Let’s Talk Frauennetzwerke mit Frederike Probert
14 Apr 2022 · 40 min
Frederike Probert, founder of Mission Female, spent 20 years in tech before burnout sent her traveling Europe in a camper. That break became the spark for her women's network, which rejects traditional gender coaching in favor of peer support. She invests in ETFs and women-founded startups, and shares how she navigated buying property near Hamburg and planning a purchase on Spain's Costa Blanca.
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Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast: Frederike Probert.
Hallo Anais, ich freue mich dabei sein zu dürfen.
Liebe Frederike, wie geht's dir? Bist du gut drauf?
Ich bin fast immer gut drauf, tatsächlich 90% meiner Zeit. Das Wetter in Hamburg könnte gerade ein bisschen besser sein, aber ansonsten trübt es meine Laune eigentlich nicht.
Sehr gut. Ja, hier ist auch keine Sonne mehr. Wolken, grau. Egal. Wir machen uns jetzt hier warme Gedanken, bevor wir gleich in medias res gehen und die Finanz- und Immobilienwelt so richtig auseinandernehmen und über Frauenmacht Karriere sprechen. Meine erste Frage: Wer bist du?
Mein Name ist Friederike Probert. Ich bin die Gründerin von Mission Female und wir sind ein Wirtschaftsnetzwerk für sehr erfolgreiche Frauen, die unglaublich smart und schlau sind, mit einer hochkarätigen Expertise. Und wir vereinen diese tollen Frauen in einem professionellen Netzwerk.
Was hast du vorher gemacht? Wie bist du dahin gekommen?
Ich war 20 Jahre lang in einer sehr, sehr männerdominierten Branche, nämlich der Entwicklung von Technologien für die Digitalwirtschaft. Und wie du dir vorstellen kannst, war diese Branche sehr, sehr männerlastig. Ist sie teilweise heute auch noch. Und ich war es nach 20 Jahren einfach leid, immer und überall die einzige Frau zu sein und habe mich gefragt: Geht es eigentlich anderen Frauen auch so in anderen Branchen, die jetzt vielleicht jetzt nicht in der hippen EdTech branche in Hamburg sitzen? Und die kurze Antwort ist ja. Und meine Lösung war tatsächlich, diese Frauen in dem professionellen Netzwerk Mission Female zusammenzubringen und zu schauen, was wir gemeinsam alles noch bewegen können. Aber ja, ich glaube, 20 Jahre Erfahrung im Tech-Bereich, in Konzernen, in Startups, aber auch in meinem eigenen Unternehmen haben letztendlich dazu geführt, dass ich Mission Female gegründet habe. Übrigens war der Weg gar nicht so smooth, wie man wahrscheinlich neudeutsch sagen würde, wie viele denken. Ich musste mir eine Auszeit nehmen, um auch genau diese Gedanken auch erst mal sortieren zu müssen und habe mir einen Camper gekauft, bin mit meinem Hund Fiete 50.000 Kilometer durch Europa gefahren und auf der Reise ist mir die Idee zu Mission Female gekommen, auch basierend auf vielen, vielen Gesprächen mit tollen Frauen und Männern, die mich darin bestätigt haben und gesagt haben, wir brauchen ein professionelles Management unseres Netzwerks, Weil ehrlicherweise sind wir so karriereambitioniert und wollen nach vorne kommen, dass wir 24/7 nur am Arbeiten sind und gar nicht wissen, wie wir uns das relevante Netzwerk um uns herum aufbauen wollen. Und ja, Mission Female gibt es jetzt 3 Jahre. Es war ein Rollercoaster, der unglaublich viel Spaß macht, auch heute noch. Wir entwickeln uns immer weiter, schauen immer nach neuen Businessmodellen, weiteren tollen Frauen und Angeboten, und es ist the best job ever.
Sehr gut, auf alles das gehen wir jetzt gleich noch mal nacheinander ein. Also als Erstes, warum bist du genau raus aus der Branche. Ich kenne das von mir. Ich habe lange als Angestellte bei dem größten Projektentwickler in Deutschland gearbeitet und hatte da total unterschiedliche Projekte. Ja, also wir haben zum Beispiel eine Kirche gekauft, die wir zu Wohnen entwickelt haben, oder ein Bunker. Ich habe zwei AXA-Konzernzentralen entwickelt, drei Wohnhochhäuser in Frankfurt auf der Zeil gebaut, ein Jobcenter bei Düsseldorf. Also alles total unterschiedliche Sachen, aber am Ende war es wirklich immer das Gleiche. Ja, das war immer eine Immobilie von A bis Z entwickeln, also Grundstück finden, planen, bauen, vermieten, verkaufen. Hat hat total viel Spaß gemacht, aber irgendwann habe ich mir gedacht, das ist eigentlich, wenn man es runterbricht, immer das Gleiche. Ging dir das auch so mit deinen Projekten?
Das ging mir auch so. Zum einen auf der fachlichen Ebene. Natürlich hast du im Technologiebereich rasante Entwicklung. Da ändert sich quasi alle, alle 3 Monate eine neue Technologie, die auf dem Markt aufpoppt und die man auch kennen muss, die man auch weiterentwickeln muss. Also von der fachlichen Ebene her ist da schon recht viel Abwechslung unterwegs. Aber was mich wirklich frustriert hat, ist, dass Die Situation, dass ich immer und überall die einzige Frau war in dieser Branche, sei es an Verhandlungstischen oder auf Konferenzbühnen, das hat mich tatsächlich diese 20 Jahre begleitet. Und dieser Faktor hat sich in meinen Augen viel zu langsam weiterentwickelt.
Und ist das nicht auch manchmal gut? Also ich kenne das auch aus der Immobilienbranche, wenn ich irgendwie auf Events bin oder Messen oder so was. Ja, da kommen schon auf, also es werden natürlich immer mehr Frauen, aber sagen wir mal, auf 90 Männer kommen 10 Frauen. Und für mich ist es schon auch oft ein großer Vorteil, weil mich einfach alle kennen. Ja, also irgendwie wie so der bunte Fisch im Goldfischglas, oder zu sein kann auch ein großer Vorteil sein. Aber dich hat es genervt irgendwann. Verstehe ich richtig?
