Let's talk Krieg & Liebe, Fokus & Entspanung mit Tatjana Kiel
6 Sept 2023 · 24 min
In this episode of the Happy Immo Podcast, host (Speaker B) interviews Tatjana Kiel, longtime business partner of the Klitschko brothers and CEO of Klitschko Ventures. The conversation begins with a brief promotion for the Happy Immo Bootcamp, then moves into Tatjana’s background: 17 years of collaboration with the Klitschkos, the creation of the FACE method (Focus, Agility, Coordination, Endurance) derived from Vladimir Klitschko’s fight‑day reactions, and the founding of Klitschko Ventures. Since the Russian invasion of Ukraine, Tatjana has expanded her work to humanitarian aid through the NGO “We Are All Ukrainians,” coordinating projects such as delivering rollators, food packages, and supporting displaced children. She explains how the FACE method is applied to personal, team and corporate challenges, emphasizing human transformation as the driver of economic growth. The discussion also covers how she balances intense volunteer work with personal well‑being, using fantasy novels and puzzles to unwind, and the importance of setting boundaries. Tatjana offers practical advice for listeners: follow her on LinkedIn, volunteer time, donate, or take on project‑lead roles. She talks about financial independence, recommending that property owners offer housing to those in need while ensuring they earn enough to sustain themselves. She reflects on the relative nature of money, the need for women’s financial empowerment, and the role of real estate as a safety net for future retirement. The episode closes with Tatjana’s three key tips – stay true to yourself, set clear goals/challenges, and involve your support network – and a thank‑you from the host.
Chapters
Hey, hey, hier noch eine kleine Ankündigung. Wenn auch du smarte Immobilienkäuferin sein möchtest, dann ist unser Bootcamp vielleicht was für dich. Im Oktober geht's wieder los. Schau dir doch mal auf unserer Website www.happyimmoclub.de unter Bootcamp an, was wir da bieten. Wir bringen dich in 90 Tagen zu deiner ersten eigenen Wohnung, wir begleiten dich, wir nehmen dir alle Sorgen, wir beantworten dir alle Fragen, wir nehmen dich live an die Hand. Also wenn du Lust hast, dann sei dabei. Den Link Dazu findest du bei uns unten in den Shownotes oder auf unserer Homepage www.happyimmoclub.de.
Wir freuen uns auf dich! Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast Tatjana Kiel. Herzlich willkommen!
Danke schön, ich freue mich sehr.
Tatjana, erzähl mal kurz, wer bist du?
Ich bin Tatjana, ich bin seit 17 Jahren mit den Klitschko-Brüdern verbandelt in Bezug auf das Business. Und durfte sie lange begleiten in der sportlichen Karriere und die Learnings auch ausarbeiten, insbesondere von Wladimir Klitschko. Und das hat dazu geführt, dass wir eine Methode tatsächlich rausgearbeitet haben, weil es für Wladimir total wichtig war, seine Learnings weitergeben zu können, was dazu geführt hat, dass wir Klitschko Ventures gegründet haben vor einigen Jahren, wo ich Geschäftsführerin geworden bin. Und seitdem der Krieg ausgebrochen ist in der Ukraine, ich meine Aufgabe ein bisschen justiert habe oder erweitert habe, weil ich relativ viel tue für die Ukraine mit We Are All Ukrainians und dem ganzen Team, was dahinter steht.
Du bist wahnsinnig beeindruckend, was du alles machst und verfolgst so deinen Purpose und alles, was du postest, ist immer wahnsinnig überlegt und durchdacht. Woher kommt das denn, dass du so viel so klar denken kannst in so bewegten Zeiten?
