Let’s Talk Immobilien mit Claudia Nagel
11 Nov 2021 · 21 min
In this episode of the Happy Immo podcast, host Maja interviews civil engineer, former McKinsey consultant, and serial entrepreneur Claudia Nagel. Claudia shares the personal experiences that sparked her commitment to gender equity, outlines three concrete actions she takes to increase women’s visibility, encouragement, and participation in high‑tech and real‑estate sectors, and explains why she chose the construction industry as a lasting, purpose‑driven field. She recounts her first property purchase—a 27‑year‑old apartment acquired from an insolvency mass—detailing the due‑diligence steps, risk mitigation, and the upside of complex deals. Claudia then offers her top‑three investment guidelines: define the purpose of the purchase, adopt a medium‑to‑long‑term planning mindset (or get a sparring partner), and ensure genuine interest and responsibility toward the building. The conversation moves to sustainability and prop‑tech, where she describes Highrise Ventures’ focus on startups that improve building energy efficiency, tenant‑generated solar power (Mieterstrom), and smart metering. She explains ImmoFarm’s cooperative model that combines women‑focused investment, priority housing access, and public awareness to close the gender wealth gap in real estate. Finally, Claudia shares her 7‑year vision of living off passive income, traveling in a motorhome, and contributing to a broader shift toward sustainable, climate‑positive real‑estate practices.
Chapters
Willkommen bei Happy Immo, dem Interview-Podcast für Frauen und Immobilien. Heute hörst du die Immo-Stories von Frauen, die sich trauen. Komm mit uns auf die Reise, kauf dir deine Immobilie und werde unabhängig. Los geht's! Heute zu Gast eine ganz besondere Frau, Claudia Nagel. Sie ist innovativ, fördert Frauen, verbindet Immobilien und Technologie und spielt ja eine ganz besondere Rolle in meinem Leben. Liebe Claudia, Anna-Iss und ich freuen uns total, dass du heute da bist und mit uns über Frauen, Immobilien und Technologie sprichst. Du bist Bauingenieurin, warst sehr lange bei McKinsey, hast erfolgreich ein führendes Unternehmen für digitale Schließsysteme gegründet. KiwiKi. Vor 3 Jahren hast du Highrise Ventures gegründet, ein Early-Stage-Investment-Fund für Property Technology, und letztes Jahr hast du mit 3 weiteren Frauen ImmoFarm gestartet. Und Professor Doktor mit 3 Kindern bist du auch noch. Wow, was für ein Werdegang, Claudia! Aber bevor ich hier lange rede, erzähl uns aus deinem Leben, was hat dich dazu bewegt, Frauen zu fördern?
Ja, danke Maja, danke für die Einladung. Ich freue mich sehr, dabei sein zu können bei diesem für diesen tollen Podcast. Ja, was hat mich bewegt, Frauen zu fördern? Ich glaube, ganz oft ist es so, dass man tatsächlich in der Kindheit startet und dort seine Beweggründe findet. Bei mir war es so, dass in meiner Familie eigentlich keine tradierten Muster vorherrschten, ich die aber draußen in der Welt schon wahrgenommen habe. Und ein Schlüsselerlebnis war eigentlich in einem Ferienhotel, Da war ich ungefähr so 12 Jahre alt, gab es Kinderanimation, würde man das heute nennen, und da gab es Luftgewehrschießen. Und ich fand Luftgewehrschießen ganz spannend und wollte das ausprobieren. Ehrlicherweise, ich kann es schon ein bisschen von meinem Opa. Und habe mich dort angemeldet, und alle haben mich ganz komisch angeschaut. Wie kann man denn als Mädchen Luftgewehrschießen toll finden? Und das war für mich das erste Mal, dass mir bewusst wurde, dass es offensichtlich Dinge gibt, Dinge, die Frauen machen dürfen, und Dinge, die sie vielleicht nicht machen sollten, oder die ihnen nicht zugetraut werden, oder wo man nicht erwartet, dass sie es können. Und das hat mich erst verwundert und dann so ein bisschen ehrgeizig gemacht. Und seitdem versuche ich immer, mit diesen Mustern zu brechen, und habe deswegen auch den Studiengang gewählt an der TU Berlin, wo wir damals weniger als 3% Frauen waren.
