Let’s talk Finanzierung mit Olga Frost
12 Jul 2023 · 28 min
In this episode of the Happy Immo Podcast (Finance Edition) host Anais interviews finance broker Olga Frost. Olga shares her personal story of buying her first home at 21 with parental loans, explains how her advisory service works cost‑free and commission‑free for clients, and details the full range of financing options she can arrange. She contrasts the requirements for owner‑occupier versus investor loans, noting that investors now often need higher equity. Timing is crucial: banks tend to offer better rates and special programs at the start of the year, while end‑year offers fade. Olga outlines the hurdles for self‑employed borrowers and those on parental leave, and suggests workarounds such as joint applications or using the partner’s income. She stresses the importance of an early “what‑can‑I‑afford” pre‑qualification, gathering required documents, and keeping the Schufa clean. Various levers to improve loan‑to‑value are discussed, including Bauspar contracts, private consumer loans, and targeting a lower loan‑to‑value (e.g., 90 %). Flexibility options like shorter or longer interest‑binding periods, Sondertilgung rights, and even 30‑year bindings are explained. Olga also mentions energy‑efficiency discounts and the use of Förderbank loans. The conversation ends with three practical tips: find a trusted independent financing advisor, do a thorough financial and document check before applying, and ensure no negative Schufa entries. Throughout, Olga emphasizes a solution‑oriented, transparent approach to help listeners navigate German real‑estate financing.
Chapters
Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast, heute wieder eine Finance Edition, und zu Gast die wunderbare Olga Frost. Hallo Olga!
Hallo Anais, vielen Dank für die Einladung.
Ja, sehr gerne, ich bin total begeistert, dich jetzt mal hier live zu sehen bei mir im Podcast. Wunderbar, Olga, stell dich doch mal kurz vor.
Ja, mein Name ist Olga Frost. Ich bin 41 Jahre alt, habe 2 Kinder, 2 wunderbare Jungs, einen Mann, der dazugehört, und auch noch einen Hund. Meine weibliche Unterstützung. Bin durch und durch finanzierungsaffin, also bin gelernte Sparkassen- und Bankkauffrau, wie das früher noch so schön hieß. Habe anschließend studiert nach meiner Ausbildung. Und war ganz, ganz lange bei der Sparkasse tätig und bin nun seit einigen Jahren Finanzierungsvermittlerin.
Also die Spezialistin für alle, die eine Wohnung kaufen wollen. Wie bist du denn persönlich veranlagt? Hast du eine Wohnung gekauft für dich als Kapitalanlage? Wie auch immer.
Nein, eine Kapitalanlage habe ich noch nicht. Ich sage ganz deutlich noch, weil ich gerade auf der Suche bin. Aber ich habe schon sehr, sehr früh tatsächlich in eine eigene Immobilie investiert.
Investiert.
Mit zarten 21 Jahren habe ich meine erste Immobilie gekauft.
Das ist ja verrückt. Wann hast du angefangen zu arbeiten?
Kurz davor. Tatsächlich einige Monate davor.
Also, wir waren aber nicht so, dass einem jeder Finanzierungsberater sagt: Ach nee, wenn man fest angestellt ist, dann geht das ja.
Ja, genau. Fest angestellt ist immer was anderes. Und dann mit einem festen Vertrag ohne Probezeit ist es tatsächlich kein Thema. Und damals haben alle gesagt: Ihr seid verrückt. Also damals mit meinem Freund, jetzt mein Mann. Beide ganz frisch ausgelernt und kurz eine Wohnung angemietet. Ein paar Monate haben uns gedacht, nee, warum sollen wir irgendjemandem in die Tasche die Miete zahlen? Das geht irgendwie gar nicht, fühlte sich für uns nicht richtig an und haben wirklich einfach gemacht. Cool.
Gab es da Probleme?
Probleme in der Hinsicht, dass wir kein Eigenkapital hatten und ja, weil wir beide frisch ausgelernt waren, wir hatten noch keine Zeit, irgendwas anzusparen oder Ähnliches.
Ein ganz Mini-Problem, ganz Mini-Problem.
Und wir hatten auch keine Erfahrung, aber davon haben wir uns tatsächlich nicht abhalten lassen. Lassen. Wir haben einfach gemacht. Und das ist vielleicht auch der Tipp, den ich heute meinen Kunden gerne weitergebe: Einfach mal machen, nicht zu viel nachdenken. Wenn man so jung ist, denkt man vielleicht noch nicht so viel nach über all die Probleme, die auf einen zukommen könnten. Und das macht es tatsächlich, glaube ich, auch einfacher.
Und wo hat man das Eigenkapital herbekommen? Also, wie habt ihr das Problem gelöst?
Wir haben es von unseren Eltern geliehen. Wir haben geguckt, okay, ja, das ist so geil.
