Let's Talk Feminism mit Kristina Lunz
30 Sept 2021 · 21 min
In dieser Episode des Happy‑Immo‑Podcasts spricht die Co‑CEO und Gründerin des Center for Feminist Foreign Policy, Kristina Lunz, über die strukturellen und historischen Hindernisse, die Frauen im Finanz‑ und Immobilienbereich begegnen. Sie schildert, dass Frauen in Westdeutschland erst 1956 ein eigenes Bankkonto erhalten durften und bis 1977 die Berufswahl noch der Zustimmung des Ehemannes bedurfte. Lunz erklärt, wie diese langjährigen Beschränkungen zu heutigen Lücken im Gender‑Pay‑Gap, Renten‑Gap und Vermögens‑Gap führen und warum weltweit nur etwa 15 % des Grundbesitzes in Frauenhand ist. Die Diskussion beleuchtet, wie gesellschaftliche Erwartungen, fehlende Netzwerke und stereotype Rollenbilder Frauen davon abhalten, Eigentum zu erwerben oder sich im Falle einer Trennung finanziell zu lösen. Lunz teilt ihre persönliche Erfahrung beim Kauf von Wohnungen im Jahr 2020: Zielsetzung, langwierige Kredit‑ und Dokumentationsprozesse, die Schwierigkeit, passende Objekte zu finden, und die Entwicklung eines eigenen Entscheidungs‑Frameworks, das Kriterien wie Lage, Größe, Familienplanung und Rendite berücksichtigt. Sie betont, dass der Prozess zu intensiver Selbsterfahrung wurde. Das Gespräch führt weiter zu Happy Immo’s Mission, Frauen durch Aufklärung, Community‑Support und Programme wie Visionary und Membership zu befähigen, finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. Abschließend ruft Lunz dazu auf, ihr Center for Feminist Foreign Policy zu unterstützen.
Chapters
Herzlich willkommen bei Happy Immo, dem Interview-Podcast zum Thema Frauen und Immobilien. Wir nehmen euch mit auf die Reise zu finanzieller Unabhängigkeit und zeigen euch, wie ihr euch eure erste Wohnung kaufen könnt und trotzdem weiterhin gut schlafen könnt. Los geht's! Um kurz zu sagen, was Christina schon alles gemacht hat, fange ich mal an zu erzählen. Höchstwahrscheinlich weiß ich aber gar nicht alles. Kristina ist Co-CEO und Gründerin des Center for Feminist Foreign Policy. Sie ist oder war Beraterin für das Auswärtige Amt. Sie hat ein Frauennetzwerk, UNIDAS, ins Leben gerufen. Kristina steht auf der Forbes-Liste 30 Under 30. Sie ist Atlantic-Brücke-Young Leader, Ashoka Fellow, Goalkeeper der Gates Foundation, Responsible Leader der BMW Foundation, freie Autorin und Kampagnenberaterin und wahrscheinlich vieles, vieles mehr. Dabei ist Christina gerade mal 30 Jahre alt. Christina kommt aus einem, wie sie selbst sagt, sehr beschaulichen Dorf in Bayern, in dem alle prominenten Positionen von Männern besetzt waren. Das hat sie nachdenklich und sauer gemacht. Christina hat ihr Dorf verlassen und hat in Mainz Psychologie studiert. Danach ist sie nach England gegangen und hat sich dort dem Feminismus verschrieben. Angelegt hat sie sich dabei als Erstes mit niemand anderem als dem damaligen Chefredakteur der Bild-Zeitung, Kai Diekmann, und dessen Bild Girls. Long story short: Christina hat mit ihrer Kampagnenarbeit gewonnen und die Bild Girls sind verschwunden. Heute setzt sie sich mehr als je zuvor für Frauen und ihre Rechte und gegen deren Objektivisierung ein. Sie kämpft für eine gleichberechtigte Politik im In- und Ausland und macht damit die Welt jeden Tag ein bisschen besser. Für Christina ist es unabdingbar, finanziell unabhängig zu sein. Sie hat bereits in ETFs investiert und konzentriert sich nun auf das Thema Immobilien. Wie Christina das macht, erzählt sie uns jetzt selbst.
