Let's talk Kind, Kündigung, Altersarmut mit Franziska Hilfenhaus von Kooperative W!
17 Nov 2022 · 42 min
In this German‑language episode of the Happy Immo podcast, hosts Maja and Anais interview journalist Franziska Hilfenhaus (author of the TV‑magazine Frau TV) about the structural economic disadvantages that women face in Germany. The conversation covers the gender pension gap (≈46 % lower pensions for women), the prevalence of part‑time work after childbirth, the risk of old‑age poverty, and the lack of affordable childcare. Franziska shares concrete stories from her reporting – from mothers forced into part‑time, to women collecting bottles for a living, to families living in oversized houses they can no longer maintain. The hosts present real‑estate investing as a concrete tool for women’s financial independence, explaining leverage, rental income, and the benefits of buying a modest property early. They discuss alternative living models such as tiny houses, cooperative housing (ImmoFarm), multigenerational co‑living, and functional shared‑flats, highlighting how these can lower entry barriers and provide security in old age. Practical advice is given on market timing, negotiating with employers for parental leave, forming buying partnerships, and seeking professional advice. The episode ends with actionable tips: split childcare 50/50, build networks, and seek supportive advisors to overcome systemic gender bias.
Chapters
Willkommen beim Happy Immo Podcast. Heute zu Gast Franziska Hilbenhaus. Franziska, du bist Autorin fürs Fernsehen und Social Media, du bist freie Journalistin und du hast den Schwerpunkt Gesellschaft, Politik mit feministischer Perspektive. Sehr spannend. Erzähl uns, wie es dazu kam, dass du diesen Schwerpunkt gewählt hast.
Schon mal sehr schön zusammengefasst. Genau. Ja, hallo auch erst mal von meiner Seite. Genau. Also ich habe einen frauenpolitischen Schwerpunkt und letztendlich ist der aus einer eigenen beruflichen Geschichte entstanden. Also als ich beruflich angefangen habe und Journalistin werden wollte, war das noch nicht mein Thema, dass ich gesagt habe, ich setze mich für Feminismus ein. Das war mir damals noch gar nicht so bewusst. Aber ich im Laufe meiner eigenen beruflichen Laufbahn habe habe ich einfach gemerkt, wie ungerecht es einfach auch noch zugeht und wo eigentlich ja Missverhältnisse sind. Und es hat mich einfach immer mehr beschäftigt. Und ich habe, das muss man vielleicht dazu sagen, ich habe einen ostdeutschen Hintergrund, ich bin in der DDR geboren. Meine Mutter war immer berufstätig, meine Oma war berufstätig und ich habe dann einfach festgestellt, so in den Diskussionen auch mit anderen Frauen, Also diese Sozialisation, die ich habe, ist halt eben in der DDR, sage ich mal, nichts Besonderes gewesen, aber hier dann eben schon. Und wenn es darum geht, Beruf, einen Beruf zu ergreifen, wenn es um Kita-Zeiten geht, um Teilzeit und so weiter und so fort, all das, da gibt es einfach sehr, sehr viel noch zu tun in Deutschland, dass Frauen sich zum Beispiel beruflich entfalten können und die Dinge machen können, die sie wollen. Und das hat mich einfach immer mehr beschäftigt. Eben auch aus meiner eigenen, sage ich mal, Sozialisation heraus, dann zu sehen, wo eigentlich noch wahnsinnig viel zu tun ist. Und genau dann habe ich mich einfach immer mehr damit beschäftigt. Und das vielleicht auch noch. Ich habe auch, weil ich das eben so wichtig finde, eine Medienberatung gegründet vor 2 Jahren oder mitgegründet mit 2 Kolleginnen, wo wir halt sagen, wir wollen eben für diese Themen auch mehr Sichtbarkeit schaffen. Wir wollen Frauen nach vorne bringen, wir wollen die ins Netz bringen, vor die Kamera. Und eben auch genau diese Themen sichtbar machen. Und ja, und jetzt bin ich hier bei euch.
Ja, super. Ich komme selbst auch aus Bulgarien und ich kann mitfühlen alles, was du sagst, weil meine Mama hat gearbeitet, meine Tante hat gearbeitet. Wir waren also an sich in Bulgarien, waren alle gleich. Und als ich in den USA war, ich war an einem Frauenkolleg und dann habe ich erst festgestellt, dass es Feminismus gibt und man muss was dafür tun. Dann kam ich nach Deutschland und Gott sei Dank, irgendwann traf ich die Anna-Iss und mit dem Happy Immo Club. Ich wollte es kurz erklären, weil wir heute auf der Hörcareer sind und uns Leute zugucken. Mit Happy Immo wollen wir auch für Gerechtigkeit sorgen. Und Anna-Iss sagt auch kurz dazu, warum wir das machen und was wir genau machen.
Ja, ich freue mich auch, hier zu sein und mit dir hier zu sprechen, Franziska. Und für uns ist es auch eine Premiere, weil Maja und ich immer nur getrennt Podcast Podcasts aufnehmen, und jetzt sind wir zum ersten Mal zu zweit hier als Interviewer. Genau, wir finden, dass jede Frau finanziell unabhängig sein sollte und auf keinen Fall abhängig von irgendeinem Mann oder Ehemann. Und bei Immobilien ist das total oft so, dass Immobilien dann doch eher den Männern gehören oder von den Männern finanziert werden, Frauen manchmal den Männern sogar eine Miete bezahlen, womit sich die Männer dann ihre, ihren Kredit quasi abbezahlen und so. Und solche Geschichten gibt's wirklich immer noch, nicht 1980, sondern 2022 immer noch. Und da haben wir uns gedacht, das geht so nicht und wir müssen jetzt Happy Immo gründen und Frauen dazu motivieren, sich ihre eigene Wohnung zu kaufen oder nicht ihre eigene, sondern eine Kapitalanlage und auch zeigen, wie das geht, weil ganz viele Frauen ganz viele Sorgen haben mit einem Wohnungskauf, wie viel Arbeit das ist oder Angst vor den Schulden haben oder so. Und wir haben da ganz einfache Lösungsansätze, und wollen euch allen da die Angst nehmen. Aber dazu nachher mehr.
Ja, genau. Und heute haben wir immer noch 40% Vermögenslücke und über 30%, glaube ich, Rentenlücke. Und wir glauben schon, dass Immobilien dabei helfen. Aber Franziska, ich wollte dich fragen, du bist im Fernsehen, hast du auch eine Sendung, wo du auch dich sehr stark mit dem Thema Frau beschäftigst, Altersarmut teilweise. Und deswegen haben wir auch diesen Titel gewählt: Kindkündigung, Altersarmut. Vielleicht kannst du was dazu erzählen, weil du siehst sehr, sehr viele interessante Fälle und Geschichten, die man jetzt nicht vielleicht hier auf der Höhe oft hört.
