Let's talk Immobilien-Kauf mit unter 20 mit Valentina Vapaux (Wdhlg. vom 16.12.21)
13 Dec 2023 · 31 min
Valentina Vapaux, 20-year-old author and creator, talks about buying property young and her book on Gen Z that hit Spiegel bestseller charts before release. She describes the real barriers: no startup capital, feeling dismissed in bank meetings, and the pension crisis that pushes young people toward real estate. Her advice: trust your gut, build financial knowledge, and share what you learn with peers and mentors.
Chapters
Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast Valentina Wappo. Hi, ich freue mich total, dass du da bist. Bei dem Scheißwetter gibt es auch nichts Besseres zu tun heute, glaube ich, oder?
Ja, also ich muss sagen, ich bin schon schwer aus dem Bett gekommen heute. Ich fand es richtig schrecklich, also dieser Regen, es hat hört halt jetzt auch nicht mehr auf, die nächsten Wochen und Monate.
Ich glaube auch, bis März geht's so weiter.
Ich bin tatsächlich weg ab, in einem Monat. Ich habe vor 3 Tagen meinen 3-monatigen Escape aus Europa geplant. Ich bin dann in Mexiko bei meiner Familie.
3 Monate bis in Mexiko?
Ja, also bis März, so wie du gerade gesagt hast.
Du hast gut— ich habe auch geguckt für Mexiko, aber da, wo ich hin wollte, ist schon alles ausgebucht. Also bleiben wir hier. Aber lass mal starten. Worüber sprechen wir heute? Wir sprechen über deinen Lebensweg, über dein Buch, über deine nächsten Projekte, vielleicht auch ein bisschen über Politik, über das Thema Rente und über Immobilien.
Cool, let's go!
Dann stell dich doch als Erstes kurz vor.
Ich bin Valentina Wappo und ich bin Autorin, Social-Media-Creatorin und Journalistin. Und ja, mein Lebensweg ist eigentlich noch nicht so lang, ich bin erst 20 Jahre alt, ich studiere Literatur- und Politikwissenschaft, und so meine Themen sind sind eben vor allem Politik und Literatur, aber auch andere kreative Themen, so was wie Passion, Lifestyle, manchmal einfach mein gesamtes Leben, worüber ich schreibe, denke, Videos mache.
Ja, und von diesen 3 Themen, was begeistert dich da am meisten?
Literatur auf jeden Fall. Also das ist so mein Herzthema, Schreiben und sowas.
Dann lass uns direkt damit starten. Du hast ein Buch geschrieben, wie heißt das?
Generation Z zwischen Insta-Einsamkeit, Selbstverwirklichung und der Hoffnung auf eine bessere Welt.
Und wie bist du auf die Idee gekommen, so früh ein Buch zu schreiben?
Also ich wollte schon immer Bücher schreiben. Das ist auch auf jeden Fall das Erste und nicht das Letzte. Es war immer eigentlich mein großer Traum, Autorin zu werden. Und ich habe dann mit 16 angefangen, im Journalismus zu arbeiten, also diesen klassischen Weg, irgendwie paar Praktika hier und da, und dachte immer, okay, nee, ich muss Journalistin werden, weil das ist das Einzige, wo man realistisch schreiben kann.
Jeden, also womit man Geld verdienen kann, meinst du?
Genau, jeder sagt einem so, okay, also Autorin, ja, brotlose Kunst, wirst du eh nie schaffen. Und deswegen dachte ich so, ja, okay, vielleicht irgendwann mit 45 kann ich so ein Buch schreiben, wenn ich schon 20 Jahre lang Journalistin bin oder so. Aber es ist dann eigentlich ganz anders gekommen, und es waren auch viele glückliche Zufälle, dass ich eben Menschen kennengelernt habe, die eben im Verlagswesen arbeiten, und die die ich dann eben von meinen Ideen überzeugen konnte und von meinem Schreibstil und so weiter. Und der Fakt, dass ich halt eben eine Social-Media-Reichweite habe, hat natürlich auch geholfen, dass jetzt eben Verlag halt sagt, okay cool, ja, das wollen wir jetzt mit dir machen.
Was hast du für eine Social-Media-Reichweite, oder was heißt das, was machst du da?
Genau, also ich mache vor allem YouTube, das ist eigentlich meine Hauptplattform, und da mache ich vor allem Storytelling. Das können Vlogs sein, in denen ich einfach nur mein Leben filme, also mein Alltag, und dann irgendwie mit Musik und Sachen erzähle oder so. Manchmal setze ich mich auch einfach nur hin und rede über bestimmte Themen, die auch oft sehr persönlich sind. Oder das, wo ich am meisten kreativ bin, sind so Video-Essays. Das bedeutet, ich schreibe erstmal ein Essay oder längere Gedichte über ein Thema, lies sie dann vor und mache dann darauf noch eben eine Art Musikvideo, was dann dazu passt. Und das sind dann so meine literarischen Formen auf YouTube. Genau, aber das das und auf Instagram halt auch einfach alles Mögliche, Bilder, Leben, so wie bei jedem eigentlich auch.