Viele kommen nämlich auch zu uns und sagen immer, also mir ist schon klar, dass nicht alle Eltern ihren Kindern Geld leihen können, aber es ist trotzdem, ganz oft liegt die Lösung einfach sehr nahe.
Ja, ja, genau. Also wir haben unsere Eltern gefragt, haben geguckt, okay, was brauchen wir, wie viel Eigenkapital müssen wir haben? Und das haben wir uns dann geliehen und einfach gebaut. Also wir haben ein Haus gebaut.
Toll. Und in dem Haus wohnt ihr jetzt auch noch?
Da wohnen wir tatsächlich auch noch drin. Ja.
Und würdest du es wieder genauso bauen, wie du es damals gebaut hast?
Ja, mit den Mitteln, die uns zur Verfügung standen, würde ich es vermutlich genauso bauen. Jetzt ist es natürlich so, dass man sagt, okay, ein bisschen mehr Platz wäre auch nicht verkehrt, aber das hätten wir damals einfach nicht gewuppt, das größer zu bauen. Insofern, das war unsere beste Entscheidung ever, dieses Haus zu kaufen.
Total cool. Ich habe eine Freundin, die ist mit ihren Eltern 10-mal umgezogen und jedes Mal haben die neu gebaut und jedes Mal haben sie anders gebaut, weil genau, weil jedes Mal dann doch noch was gefehlt hat oder so.
Ja, man lernt aus seinen Erfahrungen. Und damals hat man uns gesagt, jeder Mensch sollte mindestens dreimal in seinem Leben bauen. Das erste Haus ist für den Feind, das zweite für den Freund und das dritte für sich selbst. Also quasi, man lernt aus jeder Erfahrung und kann das dann so wirklich gestalten, wie man es braucht.
Das ist wirklich spannend. Dann, Olga, erzähl mal, wer kann denn alles zu dir? Also du berätst bei der Finanzierung bzw. vermittelst Finanzierung. Erst mal ganz kurz die Hürde. Viele fragen mich, was kostet das, wenn ich zu Olga gehe? Was kostet das?
Gar nichts. Also die Beratung ist absolut kostenfrei und die ist absolut unverbindlich. Die brauchen überhaupt keine Angst haben. Es kommt weder eine Rechnung noch irgendwie ein Provisionsaufschlag oder Zinsaufschlag oder Ähnliches. Absolut kostenfrei.
Genau. Und warum gibt es denn dann auch keinen Zinsaufschlag? Also das ist ja dann so ein bisschen, man vermutet dahinter dann doch irgendwie versteckte Kosten.
Nee, tatsächlich nicht. Also man kann sich das so vorstellen: Wir arbeiten natürlich auch nicht und leben nicht von Luft und Liebe. Wir werden von der Bank bezahlt, für die sich der Kunde am Ende des Tages entscheidet. Und die Banken haben sich in den letzten Jahren ja wesentlich verändert. Also es gibt weniger Filialen, man kann oftmals gar nicht mehr nach einer Finanzierung in einer Filiale nachfragen. Die haben sich so aufgestellt, dass sie sehr gerne mit Vermittlern zusammenarbeiten, weil die müssen uns nur bezahlen, wenn tatsächlich ein Geschäft zustande kommt. Und das reduziert natürlich erheblich die Mietkosten bei den Banken und die Personalkosten. Daher kriegen wir sogar dadurch, dass wir viel größeres Volumen von den Banken abnehmen an Darlehen in so einem laufenden Jahr, Sonderkontingente und Sonderkonditionen, die der Kunde gar nicht bekommen würde, wenn er alleine eigenständig zur Bank geht.
Ja, das habe ich nämlich auch schon gemerkt. Wenn man jetzt zu dir geht, dann kannst du auch noch mal, also du kriegst nicht nur bessere Konditionen, aber du kannst auch ein bisschen nachverhandeln oder ein bisschen Spielraum habt ihr da schon. Das finde ich nämlich so gut daran, mir eine Expertin an die Seite zu holen. Also Ich habe das schon alleine finanziert mit Banken, habe dann versucht nachzuverhandeln. Ich habe es sogar mal hingekriegt, aber es ist ganz schön pain in the ass und ganz schön anstrengend. Und ich glaube, es ist einfach total toll, wenn man sagt: Holger, bitte frag doch mal, ob das nicht noch ein bisschen besser geht.