Ich glaube schon, dass ich das gelernt habe. Ich glaube auch, dass mir der Weg mit Vladimir, also mit, oder auch mit Vitaly, aber mit einer so großen Marke dabei geholfen hat zu verstehen, was braucht es, um die Menschen da draußen zu erreichen, und was braucht es vielleicht auch nicht. Wofür sollte man stehen, was sollte man für Messages haben, und wie schafft man das, die rauszubringen? Ehrlich gesagt ist das nicht alles so durchdacht, ne, sondern es ist ganz viel Bauchgefühl, was ich tue, um zu erklären, was ich da tue, weil ich glaube, wenn es sehr durchdacht ist oder sehr strategisch strukturiert, ich glaube, dann erreicht man die Menschen gar nicht so gut. Und deswegen gibt es auch mal Posts, die funktionieren super zum Beispiel, oder auch mal Aussagen, und es gibt dann aber auch mal andere, da ecke ich total an. Aber das ist sozusagen mein Weg, um auch diese Möglichkeit der eigenen Strukturierung zu haben, also die Möglichkeit, das zu leben, was ich wirklich tue, die Passion, die ich habe. Und das hilft mir dabei, um zurückzukommen auf deine Frage, immer wieder auch zu gucken, bin ich in meinem Purpose, bin ich da, wo ich gerade sein will, was kann ich daran ändern, was muss ich vielleicht auch ändern und wie schaffe ich das auch jeden Tag dadurch zu halten.
Ja, jetzt hast du schon gesagt, du checkst quasi täglich, bist du noch in deinem Purpose. Das hat ja auch mit eurer Methode zu tun, mit FACE. Darüber haben wir uns auch besser kennengelernt. Ich habe auch die FACE Challenge gemacht und bin ziemlich begeistert.
Magst du kurz erklären, was das ist? Also es war tatsächlich der ausschlaggebende Punkt von Vladimir zu sagen, ich möchte meine Learnings weitergeben und zwar nicht einfach gemacht, sondern irgendwie relativ kompliziert. Also haben wir angefangen, uns anzugucken die Situationen, in denen er anders reagiert hat als andere Menschen. Also zum Beispiel ist er bespuckt worden vor einem Millionenpublikum und der Kampf wurde übertragen in 135 Länder. Das heißt, die Ruhe zu haben, in dem Moment zu sagen, ich bleibe jetzt ruhig, obwohl ich weiß, dass das gerade irgendwie absolut an meine Werte geht und eigentlich nicht erträglich ist und eigentlich auch nicht korrekt ist, aber es dient dem Zweck, jetzt trotzdem das Ziel weiterverfolgen zu können, war die Frage, wie schaffen wir das zu übertragen und wie schaffen wir das auf, sagen wir mal, uns Manager runterzubrechen, wenn wir natürlich hoffentlich nie in der Situation sein werden, dass uns jemand bespuckt und trotzdem in der Situation sein können, dass uns jemand so provoziert, dass wir nicht wissen, wohin mit uns und aus unserer Haut fahren wollen und das vielleicht nicht tun, sondern überlegt am nächsten Tag dann sehr, ja, sagen wir mal, emotional gut antworten zu können. Und das war so ein bisschen das, was wir getan haben. Wir haben geguckt, wohin die Antworten immer gingen, und die Antworten von Vladimir gingen immer, weil ich so fokussiert bin, weil ich so agil bin, weil ich so koordiniert bin und weil ich so ausdauernd bin. Und aus Fokus, Agility, Coordination und Endurance ist dann FACE geworden, also FACE geworden, und das große Ziel ist, sich den Herausforderungen zu stellen, wenn man eine sieht, und nicht einfach wegzurennen.
Das heißt, man erarbeitet in einer Gruppe, was ist das Ziel, was sind die Herausforderungen und wie kann man diese bewältigen.
