Let’s talk Feminismus mit Angela Hornberg!
15 Jul 2022 · 26 min
In this episode of the Happy Immo podcast, host SPEAKER A interviews Angela Hornberg, an Italian‑born headhunter, mentor and feminist coach active in Germany. Hornberg explains why many women still accept lower status and how self‑determination, the willingness to want something, and especially the skill of confrontation are essential for empowerment. She shares concrete coaching experiences with two female founders who challenged unjust promotion blocks during the COVID‑19 pandemic, illustrating how asking the right questions can overturn corporate decisions. Hornberg also recounts the professional backlash she faced after publishing provocative feminist articles in 2014/15, which led to the loss of major DAX clients, highlighting the economic risks of speaking out. A central theme is the role of real‑estate ownership as a safety net: Hornberg bought a Westend apartment with her father’s help, used it as an investment, and later turned it into a shared flat (WG). The WG provided financial stability, social connection, and personal freedom, reinforcing her belief that property can enable, rather than restrict, women’s independence. Throughout the conversation, Hornberg offers practical advice for women to “learn to fly” in their careers: (1) cultivate dreaming and visualize future scenarios, (2) break long‑term goals into incremental milestones, and (3) build alliances with like‑minded allies. The episode ties these personal narratives to Happy Immo’s mission of empowering women through property ownership and gender‑balanced communication.
Chapters
Willkommen bei Happy Immo, dem Interview-Podcast für Frauen und Immobilien. Heute hörst du die Immo-Stories von Frauen, die sich trauen. Komm mit uns auf die Reise, kauf dir deine Immobilie und werde unabhängig. Los geht's! Heute sind wir zu Gast bei MS Music in Offenbach. Hier wird der Sound für die brandaktuellsten Computerspiele aufgenommen, wie Call of Duty und World of Warcraft. Auch Künstlerinnen wie die Weather Girls, die Fantastischen Vier und Thomas Kretschmann haben schon mal hier gearbeitet. Vielen Dank, Michael Turunski, dass wir da sein dürfen.
Danke, Michael.
Angela Hornberg ist heute unser Gast bei Happy Immo. Angela, du bist Italienerin und eine moderne Feministin. Du verkörperst für mich das Thema Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen und Männern zu 100%. Du ermutigst Frauen, sich zu trauen, über ihren Schatten zu springen. Und das als Headhunterin, Mentorin und Coach. Die Zeit mit dir in Frankfurt war für mich sehr, sehr wertvoll. Ich habe in der Zeit gelernt, mich durchzusetzen. Ich habe gelernt, mich in der Männerwelt wirksam zu bewegen. Ich war nicht die Einzige aus unserer Frauengruppe, und einige davon sind jetzt Vorstände, sind in den Aufsichtsräten und auch in DAX-Unternehmen. Aber ich weiß, in deinen Augen sind wir Frauen noch nicht ganz so weit, oder definitiv nicht weit genug. Und als Italienerin engagierst du dich in Deutschland zu 1000% für das Thema Frauen. Wie kam es dazu?
1000% ist gut. Vor allem finde ich genial, and you're making my day and my month and my year, wenn du mir sagst, dass tatsächlich etwas übrig geblieben ist und das was gebracht hat, dass ich euch ermutigt habe. Dich ganz besonders, aber auch andere. Das natürlich, das macht mich wahnsinnig stolz. Wie kam dazu? Dazu? Ja, andersrum, wieso kommen die anderen nicht dazu? Das ist, was mich erstaunt, dass viel zu viele Frauen immer noch einfach hinnehmen, als weniger wert wahrgenommen zu werden und als solche auch behandelt zu werden. Also es ist nicht, dass ich was Besonderes tue. Ich frage mich, warum nicht viel mehr Frauen für sich stehen. Und sich selber verstehen, wie toll und wie hübsch und wie intelligent und wie viel Gutes in der Welt machen können.
Das haben wir auch gemeinsam gut eruiert, als wir diese Kurse mit Peter Modler, Marion Knarz gemacht haben. Das Thema Gender Communication. Und das hast du ja quasi angefeuert.
