Let’s Talk Mental Health mit Janina und Marina von Clay
19 May 2022 · 21 min
Janina and Marina founded Clay, a mental health training club combining personalized plans, community, and weekly classes with psychologists to prevent depression, anxiety, and burnout. They raised venture capital from mostly male investors and noticed men prefer anonymous classes, while discussing gender gaps in both fundraising and mental health awareness.
Chapters
Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Janina und Marina, ich freue mich total, dass ihr hier seid.
Ja, wir freuen uns auch sehr, hier zu sein.
Kann ich nur bestätigen, ich freue mich auch sehr, hier zu sein heute.
Wir erzählen bei uns im Podcast die Geschichten von Frauen, die sich trauen, und deshalb seid ihr prädestiniert, hier unsere Gäste zu sein. Ihr habt euch was getraut, erzählt mal.
Ja, wir haben uns getraut zu gründen, tatsächlich. Wir haben im letzten Jahr unser Unternehmen Clay gegründet, was dein erster Mental-Health-Training-Club ist, und wir bauen eine Plattform für alle, die präventiv an ihrer mentalen Gesundheit arbeiten möchten. Und wir bieten personalisierte Trainingspläne an für depressive Stimmung, Ängste, aber auch Beziehungsprobleme, und haben gleichzeitig, deswegen nennen wir uns auch Club, auch eine Community. Wir Lina, vielleicht kannst du dazu noch mal was sagen.
Ja, also die Vision von Clay ist wirklich, dass wir der erste Fitnessclub für deine Psyche werden. Also wir sind einfach fest davon überzeugt, dass es in 3, 4 Jahren so sein wird, genauso wie man ins Fitnessstudio geht und seine 20 € im Monat für ein Fitnessabo oder eine Yoga-App ausgibt, wird man auch in seine mentale Gesundheit investieren und wirklich seine App haben, um seine Psyche zu trainieren. Und deshalb sagen wir auch, neben den personalisierten Plänen, die wir dir für deine Psyche generieren, ist es so wichtig, dass du dich mit anderen austauschst, dass du dich mit Gleichgesinnten connectest, über deine Themen sprichst. Sei es depressive Episoden, Antriebslosigkeit, aber auch so Themen wie Beziehungsprobleme oder Trennung. Es hilft einfach immer total, mit anderen drüber zu sprechen und natürlich auch da den ein oder anderen smarten Tipp von einer Psychologin zu bekommen.
Das glaube ich sofort. Bei uns im Club ist das ja genau das Gleiche. Wir wollen auch, dass die Frauen sich austauschen über ihre Investments und sich gegenseitig Mut machen und eben helfen. Warum glaubt ihr denn, dass Mental Health so wichtig ist? Oder umgekehrt, wie, die ganzen Leute im Moment haben ja noch nicht dieses Fitnessstudio-Abo für, also sie haben ein Fitnessstudio-Abo, aber sie haben das nicht für Mental Health. Wie haben die denn bisher überlebt?
Ja, an der Stelle würde ich eigentlich ganz gerne auch so ein bisschen auf unsere Gründungsgeschichte eingehen oder was letztendlich der Grund dafür, warum wir KLEI gegründet haben. Wir waren eigentlich immer vor allem in unseren stressigen Jobs davor auf der Suche nach einer Lösung, wo wir wirklich interessante Tipps von einer Psychologin aus der Psychotherapie erhalten. Es gibt natürlich unzählige Meditations-Apps, die einem helfen runterzukommen. Gleichzeitig gibt es super viele Online-Therapieangebote, die quasi eher medizinisch sind, wofür man vorher zum Arzt gehen muss, sich das Programm verschreiben lassen muss, sprich die Eintrittsbarriere einfach super hoch ist. Wir haben uns immer gefragt, okay, Wie kann es eigentlich sein, dass Freundinnen von uns, die selbst mal eine Therapie gemacht haben, uns eigentlich die besten Tipps für unseren Alltag geben können? Weil die hatten quasi das spannende Wissen, was eigentlich jedem total weiterhilft. Und das war genau der Ansatz, weshalb wir gesagt haben, okay, wir müssen ein Produkt schaffen oder eine Plattform schaffen, wo wir es jedem ermöglichen, diese Inhalte von den Psychologinnen leicht zugänglich zu erhalten und wirklich dafür zu nutzen und präventiv an seiner mentalen Gesundheit zu arbeiten, um eben nicht später an einer Depression oder an einem Burnout zu erkranken. Und das ist genau unser Ansatz, dass wir sagen, wir müssen jetzt aktiv werden und uns informieren und durch Übungen und Routinen so schützen, dass wir eben nicht in einem stressigen Alltag, der natürlich auch durch Medienkonsum überflutet ist, an einer mentalen Erkrankung erkranken.