Genau, also es geht tatsächlich nicht bei allen Banken so. Die ING ist ein berühmtes Beispiel, die handelt gar nicht, da kann man nichts nachverhandeln. Aber viele Banken, da kann man noch mal verhandeln. Bzw. weiß ich eher, an welcher Stellschraube wir vielleicht drehen können, damit die Kondition besser wird. Einfach aus meiner Erfahrung. Heraus und weil ich die Sonderprogramme der Banken kenne, die du als Laie nicht unbedingt kennst, nicht weißt und auch gar nicht auf dem Laufenden sein kannst. Also ist ja auch nicht Sinn der Sache, dass du irgendwie 300 Banken kennst. Die habe ich aber auf dem Schirm und weiß, okay, die Commerzbank hat beispielsweise nächste Woche ein Sonderprogramm, da kriegen wir vielleicht noch mal einen Rabatt oder Ähnliches. Es gibt immer Aktionen, gerade zu Jahresanfang geben die Banken sich ganz viel Mühe, weil sie natürlich ihre Bücher voll kriegen müssen. Die haben auch ihre Ziele, die sie erfüllen müssen. Und zum Jahresende merkt man schon, da geben sich die Banken nicht mehr ganz so viel Mühe, dann irgendwelche Sonderrabatte zu geben.
Ah echt? Das ist aber spannend. Okay, das merken wir uns. Also Jahresende finanzieren nicht so gut, Jahresanfang gute Idee. Genau. Wenn ich jetzt sage, ich möchte eine Immobilie kaufen, für mich als Eigenheim oder als Kapitaleinlage, das ist egal, ne? Da kannst du beiden Seiten helfen, richtig?
Genau, wir helfen beiden Seiten. Die Voraussetzungen der Banken können unterschiedlich sein, ob man für den Eigenbedarf kauft oder für eine Kapitalanlage oder als Kapitalanlage. Aber wir vermitteln alle Kredite. Alles, was mit einer Immobilienfinanzierung zu tun hat, können wir abdecken.
Und wo liegen die Unterschiede? Kannst du das grob sagen? Braucht man für das eine mehr Eigenkapital als für das andere?
Ja, gerade aktuell kann man schon sagen, dass die Kapitalanleger mehr Eigenkapital mitbringen müssen.
Aber ist das nicht verrückt? War das nicht vor einem Jahr noch genau umgekehrt, dass das Eigenheim, dass man, wenn man Eigenheim gekauft hat, dass man da mehr Eigenkapital brauchte?
Ja, es ist tatsächlich sehr, sehr unterschiedlich, auch sehr objektbezogen, ob man jetzt ein ganz altes Haus kauft, was wahrscheinlich saniert werden muss in den nächsten Jahren mit den ganzen Vorgaben, die einfach gegeben werden von der Politik her, oder ob das ein neues Objekt ist. Ein Kapitalanleger muss aus Banksicht auch einfach mal eine Durststrecke aushalten können. Durststrecke bedeutet, sollte an der Immobilie etwas gemacht werden und ich muss Eigenkapital reinschießen, also wenn die Eigentümerversammlung beschließt, das Dach muss neu gedeckt werden oder Ähnliches. Oder aber der Mieter zahlt vielleicht die Miete nicht. Auch das muss er einfach aushalten können über eine gewisse Strecke aus. Und da gibt es von Bank zu Bank unterschiedliche Vorgaben, wie viel Eigenkapital derjenige da mitbringen muss.
Okay, verstanden. Das heißt, ich weiß jetzt, was ich will. Ich bin auf der Suche. Ab wann sollte ich dann zu dir kommen, wenn ich die Wohnung gefunden habe? Oder kann ich auch mich direkt, wenn ich beschließe, ich möchte mir eine Immobilie kaufen, ich habe aber noch gar keine, schon an dich wenden?
Gerne. Also sehr, sehr gerne. Wir nennen das immer Was-kann-ich-mir-leisten-Beratung. Also sobald man irgendwie mit dem Gedanken spielt, ich möchte was kaufen, ich weiß aber nicht so genau, was kann ich mir eigentlich leisten und was kostet mich das eigentlich und welche Unterlagen muss ich eigentlich mitbringen, dann sofort bei uns melden. Wir machen erst mal, schauen wir uns an, was bringst du mit, was ist dein Ziel und was will so eine Bank eigentlich von dir? Und da sprechen wir erst mal drüber. Wie hoch kannst du finanzieren? Welche Rate wird das ungefähr sein? Damit man auch besser suchen kann, denn nur wenn man gezielt sucht, findet man ja auch schneller.
Da sprichst du mir aus dem Herzen, weil das ist nämlich wirklich unser Wissen von happy immo. Das kann man ja auch nachlesen oder YouTube-Videos gucken oder so was. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass man einfach ganz am Anfang auf den Stuhl gesetzt wird und festgeschrieben wird. Mindset. Wo stehst du? Was kannst du dir leisten? Wo suchst du? Was suchst du? Und dann let's go. Danach meinetwegen macht es dann der eine wie auch immer besser mit uns. Aber dieser Anfang, der Start, der ist so wichtig. Und wenn der, wenn der sitzt, dann findet man auch eine Wohnung, dann findet man Immobilie, dann findet man Kapitalanlage. Aber wenn der nicht sitzt, wenn man irgendwie 10 verschiedene Suchaufträge am Laufen hat für verschiedene Größen, verschiedene Preisklassen, dann ist das also meiner Erfahrung nach ja total unerfolgreich und dann auch total frustrierend, weil man einfach nicht zum Ziel kommt.