Genau, also das ist, worauf du das münzt, die Herausforderung ist sozusagen egal, ob du das als für dich als Einzelperson, als Gruppe, als Team, als Unternehmen. Wir machen auch große Transformationsprozesse in großen Teams. Das ist eigentlich egal, weil die Methodik dahinter gleich ist. Die Challenge ist nur eine andere. Und natürlich werden auch die Methodiken ein bisschen angepasst, je nachdem, in welchem Kontext du dich befindest. Wichtig ist, dass es immer darum geht, dass die menschliche Transformation im Mittelpunkt steht, weil ansonsten wird es auch kein wirtschaftliches Wachstum geben im Unternehmen zum Beispiel.
Ja, ich fand das wahnsinnig spannend. Ich habe das angewendet auf mich, auf meine berufliche Situation, auf das, was ich machen möchte, und da ist am Ende Happy Immo bei rausgekommen. Also ich war schon an Happy Immo dran, aber es ist eben rausgekommen, dass ich das groß machen möchte, weil das mein Purpose ist und weil das auch das ist, was ich gut kann. Und wir haben uns die Challenges angeguckt, oder die eine, vor allem eine Challenge, die das Ganze zum Brechen bringen könnte. Und das hilft mir total, jeden Tag darauf zu achten, dass genau das nicht passiert. Ja, von daher war das wirklich eine ganz tolle Methode.
Das ist ja lustig, das wusste ich gar nicht, dass das deine Challenge war.
Cool. Ja, habt ihr mir sehr geholfen. Heute, oder jetzt seit einigen Monaten, konzentrierst du dich ja viel weniger auf Facebook. Was machst du denn jetzt? Du hast schon gesagt, mit dem Krieg, der in der Ukraine ausgebrochen ist, haben sich deine Arbeitsfelder, dein Fokus verändert.
Genau. Also ich konzentriere mich durchaus immer noch auch auf FaZe, aber in einem anderen Kontext, nämlich wie wir den Menschen drüben helfen können in der Ukraine. Das sind Hilfsmaßnahmen wie Rollatoren besorgen, jetzt gerade letzte Woche. Das sind aber auch deportierte Kinder. Also wie kriegen wir die Kinder zurück? Es geht um Lebensmittel rüberzubringen. Es geht darum, Pakete zu packen für die, die tatsächlich es nicht schaffen, an Lebensmittel zu kommen. Das sind ganz, das ist ganz mannigfaltig, was wir da tun mit We Are All Ukrainians, und es ist ein wahnsinnig tolles Team, was das ja alles ehrenamtlich macht. Also das ist schon beeindruckend, und da haben wir immer verschiedene Projekte, und dieses Projekt wird immer von einer Person sozusagen geleitet. Und was ich sozusagen als Overhead tue, ist zu gucken, Was wird da drüben tatsächlich an Bedarfen wirklich gebraucht? Und dann gehen wir rein und setzen das um.
Du hast es schon gesagt, ihr habt wahnsinnig viel bewegt. Ihr habt Rollatoren in die Ukraine gebracht, ihr habt Hilfspakete geschickt, ihr bewegt, ihr mobilisiert wahnsinnig viel mit der Deutschen Bahn. Wie kannst du denn Feierabend machen? Also das ist ja eigentlich ein 24-Stunden-Job. Ich stelle mir das so vor, dass du eigentlich niemals schlafen solltest, weil du so viel zu tun hast. Wie schaffst du das? Was machst du da? Was ist da dein Weg?