Also im Rahmen deiner Arbeit schaust du dir ja die Entwicklung der Frauenrechte in vielen Bereichen an.
Warum?
Also uns bewegt sehr stark das Thema Frauen und Eigentum, Eigentum von Immobilien und Wohnungen oder Frauen und Geld, könnte man jetzt größer gefasst sagen. Was für eine Rolle spielt denn Eigentum und Investment im Leben von Frauen allgemein und jetzt auch in Deutschland heute?
Geld, finanzielles, als eben ein Instrument, Als ein Machtinstrument wurde ja Frauen historisch sehr, sehr lange vorgehalten. Also es war, ich habe die Tage noch mal nachgeschaut für so eine Sache, die ich schrieb. Ich glaube, es war 1956, dass in Westdeutschland Frauen ihr eigenes Bankkonto haben durften. Davor immer, also die Geschichte unserer Menschheitsgeschichte, vor allem der letzten 4.000 bis 6.000 Jahre, in der wir ganz dezidiert in patriarchalen Strukturen leben. Ist eine Geschichte der Unterdrückung der Frauen und anderer politischer Minderheiten und versucht durch die lächerlichsten Rechtfertigungen Frauen zu limitieren auf das Private und auf die Rolle der Mutter und Erzieherin. Und alles darüber hinaus, und dazu gehört eben selbst Geld zu besitzen, selbst Vermögen aufzubauen, wurde jahrtausendelang verboten, sodass wir nicht mal, nicht mal 100 Jahre, dass Frauen ihr eigenes Bankkonto haben dürfen.
Das ist wirklich krass.
Was alles, genau, auch wann Frauen erst wählen durften und so, das kann man sich eigentlich überhaupt nicht vorstellen. Oder dass sie auch ihren Namen nicht abgeben mussten bei der Heirat oder so. Ja, wirklich so verrückt, wie alterlich wir eigentlich waren.
Ja, ja. Oder 1977, dass Frauen erst ohne die Zustimmung ihres Ehemannes den eigenen Job auswählen durften.
Ja, und dass der Ehemann einfach kündigen konnte für die Frau. Das finde ich auch unglaublich.
Irre, oder auch heute, wenn ich krieg die ganz genaue Zahl gerade nicht hin, ich glaube, sie liegt bei so 15%, wenn wir weltweit gucken, wer Länder, wer Land besitzt, Landeigentum, Grundstücke, das liegt alles fast in den Händen von Männern. Und solange Frauen keine Vermögen aufbauen dürfen, können, solange sie nicht fair bezahlt werden, da sind wir beim Thema Pay Gap, solange sie keine Grundstücke haben dürfen oder vor allem auch wie Ackerflächen, um als Bäuerin, was sehr relevant ist in vielen Regionen, dieser Welt sich ihr eigenes Lebensunterhalt irgendwie zu vergrößern, werden Frauen in Armut gehalten, werden Frauen strukturell benachteiligt und wird ihnen die Möglichkeit genommen, sich in jeglichen Bereichen weiterzuentwickeln und dann eben auch die eigenen Kinder. Und so wird die Armut immer weitergetragen. Und ich meine, ich glaube, du kennst die Zahlen viel besser als ich, aber ist das nicht so, dass heute die heutigen 30- bis 35-Jährigen, also mein Alter, dass 70% von uns später eine Rente von 400 € haben werden?
Ja, also die Zahlen sind sogar noch erschreckender. Es sind 75 der heute 35- bis 50-jährigen Frauen werden weniger als 400 € bekommen im Monat.
