Let's talk Finanzen und Strategie mit Katja Roth!
12 Apr 2023 · 43 min
In dieser Folge des Happy‑Immo‑Podcasts interviewt Maja die erfahrene Money‑Strategin Katja Roth, die seit über 30 Jahren im Bankwesen tätig ist und aktuell in der Konzernstrategie der HellaBa arbeitet. Das Gespräch deckt sowohl Katjas persönlichen Werdegang – von familiären Finanz‑Einflüssen über frühe Führungsrollen bis zu ihrer heutigen Rolle als Strategin – als auch geschlechtsspezifische Erfahrungen in einer traditionell männlich dominierten Branche ab. Anschließend gibt Katja fundierte Analysen zum aktuellen Zinsmarkt, erklärt die drei‑Szenario‑Prognosen von Dr. Gertrud Traut und leitet daraus konkrete Empfehlungen für die Wahl von Zinsbindung, Tilgung und Laufzeit ab. Sie präsentiert praxisnahe Finanzierungshacks: frühzeitige Vorbereitung, vollständige Dokumentation, parallele Suche nach mehreren Finanzierungspartnern, Nutzung von Tilgungs‑ und Zinsrechnern (Baufi24, finanzfluss.de) und ein zweistufiges Verhandlungsverfahren, um bessere Konditionen zu erzielen. Weiterhin diskutiert sie Unterschiede zwischen Eigentums‑ und Vermietungsfinanzierung, gibt spezielle Ratschläge für Frauen (z. B. Vorbereitung, Chemie zum Berater, Risikowahrnehmung) und für ältere Kreditnehmer (Renten‑Planung, Einbeziehung von Kindern). Abschließend betont sie die Notwendigkeit, die Finanzierungsstrategie an die individuelle Lebensphase und langfristige Vermögensziele anzupassen. Der Podcast endet mit einem Aufruf zu Netzwerk‑ und Community‑Austausch über den Happy‑Immo‑Circle.
Chapters
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Willkommen beim Happy Immo Podcast. Bei Happy Immo ist heute die Money-Strategin durch und durch Katja Roth. Willkommen Katja!
Hallo Maja, ich freue mich, da zu sein.
Liebe Katja, du bist seit über 30 Jahren bei Banken tätig und das Thema Immobilienfinanzierung war lange Zeit dein Schwerpunkt. Du warst im Vertrieb auf der Kreditseite und hast dort die Risiken bei Immobilieninvestments von mehreren Milliarden Euro gemanagt. Du warst gerade mal 27 Jahre alt, als du deinen ersten Führungsjob übernommen hast und bist von dort die Karriereleiter immer weiter nach oben geklettert. Du bist seit über 10 Jahren bei der HellaBa, der Landesbank Hessen-Thüringen. Dort leitest du in der Konzernstrategie große strategische Projekte mit mehreren hundert Beteiligten. Und dein Herzensprojekt ist es, Frauen und Männer in ihrer persönlichen und vor allem finanziellen Entwicklung zu unterstützen. Wow, Katja, das ist echt ein Werdegang! Wie kam es dazu? Wie kam es dazu, dass du 30 Jahre dich mit dem Thema Finanzen beschäftigst und überhaupt in diesen Bereich reingekommen bist?
Maja, das ist ja, glaube ich, so wie ganz viel in den Biografien. Also unser beruflicher Werdegang wird, glaube ich, sehr stark von unserer Familie geprägt. Und bei mir war es so, mein Großvater war ein Finanzmensch, meine Mutter ist eine Finanz- Frau gewesen. Das heißt, sie hat in einem verarbeitenden Gewerbe, war sie dort die rechte Hand, hatte die Finanzbuchhaltung unter sich. Und sie war auch diejenige, die mich in meiner finanziellen Bildung schon sehr früh unterstützt hat und auch da auf den Weg geführt hat. Und so hatte ich, ich glaube, schon mit 16 oder so mein erstes eigenes Konto und hatte die ersten Berührungspunkte mit Banken und fand es immer spannend, was die Banken so machen. Und insofern glaube ich, war das dann ein folgerichtiger Schritt, dass ich dann auch Bankerin geworden bin. Und weil du sagst, Männerdomäne, ehrlich gesagt, als junge Frau habe ich das gar nicht so empfunden.
Ach wirklich? Und hattest du keine Herausforderungen? Haben dich alle so ernst genommen und so weiter? Weil ich höre das so oft von Frauen, auch Frauen aus unserem Bootcamp, dass die einfach beim Notar sitzen und nicht ernst genommen wurden, oder? Einfach bei einer Besichtigung der Makler sie nicht so ernst nimmt?
Also ich sag mal, unter Kollegen, glaube ich, war das nie ein Thema. Und auch als ich meine Karriere in der Kreditabteilung gestartet habe, da waren wir ungefähr pari besetzt, also Männer und Frauen. Ich glaube, es war dann eher so bei den männlichen Kunden, da auch nicht bei den älteren männlichen Kunden, die so vielleicht mich nicht ganz ernst genommen haben, sondern es waren eher so die Jüngeren. Kunden oder Männer, die ja für die das Thema Frau so ein Thema waren. Also da kam schon auch mal ab und zu so flotte Sprüche rüber, aber das hat, das hat, da habe ich mich eigentlich nie von irritieren lassen. Ich glaube, wichtig ist, wenn du in so eine Verhandlung reingehst und wenn du überhaupt über Finanzen sprichst, da ist das Thema, also da ist die Vorbereitung das A und O, und dann kannst du auch sehr viel selbstbewusster und souveräner auftreten. Und dann sollte das Thema Unterschied Mann oder Frau, also bin ich jetzt eine Frau als Verhandlungspartnerin oder bin ich ein Mann als Verhandlungspartner, überhaupt keine Rolle spielen.