Und wer ist so deine Zielgruppe? Wer folgt dir am meisten?
Also es sind vor allem junge Frauen von 15 bis allerhöchstens 25, aber die meisten sind gerade so eher so 17 bis 19, würde ich sagen. Und das sind auch vor allem junge Frauen, die sich auch für Politik interessieren, für Themen wie Nachhaltigkeit oder allgemein irgendwie inhaltliche Anforderungen an Creator:innen sozusagen haben, die jetzt einfach nicht nur irgendwelche random Sachen sehen wollen, sondern halt auch irgendwas mit Gehalt, was ich versuche zu machen, mal besser, mal schlechter.
Ach, ich finde, du machst das ziemlich fantastisch. Mal zurück zu diesem Glaubenssatz, ja, dass man dir gesagt hat, das wirst du eh nie schaffen, den hast du ja ziemlich schnell überwunden. Wie hast du das gemacht?
Also ich muss sagen, ich hatte schon immer einen sehr, sehr ausgeprägten Glauben an mich selbst. Ich wurde ganz oft gefragt, als als ich mit 15 mit YouTube angefangen hatte, oh, wie machst du das, dass du so selbstbewusst bist? Und ich konnte darauf nie eine Antwort geben, weil das für mich so Naturgesetz war. Also ich konnte nicht nicht selbstbewusst sein und nicht an mich glauben. Und ich weiß auch nicht wirklich, woher das kam. Ich würde auch nicht sagen, dass irgendwie von meinen Eltern kam. Die waren jetzt nicht so die, diese typischen, oh, du kannst alles so toll Eltern, im Gegenteil. Aber ich war einfach immer überzeugt davon, dass wenn ich daran glaube und fest, also hart dafür arbeite und alles dafür tue, dass es dann irgendwie und irgendwann klappen wird. Und das ist eigentlich so dieser Glaubenssatz, so wie du auch schon gesagt hast, der mich jetzt eigentlich durch mein Leben auch bis hierhin gebracht hat, weil ich halt immer wieder meine eigenen Zweifel, die halt trotzdem oft hochkommen, halt überwinde, indem ich mir sage, nee, so, du kannst das, so, das wird schon, du musst einfach nur weitermachen.
Du bist ja auch genau damit total erfolgreich. Du bist jetzt Anfang 20 und hast schon einen Spiegel-Bestseller geschrieben. Erzähl mal darüber.
Also es war total krass irgendwo, wenn man halt dann ein Buch schreibt. Ich habe da 2 Jahre lang dran geschrieben, also ich habe das Projekt mit 18 angefangen und mit 20 jetzt fertig gemacht. Und natürlich wünscht man sich, dass es erfolgreich wird, egal in welchem Sinne. Und ich habe auch so davon wie so Art geträumt, dass es irgendwie so ein Bestseller wird. Ich glaube, das tut jede Autorin irgendwo.
Ja klar, stimmt.
Aber gedacht, also geglaubt so richtig, habe ich es irgendwie nicht so. Und ich hätte es auch niemandem erzählt. Und dann am Tag noch vor der Veröffentlichung kam eine E-Mail. Alle meine Freundinnen, auch angereist aus Bulgarien und Süden von Deutschland und so, waren halt so in meinem Zimmer und wir haben uns gerade eigentlich nur fertig gemacht. Und dann meinte irgendwer so, ja, lies mal Valentina diese E-Mail vor, gib ihr mal ihr Handy oder irgendwie so. Und dann hat meine beste Freundin mir das so vorgelesen und ich habe halt so, ich habe so gezittert und ich habe voll angefangen zu weinen. Ich war Ich war wirklich so, oh mein Gott, was passiert gerade?
Was stand drin?
Ja, da stand drin von meinem Verlag, wir gratulieren unserer Autorin Valentina Wappo noch vor Veröffentlichung den Einstieg in die Spiegel-Bestsellerliste. Das war Platz 17 und das war, wie gesagt, noch bevor das Buch überhaupt öffentlich war.
So, wow, das ist ziemlich großartig. Und wie geht das überhaupt? Wie wird man denn Spiegel-Bestseller-Autor oder wie wird denn das Buch zum Bestseller, vor allem wenn es noch nicht veröffentlicht ist?