Ja, definitiv. Vor allen Dingen hast du dich dann vielleicht wirklich in ein Objekt verliebt und stellst dann fest, es geht finanziell gar nicht, es haut nicht hin. Dann ist ja die ganze Zeit und die ganze Energie total verpufft.
Ja, und verlieben darf man sich sowieso nicht, zumindest nicht bei Teilhabe.
Das stimmt. Deswegen geben wir immer ein Limit und sagen okay, bis zu dem Limit kannst du definitiv suchen. Du kannst auch eine Finanzierungsbestätigung haben. Alles macht ja auch. Ja genau, da bist du schon mal vielleicht an der Pole Position, wenn da mehrere die Wohnung haben möchten, dass das Ganze dann auch schneller zuhören.
Das ist super, wenn man dem Makler, der Verkäuferin oder so einfach schon direkt sagen kann, hier meine Finanzierungsbestätigung, dann sind die beruhigt und dann seid ihr auf Platz 1 der Interessenten.
Ja, definitiv, definitiv.
Okay, also das heißt, ich war da bei dir. Gibt es denn Leute, für die es schwieriger wird zu finanzieren, oder wo sagst du, wo muss man Umweg gehen?
Also Selbstständige, die noch keine 2 vollen Jahre voll haben, da wird es schwierig. Da haben die meisten Banken einfach Angst und Panik vor.
Aber 2 Jahre, das ist ja schon mal Good News. Ich dachte immer 3.
2 Jahresabschlüsse müssen voll sein. Dann sind schon einige Banken dabei, die das machen. Bei 3 Jahren hast du mehr Bankenauswahl. Tatsächlich. Aber ab 2 vollen Jahren geht das auch schon. Das ist ein bisschen schwieriger. Oder aber so eine Standardsituation, wenn Elternzeit gerade ist und dann natürlich das Gehalt nicht gezahlt wird, das Elterngeld um einiges unter dem normalen Gehalt liegt. Da sind die Banken auch, die lassen sich da nicht so sehr auf Diskussion ein. In einem Jahr ist aber das Gehalt höher. Da haben die nicht so viel Vorstellungsvermögen, da betrachten die tatsächlich nur die Ist-Situation und das haut dann oftmals nicht hin. Das kann man leider nicht wegdiskutieren.
Was kann man denn da machen? Also zu uns kommen viele Frauen, die, oder wir empfehlen das auch sehr stark, gerade in der Elternzeit zu kaufen, weil die Elternzeit ja schon so eine Phase so ein bisschen der Neuorientierung ist und man beobachtet den eigenen Job auch so ein bisschen aus der Ferne und ist vielleicht gar nicht mehr so überzeugt, auf jeden Fall zurückzukommen, oder hat auch das Gefühl, dass man vielleicht nicht mehr auf dem Karriereposten ist. So ging es mir zum zumindest, als ich mein erstes Kind bekommen habe. Und dann ist es einfach ganz nett, wenn man sich ein finanzielles Fundament baut, ja, dass man, um frei zu sein, einfach um gehen zu können, wenn man möchte. Und deswegen empfehlen wir ganz doll, gerade in der Elternzeit, eine Wohnung zu kaufen, auch im Verhältnis zum Partner. Man hat das Kind gekriegt, man macht vielleicht länger Elternzeit, aber auch wenn nicht, man war schwanger, so ein bisschen als finanzielle Absicherung einfach was geben und nehmen. Wenn man dann aber in Elternzeit ist, gibt es einen Weg, wie man trotzdem finanzieren kann. Also zum Beispiel, man steht selber im Grundbuch, aber der Partner übernimmt die Finanzierung oder macht die Finanzierung mit.
Das kann man machen, das auf jeden Fall. Also die Haushaltsrechnung muss natürlich immer aufgehen. Das ist das A und O. Also es sollten mehr Einnahmen als Ausgaben da sein. Und dann gibt es Banken, mit denen man tatsächlich auch sprechen kann. Also wo man sagen kann, es gibt keine Lücke zwischen Elterngeldzahlung und Wiedereinstieg, Gehaltszahlung, dann gibt es tatsächlich Banken, die auch das Gehalt ansetzen, und zwar auch schon in der Elterngeldphase. Da muss man wirklich am besten mit uns sprechen, weil wir wissen, welche Bank macht was, was kann man vielleicht verhandeln. Man könnte auch sagen, okay, ich muss vielleicht 3 Monate überbrücken, dafür habe ich aber Eigenkapital in Höhe von 5.000 € zum Beispiel, das lege ich mir zu Hause, und davon überbrücke ich diese Zeit. Das kann man auch mit einigen Banken besprechen.