Genau. Also ich würde sagen, im mittleren Management habe ich da auch noch einen Vorteil gesehen. Es hat mich auch nie wirklich gestört, muss ich sagen, immer die einzige Frau zu sein. Ich habe es vielleicht auch gar nicht unbedingt gemerkt. Ich habe einfach meinen Job gemacht und wollte den einfach verdammt gut tun. In den höheren Positionen, auf der Entscheider-Ebene, nachher Geschäftsführungslevel, habe ich tatsächlich kritisch hinterfragt. Wo die ganzen Frauen eigentlich sind, über alle Hierarchieebenen hinweg. Und wollte für mich diese, diese Herausforderung annehmen und genau das auch ändern. Über unterschiedliche Initiativen, weit vor Mission Female übrigens, über mein eigenes Unternehmen, wo ich vornehmlich Frauen eingestellt habe und dann auch die Positionen für die Frauen letztendlich gebaut habe, die zu ihrer Expertise passen. Oder über knallharte Einführung von einer Frauenquote für die Digitalwirtschaft, damals noch im Präsidium des Bundesverbands für die Digitalwirtschaft, also über unterschiedliche Maßnahmen habe ich immer versucht, mehr Frauen in den Bereich zu bekommen, weil ich im oberen Management auch die Verantwortung gesehen habe, diese Rolle auszufüllen und auch aktiv Veränderungen herbeizuführen und mehr Frauen in diese sehr männerlastige Domäne einzubringen.
Trotzdem bist du irgendwann raus und hast dir ein Jahr Auszeit genommen.
Genau richtig. Das war quasi ein Hardcut. Die Amerikaner sagen dipping toes in the water. Also ich war in einer Situation und das trifft ganz gut zu. Ich habe lange nicht verstanden, dass man sich eine Auszeit nehmen sollte, wenn man sich neu orientieren möchte. Und das war bei mir tatsächlich der Fall. Ich habe nach 20 Jahren, nach einem Unternehmensverkauf, muss ich dazu sagen, in 2017 kam ich an den Punkt, dass ich weder fachlich noch emotional verbunden war mit dem Thema Digitalisierung. Transformation ist natürlich ein unglaublich wichtiges Thema. Da bringe ich auch heute bin noch mal in meine Expertise ein. Aber so dieses reine Ethik-Thema hat mir am Ende des Tages einfach keinen Spaß mehr gemacht. Und ich finde, wenn dein Herzblut, deine Passion nicht mehr dabei ist, dann musst du aufhören, ja. Weil ansonsten ist es tatsächlich in den nächsten 30, 40 Jahren, die wir wahrscheinlich im Job leben, noch haben, viel zu lang. Und ich wusste aber zu dem Zeitpunkt nicht, was die Alternative ist. Ich wusste sehr klar, was ich nicht mehr will, ich wusste aber nicht, was ich alternativ machen möchte. Und genau da war der richtige Zeitpunkt zu sagen, okay, ich ziehe jetzt einmal den Stecker und nehme eine Auszeit ganz aktiv, um für mich herauszufinden, was ich eigentlich will und wo mein Herz wieder verbrennt. Und eigentlich war mir schon zu Beginn meiner Reise klar, dass es auf dem Thema Female Empowerment sein muss. Wie das Ganze aussehen sollte und wie das konkret gestaltet werden sollte, war mir überhaupt nicht klar. Das ist tatsächlich erst auf der Reise durch Europa entstanden.
Und wie macht man das so? Also zu dem Zeitpunkt, also erstens mal Chapeau, ganz schön, da hast du ja ganz schön viel Mut bewiesen zu sagen tschö, Zu dem Zeitpunkt warst du aber auch schon verheiratet, ne? Und wie macht man das denn so? Also man sagt dann seinem Mann, Schatz, ich bin da mal weg für ein Jahr und den Hund nehme ich auch mit. Wie war das so bei euch?
Ja, also es war tatsächlich meine aktive Entscheidung, für mich alleine zu reisen. Ich wollte auch diese aktive Zeit für mich alleine haben und für meinen Mann. Wir sind beide sehr unabhängig, sonst würde das auch gar nicht mit uns funktionieren. Davon mal abgesehen, war das auch vollkommen in Ordnung. Davon mal abgesehen, wäre das logistisch gar nicht gegangen. Also ich hatte einen kleinen Camper, mein Mann ist Programmierer, braucht seine 8 bis 10 Monitore. Das geht einfach nicht. Punkt. Die einzige Voraussetzung, die er hatte, tatsächlich war, dass ich einen Reifen wechseln kann an einem mindestens 3,5-Tonner. Und dann hat er gesagt, wenn du das kannst, inklusive Prüfungsablegung, dann darfst du los. Und ich habe geübt, geübt, geübt, habe die Reifen gewechselt, kann es mittlerweile innerhalb 30 Sekunden. Und einem über 3,5-Tonner mittlerweile. War auch übrigens ganz nützlich, weil mir ist in Albanien mitten im Nichts ein Reifen geplatzt. Und kannst dir vorstellen, da wartet man ungefähr 7 Tage auf den ADAC. Also insofern war ich ganz froh, dass ich genau diese Expertise dann auch konnte und einfach selber meinen Reifen gewechselt habe. Und ansonsten haben wir uns zwischendurch dann immer gesehen. Also ich habe meine Routen dann auch so geplant, dass ich in der Nähe von Hauptstädten oder wir nennen es Airport Cities sind, und habe ihm dann 3 bis 4 Tage vorher Bescheid gegeben, gesagt, ich bin jetzt in Mailand, in Athen, in Palermo oder wo auch immer. Und dann hat er geschaut, ob es ab Hamburg Flüge gibt, und dann haben wir uns häufig über ein verlängertes Wochenende gesehen. Ich habe ihn dann vom Flughafen abgeholt, muss natürlich vorher mal checken, ob du durch die Schranke kommst mit diesem Riesenmobil, ja. Aber das hat alles super funktioniert, und so haben wir uns tatsächlich mehrmals auch während des Jahres gesehen und haben natürlich immer den Kontakt gehalten. Ich glaube, diese Zeit hat uns tatsächlich auch noch enger zusammengeschweißt am Ende des Tages.
Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Freiraum in der Beziehung ist ja was total Tolles, ne? Denn nur so können dann so tolle Sachen wie Mission Female entstehen. Und ich glaube, dass das auch ein Thema ist, was für unsere Hörerinnen und Hörer total gut ist, einfach Mut zu machen, sich den Freiraum auch zu nehmen und eben zu schauen, wie kann man sich den Freiraum bauen, wenn man ihn braucht, so dass es für beide einfach passt. Richtig, und das mit Albanien kann ich mir im Übrigen sehr gut vorstellen, denn ich war auch schon mit dem Camper in Albanien, allerdings nicht alleine, sondern mit Mann und zwei kleinen Kindern, eins davon Baby, und wir hatten da auch eine Reifenpanne und kein ADAC und nichts. Ja, ich glaube, das sind die supertollen Straßen da, die dazu führen.