Das ist ein schwieriger Weg. Ich glaube, es ist auch der schwierigste Weg, den ich jetzt gerade gehen muss. Also ich versuche, mich von großen Gruppen, wenn ich nicht muss, sozusagen abzuschotten, weil es mir zu viel Input ist und den Input kann ich nicht mehr runterbrechen. Und es wollen ganz viele Menschen helfen und es ist total schwierig, dann das richtige Wording auch zu finden, um Nein oder um Ja zu sagen oder um nicht dann noch mal mindestens 10 neue Aufträge zu haben, die man dann checken muss, die man dann wahrscheinlich gar nicht hinbekommt. Das heißt, das Wichtigste ist, zu verstehen, wann muss man ja und wann muss man nein sagen. Das Wichtigste ist zu verstehen, dass wir alles Alltagstiere sind. Das heißt, auch wir gewöhnen uns an den Krieg. Auch ich gewöhne mich an die sehr dramatischen Bilder, an die sehr dramatischen Anrufe und muss es relativieren, damit ich dann auch in der Lage bin, tatsächlich zu helfen. Und auch ich brauche Schlaf. Aber es ist tatsächlich so, dass es mir manchmal sehr schwerfällt, Wenn ich doch weiß, dass es da drüben so schlimm ist, dass ich mir dann erlaube, trotzdem Ruhephasen zu finden. Und das tue ich ganz viel mit Fantasy-Romanen oder mit Rätseln, weil es mir ansonsten tatsächlich total schwerfällt abzuschalten.
Also einmal ganz raus, ne, in ganz anderes Mindset und versuchen da einzutauchen. Das kann ich mir vorstellen. Was würdest du sagen, wer uns jetzt zuhört, wie kann der, die helfen, euch unterstützen?
Also gerne auf LinkedIn folgen und immer wieder gucken. Wir haben mindestens 2 Aufrufe im Monat, die irgendwie für sozusagen jedermann und jederfrau ist. Soll heißen, es ist Netzwerk, die gefragt werden, es ist Reichweite, die gefragt werden, es ist darüber sprechen, was passiert und was gerecht und was ungerecht ist. Kinder gut aufklären, halt sagen, wenn man merkt, dass irgendjemand Quatsch erzählt. Also das sind die ganz einfachen Dinge, die es ganz, ganz wichtig machen, uns zu unterstützen tatsächlich. Und wenn jemand sagt, er hat irgendwie in der Woche 2 bis 4 Stunden Zeit und möchte gerne Projektleitung übernehmen, dann auch sehr gerne.
Okay, also ihr braucht Zeit, ihr braucht konkrete Güter oder konkrete Sachen, nach denen ihr aufruft bei euch bei LinkedIn. Also folgen wir euch alle. Und dann natürlich Awareness, also im Alltag schauen, dass niemand Quatsch erzählt. Wie verdienst du denn dein Geld im Moment? Wir sind ja hier ein Immobilien-Podcast oder ein Podcast, bei dem es auch um finanzielle Freiheit und um Finanzen geht. Ach so, nee, als Erstes noch die Frage: Uns hören viele Frauen, die Immobilien besitzen. Ja, was können die denn tun? Können die überhaupt was tun?
Ja, natürlich. Also wenn ihr Immobilien habt, dann guckt, wo ihr Immobilien anbieten könnt für die, die sich das gerade nicht leisten können. Aber das heißt nicht, dass man über seine Grenzen hinausgehen sollte. Es ist total wichtig, dass wenn man Immobilien hat und damit auch Ausgaben hat, dass man auf jeden Fall auch Geld damit verdient, dass nicht die Arbeit irgendwie umsonst ist, weil ansonsten macht das irgendwann auch keinen Spaß mehr. Aber wenn man die Möglichkeiten hat, bietet den Leuten, die es nicht können, eine Unterkunft an. Das wäre toll.
Und das ist dann nämlich jetzt genau der perfekte Übergang zu meiner nächsten Frage. Also du sagst es ja, übernehmt euch nicht, und ihr seid mit dem Ziel gestartet mit eurer Immobilie und ihr müsst das jetzt schon weiterverfolgen. Und wenn ihr damit gute tun könnt und die in meinem Zuhause schaffen könnt, dann macht das. Wenn es aber nicht geht, dann eben nicht. Wie macht ihr das denn? Wie verdient ihr denn Geld? Ihr müsst ja auch von irgendwas leben und ihr arbeitet jetzt eben nicht mehr, oder ihr arbeitet jetzt wahrscheinlich nicht mehr in einem wirtschaftlichen Unternehmen, sondern in einer gemeinnützigen GmbH. Hast du ja auch gegründet. Ich glaube, ihr habt sogar heute noch eine zweite gegründet. Wie finanziert ihr euch?