Okay, also auf jeden Fall einfach zu euch kommen und besprechen. Für das meiste gibt es eine Lösung. Gibt es denn auch Möglichkeiten, wenn ich jetzt sage, die Möglichkeit ist eben, dass ich zu Hause bin, mein Partner arbeitet, er übernimmt die Finanzierung— also übernehmen ist ja übertrieben, die Mieter zahlen ja die Finanzierung, aber er unterschreibt quasi— gibt es eine Möglichkeit, dass man das dann nach einem Jahr, oder wenn man eben wieder selber im Job ist, ablöst?
Ändert? Nein, die Möglichkeit gibt es tatsächlich nicht. Bzw. da ist man auf Goodwill der Bank angewiesen, dass sie den Darlehensnehmer ändern. Das machen die natürlich nicht so gerne. Die verhaften gerne alle, die sie verhaften können, und geben dann nicht so gerne einen wieder frei. Aber man kann natürlich ins Grundbuch trotzdem eingetragen werden. Das ist ja kein Thema.
Also würde man das so machen: Man selber steht im Grundbuch und die Finanzierung macht man einfach über beide und dann an den Partner oder Mama, Papa, wen auch immer im Rücken bei der Finanzierung.
Genau, genau, richtig.
Okay, alles klar. Gibt es sonst noch Hürden, die wir noch nicht besprochen haben? Fälle, wo du sagst, die sind nicht finanzierbar?
Nein. Also solange, wie gesagt, die Haushaltsrechnung stimmt und solange man jetzt nicht unbedingt in der Probezeit ist und ganz, ganz frisch angefangen hat, sprich vorher noch nicht in einem Unternehmen war, gibt es eigentlich keine Hürden, also keine, die mir jetzt einfällt.
Nee, gibt Mindestgehalt, das ich mitbringen muss?
Nein, also Mindestgehalt so an sich nicht. Jede Bank hat ihre Haushaltspauschalen, die sind auch sehr, sehr unterschiedlich. Also auch das deswegen wirklich ein großer Tipp: Geht nicht zu einer einzelnen Bank und auch schon gar nicht nur zur Hausbank, weil die Haushaltspauschalen und auch die Vorgaben sind so extrem unterschiedlich. Und nur weil Bank A sagt, du bist nicht finanzierbar, heißt es noch lange nicht, dass es so ist. Also das stelle ich immer mehr fest. Dass viele zur Hausbank gehen und die Hausbank sagt: Nee, du kannst es nicht finanzieren, wirst du dir nie im Leben leisten können. So ungefähr, weil die einfach veraltete Strukturen haben. Und dabei ist er aber bei 10 anderen Banken durchaus finanzierbar. Und da geben viele einfach zu schnell auf.
Toll, dass du das sagst, weil genau das habe ich so oft erlebt und höre ich so oft, dass die alle gehen ganz motiviert zu ihrer Hausbank, wo schon die Eltern ihr Konto haben, ihre Immobilien drüber finanziert haben, wo man so sein Knacks-Sparkassen-Kinderkonto hatte und so. Und dann kriegt man da entweder keinen Kredit oder den mit Abstand schlechtesten Kredit. Wirklich, ich höre von so vielen Leuten, dass sie wirklich enttäuscht von ihrer Hausbank zurückkommen. Deswegen finde ich es auch ganz toll, dass es Leute wie dich gibt, die da einfach gucken, die ein Portfolio an Banken einfach aufschlagen und gucken, was sind die besten Angaben. Okay, das ist toll. Also auf jeden Fall, man braucht doch gar kein Mindesteinkommen, man kann zu dir kommen und du schaust dann einfach, was passt. Jetzt ist es so, dass die Zinsen inzwischen ja schon fast bei 5% liegen. Also vor anderthalb Jahren 1%, jetzt fast 5%, also sagen wir mal 4,5-facht. Ja, wenn ich jetzt kaufe, also es kann ja sein, dass die Zinsen irgendwann demnächst wieder runtergehen. Ja, wenn ich jetzt kaufe und ich mache eine Finanzierung über 10 Jahre, kann es sein, dass ich Pech habe, weil ich mir für 10 Jahre 5% Zinsen an die Backe gebunden habe. Gibt es denn Wege, das flexibler zu gestalten?
