Let's talk Frauen können Bauen mit den Power-Bau-Frauen von Klinker & Klunker!
27 Oct 2022 · 33 min
In dieser Happy‑Immo‑Podcast‑Folge sprechen Gastgeber SPEAKER A mit Franziska (Franzi) und Nicole von dem Unternehmen Klinker & Klunker. Die beiden Gründerinnen berichten, wie sie sich über das Frauennetzwerk Ladies Mentoring kennengelernt und gemeinsam die GmbH Klinker & Klunker gegründet haben, um Frauen beim Haus‑ und Wohnungsbau zu unterstützen. Sie schildern ihre persönlichen Erfahrungen mit geschlechtsspezifischen Vorurteilen in der Baubranche, erläutern das Leistungsportfolio ihres Studios – von der ersten Immobilienbesichtigung über Projekt‑ und Kosten‑controlling, Genehmigungs‑ und Behördenkommunikation bis hin zur Nach‑ und Wartungsbetreuung – und betonen einen ganzheitlichen Ansatz, der den individuellen Bedarf und das persönliche Bedürfnis der Kundinnen in den Mittelpunkt stellt. Weiterhin geben sie praxisnahe Tipps für Frauen, die bauen, kaufen oder sanieren wollen: Mut, professionelle Begleitung suchen, gemeinsam statt allein handeln. Nicole ergänzt psychologische Sichtweisen zu Entscheidungs‑ und Investitionsverhalten in Zeiten steigender Bau‑ und Energiekosten. Das Gespräch behandelt aktuelle Markttrends (Material‑ und Baupreisentwicklung), nachhaltige Energie‑ und Smart‑Home‑Lösungen (Wärmepumpen, intelligente Thermostate, PV) und die Notwendigkeit, neue Technologien und weibliche Fachkräfte in der Branche zu verankern. Abschließend teilen die beiden ihre drei wichtigsten Ratschläge für Frauen im Bauwesen.
Chapters
Willkommen beim Happy Immo Podcast. Heute zu Gast Franziska und Nicole von Klinker und Klunker. Es wird heute technisch und wir wollen euch Mut machen, das Thema Frauen und Technik mit Freude, Neugier und Leichtigkeit anzugehen. Willkommen Franziska und Nicole!
Hallihallo!
Hallo, ganz lieben Dank!
Schön, dass ihr da seid. Nicole, erzähl, wie ihr euch kennengelernt habt und wie ihr Klinker und Klunker gestartet habt und wer ihr überhaupt seid. Und heute haben wir, glaube ich, nur zwei Drittel von euch.
Das stimmt. Und jetzt muss ich ja überlegen, dass es nicht ausartet, sonst könnte ich zwei Stunden füllen. Also Franziska, Anja Tillack, die Dritte bei uns im Bunde. Wir haben uns tatsächlich über ein Frauennetzwerk kennengelernt. Ladies Mentoring. Und wenn Männer zuhören: Nein, es war kein Kaffeeklatsch. Da wurde tatsächlich Business gemacht und irgendwann erzählte ich, ich habe ein Grundstück gekauft in Bad Saarow, also Rand Berlin. Und dann meinte die Anja: Ich habe auch ein Grundstück gekauft, auch in Bad Saarow. Und ich: Ach nee. So, und irgendwann nahmen die Dinge seinen Lauf. Wir haben uns damit beschäftigt, was bauen wir auf diese Grundstücke? Und bei mir hat es ein bisschen länger gedauert und die Anja hatte ganz schnell die Vision, was da hinkommt, nämlich ihr Haus Arne. Und weil sie beruflich stark eingebunden ist und tatsächlich diesen Hausbau selbst gewuppt hat, auch finanziell, hat sie gedacht: Mist, Wie mache ich das denn? Ich habe keine Zeit, ich habe keine Ahnung, ich brauche Unterstützung. Und dann hat sie sich sozusagen Franziska an ihre Seite geholt und hatte dadurch Baubetreuung. Sie war auch öfter im Ausland unterwegs. Also es hat perfekt, glaube ich, zwischen den beiden gepasst. Stimmt's, Franzi?
Ja, hat super gepasst.
Genau. Und ich habe mein Haus dann 3 Jahre später tatsächlich erst gebaut, auch in Bad Saarow. Und dann musste ich das natürlich nachmachen und habe gesagt, die Franzi, die brauche ich auch. Bei mir ist es nämlich noch schlimmer mit den Terminen. Ich bin ja ursprünglich Psychologin, bin ständig in Sitzungen oder Coaching-Sessions und kann auch nie ans Telefon oder mich um irgendwas kümmern. Und dann hat das Ganze uns so zusammengeschweißt. Und dann haben wir in der Phase von Corona eigentlich festgestellt, das geht gar nicht in der Branche. Also tatsächlich hat man entweder, wenn man ja das Geld hat, sich etwas zu leisten, wenig Zeit, weil man viel dafür tut, oder man hat wenig Ahnung, weil die meisten von uns erwerben das erste Mal ein Mobil oder bauen das erste Mal. Und man trifft aber dann so auf Menschen, auf Bauleute, die wenig Verständnis dafür haben, dass man so seinen Traum realisieren will. Und dann wird man halt ständig so dargestellt, als hätte man keine Ahnung. Und für mich zum Beispiel ist das ein ganz doofes Gefühl, immer das Gefühl zu kriegen, du bist irgendwie doof und so. Und dann haben wir gesagt, wir müssen das ändern. Wir glauben, es gibt ganz viele Menschen, die Baubetreuung brauchen, sozusagen als Dienstleistung, damit vor allem auch Bauen, Immobilienerwerb, Ausbauen, Sanieren weiterhin ein Traum bleibt und nicht zum Albtraum wird. Weil psychologisch gesehen gesehen habe, ich bei mir auch viele Paare sitzen und es ist wirklich so, die beim Bau sagen, wir können nicht mehr, ich mag den nicht mehr, ich will gar nicht mehr mit dem in dieses Haus einziehen oder mit der. Und das ist doch total schade.