Da kannst du ja gut nachvollziehen, wie es mir ging da in der Situation.
Genau, also ich stelle mir das jetzt so vor, du bist in Albanien, Griechenland unterwegs, und auf einmal hast du die Idee, ich gründe ein Frauennetzwerk. Netzwerke gibt es ja schon total viele, egal ob für Frauen oder für Männer. Also warum noch eins und warum explizit für Frauen?
Also zum einen war dieses Jahr im Camper gar nicht so klar für mich und ich bin auch nicht losgefahren mit der Mission, jetzt unbedingt ein Frauennetzwerk zu gründen. Was ich aber hatte, war auf einmal Zeit. Und du wirst es auch kennen und viele unserer Hörerinnen und Hörer werden sicherlich auch kennen: Wenn du in einem Job bist und erfolgreich sein möchtest, dann arbeitest du unglaublich viel und du hast wenig Zeit für die anderen Dinge des Lebens.. Und ich hatte auf einmal die Situation, dass ich den puren Luxus hatte, Zeit zu haben, und habe einfach zwei Dinge sind daraus entstanden letztendlich. Zum einen mein Buch, was ich angefangen habe zu schreiben in Südgriechenland bei viel Rotwein am Strand, über nämlich Frauenkarrieren und die unterschiedlichen Ebenen und auch entsprechenden Handlungsmaßnahmen.
Ja, geiles Buch, habe ich gelesen, lest das auch alle.
Danke. Mission Female: Frauen macht Karriere, erschienen im FAZ Buchverlag. Aber davon mal abgesehen, also das Buch, das in Südgriechenland erschienen ist, konnte ich natürlich nur schreiben, weil ich auf einmal Zeit hatte. Und ich hatte Zeit, Telefonate und Videocalls zu führen mit tollen Männern und Frauen, die mich schon lange, lange begleitet haben während meiner Karriere. Und ich wollte für mich dieses Thema lösen, woran es liegt, dass sich erfolgreiche Frauen immer oben an der Spitze alleine fühlen, sich in den bestehenden Netzwerken innerhalb des Unternehmens zwar aufgenommen fühlen, vielleicht auch noch willkommen fühlen, aber nicht das Gefühl haben, dass sie 100% wirklich dabei sind und dass sie nicht die Sparringspartner:innen um sich herum haben, um berufliche Themen einfach zu klären. Ja, ich habe dann für mich gemerkt, wenn ich berufliche Themen hatte, dann gab es eigentlich 3 Ebenen. Einmal mein Mann. Irgendwann hat man aber auch keine Lust mehr, auf dem Sofa über berufliche Themen zu sprechen. Ja, das ist dann auch irgendwann ausgereizt. Dann gibt es natürlich die Kolleg:innen innerhalb des Unternehmens oder Branchenkolleg:innen. Da muss man aber vorsichtig sein, ob man gerade kritische berufliche Themen überhaupt adressieren kann und will. Weil es kann natürlich auch negativ ausgelegt werden und entsprechend dann auch Implikationen haben auf die Karriereentwicklung. Machen wir uns nichts vor. Und dann hatte ich immer meine, ich nenne sie liebevoll die Kaffeetrinker-Freundinnen. Das sind meine Freundinnen, mit denen bin ich zur Grundschule gegangen, mit denen bin ich aufgewachsen. Die haben ehrlicherweise ein anderes Leben heute. Und immer wenn ich dann meine beruflichen Themen beim Latte Macchiato angebracht habe, haben sie mich mit großen Augen angeschaut und gesagt: Warum tust du dir das denn an?
Was haben die für ein Leben?
Ja, das ist unterschiedlich. Beratungsfirmen, haben sich selbstständig gemacht, haben Blumenladen. Eine ist Notfallsanitäterin, also Sanitäterin. Ganz unterschiedliche Berufe. Viele haben Familie. Haben sich eine Auszeit genommen, Elternzeit genommen. Ich war aber mitten im Konzernleben, ja, also ich war teilweise verantwortlich für 250 Leute. In den Start-ups, die ich dann rübergebracht habe, habe ich dann Unternehmen von 0 bis 2000 Mitarbeitenden aufgebaut. Ich war in einer ganz anderen Sphäre und ich habe gemerkt, dass mir einfach dort nicht weitergeholfen wird. Das ist wichtig für die Seele, solche Freundinnen zu haben, die Kaffeetrinker-Freundinnen, aber sie haben mir im Job nicht weitergeholfen, weil sie nicht nachvollziehen konnten, in welcher Phase ich war. Und Genau das haben mir viele erfolgreiche Frauen auch gespiegelt, dass sie eben diese Plattform nicht haben, um berufliche Themen, welche Entscheidung treffe ich, nehme ich den Job an, gehe ich aus dem Unternehmen raus, investiere ich hier? Also alles, was einen so tagtäglich beschäftigt, einfach nicht sparen konnten und immer alleine standen mit der Entscheidung. Und es hilft einfach, dann Sparringspartnerinnen, Männer und Frauen an der Seite zu haben, die einem erst mal in den Helikopter helfen und dann auch Situationen aus einer anderen Perspektive betrachten. Um letztendlich zu besseren Entscheidungen zu kommen. Und genau das war der Grundgedanke dann von Mission Female. Und ich habe lange, lange Jahre gedacht, ich bin immer die Einzige, der es so geht, dass ich einfach diese Plattform und das professionelle Umfeld nicht habe, um genau diese Themen auch diskutieren zu können. Habe aber auch auf der anderen Seite gesehen, dass Männer das anscheinend schon haben. Und genau deswegen habe ich dann Mission Female gegründet, ursprünglich mit vielen tollen, sehr erfolgreichen Frauen auf Top-C-Level-Ebene, die gesagt haben, ich arbeite so viel, Ich kann mich nicht auch noch um das Thema Netzwerken, effizientes Netzwerken kümmern. Kannst du das bitte machen? Und daraus ist dann Mission Female 2019 entstanden. Als sehr, sehr hochkarätig mit einer Top-Managerinnen-Besetzung. Mittlerweile ist es so, dass wir davon überzeugt sind, dass wenn Frauen grundsätzlich erfolgreich sein wollen, dass es unterschiedlicher Hierarchieebenen bedarf. Auch da brauchst du eine Diversität. Es bringt dir gar nichts, wenn du dich hermetisch abriegelst als Top-Managerinnen-Netzwerk, die aber anderen Frauen nicht mit nach oben helfen.. Und genau deswegen haben wir jetzt einen ganz, ganz spannenden Mix, wie ich finde, beim Mission Female, der sehr heterogen auch in sich aufgesetzt ist. Von Topmanagerinnen mit sehr viel Macht und Einfluss, aber auch Frauen aus dem Mittelmanagement, aus dem Mittelstand, die immer wieder an diese gläserne Decke stoßen und einfach von sich aus nicht weiterkommen, aus unterschiedlichen Gründen. Und die müssen dann konkret formulieren können, was brauche ich, um die nächste Ebene für mich erreichen zu können? Und auch aktiv einfordern zu können von den Frauen, die entsprechend Macht und Einfluss haben. Also echt ein spannender Mix gerade, finde ich.