Du kannst auch eine kürzere Zinsbindung nehmen, also du musst nicht unbedingt 10 Jahre nehmen. Allerdings ist es aktuell tatsächlich so, dass die längeren Zinsbindungen günstiger sind als die kurzen Zinsbindungen. Ansonsten kommst du vor 10 Jahren aus dem Vertrag nicht ohne Weiteres raus. Es gibt Banken, wo man sich ein Sondertilgungsrecht vereinbaren kann, dass man jederzeit sozusagen komplett zurückzahlen kann. Das spiegelt sich aber wiederum in dem Zins wider.
Also da wird natürlich teurer und ich habe dann Aufschlag von 1% oder irgendwie so was.
Ja, ja, ja, genau. Und das muss man auch. Also muss man auch eine Bank finden, die das macht. Das machen auch nicht alle. Ansonsten hast du, wenn du längere Zinsbindung vereinbarst, trotzdem nach 10 Jahren ein Sonderkündigungsrecht. Also es wissen auch ganz viele nicht, dass ich auch 30 Jahre Zinsbindung machen kann. Ist aktuell bei den meisten Banken günstiger als der 10-Jahres-Zins. Ich aber nach 10 Jahren trotzdem ohne Weiteres rauskomme, ohne weitere Kosten.
Stimmt. Also ich wusste, dass man rauskommt nach den 10 Jahren, aber du hast recht. Und stimmt, dann ist das natürlich ein guter Trick. Okay, alles klar. Was gibt es noch für Finanzierungsmöglichkeiten oder Vehikel, die du empfehlen kannst oder über die du, die du so ins Rennen werfen kannst?
Man muss natürlich gucken. Gerade aktuell gibt es bei einigen Banken Rabatte, wenn es einen besonders guten Energiestandard hat, beispielsweise.
Das würdest du finden?
Das würden wir finden.
Ja.
Okay, genau. Also das, da kann man immer gucken. Ansonsten frage ich tatsächlich immer, was der Kunde sich wünscht. Jeder hat andere Vorstellungen. Ist für einen vielleicht die Sondertilgung wichtig? Können wir vielleicht eine Förderbank mit ins Boot holen? Das sind auch noch mal so Punkte, dass man Förderdarlehen oder Zuschüsse beantragen kann. Das ist von Fall zu Fall natürlich ganz individuell. Oder ist es vielleicht wichtig, dass man die Tilgung ändern kann? Jetzt ist es mittlerweile zum Glück so, dadurch dass die Zinsen gestiegen sind, dass Tilgung auch unter 2% möglich sind. Und das ist gerade bei Kapitalanlagen, ist es, denke ich mal, ganz schön wichtig, dass ja die Miete einigermaßen die Kreditrate deckt. Das ist ja der Wunsch, den die meisten haben, dass der Mieter sozusagen die Kreditrate zahlt. Und da ist es durchaus auch manchmal notwendig, dass wir unter 2% Tilgung gehen.
Ja, ja, genau, ich finde das auch. Ich tue auch gerne wenig, aber auf der anderen Seite ist viel Tilgung natürlich super, wenn man dann später weniger Zinsen zahlt.
Definitiv, definitiv. Ist immer die Frage, was, welches Ziel hat man?
Ja, genau. Was hältst du von Bausparverträgen?
Bausparverträge finde ich gut, um sich langfristig ein günstiges Darlehen sichern zu können. Also wenn ich jetzt beispielsweise sage, ich möchte in 3 bis 5 Jahren weitere Kapitalanlagen kaufen oder auch eine eigengenutzte Immobilie, ist ja völlig egal, dann kann ich schon mal vorausschauen, Bausparvertrag abschließen. Oder aber ich mache jetzt eine Finanzierung und sage, okay, in 10 Jahren habe ich noch einen Restbetrag von Summe X und ich schließe dafür schon den Bausparvertrag ab. Dann weiß ich ganz genau, in 10 Jahren habe ich einen Zinssatz von 1,25 oder 1,5, je nachdem welche Variante man wählt, und geht da nicht so ein hohes Risiko ein, dass vielleicht die Zinsen dann noch höher sein können.
Und was gibt es noch? Jetzt haben wir Bausparvertrag erwähnt. Gibt es auch andere Vehikel, die man nutzen könnte?