Ja, also für mich übrigens total ungewohnt, auf der Seite zu sitzen. Normalerweise interviewe ich ja immer die, die Leute. Also genau, ich arbeite unter anderem für das frauenpolitische Magazin Frau TV im WDR Fernsehen. Vielleicht kennen das einige und habe da einfach schon mit sehr, sehr vielen Frauen gesprochen. Und ich sage jetzt mal, das Thema Altersarmut ist ein Riesenthema und das betrifft eben insbesondere Frauen. Du hast es gerade angesprochen, diese sogenannte Gender Pension Gap, also die Rentenlücke. Die finanzielle Rentenlücke beträgt in Deutschland aktuell ungefähr 46%. Das ist richtig, richtig viel. Das heißt also, es betrifft sehr, sehr viele Frauen, die dann im Alter einfach sehr wenig Geld haben und gar nicht wissen, wie soll ich meine Miete zahlen, wie soll ich mein Essen zahlen? Von Kultur und Kunst und Veranstaltungen gar nicht erst zu reden. Und das ist so das eine. Und das andere ist eben, worüber wir eben auch sehr viel berichten. Frauen, die zum Beispiel, also mitten, eigentlich genau das in der Lebensphase, in der ihr ja auch gerade seid, man gründet vielleicht eine Familie und dann ist die Frage, wer bleibt denn eigentlich zu Hause? Wer kümmert sich um haben die Kinder. Und es ist einfach so, dass da gibt es auch Zahlen, dass ungefähr 70% der Frauen, die Kinder haben, die unter 12 Jahre alt sind, arbeiten in Teilzeit. Und bei den Männern ist es, ich weiß nicht, im zehnstelligen Bereich oder viel, viel weniger. Auf jeden Fall, das heißt, sehr, sehr viele Frauen entscheiden sich eben, weniger zu arbeiten. Und das habe ich am Lebensende, fehlt mir das Geld halt einfach. Dann habe ich einfach weniger Rente und ich habe auch in der Situation, wo ich dann gerade bin, natürlich auch weniger Geld, da verdiene ich auch weniger. Und da müssen wir halt irgendwie ran, weil das ist halt so ein großes Thema, wo wir dann eben auch bei FrauTV uns dafür einsetzen, dass wir sagen, wenn du in Teilzeit gehst oder wenn du sagst, ich bleibe zu Hause für die Familie, ist ja völlig okay, das kann ja jede Familie für sich entscheiden. Aber dann musst du auch mit deinem Partner oder deiner Partnerin besprechen, wie finanziere ich das und wie sichere ich mich ab? Und ich habe zum Beispiel Anfang des Jahres genau zu dem Thema einen Beitrag gemacht, Ich habe mit einer Mutter gesprochen, die hatte uns bei FrauTV geschrieben und hatte eben gesagt, ja, Frauen, die im Beruf sind und dann Kind und Karriere, sage ich mal, wuppen, die werden immer so gefeiert und das ist immer so das neue Vorzeigemodell. Und sie hat dann geschrieben, ich habe das nicht geschafft und das war einfach zu viel. Und ich habe mich jetzt mit meiner Familie dazu entschieden, dass ich zu Hause bleibe. Und ich habe sie dann auch gefragt, wir haben darüber gesprochen, warum, wieso es zu dieser Entscheidung kam. Und ich habe sie aber auch eben gefragt: Wie hast du dich abgesichert? Und sie hat dann eben gesagt: Ja, sie haben darüber gesprochen und sie werden. Und da sind wir genau bei eurem Thema. Sie werden halt wahrscheinlich noch eine Eigentumswohnung kaufen, die dann für sie einfach und dann eben die Mieteinnahmen dann für sie die Altersvorsorge sind. Aber, und das muss man halt dazu sagen, das muss man sich leisten können. Also du musst dir das als Familie leisten können, dann zu sagen, wir kaufen jetzt eine Eigentumswohnung, für die Altersvorsorge der Frau, die zu Hause bleibt.
Aber ganz generell ist es ja sowieso so, dass es eigentlich ein Luxusproblem ist, dass einer zu Hause bleiben kann. Also auch das muss man sich leisten können, muss man auch mal zugeben.
Definitiv, definitiv.
Dadurch, dass wir jetzt meine Mitgründerin hier haben und sie ist halb Französin und hat 3 Kinder. Wie macht ihr das?
Ja, wir, wir arbeiten beide Vollzeit. Und wir haben auch immer nur ganz kurz Elternzeit gemacht. Also wir haben immer gleich lange Elternzeit gemacht, mein Mann und ich, weil mir das total wichtig war, weil ich auf gar keinen Fall irgendwas besser können wollte. Also ich wollte nicht so die Mutter sein, die besser wickeln kann oder zu der das Kind eher kommt, wenn es hinfällt oder so, weil ich schon gedacht habe, dass ich das dann immer an der Backe habe. Und so ist es jetzt auch. Also tatsächlich sind wir da wirklich sehr gleich begabt oder nicht begabt.
Und erzähl die Story über den Bonus, den sie deinem Mann angeboten haben.
Ach so, ja. Also ich habe bei meinem ersten Kind gesagt, nach 6 Monaten bin ich wieder da. Und in meiner Firma, Immobilienunternehmen, ziemlich tolles Immobilienunternehmen, total fortschrittlich und so, wollte man mich davon überzeugen, dass ich 12 Monate auf jeden Fall wegbleibe. Und wollte ich irgendwie nicht. Aber ich bin dann, hab dann gesagt, nee, nach 6 Monaten bin ich wieder da. Und das mussten diese Pille, mussten sie schlucken. Können ja nicht sagen, ich muss 12 Monate weg. Aber begeistert waren sie nicht. Und bei meinem Mann war es so, als er dann seine Elternzeit angefangen hat, hat man ihn 3 Tage vorher angerufen und meinte 50.000 € und du verschiebst deine Elternzeit, weil sie ihn so wichtig fanden, dass er im Job bleibt. Und das war wirklich augenöffnend für mich, zu sehen, wie unterschiedlich Frauen und Männer mit Kindern bewertet werden. Und ja, haben wir uns total aufgeregt. Mein Mann hat sich auch total aufgeregt, weil er natürlich dann gesagt hat, nee, ich mache jetzt die Elternzeit nicht. Hat ihm nicht die 50.000 € und damit war er jetzt auch nicht mehr der High Performer in der Firma. Ja, also das war die Story. Aber ansonsten ist das jetzt bei uns so, also wir machen beide alles 50/50 arbeiten und Arbeitsumfeld hat das verstanden. Mein Mann macht total coole Sachen, der macht nämlich abends, er hat abends um 9 ganz oft Calls mit irgendwelchen Anwälten, wie auch immer. Also der macht einfach von, der ist härter als ich, 6 bis 8 macht er gar nichts, für den Job, aber dann nach 8 und um 9 haben die irgendwie jeden Montag einen Call. Da ist der, da ist der eine Anwalt, der räumt immer die Küche auf nach dem Familienessen und mein Mann ist irgendwie, das ist ganz lustig, das sind dann irgendwie so die hart arbeitenden Typen, die irgendwie zu Hause ihren Job machen, aber nebenbei ihre Business Calls machen. Also diese modernen Männer, die gibt es auch.