Oh, wow, das ist echt unglaublich. Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Was treibt dich heute so stark an, Frauen zu unterstützen, Claudia?
Ich finde es sehr wichtig für mein persönliches Leben, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes, dass man in die Weiterentwicklung unterschiedliche Perspektiven reinbringt. Da geht es für mich um gesellschaftliche Teilhabe. Und diese Teilhabe ist auch dort wichtig, wo ich finde, dass sich alle einbringen, egal welches Geschlecht sie haben, welchen Werdegang, welchen Hintergrund, welche Nationalität, welche Kultur. Und jetzt ist es nun mal so, das wird oft gesagt, Frauen sind ein großer Teil der Gesellschaft und sind komplett unterrepräsentiert in vielen Bereichen. Das gilt auch in einigen Bereichen für die Männer, keine Frage, auch die muss man angehen. Ich selbst bin viel im Hightech-Bereich unterwegs, die letzten 20 20 Jahre jetzt bei digitaler Innovation. Wir gestalten hier die Welt und die Prozesse von morgen, und aus meiner Sicht nehmen, machen da Frauen viel zu wenig mit, spielen viel zu wenig eine Rolle, und das müssen wir ändern, weil ich bin davon überzeugt, dass das Ergebnis für alle, für Frauen und Männer und alle Gender, besser wird am Ende des Tages, vielfältiger und spannender für uns alle.
Frauen könnten es auch irgendwie leichter haben aktuell. Aus deiner Erfahrung und deiner beruflichen Welt, wo haben es Frauen am schwersten und was redest du denen tagtäglich?
Ja, ich bin ja im Hightech-Bereich unterwegs, wie gesagt, und auch in der Immobilienbranche. Und beides sind Sektoren, wo es wenig Frauen gibt. Und die wenigen Frauen auch wirklich kämpfen mit der Wahrnehmung, mit ihrer Arbeit, mit der Sichtbarkeit. Und deswegen versuche ich immer sehr stark, einfach 3 Dinge zu tun, um da voranzukommen gemeinsam und einen Unterschied zu machen. Das Erste ist, Visibilität geben. Also tatsächlich immer dann, wenn ich gefragt werde, in verschiedenen Bereichen, für eine Konferenz, auf einem Panel: Hast du nicht eine Idee für eine Speakerin? Dass ich die Frauen aus meinem Netzwerk dort nenne und fördere, aber gleichzeitig auch Frauen so ein bisschen anstupse und sage: Guck mal, du brauchst mehr Visibilität. Magst du nicht zu dem oder dem Thema dich positionieren, auch öffentlich, und das machen? Was ich auch im letzten Jahr viel gemacht habe, ist tatsächlich, wenn ich Konferenzeinladungen gekriegt habe, wo nur Männer waren, das passiert ja manchmal noch, dass ich bewusst die Organisatoren angeschrieben habe und gesagt habe: Das kann doch nicht wahr sein. Ihr könnt gerne eine Liste von mir haben, wen ihr das nächste Mal als exzellentes Speaker kriegt. Das Zweite für mich ist ermutigen. Das spielt auch so ein bisschen in das Erste rein. Also Frauen in meinem Umfeld zu beobachten und zu sehen, was können die gut, und ermutigen, den nächsten Schritt zu tun. Ermutigen, auch Risiko einzugehen, mal etwas zu wagen. Das haben ja auch viele Studien gezeigt, dass Frauen ein bisschen vorsichtiger sind. Da kommen wir vielleicht nachher beim Thema Immobilieninvestitionen auch noch dazu. Und das Dritte ist: Teilhabe einfordern. Also tatsächlich darauf aufmerksam machen in verschiedenen Kreisen, wenn Frauen nicht genug gehört werden oder wenn, wie schon eingangs gesagt, Frauen einfach gar nicht dabei sind. Und dann auch die Männer darauf ansprechen, Und sagen: Schaut mal her, das wollen wir ändern. Aber auch Frauen unterstützen, die diese Teilhabe bewusst einfordern. Das sind eigentlich so die drei praktischen Dinge, die ich im Leben täglich tue.
