Let's Talk Kunst und Raum mit Anne und Johanna - Gründerinnen der Galerie OFFICE IMPART
16 Jun 2022 · 22 min
Anne Schwanz and Johanna Neuschäfer left the traditional gallery model after a decade at Berlin's Eigen+Art to start Office Impart, a platform blending physical and digital exhibitions. They position artists as partners, run masterclasses like "How to Live with Art," and use unconventional spaces including residential stairwells to make art more accessible.
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Willkommen beim Happy Immo Podcast. Heute wird es kreativ, wir sprechen über Kunst, Kultur und natürlich Immobilien. Zwei spannende Frauen, die mich mit ihrer Begeisterung für Kunst total angesteckt haben, Anne Schwanz und Johanna Neuschäfer, sind bei uns zu Gast. Anne und Johanna, ihr habt beide Kunst und Kunstgeschichte studiert. Ihr habt dann in einer der bedeutendsten deutschen Galerien gearbeitet, Eigen+Art, und zwar sehr lange. Und dann habt ihr noch Office Impact gegründet.
Ja, also das stimmt. Anne und ich, wir haben uns beide kennengelernt bei Eigen+Art. Das war für uns beide der erste Job. Wir kamen beide aus dem Studium direkt. Ich hatte Kunstgeschichte und VWL studiert. Anne ist diejenige, die Kunst auch studiert hat neben Kunstgeschichte. Und dort bei Eigen+Art haben wir sehr lange gearbeitet und auch über 10 Jahre zusammengearbeitet. Anne, du warst viel noch länger da als ich.
Genau, ich war fast 14 Jahre dort.
Genau, und wir haben dort die letzten 3 Jahre bis 2017 einen Projektraum für Eigen+Art geleitet, das Eigen+Art Lab, und dort haben wir zum ersten Mal auch wirklich so zu zweit zusammengearbeitet und Ideen entwickelt und auch Visionen entwickelt. Und vielleicht, was kannst du dazu noch ein bisschen was dazu sagen?
Genau, also das Eigen+Art Lab war wirklich so der Experimentierraum, das Labor für die Galerie, Galerie damals, um so die Fragen zu stellen, was kann Galerie in der Zukunft sein, und das hat uns dann natürlich irgendwann sehr motiviert, dasselbe dann auszuprobieren für uns, und nachdem wir das 3 Jahre gemacht haben, war dann für uns der Schritt in die Selbstständigkeit irgendwie am naheliegendsten, und dann haben wir irgendwann, nachdem wir sozusagen raus waren aus der Galerie, uns zusammengesetzt und haben uns wirklich gefragt, was wollen wir eigentlich machen, wer sind wir und was ist sozusagen unsere Vision von dem Ganzen, was für eine Aufgabe sehen wir, in diesem Kunstmarkt für uns. Und dann war für uns relativ schnell klar, dass wir Galeristinnen sind und dass wir an diesen Beruf wirklich glauben und dass wir aber die Strukturen, die sozusagen langläufig gerade so selbstverständlich sind, wir die einfach hinterfragen und für uns einfach klar ist, wir möchten als Galeristinnen arbeiten, aber nicht unbedingt in den Strukturen, die so selbstverständlich sind.
Und was hat euch an diesen alten Strukturen nicht so gut gefallen und was ändert ihr jetzt bei Office in Part, heißt euer Startup?
Also für uns war, glaube ich, oder ist es auch immer noch ganz klar, dass Digitalisierung Digitalisierung und Globalisierung wirklich mind-changing sind, also dass es auch nicht nur heißt, wir haben jetzt alle irgendwie ein iPhone und wir arbeiten mit Instagram, sondern das heißt wirklich, dass es grundsätzlich etwas an unseren Verhaltensweisen ändert, und das wollten wir einfach spiegeln auf die Struktur unseres Unternehmens, und das ist etwas, was in der Galerieszene noch einen Weg geht, sag ich mal.
Und wie seid ihr innovativer, Johanna, als jetzt die normalen Galerien?