Genau, das finde ich nämlich auch. Wenn man sich deine Member anguckt, dann sieht man eben, dass da die Tops der Tops dabei sind und aber auch wirklich alle Frauen, die da drin sind, wahnsinnig toll und spannend sind und alle wirklich was bewegen wollen und auch was bewegen. Ich bin da auch irgendwie zufällig reingerutscht und ich bin total fasziniert davon, jetzt mit so krassen Frauen in einer WhatsApp-Gruppe gelandet zu sein, in der ich auch wirklich Fragen stellen kann und dann Antworten bekomme, denn ich finde, also es gibt klar, es gibt schon viele Netzwerke, aber diese WhatsApp-Gruppe finde ich, ist wirklich ein ganz großer Unterschied. Ja, denn also ihr postet da nicht jeden Tag irgendwie coole Events, alle UnternehmerInnen treffen sich heute um 13 Uhr, oder in 14 Tagen startet unser Aufsichtsräte-Seminar, wer ist dabei, oder für das Panel wird noch die und die Speakerin gesucht, wer hat Lust dabei zu sein, sondern es kommen auch wirklich genau wie du es gerade beschrieben hast, ganz konkrete Fragen von den Membern, wie zum Beispiel, ich habe jetzt hier einen neuen Bereich in der Firma übernommen, von dem Thema habe habe ich überhaupt keine Ahnung, wer kann mir weiterhelfen? Und das Geile ist, dass dann innerhalb von 10 Minuten 10 coole Antworten kommen, 10 Frauen, die ihre Hilfe anbieten und Tipps haben und so weiter. Ja, wie hast du das geschafft, so eine Community aufzubauen, in der sich die Frauen dann auch wirklich gegenseitig mit ins Boot holen, sich gegenseitig heben, und in der sich Frauen noch einfach trauen, denn das ist auch so ein Thema, um Rat und um Hilfe zu bitten?
Also die DNA von Mission Female ist genau das, was du gerade beschreibst. Es sind Member-Frauen dabei, die Die zum einen sehr, sehr karriereorientiert sind und komme, was wolle, Karriere machen wollen. Punkt. Nummer 2 ist, sie haben verstanden, dass es nur gemeinsam geht. Also wenn du konkret formulierst, was ist mein Ziel und was brauche ich dafür? Und dann die richtigen Kontakte hast, die dir dabei weiterhelfen können und dann auch noch den in Anführungszeichen Mut hast, das auch konkret so zu adressieren. Also wer kann mir eine Speaking Opportunity verschaffen? Ich möchte gerne in einen Zeitungsartikel, hat jemand Kontakt? Ich möchte ein Buch schreiben, kennt jemand einen Verlag? Da wird dir auf jeden Fall geholfen, weil die Grund-DNA von Mission Female Frauen ist, sich gegenseitig auf dieser Reise nach ganz oben mitzunehmen und sich gegenseitig aktiv zu unterstützen und auch zu stärken. Das Dritte ist Zeit. Also viele Frauen verstehen nicht, dass es eben nicht reicht, nur wie im Hamsterrad zu arbeiten und abends um 21:30 Uhr immer noch im Büro zu zusitzen und die Präsentation für morgen schick zu machen, sondern es muss Zeit aktiv auf das Thema berufliches Netzwerken investiert werden. Und das führt dazu, dass man irgendwo die Entscheidung treffen muss, welche anderen Aufgaben oder Projekte in meinem Alltag würde ich dann entsprechend auch reduzieren? Also welche Nettozeit kann ich dann noch aktiv auf Netzwerken investieren? Also insofern absoluter Karrieredrang, das Verständnis, miteinander zu wachsen und sich mitzunehmen, und die aktive Entscheidung zu sagen, ich investiere Zeit in das Thema Netzwerken. Und dann ist, ich glaube, das ist auch das Erfolgsrezept von Mission Female, es ist das professionelle Angebot, was wir geben, quasi der Rahmen, in dem sich die Frauen entwickeln können. Also seien es Möglichkeiten zum Netzwerken, Austauschen oder unser Angebot für die persönliche Entwicklung. Oder Sichtbarkeitsmaßnahmen, die wir machen. Wir machen unsere Member sichtbar nach außen. Das sind alles Dinge, die letztendlich in 100 Events jetzt pro Jahr verankert sind, aber immer mit dem Fokus darauf, unsere Frauen aus dem Mission Female Netzwerk weiterzubringen.
Ja, das sind so, das geht schon so in die Richtung meiner nächsten Frage, nämlich neue Regeln. Das sind ja neue Regeln, neue Ideen, die den Frauen, die du den Frauen quasi an die Hand gibst, um erfolgreich Karriere zu machen. Du scheinst dich ja in deinen Tech-Zeiten allein gefühlt zu haben als Frau, oder vielleicht auch anders verstanden, oder hattest das Gefühl, du schwimmst da so ein bisschen alleine rum. Wie stehst du denn zu diesen Business-Tipps, die man so bekommt? Also ich habe in meiner Karriere total oft gehört: Zieh dir einen Anzug an, kein kurzer Rock, dezente Farben, nicht lächeln, Pokerface bei Verhandlungen, am Anfang von der Verhandlung oder von dem Gespräch erst mal die Rangfolge ausdiskutieren und so weiter. Wie stehst du dazu? Ist es jetzt nicht an der Zeit, ganz neue Regeln aufzusetzen, nicht mehr da mitzuschwimmen, sondern die Regeln neu zu bestimmen?