Das finde ich auch ganz toll von dir. Und da spielen wir uns den Ball auch ganz gut zu. Und ich finde es super spannend, dass du dir von allen Branchen auch die härteste ausgesucht hast, Bau und Immobilien. Wie kam es dazu?
Ja, ich habe als junge Frau überlegt beim Thema Studiengang, wo kann man eigentlich etwas schaffen, was bleibt, ja. Ich glaube, das ist etwas, was viele antreibt, so diese Sinnfrage. Und ich kam dann relativ schnell, weil ich gerne auch Mathe mochte und Physik und etwas Technisches machen wollte, auf das Thema Bauen, weil Gebäude werden geschaffen Einmal für den Nutzer, also sie stiften sehr, wenn sie richtig geschaffen wurden, sehr direkt Sinn für viele Menschen, weil wir 90% unserer Zeit in Gebäuden verbringen. Und gleichzeitig haben sie eine lange Lebensdauer. Manche Gebäude haben eine sehr lange Lebensdauer, wir wissen, es gibt einige, die sind 2000 Jahre alt oder länger, aber selbst Gebäude, die nicht so eine lange Lebensdauer haben, überdauern auf alle Fälle das eigene Leben und so schafft man etwas für die Zukunft und das hat mich immer fasziniert. Auch die Frage, wie schafft man etwas, was in der nächsten Generation noch sinnhaft ist und einen positiven Beitrag leistet.
Du selbst hast auch Immobilien. Wann hast du angefangen, in Immobilien zu investieren, und warum? Und was haben dir an sich Immobilieninvestitionen ermöglicht?
Ich habe sehr klassisch angefangen zu investieren, in eine Eigentumswohnung für die Eigennutzung. Das war, als ich gerade meinen ersten Job hatte, in Berlin war, ich schon zum Studium gelandet und wollte dann in der Stadt auch bleiben, war mir sicher, dass ich da noch einige Jahre sein werde. Und dann habe ich mit meinem damaligen Freund gemeinsam eine Eigentumswohnung gekauft, die wir dann genutzt haben. Und dann sind wir, glaube ich, auch sehr klassisch dem Weg weitergefolgt. Und haben die irgendwann wieder verkauft und ein Haus gebaut, was wir nutzen. Und erst später, so vor ungefähr 10 Jahren, haben wir dann angefangen, oder hatte ich mich auch dafür interessiert, Wohnungen als Anlage zu kaufen, und habe dann noch mal, ja, nachgelegt sozusagen und eine kleinere Eigentumswohnung gekauft und um für die Altersvorsorge vorzusehen.
Erzähl doch, Claudia, von deiner ersten Wohnung. Das ist doch ja super spannend. Wie alt warst du, als du die gekauft hast?
Bei der ersten Wohnung war ich 27 und ich hatte damals mit meinem Freund schon so 2 Jahre in Berlin geschaut. Es wurde gerade alles teurer, wie es in Berlin immer teurer wird. Wir haben sehr auch schon so ein bisschen verzweifelt gesucht. Und haben uns dann umgeschaut nach Sonderfällen, ja, Wohnungen, die vielleicht nicht so eindeutig sind, und haben dann eine Wohnung gefunden in Moabit. Ich liebe diesen Bezirk sehr, wir wohnen auch heute noch dort. Da war die Eigentumsfrage nicht eindeutig geklärt und die Wohnung war in einer Insolvenzmasse, und deswegen gab es jetzt nicht so viele Käufer und Interessenten. Und ich habe mich dann in dieses Thema reingearbeitet. Welche Risiken gibt es da eigentlich? Wie kann Kann ich die abfedern? Habe am Ende mit der Insolvenzverwalterin einen recht umfassenden Vertrag darüber geschlossen, weil mir ganz wichtig war, dass wir nicht in ein finanzielles Risiko gehen. Und der Vertrag sah dann so aus, dass wenn wir nicht Eigentümer dieser Wohnung werden könnten, was sich erst später herausstellen würde, wird der Vertrag rückabgewickelt. Und so lange dürfen wir aber kostenfrei in der Wohnung wohnen und müssen nie Miete zahlen. Und im besten Falle gehört uns die Wohnung dann irgendwann zu einem günstigen Preis, und das hat auch alles geklappt. Am Ende waren wir sehr, sehr glücklich, und seitdem bin ich auch so ein bisschen, ja, Fan davon, auch kompliziertere Sachen anzugehen, weil es natürlich dort größeres Upside gibt.