Ja, also es gibt bestimmt so einige Dinge, die wir sehr klassisch auch machen. Wir haben ja Künstler:innen, mit denen wir arbeiten. Wir bauen deren Karrieren mit auf, wir begleiten die auf ihrem Weg. Und das ist natürlich etwas, was der Galeristenberuf generell immer schon hat oder in sich hat. Und daran glauben wir auch, an die Arbeit mit den Künstler:innen. Aber natürlich merken wir, dass es eine große Hemmschwelle gibt, in die Kunstwelt auf der anderen Seite zu kommen, dass man teilweise auch nicht versteht, was es bedeutet, in eine Galerie zu gehen, was es bedeutet, sich mit Kunst zu umgeben. Und da wollen wir viel, viel offener sein. Und da bauen wir Formate, die wir glauben, die einfach zugänglicher sind.
Also wir sehen uns, glaube ich, mehr als ein multidisziplinärer Raum, weil uns geht es ganz stark um Vermittlung, aber Vermittlung auf ganz vielen Ebenen. Und das kann analog sein, das kann aber auch digital sein. Wir haben viele Digitalformate und versuchen das gar nicht mehr so zu trennen zwischen dem einen und dem anderen, sondern versuchen wirklich über die Inhalte zu sprechen und gucken, was die beste Möglichkeit da sein kann.
Das begeistert mich auch. Als ich bei euch war, wir haben uns ja über die Maru Wienecke kennengelernt, und dann war ich zum ersten Mal bei euch in dem Space, was ihr immer noch habt, glaube ich. Und ich fand es total interessant, dass ihr das so vermischt, dass ihr auch Führungen macht, die digital sind, aber auch im Raum seid. Und ich war erst mal so verwirrt und ich dachte: Wow, was ist das für ein neues Konzept? Man vermischt physische und digitale Räume. Und da sind wir auch schon beim Thema Immobilie. Wie denkt man heute die Galerie neu? Was hat es auf sich mit dieser Vermischung von physisch und digital und wie wirkt das auf Menschen?
Also diese Raumfrage war für uns die entscheidende am Anfang, weil wir, als wir gestartet sind, auch gesagt haben, wir fangen erst mal ohne Raum an. Wir entziehen uns sozusagen den größten Pfeiler, den eigentlich eine Galerie ausmacht, weil klassisch würde man Galerie definieren, du hast einen Raum, du machst in regelmäßigen Abständen Ausstellungen und hast einen festen Künstlerstamm und wir haben gesagt, okay, den Raum entziehen wir uns erst mal und gucken halt, wie wir und wo wir Ausstellungen machen möchten, und das muss gar nicht unser eigener sein. Und so sind wir gestartet damals, haben jetzt diesen tollen Raum, unser Büro und auch Präsentationsraum in Moabit, und glauben aber auch da, das ist nicht unser Anker sozusagen, sondern wir glauben wirklich an den Vermittlungsraum, also schon eher an etwas Virtuelles.
Das heißt, der physische und der digitale Raum sind Vermittlungsräume für euch, um was zu vermitteln?
Ich glaube eigentlich tatsächlich die Kreativität der Künstler, also die Vision der Künstler, die Haltung der Künstler:innen, die sie in ihrer Arbeit mit vereinbaren, und natürlich auch diese Wertigkeit von Kunst und Kultur für eine Gesellschaft. Also dass das auch Werte sind, die vielleicht auch gar keine Preise zwingend haben, sondern ja irgendwas mit einem machen und einen bereichern mit Dingen, die vielleicht man in der eigenen in der Karriere oder in dem eigenen Sein gar nicht so hat. Und diese Vision, ich glaube, das ist diese Vermittlung der Ideen von den Künstlern, die man weitergibt, und die Wertigkeit dazu.
Was auch spannend ist, ist, ihr begleitet die Künstler nicht unbedingt genauso wie eine Galerie, wenn ich es richtig verstanden habe. Ihr habt vielleicht nicht so ganz feste Verträge mit den Künstlern. Vielleicht könntet ihr das auch erläutern, wie ihr mit Künstlern heute arbeitet.