Das ist interessant, weil ich habe schon andere Erfahrungen, vor allem wenn man die Karriereleiter hochgeht. Ich habe kaum weibliche Chefinnen gehabt, ehrlich gesagt, wenn ich so überlege, nur eine. Wie war es bei dir?
Als ich meine erste Führungsaufgabe mit 27 übernommen habe, da hatte ich tatsächlich eine weibliche Chefin. Und ich muss gestehen, ich habe extrem von ihr profitiert. Agiert, also wie sie, wie sie die Themen angeht und auch wie sie mich unterstützt hat in meinem ersten Führungsjob. Weil so der erste Führungsjob ist tatsächlich aus meiner Sicht jetzt rückblickend betrachtet wirklich die größte Herausforderung, weil du als aus deinem normalen Mitarbeiterdasein plötzlich eben in die Verantwortung für andere Mitarbeiter reingehst. Und die größte Hürde für mich war damals zu erkennen, dass ich nicht von mir auf andere schließen darf. Also ich musste damals erkennen, dass meine Energie, mein Tempo und mein Anspruch an mich, dass ich den nicht so eins zu eins auf jeden Mitarbeiter übertragen kann, sondern dass jeder Mitarbeiter sein Tempo, seine Energie und halt eben auch seinen Weg hat. Und das anzuerkennen und zu akzeptieren war, glaube ich, das größte Learning für mich in meiner ersten Führungsaufgabe.
Und wenn du sagen würdest, was sind so deine Top-3-Herausforderungen auf diesem Weg auf die Karriereleiter gewesen?
Also Herausforderung Nummer 1 war, mich selbst trauen. Also ich hatte durchaus Situationen, wo ich einen Job angeboten habe für das nächsthöhere Level, und da hatte ich totalen Schiss. Da habe ich gedacht, boah, ich kann das noch nicht, kann das noch nicht.
Das haben viele Frauen, dieses: Ich kann das nicht. Und eigentlich sind die schon überqualifiziert dafür.
Ja, also das ist echt verrückt, dass wir da so immer noch so ein bisschen so ticken. Ich hatte das wie gesagt damals auch und dachte: Das kannst du noch nicht, das kannst du noch nicht. Ich habe nur gesehen, was ich nicht konnte und habe gar nicht gesehen, was ich aber konnte, und habe das nicht in Verhältnis gesetzt. Gott sei Dank hatte ich damals einen männlichen Mentor, der zu mir gesagt hat: Meine Güte, keiner kann, wenn er einen Job antritt, alles sofort perfekt und wunderbar, sondern das ist ein Weg, den man durchläuft, und das lernst du auf dem Weg. Also jetzt trau dich mal. Und das habe ich dann auch gemacht. Also ich bin ihm gefolgt, also seinen Worten gefolgt, und habe mich dann auch getraut. Und das war genauso, wie er gesagt hat. Ich habe das während des Tuns gelernt und es ging super easy. Und das war, also ich war super happy, dass ich mich getraut habe. Also das wäre Learning Nummer 1. Traut euch. Und wenn ihr in so einer Phase seid vor dem nächsten Job, unbedingt. Also ich habe gerne an meiner Seite männliche Sparringspartner gehabt, weil ich eben auch in einer männlichen Domäne unterwegs bin und weil ich einfach auch diesen männlichen Blick gerne wollte und nicht so dieses in meiner eigenen Suppe Schwimmende und mir sagen Das kann ich noch nicht. Und soll ich mich wirklich trauen? Also da so ein bisschen halt eben auch jemanden, der mich ermutigt und unterstützt. Das wäre Learning Nummer 1. Learning Nummer 2, das ist wirklich dieses ganz Entscheidende: Niemals von dir auf andere schließen. Das ist wirklich kein guter Ratgeber, egal in welchem Job, egal auf welchem Karrierelevel, sondern da auch immer sehr gut darauf schauen, wo stehen deine Kollegen, deine Mitarbeiter, deine Vorgesetzten, und dich dann an deren Tempo und an deren Geschwindigkeit auch anpassen.
Das verstehe ich auch sehr gut, weil ich bin auch gewöhnlich sehr schnell und ich musste mich immer so ein bisschen anpassen, ne? Weil man kann nicht zu schnell sein, weil sonst nimmt man die Leute gar nicht mit.
Genau, also das ist wirklich auch dem anderen verständlich zu machen. Also ich hatte das, das häufiger auch, wenn ich mit Mitarbeitern gesprochen habe und die war, also weiß ich, kam aus einem Meeting raus und das war High Level keine Ahnung, mit dem Vorstand oder so. Und wir haben da auf sehr high Level diskutiert. Und dann kam ich in Gespräch mit einem Mitarbeiter und der fing so ungefähr: Ja, aber dann haben wir dieses Problem und wissen Sie, und dann habe ich mir überlegt, dass— und das war so, als wäre ich von einem ICE in einen Bummelzug gestiegen. Ich musste mich erstmal dieses Tempo, weißt du, so, das ist so ungefähr, als würde jemand den im ICE plötzlich die während voller Fahrt die Vollbremsung ziehen. Und das ist ja auch so etwas, da musst du selber erst mal umgehen. Also deswegen auch zwischen Meetings immer so 5 Minuten Pause, um selber wieder mal so ein Stück weit runterzukommen und dich vorzubereiten auf das nächste Meeting. Also das war Learning Nummer 2 und Learning Nummer 3 war Weitsicht walten zu lassen. Weitsicht dahingehend, was willst du wann erreicht haben, mit welchem Alter. Weil machen wir uns nichts vor, also früher so 60, 70 Stundenwochen war easy für mich, also überhaupt gar kein Thema. Heute 60 bis 70 Stunden die Woche plus mein Privatleben noch, das ist too much. Also da bin ich auch nicht mehr bereit. Also und wie gesagt, da ist auch so, dein Körper kann das dann nicht mehr so wie in jungen Jahren. Deswegen auch langfristig eine Karriereplanung Planung so anlegen. Und ich weiß, dass bei Frauen, die insbesondere halt auch Familie planen, dass die Karriere da komplett anders verläuft, weil einfach die Phasen da anders sind. Also die sind in den, in den jungen Jahren dann eher mit der Kindererziehung sozusagen zugange und kommen dann später in Führungsverantwortung rein. Und das ist dann tatsächlich dann auch noch mal ein zusätzlicher Spagat mit dieser Führungsverantwortung plus deine eigenen Energien lassen langsam Ja, diese 3 Tipps sind super gut.