Also es gibt tatsächlich in der Liste halt viele Kategorien an sich erst mal. Es gibt da diese, diese 4 Hauptkategorien und die 2 Kategorien, die es auch im Magazin selbst gibt, ist eben Sachbuch und Belletristik. Und dann gibt es in jeweils den Kategorien dann immer Paperback und Hardcover, also eigentlich die 4 Arten von Büchern, die so die gröbsten Unterteilungen sind. Und mein Buch ist ein Sachbuch und Paperback. Und deswegen war es halt in der Liste. Und ich wurde schon richtig oft gefragt, ob ich jetzt 100.000 Bücher verkauft habe.
Ich habe dich jetzt auch mal gefragt, weil das ist so eine Urban Legend, glaube ich, dass man ab 100.000 Büchern da reinkommt.
Das stimmt also an sich nicht. 100.000 Bücher sind für den Buchmarkt, also in Deutschland, also unfassbar viel. So, das ist eigentlich vor allem in der Woche unmöglich eigentlich, außer du bist irgendwie J.K. Rowling oder so. Es funktioniert eigentlich so wie auch Musikcharts, je nachdem wie viele in dieser Woche, also Bücher insgesamt verkauft werden in den verschiedenen Kategorien, danach einfach, wer am meisten verkauft. Also wenn jetzt zum Beispiel in dieser Woche am allermeisten irgendwie, weiß ich nicht, 20.000 Mal das eine Buch verkauft wird, dann ist das Platz 1. Wenn am meisten, also wenn der zweite Platz dann nur 17.000 Mal verkauft wurde in dieser Woche, dann ist es halt Platz 2. Und deswegen kann es halt sein, dass du irgendwie um Weihnachten rum, wo alle Leute Bücher kaufen, ist es viel schwieriger, in diese Liste zu kommen als weiß ich nicht, irgendeine beliebige Woche im Juni oder so, wo halt weniger Leute Bücher kaufen.
Aber du hast es geschafft.
Ja.
Dann erzähl doch mal von deinem Buch. Was sind denn die Themen oder was sind denn die Kapitel, die dich da am meisten von bewegen? Oder erzähl erst mal ganz kurz, worum es geht in deinem Buch, für die, die es noch nicht gelesen haben oder die es noch nicht kennen.
Genau, es ist eine Essay-Kollektion und da geht es um Generation Z, wie auch schon der Titel sagt. Das ist ja meine Generation. Ich habe, als ich beim Focus gearbeitet habe, sehr viele Artikel gelesen über Gen Z, weil das ja ein total Riesenthema ist. Alle Firmen wollen wissen, wie wir ticken und was wir kaufen wollen, und die Politik will es auch wissen. Aber diese ganzen Artikel waren geschrieben von so irgendwie 50-plus-jährigen Journalisten, so Klaus und Horst, und auf einer Sprache und auf eine Art und Weise, wo ich war Das ist nicht meine Generation, was du gerade behauptest. Das sind Studien und der Inhalt ist nicht ganz falsch, aber mich hat das gestört, dass Leute nur über uns schreiben und nicht mit uns sprechen, oder dass auch niemand von uns sozusagen die Gelegenheit bekommt, von sich aus etwas über unsere Generation auszusagen. Und darum geht es im Endeffekt. Wer sind wir? Wer bin auch ich? Es ist eine sehr persönliche Analyse unserer Generation und es sind einfach die großen Themen, die uns irgendwie beschäftigen. Das Internet, Influencer:innen, Sex und Liebe, auch Themen wie Feminismus, Politik, Aktivismus, aber auch so ganz abstrakte Sachen wie Musik, Philosophie, der Sinn des Lebens. So, das sind die Themen.
Und wenn ich mir jetzt ein paar von rauspicke, ja, was ist für dich der Sinn des Lebens?
Das ist natürlich so eine Frage, ne? Also ich glaube, das ist auch etwas, was sich so jeden Tag irgendwie anders beantworten lässt. Also für mich ist der Sinn des Lebens eigentlich darin, dass ich in der Gegenwart lebe und in der Gegenwart glücklich bin. Das ist auch irgendwo so ein Ideal, weil ich lebe sehr oft in der Vergangenheit, in irgendwelchen tollen Erinnerungen oder in der Zukunft, irgendwelchen riesengroßen Zielen und Wünschen und Träumen. Aber wirklich glücklich bin ich, wenn ich mich auf das Hier und Jetzt konzentriere, auf meine Freunde, auf Lesen, auf die Dinge, die mich interessieren. Und wenn ich mich nicht so ablenken lasse von dem ganzen Kram, von dem man sich so ablenken lassen kann, also Social Media, so bestes Beispiel, also von Content Creator und wie dir. Ja, genau, also so, das ist ja auch diese, dieser Grad, den ich auch irgendwo so versuche zu gehen, einerseits habe ich ein ganz großes Problem mit Social Media, aber andererseits ist es auch mein Job. Und da irgendwie überhaupt in seinem Kopf Klarheit zu bekommen und zu verstehen, ja okay, wie stehe ich jetzt eigentlich zu mir, ist halt auch eine große Aufgabe, die ich so versuche zu bewältigen.