Das geht wirklich gar nicht. Nee. Und es ist nicht nur das Einkommen, eben Frauen so stark benachteiligt sind, einfach nur weil sie Frauen sind, oder Männer einfach nur mehr bezahlt werden, weil sie Männer sind. Es geht hier nicht um Leistung oder so. Aber eben auch bei Vermögen. Der Großteil von Vermögen liegt in den Händen von Männern. Und dann hast du erst den Gender Pay Gap, und dann hast du den Gender Renten Gap, und dann hast du den Gender Vermögens Gap. Egal, wo du hinschaust, dieses Instrument der Macht und Selbstbestimmung und Freiheit, also Finanzen, finanzielles Einkommen, Vermögen erlaubt ja Freiheit, das ist akkumuliert bei Männern. Und auch heute noch sind weit verbreitete Gründe, warum Frauen beispielsweise sich nicht trennen, keine Scheidung einreichen, auch wenn sie richtig schlecht behandelt werden. Und wir reden hier von unter anderem von häuslicher Gewalt, die auch in unserer Gesellschaft so weit verbreitet ist.
Auch wenn es das nicht ist, auch wenn sie den Mann einfach nicht mehr lieben, klar.
Oder auch einfach so, das ist auch Grund genug, sich trennen zu können. Genau, tun sie es sehr oft nicht, weil sie finanziell nicht unabhängig sind, weil sie die Freiheit nicht haben, sich zu trennen.
Ja, genau. Frauen bleiben bei ihrem Partner, weil sie kein Geld haben, sich zu trennen oder zu gehen.
Das ist wirklich traurig.
Aber du hast das gerade angesprochen mit dem Eigentum, denn genauso geht es mir. Ich habe mir wirklich so viele Grundbücher angeguckt. Fast alle Eigentümer von Wohnungen, von Grundstücken, von Häusern sind tatsächlich Männer. Das ist unglaublich. Wenn man mal eine Frau findet, dann ist es fast immer, das kann man ja auch so ein bisschen erkennen, jemand, dann ist das meistens Vererbung. Aber es ist nie, dass eine Frau sich einfach mal eine Wohnung selber gekauft hat.
Ja, und wenn du selbst auf Wohnungssuche bist, sind fast alle Makler, sind fast alle diejenigen, die ihre Wohnungen weiterverkaufen. Wenn du auf dem Wohnungsmarkt unterwegs bist, hast du eigentlich fast nur mit Männern zu tun.
Aber wir hatten neulich einen Deal, das war total cool. Da haben wir gekauft, zwei Frauen, ein Mehrfamilienhaus und die— okay, der Makler war ein Mann, aber die Verkäuferin waren auch Frauen und die Notarin war auch eine Frau. Also am Ende war sie es leider nicht, weil sie krank war und dann den Vertrag nicht machen konnte. Das war dann wieder ziemlich doof. Aber eigentlich war das so ein Only Female Projekt und zufällig.
Das war richtig cool. Ja, und es war halt so eine Ausnahme. Aber es fühlt sich so gut an, es fühlt sich wirklich gut an.
Genau, das haben wir auch gefeiert und auch ein Video gedreht und so mit denen. Das müssen wir mal veröffentlichen, dann kannst du das mal angucken. Das hat uns nämlich wirklich sehr beeindruckt.
Das ist echt Wahnsinn.
Warum glaubst du denn, trauen sich so viele Frauen nicht, in Immobilien zu investieren? Oder ist es überhaupt das Trauen? Oder sind das Glaubenssätze, die Frauen oft haben?
Also zum einen ist weiterhin einfach das verfügbare Einkommen natürlich und verfügbare Vermögen in unserer Gesellschaft unterschiedlich verteilt. Und zum Kauf einer Immobilie, im besten Fall hat man ein bisschen Eigenkapital oder die Möglichkeit, Eigenkapital zu erlangen. Und da stehen Männern und Frauen einfach wieder unterschiedliche Möglichkeiten zu. Auch wenn irgendwie, wenn ich jetzt eine Wohnung kaufen will und mein Eigenkapital ich dann durch einen Privatkredit zum Beispiel bekomme von einer Bekannten, dann habe ich da richtig viel Glück, dass es diese Person gibt. Aber dieses Netzwerk, ein starkes Netzwerk mit wohlhabenden Männern zu haben, ist einfach sehr viel wahrscheinlicher bei Männern, solche Möglichkeiten. Ja, und dann sind das teilweise wahrscheinlich auch Glaubenssätze dahingehend, was Mann der Versorger und Männer kümmern sich um Wohnungen und Co. und, und aber auch mangelnde Erfahrung. Also wenn Vielleicht so ein bisschen ähnlich, in UK zum Beispiel tendieren Leute sehr viel schneller dazu, Wohnungen zu kaufen statt zu mieten. In eigentlich fast allen Ländern außer Deutschland.