Lieben Dank dafür. Und jetzt möchte ich mit dir in das Thema Finanzierung einsteigen, weil ich weiß, dass unsere Zuhörerinnen insbesondere in der heutigen Zeit total interessiert sind zu erfahren, was so eine Money-Strategin denkt. Die Zinsen sind ja hochgegangen, die Banken sind ein bisschen unsicher, aber das kannst du uns besser erklären. Wie siehst du die heutige Zeit?
Also da ich ja schon sehr lange in diesem Metier drinne bin, erschreckt mich die heutige Zeit nicht. Das hat es immer gegeben. Zugegebenermaßen die Geschwindigkeit, mit der die Zinsen seit, ich sag mal, Anfang letzten Jahres bis heute gestiegen sind, ich glaube, diese Geschwindigkeit ist neu. Also früher sind Zinssteigerungen immer deutlich langsamer verlaufen. Aber die Zinsmärkte oder auch die Kapitalmärkte unterliegen heute ganz anderen Gesetzmäßigkeiten als vorher. Das heißt also, dort sollten wir uns schon immer darauf einstellen, dass man nicht von der Vergangenheit auf die Zukunft ableiten kann. Was ich in solchen Phasen wirklich immer sehr empfehle, ist, und was ich tatsächlich nicht mag, wenn in der Presse steht, und die Zinsen sind dramatisch gestiegen und es wird zu einem Crash kommen, und ich weiß nicht was. Das ist mir alles zu überzeichnet, zu überzogen. Ich persönlich beobachte den Zinsmarkt immer sehr langfristig, und das heißt, ich greife da auf verschiedene Ressourcen zurück. Und eine meiner Lieblingsressourcen, auf die ich da zurückgreife, sind die Ausblicke von den Chefvolkswirten der diversen Banken. Und mein Favorite Chefsvolkswirt. In dem Fall ist es eine Frau, das ist die Dr. Gertrud Traut. Ja, sie ist bei der HeLaBa, aber ich würde sie auch toll finden, wenn ich nicht bei der HeLaBa beschäftigt wäre, weil sie liegt immer total treffsicher. Sie ist in ihren Prognosen immer extrem ausgewogen, und die Prognosen sind wirklich in 3 Szenarien dargestellt, und da kann ich mir ein Bild machen. Also das heißt, was heißt das genau für dich zum Beispiel?
Weil ich höre auch gerne die Gertrud und ich habe sie auch in unserem Podcast eingeladen. Was zeigen dir jetzt die Szenarien für dieses Jahr zum Beispiel?
Also das Szenario für dieses Jahr heißt ganz eng den Markt beobachten. Also das heißt, ich gucke immer sehr stark, was machen die Zinsen? Also wenn du jetzt guckst, wir haben auch dieses Jahr so eine gewisse Berg- und Talbahn schon gehabt. Zwar ist das jetzt in kleinen Schritten, aber dadurch, durch diese, durch diese ganzen neuen Dinge, die auf die Finanzmärkte und auch Zinsmärkte einströmen, kann, wenn du das, wenn du das jetzt mal vergleichst, jeder sagt, das ist wie Glaskugellesen. 50% sagen, die Zinsen werden wieder sinken, 50% sagen, die Zinsen werden wieder steigen. So, und dann bist du als derjenige, der jetzt eine Immobilienfinanzierung sucht, natürlich in der Zwickmühle und sagst: Oh mein Gott, auf wen soll ich denn jetzt hören? Und auf was soll ich mich denn verlassen? Das heißt, meine Empfehlung hier an alle diejenigen, die im Moment eine Immobilie kaufen wollen und auch finanzieren wollen: Ihr werdet nie den einen Moment finden, wo die Zinsen super duper sind, sondern Diese Entwicklung, die wir im Moment haben mit den höheren Zinsen, also die sind bei Weitem noch nicht so hoch, wie sie halt eben auch in der Vergangenheit schon mal waren. Also ich kenne durchaus Zeiten, wo auch Immobilienfinanzierungszinsen bei 5 bis 7% oder sogar 8% lagen, und da sind wir ja noch weit von entfernt. Aber nichtsdestotrotz, sie sind jetzt deutlich höher als das, was wir jetzt lange Zeit gewohnt waren, wo sie halt eben unter einem Prozent lagen. Das hat in der Vergangenheit also zumindestens, wo ich mich daran erinnern kann, in der Form noch nicht gegeben. Das heißt, da sind wir im Moment ein bisschen verwöhnt, ja. Und deswegen, wenn ich jetzt heute eine Immobilie kaufen würde, meine persönliche Meinung ist, ja, die Zinsen werden wieder sinken. Ob sie auf dieses alte Niveau zurücksinken von unter 1%, I don't know. Also kann ich mir im Moment nicht so ganz vorstellen, zumindestens nicht in den nächsten 2 bis 3 Jahren. Das heißt aber, ich würde schon, wenn ich jetzt zu dem, ich persönlich zu der Meinung komme, ich gehe davon aus, dass die Zinsen in den nächsten paar Jahren wieder sinken werden, würde ich im Moment eine Zinsbindung, relativ kurze Zinsbindung wählen. Also für Privatpersonen ist glaube ich das Maximum, was man abschließen kann, oder das Minimum, was man abschließen kann, 5 Jahre. Dann würde würde ich jetzt auf die 5 Jahre gehen. Wenn du eine Finanzierung findest, wo du die ganze Zeit variabel bleiben kannst, dann würde ich variabel bleiben und würde die Zinsen nicht festschreiben. Würde aber dann sehr eng, ähnlich wenn du Aktien hast, dann guckst du ja auch die Entwicklung des DAX, des Dow Jones und wie die ganzen Börsen heißen und Börsenindizes heißen. Guckst du dir ja auch immer regelmäßig an. So würde ich das mit den Zinsen auch machen und würde dann, wenn ich denke, gut, jetzt ist ein Niveau gekommen, wo ich denke, alles klar, jetzt schreibe ich wieder fest, dann würde ich auch, je nachdem, was du mit der Immobilie vorhast, auf 5 oder 10 Jahre, manche mögen auch 15 Jahre, ist jetzt nicht so mein Ding, würde ich dann halt eben festschreiben. Das wäre meine Strategie.