Ich habe sehr viel immer pro bono auch in den letzten Jahren gearbeitet für und mit Frauen. Mir sind in den letzten Monaten zwei Begriffe, also drei Begriffe, sagen wir so, aufgefallen, wo ich merke, dass die Frauen ein bisschen zucken, wenn ich die erwähne. Selbstbestimmung, wollen, einfach etwas wollen, sich etwas wünschen und sich zu bewegen, um das hinzubekommen. Und das dritte Wort ist Konfrontation. Konfrontation ist eine der urigsten Formen der Sozialisierung der Menschheit. Es gibt die Liebe, es gibt die Freundschaft, aber es gibt auch die Konfrontation. Wir wollen beide das Gleiche? Na, schauen wir mal. Und ich habe festgestellt, immer wieder, dass Frauen, wenn es darum geht, was zu wollen, sofort bereit sind, etwas nicht zu wollen.
Ja, Frauen nehmen sich oft einfach zurück und die mögen Konfrontation eigentlich nicht.
Und dann kommt das Wort Konfrontation. Nicht nur mögen die das, aber Wie heißt es so schön? Der Teufel mit Weihwasser. Also das ist gar nicht, das ist eine Kategorie, die sie gar nicht kennen, die sie nie ausprobiert haben, wo sie nie dazu ermutigt wurden. Im Gegenteil eben, du darfst es nicht wollen. Du darfst dich nicht einfach auf den Weg machen, um etwas für dich zu bekommen.
Und wo setzt du da an? Also angenommen, eine Frau kommt zu dir als Mentor. Wie bringst du die Frau dazu, dass sie etwas will?
Erst mal, indem man sich klarmacht, dass sie es nicht können oder dass sie nie— nicht können ist falsch— dass sie nie darüber nachgedacht haben, dass eine latente Unzufriedenheit da ist, weil sie nicht wollen dürfen und sich nie in eine Konfrontation begeben dürfen. Sonst bekommen sie ein schlechtes Bild von sich selber. Und indem man die Unzufriedenheit klar macht und man die auf einige Ursachen zurückführt, dann kann man dran arbeiten.
Und wie arbeiten Frauen daran? Was sind die nächsten Schritte? Also sie erkennen, dass sie es nicht wollen. Schritt 2 ist, sie wollen es. Und was jetzt?
Ich gebe dir ein Beispiel, was mir dieses Jahr schon und letztes Jahr schon so passiert ist. Ich habe eine kleine Gruppe von Female Founders trainiert, ein Jahr lang, 4 Stunden im Monat. Und ich coache auch Frauen. Und das ist jetzt der Fall von 2 Frauen, die bei großen, bekannten, weltweit agierenden Beratungen arbeiten. Beiden wurden Beförderungen, als sie im 19 eingestellt wurden, ganz klar versprochen. Und dann kam März, April 20 und dann kamen sie jeweils zu mir, um mir zu sagen, die haben gesagt, dass dieses Jahr nicht geht wegen Covid. Okay, wie ich arbeite, ich frage einfach, okay, ich verstehe das nicht. Wo ist die Logik wegen Covid und keine Beförderung? Es leuchtet mich gar nicht ein. Und von dem, die haben ja gesagt, also ich wage gar nicht, das in Frage zu stellen. Ich wage gar nicht. Zu denken, na ja, was hat das damit zu tun? Ich wage gar nicht zu sagen: Lieber Herr Schmidt, bitte können Sie mir das erklären, was das eine mit dem anderen zu tun hat? Und jetzt gebe ich weiter, gehe ich weiter, weil das war auch so sensationell. Und deswegen ist diese Arbeit so schön, weil die sagen, die stellen fest: Ja, warum habe ich das nicht gefragt? Warum habe ich gesagt: I don't see the point? Wo bringen sie zusammen Covid und Beförderung? So, dann sind die hingegangen und haben gesagt: Für dich nicht. Beide vollkommen— die kennen sie nicht mal untereinander. Und beiden wurde gesagt: Ja, dieses Jahr gibt's für niemanden eine Beförderung. Und dann sind die jeweils zurück und die haben ja gesagt: Ja, dieses Jahr gibt's für niemanden Beförderung. Okay, ich gebe zu, bin ich vielleicht ein bisschen ketzerisch, weil ich habe gesagt: Du glaubst das? Du glaubst, dass dieses Jahr keine Beförderung geben wird? Okay, geh mal noch mal hin und frag mal nach.