Ja, das kann ich, da kann ich dir zustimmen. Auf jeden Fall, bei komplexen Transaktionen oder Käufen ist die Rendite gewöhnlich besser. Claudia, erklär uns, wie kommt man an so eine Insolvenzmasse und so gute Renditen, und was ist dabei wirklich wichtig.
Immobilien aus Insolvenzmassen findet man auf dem ganz normalen Weg im Internet. Einerseits werden die über Maklerhäuser angeboten, da muss man ein bisschen vorsichtig sein, weil dann Maklergebühr anfällt, oder auch über Portale, die extra Insolvenzen auflisten und Zwangsversteigerungen. Dann ist man allerdings schon in der Zwangsversteigerung. Ein dritter Weg ist tatsächlich, dass der Insolvenzverwalter den Immobilienmakler beauftragt, das ganz normal zu inserieren. So war es bei uns damals. Und dann der Insolvenzverwalter auch die Maklergebühr übernimmt. Also auf den üblichen Portalen kann man da durchaus fündig werden.
Und was war das Wichtigste dann, als du aus der Insolvenzmasse gekauft hast?
Das Wichtigste ist sicherzustellen, dass man die Immobilie lastenfrei übernimmt. Das heißt, dass man nicht noch irgendwelche bestehenden Kredite tilgen muss. Weil die meisten Immobilien sind zum Teil fremdfinanziert über Banken, manchmal wird auch umgeschuldet auf die nächste Bank nach 10 Jahren. Und diese Kredite stehen im Grundbuch, die sind auch eingetragen. Manche von denen haben noch Bestand, manche sind schon komplett abgezahlt. Und wenn man jetzt ein Kaufinteressent ist, muss man sich genau damit beschäftigen, sicherzustellen, dass, was der Status dieser einzelnen Kredite ist, und falls da noch Darlehen offen sind, dass man diese nicht übernimmt, also lastenfrei das Ganze kauft.
Ganz schön mutig, finde ich. Und hättest du dir noch was gewünscht, oder hätte dir noch etwas geholfen jetzt bei der Suche damals, oder bei deiner ersten Transaktion?
Ja, auf alle Fälle hätte mir geholfen, wenn man mehr Erfahrung in der eigenen Familie hat. Meine Eltern haben selbst Nie eine Immobilie in ihrem Leben gekauft. Das heißt, ich hatte auch niemanden, mit dem ich so direkt darüber sprechen konnte und mich austauschen konnte. Ich wollte aber, wusste aber mal, dass ich das anders machen möchte und mein eigenes Immobilieneigentum haben wollte. Aber in der Familie gab es dadurch kein Vorwissen, was mir hätte helfen können. Und das ist auch ein bisschen die Motivation von ImmoFam. Da kommen wir noch zu. Aber mir hätte tatsächlich eine Plattform geholfen, wo ich mich hätte austauschen können, sehr offen zu all meinen Fragen. Weil es gibt zwar jede Menge Bücher, jetzt Blogs, damals gab es noch nicht ganz so viele Blogs im Internet, aber diese ganz persönlichen Unsicherheiten und Ängste, die man vielleicht hat beim ersten Immobilienkauf, die zu beantworten, da hilft der persönliche Austausch halt mehr. Deswegen braucht man Gleichgesinnte, mit denen man sich austauschen kann.