Für die Paare auf jeden Fall. Aber ich muss nachfragen, wie fandet ihr die Franzi überhaupt?
Na, die Franzi war ja auch in dem Business-Netzwerk Ladies Mentoring und wir wussten ja, dass sie in dem Business unterwegs ist und sie war lange schon angestellt. Also sie ist Fachfrau, würde ich sagen, in dem Bereich. Wenn ich sie vorstellen darf, ganz kurz.
Selbstverständlich.
Sie ist tatsächlich gelernte Malerin und Lackiererin, hat Architektur studiert und dann noch mal Facility Management. Facility Management ist nicht Hausmeisterservice, sondern man ist in der Lage, große Objekte zu bewirtschaften. Das hat sie auch für eine Riesenfirma gemacht, unter anderem Kliniken und Hotels da sozusagen betreut. Und dann, das ist eigentlich auch eine lustige Zeitgeschichte, finde ich, ist sie mal zu mir ins Coaching gekommen, weil sie gesagt hat, mir fehlt irgendwie was im Leben. Der Job ist cool, aber ich könnte mir das irgendwie ein bisschen selbstbestimmter vorstellen. Dann haben wir so angefangen, also die ersten Steps zu gehen, wie sie daraus eine Selbstständigkeit machen könnte. Dann hat sie das auch lange, ich glaube Teilzeit gemacht. So war das genau. Und als wir gesagt haben, komm, wir kommen mit ins Boot, aus dem Business kann man was richtig Großes machen, haben wir dann zusammen einfach entschlossen, wir gründen eine GmbH. Und dann entstand Klinker und Klunker.
Ja, auch super cooler Name, ist so bunt wie ihr. Und das müsste man heute sehen. Wir haben alle Farben des Regenbogens hier in unserem Podcast-Raum. Und Franzi, wie war es für dich? Hast du sofort zugesagt, ich mache jetzt das mit dem Haus im Bazarro, oder hattest du irgendwie—
Also ein ganz klares Ja, denn ja, also dadurch, dass wir uns ja schon gut kannten und das ist ja Wenn man sich schon gut kennt und gut befreundet ist und dann den Weg des gemeinsamen Arbeitens geht, ist es natürlich jetzt, dass man noch mal überlegt: Okay, will ich das wirklich? Was kann daraus entstehen? Es kann zum einen in die Hose gehen, aber es kann auch richtig geil werden. Und ja, als Anja kam und gesagt hat: Mensch Franzi, ich brauche unbedingt die Unterstützung. Und auch dann als Nicole kam, habe ich gleich gesagt: Klar, komm, machen wir zusammen. Und ja, sonst würden wir jetzt gar nicht hier sitzen und hier gemeinsam sprechen.
Und wie wird Frau Malerin und Lackiererin, also quasi Meisterin?
Gesellin. Ah, Gesellin. Genau. Ja, da muss ich ein bisschen ausholen. Also ich habe gelernt nach der 10. Klasse, das war also zur Jahrtausendwende war das. Und ja, da ganz klassisch über ein Praktikum. Und ich habe mich schon immer dafür interessiert, Sachen zu verändern, Sachen zu erstellen, also herzustellen. Und ich fand so diese klassischen, wenn man so an Rollenbilder denkt, so diese klassischen Frauenberufe in Anführungsstrichen immer total langweilig. Und ich wollte immer raus und immer was schaffen. Und so habe ich dann die Möglichkeit bekommen, in einem Malerbetrieb zu lernen und habe das auch dann durchgezogen, auch wenn es nicht immer ganz einfach war. Also ich habe ganz oft gesagt, ich mache das nicht mehr, ich fahre da nie mehr hin. Das war wirklich nicht immer so leicht. Aber mein Meister damals, der hat mich immer so ein bisschen unter seine Fittiche genommen und gesagt, Mensch, komm, wir machen das. Und natürlich hatte ich auch die Unterstützung von Freunden von zu Hause und das hat es immer noch ganz einfach gemacht.
Und was war für dich nicht einfach, zum Beispiel?
Na, ich war ja damals die einzige Frau dort, also mit 16, 17, also nur mit Männern und immer die einzige da. Und da ich ja körperlich gar nicht zu manchen Sachen, also wenn es darum ging, eine große Teppichrolle in den 6. Stock zu tragen, war ich immer die, die da halt lieber die Folie tragen musste und nicht so die ganze Rolle. Und das haben die mir natürlich spüren lassen. Die haben dann gesagt, Mensch, komm, und dann kannst du nicht. Dann kamen immer so die Sticheleien. Oder wenn es um Farbeimer ging, die da so die 25 Kilo wogen. Und rein aus arbeitsschutztechnischen Gesichtspunkten durfte ich ganz viele Sachen nicht. Und das fanden die halt blöd. Und dann haben die mich das halt auch spüren lassen. Und jetzt in der Rückschau muss ich schon sagen, hat mich das wesentlich stärker gemacht. Also jetzt auch da die Dinge ganz anders anzunehmen. Damals fand ich das aber total blöd.