Sehr interessant, was du sagst, weil für Immobilienprofis, und da zähle ich mich jetzt dazu, würde ich das definitiv auch so empfehlen. Und ich habe tatsächlich den letzten Kredit, den ich verlängert habe, habe ich variabel verlängert und warte jetzt, dass die Zinsen fallen. Und ich habe mir jetzt auch die Zinskurve angeguckt und man sieht, dass in 15, in 20 Jahren der Zinssatz unter 3% ist und eher Richtung 2% für 3-Monats-Euribor. Aber unseren Zuhörerinnen, die Anfängerinnen sind, empfehle ich erstmal eine Sache, und die ist ganz, ganz wichtig: Die Miete muss Zins und Tilgung decken. Und das ist ein smarter Kauf. Und wenn die das machen, ist es eigentlich egal, wie langfristig der Zinssatz gesichert ist. Und sicherer für Anfängerinnen wären ja 10 Jahre, was ja die Banken am üblichsten auch machen. Ich weiß jetzt nicht, ob ich einer Anfängerin wirklich 5 Jahre oder variabel empfehlen würde. Was sagst du dazu?
Also Maja, das sehe ich anders. Also was ich in so einem Fall tatsächlich empfehlen würde, dass die Anfängerin tatsächlich mal mit einem Tilgungsrechner spielen. Also da gibt's im Internet wirklich inzwischen ganz tolle Plattformen, wo es auch entsprechende Zins- und Tilgungsrechner gibt. Mein Favorit ist da Baufi24. Ich mag den Rechner eigentlich ganz gerne, weil dann kannst du sowohl den aktuellen Zins dir von Baufi24 vorgeben lassen, oder du kannst einen fiktiven Zins angeben lassen. Ich glaube, finanzfluss.de hat auch ein ganz gutes Tool. Aber wie gesagt, mit den verschiedenen Wahlmöglichkeiten bin ich eigentlich im Moment, ist mein ist im Moment, ich sage immer im Moment, weil da gibt es auch, wenn ständig neue Sachen kommen auf den Markt, aber im Moment ist es BAföG 24. So, und dann sollte eine Anfängerin sich mal durchrechnen, was, was du gesagt hast, unterstütze ich. Also Zins und Tilgung müssen durch die Miete gedeckt werden, sofern es sich um eine vermietete Immobilie handelt. Wenn es halt eine eigengenutzte Immobilie ist, dann da haben wir noch mal eine ganz andere Strategie. Aber bei einer vermieteten Immobilie würde ich dann einfach mal rechnen, auf dem aktuellen Zinsniveau plus eine entsprechende Tilgung. Was bedeutet das? Und was bedeutet das, wenn ich auf 5 Jahre gehe? Oder was bedeutet das, wenn ich auf 10 Jahre gehe? Ich würde einfach mal rechnen oder würde dann euren Kunden empfehlen, das tatsächlich mal an einem Beispiel durchzurechnen. Und dann nimmt das nämlich auch ein bisschen die Angst und du hast dann wirklich klare Zahlen, Daten und Fakten vor dir und musst die dann halt eben einfach in den Kontext setzen mit dem, was auch deine Strategie für die fremdvermietete Immobilie ist. Also soll sie denn später mal für deine Altersvorsorge dienen, oder spekulierst du darauf, dass der Wert extrem steigt und du die Immobilie nach 10 Jahren mit einem satten Gewinn verkaufst. Also was ist die Strategie? Und anhand der Strategie für die Immobilie würde ich immer auch meine Finanzierung gestalten.
Ich höre hier die Money-Strategin. Du liebst dir wirklich Gedanken zu machen, auch über die zukünftige Strategie, und das finde ich auch total wichtig. Ist vielleicht ein bisschen komplizierter, das jetzt in diesem Gespräch alles zu erklären. Deswegen würde ich dich gerne erstmal so ein paar einfache Fragen stellen, weil du hast ja auch selbst Wohnungen gekauft und sozusagen in Immobilien als Kapitalanlage investiert. Wie gehst du beim Thema Finanzierung um? Was sind so deine, deine Hacks, die wichtigsten Hacks, wie du erfolgreich eine Finanzierung verhandelst und bekommst?