Und Franziska, wie hast du das öfters gesehen, dass die Männer sich so benehmen jetzt bei diesen bei der Sendung?
Also ich glaube, dass der Wunsch, der Wunsch, und da gibt es ja auch Untersuchungen dazu, der Wunsch, dass man 50:50 aufteilt, der ist bei ganz vielen auch jungen Familien da, dass sie sagen, wir wollen das, und die treten an und sagen, ja, wir wollen die Care-Arbeit aufteilen. Fakt ist aber, und da gibt es eben auch Erhebungen dazu, dass die Care-Arbeit größtenteils bei Frauen hängen bleibt. Und jetzt, Care-Arbeit ist jetzt nicht nur Kinder, da gehört ja noch viel mehr dazu, ne? Aber in der Regel, oder wenn man das statistisch hebt, ist es so, dass Frauen 50% mehr Care-Arbeit leisten als Männer. Und selbst bei Familien, die antreten und sagen, wir wollen das gleichermaßen aufteilen, klappt es dann eben doch nicht immer so. Ich habe aber mal, also es gibt natürlich auch Positivbeispiele. Ich habe tatsächlich mal mit einer Familie auch gedreht in Hamburg und das ist eine ähnliche Geschichte wie bei dir. Die haben gesagt, wenn Kinder kommen, teilen wir 50:50 und das soll genau aufgeteilt sein. Was jetzt nicht heißt, dass alle das so dass jede Hausarbeit immer gleich aufgeteilt ist, sondern dass man einfach versucht, irgendwie auch diesen Mental Load, der kommt ja auch irgendwie so dazu, das, was man, also dass man das irgendwie fair aufteilt. Und er ist auch zu seinem Arbeitgeber gegangen und hat gesagt, ich möchte gerne Teilzeit arbeiten, ich möchte reduzieren. Und es ging halt nicht. Also der Arbeitgeber hat gesagt, nee, das also als Mann und also du willst doch hier Karriere machen. Und der hat dann eben diese Stelle aufgegeben, hat woanders angefangen, familienfreundlicheres Unternehmen, aber eben auch weniger verdient. Hast du gerade angesprochen, muss man sich, muss man sich leisten können. Und ich glaube schon, dass es sehr viele Familien gibt, die das gerne wollen, die dann aber daran scheitern, dass die Situation so ist, dass viele Männer in den Berufen, in denen sie arbeiten, mehr verdienen als die Frauen, dass man es sich eben gar nicht leisten kann, dass der Mann zu Hause eben bleibt, sondern dass die Frau in Teilzeit gehen muss. Und dann muss man gesamtgesellschaftlich und politisch ran. Schweden zum Beispiel, finde ich ein super Beispiel, die zahlen die Lohndifferenz. Die wollen halt, dass die Männer auch zu Hause bleiben und die zahlen die Lohndifferenz vom Gehalt des Mannes zur Frau quasi, damit es eben fair aufgeteilt wird. Und da funktioniert es viel, viel besser. Und wir brauchen, finde ich, auch in Deutschland politische Lösungen, dass es fairer wird und dass Frauen genauso arbeiten und Männer genauso zu Hause bleiben können und sich da frei entscheiden können.. Und diese freie Entscheidung, die haben wir in Deutschland nicht. Und da kommt ja dann auch der Dreh zu dem, was ihr ja auch macht. Wenn ich mein eigenes Geld verdiene, wenn ich auf eigenen Beinen stehe, kann ich auch ganz anders darüber nachdenken, mir zum Beispiel eine Immobilie zu kaufen. Ich bin da nicht abhängig, sondern ich kann da viel selbstbestimmter agieren. Und ich finde, da muss die Politik halt auch ran, um diese freien Entscheidungen auch zu ermöglichen, weil viele wollen es und können es aber gar nicht.
Also ich Wir kommen aus der Privatwirtschaft und ich muss sagen, ich finde die Politik immer wahnsinnig langsam. Und deswegen die Frage an dich: Du hast sehr viele Geschichten gesehen. Auch vielleicht kannst du kurz sagen, was waren die schlimmsten, die du so gesehen hast? Und du hast schon ein paar Lösungen uns erzählt, aber vielleicht hast du noch ein paar, woran wir uns auch immer erinnern können, wenn wir wieder in so einer Situation Was meinst du mit schlimmste Geschichten?
Also ich meine, wir haben Beiträge gebracht, wirklich über Frauen, die jahrelang gearbeitet haben. Care-Arbeit ist Arbeit, auch wenn sie unbezahlt ist. Aber ich mache da ja was, wenn ich eine Familie am Laufen halte, wenn ich mich um pflegebedürftige Eltern kümmere, dann habe ich ja wirklich auch viel zu tun. Und ich habe— und wenn du dann Beiträge sendest über Frauen, die Pfandflaschen sammeln müssen mit 17, 75, das ist herzzerreißend und das ist schlimm. Also so was haben wir auch gebracht. Wir zeigen dann natürlich auch immer, wir versuchen ja konstruktiv ranzugehen. Es gibt auch Vereine, die dann eben diese Frauen unterstützen. Aber diese Einzelbeispiele, das finde ich schon immer sehr dramatisch. Und ehrlicherweise, ich bin voll berufstätig, aber trotzdem denke ich dann auch immer, Gott, wie wird es sein, wenn ich alt bin? Also das beschäftigt mich persönlich auch total, dass so eine Sorge, das hängt so wie so ein Damoklesschwert Schwert über einem. Wird es mir vielleicht auch mal so gehen?
Und wie, was ist die Lösung für dich? Hast du da schon was gemacht?
Ich habe keine Immobilie, das vielleicht schon mal zu sagen. Ich habe keine Immobilie, aber ich rede mit meinem Mann da natürlich auch viel drüber, was für uns die Lösung ist. Ja, ich investiere zum Beispiel in ETFs, also ich lege mein Geld in der Altersvorsorge bzw. auch in ETFs an, um da abgesichert zu sein. Ich zahle natürlich in die Rente ein, quasi. Aber da muss man ja gucken, wie viel am Ende rauskommt.
Ich finde es immer traurig, wenn ich diesen Brief aufmache und da steht irgendwie 400, 600 €.