Was man manchmal machen kann, denn die Banken berechnen die Konditionen ja nach dem Beleihungswert Auslauf. Das heißt aus Banksicht, wenn ein Haus oder eine Wohnung 200.000 € wert sind beispielsweise und die Bank muss nur 100.000 € an Kredit rausgeben, ist das ein Beleihungsauslauf von 50%. Das Risiko liegt also bei 50%, dass sie auf diese Summe kommen, wenn es zwangsversteigert werden muss. Erklär noch mal kurz, also was, ich habe eine Wohnung, kostet 250.000 € zum Beispiel. Genau, wenn die Bank nur die Hälfte davon an Darlehen geben muss und den Rest hast du sozusagen an Eigenkapital. Genau, ist das Risiko für die Bank natürlich überschaubar. Falls es zu einer Zwangsversteigerung kommt, dann kommen Sie auf jeden Fall auf Ihre 125.000. Und dadurch berechnet sich dann auch die Kondition. Da kriegst du natürlich eine bessere Kondition. Und manchmal sind das wirklich so kleine Stellschrauben, dass man vielleicht unter 90% Beleihungsauslauf kommen sollte, damit die Kondition viel, viel besser wird. Und da überbrücken wir dieses, dieses 100 zu 90% auch durch ein Privatdarlehen. Was viele auch vielleicht nicht so unbedingt auf dem Schirm haben, dass man sich dann ein Privatdarlehen einfach aufnimmt, ein Konsumentenkredit, also gar nicht mit der Immobilienfinanzierung in Verbindung gebracht. Diese 10.000 € beispielsweise überbrückt, die kriegt man ja auch relativ schnell zurück. So ein Konsumentenkredit geht ja meistens 5, 6 Jahre. Was kostet der? Das ist ganz unterschiedlich. Momentan liegt sicherlich zwischen 5, würde ich sagen, und 8% werden die meisten Banken sicherlich liegen. Hört sich im ersten Moment viel an, wobei die Immobilienfinanzierung ja auch bei 4,5 liegt. Aber dadurch bekommst du von für die Hauptfinanzierung von der Bank für diese anderen 90%, die du brauchst, sozusagen einen viel besseren Zins.
Ich finde das ja auch super, wenn man sich so was mal im Cashflow aufzeichnet, wenn man einfach eine Excel-Tabelle macht und man schreibt da rein, wie viel zahlt man an Zinsen jedes Jahr. Und dann hat man eben diese 1, 2 Jahre Überbrückungszeit, hat man dann sehr viel höhere Zinsen, aber danach eben nicht mehr in Summe. Da sieht man das immer. Machst du das denn auch live mit deinen Kundinnen? Also wenn du jetzt genau das erklären würdest mit diesem Konsumentenkredit, dann glaube ich, dass das viele nicht so direkt verstehen, wie sich das auswirkt.
Würdest du das dann am Computer zeigen und genau dann Bildschirm teilen und wieder genau richtig? Also wir machen natürlich auch ganz, ganz viel persönliche Beratung hier im Büro oder auch tatsächlich beim Kunden zu Hause. Zu Hause. Das war vor Corona unser, ja, unser Doing, unser tägliches Doing, dass wir zum Kunden nach Hause fahren.
Aber zum Glück ist das jetzt nicht mehr so, weil du bist ja in Hamburg und ich bin in Berlin.
Ja, das stimmt. Also ich habe auch wirklich viele Kunden, die in Deutschland verteilt sind. Und dann geht natürlich so eine Videoberatung ganz wunderbar. Also es hat auch immer mehr an, ja, die Kunden fragen mehr danach. Der Geschäftsführer macht das mal eben schnell in seiner Mittagspause. Also es ist ganz, ganz unterschiedlich, gerade auch Frauen, die sehr, sehr viel zu tun haben mit Job, Kinder und so weiter. Wir kennen das alle, wie viele Bälle wir täglich jonglieren müssen. Da kann man sich dann so ein Videoberatungstermin irgendwie ja eher in den Terminkalender einpflegen, als wenn du dann noch irgendwo hinfahren müsstest.
Kostet alles immer Zeit. Ja, genau. Super. Und aber um jetzt diesen ersten, um das von eben noch kurz zu Ende zu führen, also 100% Finanzierung. Gibt es noch, aber sie sind viel teurer geworden. Ja, ist das richtig? Ist das so? Okay. Und das heißt, um das eben zu überbrücken, kann man sich einfach mal ausrechnen, ob es sich lohnt, sich das Geld von irgendwo anders her zu besorgen. Vielleicht hat man ja dann doch auch noch die Tante oder wie auch immer.
Aber ansonsten ging es auch über so einen Konsumentenkredit. Genau, richtig. Genau. Also Idealfall natürlich, wenn du es dir irgendwo aus der Familie leihen kannst. Oft schlummern auch ganz ehrlich, schlummert Eigenkapital bei den Leuten. Leuten, die wissen es gar nicht, die haben es gar nicht auf dem Schirm.
Das haben wir auch dauernd, dass die Leute zu uns kommen und sagen, Immobilie geht erst in 5 Jahren, ich muss noch so viel sparen. Und dann sagen wir auch, check mal das, das, das, und auf einmal ist doch auch noch was da.