Also der wichtigste Hack wirklich, und das ist, also schreibt euch das auf große Lettern, ist: Fangt so früh wie möglich an, schon im Prinzip parallel zu der Immobiliensuche, euch mit dem Thema Finanzierung auseinanderzusetzen. Also im Sinne von, will ich 5 Jahre, 10 Jahre, 15 Jahre finanzieren, was kostet mich das in etwa? Führt schon mal so ein bisschen Market Research durch, sprecht mit eurem Netzwerk, Netzwerk? Was sind gute Finanzierungspartner? Wo haben eure Netzwerkpartnerinnen die entsprechend guten Erfahrungen gemacht? Mit welcher Bank? Mit welchem Finanzierungsvermittler? Und so, dass ihr schon mal wisst, okay, ich habe hier einen Pool von 3 bis 5 Finanzpartnern, mit denen ich dann reden möchte, wenn ich klarer bei der Immobiliensuche bin. Zweitens, macht eure Unterlagen entsprechend fertig, also alle Bonitätsunterlagen, die es da braucht, also über euer Einkommen, Vermögen, und das für die letzten 3 Jahre. Das braucht ihr dann halt eben, wenn es konkret wird mit der Bank. Und wenn ihr klarer seid mit der Immobilie und sagt, wow, das könnte eine sein, die würde ich gerne kaufen, dann würde ich schon, bevor ich die erste Kaufverhandlung führe, schon mal mit meinen Bankberatern oder Finanzierungsvermittlern sprechen würde, sagen: Hier, das sind, das sind die Indikationen. Welche Finanzierung wäre da machbar? Was wäre der Zins? Kriege ich die Finanzierung? Ja, nein. Sodass ihr, wenn ihr in die erste Kaufvertragsverhandlung reingeht, und das wäre im Prinzip Tipp Nummer 3, da braucht ihr mindestens schon mal eine mündliche Zusage von einem der Finanzierungspartner, dass sie sagen: Jawohl, alles klar. Weil das verschafft in der Kaufverhandlung so eine Souveränität, die ist mit nichts zu schlagen. Weil wenn ihr dann ganz easy sagen könnt, alles klar, von mir aus können wir nächste Woche zum Notar gehen und können den Kaufvertrag protokollieren, das verschafft euch so einen Vorteil, dass das ist der Turbo in jedem Immobilienkauf. Meine Erfahrung ist, dass die Menschen das halt eben gerne andersrum machen. Also sie wollen sich erst die Immobilie halbwegs sichern, das heißt, sie haben schon die ersten Verhandlungen geführt, und dann fangen sie an, nach der Finanzierung zu suchen. Und das ist ein Weg, den würde ich genau umkehren. Das ist meine, meine Erfahrung. Das habe ich immer so gemacht, egal ob ich jetzt, ob das damals war bei fremdgenutzten Immobilien oder aber auch bei meiner eigengenutzten Immobilie. Ich hatte immer einen, ich wusste genau, was ist die Bank bereit zu finanzieren bei der konkreten Immobilie, weil die Finanzierung richtet richtet sich ja nicht nur nach deiner persönlichen Bonität, sondern insbesondere auch nach der Immobilie, also nach dem Wert der Immobilie. Und da ist es halt eben ganz wichtig, dass du selbst ein Gefühl hast in der, in der Kaufvertragsverhandlung, was die Bank bereit ist, dir an für diese Immobilie zu finanzieren.
Und wie ist es bei Frauen? Also beobachtest du, dass Frauen das irgendwie anders machen? Was könnte speziell Frauen helfen jetzt bei dem Thema Finanzierung und in der Verhandlung?
Da wir Frauen ja gerne mal so ein bisschen perfektionistisch sind, wollen Frauen natürlich auch alles perfekt machen bei der Finanzierungsverhandlung, bei der, bei der Kaufvertragsverhandlung, und Es muss nicht perfekt sein, aber was wirklich hilft, ist gut vorbereitet zu sein. Also gut vorbereitet heißt in dem Fall, dass ihr euch wirklich Gedanken macht: Wie soll denn die Finanzierung strukturiert sein? Wollt ihr 5 Jahre, 10 Jahre, 15 Jahre machen? Setzt euch wirklich vorher schon hin und rechnet das mal an einem der zuvor genannten Rechner durch. Zweitens: Habt alle Unterlagen parat, sodass ihr dann natürlich auch ganz souverän, wenn jetzt der Finanzierungsberater sagt: Okay, alles klar, wir schicken Ihnen die erste Indikation. Und dann sagen die: Dann musst du ja zuschlagen oder nicht. Und dann kannst du dann, dann, dann halt eben auch entsprechend alle Unterlagen zur Verfügung stellen. Und ich glaube, Frauen bringt das halt sehr unter Stress, wenn sie nicht im Vorhinein wissen, wie so dieser gesamte Finanzierungsprozess aussieht. Also natürlich ist eine Immobilie kaufen, da musst du bei dem Kauf einiges beachten, und der größte Part ist natürlich, oder mindestens der gleich große Part, ist dann eben auch bei der Finanzierung. Das muss in ein Gleichgewicht gebracht werden, halt auch von der Attention. Also die Attention sollte nicht nur liegen, okay, ich Ich suche jetzt die perfekte Immobilie und verhandel einen tollen Preis, sondern die Attention sollte auch darauf liegen, und welcher Finanzierungspartner ist denn der, der beste und optimalste für mich und für meine Bedürfnisse.
Genau. Und ich sage auch immer, stimmt die Chemie, ne? Also ich würde auch immer, zum Beispiel auch wenn ich mit Finanzierungsvermittlern arbeite, ich schaue erstmal nach einer Frau, und diese Frau muss auch mit mir richtig gut klicken, sonst bekommt man nicht das beste Angebot, ist meine Erfahrung.