Also wir versuchen dieses Wort, was langläufig gebraucht wird, dieses Repräsentieren von Künstlern, Das ist nicht in unserem Wortschatz geläufig, sondern wir sprechen eher darüber, dass die Künstler unsere Partner sind und wir uns auf Augenhöhe treffen. Wir haben aber Vereinbarungen mit den Künstlern, die auch schriftlich sind, wie wir zusammenarbeiten wollen, was ganz für uns normal ist. Da steht genau das drin, wie wir zusammenarbeiten, und das ist für beide Seiten irgendwie eine gute Balance. Und es gibt Künstler, die wir sehr eng begleiten, also mit denen wir fast täglich telefonieren und die wir wirklich auch in Ausstellungsprojekten, die sozusagen nichts mit uns zu tun haben oder die in anderen Häusern sind, begleiten und mit denen wir sehr viel über die inhaltliche, auch über die Weiterentwicklung der arbeiten, sprechen, also wie jede andere Galerie auch, und mit manchen Künstlern machen wir nur Einzelprojekte oder nur mal in speziellen Zusammenhängen halten wir Rücksprache.
Das ist total cool, weil es ist der Spirit der Zeit, diese Collaboration, etwas zusammen machen. Ich freue mich auch, wenn wir auch mal irgendwann kollaborieren, weil ich will auch Räume neu denken, und ich finde zum Beispiel Treppenhäuser von Wohnimmobilien total langweilig. Das ist nur ein Raum, wo man durchgeht, Aber die kann man eigentlich als Vermittlungsort auch nutzen irgendwie, ne?
Genau, also es gibt ganz viele spannende Räume, die einfach noch nicht wirklich besetzt sind und wo man wirklich auch drüber nachdenken kann. Das muss natürlich immer mit den Künstlern und den Arbeiten funktionieren und das ist ein Weg und da braucht es, wie gesagt, das ist unsere Rolle, es braucht einfach die Mittler, weil wir wirklich daran glauben, dass also die Künstler einfach jemand brauchen, der für sie spricht. Dann auch oft, und um sozusagen die beiden Seiten dann so zusammenzubringen.
Ja, das ist total richtig, ist interessant, weil wir versuchen auch bei uns im Mehrfamilienhaus was auszustellen, und dann müssen wir auch immer mit dem Künstler oder Künstlerin und mit den Mietern kommunizieren, weil nicht jedes Kunstwerk kommt gut an, vor allem in einem Wohnhaus, wo du es jeden Tag siehst, kannst du dir jetzt irgendwas Grausames nicht wirklich antun wollen.
Ja, ich glaube, das ist auch häufig so, dass man sich erst mal mit Kunst auseinandersetzen muss oder kann. Und das Spannende ist ja, dass man oft Kunst sieht, die man vielleicht gerade zeitgenössische Kunst, die man vielleicht am Anfang nicht ganz sofort versteht. Und dieser Vermittlungsmoment, der ist eben total entscheidend, weil häufig natürlich auch Thematiken angesprochen werden in diesen Kunstwerken oder mit diesen Kunstwerken, die man selber auch erlebt hat oder die man selber auch so empfindet. Und erst dann öffnet sich ja diese Ebene, dass man sagt, das ist ein Mehrwert, der mir als Betrachter plötzlich etwas gibt, was ich vielleicht auch gar nicht in Worte fassen kann. Und dann fängt es ja an, dass die Kunst kurbelt und die Kunst was mit dir macht. Und genau da ist wieder, das hat Anne gerade auch noch mal gesagt, da ist halt diese Person dazwischen, die vielleicht auch diese Geschichten nicht erzählt, aber doch erzählt oder so anditscht, dass die so kommen. Da ganz wichtig. Und ich glaube, das geht auch, wenn man, sagen wir mal so, mit Treppenhäusern spricht oder mit den Bewohnern, die dort leben. Da gibt es so Momente, die muss man schaffen, damit genau dieser Spirit dann auch entfaltet wird häufig.