Also das eine ist, wie ich mich persönlich finanziere, das ist die eigentliche Frage, ne?
Das ist die eigentliche Frage.
Also ich bin immer noch Geschäftsführerin von Klitschko Ventures. Da verdiene ich nicht mehr die 100%, das kann ich nicht, weil ich nicht mehr 100% da arbeite. Aber da verdiene ich immer noch Geld, und zwar so viel, dass es genau reicht, um sozusagen gut zu leben. Ich habe sozusagen versprochen, dass ich ehrenamtlich bei We Are All Ukrainians arbeite, und das habe ich eingehalten, und das werde ich auch weiterhin tun. Die Herausforderung ist, wenn du ein NGO hast, dass du bei einem NGO ja auf Mitgliedsbeiträge entweder angewiesen bist oder auf Spenden. Und bei Spenden ist es so, dass die meisten zweckgebunden sind. Deswegen mobilisieren wir ja auch, weil wir ganz klar sagen, bitte spendet etwas, um Kinder zurückzuholen, bitte spendet etwas, um zu tun, um Pakete zu kaufen, um Essen zu besorgen und so weiter. Da ist es dann schon komisch. Ich verstehe große NGOs, dass sie Overheadkosten brauchen, aber da ist es dann schon für mich sehr komisch, wenn ich dann sage, okay, und 20, 30, 40 Prozent müssen dann aber bei uns bleiben, weil wir es organisiert haben. Das funktioniert für uns nicht. Das haben wir sozusagen versprochen. Wir haben eine neue NGO gegründet, um sozusagen das System ein bisschen besser anfassen zu können. Das heißt, große Unternehmen dazu zu bekommen, zu überlegen, wie sie wirklich sozialen Impact leisten können. Also das S in ESG. Das ist total individuell insofern, als dass das Unternehmen sagen kann, wir haben ja einen Purpose. Hoffentlich, und die haben auch einen Wunsch, strategisch zu arbeiten. Und wir haben immer wieder bei dm als Beispiel gesehen, dass dm ganz klar eine Zielgerade hat, nämlich Mütter und Kleinkinder zu empowern, zu enablen. Und deswegen haben sie, ich glaube, das ist aber schon vor 2 Monaten gewesen, 750.000 Produkte alleine für diese Zielgruppe an uns gespendet, damit wir sie drüben verteilen können. Wenn das kein Social Impact ist, dann weiß ich auch nicht. So, also das heißt, es geht schon darum, die Unternehmen sehr klar darin zu unterstützen, zu sagen, wo wollt ihr denn einen Impact leisten und wie könnt ihr das am besten erreichen? Weil die meisten, und das haben wir am Anfang so schön gesehen und gelernt, die meisten Wirtschaftsunternehmen wollen doch unterstützen und sie wollen helfen, sie wollen Solidarität zeigen. Nur die Frage ist, wie sie das am besten machen können. Und da wollen wir Antworten geben, weil ich glaube, dass das am Ende des Tages einen Mehrwert für die ganze Welt gibt und einfach als Vorbild zu fungieren das Wichtigste ist, gerade auch im wirtschaftlichen Bereich.
Wahnsinn, DM ganz tolles Vorbild und toll, dass ihr diese Initiative jetzt gegründet habt und da weiter vorangehen könnt. Wie ist denn, du siehst jetzt ja ziemlich viel, ne? Du hast Tausende, Millionen fast gesehen, die geflüchtet sind. Wie siehst du jetzt das Thema Eigentum?