Ich glaube, jeder kennt auch so ein bisschen das Beispiel von so einem Deep Talk. Also wenn man wirklich so ein befreiendes Gespräch mit einer mit einer guten Freundin oder mit einem guten Freund hatte und wie nötig man das dann auch hat, einfach um sich mal so alles von der Seele zu reden. Und ich glaube, viele unterschätzen, vor allem wenn man irgendwie in stressigen Jobs ist, wie wichtig das einfach ist, über psychische Themen sich auch mit anderen zu unterhalten und dass das genauso befreiend sein kann wie ein Workout, was bei uns allen irgendwie auf dem Plan steht. Aber komischerweise steht nie bei jemandem im Kalender: Okay, ich Ich mache jetzt mal einen Psychologie-Talk oder mach mal eine Psychologie-Einheit, was tatsächlich auch wirklich nachhaltig hilft. Und das ist auch was, was wir spannenderweise festgestellt haben. Wenn man irgendwie Schlafprobleme hat oder Ängste oder auch im Job irgendwie Selbstzweifel, dann sagen einem irgendwie viele: Okay, probier doch mal die und die Meditations-App. Aber am Ende ist das halt dann nicht die Lösung oder oftmals vielleicht auch sogar die falsche Lösung.
Das finde ich super. Ihr agiert also präventiv. Ihr wart ja nicht, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern bei den ersten Problemen guckt ihr, dass man einen Sparringspartner findet und direkt mit jemandem redet und sich die Probleme von der Seele wegredet.
Ja, genau. Du hast es genau richtig zusammengefasst. Unser Ansatz ist präventiv. Wir sind dein Fitnessstudio für mentale Gesundheit, damit du genau da ansetzen kannst, wenn es dir mal schlecht geht und du nicht in eine persönliche Krise rutschst. Und wir sind damit auch kein Ersatz für Psychotherapie, sondern für dich geeignet, um dich mental fit zu halten.
Wir arbeiten auch ganz viel mit Psychologinnen zusammen. Natürlich, mittlerweile haben wir uns ein starkes Netzwerk an Psychologinnen aufgebaut. Und das Interessante, was uns auch die Psychologinnen und Therapeutinnen immer wieder sagen, ist, dass das Problem bei ihrer Arbeit eigentlich ist, dass die Patientinnen viel zu spät zur Therapie kommen. Sie hätten halt viel lieber 2 oder 3 Jahre vorher angesetzt, Und das macht es natürlich auch wiederum für Psycholog:innen so interessant, mit Clay oder uns als Firma zusammenzuarbeiten, weil der Impact, den auch eine Psychologin sozusagen mit der Arbeit bei uns durch Videoproduktion und Audioproduktion schaffen kann, einfach wesentlich höher ist, weil man wirklich hier eine ganze Generation davor schützen kann, an einer psychischen Erkrankung zu erleiden.
Jetzt kommen die meisten Leute viel zu spät zu einer Psychologin. Ihr seid total jung, ihr seid Mitte 20 und Anfang 30, glaube ich. Die meisten Leute machen sich da eigentlich noch nicht so viele Gedanken um ihren, um ihren Mental-Health-Zustand. Wie seid ihr denn so früh darauf gekommen oder wie habt ihr so früh geschnallt, dass das ein super wichtiges Thema ist, das ihr jetzt angehen wollt?
Ja, es ist tatsächlich so, dass sich in der Tat doch sehr viele Leute in unserem Alter über die mentale Gesundheit Gedanken machen. Und vor allem, wenn man sich auch Studien anschaut, Gen Z ist eine Generation, die wirklich von Depressionen und Ängsten betroffen ist, mehr denn je. Natürlich durch Corona und die ganze Homeoffice-Situation hören wir auch immer wieder von unseren Freunden, von Bekannten, natürlich auch von unseren Kollegen, dass viel unter Energielosigkeit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit gelitten wird. Dann kommen natürlich noch Themen wie Stress, erste Symptome von einem Burnout dazu. Und wir haben uns gesagt, okay, wir müssen etwas schaffen, wo wir präventiv wirklich an diesen Themen arbeiten können und unser Umfeld und unsere Mitmenschen und natürlich uns auch selbst davor schützen können, dass wir in 3, 4, 5 Jahren eben nicht an einem Burnout oder einer Depression erkranken.