Ja, total. Jetzt habe ich zwei kreative Köpfe hier und ich habe euch nicht gesagt, dass ich euch diese Frage stelle, aber ich finde, Kreativität bringt Innovation. Und deswegen wollte ich euch fragen: Bei Happy Immo wollen wir Frauen dafür begeistern, in Wohnimmobilien zu investieren, die erste Wohnung oder vielleicht mal ein kleines Mehrfamilienhaus. Wie kann man das mit Kunst verbinden, mit der Kreativität?
Also wir glauben per se auch, dass Kreativität der Grundpfeiler für alle Entwicklung ist und Innovation und wir sozusagen, das natürlich von den Künstlern getrieben ist. Und ich glaube, also das ist so unsere Erfahrung, Leute, die sich damit auseinandersetzen, die selber Gründer sind, die selber Immobilien kaufen, also die sozusagen selber nach vorne denken und sich entwickeln, die haben ein großes Verständnis für Kunst und die lassen sich auch total gerne darauf ein und entdecken gerne was Neues und merken dann, wenn sie erst mal sozusagen da so reinswitchen, wie toll das ist und was oder wie das ihr Leben auch noch mal bereichert. Und das geht relativ schnell dann, dass sie eben auch nicht nur ein Poster an der Wand haben möchten, sondern eben dann sich mit den Künstlern auseinandersetzen wollen, die auch mal einladen, dass die Gespräche, die dann sozusagen passieren, auch mit den Persönlichkeiten der Künstler und so, und das, also ich glaube, dass das total zusammen funktioniert.
Ich glaube auch, dass es dieses Sich-Trauen, sich trauen, etwas zu machen, was man vielleicht am Ende, am Anfang nicht versteht, oder was man nicht weiß, wo es hingeht. Und das ist ja das, was Künstler auch machen oder häufig auch mit ihren Arbeiten ausdrücken, weil eben man versteht nicht zwingend sofort den ganzen Inhalt von künstlerischen Arbeiten, die man vor sich sieht. Und das bedeutet, man erahnt es, oder man wird getriggert, und Und man traut sich dann zu sagen: Ich habe es zwar, es gefällt mir, ich verstehe das irgendwie und ich verstehe auch die Reibung. Ich mache das jetzt. Und ich glaube, das ist eben genau diese Hemmschwelle, die man machen muss oder die man haben muss, um zu sagen: Ich mache jetzt was, das klingt verrückt und ich kaufe mir jetzt ein Haus oder ich kaufe mir jetzt eine Wohnung oder ich traue mich jetzt, ein Projekt anzugehen, wo ich den Ausgang noch nicht weiß. Und da ist genau das, was Anne, glaube ich, auch gerade schon gesagt hat. Dieses: Ich verstehe es nicht hundertprozentig.
Dieser Mut zum Probieren, glaube ich einfach.
Das finde ich auch, die Kreativität gibt auch teilweise Mut, aber die Kreativität gibt ja keinen Endpunkt, es gibt kein Ergebnis, und ich glaube, bei vielen Menschen, wenn du nicht weißt, was kommt, hast du eigentlich nur Angst, und eigentlich ist wichtig, sich zu trauen und diesem Prozess, und das ist dieser künstlerische Prozess, dem zu trauen, ja. Ich weiß, dass viele Leute sich vielleicht neben Poster auch Bilder kaufen, aber viele haben so eine Schwelle, weil das so ein elitäres Produkt ist irgendwie, ne? Alle denken, oh, Kunst ist so teuer, und das finde ich interessant an euch, dass ihr das Thema Kunst nicht so elitär darstellt und viel nahbarer. Würdet ihr jungen Menschen empfehlen, in Kunst zu investieren?