Ich denke, was bringt mir das eigentlich? Ja, und dann finde ich ja auch, ist ja noch weit in der Zukunft, aber auch die Frage, wie viel wird dann am Ende wirklich übrig bleiben? Weil auch das Rentensystem funktioniert ja. Es gibt ja immer weniger Eintrags- oder Beitragsteiler für eine immer größer werdende Menge an Menschen, die eben Rente beziehen. Was für mich ein großes Thema ist, ist wirklich die Frage, wie will ich im Alter leben? Also mein Mann und ich, wir haben uns gerade einen Campervan ausgebaut. Wir sind jetzt auf ganz kleinem, also reisen auf so einem kleinen Auto quasi. Und die Frage, wie sehr kann man sich reduzieren? Und ist es zum Beispiel auch möglich, es muss ja nicht die große Eigentumswohnung sein, es muss ja nicht das große Haus sein, es kann sowieso nicht jeder in Deutschland ein muss ein großes Haus haben, das geht gar nicht. Also so viel Fläche haben wir irgendwie gar nicht, dann ist der ganze Boden versiegelt. Sondern die Frage: Kann ich vielleicht auch kleiner wohnen? Und was ist mit Tinyhäusern? Und das ist zum Beispiel ein totaler Punkt. Also wenn ich so an meine Zukunft denke, ist so ein Tinyhouse-Wohnen, ist glaube ich eher mein Konzept zum Beispiel. Und das kann man sich auch schneller leisten, als sich ein großes Haus hinzubauen.
Ja, ich würde zurück noch auf das Thema ETFs. Das heißt also, wenn du jetzt dich für dein Alter absicherst, denkst du, sparst du schon durch ETFs. Das machen ja sicher hier viele und das finden wir total super. Aber wir finden Immobilien natürlich, sind natürlich voreingenommen, aber wir finden Immobilien total toll. Und Anna, warum finden wir die so toll?
Wir finden die toll, weil Immobilien die einzige Assetklasse sind, die finanziert bekommt, also wo man eben den Leverage-Effekt nutzt. Also wenn ihr 20.000 € Eigenkapital habt, zum Beispiel, dann könnt ihr euch eine Immobilie für 200.000 € kaufen. Ja, also jetzt mal unabhängig davon, ob man eine Wohnung findet für 200.000 und so weiter. Also ja, man findet das, aber vielleicht nicht mitten in München und so weiter. Alles klar. Aber vom Prinzip her ist es so, 10% Eigenkapital braucht man, um sich die Wohnung zu kaufen. Und eigentlich, weil wartet man dann 20, 30 Jahre, bis die Wohnung abbezahlt ist. Wenn man setzt die Wohnung so auf, dass die Miete die Finanzierung deckt, und dann gehört einem die Wohnung, ne. Und dann nach diesen 20, 30 Jahren kann man dann das, was man an Miete bekommt— also wenn man jetzt eine Wohnung hat, für die man 800 € bekommt oder so, dann bekommt man eben diese 800 € als zusätzliches Einkommen zur Rente oder wie auch immer, ne. Und deswegen finden wir es auch ganz gut, gut, wenn man schon zu Hause bleibt, wie du vorhin gesagt hast, jeder kann das ja machen, aber dann ist eine Immobilie ganz schlau in der Elternzeit zum Beispiel zu kaufen, weil mit dem Baby muss man sowieso spazieren gehen, kann man sich auch ganz viele Wohnungen angucken. Und diese Wohnung, wenn die dir dann gehört als Frau, dann hast du ja schon diese 800 € Rente, die du, also Miete, die du später als Rente bekommst. Und das ist ein Riesen-, das ist ja total viel, so viel könntest du niemals in deine Rente privat einzahlen, ne, um auf 800 € Ausschüttung am Ende zu kommen.
Ja, und ich finde, dieses passive Einkommen ist schon irgendwie für mich zumindest sicherer als jetzt die ETFs, weil von den ETFs, du könntest natürlich ETFs mit Dividendenzahlungen kaufen, um da eine Sicherheit hinzukriegen, aber bei einer Immobilie weißt du, dass die Miete einfach jeden Monat kommt, wenn du in einer guten Lage gekauft Und es ist auch sicherer als die Rentenausschüttung, weil das ist, wie du sagst, keiner weiß, ob wir am Ende diese 600 € wirklich kriegen.
Aber die Miete, die werden wir schon kriegen, weil wir alle müssen wohnen.
Aber ihr denkt ja schon darüber nach, eine Wohnung zu kaufen, oder? Als Kapitalanlage? Nein, nicht als Kapitalanlage, sondern also bei mir ist tatsächlich, ich weiß, dass ich in der Situation privilegiert bin, mir diese Gedanken machen zu können. Das muss man ja auch noch mal dazu sagen. Aber für mich wäre der Punkt ich tatsächlich, wenn ich eine Immobilie kaufe, dann auch eine, wo ich irgendwann später wohnen kann. Also ich finde es schon auch wichtig, dass das, dass die dann so einen privaten Nutzen auch hat, oder also das ist halt mir nicht an der Stelle nur um Miete geht. Also es ist so mein Ansatz. Und ja, also wir sind da in den Überlegungen, also wir sind da noch nicht festgelegt. Ich sag mal so, man spinnt ja als Paar auch immer mal so rum, was man sich so vorstellen kann. Wir wollten auch schon mal wollten uns einen Bauernhof kaufen und haben gedacht, ach, das wäre doch toll, und das alles selber zu restaurieren. Aber Camperausbau selber machen ist halt wirklich, das zehrt echt an den Nerven. Und dann die Vorstellung, ein Haus irgendwie selber auszubauen und zu sanieren und zu restaurieren, ich glaube, davon habe ich mich verabschiedet. Nee, das werden wir nicht machen. Aber klar, wir überlegen eben auch, wo können wir unser Geld eben anlegen und eine eigene Wohnung. Und das finde ich halt einen ganz wichtigen Punkt, den ihr angesprochen habt, ist ja dieser Punkt, Punkt, dass wenn ich eben Rentnerin bin, das ist so mein Hintergedanke, dass ich keine Miete mehr zahlen muss, weil man ja nicht weiß, wie entwickeln sich Mieten. In München, glaube ich, ist die Durchschnittsmiete mittlerweile bei 19 Euro noch was, in Köln irgendwie fast 15 Euro. Das ist richtig, richtig viel Geld. Und klar ist jetzt München extrem, weil es die teuerste Stadt zum Mieten quasi in Deutschland, aber man weiß ja auch gar nicht, wo geht es mit den Mieten hin, auch in anderen auch in kleineren Städten. Und das finde ich halt, eine Wohnsicherheit zu haben, ein Ort, wo ich wohnen kann, der abbezahlt ist und wo ich keine Miete zahlen muss, das finde ich als Gedanken super wichtig.