Absolut. Drei Worte: Stop fixing women. Ja, meine ganz klare Einstellung zu sagen, hört auf, Frauen immer selbst zu optimieren oder von außen zu fordern, was sie noch alles erfüllen müssen, um endlich in der ganz großen Liga mitspielen zu dürfen. Und das geht genau, wie du es beschreibst, von Stimmtraining, ja, du musst laut und tief sprechen, auf jeden Fall, und bloß nicht lachen, genau, keine Mimik zeigen, am besten noch den grauen Anzug anziehen, bloß kein Rock, du musst mutig sein, du musst sichtbar sein, du musst stark sein, du musst so vieles sein als Frau, um endlich mitspielen zu dürfen. Und ich sehe das ganz, ganz anders. Und das ist für mich wahre Gleichberechtigung und auch wahre Diversität. Zu sagen, viele unterschiedliche Menschen, egal ob Männer oder Frauen oder auch andere unterschiedliche Diversitätsdimensionen, führen dazu, dass das Endergebnis besser ist, weil alle sich wohler fühlen. Und ich kann mich nicht wohlfühlen, wenn ich mich ständig verstellen muss.
Ja, genau, wenn ich eine Rolle spiele oder so. Ich glaube auch, bessere Ergebnisse hat man, wenn man einfach man selbst ist. Stop Fixing Women. Dafür muss man ja, braucht man solides Fundament, um frei zu sein, um man selbst sein zu können, um ohne Angst durchs Leben zu gehen. Also jetzt Butter bei die Fische.
Deine Finanzen.
Wow, Heartbreak! Heartbreak! Ja, also bei uns, bei mir ist es so, dass wir alles 50:50 aufteilen bzw. meinem Mann und mir gehört alles zu gleichen Teilen. Aber es ist schon so, dass ich mich um unsere Immobilieninvestments kümmere und ich dafür null Ahnung von Aktien habe. Das macht alles er. Wie sieht es da bei euch aus?
Also ich bin tatsächlich schon diejenige, die hier die Finanzhosen anhat, ja, und die auch die Entscheidung trifft bei uns in der Ehe. Mir war grundsätzlich schon immer wichtig, auch unabhängig davon, ob man verheiratet ist oder ein Partner:in hat oder nicht, immer finanziell unabhängig zu sein und mich nicht auf andere Menschen verlassen zu müssen. Und dann immer in der Kombination mit viel Ausprobieren und einfach auch neue Formen von Investment zu finden. Dazu muss man natürlich auch ein bisschen mutig sein, ja. Also sich jetzt nicht auf die klassische Riester-Rente verlassen, zum Beispiel, sondern auch mal andere Wege gehen.
Was sind deine Wege? In was investierst du?
Also zum einen an der Börse über ETFs und Sparpläne, die rauschen quasi einfach so durch, MSCI World, NASDAQ, CoreDAX zum Beispiel, ja. Oder Aktieninvestments, gerne auch in von Frauen gegründeten Unternehmen. Sehr gut. Da schaue ich tatsächlich drauf, auch bevor ich überhaupt reingehe und dort in die Aktien investiere. Ich habe übrigens jetzt gerade, ohne jetzt Tipps geben zu wollen, aber ich habe bei Modern Plant Based Foods in Kalifornien investiert und das ist ein Unternehmen, die fand ich einfach von Anfang an mega spannend, weil es ist ein sehr nachhaltiges, veganes, alternative Nahrungsmittelunternehmen, das nur von Frauen gegründet wurde und mittlerweile auch schon, ich glaube, 250 Mitarbeitende hat. Aber die Frauen, die haben tatsächlich immer noch die Hosen an, auch in der Geschäftsführung. Sie bleiben auch an Bord. Das finde ich spannend, das finde ich cool und das will ich unterstützen. Also ich schaue tatsächlich dezidiert darauf, in was für Unternehmen investiere ich da überhaupt? Apropos Unternehmen, Investments. Ich gebe tatsächlich auch Capital Injections, also Kapital in Unternehmen, jetzt nicht in Form von Aktien, sondern in Form von Investment in andere Unternehmen, die von Frauen gegründet wurden. Wenn ich finde, das Businessmodell ist spannend, Das hat Marktfähigkeit, Zukunft. Das Thema ist unverzichtbar, das Team ist super, dann gehe ich da auch mit Kapital rein. Ja, finde ich ganz, ganz spannend. Hat aber auch tatsächlich viel Überwindung gekostet. Gerade am Anfang muss ich sagen, weil du natürlich, um auch den Impact zu haben, relativ viel Kapital investieren musst und du in das tägliche Geschäft wenig Kontrolle hast.
Und auch Zeit. Du musst auch viel Zeit reininvestieren, um die richtigen Startups eben zu finden, rauszufiltern. Es gibt ja 1000 Startups. Die jeden Tag neu gegründet werden und Pitch-Decks hin und her gesendet werden.
Richtig, und du musst dich damit beschäftigen.
Genau, und du musst einfach knallhart entscheiden, das gucke ich mir jetzt näher an und das nicht. Und da ist eigentlich das Kriterium erstmal, sich die Gründer anzugucken. Genau, Frauen, Männer, ja, nein, wie sieht das aus, wie ist das Team. Das ist einmal schon mal, das ist ein ganz gutes erstes Selektionskriterium. Das finde ich auch, das mache ich auch so.
Ja, richtig, also kann ich auch wirklich nur empfehlen. Man muss sich mit den Themen beschäftigen, mit Markttrends, aber auch entsprechend Zeit investieren, investieren, um das Unternehmen kennenzulernen. Genau, und das ist auch ein gutes Stichwort. Ich glaube, meine Hauptstrategie in meine persönlichen Investments ist tatsächlich meine eigenen Unternehmen. Das ist etwas, was ich vor ungefähr 10 Jahren angefangen habe, wo ich mein erstes Unternehmen im Technologiebereich gegründet habe. Ich habe für mich ganz klar die Entscheidung getroffen, mein Kapital in die Unternehmen, die ich gegründet habe, zu investieren und ganz bewusst auch zu bootstrappen. Um mir kein Fremdkapital aufzunehmen, möglichst keine Investoren reinzuholen und möglichst auch keine anderen Gesellschafter.
Und warum? Männer machen das ja ganz oft so: Idee und sofort nach 2 Wochen Funding, 5 Millionen, und dann los geht's. Warum hast du gesagt, du machst das, du hast auf keinen Bock?