Und wie machst du das? Wie bewältigst du das?
Ich glaube, es ist halt einfach zu sagen, dass es okay ist, also auch Widersprüche in sich existieren zu lassen. Ist auch ein ganz großer Teil meines Buches so. Ich zeige so auf, dass unsere Generation extrem widersprüchlich ist. Auf der einen Seite sind wir sehr einsam, sehr traurig, kämpfen mit vielen verschiedenen Angststörungen, Depressionen, Traurigkeit. Aber wir sind auch eine extrem hoffnungsvolle Generation, die aufstrebt, die neue Dinge einfordert, die vieles verändert. Und da zu sagen, okay, wir sind widersprüchlich, wir sind als Menschen eigentlich alle irgendwo widersprüchlich. Ist so das, was mir dann hilft, weil ich kann halt irgendwo ein Problem mit Social Media als System an sich haben und trotzdem das für mich, für meine Kunst und für meinen Werdegang halt noch nutzen. Ich muss halt nur irgendwo dazu stehen, dass es auch einen Widerspruch da gibt.
Und du sagst, du bist hoffnungsvoll, aber in deinem Buch schreibst du ja trotzdem auch zum Beispiel über das Thema Feminismus, was eigentlich kein hoffnungsvolles Thema ist. Also es wäre besser, es gäbe dieses Wort gar nicht. Wir bräuchten das nicht, wir bräuchten das Thema nicht. Warum äußerst du dich überhaupt zum Thema Feminismus? Also hast du das Gefühl, dass du— du bist eine Frau— hast du das Gefühl, dass du nicht gleichberechtigt bist bei uns? Oder hast du das Gefühl— wir hatten gerade im Podcast davor die Monika Schulz-Strehlow hier, die 2006 FIDA gegründet hat. Da geht es um Frauen in die Aufsichtsräte und das sollte eben ganz viel nach sich bringen. Also Frauen auf der gleichen Ebene wie Männer in jedem Bereich. Und hast du das Gefühl, dass wir das schon erreicht haben? Oder müssen wir noch für irgendwas kämpfen? Oder was siehst du denn da für Probleme und was können wir machen?
Also ich glaube, wir sind auf gar keinen Fall schon gleichberechtigt, sonst gäbe es ja auch so ein Projekt, also wie Happy Immo von euch, ja nicht, wo ihr ja auch darum kämpft, dass Frauen auch finanzielle Sicherheit und Freiheit, also Unabhängigkeit erlangen. Ich glaube, das Thema ist halt an sich, wie ich gerade gesagt habe, riesengroß, und wenn ich mich so auf eine Sache fokussieren würde, dann würde ich sagen, dass ich persönlich irgendwo schon immer Feministin war. Und ich glaube, das ist auch Teil dieser Generation, dass wir in einem sehr sicheren Land aufgewachsen sind, in einer sehr stabilen Zeit, in verhältnismäßigem Wohlstand. Und in der Schule 2007 oder so wurde ich als Mädchen jetzt nicht anders behandelt als ein Junge, so erstmal, und habe dann daraus eigentlich ein Selbstverständnis entwickelt, Dass ich eben, so wie ich auch schon meinte, alles schaffen kann, jeder werden kann, und war in dem Sinne irgendwo vielleicht eine kleine Feministin, weil ich gar nicht daran irgendwie dachte, dass ich irgendwie irgendwas schlechter könnte als jetzt ein Junge neben mir. Aber je älter man wurde, also so mit 15, 16, hat man dann langsam gemerkt, dass die Welt, in der man aufgewachsen ist, doch nicht diese faire, heile, tolle Welt ist. Und ich könnte halt jetzt 17 Sachen aufzählen irgendwie, wo ich das Gefühl habe, dass wir halt noch nicht da angekommen sind, wo es halt sollte. Ich habe gestern mit meiner Mitbewohnerin mich 2 Stunden lang bis um 2 Uhr morgens aufgeregt darüber, dass wir irgendwie nicht verhandeln können und auch beruflich voll oft irgendwie scheiße behandelt werden. So, das war so ein richtiges Ah, und es ist so scheiße, und keine Ahnung, also richtig aufgebracht brauchst das Gespräch. Aber das braucht man halt auch, sich so gegenseitig halt irgendwie miteinander sich darüber aufzuregen, um dann halt sich daran zu erinnern, okay, das bin jetzt nicht nur ich so. Weil das System sagt einem ja immer, ey, wenn irgendwas schiefläuft oder du irgendwas nicht hinkriegst oder bekommst, weil du eine Frau bist, dann bist es halt du als Mensch und nicht du als Frau. Und ja, also es gibt viel.