Und klar, wenn, werden, gucken wir auch, wie wir das umsetzen können. Was wir festgestellt haben, ist, wenn man nach einer Eigentumswohnung oder nach einem eigenen Haus sucht, dass es viel schwieriger ist, als wenn man Immobilien als Kapitalanlage kauft. Weil bei einer Immobilienkapitalanlage kann man auf viel verzichten. Aber bei der Eigentumswohnung sucht man nach der perfekten Wohnung. Das stimmt. Und ich gebe immer das Beispiel mit einer meiner besten Freundinnen, die sie, wo sie nach 10 Jahren die perfekte Wohnung gefunden hat und dann nach London gezogen ist. Und dann hat sich das gar nicht so richtig gelohnt. Und deswegen sagen wir immer okay, erst mal um fürs Alter vorzusorgen, vielleicht so eine kleine Wohnung kaufen, was Diana gerade erzählt hat, und dann parallel immer nach einer Eigentumswohnung Ausschau halten, weil dann ist man ein bisschen entspannter.
Und das stimmt, das ist ein guter Gedanke. Ja, ja, ja, das macht das leichter, glaube ich.
Wenn ich sage, ich gucke erst mal, dass ich zum Beispiel Mieteinnahmen habe, anstatt dass es jetzt die perfekte Immobilie ist mit Südbalkon, will ja heute keiner auch mehr haben. Macht ihr euch Sorgen, wenn ihr euch Gedanken macht über Immobilienkauf und so weiter? Habt ihr auch Sorgen dabei oder ist es für euch eine entspannte Entscheidung?
Also ehrlich gesagt geht es da für mich, oder ist die Frage nach dem Timing? Also im Moment denke ich so, ist also jetzt darüber nachzudenken, eine Wohnung. Also ich bin jetzt nicht Expertin, das ist ja wirklich null mein Gebiet, aber jetzt darüber nachzudenken, eine Wohnung zu kaufen, denke ich, ist der schlechteste Zeitpunkt ever. Und ich frage mich aber, wann verändert sich das oder wann ist ein guter Zeitpunkt dafür?
Ich meine, das ist ja eher euer, also ist ja eure Expertise. Insofern, man muss schon sagen, dass im Vergleich zum letzten Jahr haben, es hat sich die Anzahl an Transaktionen im Wohnimmobilienbereich halbiert. Also das muss man sich erst mal vorstellen, wie viel wir letztes Jahr über den Markt verkauft haben und wie viel weniger wir heute verkaufen. Im Immobilienbereich, viele Projektentwickler haben es wirklich schwer, weil die Zinsen höher sind und die Menschen einfach sagen, okay, so wie wir immer, unser Rat ist ja, dass die Miete Zins und Tilgung abdeckt. Das heißt, man kann ein bisschen weniger zahlen jetzt, und es dauert, bis der Käufer und der Verkäufer sich daran gewöhnt haben, dass die Preise sich so ein bisschen verändern. Und an sich, wir sagen immer, es Es ist immer gut, eine Wohnung zu kaufen, aber in so einem Markt wie heute würden wir, also wir privat, warten auch ab, außer wir finden was Außergewöhnliches. Wir haben gerade für eine Wohnung, die uns für 230.000 € angeboten wurde, haben wir gerade 160.000 € geboten, und wir warten jetzt zu sehen, ob das klappt oder nicht. Und das würde ich jetzt, wenn du jetzt eine Wohnung kaufen möchtest, dann würde ich dir einfach raten, Gib einfach das Angebot ab, was du zahlen kannst, und warte ab. Einfach nicht in die Immobilie verlieben, ganz wichtig, und ganz kühl durchrechnen, was kannst du dir jetzt leisten. Und vielleicht klappt's, könnte es klappen, und vielleicht gewöhnen sich jetzt langsam die Verkäufer auch daran. Und ja, und sonst bei uns informieren natürlich. Wir schicken immer mal wieder so Insider-Nachrichten aus dem Immobilienmarkt? Was machen die Großen aktuell? Weil das gibt ja einem auch einen Hinweis, wo geht die Reise hin.
Weil natürlich, wir alle private Käufer sind nicht so gut informiert wie die in der Branche. Und du hast gesagt, jetzt ist wahrscheinlich der schlechteste Zeitpunkt, eine Wohnung zu kaufen. Ich glaube, in einem Jahr ist es noch schlechter, und in 2 Jahren ist noch schlechter, und in 3 Jahren ist noch schlechter. Und in 3 Jahren wirst du dir sagen, hätte ich mal 2022 Hätte ich gekauft, weil die Zinsen weiter steigen werden. Weil so ist es immer, man sagt immer, hätte ich mal gekauft vor 10 Jahren und so. Ich glaube, jetzt ist der beste Zeitpunkt, um sich zu informieren, also um wirklich zu gucken, also um sich Gedanken zu machen, wie viel Geld habe ich, wie viel will ich in der Wohnung investieren, sind es 20.000 oder 10.000 oder 30.000, sich das passende Suchprofil dafür anzulegen und einfach den Markt zu scannen, ne, 3 Monate zu gucken, wie viel kriege ich dafür für diese 20.000, gibt Gibt es da eine Wohnung? Also wie, was sind die Preise? Und dann glaube ich, zum Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres werden schon die Preise fallen. Das ist so die aktuelle, ja, also Vermutung. Und dann also be prepared, um dann quasi zuschnappen zu können.
Ich glaube, das ist ein super Zeitpunkt, jetzt gerade sich zu informieren und dann Anfang nächsten Jahres zu kaufen. Ja, ein gutes Zeichen dafür ist auch, falls ihr die Börsen verfolgt, Die Immobilienaktien sind teilweise, richtig gute Immobilienaktien, sind um 50% gefallen. Eine Vonovia, die ja, ich meine, schon eine systemische Bedeutung in Deutschland hat als ein Vermieter. Und das ist schon so ein Anzeichen, okay, die Märkte reagieren, die reagieren viel schneller als der Immobilienmarkt gewöhnlich. Und deswegen sagen wir immer so, okay, mit einem Lag, zeitlichen, zeitlicher Verschiebung reagiert dann auch der normalen Immobilienmarkt. Ob die Preise 50% fallen, glaube ich nicht, aber insbesondere für Wohnimmobilien, weil es wird weniger gebaut, es gibt weniger Wohnraum, was in den Ballungsgebieten, ja. Aber in Bezug auf dieses weniger Wohnraum, das hattest du ja schon angesprochen, dass man sich alternative Formen des Wohnens überlegt, und das finde ich total spannend, weil ich— wir als Vermieterinnen haben auch große Wohnungen, die vielleicht nur an eine ältere Person vermietet sind, und eigentlich könnte da eine Familie wohnen, aber sie ziehen nicht aus, weil sie haben auch keine andere Alternative aktuell.