Aber ich glaube, das ist auch der Grund, warum das Thema Technik Frauen auch total verunsichert, weil die Männer oder wer auch immer da ist, uns dieses Gefühl geben, dass wir es nicht können. Und ich stelle wahnsinnig viele Fragen, weil ich will das verstehen, weil ich denke, ich bin ziemlich schlau und ich kann zumindest die Logik verstehen und ich werde schon kapieren, wenn die mir irgendwas Blödes erzählen. Aber viele Frauen trauen sich gar nicht so viele Fragen zu stellen. Nicole, wie siehst du das als Psychologin?
Also ich finde es ganz spannend, was Franzi gerade gesagt hat. Das war mir tatsächlich selber gar nicht so bewusst. Und erst mal muss man ja auch sagen, ist ja auch ungerecht. Also warum soll der eine die Rolle schleppen und der andere nicht, wenn man weggeht von Rollenbildern? Und da ist halt die Idee, dass man irgendwie fördert, dass Menschen an sich, egal welchen Geschlechts, ganz wunderbar sind und jeder halt Stärken hat und jede Herausforderung. Und ich kann mir jetzt so vorstellen, bei so Maler ist vielleicht eher so kleine Fummelarbeit, also bei einem männlichen Maler vielleicht schwierig, also dieses klassische Abkleben und so eine Sachen. Also man würde ja eigentlich was finden, wo man sagt: Hier musst du mal ran und hier kann aber die Franzi ran, weil das nervt uns irgendwie. Also dass man irgendwie neutraler daran geht und immer sieht, jeder Mensch ist wertvoll, egal ob er jetzt den 25-Kilo-Eimer schleppt oder nicht. Und wenn er das halt nicht hinkriegt, finden wir gemeinsam einen Ausgleich. Ich glaube, so wie ich Franzi kenne, wäre die die Letzte, die sagt: Oh nee, ich stell mich da hin wie eine Diva und sage, ich kann nicht, ich kann nicht. Sondern die würde immer mehr machen als zu wenig.
Und was würdest du Frauen raten, die auch in so eine Situation geraten, dass die Männer sagen oder denen zeigen, dass sie nichts von Technik verstehen?
Genau, wenn man jung ist, so wie Franzi damals, dann hat man ja Respekt vor allem und jedem. Und trotzdem könnte ich die Leute nur ermutigen zu sagen, wenn so ein Elefant im Raum steht, ich spüre Sticheleien, dann sprich ihn einfach an. Oder thematisiere schon beim Bewerbungsgespräch: Hey, ich bin eine Frau, ich habe voll Bock auf diesen technischen Beruf oder auf diesen handwerklichen Beruf. Mir ist bewusst, dass da Sachen kommen können, die ich nicht leisten kann, einfach aufgrund meiner körperlichen Konstitution. Aber ich bin immer mega bereit dafür, andere Sachen zu übernehmen. Bitte lasst uns von vornherein gemeinsam im Team gucken, wie wir das thematisieren und was wir damit machen. Und es muss meist ja gar nicht erst zu so schwierigen Situationen kommen. Sondern wenn man vorher anspricht, ey, wir haben hier ein Mädel, die kann auf keinen Fall Teppichrolle schleppen, aber dafür wird sie zusätzlich die und die Aufgaben übernehmen, dann hat man auch wieder einen Ausgleich und dann hat man es unter allen besprochen und dann gibt es auch gar kein Thema, finde ich.
Und was würdest du zum Beispiel unseren Zuhörerinnen raten? Weil wir haben sehr viele Frauen im Club, die Wohnungen kaufen wollen. Und natürlich kann man bei Renovierungen, also unrenovierten Wohnungen schon viel mehr verdienen. Ja. Und das raten wir denen auch. Aber wir wissen, dass alle großen Respekt davor haben, eine Wohnung zu sanieren. Und da gibt es natürlich super viele Handwerker, die auch einfach sich schlecht benehmen.
Ja, genau.
Was würdest du da machen?
Also erst mal finde ich das ganz toll, dass du das noch mal sagst. Ich würde auch immer lieber dazu tendieren, eine sanierungsbedürftige Wohnung zu kaufen, weil du mehr mitgestalten kannst. Und von den meisten Frauen, sage ich mal jetzt, ist es ja ein Thema, dass die schon irgendwie so ein Gespür dafür haben. Was heißt Gestalten und wie kann ich es mir schön machen? Wenn alles fertig ist, habe ich zwar vielleicht weniger Arbeit und Aufwand, aber gesetzt ist gesetzt. Also mitgestalten zu können ist was Wunderbares. Jetzt hast du ja die erste Herausforderung, dass das total viel Stress macht. Das haben wir auch erlebt beim Hausbau. Und deswegen gibt es zum Beispiel Leute wie Klinker und Klunker, wenn ich das mal reinschmeißen darf. Also wir holen uns ja für alles Mögliche Profis. Ich gehe zum Coach, Ich gehe zum Arzt, ich habe hoffentlich einen guten Finanzberater oder über euch kann ich mir super gute Infos ziehen, wenn ich da Bedenken habe beim Thema Kauf. Also wenn es Profis für Themen gibt, würde ich immer die Euro in der Hand nehmen und mir die holen, weil aus eigener Erfahrung weiß ich, am Ende bringt dieser Invest mir immer deutlich mehr, als wenn ich mich selber durchgewurschtelt habe. Und wenn es dann im Kontakt mit Handwerkern darum geht, dass die vielleicht manchmal patzig sind, dann ist es aber auch aus Erfahrung meist nicht so, wie soll ich jetzt sagen, also die sagen ja nicht mit Absicht: Oh, ich sage das jetzt mal, damit ich der Kleinen, ich übertreibe, zeige, dass sie nichts kann, sondern die sind einfach, wie sie sind. Also erst mal so als Frau sich das nicht alles so zu Herzen nehmen. Und wenn man sagt: Nee, ich habe trotzdem keine Lust und keine Zeit darauf, dann gern wieder auf Klinker und Klunker zurückgreifen, denn dann gehen wir in die Bütt und übernehmen die Kommunikation.