Und was war das Ergebnis?
Dass eine tatsächlich in die nächste Runde kam. Oh, super! Weil sie hatte, es gab andere Sachen, sie hat weiter insistiert bei ihrem Berater, bei ihrem Mentor, weil sie ist ganz oben gegangen zum Managing Director. Und die andere hat dafür ein wahnsinnig großes Paket an Coaching bekommen, weil tatsächlich die Beförderungsrunde war vorbei, sie kam zu spät. Aber, und dann ist sie hingegangen und hat gesagt: Gut, also keine Beförderung. Was kriege ich dafür? Was kriege ich anstattdessen? Weil zu lange kann ich nicht warten.
Perfekt, Angela. Das kenne ich ja von dir. Du stellst Sachen einfach infrage. Wenn etwas in unserem beruflichen Leben passiert, man sollte es nicht einfach so hinnehmen, sondern man stellt es infrage. Man konfrontiert auch ein bisschen, weil dann kriegt man das Beste für sich raus. Und so machst du es auch. Und du hast dich auch sehr viel eingesetzt, auch in der Presse für das Thema Frauen. Du setzt dich permanent dafür ein. Was bringt dir das? Was bringt dir dieses Engagement? Kriegst du auch Unterstützung?
Ich kriege Gegenwind. Ich habe, als ich anfing, tatsächlich, als die ersten Artikel, die ich geschrieben habe, veröffentlicht wurden, ich habe innerhalb einiger Monate zwei ganz große DAX-Kunden verloren. Und ich habe Jahre gebraucht, um die chronologische Korrelation zu verstehen. Da mir nie gesagt wurde, dass es daran lag, dass ich anscheinend sehr provozierende Artikel in eine ziemlich konservative Zeitung, so wie die Süddeutsche Zeitung, also so ketzerisch können die auch nicht gewesen sein, sonst wären sie gar nicht von der Redaktion angenommen worden. Mir ist nie gesagt worden, dass es daran lag. Ich wurde gewarnt, Davor und danach von gutmeinenden Freundinnen. Ich habe gelacht, weil ich habe gedacht: Nee, was soll das? Ich meine, wir sind eine Demokratie, meine ich. Mir wurde gesagt, zumindest. Also solange man nicht jemand beleidigt oder was Unrechtes sagt, kann man schon die eigene Meinung sagen. Aber dass man wirtschaftlich bestraft wurde, das hätte ich nie gedacht.
Was war dieser Artikel und wann hast du es veröffentlicht?
Das Jahr war 2014, 2015. Ich kann mich echt nicht mehr daran erinnern. Eine war das: Ein Rock geht durch Deutschland.
Ein Rock geht durch Deutschland. Und für diesen Artikel wird man teilweise so bestraft, dass man letztendlich eine wirtschaftliche Sicherheit oder finanzielle Sicherheit, die du durch diese Mandate hattest, weggenommen wird.
Als würde meine wirtschaftliche Basis mir entzogen. Als selbstständige Personalberaterin, Unternehmerin, die natürlich von ihren Mandanten lebt. Aber wie gesagt, ich habe— und vielleicht ist alles ein Zufall.