Und hast du solche Situationen gesehen auch? Also tatsächlich haben wir da— in meiner journalistischen Arbeit habe ich mich auch mit, sag ich mal, alternativen Familienmodellen, aber auch alternativen Wohn- und Lebensmodellen beschäftigt. Und da gibt es ja ganz, ganz viel. Also zu sagen, wir haben zum Beispiel mal einen Beitrag gebracht über eine Frau, die hatte eben ein großes Haus und hat gesagt, Kinder wollten das nicht haben. Und was mache ich? Und die ist in ein Tiny House gezogen. Die hat bei der Stadt angefragt, wo kann ich das eben hinstellen? Und die waren total kulant und haben einen schönen Platz gefunden und steht da jetzt mit ihrem Tiny House und ist super glücklich, was ja auch bedeutet, ich muss weniger, also ich habe weniger Zeug, ich muss mich aber auch um weniger kümmern, weniger putzen. Also das ist zum Beispiel eine Form. Aber wir haben zum Beispiel auch mal ein Modell vorgestellt, das fand ich super interessant. Man muss ja gar nicht alleine kaufen. Die haben sich genossenschaftlich organisiert, die haben ein wirklich sehr großes Grundstück mit mehreren Immobilien gehabt und haben das genossenschaftlich organisiert, ähnlich wie Wohnungsgemeinschaften Genossenschaft, die haben einen Genossenschaftsbeitrag gezahlt und man hat dann eben Wohnraum bekommen. Und wenn ich dann irgendwann ausziehe und sage, ich möchte da nicht mehr wohnen, dann kriege ich meine Genossenschaftsanteile eben auch wieder zurück. Aber damit haben die es sich eben leisten können, so einen großen Hof mit mehreren Wohneinheiten zu kaufen, was ja eine Einzelperson gar nicht leisten kann, ne. Und wenn es genossenschaftlich organisiert ist, ist dann halt auch eben, sag ich mal, der Vorteil, dass, ne, wenn ich jetzt mit Freunden sage, komm, wir kaufen einen und dann steigen die aber 3 Jahre und dann trennen die sich und 3 Jahre später steigen die da aus. Da stehe ich da und kann es vielleicht nicht mehr finanzieren. Und das ist, wenn ich es genossenschaftlich organisiere, natürlich viel, viel leichter zu händeln. Dann geht jemand raus und es kommt eben vielleicht jemand Neues wieder rein, weil ich muss ja bei einer Genossenschaft das auch nicht sofort auszahlen, sondern die Anteile werden ja erst nach einer gewissen Zeit ausgezahlt. Also das bietet zum Beispiel eine Sicherheit und das fand ich super spannend, nicht nur vom Finanziellen, Modell, sondern weil die halt eben auch Mehrgenerationenwohnen hatten. Die haben da einfach sehr bunt gemixt zusammengewohnt und das fand ich einfach auch sehr toll. Und ich habe, weil du gerade Mieter angesprochen hast, ich habe auch mal einen Beitrag gemacht über eine funktionale WG. Super spannend in Berlin, eine 5-Raum-Wohnung, aber 2 Zimmer davon waren Durchgangszimmer. Und was haben die gemacht? Die haben gesagt, waren 5 junge Frauen, die da zusammengewohnt haben und die haben gesagt, okay, wir teilen die Zimmer nach Funktion ein. Also es gab halt ein Wohnzimmer, es gab ein Schlafzimmer, es gab ein Tanzzimmer, wurde dadurch frei. Es gab dann halt so ein Privat-Gästezimmer und dann gab es noch, es gab noch ein Zimmer, komme ich jetzt nicht drauf. Aber hätten die das nicht so gemacht, hätten nur 3 Menschen da wohnen können. So konnten die sich da das zu fünft teilen und das fragen dann immer alle. Ja, ein Schlafzimmer. Ich habe das ja mir angeguckt und es hat gut funktioniert. Also das war toll, wie die zusammengewohnt haben und wie die so zusammengewachsen sind.
Und es ist jetzt nicht für jedermann und jederfrau was, aber man kann ja auch mal über andere Konzepte nachdenken und muss ja nicht immer alles alleine machen, sondern genau das Thema Genossenschaft fand ich sehr spannend, weil Anna war bei der Gründung und ist aktuell im Aufsichtsrat von ImmoFarm.
Wie funktioniert das Konzept? Konzept bei euch? Also wir kaufen Wohnungen zusammen. Also bei uns kann man— es gibt ImmoFarm, Wohnungsgenossenschaft von Frauen für Frauen, und man kann sich mit 20.000 € Shares kaufen und erhält dann eben eine Rendite. Also die Wohnungen sind aktuell vermietet, aber langfristig soll es auch so sein, dass man darin wohnen kann. Ja, aber das ist eine sehr kleine Genossenschaft, aber vor 2 Jahren gründet, genau, wachsen. Aber das Thema, ich finde das Thema zusammen total spannend, weil wir auch bei Happy Immo gerne mit anderen Frauen zusammen kaufen. Also Maja und ich investieren gern zusammen, oder wir haben auch schon mit anderen Frauen aus unserem Circle investiert. Und dazu wollen wir euch auch alle gerne ermutigen, ne? Weil wenn man auch sagt, man braucht vielleicht 20.000 € für eine erste Wohnung, die hat vielleicht nicht jeder, aber 10.000 kann man sich vielleicht irgendwie dann doch zusammensparen. Und dann tut man sich zusammen und kauft mit der besten Freundin oder einer Kollegin oder so. Und dazu wollen wir euch auch alle ermutigen. Und auch wir haben viele, die dann gleich kommen. Na ja, bei Geld hört die Freundschaft auf und so, ja, man kann aber vorher alles klären. Also es gibt viele Fragen. Ihr könnt auch bei uns bei Instagram gucken. Wir machen genau heute einen Post dazu, was wichtige Fragen sind, die man einfach einmal durchsprechen sollte. Und dann kann man einen GbR-Vertrag machen oder so und dann kann man eigentlich also Wir haben es selten erlebt, dass das da wirklich Freundschaften zerbrechen oder so, weil alle wollen ja das Gleiche. Alle wollen ja die Immobilie und wollen Geld damit verdienen und das war's.
Und die Freundschaft ist dann was anderes. Du siehst so, was willst du sagen? Es ist wie mit einem Ehevertrag. Also ich meine, wenn alle in der Freundschaft, wenn alles gut läuft und so, aber klar, Dinge einfach vertraglich festzulegen irgendwie, damit man dann eben auch gut miteinander, falls irgendwas nicht mehr laufen sollte, damit man da auch irgendwie gut wieder rauskommt.