Cool. Das heißt, wenn die Idee jetzt so in Corona gewachsen ist, wann habt ihr gegründet? Dann seid ihr quasi mit der Firma auch blutjung.
Absolut. Wir haben letztes Jahr im April gegründet. Wir haben dann relativ schnell Investorengelder eingesammelt. Weil wir eine App gebaut haben. Technologie braucht natürlich immer viel Kapital und auch ein hohes Investment am Anfang und haben dann in den ersten Monaten das Produkt entwickelt, super viel Content mit Psychologinnen und Therapeutinnen produziert und sind dann im August letzten Jahres an den Markt gegangen.
Und wer hat euch finanziert?
Wir sind Venture Capital finanziert. Also wir haben uns recht früh Business Angels gesucht, die uns dann unterstützt haben, auf größere Investoren zurückzugreifen.
Zugehen. Frauen oder Männer?
Männer, tatsächlich. Es ist leider nicht ganz einfach, weibliche Investorinnen zu suchen. Es gibt leider immer noch viel zu wenige. Die ganze Investorenlandschaft ist absolut männlich geprägt, was natürlich auch für ein weibliches Gründerteam teilweise eine Herausforderung sein kann, gerade wenn man mit einem Produkt an den Markt geht, was eher von Frauen konsumiert wird.
Genau, das ist meine nächste Frage. Also wir erzählen hier im Happy Immo Podcast ja nicht nur die Geschichten von Frauen, die sich an Immobilien rantrauen, sondern auch von Frauen, die ihre Domain disrupten. Und jetzt seid ihr quasi zwei Frauen in dieser total männerdominierten Startup-Szene, die zusammen gegründet haben und die es trotzdem geschafft haben, finanziert zu werden, und auch noch von Männern mit aber so einem Frauenthema. Oder vielleicht denke ich nur, dass das ein Frauenthema ist. Wie ist denn eure Erfahrung? Ist Mental Health ein Frauenthema oder interessiert das Auch Männer, oder ich frage mich so ein bisschen, wenn ihr pitcht und ihr habt dann nur Männer vor euch sitzen, was die denken. Also finden die das ein spannendes Thema oder denken die, das betrifft nur Frauen, das ist gar nicht mein Thema, was wollen die mir da erzählen?
Also es ist natürlich so, dass mentale Gesundheit oder das Thema Mental Health im Allgemeinen ein heißes Thema ist. Jeder große VC geht in das Thema, das muss im Portfolio sein, denn die Zahlen sind bekannt.. Es ist bekannt, dass jeder Dritte im Laufe seines Lebens an einer Depression erkrankt und dass das natürlich auch super hohe Kosten für Krankenkassen und Co. verursacht. Sprich, wir müssen Lösungen finden, um präventiv an diesen Themen zu arbeiten. Nichtsdestotrotz ist es natürlich auch so, dass wesentlich mehr Frauen einfach an psychischen Erkrankungen erleiden. Sprich, unser Produkt einfach in der Natur der Sache für Frauen relevanter ist und wir uns dann natürlich schon an der ein oder anderen Stelle auch mal von einem Investor anhören mussten, Okay, da muss ich erst mal meine Frau fragen, ob sie das Produkt nutzen würde. Was dann natürlich sicherlich ein grenzwertiger Kommentar ist. Aber glücklicherweise haben wir dann immer von den Frauen positives Feedback bekommen und ich würde sagen, wir hatten dadurch keinen Nachteil.
Aber kann man das so stehen lassen? Ist das so, dass Frauen eher psychisch erkranken als Männer? Oder ist es eher so, dass Frauen das vielleicht mehr interessiert?