Das glaube ich auch, dass es immer gut ist, sich mit anderen drüber auszutauschen, ne? Lügnung fehlerfurcht, also irgendwie, wenn man weiß, dass man nicht alleine dasteht, dann ist das schon mal ein erster Schritt. Und deswegen haben wir ja auch den Happy Immo Club gegründet, um eben Frauen zu bündeln, die sich für das Thema Immobilien interessieren. Aber bevor wir zum Thema Immobilien kommen, wollte ich noch mit dir über die Rente sprechen, denn du hast dich gerade für die Rente ziemlich eingesetzt, was ich sehr erstaunlich finde für jemanden, der 20 ist.
Ja, ich kann dazu vielleicht schon mal was sagen, und zwar ist die Rente eins der größten Themen für junge Menschen. Ich war am Montag mit, also den zwei größten Jugendforschern in Deutschland unterwegs, die ich auch in meinem Buch zitiert habe. Und die haben deren neue Trendstudie für jetzt Winter 2021 vorgestellt. Und da war halt eine der überraschenden Erkenntnisse, dass nach eben Klima und also die Zukunft unseres Planeten das wichtigste Thema, worüber sich junge Menschen Sorgen machen, eben die Rente, also— eher gesagt, der Zerfall des Rentensystems ist. Und diese Journalist:innen, die da anwesend waren, oder eben auch diese Jugendforscher selbst, waren total überrascht davon. Und ich meinte dann nur, weil ich war da so als Spokesperson für Gen Z halt, um auch so mit jungen Leuten zu sprechen und nicht wieder nur über sie. Und ich meinte halt dann so, ja, das überrascht mich halt gar nicht. Ich habe halt in meinem eigenen Politik-Podcast, den ich ja jetzt 2 Jahre ungefähr gemacht habe, auch schon oft irgendwie in der Redaktionskonferenz gesagt, ey yo Leute, das Thema Rente ist voll wichtig. Aber ich bin immer wieder darauf gestoßen, dass dann ältere Menschen, genauso wie du gerade auch schon angedeutet hast, sagen, hä, was, du bist doch 20, vielleicht machst du dir da Sorgen, weil du irgendwie freiberuflich bist und klar ist es ein bisschen mehr unsicher, aber ach nee, Gen Z, Rente auf keinen Fall. Und ich fand das sehr bestätigend zu hören, dass es halt wirklich so ein großes Thema ist, wie ich immer dachte, dass es ist. Und vielleicht auch so, warum, ist ja auch immer eine Frage, weil berechtigterweise. Ich glaube, dass wir als Generation mit so viel Unsicherheit konfrontiert sind. Also ist es eben der Klimawandel zum Beispiel oder der Zerfall des Rentensystems? Das sind Sachen, von denen ich manchmal das Gefühl habe, dass ältere Menschen glauben, wir kriegen das irgendwie nicht mit. Also Aber wir sehen das ja in den Nachrichten, wir sehen das auf Social Media. Also in der Schule wurde mir 10 Jahre lang gesagt, in irgendwelchen Sozialkunde-Gesellschaftspyramiden, die nicht aufgehen, weil wir zu wenig junge Leute und zu viele alte Menschen in Deutschland haben: Ja, also ihr werdet ja keine Rente mehr bekommen. Und dann sitzt da vor dir so Frau Holzhausen aus dem Sozialkundeunterricht und da sitzt du, bist halt 16 und bist halt so: Ja geil, so was mache ich jetzt mit dieser Information? Und ich mache mit meinen Freunden meistens Witze darüber, weil wir halt auch nicht wissen, wie wir sonst damit umgehen sollen. Also dumm. Aber was willst du halt machen?
Ja, das frage ich dich. Was willst du denn machen? In was investierst du denn? Aber bzw. ich finde auch, davor wollte ich noch sagen, dass ich kann mir schon vorstellen, dass ihr euch so ins offene Messer reinrennen seht.
Ja, voll.
Und genau, dann wird man entweder gelähmt oder man macht was. Aber du machst ja was.
Genau. Also ich muss sagen, Ich habe das Gefühl, ich bin da auch sehr privilegiert, dass ich überhaupt jetzt auch anfange, mich mit diesem Thema beschäftigen zu können, weil ich mir so die Zeit nehme. Ich sehe das halt bei vielen Freundinnen von mir, die eben studieren und Praktika machen und Minijob und so, die das Thema auch voll beschäftigt, aber die auch gar nicht die Zeit und Ressourcen haben, sich so damit richtig zu beschäftigen. Und bei mir kam das auch nur dadurch, dass ich halt immer mehr in Netzwerke gerate, in denen auch ältere Frauen sind, die einen supporten und da motivieren und so helfen. Und da diesen Schritt zu gehen und sagen, okay, ich befasse mich jetzt mit irgendwie Investments und irgendwie Finanzthemen, war schon heavy so. Und es ist jetzt so eineinhalb Jahre, seitdem ich angefangen habe, ansatzweise mir darüber Gedanken zu machen und irgendwie zu lernen. Und was ist das alles? Und ich fand es am Anfang richtig öde, ich fand es richtig kacke, ich war so, was ist das, lass mich in Ruhe. Aber ja, ich habe es dann irgendwie durchgezogen und Habe mich dann jetzt entschlossen, also für meine Altersvorsorge eben in ETF sozusagen zu investieren und in was ETF-ähnliches. Also es ist eigentlich so eine Plattform, die eben dir dabei hilft, nur in nachhaltige Unternehmen zu investieren.