Ja, das finden wir auch, und deswegen machen wir auch bei uns bei happy immo ein Webinar dazu und haben auch so eine Plattform, wo man sich austauschen kann im Club. Das ist auch eine tolle Sache. Was würdest du, weil du hast jetzt so, du hast noch einige Immobilien gekauft nach deiner ersten Eigentumswohnung, was würdest du unseren Zuhörerinnen raten auf ihrem Weg? Was sind so die Top 3 wichtigsten Dinge, die sie beachten sollten, wenn sie eine Immobilie kaufen?
Ich glaube, man sollte für sich als Erstes entscheiden, warum man die Immobilie kauft, zu welchem Zweck. Das ist ganz wichtig. Ich zum Beispiel kaufe Immobilien aus zwei Gründen: entweder weil ich sie selbst nutzen möchte oder halt für die Altersvorsorge. Ich kaufe aber zum Beispiel keine Immobilien, um sie dann wieder zu verkaufen. Also es ist ganz wichtig zu wissen, warum Wofür kauft man sie eigentlich? Was will man damit bezwecken? Da sollte man sich mit beschäftigen, damit man weiß, was man möchte. Das ist, glaube ich, das Erste. Das Zweite ist, das Thema Immobilien ist ja ein sehr langfristiges Thema. Ich bin ein Mensch, der gerne plant. Deswegen macht mir das Spaß, mich da rein zu projizieren. Wie sieht mein Leben in 3 Jahren aus oder 5 Jahren aus oder auch mal in 10 Jahren? Wenn man ja nicht gerne plant, glaube ich, sollte man sich Hilfe holen beim Thema Immobilieninvestition und sich einen Sparringpartner suchen, der gerne plant oder der einem da so ein bisschen hilft, diese mittel- bis langfristige Perspektive einzunehmen. Und das Dritte ist, man aus meiner Sicht sollte tatsächlich auch Spaß an den Objekten und Gebäuden haben. Denn du weißt ja, so wie du bin ich auch jemand, der gerne Neues ausprobiert, Technologien ausprobiert. Jetzt kommt das ganze Thema Nachhaltigkeit in die Immobilien, und da muss man auch bereit sein, was zu verändern, sich selbst auch zu verändern, sich zu hinterfragen, um da einfach mit der Zeit zu gehen. Weil das ist so ein altmodischer Satz, aber sehr richtig: Eigentum verpflichtet auch. Und wir haben da, glaube ich, alle als Immobilienbesitzer eine große Verantwortung.
Da stimme ich dir zu, und ich finde es ganz toll, was du machst. Do good and be happy ist unser Slogan, und ich finde auch toll, dass du für Nachhaltigkeit und technologischen Fortschritt sorgst, dadurch dass du das in deinen Immobilien integrierst. Kannst du uns ein paar Beispiele geben, wo du das machst?
Genau, also wir gehen ja eigentlich noch einen Schritt weiter, als es nur bei uns selbst, also ich bei mir im Bestand zu integrieren, sondern tatsächlich mit meiner anderen Unternehmung der Highways Ventures investieren wir in junge Startups, die zwei Dinge tun: immer mindestens die Nachhaltigkeit des Gebäudes, der Immobilie verbessern, aber zum anderen auch für den Nutzer und den Immobilienbesitzer einen Mehrwert stiften. Und ganz aktuelle Themen jetzt natürlich sind Themen wie Mieterstrom, wo es darum geht, die Energieerzeugung für die Mieter zum Beispiel über Solar, zu ergänzen und auf erneuerbare Energien umzustellen. Aber auch das ganze Thema Smart Metering ist im Moment sehr aktuell, wo es darum geht, überhaupt erstmal Transparenz zu kriegen darüber, wie sind die Verbräuche, wo kann man Verbesserungen realisieren und wo lohnt es sich auch mal, in eine veraltete Heizungsanlage zu investieren, weil das besser für die Nutzer und für CO2-Footprint des Gebäudes ist.