Natürlich ist vielleicht alles ein Zufall. Aber ich finde, dass das auf jeden Fall ein gutes Thema war, was du damals aufgegriffen hast. Weil du hast etwas gesagt, was sich nicht jeder oder jede getraut hätte. Ich hätte mich zu dem Zeitpunkt auch nicht getraut. Ich bin eher jemand, der auf Sicherheit achtet und sich zurücknimmt ab und zu und sich anpasst. Und das schätze ich an dir sehr, dass du das anders machst, dass du deine Meinung sagst und du dadurch— ich weiß, du weißt es auch, du polarisierst, aber dafür setzt du auch einem extremen—
Ich setze andere Grenzen für die öffentliche Diskussion einfach. Aber Ich wiederhole und ich bin zutiefst davon überzeugt, wir sind eine Demokratie. Und in der Verfassung ist alles schön geschrieben, was man darf und was man nicht darf. Und weißt du, wenn ich höre, dass du dich nicht traust, öffentlich deine Meinung zu sagen, werde ich ganz, ganz, ganz traurig. Weil das ist keine gelebte Demokratie. Du hast recht übrigens. Wie gesagt, ich habe das am eigenen Leib erlebt, dass man wirtschaftlich bestraft wird. Und ich kenne viele Frauen, die viele Geschichten zu erzählen hätten, die sich genauso nicht trauen. Weil vor Gericht musst du Beweise bringen, schwer zu finden. Wie kann man Mobbing beweisen? Wie kann man Lächeln hinter dem Rücken beweisen? Wie kann man Unterbrechungen während eines Meetings beweisen? Und das, wie gesagt, das machen. Und aber keiner traut sich zu sagen, in dieser Firma war echt Nicht gut. In dieser Firma habe ich mich sehr unwohl gefühlt. In dieser Firma wurde ich gar nicht ernst genommen. Wie kann man das beweisen? Und deswegen traut sich keiner. Und ich wiederhole, das macht mich sehr, nicht nur traurig, es deprimiert mich und es bringt, glaube ich, uns alle zum Nachdenken, was wir eigentlich unter Demokratie meinen.
Ich kann das sehr nachempfinden. Und erst jetzt, wo ich eine gewisse finanzielle Sicherheit hinter mir habe, Fühle ich mich auch frei, so etwas zu starten zusammen mit Anna Iß wie Happy Immo, diesem Thema Vermögenslücke eine Voice zu geben, eine Stimme zu geben und die Frauen dazu zu bewegen, sich zu trauen. Das ist auch unsere Mission.
Und das ist großartig, weil du machst es genauso, wie ich das mir schon seit 30 Jahren wünsche. Leider aber viele Frauen, die einen steinigen Weg hinter sich bringen und irgendwann tatsächlich doch eine einigermaßen stabile Wirtschaft wissenschaftliche Sicherheit erreichen, ja, ab dann interessiert die alles nicht mehr.
Und was ist bei dir dann passiert? Also du hast diesen Artikel veröffentlicht, dir wurden diese Mandate entzogen. Wie hast du das überlebt?
Na gut, das war natürlich jede Menge Rackern. Damals habe ich den Satz gedacht: Ich habe gelernt, Wasser aus den Steinen zu pressen. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich das die große Stütze hatte, schon selber meine Immobilie zu besitzen. Und das war, weißt du, ist erst mal ein Gedanke weniger. Ich muss natürlich für mein Darlehen bezahlen und so weiter, aber das ist etwas, was mir gehört und was, wenn alle Stricke reißen, immer noch da ist als Vermögen.
Das finde ich an Immobilien auch sehr wichtig, weil die geben uns die Stütze, die Sicherheit, diesen Halt. In schwierigen Situationen wie in deiner Situation. Und man kann dann die Zeiten auch besser überstehen, weil man muss jetzt nicht eine neue Immobilie suchen oder eine kleinere Wohnung. Oder du könntest sogar, weil deine Wohnung ist ziemlich groß, auch Teile deiner Wohnung vermieten.
Wie du wohl weißt, was heißt vermieten. Aber ich habe diese Wohnung schon sehr lange und dann war ich ausgezogen, weil es war eine Trennung von meinem Mann. Dann habe ich die vermietet. Und irgendwann habe ich gedacht, vielleicht wäre es schön, wieder in dieser Wohnung, die ich wirklich sehr gerne mag, zu wohnen. Aber was heißt aber? Und ich liebe das, was eine große Küche gibt, ein großes Wohnzimmer gibt. Es gibt einfach Platz. Und ich hatte festgestellt, mir tat es Not, nicht nur gut, aber Not, Menschen näher an mich zu haben. Um nicht in irgendwelche Gewohnheiten zu verfallen, die alt machen. Und das ist ganz gut, war für mich tatsächlich, mich mit Menschen im Alltag zu konfrontieren, natürlich die zu genießen, weil ich habe das immer aus Freundeskreis gefunden, also Menschen, die auf jeden Fall ähnliche Interesse hatten und auf jeden Fall ähnliche Werte, das ist klar. Aber wo natürlich man manchmal denkt, Ach, das gibt's nicht, meine Flasche Wein ist wieder weg. Oder, wobei bei der Flasche Wein gab es Regeln, aber zum Beispiel, wenn, keine Ahnung, der Aschenbecher nicht so ist, wie ich möchte, oder dieses und jenes, dass man einfach toleranter bleibt in ganz banalen kleinen Sachen. Und das alleine Wohnen, glaube ich, hätte mich sehr eigenbrötlerisch gemacht. Und irgendwann, gut, bin ich schon selber sowieso ein bisschen bizarr, aber das wäre, glaube ich, noch gefährlicher gewesen. Als wenn ich die ganze Zeit alleine gelebt hätte. Außerdem, ich muss ganz ehrlich dazu sagen, dass die WG hat mich vor schlechten Beziehungen gerettet. Ach echt?