Und Franzi, was macht ihr genau bei Klinker Klunker?
Genau, also Klinker Klunker ist ja ein Studio für Projektmanagement im Bereich Umbau, Ausbau und Hausbau. Also das heißt, wir begleiten unsere Kunden vom Immobilienkauf, wenn es um die Besichtigung geht und einfach noch eine Fachfrau mit dabei sein soll, die einfach noch mal so den technischen Blick auf die Immobilie hat, und dann über die klassischen Planungsphasen hinweg, die es mit dem Architekten geht. Und ganz klar im Vordergrund stehen bei uns immer Bedarf und Bedürfnis. Also das heißt, welchen Bedarf möchte ich erfüllen mit meinem Haus und welches Bedürfnis steckt eigentlich dahinter? Also wir vergleichen das immer, wenn man ein Auto kauft. Welchen Bedarf habe ich eigentlich? Soll es jetzt für die Familie sein oder soll es eher so was für 2 Personen? Und welches Bedürfnis habe ich? Will ich schnell von A nach B kommen? Soll viel reinpassen? Und so ist es beim Haus auch. Also Wenn es um die Familienplanung geht, ist es, man fängt meistens ja mit einer hippen Wohnung an, merkt dann aber über die Zeit, nee, ich will vielleicht doch ins Grüne. Und das ist bei uns so der Kern unserer Arbeit, dass wir immer wieder auf den Bedarf und die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen und die natürlich über den gesamten Bauprozess auch mit begleiten. Also wenn die Baustelle mitten am Brummen ist, dann sind wir vor Ort und sind für die Kommunikation da. Wir halten Händchen, wir gehen wirklich durch Höhen und Tiefen. Also da hat man, man weint zusammen, man lacht zusammen. Das haben wir in unserem gemeinsamen Projekt, als wir in Bad Saarow gebaut haben, auch gemacht. Also ja, und wenn dann der Schlüssel schon in der Hand ist und man einziehen kann, begleiten wir natürlich auch diese ganze Phase der Gewährleistung. Also es ist ja nicht so, das Haus steht und dann ist alles schön, sondern es muss sich gekümmert werden. Heizungswartung, wie sieht es aus mit den Wartungsintervallen für Sanitär, für die ganzen Leitungen? Wann muss der Schornsteinfeger kommen? Und das sind alles so Themen, die man freut sich so sehr, dass man einzieht. Aber trotzdem ist es so wichtig, damit der Wert des Hauses trotzdem erhalten bleibt und nicht man in 20 Jahren dasteht und denkt so: Oh nee, meine Heizung hat sich irgendwie noch gar keiner angeguckt. Und da begleiten wir praktisch den gesamten Prozess von der Planung bis zur Bewirtschaftung.
Beim Thema Baugenehmigung seid ihr auch dabei?
Also das ist bei uns klassisch ja, das ist ja eine Genehmigung. Die Genehmigungsplanung liegt ja klassisch beim Architekten. Und wir übernehmen die Kommunikation jetzt zu den Ämtern. Also wir reichen jetzt selber nicht den Bauantrag ein, gemeinsam mit dem Architekten schon. Und wir übernehmen dann die gesamte Kommunikation mit dem Bauamt. Also sagen wir mal so eine klassische Bauantragsphase. Der Antrag geht rein, dann dauert es so 12 bis 16 Wochen. Was passiert zwischendurch? Man ist ja irgendwie doch ein bisschen nervös. Was passiert? Man kann das zwar alles online einsehen, aber manchmal haben wir jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, immer noch den Kontakt zum Bauamt und zur Behörde zu haben, falls wirklich das Naturschutzamt Bedenken hat, dass man vorher schon reagieren kann und weiß, die Baumfällungen verzögern sich oder ich darf doch nicht so fällen, wie ich mir das dachte. Und da begleiten wir und sind Kommunikator zu den Ämtern und Behörden.
Toll, das hätte mir geholfen, als ich mein Dach ausbauen wollte. Eine andere Frage: Das Thema Bauleitung, ist es dann auch Teil von euren Aufgaben?
Also Bauleitung per se machen wir nicht. Also wir sind ja eine klassische Baubegleitung und die Bauleitung ist ein sehr— es ist halt so ein Bereich, den musst du von einem fachkundigen Ingenieur, Architekten einfach noch mal mit abdecken lassen. Und wir haben für uns einfach festgestellt, dass für uns das Ganzheitliche viel mehr im Vordergrund steht, als jetzt punktuell nur in die Bauleitung zu gehen. Also insofern haben wir da in unserem Netzwerk Bauleiter, die das mit uns gemeinsam machen. Aber wir selber von Klinker Klunker machen das nicht.