Ja, darüber wird natürlich sehr viel spekuliert. Bei uns im Team ist das natürlich auch immer ein Hot-Topic. Topic vor allem unter unseren männlichen Teamkollegen. Es ist natürlich so, dass auf dem Blatt Papier mehr Frauen an psychischen Erkrankungen erleiden. Die These, die aber viele wiederum aufstellen, ist, dass Männer einfach nicht so offen über ihre mentalen Probleme sprechen. Das heißt, da muss in der Tat auch noch ein Wandel stattfinden und die Bereitschaft von Männern wird sich definitiv in den nächsten Jahren erhöhen, auch Produkte für mentale Gesundheit zu zu nutzen. Eine ganz interessante Beobachtung, die wir an der Stelle auch schon gemacht haben, ist, dass vor allem unsere Live-Klassen, die wir einmal pro Woche 90 Minuten mit einer Psychologin anbieten, besonders intensiv von Männern besucht werden. Sprich, es gibt schon sehr viele Männer, die offen über ihre Psyche reden. Und bei uns hat man natürlich auch immer die Möglichkeit, ganz anonym an einer Live-Klasse teilzunehmen. Man muss seine Kamera nicht anmachen, man muss seinen Namen nicht preisgeben. Sprich, man kann sich den Safe Space so schaffen, wie man ihn gerne für sich hätte.
Das ist total spannend, dass wir jetzt hier so drüber sprechen, denn Maja und ich werden ganz oft gefragt, warum so viel weniger Frauen in Immobilien investieren. Und wir beobachten, dass Frauen ganz viel anderes Zeugs erstmal machen müssen, bis sie den Kopf frei haben, um über Immobilien zu sprechen. Ja, also die gehen ins Café oder in die Kneipe und sprechen mit ihren Freundinnen über ihre Beziehung, über ihr Gehalt, was niedriger ist als das von ihren Kollegen, über ihre Probleme im Job, über wie sie das machen mit Kindern und Familie und so weiter. Und wenn sie das alles geklärt haben, dann haben sie Zeit, um sich um ihre Investments zu kümmern. Ja, und das scheint ja, also das, was ihr sagt, das unterstreicht das ja total, ne? Weil wir fragen uns immer, warum springen denn die Männer einfach auf diese Immobilien und auf Investments und sowas? Ja, wahrscheinlich, weil die überhaupt gar nicht über ihren Mental Health nachdenken, sondern weil sie einfach den Fokus auf was ganz anderem haben.
Glaubt ihr das auch? Ja, also ich, wir können glaube ich beide, Janina und ich, aus unseren alten Jobs so ein bisschen beobachten, wie so die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind. Und ich glaube, im Grunde genommen ist halt bei Frauen genauso der Wunsch da, irgendwie selbst was zu machen, selbst zu gründen. Ja, also wir als Gründerinnen wissen das. Also ich habe viele Freundinnen von mir, die das super cool finden, aber es fehlt halt oftmals so der Support und die Unterstützung, auch auf dem Arbeitsplatz oder im Umfeld, oder dass man sich einfach nicht so ganz traut, das Ganze anzugehen. Und ich glaube, es ist wichtig, sich einfach mit einem Umfeld zu umgeben, mit Mentoren und, und mit Leuten, die, die sich genau über solche Themen unterhalten. Ich glaube, dieses, was du gerade angesprochen hast, wenn man sich im Café trifft, worüber man sich unterhält, dann ist das halt leider immer noch oftmals so, dass das Männer sich, sich sich viel mehr über Investments oder über Startups unterhalten. Und was ich persönlich auch festgestellt habe: Embrace the imperfect. Also ich glaube, Frauen haben immer so ein bisschen Angst, nicht perfekt dazustehen oder irgendwie nicht zu 100% total glatt geschliffen eine Lösung zu bieten. Und ich oder wir mussten selbst auch lernen, dass einfach in einem Startup super wichtig, einfach viel zu iterieren, zu testen, zuzulassen und sich auch mal zu trauen, sich für was zu schämen, in Anführungsstrichen. Und ich glaube, das ist irgendwie so eine wichtige Erkenntnis, dass man sich da einfach trauen muss.
Wie schaffen wir das denn? Wie schaffen wir so ein Umfeld, das mehr Gründerinnen hervorbringt? Denn Maja und ich, wir investieren auch aktiv in Frauengründerteams und klar, da gibt es total tolle, aber es sind deutlich weniger als eben Männergründerteams. Also was müssen wir machen? Was müssen wir ändern?