Das ist ja interessant.
Oder bewahrt, weil das Leben in der WG ist schon so schön und rund und man hat Menschen, die man so wie Cousinen und Cousinen, die man mag. Jeder macht seine Sache, aber sie schön um sich herum zu haben, dass man nicht unbedingt die Sehnsucht hat, jemand bei sich zu haben.
Und vor allem die falsche Person bei sich zu haben.
Ganz genau. Die Gefahr ist, dass man die Falsche hat. Und auf die Art und Weise habe ich nur großartige Beziehungen, seitdem ich in der Wohnung bin.
Oh, super. Das ist ja—
Aber tatsächlich zu wissen, dass ich diesen Hafen hatte und dass dieser Hafen auch einen großen monetären Wert hat, das war definitiv etwas, was mich den Rücken gestärkt hat und mich— und jetzt kommt natürlich auch ein wichtiges Wort— Was mich frei, frei im Sinne von unabhängiger, freier auch zu sagen, was ich denke.
Aber erzähl noch mal, wie es zu dieser Wohnung überhaupt kam. So deine Immo-Story sozusagen. Und wann du dich entschieden hast, das Thema WG zu gestalten.
Die Wohnung habe ich 3 Jahre lang gesucht im Westend. Die Wohnung wurde ganz am Anfang von meinem Vater, als ich geheiratet habe. Mit unterstützt. Das war sein Hochzeitsgeschenk an das junge Glück. Das junge Glück ist einige Jahre später eingezogen, weil davor, also 3 Jahre gesucht, dann noch 2 Jahre gewartet, weil jemand drin gewohnt hat. Und dann durften wir einziehen. So, ein Jahr später bin ich ausgezogen.
Nicht wegen der Wohnung. Aus deiner eigenen Wohnung bist du ausgezogen?
Ja klar, weil die Ehe war in der Krise.
Ach so, aber wie muss man, warum musst du aus deiner Wohnung ausziehen?
Also wenn du das Ganze wissen willst, bin ich eines Morgens aufgestanden und ich habe gedacht, entweder bringe ich ihn um oder mich um. Und bevor hier Blut fließt, ziehe ich lieber aus und zwar ganz schnell.
Weißt du, wir hatten eine Richterin in unserem Podcast, die Tina, und sie hat gesagt, Immobilien sind sicherer als die Ehe.
Ja, stimmt. Stimmt. Arbeit ist aus Sicherheit. Also ein Job, der dir Spaß macht, gibt viel mehr zurück und ist stabiler als eine menschliche Beziehung.
Okay, also du bist ausgezogen, dann habt ihr vermutlich euch getrennt und dann hast du dich wieder eingezogen?