Also ich glaube, das muss man einmal in zwei Ebenen sehen. Für mich als Person, die in Westberlin groß geworden ist und verstanden hat, dass das irgendwie unfair ist, was da passiert, ohne dass ich das verstanden hätte in Gänze als Kind, hatte immer den ganz großen Drang nach Freiheit. Und Immobilie oder Besitz hat immer etwas von Unfreiheit. Deswegen habe ich mich immer wahnsinnig schwergetan mit Immobilie. Ich persönlich habe mich aber auch vor einigen Monaten, ja mittlerweile Jahren, sozusagen dazu durchgerungen zu sagen, okay, ich brauche jetzt diesen Besitz für mich, weil ich dann auch auf was hinarbeiten kann, weil ich dann etwas besitze, das kann ich immer noch verkaufen und kann dann immer noch irgendwas Freiheitsliebendes machen im Zweifel, wenn ich das unbedingt brauche. Aber ich habe mich damit mit meiner Familie irgendwie sehr genau auseinandergesetzt. Weil es, weil es einfach Geld gab und wir einfach gut anlegen wollten, investieren wollten. Das ist sozusagen das eine, dass es jetzt Menschen gibt, die das nicht mehr haben, die haben aber auch alles sowieso verloren, da gibt ihnen auch niemand mehr was zurück. Und jetzt ehrlicherweise, in Bakhmut oder wo auch immer ein Haus zu haben, hat jetzt als Immobilie auch keinen Wert mehr, ne. So, deswegen ist es, heißt es aber nicht, dass man nicht investieren sollte, ne. So, das Deswegen sind es so unterschiedliche Ebenen, mit denen ich auch emotional für mich immer wieder Antworten finden muss, die, die manchmal Sinn und manchmal auch keinen Sinn machen. Also ja, auf jeden Fall investieren. Und Immobilien sind aus meiner Sicht auf jeden Fall etwas, was gut ist, weil es einem dann auch gehört, was man weitergeben kann, auch an seine Kinder, ne. So, das war mein Gedanke. Aber es ist in Bezug auf die Geflüchteten, die Hilfesuchenden ist das manchmal alles so irrelevant. Deswegen sage ich, es sind so ein paar Ebenen, die man da immer wieder bedenken muss.
Ja, das glaube ich dir sofort. Ich finde auch, dass wenn man mit dir so spricht oder wenn man generell darüber nachdenkt, dann wirkt einfach wirklich ganz schön viel, was wir hier so machen, total irrelevant. Und ich finde es sehr bewundernswert, dass du es schaffst, dann trotzdem daran zu denken, ich habe Familie und ich muss sie trotzdem absichern. Und da ist es eben, wie du sagst, dass Immobilien eine sehr gute Hilfe sind. Ich finde, dass Immobilien Immobilien ein E-Mobil machen. Ich weiß zwar genau, was du meinst, aber eine Immobilie, die dir gehört, mit der kannst du ja machen, was du willst, ne? Genau wie du es gesagt hast, du kannst sie verkaufen und kannst dann das Geld nehmen für irgendwas, was du vorhast, oder du kannst sie vermieten, oder du kannst eben auch bereitstellen, ja, für Leute, die sie gerade benötigen. Das finde ich ziemlich, ziemlich gut. Wie ist denn generell dein Verhältnis zu Geld und zu Finanzen?