Genau, so ist es. Und man muss auch nicht ein großer Investor sein, um das zu machen. Es reicht auch, eine Wohnung zu haben, und man kann schon Smart Metering einbauen oder sogar Solar auf den Balkons, ist ja auch jetzt ein neuer Trend.
Ja, wir brauchen auf alle Fälle mehr Sonne in Berlin.
Ja, mehr Sonne in Berlin und mehr Frauen Investorinnen im Immobilienbereich, würde ich sagen.
Genau.
Claudia, du ermutigst mit ImmoFarm Frauen, in Immobilien zu investieren. Was sind die Top-3-Themen bei ImmoFarm aktuell?
Ja, bei ImmoFarm versuchen wir, 3 Themen miteinander zu verbinden und in Einklang zu bringen. Das erste Thema ist, Frauen an Investments in Immobilien heranzuführen. Das machen wir über das klassische genossenschaftliche Modell, wo wir Genossinnen finden, die vielleicht noch gar keine Berührung hatten mit dem Thema Investitionen in Immobilien und die über diese Genossenschaft teilen, Immobilien erwerben. Der zweite Hebel ist dann, dass wir mit dieser Genossenschaft Frauen Wohnraum bieten. Weil wir auch sehen, dass gerade in fortgeschrittenen Lebensphasen Frauen oft schwieriger Zugang zu Wohnraum haben. Wir sehen, viele Innenstädte sind sehr umkämpft mittlerweile. Und wie auch in einem klassischen Genossenschaftsmodell Wo haben unsere Genoss*innen Priorität beim Wohnraum? Und das Dritte ist tatsächlich das Thema Öffentlichkeitsarbeit. Im Sinne von darauf aufmerksam machen, dass für Frauen das Thema Immobilieninvestments noch nicht so besetzt ist, wie es sein sollte. Weil wir reden alle über den Gender Pay Gap, aber keiner redet über die Vermögenslücke oder die Immobilieninvestitionslücke. Die natürlich sich dann in späteren Lebensjahren niederschlägt, wenn man nicht frühzeitig anfängt zu investieren. Und diese 3 Themen bespielen wir und wollen damit einen kleinen Beitrag leisten, um auch hier für mehr Inklusion zu sorgen.
Das finden wir ganz toll, was ihr macht. Und die Anna Isse, sie ist ja bei euch im Aufsichtsrat, unterstützt das Thema auch sehr stark.
Cool!
Liebe Claudia, es ist sehr, sehr inspirierend, dich hier bei Happy Immo dabei zu haben. Sag uns doch zum Abschluss deine Immo-Vision. Wo siehst du dich in 10 Jahren?
In 10 Jahren ist mein Ziel, also nicht, das sind nicht mal mehr 10 Jahre, es sind nur 7 Jahre. In 7 Jahren ist mein Ziel, von einem passiven Einkommen leben zu können, was zum Teil auch aus Immobilien kommt. Meine Kinder haben dann hoffentlich alle ihr Abitur oder einen anderen Schulabschluss, das Abitur ist jetzt gar nicht so wichtig, ja, sie haben einen Schulabschluss und ich möchte dann um die Welt reisen, so das wieder geht, und tatsächlich in einem Wohnmobil unterwegs sein, also von der Immobilie wieder zur Mobilität aufbrechen, ja, und das ist das, was ich mir verwirklichen möchte. Insgesamt für die Mobilen Wirtschaft, wo ich auch sehr viel unterwegs bin und aktiv bin, wünsche ich mir natürlich, dass wir es schaffen, in den nächsten 10 Jahren eine deutliche Trendwende hin zu mehr Nachhaltigkeit hinzukriegen, weil das einfach wahnsinnig wichtig ist für unseren Planeten als Ganzes, damit er schön bleibt und wir ihn bereisen können.
Super, vielen Dank, dass du da warst. Und wir freuen uns, dich dabei zu begleiten bei deiner Immo-Vision und zu sehen, wo du überall hinreist.
Ja, vielen Dank, Maja, und weiterhin viel Freude beim Happy Immo Podcast.
Danke, Claudia.
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