Kommt und dann eben Sachen geregelt sind. Genau. Und lustig, dass du das mit dem Ehevertrag sagst, weil wir kriegen ganz oft das Feedback, dass man nicht mit der besten Freundin irgendwie kaufen will. Und dann sagen wir immer, es ist so verrückt, weil jeder kauft ja mit dem Ehemann und Ehen halten vielleicht 3, 4 Jahre. Das ist jemand, den kennt man vielleicht 3, 4 Jahre, aber klar, mit dem kauft man sofort eine Wohnung. Und die beste Freundin, die kennt man seit 30 Jahren.
Jahren, und mit der kauft man keine Wohnung oder was? Total absurd. Ja, ich habe schon zwei, also einen Mann und einen Freund gewechselt, aber dafür meine Freundinnen sind immer noch da. Und hätte ich bloß mit denen gekauft oder mit dir, die Eigentumswohnung, die wir jetzt da kaufen werden, wäre schon gut gewesen. Ja, deswegen Freundschaften halten schon länger als die Partnerschaft manchmal, ne? Aber ich wünsche es keinem Ich wünsche schon, dass die Partnerschaft auch lange bleibt, erhalten bleibt. Diese speziellen Konzepte, wir haben ja auch selbst ein paar Konzepte, wir vermieten nur an kreative Menschen oder halt Menschen aus dem Startup-Bereich, weil das Themen sind, die uns interessieren. Und ich finde so eine WG, wo Menschen sich gegenseitig, wo sie gleichgesinnt sind und sich gegenseitig unterstützen können.
Ganz spannend. Hast du sowas auch weiterhin erlebt, nachdem du diese Sendung gemacht hast? Ja, das ist schon sehr, also das ist schon ein sehr besonderes Wohnkonzept, ne? Weil ich, wie gesagt, ich glaube, diese Schlafzimmernummer ist halt für ganz viele, dass sie sagen, das kann ich mir nicht vorstellen. Und was ist, also das war ja auch so die Frage, was ist, wenn dann mal Besuch kommt? Ja, aber dafür gab es dann halt das Gästezimmer. Ich glaube, das ist, man muss gucken, gucken, in welcher Lebensphase man steckt. Also das waren 5 junge Frauen, die haben studiert, eine Ausbildung gemacht, und in der Lebensphase hat das gut gepasst. Wenn ich eine Familie gründe und Kinder habe, bin ich in einer anderen Lebensphase. Da möchte ich nicht mit anderen Menschen vielleicht mir mein Schlafzimmer teilen irgendwie. Also es passt dann irgendwie nicht so, und die wollen das auch nicht, weil die Kinder vielleicht nachts wach werden und schreien. Also egal, man muss ja einfach gucken, in welcher Lebensphase bin ich und was passt in dieser jeweiligen Lebensphase zu mir. Und ich finde zum Beispiel, das ist das, was du vorhin ja auch angesprochen hast, zum Beispiel, dass sehr viele ältere Menschen alleine in großen Häusern leben. Das passt eigentlich nicht zu ihrer Lebensphase. Viele, das erlebe ich eben auch in meiner journalistischen Arbeit, sind ja eigentlich überfordert damit. Die schaffen das gar nicht mehr, sich um das ganze Haus allein zu kümmern. Die können manchmal, weil sie nicht mehr so mobil sind, das Haus nutzen. Die sind dann nur noch auf einer Etage. Und was ich Ich glaube, was wichtig ist, ist, wenn man sich auch überlegt, zum Beispiel eine Privatimmobilie sich anzuschaffen, auch zu überlegen, passt es auch zu meinem Lebensabend? Also passt es so, dass ich dann da auch wohnen kann, wenn ich alt bin? Also sich diese Gedanken auch zu überlegen, wie will ich eigentlich in welcher Lebensphase irgendwie wohnen? Und das kann sich ja auch ändern. Insofern ist der Punkt zu sagen, ich habe eine Immobilie, die ich als Invest betrachte, eigentlich super sinnvoll, weil das ist unabhängig von meinem Lebensverlauf. Phasen, da kriege ich Geld rein und kann halt je nach Lebensphase trotzdem immer mal wieder entscheiden, wie will ich eigentlich wohnen? Aber das finde ich wichtig, sich darüber immer wieder Gedanken zu machen und insbesondere auch fürs Alter, weil ich glaube, ganz viele schieben das vor sich her und dann ist es so weit, dass sie irgendwie, die sagen, na Alter, Baum verpflanzt man nicht. Aber eigentlich ist es dann eine Wohn- oder Lebenssituation, die nicht mehr zu dem passt, wie man, wie mobil man ist oder wie fit man ist.
Genau. Aber viele Menschen machen sich diese Gedanken überhaupt nicht, würde ich sagen. Und die älteren Menschen tendieren dazu, da bleiben zu wollen, wo sie gerade sind, und keine Veränderung haben zu wollen. Das merken wir auch. Also, wir vermieten an älteren Menschen, die schon in Rente sind oder schon Richtung 80 oder über 80, und diese Menschen, die wollen da einfach bleiben.
Wie könnte man das ändern? Dass man— kann man— meinst du, das ist überhaupt möglich? Ich glaube schon, dass möglich ist. Also ich glaube, wichtig ist halt, dass da ein Austausch der Generationen stattfindet, dass man sich auch mit seinen Eltern hinsetzt und sagt: Sag mal, wie hast du dir das eigentlich vorgestellt? Wie möchtest du denn leben, wenn du älter wirst? Irgendwie. Also das ist so der Punkt, dass man selber auch— ich führe die Gespräche, meine Mutter ist 66, ich führe die Gespräche mit meiner Mutter auch seit 3 Jahren und die tut sich auch schwer damit. Aber ich sage: Mama, langsam müssen wir mal, irgendwann musst du dir eine Vorstellung davon machen, wie das aussehen soll. Jetzt bist du fit, aber in 10 Jahren sieht es vielleicht schon wieder anders aus. Also da sind wir gefragt. Ich glaube aber auch, dass es mehr Angebote geben muss. Also ich glaube, viele haben ja auch Angst davor, alleine zu sein, oder dann in einem Umfeld zu sein, wo sie sich nicht wohlfühlen. Und da Lebensumfeld, Wohnumfelder zu schaffen, wo das gut funktioniert— da bin ich wieder bei diesem Beispiel mit diesen genossenschaftlichen Mehrgenerationen, Generationen wohnen. Das ist für alle total toll. Es ist für junge Menschen toll, mit Älteren zu tun zu haben. Die haben dann Babysitter da, ja, zum Beispiel auch. Und es ist aber auch andersrum toll. Also es kann sich gegenseitig sehr unterstützen.