Das ist super, dass du sagst, das war nämlich auch tatsächlich bei meiner ersten Gründung meine Erfahrung. Ich bin zur Bank gelaufen und wollte einen Kredit aufnehmen, nehmen für eine Technologieplattform im sechsstelligen Bereich und bin da also eine Schleife nach der anderen gelaufen und saß vor unglaublich vielen ungefähr mit 50, Anfang 60-jährigen Männern in grauen Anzügen, die nicht verstanden haben, wofür ich diese Kredite haben möchte. Und mir auch am Ende des Tages, da sind wir beim Thema Diskriminierung, gesagt haben: Frau Probert, können Sie nicht einfach wieder sich anstellen lassen irgendwo? Und das hat mich so unglaublich genervt und ich bin dann auch bockig geworden und also rebellisch vielleicht. Und habe gesagt, nee, also jetzt erst recht. Und habe einfach dann mein Kapital zusammengekratzt. Habe gesagt, ich mache das jetzt selber. Und Kapital zusammenkratzen ist das eine. Das andere ist, wenn man aktiv die Entscheidung trifft, ein Unternehmen zu gründen und man braucht das Kapital für zum Beispiel die Entwicklung von Technologien oder von Produkten oder für den Marktgang, dann hat es für mich völlig natürlich dazu geführt, dass ich mir in den ersten paar Jahren keins bis minimales Gehalt ausgezahlt habe. Das ist natürlich auch ein Investment. Ja, aber das, was du dann in die Entwicklung deines Unternehmens dann investierst, in Form von: Ich kann mir jetzt kein Gehalt zahlen, das rentiert sich am Ende des Tages, wenn du gute Entscheidungen triffst. Und insofern habe ich das in meinen, in all meinen Gründungen dann auch so durchgezogen und habe zugesehen, dass ich mein eigenes Humankapital und mein monetäres Kapital in meine eigenen Unternehmen investiere und mich möglichst unabhängig und frei bewegen kann.
Und glaubst du, es ist smarter am Anfang sich nicht zu verwässern und sich nicht zu viele Kapitalgeber mit reinzuholen? Oder glaubst du, das kommt, also dass das weniger Frauen machen als Männer oder deutlich weniger Frauen als Männer, glaubst du, es kommt eben aus einer Angst, dass Frauen denken, sie bekommen sowieso kein Kapital, so wie du es gerade beschrieben hast?
Ja, also es gibt natürlich sicherlich negative Erfahrungen, wenn du die traditionellen Wege gehst, ne. Also wenn du jetzt zur Bank um die Ecke gehst, da verstehen vielleicht nicht unbedingt alle, was jetzt dein neuestes Tech-Plattform zu bieten hat.
Und was sind da die untraditionellen Wege? Wo kriegen wir Geld?
Das sind natürlich gerade so VC-Funds, insbesondere für Frauen. Ja, es gibt ja viele Unternehmen, die für Frauen Kapital bereitstellen, teilweise bis zu 250 Millionen Euro, wo dann auch entsprechend gepitcht wird, wo man auch entweder im Netzwerkcharakter oder individuell direkt investieren kann. Und Gott sei Dank ist das eine Entwicklung, die mich wirklich sehr, sehr froh stimmt, muss ich sagen, weil das gab es vor 5 bis 10 Jahren noch gar nicht. Das ist tatsächlich erst in den letzten 2, 3 Jahren aufgekommen, würde ich sagen, dass du so Anbieter hast wie Auxo oder Encourage Ventures, die wirklich auch Geld in die Hand nehmen, um aktiv zu investieren. Und das finde ich ganz, ganz wichtig.
Ja, da sagst du es, ne? Auch so Encourage Ventures, da sind wir auch dabei. Ich mache jetzt noch mal einen Hardcut.
Thema Immobilien.
Oh wow. Du hast ein Haus in Hamburg, richtig?
Genau, also bei Hamburg im Speckgürtel.
Im Speckgürtel. Wann hast du das gekauft? Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, eine Immobilie zu kaufen?
Und wie lief das? Ich glaube, ich bin da fast ein bisschen altbacken. Ich wollte eigentlich schon immer mit 35 spätestens mein eigenes Haus haben. Und das hat, ich glaube, mit 34 dreiviertel dann auch geklappt. Ich habe mir lange Zeit den Immobilienmarkt angeschaut. Das war jetzt vor 7, 8 Jahren, als ich gekauft habe, war nichts Relevantes auf dem Markt. Und letztendlich hat auch der Zufall dazu geführt, ein bisschen, dass ich jetzt einfach das Haus gekauft habe, in dem wir auch heute noch wohnen. Ja, das war für mich aber einfach wichtig, ein eigenes Haus zu haben. Vielleicht bin ich auch immer sehr tradiert, was das angeht, aber es hat super funktioniert und ich habe es keine Sekunde bereut.
Und gab es irgendwelche Challenges oder so was? Hast du gleich eine Finanzierung bekommen oder hast du alles all cash bezahlt?
Wie hast du das gemacht? Ist natürlich schwierig, wenn du selbstständig bist, wenn du hippe Gründerin bist und dann auch wieder zur Bank um die Ecke läufst und gerne einen Hauskredit aufnehmen möchtest. Da wirst du jetzt nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen. Gerade wenn du auch, wie ich eben schon erklärt habe, wenn du bootstrapst und dann entsprechend wenig Gehalt dir erst mal auszahlst in den ersten paar Jahren. Und das führte zu der Situation, dass ich gerade bei unserem konkreten Hauskauf, als mein Mann und ich, wir waren gar nicht verheiratet zu dem Zeitpunkt, Übrigens, also mein damaliger Partner und ich gekauft haben, war es so, dass ich keine schicken Gehaltsnachweise vorlegen konnte, aber das Eigenkapital auf den Tisch legen konnte. Und das fand ich in dem Moment ehrlich gesagt viel wichtiger, weil du wirst es besser wissen als ich, je mehr Eigenkapital du einbringen kannst, desto besser ist einfach auch dein Investment, deine Rendite. Ja, ich fand mich schon sehr diskriminiert, muss ich sagen, als es dann darum ging, die Kreditverträge zu unterschreiben. Wo ich natürlich als Erstes sofort zum Füller gegriffen habe, im Büro unserer Bankfiliale um die Ecke. Und die Bankangestellten haben gesagt: Nein, also der Mann unterschreibt jetzt zuerst, weil er hat das gesicherte Einkommen. Und das fand ich schon heftig.
Das ist so spannend, dass du das sagst, denn das erzählen uns so viele Frauen, und zwar auch wenn beide angestellt sind, steht da immer als Erstes der Mann. Oder eine Story: Wir hatten neulich die Christiane von Hardenberg zu Gast. Bei der war das so, dass sie das ganze Objekt, die ganze Arbeit gemacht hat, alles gefunden, Verträge verhandelt und so weiter. Und dann der Notar, also dann wurde unterschrieben und da wurde natürlich dem Mann zugeprostet als Erster, weil es irgendwie hieß, das hätte er ja alles gemacht, sei ja alles auf seinem Mist gewachsen. Total unglaublich, dabei hat er gar nichts gemacht, er war einfach mit dabei, hat mit unterschrieben, das war's.