Ja, wir brauchen genau dieses Embrace the Imperfect Umfeld. Also das fängt schon im Freundeskreis, in der Familie an, aber natürlich dann in Teams, im Arbeitsumfeld und von Mentorinnen und Mentoren. Und ich finde dieses Wort Mentoring eigentlich immer zutreffend. Also ich glaube, man braucht einfach um sich herum Menschen, die einen pushen und die einem auch sagen, so okay, take the risk, du kannst es schaffen. Und Ich glaube, man darf einfach keine Angst davor haben, dass man scheitert oder dass man nicht perfekt genug ist. Und das fängt halt oftmals bei Frauen oder bei jungen Mädchen in der Schule an, dass man irgendwie so dieses klassische Beispiel von dem fleißigen Mädchen oder der fleißigen Schülerin kennt und vielleicht eher von den Jungs, die ja Risiken eingehen oder Klassenclown sind. Und ich glaube, man muss mit diesen Stereotypen komplett aufräumen, weil ich Ich finde, dass man schon in der Schulzeit damit anfangen muss, auch als Frau Risiken einzugehen und dass einen das Umfeld darin unterstützt, genau das zu tun.
Und gleichzeitig sollte es auch viel mehr weibliche Entscheidungsträger in der VC-Welt geben, weil man natürlich als Frau immer mit männlichen Gründern verglichen wird. Und das liegt natürlich auch in der Natur der Sache, dass wir uns als Frauen einfach anders verhalten. Wir pitchen anders. Wir treten nicht auf wie ein Mann, werden aber damit verglichen und es entsteht dadurch dieser 1:1-Vergleich. Also es werden wirklich weibliche Gründerteams mit männlichen Gründerteams verglichen. Frauen tendieren aber eher dazu, sich zurückhaltender zu verhalten, uns unter unserem Wert zu verkaufen und das fällt uns dann wiederum vor männlichen Investoren beispielsweise in einem Pitch auf die Füße. Weil warum ist es nicht so, dass es viel mehr weibliche Entscheidungsträger gibt, die uns dann auch als Frauen verstehen und an uns glauben und uns vor allem dieses Vertrauen vorab geben, damit es mehr Investments vor allem auch in weibliche Gründerteams gibt. Es ist auch ganz interessant, ich war vor meiner Gründung in einem Gründerprogramm, also ich hatte quasi ein Gründerstipendium und es war ganz interessant zu beobachten, dass dass von diesen 50 Teilnehmern in dem Programm gerade mal 3 Frauen dabei waren. Wow, 3 Frauen? Ja, und wir haben natürlich uns dann während dieses Programms vor allem auch mit den Organisatoren des Programms darüber ausgetauscht, was können wir verändern, damit sich mehr Frauen bewerben, damit es mehr Frauen in dieses Programm schaffen. Es kam aber dann tatsächlich vor allem auch von den Recruitern das Argument, na ja, die Frauen, die sich beworben haben, die waren einfach nicht stark genug. Und ich habe mich dann immer wieder gefragt, woran liegt es, dass die Frauen nicht stark genug sind? Vielleicht habt ihr auch einfach die falschen Bewertungskriterien, weil ihr nicht eins zu eins eine Frau mit einem Mann vergleichen könnt. Und das ist, glaube ich, so ein bisschen so dieser Mindset-Shift, der stattfinden muss.
Das ist total spannend, was du sagst, weil ich glaube auch, es ist einfach jetzt auch der Zeitpunkt, oder es ist einfach, man kann das ja beobachten, Frauen treten anders auf und das wird mehr und mehr auch akzeptiert. Wir sind in 2022 und Weiblichkeit wird immer mehr sichtbar und Was ein Glück auch, was ein Glück, gibt es Gründerinnen wie euch und Investoren, die an euch glauben und euch unterstützen, so dass ihr, ihr seid ja auch Role Models, so dass ihr auch den anderen Mädels draußen zeigt, traut euch, macht es einfach, springt ins kalte Wasser. Das finde ich ziemlich toll. Und so wie ihr nicht nur gründet und damit Role Models seid, ihr sagt ja, dass ihr, darüber haben wir jetzt schon viel gesprochen, dass ihr präventiv an Mental Health arbeitet. Genauso machen wir das mit dem Happy Immo Club. Was die Rente angeht oder was finanzielle Unabhängigkeit angeht, denn das Thema ist genauso. Man muss das heute, man muss das so früh wie möglich, muss man springen, muss das vorbereiten, damit man später Geld hat, ein passives Einkommen hat und einfach abgesichert ist, ne. Deswegen sagen wir Mädels, wenn ihr 20 seid, kauft euch eure erste eigene Wohnung, arbeitet für euer Eigenkapital und kauft was, damit ihr, wenn ihr dann 50 seid, 55, von der Miete quasi nicht leben könnt, aber das dass euch die Miete ein passives Einkommen beschafft. Wir kommen jetzt leider so langsam zum Ende. Was sind denn so eure 3 Top-Tipps, die ihr unseren Zuhörer:innen noch mit auf den Weg geben möchtet?