Und ich finde, es braucht viel mehr Wohnideen, Wohnkonzepte, und dann glaube ich, kann das auch funktionieren, dass man das als Chance begreift. Ja, das finde ich auch. Gestern hatten wir— saß ich an einem Tisch mit einer Vorständin. Ich will jetzt nicht sagen, welches Unternehmen. Aber sie hat auch über die Lebensphasen gesprochen und dass viele ihrer— also sie achtet darauf, dass in ihrem Unternehmen es 50% weibliche Mitarbeiterinnen gibt, aber dann kommen die immer in Probleme, weil wenn sie schwanger sind und die Kinder krank, oder wenn sie schon Kinder haben und die Kinder krank sind, muss sie immer die Krankheitstage hinnehmen als Arbeitgeberin. Sie hat mehr Frauen und die Kinder bleiben ja eher bei der Frau. Und ich habe mich gefragt, ob es dafür vielleicht irgendwelche Lösungen gibt. Sie hat auch gesagt, sie nimmt sich die Frauen zur Seite und spricht mit denen auch darüber, was das für sie bedeutet, wenn sie halt immer sie sich um die Kinder kümmern, auch wenn es vielleicht manchmal besser ist.
Aber glaubst du, da gibt's Lösungen für? Das habe ich ja vorhin schon gesagt. Ich glaube, es ist gesamtgesellschaftliche Herausforderung, dass wir das auch viel mehr einfordern müssen. Also wenn ich sage, es kommen Kinder, dann, und wir haben vereinbart 50:50, dann das ist unangenehm. Klar muss man da auch blöde Gespräche führen, aber dass man dann sich dafür einsetzt. Aber ich glaube, es muss gesamtgesellschaftlich sich eben was verändern. Es muss politische Instrumente dafür geben, dass es sich eben verändert, dass die Kinder nicht automatisch bei der Frau bleiben und dass es zum Beispiel eben auch viel mehr zum Beispiel geteilte Führung gibt. Führung in Teilzeit. Also es muss neue Konzepte geben, oder die müssen halt viel mehr unterstützt werden, dass Frauen eben den Beruf so machen können, wie sie wollen. Und wie gesagt, auch andersrum, dass Männer auch sagen, ich bin dran für die Kinder, ich, wenn die krank sind, bleibe ich natürlich zu Hause und der Arbeitgeber nicht komisch guckt. Das ist ein Riesenthema, das dauert auch noch. Also das ist jetzt glaube ich nicht so, dass man sagen kann, in 5 Jahren ist das alles anders. Aber ich glaube, es ist wichtig, dafür immer bewusst zu bewusst sein zu schaffen und das auch immer wieder, das mache ich ja als Journalistin auch mit meiner Arbeit, das immer wieder einzufordern.
Und auch zu ermutigen, ne? Ich glaube, man muss auch gerade Frauen dazu ermutigen, dieses Gespräch zu führen und zu sagen, nee, ich mache aber nur 50%, und aber die Männer auch, denn dazu gehört wahnsinnig viel Mut, was du vorhin erzählt hast, der Vater aus Hamburg, oder auch mein Mann in der Firma, einfach zu sagen, nee, ich nehme jetzt die Elternzeit, da muss man wirklich den Mut für haben, um um das durchzusetzen?
Ja, ja, definitiv. Also hängt ja auch vom Arbeitgeber ab, ne? Es verändert sich langsam was, aber ich glaube tatsächlich, dass da haben wir noch einiges vor, haben wir noch einiges zu tun. Aber es ist halt total wichtig, das immer wieder anzugehen, weil am Ende eben, und das war ja das Eingangsgespräch, die Frage nach der, wie stehe ich, wenn ich älter da bin, da, und die Sorge vor der Altersarmut, die halt insbesondere insbesondere Frauen betrifft, dass sich das verändert und dass Frauen da, dass die Gender, also diese Rentenlücke, 46%, das ist einfach schrecklich.
Also das ist ja Wahnsinn und wir müssen daran arbeiten, dass die Stück für Stück immer kleiner wird, bis sie nicht mehr da ist. Wir kommen langsam zum Ende und ich möchte euch beide fragen, was wären eure Top-Tipps für die Frauen, wenn sie jetzt dastehen, diese Entscheidung für sich treffen müssen und für sich einstehen müssen?
Müssen? Was würde denen helfen, diesen Mut aufzubringen? Was sind eure Tipps? Also ich glaube, mein Tipp ist: Macht einfach die 50%, also überlegt da nicht, denkt da nicht drüber nach, macht es einfach, weil ihr werdet davon total profitieren. Also wenn ihr wirklich eine Beziehung habt, in der auch die Kinder gleichberechtigte Beziehung zu ihrem Vater haben, also zu euch und zum Papa, dann ist es auch für die Kinder ganz, ganz toll. Ist einfach wichtig, ja, ein Vater zu haben, der für sie da ist, und zwar gleich doll wie die Mutter. Also für die Kinder ist es toll, dann ist es für euch auch einfach toll, weil ihr viel freier seid, als wenn ihr das alles an der Backe habt und auch nicht alles schultern müsst. Ihr könnt ja auch mal krank sein oder so, die fällt aus, dann ist es ganz, ganz toll, wenn ihr wisst, der Vater kann das genauso gut. Und für den Papa ist es auch toll, weil er sich nicht so fehl am Platz fühlt und so, und einfach weiß, er ist da auch ein 100% wichtiger Mensch, der seinen Job erfüllt. Also ich glaube, das ist einfach wichtig.
Macht einfach diese 50%, und das ist dann für alle drei Parteien gut. Ein besseres Leben. Ja, also ich glaube, mein Tipp, und das betrifft ja nicht nur das Thema, letztendlich geht es darum, man muss nicht alles alleine können, man muss auch nicht alles alleine wissen. Also auch wenn es zum Beispiel um Immobilienkauf oder so geht, sich einfach Unterstützung holen, Beratung holen. Es gibt genügend tolle Frauen, die Expertise haben und dann einfach gucken, wer kann mir denn weiterhelfen? Also ich glaube, das ist in ganz vielen Lebensbereichen so, dass wir uns gegenseitig unterstützen können und dass Hilfestellung geben können. Und das würde ich immer sagen: Netzwerkt und sucht euch die Hilfe.
Ihr müsst es nicht alles alleine schaffen, sondern holt euch Beratung, sucht euch Hilfe und dann geht das alles viel, viel leichter. Ja, dann danke ich euch zwei. Danke Franziska, danke Anais, und ich hoffe, wir haben es heute geschafft, euch auch Mut zu geben und diese Unterstützung, von der ihr beide gesprochen habt, und euch zur Seite zu stehen, um ja, um diesen Weg zu gehen der Gleichberechtigung, die Vorteile für den Vater auch im Vordergrund zu stellen, und auf der anderen Seite sich von Beraterinnen und Beratern und Unterstützerinnen, diese Hilfe zu holen, noch mutiger zu sein.
Vielen Dank, ja, es hat Spaß gemacht, und danke, dass ihr alle dageblieben seid, auch fürs Zuhören.
Danke, dass ihr da wart.
Vielen Dank auch von mir.
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