Also habt ihr auch Bauleiterinnen in dem Netzwerk?
Aktuell noch nicht. Wir sind natürlich immer auf der Suche nach coolen, tollen Bauleiterinnen.
Also gerne melden. Oder auch andere Frauen in anderen Fachwerksberufen.
Ah ja, okay. Ja, ich finde das sehr spannend, was ihr erzählt, weil mir am Anfang auch so gefehlt hat, ein Sparringspartner. Ich wollte ein Dachhaus bauen. Ich wusste nicht, will ich 8 kleine Wohnungen, will ich große Wohnungen? Keine Ahnung. Und da habe ich einfach mit mir selbst gekämpft. Und der Bauleiter ist dann so an der Stelle auch nicht wirklich hilfreich, weil er will einfach nur das fertigstellen und ihm ist alles sonst egal. Und wenn Sorgen hochkommen, zum Beispiel über Budgetüberschreitungen und solche Sachen, kann man sich auch mit euch dann unterhalten?
Ja, also da auf jeden Fall. Und wir sind ja, wenn wir jetzt in die Projektmanagementphasen gehen und wirklich auch in der Projektsteuerung sind, stellen wir Budgetabweichungen. Es ist ja nicht so, dass es kommt Tag X und dann ist das Budget plötzlich aufgebraucht, sondern es kündigt sich ja mit kleinen Schritten an. Und dadurch, dass wir das sehr eng steuern und auch immer das Controlling dazu machen, sei es jetzt von den Meilensteinen und auch von den Kosten, dass das ja alles miteinander zusammenhängt. Also wenn du Zeitverzug hast, du bist irgendwie noch in deiner Wohnung, kommst nicht raus oder die Handwerker werden nicht fertig oder Material fehlt. Und da steuern wir das ganz eng und kommunizieren das auch ganz klar zu unseren Bauherren, weil wir immer sagen, sagen, wie es ist. Das sprach ja Nicole vorhin auch schon an und nicht hinterm Berg halten, weil es ist meistens so, oder unsere Erfahrung ist, dass viele lieber dann nicht kommunizieren und das noch viel mehr frustriert, weil man nichts voneinander hört und man fühlt sich so aufs Abstellgleis geschoben und denkt irgendwie, jetzt bin ich gar nicht wichtig. Und wir sagen, Ja, auch wenn die Kröte jetzt mal ein bisschen bitter schmeckt, lieber ansprechen und eine Lösung finden. Und wir präsentieren meistens dann schon 1, 2, 3 Wege, wie es dann trotzdem noch gelingen kann, ein bisschen den Rahmen zu halten vom Budget.
Das finde ich super, weil ihr seid so ein bisschen wie, wenn ich ein Vorhaben habe, seid ihr meine rechte Hand.
Genau, wir sind Händchenhalter, Händchenführer oder einfach, wie du so schön gesagt hast, Sparringspartner. Und ganz klar kosten wir extra Geld. Also das muss man einfach sagen, um ehrlich zu sein. Aber aus Erfahrung, und da braucht es ein bisschen Vertrauensvorschuss, tut man dieses Geld, was wir zusätzlich kosten zum Bauthema, holt man meist doppelt und dreifach wieder rein. Also es fängt damit an, das ist mir klassisch passiert, du hast eine Wasserzufuhr und der Wasserhahn friert einfach ein. So, da musst du einen neuen kaufen und dann rufst du irgendwo an, musst du ja auch über das Amt noch mal machen, und dann sagen die: Ja, ist ja logisch, das passiert immer. Ja, schön, Verdammte Bank, ich baue ja das erste Mal, das hätte mir einfach jemand sagen können. Also sind so ganz viele kleine Sachen. Oder man hat irgendeine Vorstellung, wie etwas dann gebaut werden soll, und dann steht da eine Wand und dann sagst du dir: Nee, das ist ja eigentlich viel zu eng, die Wand muss noch mal weg und versetzt werden. Also es passieren die ganze Zeit beim Bau oder beim Sanieren solche Dinge, die tatsächlich dann extra Geld kosten oder die gesamte Bauphase verzögern. Das ist ja mal auch so, die Gewerke sind ja nacheinander getaktet. Und manchmal ist es aber so, dass die sagen: Oh Gott, jetzt haben wir aber doch Zeit, dann machen wir doch mal jetzt das Objekt. Dann wird was dazwischengefunkt oder die sagen: Nee, wir können doch nicht kommen. Dann kann aber wieder im Nachgang was nicht passieren. Und man hat selber, glaube ich, als Bauherr/Bauherrin gar nicht die Zeit und das Wissen, wie koordiniere ich das? Und da sind wir sozusagen dann, du sagst es so schön, die rechte Hand und kümmern uns um all den Kram. Also Kommunikation ist ein Riesenthema sozusagen.
Ich finde, ihr habt total recht und ich bin sicher, ich habe sicher 20.000, 30.000 € mehr bezahlt. Für irgendwelche Sachen, die passiert sind, wo das Bauunternehmen mir gesagt hat, wir hätten es nicht wissen können. Es ist eine große Überraschung jetzt. Und da ich das selbst nicht so einschätzen kann, habe ich mich natürlich, ja, habe ich ein bisschen verhandelt, den Betrag reduziert. Aber wer weiß am Ende, wer im Recht war und wer nicht. Also ihr hättet es auf jeden Fall gewusst. Sehr gut. Ja, also viele Frauen machen sich aktuell Sorgen auch über die steigenden Baupreise. Und da wollte ich jetzt mit euch sprechen, weil ihr habt sicher Projekte, an denen ihr arbeitet. Und was passiert jetzt mit den Baupreisen pro Quadratmeter?