Also Geld, habe ich gelernt, ist sehr relativ. Deswegen hat Geld für mich nicht die Machtposition wie bei vielen anderen. Ich hatte aber auch immer genug, um nicht Angst haben zu müssen, es nicht zu haben. Deswegen ist das natürlich auch noch mal so eine gesonderte Situation. Ich habe natürlich auch mit vielen Menschen gearbeitet, die sehr viel Geld haben, ne. Deswegen ist mir auch da aufgefallen, was die besonders macht, ist, dass auch bei denen Geld sehr relativ Den Impact in der Welt zu hinterlassen, das ist das, worum es im Eigentlichen und Wesentlichen geht. Und deswegen war mir, glaube ich, die Immobilie am Ende auch so wichtig, um einfach zu sagen, ich habe mich jetzt aber auch ein Stück weit abgesichert, weil die anderen haben alle ihr Geld und haben alles in trockenen Tüchern. Das ist bei mir jetzt nicht unbedingt so, und das wäre natürlich schon schön. Und es geht auch darum zu sagen, wir haben jetzt ein sicheres Zuhause in Anführungsstrichen. Also einen sicheren Hafen zu haben war dann für mich wichtig. Und wenn du dir anguckst, wie viele Mütter gerade, ich glaube, 35, also 2035 in Altersarmut leben werden. Ich glaube, jede dritte oder so. Da wird dir ja schlecht. Also sozusagen, es ist einfach schon so, dass wir in unserem Alter uns nicht darauf verlassen können, dass die Rente uns in Ansatzweise auch nur durchbringen wird, ne. Und es ist auch nicht unbedingt so, dass unsere Kinder uns dann durchbringen können. Das heißt, die Frage ist, wie schaffen wir es für uns ein gutes Gefühl zu haben, um sicher ins Alter zu kommen, und das sind nicht die Männer.
Also Stress an jeder Seite, also einmal eben der Krieg, dann die Altersvorsorge, um die wir uns auch kümmern müssen, das Geldverdienen jetzt gerade, und genau, es sind nicht die Männer. Also wir müssen irgendwie schauen, dass wir, jede Frau von uns, finanziell frei ist, auf eigenen Beinen steht. Eigentlich ist das Wort Female Empowerment, auch wenn ich das Wort nicht mag, weil das so, weil das heißt, dass wir erstmal in eine Power kommen müssen, und da sind wir Frauen ja im Prinzip, aber Es ist einfach wahnsinnig wichtig, dass wir uns um uns selbst auch erstmal kümmern und da irgendwie safe sind, um dann anderen helfen zu können.
Ja, und ich würde gerne sozusagen das Wort Stress— das kommt ja erst, wenn etwas nicht funktioniert. Also ja, es sind jetzt viele Themen, um die wir uns kümmern müssen, das ist für mich aber noch kein Stress. Für mich ist Stress, wenn wir uns nicht darum gekümmert haben und am Ende da sitzen und gar nichts haben. Und deswegen ist mein Punkt immer zu sagen, lass uns unbedingt gucken, wie wir jetzt schaffen, nicht unsere Schäfchen ins Trockene zu bekommen, davon rede ich nicht. Aber sehr klar für uns zu definieren, was ist unser Ziel, wenn wir alt sind, und was brauchen wir als Minimum, und um gut sozusagen durchzukommen, und was braucht es dann, um dieses Ziel zu erreichen. Und da geht es nicht darum zu sagen, wir brauchen alle Millionen. Kann sein, dass es Leute gibt, die das so brauchen. Da sind aber viele, viel weniger Frauen als Männer bei solcher, bei solchen Aussagen, aus meiner Perspektive, oder das, was ich so mitbekomme. Und es geht darum, jetzt dafür zu sorgen, dass wir das dann, dass dann kein Stress entsteht, und Das wäre mein Wunsch für uns Frauen, weil wir ganz oft dann sagen, nee, jetzt sind erstmal die Kinder dran, nee, jetzt ist erstmal der Mann dran, nee, jetzt ist erstmal das dran. Nee, wir sind immer am Anfang dran, weil wenn es uns nicht gut geht, haben wir am Ende total Stress mit allen anderen. Und dann haben die Männer das Gefühl, dass wir Stress machen, dann haben die Kinder das Gefühl, dass wir Stress machen, dann hat irgendjemand anders dafür das Gefühl. Und diese Selbstverantwortung von Anfang an sozusagen wieder zurück zu uns zu nehmen und zu sagen, als Erstes und Wichtigstes komme erst mal ich und ich versuche das aufzugleisen. Das heißt, ich muss jetzt so und so viel arbeiten, ich werde eine Lösung dafür bekommen und dann werde ich das vorschlagen und diskutieren. So, und es ist immer so ein bisschen vorher die Erwartungen schon auch einmal klarzuziehen und nicht hinterher zu jammern, sage ich jetzt mal provokativ.