Also kannst auch ruhig den Namen sagen.
Genau, also ihr kennt die ja auch.
Ich finde die auch ziemlich gut, weil man da so seine Interessen angeben kann. Das finde ich gut, das finde ich gut, das finde ich gut, und dann investieren die.
Ja, mir fällt es immer mega schwer, auch diese Sachen zu erklären, weil ich auch voll der Neuling bin. Also ich bin so, ich weiß gar nicht, wie ich das jetzt erklären soll, was das ist.
Erklär doch mal, was ein ETF ist.
Nein, bitte nicht.
Das wissen auch alle, die hier zuhören, oder können das googeln. Und neben ETFs, was machst du dann noch?
Genau, das sind so die zwei Sachen. Und sonst habe ich eigentlich noch ein bisschen Krypto, was ich persönlich sehr, sehr spannend finde, wo ich mich auch gerne mit befasse, inhaltlich, weil ich es einfach richtig geiles Thema irgendwie finde. Ich mache das auch nicht irgendwie für die Altersvorsorge, weil ich glaube, das ist nicht so eine gute Idee.
Das glaube ich auch. Ich glaube, das ist eher so ein Fun, den man so—
Ja, genau. Und na ja, das Thema Immobilien hängt seit eineinhalb Jahren auch über meinem Kopf. Aber so richtig reinkommen fällt mir noch ein bisschen schwer.
Du sagst, das hängt so über deinem Kopf, diese Immobilien, oder wahrscheinlich auch dieser Druck, jetzt eine Immobilie kaufen zu wollen und zu müssen. Ich drehe das mal um. Eigentlich geht das total einfach und macht auch ziemlich viel Spaß. Ja, und das Gute ist, dass wenn du die Immobilie gekauft hast, dann hast du es auch erledigt, dann hast du es abgehakt, dann hast du die Immobilie, und die Immobilie zahlt sich von selbst ab, und in 20, 30 Jahren gehört sie dir, und du kriegst quasi dadurch ein zusätzliches Einkommen, oder du kannst sie verkaufen und hast noch mal ziemlich viel Geld in der Hand. Und jetzt ist die Frage, wie kommt man dahin? Am Anfang braucht man natürlich ein Startkapital. Vielleicht hast du irgendwas geerbt von deiner Oma, oder du hast dir was dazuverdient. Du selbst hast ja schon ziemlich viel dazuverdient, und dann geht man zur Bank und holt sich eine Finanzierung. Und das ist eine Sache, vor der viele Frauen oder junge Frauen besonders Angst haben, oder vielleicht gar nicht Angst, aber Respekt. Und ich weiß eigentlich gar nicht so genau warum. Denn wenn man gut vorbereitet ist und gute Unterlagen dabei hat und irgendwie auch sagen kann, ja, meine Eltern können auch für mich bürgen oder was weiß ich, ich verdiene das und das, dann ist die Bank auch eigentlich immer ein Freund, ja, weil die Bank will ja ein Geschäft machen mit jedem.
Ja, ich glaube aber, da erst überhaupt hinzukommen und auch allein dieses Thema, ja, die Unterlagen zu haben, das klingt glaube ich voll einfach, wenn man das schon oft gemacht hat, aber das sind halt auch alles so Sachen, wo ich einfach komplett überfordert war. Also ich kann ja vielleicht mal so 3 Schritte zurückgehen. Ich habe letztes Jahr vergeblich eine Wohnung in Berlin gesucht. Ich habe jetzt insgesamt in 5 Wohnungen gewohnt innerhalb von irgendwie so knapp 1,5, 2 Jahren oder so.
Eine Wohnung zur Miete hast du?