Ach echt, ist dem so?
Ja, tatsächlich.
Also zumindest kenne ich eine Studie über Europa und da geht ganz klar hervor, dass Frankreich, Spanien, Italien deutlich höhere Eigentumsquoten haben und die höchste hat sogar Rumänien, die haben knapp 95% und ich meine, Deutschland hat knapp 50%, was eigentlich gar nicht so— also ich hätte gedacht, das wäre noch weniger.
Interessant, das wusste ich gar nicht. Was den Anteil des Eigentums angeht. Okay, interessant. Und aber wenn du irgendwie so sozialisiert wirst, dass es ganz normal ist, dann wäre auch die Hürden oder Schranken, die ich noch spüre, wären dann bei mir auch weniger. Aber wenn es dann auch noch mal normal ist, dass Menschen, die dir ähnlich sind, das so machen, dann hast du auch noch mal weniger Schranken im Kopf. Würde ich irgendwie in einer Gesellschaft aufgewachsen sein, oder alle Frauen um mich rum, so meine ganzen Girlfriends würden schlecht darüber reden, Wohnungen zu kaufen, weil ihre Mütter ja auch Eigentumswohnungen haben und ihre Tanten eine Eigentumswohnung. Dann hat das eine andere Selbstverständlichkeit. Aber in dieser Gesellschaft leben wir nicht, sondern wir leben in einer Gesellschaft, der— vor kurzem gelesen bei einer Influencerin auf Instagram, die sich eine Wohnung gekauft hat, die auch davon erzählt hat, dass, als sie zum Notar, Notarin, ich weiß es nicht, gegangen ist und dann gesagt wurde: Ach ja, hier eine Frau, die so einen Vertrag unterschreibt, das haben wir eigentlich auch nie.
Was? Ernsthaft?
Ja.
Das hatte ich noch nie.
Also das wurde mir noch nie gesagt. Echt?
Weißt du, wer das war?
Die Influencerin? Die Influencerin, die gekauft hat, das war glaube ich Daria Daria, die davon erzählt hat. Achso, stimmt, stimmt, das habe ich auch gehört. Ja, wo ihr gesagt wurde, Frauen will hier so nie sitzen. Und dann als Frau in der Gesellschaft was zu tun, was eigentlich keine Frau tut und historisch nicht getan hat, weil Frauen dieses Vermögen nicht hatten und Frauen diese Rollen nicht zustanden. Und dann weißt du, das hängt ja mit so viel zusammen. Entscheidungen, die wir in der Gesellschaft treffen, die passieren ja nicht In einem luftleeren Raum, sondern sind ja besetzt von Erwartungen und Vorstellungen und von Sanktionen, wenn du dich in irgendeiner Weise verhältst. Und auch ich, wenn ich mir jetzt Wohnungen angucke und rumgehe, habe ich schon ein paar Mal jetzt aus meinem Umfeld auch die Frage bekommen: Ja, aber hast du nicht vor, mit einem Partner und einem— also es kommt immer so die Frage nach einem Mann dazu, den man dann irgendwie bräuchte. Und das ist bei Männern anders. Männer kaufen halt und es wird irgendwie nicht infrage gestellt. Dann hat es wieder irgendwie damit zu tun mit Single-Frauen, ob es jetzt ob sie Single sind oder nicht, aber die alleine dastehen und große Entscheidungen treffen, ob das jetzt egoistisch ist oder ob sie zu ambitioniert ist. Und da hängen so viele Stereotype und Erwartungen dran. Und die Entscheidung zu treffen, dem allen entgegenzutreten und große Investmententscheidungen zu machen, das verlangt einfach ganz schön viel ab in unserer Gesellschaft. Und dann triffst du irgendwie Riesenkaufentscheidungen. Ihr