Ich glaube, das ist das, was mich an dir so beeindruckt, dass du dir die Zeit nimmst, noch mal ganz kurz zu schauen, wie sieht es denn gerade aus, und dann erst loslegst. Also man hat das Gefühl, du machst wahnsinnig viel, aber noch dazu machst du vorher eine kurze Pause und guckst dir das an und überlegst dir den Weg. Und das mache ich zum Beispiel viel zu selten und ganz viele andere auch, ne, einfach dieses Zeitnehmen, noch mal kurz beobachten, ist das der richtige Weg und was muss ich tun, um dahin zu kommen. Das sind ja auch ein paar Stunden, die man da manchmal noch mal investieren muss, von denen man denkt, nee, die spare ich mir jetzt lieber, ich starte jetzt schnell durch. Und das finde ich so toll an dir, weil du dann so überlegt an die Sachen rangehst.
Ja, das ist schon das, was wir meinen mit Face the Challenge. Also in dem Moment, wo du merkst, dass das Bauchgefühl Gefühl dir sagt, ich kümmere mich gerade nicht drum und ich schiebe es vor mich her. Das darf nicht passieren. Genau in dem Moment muss man eigentlich alles fallen lassen, sich einen guten Kaffee holen, entweder in einem Café, wenn das, wenn zu viel drumherum zu Hause ist, weil man dann wieder abgelenkt ist von der Spülmaschine, Waschmaschine oder was auch immer, und dann wirklich sich einmal die Zeit nehmen, um für sich zu schauen, was brauche ich jetzt gerade, um dahin zukommen? Welche Gespräche muss ich führen? Wer ist ein Vorbild? Wem muss ich folgen? Was sind die einfachen 3 Schritte, die ich im ersten Schritt machen kann, um das Gefühl zu haben, ich gehe das Thema schon mal an?
Ganz toll, Tatjana, damit hast du mir schon meine nächste und letzte Frage vorausgenommen. Ich frage nämlich am Schluss immer: Was sind deine 3 Tipps für alle Zuhörerinnen?
Also ich glaube, das Wichtigste ist, sich selbst treu zu bleiben und damit geht einher, immer klare Ziele oder Challenges für sich zu haben und die dann mit seinem Umfeld zu teilen, damit der Rest auch sozusagen mitarbeiten darf und damit man die mitnehmen kann. Weil man braucht die Kinder, man braucht den Partner, man braucht das Team. Aber es ist total wichtig, erstmal für sich total klar zu sein und dann diese Ziele mit den anderen zu challengen und zu formulieren und dann am Ende Challenges zulassen, weil irgendjemand wird immer unzufrieden sein oder unglücklich oder die Erwartungen sind nicht erfüllt oder was auch immer und damit dann klar zu werden und dann zu sagen, so, dann lass uns jetzt mal eine Lösung formulieren, wie es für uns beide funktioniert.
Wahnsinn, also bleibt euch selbst treu, findet euch, setzt euch klare Ziele und klare Challenges und teilt diese dann auch, damit euer Umfeld euch dort auch hintragen kann und euch die Challenge auch spiegeln kann und zeigen kann, wo sie vielleicht doch einen Haken hat und noch besser werden kann. Und wahrscheinlich, wenn das dann nicht klappt, fängt man wieder bei 1 an, ne, findet sich wieder selbst, setzt sich Ziele und so weiter. Immer wieder, immer wieder, never ending. Tatjana, Wahnsinn, vielen Dank für das Gespräch! Willst du noch irgendwas dazu sagen, oder haben wir alles besprochen?
Ich glaube, wir haben alles besprochen.
Dann wünsche ich dir noch einen wunderschönen Tag.
Den wünsche ich dir auch.
Bis bald! Tschüss!
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