Ja, wobei, leider gibt es halt wenig Frauen auch in dem Metier. Also ich habe jetzt schon beides gehabt, also da hatte ich, habe ich jetzt nie so einen Unterschied gespürt. Aber dieses Thema Chemie, Maja, da bin ich komplett bei dir, das muss passen. Und je nach Finanzierungspartner muss dir auch klar sein, das ist so ein bisschen wie Okay, ich gehe zu H&M oder ich gehe in die Nobelboutique auf der Goethestraße, weil da gibt es auch bei den, bei den Banken Unterschiede. Und das liegt natürlich daran, also die Direktbanken haben das Modell, dass sie günstig sind, weil sie halt auch keinen großen aufwendigen Service anbieten, sondern dort sind die Produkte sehr standardisiert. Das ist dann H&M. Also H&M kriegst, weißt du immer, du kriegst T-Shirts in den Farben Grün, Gelb, Rot, hast du nicht gesehen. Und wenn du was Ausgefallenes willst, dann gehst halt in die Nobelboutique auf der Goethestraße. Wobei es muss jetzt nicht die Nobelboutique auf der Goethestraße sein, es kann auch, keine Ahnung, Peek Cloak Gloppenburg sein. Aber da kriegst du halt eben schon individuellere Sachen. Und wenn du deine Finanzierung jetzt zum Beispiel bei deiner Hausbank machst, die dich schon seit, keine Ahnung, 10 oder 20 Jahren kennen, und vielleicht auch der Berater dort dich schon seit 10 oder 20 Jahren kennt, dann ist das natürlich etwas anderes. Mit dem kannst du anders reden, als wenn du jetzt zu jemandem Gehst, den du halt noch überhaupt nicht kennst.
Ja, ich würde mir immer auch andere Angebote einholen, auch wenn ich zu meinem eigenen Finanzierer gehe, mit dem ich das immer gemacht habe. Aber ich habe eine andere Frage, weil ich weiß, du bist so ein Fuchs, ne, und du, du riechst schon die guten Deals und so. Wenn du in der Verhandlung mit der Bank steckst, wie agierst du da, damit du den besten Zinssatz und Tilgung bekommst?
Wenn du souverän auftrittst, wenn du weißt, was du willst, dann hast du ja tatsächlich, wie du sagst, das wäre auch meine Empfehlung. Ich empfehle immer, keine Ahnung, mit 3 bis 5 Beratern im Vorfeld zu sprechen, und da kriegst du Angebote. Das heißt, du gehst in die erste Runde und lässt dir halt eben anhand der Parameter, wie jetzt deine persönliche Bonität und auch die Immobilie, lässt du dir Angebote geben. Von diesen 3 bis 5 Finanzierungspartnern. Und dann kannst du diese Angebote miteinander vergleichen. Und dann steige ich in die zweite Finanzierungsrunde ein. Also dann fallen per se schon mal gleich ein paar raus. Also das verdichtet sich dann auf maximal 2 bis 3 Angebote, die ich in die engere Wahl ziehe. Und dann steige ich in die zweite Verhandlungsrunde ein mit meinen Finanzierungspartnern und sage: Alles klar, geht da noch was? Das ist ungefähr so, auch wenn du dir eine neue Küche kaufst. Du hast die Erfahrung gemacht, wenn du im Möbelhaus gehst und die bieten dir eine Küche an und es kommt zum Preis, dann sagst du auch, okay, was können wir denn da noch machen? Wie können sie mir denn noch entgegenkommen? Und dann kommen, dann machen die dir meistens noch ein Angebot, wo sie was nachlassen. Und das ist bei einer Bank eben meistens auch so. Aber es gibt, also habe ich auch schon erlebt, dass sie sagen, Frau Roth, das war schon jetzt echt der beste Preis, können wir nichts machen. Aber dann hast du Klarheit darüber. Du weißt, okay, das ist das beste Angebot, was dir dein Finanzierungspartner da jetzt gemacht hat. Und dann hast du, nachdem du in der zweiten Finanzierungsrunde warst, ein klares Bild, hast auch ein besseres Gefühl dafür. Also Haben die sich jetzt angestellt? Waren die super kulant? Waren die sehr souverän? Sind sie dir entgegengekommen? Also du hast so ein Gefühl entwickelt und dann entscheide ich danach, welchen Finanzierungspartner ich dann wähle. Und ich mache es nicht nur an den Zinsen fest. Also da kommen für mich noch mal andere Komponenten drin. Also es kann auch sein, dass ich eine teurere Finanzierung wähle, Aber weil ich mich dort wohler fühle, oder weil ich jetzt dann noch ein paar Dinge in der Zukunft habe, wo ich dann denke, alles klar, da kommt noch mal Arbeit auf die zu, und ich glaube, dann bin ich gut aufgehoben bei dieser oder bei jener Bank. Also das ist für mich ein Misch aus verschiedenen Komponenten, wo ich mich dann letztlich für entscheide.
Bei mir ist es ähnlich, ich vergleiche das auch immer und ich versuche, das Beste rauszuholen zu holen. Aber für mich das Wichtigste ist die Flexibilität der Bank. Zum Beispiel jetzt, ich finanziere ziemlich viel mit der Deutschen Bank und das funktioniert super gut und die Bank ist sehr flexibel und kann sehr auf meine Bedürfnisse eingehen, ob ich variabel will oder 7 Jahre oder 10 Jahre. Und die haben auch richtig gute Berater, die einen da richtig auch beraten in Bezug auf Zinsen und so weiter. Aber für manche Sachen lohnt es sich auch einfach zu ING-DiBa zu gehen, weil man etwas 0815 macht, etwas sehr Standardisiertes, und die Zinsen sind dann vielleicht teilweise leicht niedriger als bei anderen Banken. Und für mich, das entscheide ich auch immer so, wie du sagst, immer on the spot.