seid eine ganz große tolle Ausnahme. Aber fast nur irgendwie in dem Prozess auf Männern. Und so ein Wohnungskauf hat ja, also bei mir zumindest, wo ich bestimmte Ansprüche habe an eine Wohnung, sehr viel auch damit zu tun, wie du dein Leben vorstellst in den nächsten Jahren und was passieren soll. Und da ist es einfach viel angenehmer, das mit Frauen zu besprechen. Dann kann man irgendwie besprechen, ja, und wie hast du das denn gemacht, wenn du jetzt wirklich bezüglich Kind, das sind ja auch so, das sind Fragen, die sich Frauen mehr stellen als Männer, weil der Großteil, wenn dann Beziehung auch in Brüche geht, das Kind ja bei der Frau ist und nicht beim Mann. Also es sind die Lebensentscheidungen und die Lebensentwicklungen von Frauen deutlich anders als von Männern. Und diese Fragen willst du dann mit jemandem besprechen, der eine ähnliche Lebensrealität hat.
Aber in dem Markt gibt es kaum Frauen. Genau deshalb haben Maja und ich Happy Immo gegründet. Wir denken, dass es wichtig ist, zukunftsbildende Themen mit Frauen zu besprechen, die schon den Mut hatten, sich eine finanziell unabhängige Zukunft zu bauen.
Aber du bist jetzt dabei. Erzähl doch mal deine Immo-Story. Also wir haben uns ja kennengelernt, als du dir gerade 3 Wohnungen gesichert hattest und noch unentschlossen warst, in welche Richtung du so gehen willst.
Was ist denn daraus geworden? Also ich hatte letztes Jahr 2020, so war so mein Jahresziel, Wohnung kaufen. Ich schreib mir Ende eines Jahres immer so Ziele fürs nächste Jahr auf und dann brech das so runter, welche Schritte da passieren müssen. Und 2020 war Wohnung kaufen und ich dachte so, ich habe ein komplettes Jahr Zeit, Easy, kriege ich hin. Und dann natürlich erst mal gemerkt, wie anstrengend das ist, vor allem auch wenn du Gründerin bist. Du brauchst ja irgendwie Zugang zum Kapitalmarkt, Kredit. Und als Gründerin, vor allem unter 5 Jahren der Gründung, das weniger als 5 Jahren gegründet hast, hast du richtig schlechte Chancen. Darum hat das erst mal richtig viel Zeit gekostet, da alle Unterlagen zu haben, das Vertrauen von der Bank zu bekommen, so eine allgemeine Zusage erst mal zu bekommen. Dann habe ich angefangen, mir Wohnungen anzuschauen und so gedacht, ja, ich gucke mir eine Handvoll an, dann kaufe ich halt eine. Ich finde das auch irgendwie so anstrengend, so ein To-do so lange auf einer Liste mit mir rumzutragen. Ja, total, kann ich verstehen. Wir haben dann, genau wie du sagst, als wir uns kennengelernt haben, hatte ich 3 Wohnungen reserviert und dachte, von denen wird es auf jeden Fall eine, ich finde die alle so toll. Aber in diesem Prozess, weil es eben dann für mich so darum ging, wie ich mein Leben in den nächsten Jahren auch einfach sehe, weil ich schon vorhabe, die Wohnung selbst zu nutzen und darin auch bisschen länger zu wohnen, muss ich einfach mal so für mich mich hinsetzen und über paar Sachen klar werden, was meine Prioritäten sind. Also musst du eine Wohnung direkt jetzt ein Zimmer haben, auch wo ein Kind rein könnte, oder nicht? Ist irgendwie dieser Anspruch zu groß? Und ist es mir wichtiger, vielleicht ein bisschen mehr Platz zu haben, aber