Also ein Top-Tipp ist auf jeden Fall: Traut euch! Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt, um zu gründen. Man hat immer Selbstzweifel, man bekommt immer Gegenwind aus dem Umfeld, man schaut sich Wettbewerber an, die vielleicht was Ähnliches machen. Ich meine, das Gleiche ist natürlich auch bei einem Investment für eine Immobilie. Es gibt nie den perfekten Zeitpunkt, um zu investieren. Man fragt sich immer, okay, werden die Preise steigen? Gleichzeitig ist es natürlich auch so, wenn man das Geld auf seinem Konto liegen lässt, da hat man natürlich eine geringere Rendite. Ich habe viele Freunde, die zum Beispiel sagen, okay, sie ärgern sich total, dass sie vor 3 Jahren nicht investiert haben und eben nicht den Mut hatten, diesen Schritt zu wagen.
Also der erste Tipp ist dieses Traut euch. Das ist total lustig, weil wir mit ganz vielen Frauen sprechen hier in unserem Podcast, und bei den meisten ist der erste Tipp: Traut euch. Und immer in einem anderen Zusammenhang oder sowas, aber der Tipp ist immer: Traut euch, macht es einfach. Und ich finde es total spannend, wie du das auf die Immobilie bezogen hast, denn das ist einfach genau das, was will man mit dem Geld, das auf dem Konto liegt? Man bekommt da keine Zinsen, im Gegenteil, langsam muss man sogar Zinsen darauf zahlen, und die Immobilie Immobilie, die bringt einem in jedem Fall was. Und ich glaube, man muss sich auch immer überlegen, was kann eigentlich passieren? Also wenn man es ganz, ganz doll vergeigt mit der Immobilie, dann verkauft man sie halt wieder und dann ist die Welt aber auch nicht untergegangen und man hat wahrscheinlich auch noch nicht mal einen Verlust gemacht.
Also traut euch. Ja, ein anderer Tipp ist auf jeden Fall, baut euch ein Netzwerk. Und das ist auch das, was wir hier tun. Tauscht euch mit anderen aus, es ist super wichtig. Also ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass 31-minütiges Gespräch mit jemandem, der schon in derselben Lage war oder ähnliche Erfahrung gemacht hat, Gold wert ist und einem so viel Zeit erspart. Und man sich irgendwie alleine vor seinem Laptop Gedanken macht, wie man irgendwie die Business-Idee launcht, aber am Ende des Tages geht's ganz, ganz viel um Erfahrungsaustausch und Reach-out, einfach mit vielen Leuten sprechen.
Super Tipp, Netzwerk.
Und habt ihr noch einen dritten? Unser dritter Tipp ist auf jeden Fall Testing, Testing, Testing. Also es ist tatsächlich so, dass man mit seiner eigenen Meinung häufig daneben liegt. Also wir stellen häufig Hypothesen auf, sind davon total überzeugt und dann fahren wir kleine A/B-Tests an unserem Produkt und werden dann direkt vom Gegenteil überzeugt, was uns natürlich vor allem im letzten Jahr in unserer Gründung gezeigt hat. Man muss einfach schnell sein, super viel ausprobieren, verändern. Lernings generieren, datengetrieben entscheiden und weniger auf das eigene Bauchgefühl hören oder Dinge vor allem auch tot diskutieren und sich in Dinge verrennen. Das ist einfach was, auf das man auf jeden Fall achten sollte.
Das finde ich auch einen geilen Tipp, habe ich noch nie gehört. Testing, testing, testing. Bei uns heißt es immer Lage, Lage, Lage. Okay, also eure Tipps sind: Traut euch, baut euch ein Netzwerk auf und testet. Seid schnell, macht einfach euer Ding. Cool. Das war ein toller Podcast. Vielen Dank, dass ihr da wart.
Ja, danke, dass wir hier sein durften. Hat auf jeden Fall sehr, sehr viel Spaß gemacht und wir lieben die Idee von euch, Frauen so zu unterstützen.
Geht mir genauso. Wir sind schon super gespannt auf die nächsten Gäste, die bei euch im Podcast dabei sein werden.
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