. Kann ich sehr gut verstehen. Kann ich auch sehr gut verstehen. Aber was man sich dabei klarmachen muss, ist, er kann ja nur sein Geld verdienen, also nach Hause bringen, weil sie sie ihm den Rücken frei hält. Das heißt also, das ist nicht sein Geld und sie bekommt davon ein Taschengeld, sondern das ist das Geld, was sie beide als Paar erwirtschaften. Als Team. Genau, dadurch, dass sie alles andere macht und er halt die bezahlte Arbeit macht und sie macht die unbezahlte Arbeit. Aber beide Arten der Arbeit müssen getätigt werden. Und das muss man sich immer wieder klar machen. Also es fühlt sich komisch an, das kann ich verstehen, aber Ja, unser Partner sollte uns dafür bezahlen, dass wir seine Kinder großziehen. Das ist ein riesiges Thema. Dazu alleine könnten wir 5 Stunden reden, das Thema Geld und Liebe, weil da so viel dranhängt. Und was ich da jetzt noch hinzufügen würde bei deiner Freundin, wäre zu sagen, wenn ihr das Drei-Konten-Modell habt, also das umdrehen und sagen, das ist unser gemeinsames Geld, dann habt ihr zumindest schon mal im Alltag die Gleichberechtigung, denn dann kann sie wirklich machen, was sie auch für richtig hält. Und was man dann aber natürlich noch zusätzlich berechnen muss, ist dieses ganze Thema Altersvorsorge. Ja, die Arbeit, die sie leistet, für die sie nicht bezahlt wird, damit sammelt sie auch keine Rentenansprüche. Damit hat sie auch keine Karriereentwicklung. Ja, das ist ja auch so was, was wir vergessen. Der Mann, dadurch dass er jetzt gerade in Vollzeit wahrscheinlich erwerbstätig ist, kommt ja auch in seiner Karriere voran. Sie, dadurch dass sie in Vollzeit arbeitet, aber leider nicht zu Hause, hat halt nur dadurch Karriereverluste. Das heißt, auch später wird sie im Zweifelsfall, in den meisten Fällen, es gibt immer Ausnahmen, aber die Statistik sagt, dass die Karriere der Frauen damit nicht mehr an die ihrer Partner rankommt. Und das kann, wenn das freie Entscheidung, ich bin immer für Entscheidungsfreiheit, das heißt, wenn das für die beiden Wenn das so funktioniert, wunderbar, sollen sie es so machen. Aber dann sollen sie zum Beispiel darüber reden, was passiert, falls sie sich trennen. Denn die Zeit der Ehe, wenn man verheiratet ist, ist relativ gut gesetzlich geklärt. Das Problem ist, dass die durchschnittliche Ehe in Deutschland 14 Jahre hält. Das heißt, wir heiraten mit Anfang 30, haben 1,4 Kinder, und mit Mitte 40 sind wir wieder geschieden. Und dann ist der Mann bereits im mittleren Management, weil er hat ja die ganze Zeit Vollzeit gearbeitet, seinem Job nachgegangen und hat jetzt noch 20 bis 25 Jahre Karriere auf mittlerem bis hohem Niveau mit dem hohen Gehalt. Das heißt viel Möglichkeit zu sparen und den hohen Rentenpunkten, die ja auch an dem hohen Gehalt hängen. Die Kinder bleiben im Zweifelsfall bei der Frau. Das heißt, sie ist jetzt irgendwo im eher unteren Bereich der Karriere, möglicherweise fachfremd, wenn sie zu lange draußen war. Und hat jetzt noch 20 bis 25 Jahre Job mit eher wenig Gehalt, deswegen wenig Möglichkeit zu sparen und den niedrigen Rentenpunkten. Die Kinder bleiben im Zweifelsfall hauptsächlich bei ihr, auch alles freie Entscheidung. Aber die Zeit nach der Ehe, das ist das, was wir in einem Ehevertrag festhalten sollten. Was passiert dann eigentlich mit uns? Und ich finde, also der Ehevertrag hat ja nicht so den besten Ruf in Deutschland. Du bist so unromantisch, denkst schon ans Ende unserer Beziehung. Ich finde aber, das kann man andersrum auch wieder betrachten. Statt zu sagen, du bist so unromantisch, du denkst ans Ende unserer Beziehung, kann man auch sagen, du, mein Schatz, bist mir so wichtig, dass ich möchte, dass es dir gut geht. Und das ist mir wichtiger als alles, was mit uns, als mit unserer Beziehung passiert. Das heißt, ich möchte schriftlich festhalten, dass es dir gut geht, selbst wenn unsere Beziehung nicht mehr existiert.