Nein, weil natürlich 200 Quadratmeter, was soll ich damit? So weit war ich noch nicht zu sagen, wir gehen. Außerdem, ich hatte eine kleine Wohnung. Also mein ganzes Leben war einige Jahre ziemlich im Fluss. Auch beruflich habe ich zum ersten Mal meine Firma, meine erste Firma, mit einem Freund aus London gegründet. Also es war alles sehr transformierend, sich transformierend. Und eines Tages, dann habe ich mich von einem eben nicht gut passenden Freund getrennt. Ich habe die Wohnung vermietet an tolle Leute. Es war ein Spanier und seine amerikanische Frau und dann ein junger Investmentbanker. Und ich habe mich eben von diesem Freund getrennt und ich habe gedacht, die Wohnung wurde frei, weil die gingen nach London. Und da habe ich gedacht, vielleicht sollte ich doch einziehen, vielleicht sollte ich doch, ach, probieren wir mal. Also probieren kostet nichts. Und ich habe Parole gegeben im Freundeskreis und innerhalb von 10 Tagen kamen ein, auch ein Banker, ein Private Banker, ein paar Jahre älter als ich, aber verrückt viel verrückter als ich, der auch aus einer Scheidung kam. Der hatte ein bisschen draußen gewohnt und der wollte wieder in der Stadt wohnen. Und da fanden die den ganz charmant. Und ein junger 28-jähriger Italiener, der zum ersten Mal im Ausland war. Und er hatte für ein DAX-Unternehmen hier in Frankfurt gearbeitet. Und der fand es eigentlich ganz gut, ein bisschen Familie um sich herum zu haben. Weil als Italiener ist man nicht ganz alleine. Und das Lustige war, dass der Privatebanker und der Italiener so wie Patt und Patterchen geworden sind. Und die haben sich eine Vespa gekauft und die haben da total dran getunt und so weiter. Und wir haben uns gesagt, okay, wir waren alle drei WG-Unerfahren. Also es war wirklich nur eine Idee. Ich habe als Studentin immer alleine gewohnt. Ich hatte mein eigenes Zimmer. Ich habe nur in der Ehe mit meinem Mann gewohnt, sonst eben nicht. Wir waren alle drei total WG-Unerfahren. Und wir haben uns aber ganz klar gesagt, oder ich habe ganz klar gesagt, Eins ist klar, bitte. Also wir probieren es und wenn es nicht geht, dann nach 2, 3 Monaten lösen wir das auf. Okay, muss ich dazu sagen, ich habe sofort für eine Haushaltshilfe zweimal die Woche gesorgt, weil, weil gut, weil ich glaube, es ist wichtig, solche Dinge einfach zu outsourcen. Ja, und das war großartig. Es war von vornherein großartig.
Und dann— Das ist ja spannend. Also du hast quasi Die Wohnung gekauft, Eigenkapital kam als Hilfe von deinen Eltern. Das ist schon mal ein positiver Punkt. Das könnten ja viele von unseren Zuhörerinnen, auch wenn sie jünger sind, könnten sie sich ja diese Hilfe holen von den Eltern. Dann hast du die Wohnung gekauft. Du hast sie erst mal als Eigentumswohnung genutzt, zusammen mit deinem Mann. Dann bist du ausgezogen. Und habe vermietet. Genau. Die Wohnung war eine Investition.
Absolut.
Und dann bist du wieder eingezogen, dann war es wieder Eigentumswohnung mit einer Komponente der Investition, weil du sie ja auch vermietet hast.
Und ist auch ein Teil des Lebensstils geworden. Also es hat meinen Lebensstil stark beeinflusst.
Ja, und ich habe viele Nächte und Abende bei dir auch verbracht, auf deiner großen Couch und in dieser schönen Küche. Und wir haben viel gesprochen, auch über Frauen und Männer und alles Mögliche. Das wünsche ich mir nämlich auch für mich für die Zukunft. Irgendwann ist es mein Traum, mit Gleichgesinnten zusammenzuleben, zusammen zu kochen, schöne Gespräche zu haben.
Sich zu nerven.
Sich auch zu nerven.
Genau. Ohne Scherz. Es war die klügste Entscheidung, die ich für mein privates Leben in den letzten 30 Jahren getroffen habe. Auch nach dem Heiraten. Heiraten ist nicht so gut gelaufen, aber Ich bereue das trotzdem nicht, weil es war wirklich eine gute Entscheidung. Aber die WG hat so stark meinen Alltag, meine Person wahrscheinlich auch beeinflusst, weil erst mal tatsächlich hast du Platz. Das heißt, du kannst jederzeit eine Bande von 10 oder 20 Leuten sagen, heute Abend bei mir. Und das ist wieder diese Unabhängigkeit, Freiheit. Du hast es, es ist Platz da. Zum Zweiten tatsächlich war, dass man sich ein bisschen gegenseitig nervt, aber das ist ganz erzieherisch.
Nur wenn man sich nervt, kann man auch wachsen, oder?