Genau. Und weil du jetzt gerade die beiden genannt hast, das ist ja auch etwas, das siehst du leider dann erst, wenn du die Finanzierung abgeschlossen hast. Weil zum Beispiel jetzt bei der DiBa kommst du ja erst auf dieses Portal, dieses Finanzierungsportal, nachdem du abgeschlossen hast. Was ich zum Beispiel bei der DiBa total klasse finde: Dieses Online-Portal ist super easy zu bedienen. Du kannst dort während der Laufzeit die Tilgungshöhe, weiß gar nicht, 3 bis 5 Mal anpassen. Bis zu 10% hoch, und er rechnet dir dann automatisch aus, was das dann bedeutet für deine Finanzierung. Also gibt es ein paar Features bei der Diba zum Beispiel. Das hatte ich jetzt zum Beispiel, hatte auch schon mal eine Finanzierung bei der Deutschen Bank, das hatte ich dort nicht. Also da war, ist mir das zwar angezeigt worden, dass ich da eine Immobilie habe, aber ich konnte selber jetzt online-mäßig gar nicht großartig auf meine Immobilie zu zugreifen. Also das sind also neben dem, wie ist, wie kommst du mit dem Berater zurecht, ist natürlich dann auch immer so dieses, was gibt es denn noch für Vorteile, wenn du dann mal abgeschlossen hast? Und da kommt tatsächlich wieder euer Happy-Immo-Club zum Tragen. Ich glaube, es ist so, so wichtig, dass wir unsere Erfahrungen austauschen. Und das ist toll, dass ihr dieses Netzwerk geschaffen habt, wo es einfach eine Plattform gibt, wo du zielgerichtet dich mit anderen Frauen genau zu diesen Themen austauschen kannst, wo du denkst: Wow, wusste ich noch gar nicht. Klasse, super Tipp.
Genau, das stimmt. Also wir tauschen uns rege aus auf unserer Plattform. Es ist total cool, im Happy Circle den Frauen zuzuschauen. Und dazu hätte ich noch eine Frage, weil wir haben auch ein paar Frauen, die eher älter sind, also so 59. Was sagst du dazu? Wie einfach ist es für sie, eine Finanzierung zu bekommen?
Schwieriger, tatsächlich schwieriger. Und das hat auch Folgen. Also das hat nichts mit Diskriminierung oder sonst irgendwas zu tun, sondern es hat einfach damit zu tun, gibt es gesetzliche Vorschriften, wonach die Banken halt auch bei der Finanzierungsvergabe handeln müssen. Und das heißt, sie müssen im Prinzip simulieren, ob die Bedienung des Immobiliendarlehens, das du aufnehmen willst, über die Laufzeit des Kredites bis zur vollständigen Rückzahlung gewährleistet ist. Wenn du jetzt Ende 50 oder halt eben, sagen wir mal, eher auf Richtung Rente dich zu bewegst, ist natürlich die Zeit, wo du aktiv noch die entsprechende gute Finanz- oder Einkommenssituation hast, doch sehr überschaubar. Da kommt es dann sehr darauf an, was hast du sonst noch an Vermögenswerten, woraus sich ein dauerhaftes, woraus gewährleistet ist, dass du den Kredit jederzeit bedienen kannst. Also das, da wird es dann schon sehr individuell. Und ich glaube, da sind eben diese Frauen sehr gut beraten, wenn sie diese Finanzierung mit einem ihnen sehr gut bekannten Finanzierungspartner machen, der sie halt eben auch schon über lange Zeit kennt. Das wäre Variante 1. Variante 2 Das ist auch was, was ich meinen Kundinnen immer wieder rate, dann doch auch darüber nachzudenken, ob man nicht in die Finanzierung zum Beispiel eines oder alle Kinder mit reinnimmt. Weil wofür ist die Immobilie? Keine Ahnung, willst du sie deinen Kindern hinterlassen? Dann stellt sich sowieso irgendwann die Frage, ob du halt eben auch schon frühzeitig anfängst, die Immobilie an deine Kinder zu übertragen, und dann wäre es tatsächlich folgerichtig, halt auch die schon mit in die Finanzierung mit einzubinden. Macht es für alle Beteiligten am Ende einfacher. Aber da kommt es wirklich sehr, sehr individuell auf den einzelnen Fall und auf die Konstellation an. Also da würde ich mich schwer tun, eine pauschale Aussage zu treffen.
Naja, ja, das verstehe ich. Wir hatten auch den Fall schon, und wir haben sogar eine Finanzierung für eine selbstständige Frau mit 59 bekommen. Aber es war schon sehr, sehr schwierig. Also das war auch eins der Themen, ihre Tochter, dass ihre Tochter mit in den Vertrag geht, oder zumindestens, dass man zusichert, dass sie dann diese Immobilie später übernimmt, weil sie jetzt derzeit noch studiert. Und eine andere Kundin hatten wir, das war auch total lustig. Mit ihr hatte ich das Gespräch und über Strategie und so weiter. Und sie hat 3 Kinder. Ich habe gesagt, na ja, kaufst du eine Immobilie mit jedem Kind, wenn das Kind schon arbeitet, und dann hast du auf jeden Fall die Sicherheit, ne? Ja, das klappt. Ich glaube, das wird sehr, sehr gut klappen. Aber ich hoffe, dass sie jetzt die erste Immobilie erst mal alleine kauft, und dann kann sie diese Strategie umsetzen. Noch eine coole Frage aus unserem Circle, Katja, und dazu glaube ich, haben wir manchmal ein bisschen andere Meinungen, ist das Thema Wie viel Finanzierung nehme ich am besten auf? Du weißt ja, dass ich immer aufs Maximum gehe, damit ich genug Eigenkapital habe für neue Investitionen. Aber was, wie machst du es, und was rätst du deinen Kundinnen?