dann kann ich mir wahrscheinlich nichts in Berlin, dann kann ich mir wahrscheinlich nichts in Berlin-Mitte leisten, oder Oder ist es okay, ein bisschen weniger Platz, aber dann mitten in Berlin, weil ich das Großstadtleben so mag? Was sind meine Prioritäten bezüglich Arbeitswegen oder Natur? Und wo mache ich Abstriche, wo nicht? Und also dann wurde auf einmal dieser Prozess einfach sehr groß, also ein bisschen Selbsterfahrungsprozess. Und ich habe dann gemerkt, nee, keine der drei Wohnungen erfüllt irgendwie das, was ich mir für die nächsten Jahre wünsche. Aber das habe ich erst in dem Prozess gelernt. Und somit war dieser Prozess wahnsinnig anstrengend, aber auch sehr bereichernd. Und ich hätte fast eine Wohnung kurz nach Weihnachten gekauft, Kaufvertragsentwurf lag vor. Cool. Und dann aber, inzwischen kenne ich eben ein paar Leute, die mich da auch dann ein bisschen unterstützen, habe meinen Honorarberater auch, und wir hatten geredet, und dann hatte ich so eine Bandbreite an sehr wichtigen Argumenten, ne? Und die sind ja, das ist ja super breit zwischen irgendwelche Renditeberechnungen und Anzahl der Fenster, Möglichkeiten des Umbaus und Kinder und Familie und in welchem Stockwerk und wo genau wohnen und Stadtviertel und Mikrogebiet in der Stadt und so viele Aspekte, die ich beachten wollte und genau, habe mich dann doch dagegen entschieden. Habe, glaube ich, denke ich seit Anfang Januar eine sehr klare Vorstellung, was jetzt meine Prioritäten sind und habe deswegen meine Parameter ein bisschen verändert und vor einem Jahr, als ich damit angefangen habe, mit diesem Prozess, mit diesem Mindset, ich möchte eine Wohnung kaufen, bin ich hätte ich nie gedacht, dass das so eine Selbsterfahrung wird und so, ja, man über so viele Sachen auf einmal Klarheit haben möchte oder lernen möchte und so viel dazulernen. Also ich habe, Gott, habe ich viel gelernt. Ich habe das Gefühl, jetzt werde ich bald irgendwie Verkaufsberaterin. So, noch nicht, aber richtig, richtig viel gelernt.
Ja, glaubst du, du bist jetzt am Ziel? Also du hast jetzt quasi das, glaubst du, hast jetzt das Ankaufsprofil vor Augen und kannst genau damit losgehen?
Ich glaube, ich habe das so zu 85% vor Augen. Ein paar Unsicherheiten habe ich noch, wo ich mir noch nicht ganz sicher bin, welcher Aspekt mir wichtiger ist. Aber viel mehr konkretisiert, was dazu führt, dass ich jetzt doch viel weniger Wohnungsbesichtigungen irgendwie im Monat oder so mache als noch im letzten Jahr, weil ich genauer weiß, wo ich keine Abstriche mehr machen möchte.
Super, Christina, damit kannst du eigentlich direkt bei uns anfangen. Du hast eben so schön alle Gründe und alle Fakten aufgezählt, wofür Happy Immo steht und wozu wir Frauen Mut machen wollen, nämlich Klarheit schaffen über die eigenen finanziellen Verhältnisse. Welchen Kaufpreis kann ich mir überhaupt leisten? Will ich die Immobilie selber nutzen oder will ich sie vermieten? Wie groß soll die Wohnung überhaupt sein? In welcher Lage? Um dann informiert und fokussiert auf die Suche zu gehen. Denn wenn man weiß, was man will und alle Unterlagen auch schon zusammen hat, dann klappt das auch mit der ersten Wohnung.