Also wir würden auf jeden Fall empfehlen, Kunst zu kaufen, mit Kunst zu leben. Und ob das eine Investition ist am Ende, das hängt von sehr, sehr vielen Faktoren ab. Aber das Wichtigste ist tatsächlich, dass man sich traut, sich Kreativität ins Haus zu holen, sich Visionen von anderen ins Haus zu holen, die man teilt. Und dann kann Kunst eben mehr sein als eine klassische Investition. Und natürlich gibt es gewisse Bewertungsgrundlagen, wo man vielleicht Kunst kauft. Das ist etwas, was wir auch gerne sagen, also dass man sich Expertinnen dazu holt, die vielleicht schon vorselektiert haben, die sich auskennen, die einem helfen, diesen Weg auch zu gehen und eben dann auch diese Angst zu verlieren, mit der Kunst zu leben, dass die so ein steriles Objekt bleibt, sondern damit lebt man, es gehört dazu und damit wächst man auch. Und man hat auch manchmal unterschiedliche Haltungen.
Wir haben gerade eine Masterclass gelauncht, wo es genau darum geht. Die heißt How to Live with Art und geht eben genau darum, erst mal rauszukriegen, Warum möchte ich eigentlich mit Kunst leben? Was ist der Mehrwert? Wo finde ich Kunst? Wo informiere ich mich darum? Wie funktioniert der Kunstmarkt? Das war gerade gestern unsere Folge und dann geht es so weiter vom Buying to Hanging. Also was passiert denn, wenn ich dieses Kunstwerk gekauft habe? Wie kriege ich das nach Hause? Wie kriege ich es an die Wand? Und dann geht es so weiter. Auch die letzten Folgen gehen dann um Visionen und welche Künstler wir gerade so im Blick haben und wie es weitergeht. Und genau, da merken wir einfach, dass es total Spaß macht, wirklich mit Jungen Leuten, mit Leuten, die anfangen, sich für Kunst zu interessieren, zu sprechen. Es gibt danach bei uns immer so ein Get-together, wo man dann einfach noch mal, wo auch alle untereinander noch mal so sich austauschen und sprechen, und das ist ein absoluter Bedarf, und das macht total Spaß, da so reinzutauchen gerade.
Das finde ich total richtig, was ihr sagt. Für mich ist Kunst, weil das ist auch eine meiner Hauptleidenschaften, für mich ist Kunst etwas, was ich nicht nur zu Hause aufhänge, sondern es ist mehr, es gibt mir Inspiration, Es ist auch teilweise eine Investition. Die meisten Künstler, die ich gekauft habe, sind inzwischen viel, viel weiter. Und da gibt es für mich auch so im Vergleich zu Immobilien Gemeinsamkeiten, weil für mich ist eine Immobilie auch mehr als eine Investition. Ich versuche, aus einer Immobilie mehr zu entwickeln, sei es ein Kreativhaus oder sei es, dass ich an alleinerziehende Mütter teilweise vermiete. Es ist etwas, wo meine Seele mitlebt, und dieses Objekt entwickelt sich auch weiter mit mir und mit meinen Interessen. Und da wir jetzt schon wieder bei der Immobilie sind, investiert ihr in Immobilien, oder in was investiert ihr?
Also ich habe in Immobilien investiert. Ich hatte das Glück, die Wohnung zu kaufen, in der ich wohnte damals, weil sich die Gemeinschaft auflöste, und habe dann gleich zugeschlagen und habe meine Wohnung gekauft und noch die nebenan. Und bin total happy, dass ich jetzt nur Kredit abzahlen muss und irgendwann ist es meine.
Toll. In welchem Stadtteil?
In Mitte.
Oh super. In welchem Jahr hast du gekauft?
Das war, Johanna, das war, das ist jetzt glaube ich 10 Jahre her. 10 Jahre, vor 10 Jahren. Also ich gehöre zu den Glücklichen, die noch in einem guten Zeitrahmen gekauft haben.
Aber das war auch nicht so eine einfache Zeit, weil es war ungefähr die Finanzkrise, wenn ich das so, ja. Das heißt, du hast einen sehr, sehr mutigen Schritt gemacht in einer schwierigen Zeit. Das stimmt.