Maja, hier ist auch wieder dieses Thema Strategie. Also, für was schaffe ich mir diese Immobilie an? Für mich, für meine eigengenutzte Immobilie, in der ich sehr, in der ich selber wohne, war immer klar, ich möchte so früh wie möglich die Immobilie komplett lastenfrei haben. Also das heißt, ich möchte den Kredit zurückgezahlt haben, damit ich nicht noch zusätzliche Belastung habe, wenn ich mal, keine Ahnung, 50, 55 oder 60, 70 bin. Das heißt, da habe ich wirklich bei der Finanzierung drauf geachtet und auch alles möglich gemacht, dass ich die Immobilie so schnell wie möglich wieder lastenfrei frei hatte. Bei meinen fremdgenutzten Immobilien, da gehe ich mit der Finanzierungshöhe sehr nah an den Wert der Immobilie dran. Also da würde ich mal sagen, da gehst du bei 80, 90% dran. Ich weiß, du gehst gerne an die 100%, da, das ist jetzt aber wie gesagt auch ein persönliches Risikoempfinden. Und ich als Bankerin und lange Zeit eben auf der Kreditseite tätig, Ich gehe immer gerne überschaubare Risiken ein, und für mich ist ein überschaubares Risiko, wenn ich so 20% Puffer dann noch zum Wert der Immobilie habe. Bei der fremdgenutzten Immobilie, da denke ich jetzt tatsächlich nach, weil das, was an meiner Lebenszeit vor mir liegt, ist definitiv kürzer als das, was an meiner Lebenszeit schon hinter mir liegt. Das heißt, ich mache mir natürlich schon auch Gedanken, wie will ich denn jetzt meine fremdgenutzten Immobilien finanzierungstechnisch ausgestalten. Und da werde ich das so machen, dass ich jetzt auch zusehe, dass ich meine fremdgenutzten Immobilien tatsächlich in den nächsten 5 Jahren komplett lastenfrei stelle, damit ich dann die Lücke, falls ich mal in Rente gehe, oder beziehungsweise das ist ja vorhersehbar, dass man irgendwann definitiv in Rente gehen muss, zumindestens mit meinem Banker-Job. Mit meinem selbstständigen Business, das kann ich ja treiben bis ins hohe Alter. Aber da möchte ich tatsächlich keine Belastung mehr auf der Immobilie haben. Aber das ist meins, weißt du. Und deswegen sage ich immer wieder, es kommt darauf an, welche Strategie verfolgst du denn? Wie möchtest du denn in 10, 20 und 30 Jahren leben? Und danach solltest du die, die Strategie für deine Finanzierung ausgestalten. Und deswegen, ja, Strategie gehört auch bei Finanzierungsfragen für mich immer mit dazu. Und bei dir, Maja, wenn du jetzt, also weißt du, wenn du jetzt, wenn ich heute eine junge Frau wäre und ich wäre noch, keine Ahnung, in den 20ern oder gerade an den 30ern, ich würde auch bis 100% finanzieren. Vor mir liegt noch so viel Zeit. Ich würde dann halt eben auch lieber dieses freie Kapital, was ich habe, wieder für zusätzliche Investments nutzen und würde dann eher, wenn ich an die, keine Ahnung, 40, 45, 50 in dieser Range bin, dann würde ich gucken, okay, wie haben sich meine Immobilien entwickelt, wo stehe ich mit meiner Finanzierung, was bedeutet das jetzt für mein Portfolio, das ich angesammelt habe, wie will ich damit gehen, und würde dann einfach auch noch mal eine neue Inventur machen meiner Vermögensstrategie. Also Vermögensstrategie heißt für mich auch immer wieder neu auf den Prüfstand stellen, je nachdem, in welcher Lebensphase ich mich gerade befinde. Das heißt nicht, wenn ich mit Anfang 20 eine Strategie entworfen habe, dass die mein Leben lang gelten muss, sondern die muss zu mir und meinem Leben und was ich von meinem Leben noch haben möchte und wie ich leben möchte, dazu muss die passen.
Das ist ein tolles Schlusswort, liebe Katja. Ich finde es unglaublich wertvoll, was du uns hier alles erzählt hast und beigebracht hast. Und diese Strategie, dass man sich das überlegt, das ist unglaublich wichtig. Du hast was bei mir jetzt auch angeregt. Vielleicht müssten wir so einen Workshop für unsere Circle-Members machen, wo wir über dieses Thema genau sprechen, weil das bestimmt ja sehr vieles auf dem Weg zur finanziellen Sicherheit und Unabhängigkeit. Und hiermit lieben, lieben Dank, dass du bei uns warst, und ich freue mich auf weiteren Austausch mit dir.
Danke, es hat mir auch total viel Spaß gemacht. Und Maja, du weißt, ihr könnt immer gerne auf mich zukommen, und ich komme auch gerne mal in euren Circle. Also von daher, und auch Hörerinnen, die im Nachhinein noch Fragen haben, ihr findet mich auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen. Ich glaube, das ist dann auch unten drin verlinkt. Also scheut euch nicht, euch zu melden.
Ja, auf jeden Fall. Lieben, lieben Dank und eine schöne Woche für dich.
Danke schön.
Tschüss.
Ciao.
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