Es ist wichtig zu wissen, dass es am Anfang total okay ist, egal wie alt wir sind, ob wir irgendwie Mitte Anfang 20 oder 40 oder 50, das ist richtig okay, ist, wenn wir zu dem Thema noch keine Expertinnen sind und das erstmal zugestehen und dieses Nichtwissen akzeptieren. Aber bei mir war das dann so, bevor ich mich mit irgendwas, ob ich jetzt meine Einkommen-Ausgaben-Übersicht oder ETFs oder irgendwas gemacht habe, habe ich mir gedacht, oh mein Gott, das Thema überwältigt mich so hart, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, ich weiß nicht, wofür ETF steht, ich weiß nicht, welche Versicherung ich habe, ich weiß einfach nichts. Das hatte damals Das hat alles mein Papa gemacht. Ich habe es übernommen und ich habe einfach gehofft, dass ich nicht auf die Schnauze falle. Ich habe keine Ahnung, wie viel Rente ich später bekomme, wusste nicht, wo ich anfangen soll.
Völlige Überwältigung.
Und dann aber habe ich mich hingesetzt und akzeptiert, dass das auch so okay ist. Und dass ich eben, ich wusste dann auch durch Gespräche, dass ich nicht alleine bin und habe geguckt, wo Leute sind, die mir helfen können und dann wirklich auch professionelle Hilfe geholt. Ob das zum Beispiel bei mir, ob das ein Kurs war, oder es gibt auch Bücher dazu, begleitende Kurse und wie zum Beispiel ihr mit Happy Immo, seid da ja eine super Adresse. Es ist einfach wichtig, vor Hilfe nicht zurückzuscheuen. Und dann gibt es auch Honorarberaterinnen und ja, viele Adressen, wo man wirklich gut fragen kann und gute Antworten bekommt. Also es ist wirklich okay, nichts zu wissen und sich nicht auszukennen. Aber es ist weniger okay, das dann eben nicht zu akzeptieren und nichts zu tun und dann in der Altersarmut im schlimmsten Fall zu landen. Sondern es ist wichtig, was dagegen zu machen, einfach anzufangen. Und am besten glaube ich eben mit, mit einem Kurs oder so einer Reihe, die ihr gerade mit Happy Immo ja aufbaut, sodass man da auch ein bisschen Accountability dabei hat.
Das ist super spannend, was du da sagst, denn das passt genau zu unserem Thema. Maja und ich haben die Mission, Frauen zu helfen, ihren eigenen Weg zu gehen. Zu lernen, wie sie ihre erste Immobilie finden, finanzieren und dann abgesichert erwerben. Das ist viel leichter, wenn man gut informiert ist, und das am besten noch von Frau zu Frau. Ich wollte dich aber noch fragen, Christina, wie man dich supporten kann. Ich habe gesehen, ihr habt dieses Visionary-Programm.
Was ist das? Voll gut, dass du fragst. Bei uns, wir haben genau einmal die Visionaries, das sind Individuen und auch Unternehmen, die uns mit Herz, aber auch finanziell unterstützen, die sagen, wir finden so wichtig, was ihr als von Frauen gründet, so feministische Organisation, euer Einsatz für Frauenrechte in internationaler Politik finden wir so wichtig, wir wollen für mindestens 3 Jahre euch da unterstützen. Und das wäre großartig. Wir haben jetzt irgendwie seit Kurzem so ein paar Berliner Startups auch dabei, die da dabei sind und ganz tolle Individuen. Also das wäre großartig, wenn da jemand Interesse hat, einfach dann wahrscheinlich auf mich zu kommen. Christina mit K. Luntz googeln und dann kann man mich ganz gut erreichen oder bisschen lowkey eher, haben wir auch ein Membership-Mitgliedsprogramm. Und da freuen wir uns auch über jede Person, die Mitglied bei uns wird und uns damit mit einer monatlich viel kleineren, sehr viel kleineren Beitrag eben auch unterstützt. Im Gegenzug von uns ganz eng informiert wird, was bei uns gerade passiert, was in dem Themenfeld die neuesten Entwicklungen sind. Genau, da eine übliche Spende geht auch ganz einfach über unsere Seite.
Also an alle, die das jetzt gehört haben, Googelt Christina Luntz, googelt Center for Feminist Foreign Policy und unterstützt Christina und ihre Organisation.
Erfolg, Ruth! Thank you!
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