Genau, zur Miete, also WG auch eigentlich nur. Ich habe einmal alleine gewohnt und es war So Horror. Und meine Eltern, die eben in Bayern in so einer Kleinstadt so dieses Klassische, also Familie mit Kindern, ein Haus gekauft haben, die zahlen das halt auch noch ab und so, meinte mein Papa irgendwann so, die mieten in Berlin, das ist ja so teuer. So, ich habe in der einen Wohnung irgendwie 900 € gezahlt, so richtig Horror. Da war ich halt auch gerade aus der Schule raus. Mein Vater meinte so, hä, anstatt dass du halt jeden Monat irgendwie 500 bis 1000 € irgendwem anderes zahlst, so hol dir eine kleine Wohnung, es muss nichts Krasses sein, nichts Schickes, irgendwie irgendwo, sage ich jetzt mal, und zahle das selber ab, wohne da selber drin, und dann gibst du nicht jemand anderen diese Miete. Das war so sein erster Impuls.
Sehr gut, das ist schon mal der erste neue Glaubenssatz.
Und ich war aber so, also eigentlich voll cool, dass mein Vater das überhaupt so gesagt hat, aber ich war so, hä? Ich bin 19, was willst du denn so? Ich kann nicht mit 19 eine Wohnung kaufen. Wie? Woher soll ich das Geld haben? Also was auch immer. Ich hatte halt mir sozusagen Geld angespart, weil ich habe mich mit 15 selbstständig gemacht, was ja natürlich auch jetzt nicht so viele Leute überhaupt machen und machen können. Aber habe dann von 15 bis 18 eben Geld verdient, was, wenn ich jetzt alleine gewohnt hätte und so, hätte ich das auch nicht sparen können. Aber ich habe bei meinen Eltern gewohnt, da gegessen, geschlafen und konnte somit eigentlich alles zur Seite sparen. Und mit diesem Geld meinte dann mein Papa so, was halt für mich eigentlich immer so, ja, irgendwie so ein Spargeld hat. Ich wusste auch nicht, für was es eigentlich ist, halt irgendwie für Studium oder für— man hat immer so für irgendwas, aber eigentlich auch nicht so. Und dann war so, ja, nimm das irgendwie in die Hand und kauf dir halt irgendwie so eine Einzimmerwohnung. Ich war so Nein, was redest du? Ja, und dann aber irgendwann hat er mich so sehr überzeugt, und auch irgendwelche Freunde von meinen Eltern, die irgendwas mit Immobilien machen, haben sich ja voll gute Idee, ja, mach. Und dann ging es aber erst los, und dann habe ich irgendwie erstmal Immobiliensachen gegoogelt, und ich war so, oh mein Gott, ich verstehe gar nicht, was ist das hier? Ich hatte halt auch paar kleine Art Rückschläge, würde ich sagen, wo ich dann so war, boah, nee, ich mache das in 7 Jahren irgendwann, mir egal, aber bloß In 7 Jahren, wenn du uralt bist. Uralt, 27, wow. Weil ich hatte dann z.B. von meiner Bank, wo ich eben bin, seit ich halt 15 bin, einen Termin mit einer Finanzierungsberaterin, wo ich halt meinte, ja, hallo, ich bin die Valentina und ich würde gerne eine kleine Wohnung in Berlin kaufen und ich habe jetzt das und das angespart. Und dann war die halt erstmal so, ja, also zahlt es jetzt ihr Vater oder wie? So, nee, also die unterstützen mich, also so, die würden auch im Zweifel so dafür bürgen und irgendwie haften oder was auch immer das da so ist, aber nee, so, also ich würde gerne eine Wohnung kaufen, so. Und ja, und die meinte so, nee, also ihr Vater dann.
Nee, aber auch geil, dass sie immer nur von deinem Vater redet, also sowieso, dass sie dich nicht ernst nimmt, aber das ist auch nur dein Vater und nicht deine Mutter ist.
Ja, es ist halt, war so, ich habe aufgelegt und habe halt fast geheult. Ich war so, ja, okay, fuck it, dann halt nicht so. So, ich kann halt mit niemandem drüber reden. Ich kannte auch niemanden wirklich, der mir helfen konnte. Mein Vater hat halt irgendwie verheiratet, mit auch 27, mit seiner Ehefrau und seinem ersten Kind ein Haus in Bayern gekauft. Mein Fall ist halt ganz anders, der kann mir auch nicht richtig helfen.
So, aber weißt du, wer dir helfen kann?
Du, genau, ja, ich weiß. Und dann bin ich halt langsam eben über diese jetzt eineinhalb Jahre, wo das Thema irgendwie so rumgeschwirrt hat, dann Gott sei Dank eben an Leute wie euch gekommen, die mir aktiv auch geholfen haben. Und wo ich dann gemerkt habe, okay krass, ich habe auch zum Beispiel die Finanziell, dieses Magazin für Frauen, wo es halt genau darum geht, Altersvorsorge, Karriere, lass uns über Geld sprechen, Sachen, die Männer halt seit 150.000 Jahren machen. So, ey, wirklich schlimm. Und ich habe das gelesen und noch so paar Seiten über Immobilien und ich war so, boah, das ist so gut, so für mich als Einsteigerin, als Anfängerin, richtig geil. Und ja, die Clou ist glaube ich, dass es mehr von sowas braucht, was ihr auch macht.