Was ist da deine Erfahrung? Ja, entweder irgendwelche Sparkonten, die die Eltern noch vor zig Jahren angefangen haben zu besparen, ne, wo noch ein bisschen Geld drauf liegt, oder da gibt's vielleicht noch einen Bausparvertrag, wo die vermögenswirksamen Leistungen vom Arbeitgeber drauf fließen. Dann sind da plötzlich auch noch mal paar tausend Euro zusammen. Also es ist wirklich, immer wieder bin ich erstaunt, schaut, wie viel dazu zustande kommt. Angeblich kein Eigenkapital, aber wenn man es dann alles zusammenschmeißt und wenn es 5, 7, 8.000 € sind, das ist schon super.
Damit kann man schon mal was anfangen. Sehr gut. Wir haben heute wahnsinnig viel gelernt. Ich glaube, wir können jetzt auch langsam zum Ende kommen. Gibt es noch was?
Hast du noch 3 Tipps, die du unseren Hörerinnen mit auf den Weg geben möchtest? Ja, informiert euch vorher. Also ruft euch wirklich Sucht euch einen Finanzierungsberater eures Vertrauens, einen unabhängigen sowie mich und meine Kollegen. Sucht euch vorher den Rat: Wie viel kann ich mir leisten? Dass man schon mal weiß, was auf einen zukommt. Wir sagen euch auch, welche Unterlagen notwendig sind, damit man schnell bei der Bank einen Kreditantrag einreichen kann. Auch da müssen manche erst mal in ihren Kisten rumwühlen und die Ordner neu sortieren. Aber dann sind wir schon mal gut aufgestellt, wenn es dann losgehen soll. Und was ich auf jeden Fall noch mal als Rat geben würde: Schaut, dass keine schlechten Schufa-Einträge da sind. Schaut, dass, wenn Kredite da sind, dass die alle vernünftig zurückgezahlt werden, dass möglichst keine Rücklassschriften auf den Konten sind. Denn das wirft manchmal Fragen auf und wirft einem unnötig Steine in den Weg, die vielleicht gar nicht sein müssen. Also dass man da einfach gut aufgestellt ist.
Und beim Rest helfen wir. Okay, super. Also das heißt, fangt vorbereitet an, sucht euch eure Finanzierungsexpertin, die euch hilft, und sucht schon mal alle Unterlagen zusammen, sodass, wenn ihr dann die Wohnung kaufen wollt, dass ihr dann quasi noch den Knopf drücken müsst und die Bank kann ihre, ihre Konditionen ausspucken. Dann räumt eure Finanzen gut auf, schaut zu, dass da keine Altlasten sind, dass ihr bei der Schufa gut aussieht und dann, dann kann es losgehen.
Also wirklich einmal in der Familie vielleicht noch mal fragen: Gibt es jemanden, der einen unterstützen kann? Also ob es die Möglichkeit gibt, dass man sich Geld leihen kann aus der Familie, um sich einfach etwas besser der Bank gegenüberzustellen. Und dann geht's los und dann geht's los. Also definitiv so, dass wir wirklich so, wie du schon sagst, wir sind dann gut aufgestellt. Und sobald eine Immobilie da ist, die einem gefällt, können wir dann ziemlich schnell die aktuellen Konditionen anfragen und auch mit den Banken Kontakt aufnehmen und einreichen.
Sehr gut, total gut. Vielen Dank fürs Gespräch. Es hat mir total viel Spaß gemacht. Ich weiß, dass ich mal mit 25 mir überlegt habe, ich könnte ja mal vielleicht eine Wohnung kaufen und bin auch zu einem Finanzierungsberater gegangen. Es war damals so ein älterer Herr, der mich total abgeschreckt hat, weil er mir erst mal erzählt hat, es ginge nur, wenn ich— wo sei mein Mann? Und genau, und irgendwie, also er hat mich nicht abgeschreckt, hat mich eher wütend gemacht, sodass ich das Thema Finanzierung und Immobilie dann erst mal ad acta gelegt habe. Und deswegen freut es mich umso mehr, dass es so Topfrauen wie dich gibt in der Finanzierungsberatung, die uns an die Hand nehmen und für unsere Topfinanzierungskonditionen kämpfen.
Sehr, sehr gerne. Das machen wir wirklich täglich, sehr gerne. Und vor allen Dingen denken wir lösungsorientiert. Also ich halte nichts davon, einem zu sagen, du wirst dir niemals etwas leisten können, oder es passt nicht in dein Budget oder Ähnliches. Ich tendiere eher dazu zu sagen, entweder du besorgst dir noch mal 20.000 € Eigenkapital, dann klappt das. Oder aber schau, vielleicht Kaufpreis 20.000 € weniger.
Also lösungsorientiert denken und dann kommt man auch zum Ziel. Genau, sehr gut. Dann vielen Dank, Olga.
Ich wünsche dir noch einen schönen Tag. Danke, Anais.
Und bis bald.
Vielen, vielen Dank. Mach's gut.
Tschüss.
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