Das ist ja, also wir sagen immer ganz klassisch, wir gucken mal in unsere Glaskugel, weil natürlich gibt es, also es gab einen Peak, klar, wo die Baupreise also für Holz, für die ganzen Materialien einfach sehr hoch waren. Also das heißt, sie wurden teuer eingekauft und der Preis, so wie er ja aktuell ist, jetzt gefallen. Und der wird nicht eins zu eins jetzt weitergegeben. Und insofern, das wäre so der erste Punkt, wo halt viele einfach auch verunsichert sind. Und natürlich kann es immer kommen, dadurch dass das Thema sehr komplex ist und viele Einflussfaktoren hat, kann man gar nicht sagen, wo die Reise hingehen wird. Also da sind wir aktuell einfach in der Phase, wo wir jetzt gerade stehen. Und es wäre, glaube ich, nicht sehr professionell, jetzt zu sagen, es entwickelt sich dahin und dahin, weil wir es einfach auch nicht mit Sicherheit sagen können.
Also wir sagen so in der Immobilienbranche, sagen wir immer, also vor dieser Krise mit der großen Inflation haben immer gesagt, okay, ein einfacher Bau könnte man so mit ungefähr 2.000 bis 3.000 € Baukosten pro Quadratmeter könnte man machen. Und heute?
Wo sind die Preise heute? Also ich hatte aktuell letzte Woche erst ein Gespräch mit einem Hausanbieter. Und die sind aktuell bei 2,5 bis 3, also wie du es schon sagst, und darunter geht gar nichts, eher noch mehr nach oben. Und was ja immer mit eine Rolle spielt, ist natürlich auch der Qualitätsstandard, den du haben möchtest. Also ganz viel, klar, du hast halt den Rohbau, wo du die ganz normalen Materialien hast, aber dann geht es ja weiter. Welchen Boden möchtest du? Möchtest du das klassische Laminat oder willst du ein Stäbchenparkett? Aus Eiche, wo es einfach ja viel teurer wird pro Quadratmeter. Und insofern kann man da schon eine Hausnummer sagen. Aber es kommt natürlich immer darauf an, welchen Qualitätsanspruch hast du selber fürs Haus? Und würdet ihr sagen, dass weniger gebaut wird aktuell? Also wir stellen schon fest, dass die Neubauprojekte, die angestoßen wurden, jetzt wieder mehr in den Schubladen landen. Also auch das ganze Thema Sanierung geht ein bisschen zurück. Es ist aber trotzdem noch so, dass ja auch Corona-bedingt sich viele auch Gedanken gemacht haben: Wie kann ich mein Zuhause verschönern? Wo möchte ich wohnen? Und der Gedanke ist auch immer noch da, auch wenn es langsam zurückgeht. Das ist aber nicht so, dass es jetzt auf null gefahren wird, sondern es wird sich schon, also die Gedanken darum werden größer, also dass es halt auch nicht mehr so einfach ist. Aber gerade in dem Aspekt sind wir gerade auch als Begleiter auch in so Phasen halt da und finden eben Lösungswege. Und gerade weil wir auch so ein großes Netzwerk haben an vielen tollen Menschen, die, seien es Handwerker, seien es Akteure aus der Immobilienbranche, die da einfach auch noch mal einen anderen Blickwinkel haben und einfach auch über den Tellerrand gucken können, damit man neue Wege gehen kann und neue Lösungen finden kann.
Ach, das ist toll. Das bräuchten wir auch für unsere Clubmitglieder, weil wenn die sanieren möchten, dann hättet ihr die Leute, also die Männer und Frauen an der Hand.
Genau. Und psychologisch gesehen würde ich mich jetzt gar nicht von dem gesamtgesellschaftlichen oder auch von der weltpolitischen Lage so runterziehen lassen, sondern ich würde für meinen individuellen Fall einfach mal schauen, was würde das dann kosten und kann ich mir das eigentlich leisten? Egal zu welcher Zeit. Also wir kommen ja auch aus einer Zeit, wo die Zinsen für Finanzierungen extrem niedrig waren. Die sind jetzt gestiegen, aber die sind noch lange nicht da, was ich schon mal bezahlt habe für ein anderes älteres Projekt an Finanzierungszinsen. Und das ist einfach immer so ein Vergleichsthema. Wir Menschen wollen immer so beste Kosten-Nutzen-Optimierung haben, aber manchmal ist das doch auch eine sehr doofe, lähmende Denke. Also klar, es ist gerade nicht die schönste Zeit, aber es war auch schon mal viel schlechter. Und ich finde, man könnte einfach individuell schauen: Habe ich wirklich Bock? Warum habe ich Bock zu kaufen, zu bauen? Kann ich mir das leisten? Was kann ich mir leisten? Wie kann man das umsetzen? Gucken, welche Profis begleiten mich?