Ich habe eine Idee, hast du Tipps zum Ehevertrag? Oh, ganz viele! Sollen wir mal ein Live zusammen machen zu dem Thema? Weil ich bin zwiegespalten, was Ehevertrag angeht. Also wir haben keinen, weil wir einfach Zugewinngemeinschaft haben und alles teilen, aber ich kann auch verstehen, dass man Ehevertrag macht. Was ich gefährlich finde beim Ehevertrag, dass ich oft gesehen habe, dass der eben in die andere Richtung geschlossen wurde, dass eben nicht die Frau dann eben geschützt war, sondern im Gegenteil, naja, so ein bisschen so halb über den Tisch gezogen wurde, ne? Und deswegen Lass uns einfach einen Live dazu machen, dass wir sagen, Ehevertrag für die schwächere Position, dass der so fair wird, weil das ist total wichtig. Und was du sagst, das sind so ganz wichtige Themen, die man auch wirklich in die Welt bringen muss. Das ist ja auch das Thema Elternzeit. Also jeder kann machen, so viel Elternzeit nehmen, wie er will, aber man muss sich bewusst sein, dass wenn jetzt zum Beispiel der Grund ist, dass die Frau weniger verdient als der Mann und deshalb nimmt sie 12 Monate Elternzeit, weil man es sich sonst nicht leisten kann, dann wird das ja auch immer so bleiben und immer schlimmer werden. Dann wird man als Team ja nicht dahin dass man irgendwann gleichberechtigt ist und beide verdienen gleich viel, sondern die Schere wird immer weiter auseinandergehen, wenn man das eben so unterstützt. Und das sind einfach wahnsinnig wichtige Themen, die man besprechen muss. Ich würde gerne noch mal aufs Thema Immobilien kommen, weil ich finde, dass das Thema Immobilien ein Wahnsinnshebel ist, um diesem Rentengap entgegenzuwirken. Denn wenn du zu Hause bleibst, Dann zahlst du nicht in die Rente ein. Klar, du kannst freiwillig in die Rente noch dazu einzahlen. Womit du aber viel mehr Zusatzrente erwirtschaftest, ist eine Immobilie. Also stell dir vor, du bleibst zu Hause wegen einem Kind. Du kaufst in der Zeit eine Wohnung, kann ja mit dem Eigenkapital von deinem Mann sein, aber dir gehört die Wohnung und das ist klar, dass dir auch die Wohnung gehören wird, wenn ihr euch trennt irgendwann. Dann hast du irgendwann eine abbezahlte Wohnung, die dir 1.000 € Mieteinnahmen oder so was generiert. Und dann beim nächsten Kind noch eine, beim nächsten noch eine und dann bist du ganz gut versorgt für die Rente. Also Immobilien sind für für mich so meine Lieblings-Altersvorsorge, weil es einfach so klar ist, wie viel man später auf der Hand hat.
Monatlich. Ja, ja, voll. Und ich finde, also ich bin die, ich habe die Börsenperspektive immer. Genau dasselbe kann man ja auch machen. Leg halt einen ETF auf meinen Namen an, in den mein Mann einzahlt. Kann man ja genauso machen. Und dann kannst du dir daraus auch dann irgendwann halt deine monatliche Rente zahlen. Ja, also ich finde das super wichtig. Absolut total.
Und da muss aber auch klar sein, dass das halt aus der Zugewinngemeinschaft rausgenommen ist.
Genau, genau, das muss klar sein, weil sonst ist es ja wieder sinnlos. Genau, absolut.
Ja, also Immobilien sind fantastisch. Wie gesagt, ich möchte da auch noch hinkommen. Was brauchst du für Tipps, damit du jetzt startest, dir eine Immobilie kaufst?
Wo brauchst du Hilfe? Wo können wir dir helfen?
Ich glaube überall. Ich muss mich einfach mal zu einem eurer Kurse anmelden.
Vor allem hier, weil ich bin echt scharf auf diesen Dagobert Duck Day. Ja, ja, komm dazu. Gerne. Ich glaube aber, vielleicht ist das was, was du sozusagen meinen Hörerinnen auch— allgemeines Vorurteil: Wie viel Geld brauche ich denn, um anzufangen?