Ich bin absolut bei dir. Gott sei Dank, also ich sage ja auch immer da, Augen auf bei der Partnerwahl, ja, sonst wäre ich mit meinem Mann heute wahrscheinlich nicht so zusammen. Der reagiert echt immer cool in solchen Situationen. Wir haben das relativ häufig, solche Situationen.
Erzähl mal, wie reagiert man da? Also ohne jetzt dem anderen den Champagner ins Gesicht zu schmeißen, Das kannst du auch machen.
Also er lehnt sich ganz cool eigentlich immer zurück in diesen Situationen. Und er ist Amerikaner, wir reden nur Englisch. Er sagt: I don't have to decide anything here. My woman is just managing all of this. I'm gonna step back here. Und er sagt es genau so, wie es ist, weil letztendlich habe ich die Verhandlungsführung gemacht. Ich habe die Kommunikation getrieben, genau an dem Beispiel, was du auch eben genannt hast. Und dann, wenn es um die Unterschrift geht, soll ich erst mal den Füller an meinen Mann rüberschieben? Das mache ich nicht. Und er kennt mich dann mittlerweile sehr gut und wir kennen das Spiel, weil wie gesagt, Es gibt unglaublich viele Situationen auch im Alltag, wo dann häufig immer erstmal der Mann angeguckt wird. Ja, sei es ein Autokauf zum Beispiel, ja, da wird immer komplett ignoriert, ja, da wird nur mit dem Mann gesprochen, weil er hat ja Ahnung von Autos und Technik, was bei uns überhaupt nicht der Fall ist.
Er ist eh mit der Geburt halt eh nie mitgekommen.
Absolut gut. Es gibt wirklich so unglaublich viele klischeebehaftete Situationen, wo ich echt nur mit den Augen drehen kann, aber Gott sei Dank reagiert mein Mann da immer unglaublich cool. Und setzt ja, verursacht tatsächlich die eine oder andere Schocksituation auch bei unseren entsprechenden Ansprechpartnern, weil er es einfach adressiert, weil er sagt, ich merke, was hier gerade abgeht und es ist falsch, wie du dich gerade verhältst. Wieder rüber zu meiner Frau, weil die managt das.
Das ist total wichtig, dass ihr das macht und dass das auch von deinem Mann kommt. Wir bei happy immo kriegen immer wieder Kooperationsanfragen von anderen Unternehmen und wenn wir uns die so angucken, dann sind die meistens einfach komplett männergeführt. Dann fragen wir: Wo sind denn die ganzen Frauen bei euch? Oh, wir haben voll viele Frauen. 60% unserer Mitarbeiter sind Frauen. Aber fällt euch was auf? 60% eurer Mitarbeiter sind Frauen, aber nicht im C-Level und auch nicht unten drunter und auch nicht unten drunter. Sondern das sind eben die Arbeitsbienen, sind Frauen, die Geschäftsführung sind Männer. Und das spiegeln wir auch oft wider, dass wir das Unternehmen super finden, dass wir total gerne kooperieren würden, aber erst, wenn der Vorstand ein bisschen paritätischer aufgeteilt ist. Kriegen wir echt große Augen gespiegelt. Aber die Leute kommen meistens nach paar Monaten zu uns zurück und sagen, schaut mal, wir haben was verändert, oder schaut mal, das und das Unternehmen, das könnte zu euch passen. Also ich glaube, das ist ein total guter Weg, den Leuten das einfach mal aufzuzeigen und zu spiegeln, dass da irgendwas nicht ganz läuft oder dass es anders laufen muss.
Es muss direkt angesprochen werden, du musst es direkt adressieren, weil nur so kannst du auch ein Bewusstsein schaffen und letztendlich auch Veränderung Veränderung bewirken. Ja, also mal so am Rande, mich hat dann auch, auch so im Alltag versuche ich das natürlich auch entsprechend zu adressieren. Ja, ich habe gesehen, dass beim ADAC im Vorstand mal wieder nur alte weiße Männer sind. Also habe ich nach 15 Jahren Mitgliedschaft beim ADAC meine Mitgliedschaft gekündigt mit den Worten im Kündigungsschreiben: Ihr seid mir nicht divers genug. Ja, und habe das mal eben ins Mission Female Netzwerk gespielt, die dann auch zum größten Teil ihre Verträge gekündigt haben, genau aus dem Grund. Und auf einmal hast du eine Bewegung und du hast wirtschaftliche Implikationen Implikationen, auch wenn es nur im kleinen Rahmen jetzt gerade ist. Aber es führt dazu, dass sobald du diese wirtschaftlichen Implikationen hast, wenn Unternehmen nicht divers aufgestellt sind und Frauen sich nicht mehr angesprochen fühlen mit diesen Unternehmen oder als Kooperationspartner, sind sie halt nicht mit dabei. Und Gott sei Dank ist es mittlerweile so, dass immer mehr Frauen die Entscheidungsträgerinnen sind und auch das Kapital mitbringen, dass sie diesen wirtschaftlichen Impact auch vorantreiben können.
Und damit weckst du natürlich dann auch die, die immer noch tief schlafen Ich habe mir gestern, oder gestern ging ja auch dieser Post über Edeka auf LinkedIn ziemlich viral. Edeka hat in seinen Führungspositionen keine einzige Frau und da haben wir auch eine große Macht. Nicht mehr bei Edeka einkaufen. Also was soll das denn?
Richtig. Also jede und jeder kann tatsächlich was auch im Alltag bewegen. Man muss es nur ganz bewusst durchziehen.
Also ich finde geil, dass ihr das so ansprecht, dass ihr da versucht, was zu bewegen, dass ihr was bewegt. Aber ich finde noch was ganz anderes richtig gut bei dir, Friederike. Und zwar dein Umzug nach Alicante.
Ja, lass uns darüber sprechen. Das ist gerade so schlecht in Hamburg.
Genau, was machst du da? Wo wirst du da wohnen?
Also ich werde an der Costa Blanca wohnen, so viel kann ich schon mal verraten, ab voraussichtlich Herbst diesen Jahres 2022.
Wirst du eine Immobilie kaufen dort? Selbstverständlich. Wie machst du das?
Also wie mache ich das? Also zum einen helfen dir natürlich lokale Marktkontakte. Wir haben Gott sei Dank viele Freunde, Bekannte dort, die auch Einheimische sind, die sich sehr, sehr gut auskennen in der Gegend, die uns auch immer wieder dann von vor Ort Tipps zuspielen können. Ich schaue mir dann die Immobilien an und schaue, ist es ein Investment für vielleicht eine Vermietung, ja, oder tatsächlich in unserem Fall jetzt mit den konkreten Plänen, auch nach Spanien auszuwandern, fürs Eigenheim. Und ich finde diesen spanischen Markt gerade sehr, sehr spannend, ohne viel zu viel verraten zu wollen oder auch zu können, ist die Situation gerade so, dass die Briten zum Beispiel aufgrund des Brexits jetzt ein Visum beantragen müssen, um länger als 90 Tage in Spanien sein zu dürfen.