Und dann sollte das alles gar kein Problem sein. Dem stimme ich aber tausendprozentig zu. Wirklich, weil das sagen wir auch die ganze Zeit. Es gibt Rieseninflation. Immobilien sind Inflationsschutz. Du willst dir eine Wohnung kaufen und für dein Alter dich absichern. Es ist egal, wann man kauft, man wird sowieso nie, so wie an der Börse, wird man nie den Punkt erwischen, wo es wirklich irgendwie der niedrigste Punkt ist, wo man kaufen will. Das kennt ihr ja auch. Ihr investiert auch in Immobilien. Genau. Und trotzdem sieht man ja, dass die Immobilienpreise Preise seit 1975 mit ein paar Knicks, aber immer nach oben gehen. Und deswegen machen wir uns an sich sehr wenig Sorgen und vor allem in so einer Stadt wie Berlin.
Und man sagt so in der Psychologie, man soll tragende Tendenzen nutzen. Und Krise ist eine tragende Tendenz. Das heißt, wenn Menschen von Angst getrieben werden, was jetzt sehr traurig ist und schade, aber dann verkaufen die vielleicht auch eher. Zu einem günstigeren Preis als wie sozusagen vor dieser schwierigen Zeit. Also ich kann vielleicht auch ein Stück weit doch Schnäppchen schlagen. Ich muss nicht gleich das Erste nehmen. Aber ich finde, man ist doch in einer guten Haltung, wenn man jetzt nicht sagt, ich will unbedingt das haben, sondern ich bin offen, ich schau mal, ich kann verhandeln. Und ich glaube, dass man in der heutigen Zeit schon jetzt was Gutes mitnehmen kann. Also ich habe ein Beispiel: Wir suchen gerade mit jemandem zusammen Haus. Die haben ein Angebot. Wir haben das Objekt angeguckt, die waren bei 1,5 Millionen und jetzt sind wir schon bei 950.000. Also ist doch ein Riesensprung nach unten. Perfekt. Wäre wahrscheinlich vorher nicht gegangen, da hätten die Bieter sozusagen sich weiter überboten. So nur als kleines Gimmick, dass man es vielleicht sich doch traut.
Als du das jetzt gerade gesagt hast, habe ich mir gedacht: Wow, hat sie sich mit Warren Buffett unterhalten? Weil er hat genau gesagt das Gleiche. Seit Ängstlich, wenn alle gierig sind, und seid gierig, wenn alle ängstlich sind. Das sind psychologische Mechanismen. Genau. Toll, dass du sagst, hier unser Warren Buffett heute. Sehr gut. In weiblich. In weiblich. Aber es gibt eine Sache, die uns Sorgen macht, und zwar das sind die Energiekosten. Und in Berlin wärmt man immer noch sehr stark und heizt man sehr stark mit Gas. Auch in diesem Haus, wo wir jetzt sind, habe ich viele Gasetagenheizungen. Was kann man da machen?
Was sind die Lösungen für dieses Thema? Also da kann ich jetzt einmal meinen Facility-Management-Hut aufsetzen. Und gerade wenn es um die Bewirtschaftung geht, klar, wir brauchen Wärme, wir brauchen Wasser. Ganz klassisch ist es so, dass man ja denkt: Oh Gott, jetzt muss ich meine Heizung ausmachen, jetzt sitze ich hier nur noch im Pullover und dusche nur noch kalt. Und das ist gar nicht so, sondern wir sind ja Gewohnheitstiere. Und wir sind es zum Beispiel gewöhnt, oder es gibt Menschen, die sind es gewöhnt, bei 25 Grad ins Badezimmer zu gehen, damit es frühmorgens schön muckelig ist. So, dann ist es aber meistens so, dass diese 25 Grad im Bad den ganzen Tag sind, wenn überhaupt gar keiner mehr da ist. Und da setzen wir ganz klar halt auch auf intelligente Lösungen. Also der Vorteil ist ja gerade, wenn man sich in solchen Zeiten bewegt, dass der Technologiesprung sehr hoch ist. Also man sieht jetzt Solarpanels und so weiter und so weiter. Und auch die intelligenten Wohnungslösungen, also intelligente Systeme. Ich will nicht mal über KI sprechen, sondern dass man einfach überlegt, wie kann man denn mit Automation versuchen, sich sein Haus, seine Wohnung so zu gestalten, dass man wirklich nutzerorientiert leben kann. Also wann gehe ich in der Regel duschen? Muss ich wirklich? Muss das warme Wasser immer verfügbar sein? Klar, es gibt auch technische Anforderungen, dass es immer warm sein muss. Oder muss die Wohnung hier immer bei 21 Grad sein? Oder reicht es nicht ein halbes Grad weniger? Oder dass man halt die Thermostate einfach noch intelligenter steuern kann. Und da gibt es so Kniffe und Wege, die man gehen kann. Oder wenn man Balkone hat, dass man einfach Regenwasser auffängt zum Blumengießen. Meistens sind es ja wirklich die kleinen Dinge im Alltag, die man nutzen kann, um da jetzt vielleicht auch ein bisschen Geld zu sparen und einfach sich bewusster zu machen, welche Ressourcen und welche Energien brauche ich über den Tag und wie viele davon.
Das hatte ich mir auch jetzt überlegt, dass ich schlaue Thermostaten einsetze, die die Kosten, also viele sagen, die Kosten senkt man dann um die 10 bis 15% zumindestens. Das ist so eine Idee. Aber gibt es so, wenn du jetzt vielleicht neu bauen würdest, was nimmst du jetzt? Gasheizung?