Es hat sich für mich dann, also es war für mich sehr, sehr aufregend, weil genau dieses Kreditaufnehmen war für mich etwas, wo ich dachte, boah, wie kriege ich das hin? Habe ganz viel mit meiner Mutter telefoniert, weil meine Mutter hat mich da immer sehr unterstützt. Ich habe viel mit ihr mich darüber ausgetauscht, weil man natürlich sich alle Szenarien so ausmalt, was passieren könnte, wenn man nicht den Kredit bedienen kann. Und letztendlich muss ich sagen, nach der ersten Rate denkt man überhaupt nicht mehr drüber nach und das fließt so durch.
Anne, genauso ist es. Nach der ersten Rate denkt man gar nicht mehr darüber nach und Das habe ich noch von keiner Frau gehört, die hier bei uns im Podcast war. Total guter Gedanke, das müssen wir wirklich beibehalten und damit werben, weil bei mir war es genauso. Also ich bekomme die Miete, ich zahle die Rate und that's it.
Genau, ich glaube, das ist tatsächlich auch etwas, was wir merken mit Office in Part. Also wir haben ja auch gestartet, ohne dass wir wirklich groß Investitionen in die Firma reingesteckt haben. Und wir total viel beim Learning by Doing gemacht haben und man häufig versuchen müsste, nicht so viel nachzudenken und einfach zu machen. Und das ist meistens eigentlich der beste Rat, den man so geben kann, glaube ich. Einfach starten. Und ich glaube, das ist bei Happy Immo ja im Endeffekt auch genau das, was ihr machen wollt oder das, was ihr tut.
Auf jeden Fall.
Mädels, startet und versucht es einfach aus, weil es kommt schon irgendwas Gutes dabei raus.
Jump! Ich bin mehr die, die über die Risiken nachdenkt, leider. Aber, und ich mache mir sehr viele Gedanken, aber da kommt die Anna Is und sagt jump und just do it und dann machen wir das. Genau. Und wie ist es bei dir, Johanna? Hast du auch investiert?
Noch in keine Immobilie, aber Anna und ich haben tatsächlich natürlich auch gestartet, in Kunst zu investieren. Und wir investieren ja eigentlich in die Künstlerinnen jeden Tag, mit denen wir arbeiten. Aber ab und zu, wenn das die Finanzen zulassen, dann bleibt auch mal was bei uns. Und das ist natürlich auch ein Invest, den wir sehen in die Künstler, aber auch so, dass man schaut, dass das vielleicht auch für die Wertigkeit von der Firma irgendwie auch eine entscheidende Rolle spielen kann.
Würdet ihr darüber nachdenken, auch an einem Ort eine Immobilie zu kaufen, die ihr als Galerie nutzen würdet?
Also da haben wir ehrlich gesagt vor einem halben Jahr, wir gehen zweimal im Jahr oder dreimal im Jahr immer zu so einer kleinen Austauschwoche und sind dann auf dem Land und denken darüber nach, was unsere Dreams sind. Und das war einer unserer Dreams. Ja, wir hätten gerne eine Immobilie, wo wir so verschiedene, diese Gedankenräume oder dieses Multidisziplinäre, was wir, wie wir unsere Firma so sehen, gerne auch räumlich irgendwie so darstellen würden irgendwann. Und das wird schon passieren, glaube ich. Bis jetzt haben wir, entwickeln wir uns so Step by Step und irgendwann hätten wir gerne auch eine Immobilie dazu.
Ja, super. Ich habe da eine Idee für euch, aber es ist nicht spruchreif. Ich bereite gerade was vor und ich wollte mit euch darüber sprechen. Weil ich auch so eine Vision habe, wie ich die Kreativität weiter ausbaue und vielleicht kann man da zusammenarbeiten.
Ja, lass uns auf jeden Fall gerne nochmal sprechen.
Gerade sind wir total happy, weil wir haben auch investiert. Das sind zwar nur unsere Mieträume, aber wir sind seit Januar, haben wir das große Glück, den ganzen Raum zu haben. Also es war vorher so geteilt und wir haben jetzt den ganzen Raum und haben aber da auch umgebaut und haben den Raum vergrößert und schöner gemacht und haben jetzt, jetzt müsst ihr alle vorbeikommen und euch das anschauen, weil es Einfach für uns echt auch da schon der erste Next Step ist, einfach um die Kunst noch besser zu zeigen und auch wie wir eigentlich arbeiten wollen, zwischen der Kunst zu sein, zu leben, mit der Kunst. Und es ist nicht so getrennt, White Space und da sind die Büros, sondern es geht so alles ineinander über und wir fühlen uns total wohl.