Sozusagen wie viel Geld frei, wie viel freies Kapital? Kommt drauf an, wo du kaufen willst. 10.000 bis 20.000 €. 20 ist besser, weil du dann nach einer Das kommt wirklich drauf an. Also wir sagen, kauf mit so wenig Eigenkapital wie möglich, weil der Witz bei Immobilien ist der Eigenkapitalhebel. Also das heißt, du kaufst mit 10% eine Immobilie und du setzt sie so auf, dass du danach nichts mehr drauf zahlst. Ja, also im Moment, das ist natürlich eine größere Challenge, weil die Zinsen einfach gestiegen sind. Aber die Idee ist, dass die Miete, die du bekommst für deine Immobilie, die zahlt dir den Kredit ab und die zahlt die Rücklagen ab. Ab und die Tilgung auch. Das heißt, du brauchst nur dieses Anfangskapital und dann wartest du wie bei ETFs 20 Jahre, 25 Jahre, und dann gehört dir die Immobilie. Und in dem Moment gehören dir die Mieteinnahmen. Das heißt, du brauchst, wenn du 20.000 € hast, kannst du nach einer Wohnung suchen, die 200.000 € wert ist. Wenn du 10.000 € hast, kannst du nach einer Wohnung suchen, die 100.000 € wert ist. Das hört sich, weißt du, wohnst in Frankfurt, sagen alle nein, nein. Aber guck dir Magdeburg an, da gibt's Immobilien, für 80.000 €, sind 1.300 € pro Quadratmeter Kaufpreis, und die haben eine Mietrendite von 6%. Also die kriegen die gleichen Mieten, wie wir sie hier in Berlin bekommen, wo die Wohnung aber 4.000 € den Quadratmeter kostet. Also überleg dir einfach, wo du schaust. Oder kauf mit einer Freundin zusammen, das empfehlen wir auch. Also wenn du jetzt nur 10.000 € investieren möchtest, das kann ja auch sein, dass du mehr hast, aber du hast gar nicht Bock, viel mehr zu investieren, Dann setze ich mich mit einer Freundin zusammen und kaufe zusammen eine Wohnung. Das ist auch total super, weil ihr euch wirklich die ganzen Sorgen teilt, die ganzen Fragen teilt, ihr könnt das zusammen feiern und ihr habt auch viel weniger Stress mit der Immobilie, weil der eine mal was klären kann und die andere dann den nächsten Fall irgendwie. Ja, also das finde ich so eine ganz schöne Idee. Ja, das ist super.
Okay, dann sag doch mal deine— eigentlich hast du schon die ganzen Tipps gegeben, Aber was wären denn deine Top-Tipps? 3 Top-Tipps für unsere Hörerinnen. Meine 3 Top-Tipps. Also das erste ist: Kleine Schritte sind besser als keine Schritte. Und kleine Schritte sind manchmal sogar auch besser als die allergrößten Schritte, weil wir dann total leicht die Richtung noch mal korrigieren können und es fällt halt leichter. Also fang an. Ohne Angst wahrscheinlich auch. Genau. Hör den Podcast, lies das Buch, meld dich mal zu einem kleinen Abendworkshop an oder egal was, mach den ersten Schritt. Guck auf dein Konto für Haushaltsbuch, sonstiges. Zweites ist: 80% richtig ist besser als 100% nicht gemacht. Also leg den Perfektionismus beiseite. Das gilt sowohl für deine Geldanlage als auch für die Nachhaltigkeit. Im Zweifelsfall ist es besser, ein bisschen was, also irgendetwas Solide gut zu machen, als es perfekt machen zu wollen und deswegen gar nicht dahin zu kommen. Und der dritte ist: Wir glauben, dass Geldanlage total kompliziert und zeitintensiv ist. Beides stimmt nicht. Also falls du das gerade hörst und auch denkst, ja, aber wann soll ich das denn alles machen? Es ist echt nicht schwierig. Ich behaupte, wenn man sich 20 Stunden lang einlernt in das Thema, jetzt zum Beispiel Investieren an der Börse, dann weiß man echt alles, was man wissen muss. Und 20 Stunden sind 2 Stunden pro Woche und dann hast du das in zweieinhalb Monaten irgendwie fertig. Und danach bleibt es bei 3 Stunden pro Jahr, die du dich mit deinem Geld beschäftigen musst. Das heißt, Das Thema Zeit ist eigentlich eine faule Ausrede. Und falls du hier gerade irgendwie das Zeichen brauchst, hier ist der freundliche Tritt in den Allerwertesten, einfach loszulegen und zu machen, weil es ist weder kompliziert noch zeitintensiv. Und wie gesagt, du brauchst ja auch nicht viel Geld, um an der Börse anzufangen. Das ist das Schöne.
Das heißt, nimm das neue Jahr als Anlass, um endlich diese Vorsätze mal in die Tat umzusetzen. Dann, ja, es lohnt sich einfach wirklich. Es ist ein gutes Gefühl dann auch. Super. Wir haben heute wahnsinnig viel gelernt. Als Erstes: Kleine Schritte sind besser als gar keine. 80% richtig ist besser als 100% gar nicht machen. Und man braucht gar nicht so viel Zeit wie gedacht. Das habe ich mir schon gedacht bei dem Tagebuch der Akte, weil wenn das wirklich so schnell gemacht ist an einem Tag, dann sollte das wirklich jeder machen jedes Jahr. Ja, ich finde, es waren wahnsinnig viele tipps und lass uns doch wirklich besprechen, wann wir uns zum Thema Ehevertrag sprechen.
Super gerne, lass uns das auf jeden Fall machen. Sehr gut, dann vielen Dank für das Gespräch, hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Vielen Dank an dich, mir hat es auch total viel Spaß gemacht und alles Gute. Tschüss!
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