Nimmst du jetzt Wärmepumpe? Was wäre da? Also grundsätzlich ist es, kann man das gar nicht so pauschal sagen, weil du immer die Beschaffenheit des Grundstücks anschauen musst. Also es ist nicht jedes Haus oder jedes Grundstück geeignet für eine Photovoltaikanlage, weil du brauchst halt spezielle Einwinkel für die Sonne. Du brauchst auch, wenn du dein Haus planst, du brauchst einen großen Teil für Technik, sei es Batterie, sei es also die gesamte Haustechnik braucht halt mehr Platz. Das muss man wissen. Und dann kommt es natürlich darauf an, wie sind die Versorger ringsrum? Also wie hast du Gasanschlüsse da? Manche sind vielleicht noch gar nicht am Gas angeschlossen. Dann würde man, hätte man früher gesagt, komm, dann machen wir eine Ölheizung. Und wenn man jetzt aber wirklich nur auf den Nachhaltigkeitsaspekt geht, gibt es mittlerweile ja auch Häuser und auch Anbieter, wo man gar nicht mehr so in die großen, dass man gar nicht mehr so viel heizen muss oder gar nicht mehr so viel Energieaufwand hat und dass man da sich das einfach mal durchrechnen muss. Was heißt das jetzt? Welche Investition bin ich bereit dafür einzugehen? Natürlich ist eine neue Technologie erst mal teurer und amortisiert sich vielleicht später. Aber wenn man wieder bei seinem Bedarf und bei seinem Bedürfnis ist, ist es mir wichtig, nachhaltig zu planen, nachhaltig zu bauen, dann auf jeden Fall den Weg über die erneuerbaren Energien zu gehen.
Ich hatte echt viele Widerstände, als ich in meinem Haus hier neue Wege gehen wollte. Und ich merke, dass die Bauunternehmen, die sind noch einfach alle so alt im Kopf, dass die gar nicht auf dieses Thema setzen.
Macht ihr die gleiche Erfahrung? Also grundsätzlich ist es so, dass man, wenn wir uns in der Branche bewegen, da fühlen wir uns manchmal auch noch wie in den 80ern.
Wie im Dornröschenschlaf. Im Dornröschenschlaf. Genau. Aber es war auch nicht nötig, sich anders zu verhalten. Also die haben auch einfach viel auf dem Zettel, bauen und bauen und bauen. Man kennt es von sich selber, wenn du den ganzen Tag am Rödeln bist, bist du wenig offen für neue Themen. Und vielleicht hilft aber jetzt gerade die Zeit auch so von außen gesehen wieder als tragende Tendenz zu nutzen, um die so ein bisschen aus dem Dornröschenschlaf zu holen.
Und habt ihr Zugang zu solchen Dienstleistern, die eher neu denken?
Also was wir feststellen, ist, dass in vielen Betrieben ja jetzt so ein Generationswechsel stattfindet. Also das heißt, es kommen— bei uns im Netzwerk haben wir zum Beispiel eine Dame, die aus dem Tiefbau kommt zum Beispiel, und die denkt so diese gesamte Baustelle neu. Also wie kann man das neu machen? Also neue Technologien, neue Maschinen und so weiter. Und das ist ein großer— das ist eine große Chance, das zu nutzen, dass man wirklich, dass man die alten Themen schon respektiert, aber den Neuen einfach die Chance gibt, mehr zu verändern. Und da stellen wir ganz klar fest, dass da der Wille da ist und die voll Bock drauf haben, da jetzt das anzugehen und zu verändern.
Das finde ich toll. Wir sind ja alle hier letztendlich die neue Generation, auch der Investitionsbranche im Immobilienbereich und jetzt auch der Baubranche. Das finde ich toll. Eine total kurzweilige Podcastfolge haben wir jetzt heute aufgenommen.
Zum Schluss möchte ich euch fragen: Was wären eure 3 Tipps Wenn Frauen bauen möchten? Also vielleicht fange ich einfach an. Also was uns immer wieder wichtig ist und was wir auch immer wieder mitgeben, ist wirklich bei sich zu sein und bei sich zu bleiben, dem Bedarf und das Bedürfnis, was man spürt, wirklich nachzugehen und zuzulassen und sich nicht reinreden zu lassen. Das ist, glaube ich, so der erste Tipp, den wir mitgeben können.
Dann braucht es auf jeden Fall Mut. Also ich würde immer sagen, einfach machen. Und dazu gehört nicht, ich stürze mich in irgendwas Ungewisses, sondern ich bin mutig zu sagen, ich will bauen, ich will kaufen, ich will sanieren, ich hole mir meine Experten an die Hand, ich rechne das alles für mich durch und dann ziehe ich es auch durch, weil dann kann dir gar nichts passieren.
Und der dritte Tipp, den wir haben, ist, wir sagen es mal so schön, gemeinsam statt einsam. Sich wirklich Unterstützung suchen, Vertrauenspersonen, die das gemeinsam mit einem machen, seien es jetzt Coaches, seien wir das als Baubegleiter oder auch in in Finanzierungsthemen und das nicht alleine mit sich auszumachen, sondern zu teilen und zu sagen, ich komme hier gerade nicht weiter, wer kann mir helfen?
Und die Hilfe dann auch anzunehmen. Genau das, was wir auch beim happy immo club immer sagen. Macht Sachen gemeinsam. Lieben, lieben Dank, dass ihr da wart und uns so viel Mut zum Thema Frauen und Technik gegeben habt.
Ja, ganz lieben Dank.
Wir danken euch auch.
Mm-hmm.
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