Ich glaube auch, wir müssen viel mehr darüber sprechen und viel mehr darüber, genau, uns darüber austauschen, was wir eben alles machen mit unserem Geld. Und was sind denn deine— wir kommen langsam zum Ende hier vom Podcast— was wären denn deine 3 Tipps, die du jetzt unseren Hörerinnen mitgeben willst? Ja, also ganz egal, ob es jetzt zum Thema Immobilien oder zum Thema wie auch immer ist, deine 3 Tipps.
Also ich glaube, mein erster Tipp ist, auf sich selbst hören und auf sein Bauchgefühl. Ich habe schon so viele Entscheidungen getroffen, die ich dann im Nachhinein irgendwie dachte, okay, wow, warum eigentlich nur für andere Menschen? Ob es für meine Eltern waren, für die Gesellschaft, weil ich geglaubt habe, dass irgendwie mein Wert als Mensch und als Person an Dingen hängt, die ich eigentlich gar nicht will. Also der Fakt, dass ich eine junge Influencerin bin, hat mir schon sehr viel blöde Kommentare, gemeine Sachen, was auch immer eingebracht, dass ich halt irgendwann dachte, okay, ich muss jetzt das und das und das und das machen, damit ich halt ernst genommen werde. Habe die Sachen gemacht, fand sie aber, war unglücklich damit, und ernst genommen wurde ich trotzdem nicht. So, also los, los. Und ich habe angefangen, auf mein Bauchgefühl mehr zu hören, wirklich Sachen zu machen, hinter denen ich selber stehe. Weil wenn man 100% hinter dem steht, was man macht, dann ist auch egal, ob irgendein Klaus einen nicht ernst nimmt. So, ja, sehr gut. Und die zweite Sache, auch über das ganze Thema, was wir jetzt gerade gesprochen haben, ist sich einfach zu informieren. Weil mit Interesse und Neugier beginnt einfach alles. Und ich habe ja ganz kurz zum Beispiel Krypto erwähnt, was ich ein richtig geiles Thema finde. Ich bin auch voll zufällig reingerutscht, aber dafür habe ich mich halt auch intensiv mit befasst und guck mir voll gerne irgendwelche Videos an. Mittlerweile bin ich sogar an einem Punkt, wo ich keine Expertin bin, aber wo also mich das Thema Altersvorsorge begeistert. Das ist aus dieser Angst von, oh mein Gott, so scheiße, was mache ich denn so? Ich bin halt Künstlerin, vielleicht kommt irgendwann wieder ein Auftraggeber, vielleicht auch nicht. Ich weiß nicht, was morgen passiert. Ich bin selbstständig. In so ein, ey, wie geil, es macht mir Spaß zu investieren, mich mit Finanzthemen auseinanderzusetzen. Und die dritte Sache nach dem sich Informieren und Lernen und neugierig sein ist, darüber sprechen. Also ich meine, wir machen das hier, und ich kann das total toll mit den älteren Frauen, die ich jetzt kennengelernt habe, die mich total unterstützen. Aber auch super wichtig ist, mit Leuten in seinem Alter drüber zu sprechen, weil wir sitzen alle in einem Boot. Und meine Freundin, die studiert, meine andere Freundin, die ausbildungsfertig ist, eine andere Freundin, die von ihren Eltern eher z.B. viel Geld geerbt hat, die andere gar nichts. Wir alle haben uns so viel irgendwie zu erzählen und wie wir uns unterstützen können. Ich saß letztens mit meiner einen Freundin da, die Volkswirtschaft studiert, keine Ahnung warum, die hat ein Händchen für so Content Management, und die hat mir einfach im Café auf so Notizblock erklärt, wie ich am besten meine Konten manage, also dass man nicht nur ein Konto hat, sondern eben eins, wo man so für seinen Tag Ausgaben, oder eins, wo halt alles direkt abgezogen wird, die Fixkosten, die man hat, und so Sachen. Da war ich halt richtig fasziniert. Ich kenne jetzt seit eineinhalb Jahren, wir haben noch nie über das Thema Geld gesprochen, aber es war richtig geil.
Das sind meine 3 Tipps. Sehr gut, deine 3 Tipps sind also: Hört auf euch selbst und auf euer Bauchgefühl, dann informiert euch und sammelt Wissen an und sprecht darüber, spread the word. Ja, sehr gut. Ich würde sagen, das war ein super toller Podcast.
Vielen Dank, dass du da warst. Dankeschön, ich hoffe, es hat irgendwie auch weitergeholfen. Und danke auch an dich für das tolle Gespräch.
Sehr gern.
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