Aha, das heißt, viele Immobilien kommen jetzt an den Markt?
Genau richtig, auch über übrigens über die Situation in Russland. Also viele Russen verkaufen gerade ihre Immobilien im spanischen Markt.
Markt.
Und das ist natürlich jetzt gerade, gerade wenn du investieren möchtest, nicht nur als Ferienimmobilie, ist es ein super spannender Markt, wo ich natürlich alle Augen drauf habe. Ja, das passt vom Timing her super, weil wir eh die Entscheidung schon letzten Herbst getroffen haben, aus Hamburg rauszugehen und uns vermehrt in Spanien auch aufzuhalten. Und man muss dann einfach sehr konkret schauen, wie ist die politische Lage, wie ist die wirtschaftliche Entwicklung, und wann ist auch der richtige Zeitpunkt dann zu zuzuschlagen.
Okay, Hammertipp, erster Tipp. Wir haben am Ende von unserem Podcast, kommen immer noch deine 3 Top-Tipps, die du unseren Hörern hier mit auf den Weg geben willst. Das ist eigentlich schon der erste. Also für dich geht's ab nach Spanien, du kaufst dann Haus, Top-Zeitpunkt, um jetzt in Spanien zu investieren, haben wir gerade gelernt. Wie finanzierst du das? Gehst du da einfach hin, gehst du zu einer spanischen Bank, kriegst einen Kredit, alles easy peasy, oder musst du hier in Deutschland Immobilien beleihen?
Ja, also es kommt darauf an, was du machen willst. Also investierst du quasi als Ferienimmobilie, ja, dann macht natürlich ein anderes Finanzierungsmodell Sinn, als wenn du selber drin wohnst. Wenn du selber drin wohnst, musst du das Eigenkapital auf den Tisch packen, um entsprechend halt auch die günstigeren Zinsen, von den Zinsen zu profitieren. Da muss man einfach knallhart den Vergleich machen. Also wo sind die Konditionen besser, in Deutschland oder in Spanien? Im Moment tatsächlich noch in Deutschland. Ich glaube, das wird sich in den nächsten 6 bis 12 Monaten ändern. Dann könnte es tatsächlich eine spanische Bank werden.
Aber wie geht das denn? Denn ich habe von vielen Frauen aus dem Netzwerk gehört, dass sie von einer ausländischen Bank überhaupt keinen Kredit bekommen.
Du würdest einen bekommen? Wir würden einen bekommen, ja. Also mittlerweile ist es tatsächlich, also gerade was Ferienimmobilien angeht, klar, das ist natürlich auch im Interesse der spanischen Regierung, das möglichst einfach zu machen, dass auch ausländische Investoren Investoren reinkommen in den Markt, ja. Und gerade wenn es um Ferienimmobilien-Investments geht, ist es wunderbar zu finanzieren über auch lokale Banken.
Okay, also super, Bankunterlagen vorbereiten, deutsche Banken, lokale Banken vergleichen und dann gucken, mit wem man—
genau, los. Ganz wichtig an der Stelle, wenn wir auch darüber sprechen, Partnersplitting, wie bekommt man das hin, wenn man halt gemeinsam investiert? Mir ist es immer unglaublich wichtig bei Immobilien-Investments auch entsprechend die Rechtsform dahinter zu haben. Also sich nicht darauf verlassen, dass es dann letztendlich im Ehevertrag abgebildet ist, idealerweise, sondern auch ganz bewusst Rechtsformen gründen nur für diesen Zweck.
Das heißt, ihr kauft mit einer UG oder so was?
Genau, oder mit einer GbR oder idealerweise sogar mit einer GmbH, damit du auch als Rechtsform dort komplett abgesichert bist, obwohl du verpartnert bist. Das ist ganz, ganz wichtig an der Stelle.
Macht das einen Unterschied bei der Finanzierung dann? Also es ist ja eine, du bist ja Geschäftskunde und nicht mehr Privatkunde.
Richtig, das ist quasi die eine Art zu investieren. Als Ferienmobil bist du Geschäftskunde. Wenn es jetzt darum geht, unser eigenes schönes Haus zu finden, dann ist es natürlich wieder eine ganz andere Form des Invests. Ja, da wird es wahrscheinlich einfacher sein, über eine deutsche Bank zu gehen mit entsprechend höherem Eigenkapitalanteil und auch die Immobilien, die wir eh schon haben, entsprechend im deutschen Markt dann zu beleihen. Ja, das geht einfacher, wenn du es in der deutschen Ebene machst. Ich glaube, da würde es weniger Sinn machen, zu einer spanischen Bank zu gehen. Das macht dann wieder Sinn mit entsprechenden Gesellschaftsformen und Geschäftsverträgen.
Okay, verstanden. Also Ferienimmobilie gerne lokal und gerne als Geschäftskunde, Privatimmobilie eher über die Deutsche Bank und mit viel EK. Richtig. Dann würde ich sagen, wir kommen zum Ende und ich hätte gern von dir deine 3 Top-Tipps, die du hier raushauen willst.
Wow, könnte es auch mehr sein?
Du hast 2 Minuten.
Nein, hau raus, so viel du willst. Ich kann unglaublich schnell reden, wenn ich muss. Also hart arbeiten, sparen, smart investieren, auch mal Mut zum Risiko haben, sich auf keinen Fall nur auf die Männer verlassen. Ja, Stichwort auch Ehevertrag und auch paritätische Entscheidungsfindung. Und letztendlich Spaß haben, sich mit Finanzthemen zu beschäftigen, und keine Angst haben, loslegen.
Wow, ich konnte mir das gar nicht mitschreiben. Also Frederike, deine Tipps sind: hart arbeiten, auf Parität achten, Mut zum Risiko und Spaß am Leben und am Investieren und am Job und an allem zu haben.
Und sich nicht auf Männer verlassen.
Oh ja, auf jeden Fall nicht auf Männer verlassen. Selbst ist die Frau. Frederike, das war ein cooles Gespräch, hat mir viel Spaß gemacht.
Danke dir, kann ich nur zurückgeben.
Ich hoffe, wir sehen uns bald und ich wünsche dir noch einen schönen Tag. Wünsche ich dir auch.
Bis dann, ciao!
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