Ich glaube, das ist vielleicht auch noch mal was, was total wichtig ist. Dieser Raum und dieser Ort. Orte spielen schon eine Rolle, die haben eine Aura. Also das ist, glaube ich, auch immer etwas, was man total sofort merkt. Man geht in einen Raum, man fühlt sich wohl oder man hat einen Ort, man fühlt sich wohl und wir fühlen uns total wohl zurzeit in diesem Ort, wo wir arbeiten und sitzen, und ich glaube, jeder, der kommt zu uns, merkt das auch und das beschwingt einen natürlich auch dann, sich für die Kunst zu öffnen.
Ich kriege Gänsehaut, wenn du das erzählst, weil Anna-Iss und ich haben uns auch total wohl gefühlt bei euch. Wir waren bei dem AUXO-Dinner, wo Gesa und Tine gefeiert haben ihren Erfolg, dass sie den ersten ersten Frauen-VC-Fonds gestartet haben. Und Johanna, du hast so toll gekocht, also das kann sich kein Mensch vorstellen, wie kann eine Person für 40, 50 Leute ein Dinner vorbereiten und so, so toll, und alle haben sich wohlgefühlt, und ich glaube, keiner wollte gehen.
Aber genau das wollen wir schaffen, genau diesen Ort, und diesen Ort, um dann auch Kunst zu vermitteln, und ich glaube, dass Das macht uns auch so Spaß und deswegen machen wir das, was wir machen, weil wir Freude dran haben.
Ja, super. Ich freue mich auch, wenn wir mehr Frauen dafür begeistern, dass sie aus ihren Immobilien auch mehr machen können. Ich glaube, das habt ihr top vermittelt hier. Und zum Schluss möchte ich euch fragen, was würdet ihr sagen, was ist eure Vision für euch zwei, aber auch für uns Frauen? Und vielleicht in Bezug auf Immobilien.
Also ich glaube, die Vision für uns ist, dass wir wirklich weiter wachsen, unsere Ideen umsetzen können, dass wir so multidisziplinär bleiben und auch die verschiedensten Projekte, die uns begeistern, einfach machen können. Wir wollen weiter mit so tollen Künstlern arbeiten und mit denen zusammenwachsen, mit einem Team arbeiten, was uns auch jetzt schon unterstützt. Das macht total Spaß und da können wir uns noch ganz viel vorstellen, glaube ich.
Also was ich auch noch ergänzen kann, ist tatsächlich diese Zusammenarbeit als als Team, als Zweierteam, als Staat, als Geschäftsführerin zusammen, dass wir es schaffen, da weiterhin auch uns gegenseitig dieses Pingpong zu spielen, dass wir diese Kreativität und die Visionen uns gegenseitig auch so rausprügeln. Rausprügeln klingt jetzt wieder so hart, aber natürlich, wir sind sehr unterschiedlich und wir inspirieren uns total und daran wächst auch unsere Firma und das ist auch etwas, was wir als Wert schätzen und auch uns dabei hilft.
Ja, das ist total, was wir auch vermitteln möchten an andere Frauen, dass sie sich trauen, zusammen was zu machen. Anaïs und ich sind auch sehr unterschiedlich, aber genau das ist diese Bereicherung, wenn man Respekt für die Meinung der anderen Person hat, dann kann es immer besser werden, kreativer, innovativer und inspirierender. Ich danke euch, dass ihr da wart. Ich gehe nach Hause total inspiriert jetzt. Und ich hoffe, wir konnten auch andere Frauen dazu bewegen, aus dem, was sie machen, noch mehr zu machen und sich gegenseitig zu bereichern. Lieben Dank.
Danke, Maja.
Dankeschön.
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