Man muss lernen, die Dinge anzusprechen. Das ist ganz gut. Man versucht, das vorher zu sagen, bevor man explodiert. Man fragt sich aber: Kann ich das aushalten? Oder vielleicht doch nicht? Aber vielleicht kann ich das doch aushalten, nur ein bisschen weniger pingelig sein und so weiter. Also das ist wirklich eine Reihe von Sachen, die da wichtig sind.
Und ich höre schon, Angela, dass du es unseren Podcast-Gästen total empfehlen würdest, so eine WG zu starten. Was wären für dich so die Top-3-Gründe, so eine WG in einer Wohnung zu starten als Eigentum und Investition?
Als Eigentum und Investition immer. Immer, immer. Weil wie gesagt, danach kann man auch andere Sachen mit den Ersparnissen. Machen und muss man. Aber dieser Grund und Boden hat mir persönlich, und ich glaube, würde das auch viele Frauen tatsächlich erst mal kunden, Rücken stärken. Das heißt stärker sein, das heißt besser. Wenn der Rücken stark ist, bist du, kannst du besser auf deine Füße stehen. Das sind alle Analogien, ja. Und das heißt, du kannst auch besser gehen. Du kannst besser laufen, du bist freier.
Du kannst deine Träume leben.
Viel eher traust du dich dann zu fliegen. Weil du hast vorhin ganz richtig gesagt, erst mal war für das Ehepaar mit eventuell Kindern, die nicht gekommen sind, gedacht. Und deswegen auch die große Fläche. Dann war tatsächlich ein Investitionsobjekt, als ich das vermietet habe. Und dann ist tatsächlich ein Teil meines Lebensstils geworden, hat es mir ermöglicht, ein bestimmter Lebensstil eben mit der WG zu führen. Ich glaube, ich finde es manchmal traurig, wenn die Leute sagen, ja, weil eine Immobilie, die fesselt, das macht, da kann man sich mehr bewegen. Wo ich denke, was, das ist genau umgekehrt, eine Immobilie macht frei. Und ich sehe das oft verbreitet, dieses, ich kaufe ergo bleibe ich. Und ich denke, nein, eine Immobilie ist eben, ist ein Objekt. Das heißt, du kannst es kaufen, du kannst es benutzen, du kannst es vermieten und du kannst es verkaufen. Und das ist, was ich mir vielleicht wünschen würde jetzt für deine Hörerinnen und Hörer, dass eine Immobilie wirklich als etwas ist, was nicht fesselt, im Gegenteil, was das Fliegen ermöglicht.
Genau, das ist auch unsere Mission bei Happy Immo, dass Frauen durch Eigentum fliegen lernen.
Ganz genau.
Liebe Angela, dieses Fliegen lernen, das machst du ja auch im Beruflichen, und deswegen möchte ich dich bitten, hier auch deine Top-3-Tipps zu geben. Wie können Frauen fliegen lernen im Beruflichen, weil das machst du tagtäglich. Das hast du auch mit mir gemacht.
Number one: Erlerne wieder das Träumen. Leiste dir, in deinem Kopf dich in ganz unterschiedlichen Szenarien zu sehen. Das ist das Erste. Das Zweite ist gut. Und jetzt nehmen wir an, tatsächlich, ich erreiche das in 10 Jahren. Wie geht der Weg zurück? Also dann in 5 Jahre, dann in 2 Jahre, dann was muss ich nächstes Jahr erreicht haben? Tipp Nummer 3: Come to me. Nein, er muss nicht zu mir sein, aber hole euch Verbündete. Verbündete, die genauso zögerlich träumen, die genau zögerlich sind. Zusammen seid ihr stärker. Zusammen macht ihr euch Mut und zusammen könnt ihr fliegen.
Danke dir, liebe Angela. Jetzt sagen wir unseren Podcastgästen bis zum nächsten Podcast. Ich aber übernachte jetzt bei dir in dieser coolen WG mitten in Frankfurt. Ich freue mich auf einen sehr guten italienischen Prosecco und Happy-Immo-Gespräche und auch deine neuen Mitbewohner kennenzulernen. Vielen Dank, dass du bei uns warst.
Komm bald wieder!
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