Let's Talk - mit Julia Erdmann und Eva Lang!
10 Jul 2024 · 45 min
Julia Erdmann and Eva Lang bought a 150 m² historic Hamburg apartment as co-owners (85.5% and 14.5% split) and renovated it with a 1.5x budget buffer and 4x time multiplier. They faced a legal challenge over alleged misuse of residential space, consulted three lawyers, and used 300 pages of building archives to prove the unit had never been a residence.
Chapters
America leads the world in medicine development.
It matters.
We get new medicines first, nearly 3 years faster. 5 million Americans go to work because we make medicines here at home. And not relying on other countries keeps us safe. But China is racing to overtake us. Will we let them? Or will we choose to stay ahead? When America leads, America cures. Let's tell Washington to keep us in the lead.
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Wir freuen uns auf dich.
Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast ein Tandem, Eva und Julia. Herzlich willkommen.
Hallo.
Hallo Anais.
Ich freue mich total, euch hier zu haben. Manche kennen euch vielleicht schon von unserer Homepage, weil ihr da ein tolles Testimonial für uns gegeben habt und schon mal erzählt habt, wie ihr so gekauft habt. Aber wer euch nicht kennt, stellt euch doch mal kurz vor.
Genau, wir sind Julia und Eva. Wir sind Kolleginnen, aber auch Freundinnen. Und wohnen beide in Hamburg und haben uns durch die Arbeit kennengelernt und dann zusammen eine Immobilie gekauft. Ich bin Eva, ich bin jetzt 28 und aktuell im Mutterschutz oder in Elternzeit. Elternzeit.
Ja, ich bin fast 48 und deswegen sind meine Kinder schon groß. Wir sind also in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und Trotzdem hat es für uns irgendwie gut gepasst, dass wir uns so zusammengefunden haben, um eine Immobilie zu kaufen.
Genau. Und ich freue mich total, dass wir heute sprechen. Erstens mal, weil ihr was ganz Großartiges gemacht habt. Ihr habt mitten in Hamburg neben dem Hotel Atlantik eine Wohnung gekauft oder eine Immobilie erworben. Das müsst ihr gleich mal erzählen, wie ihr das geschafft habt. Dann habt ihr als Team gekauft, zu zweit. Wir machen ja, versuchen immer Frauen Mut zu machen, im Team zu kaufen, weil das natürlich viel mehr Spaß macht und man sich aber auch Geld und die ganzen Sorgen teilt. Und ihr habt es gerade schon erzählt, euer privater Hintergrund ist einfach auch so toll. Eva hat mit 27, 28 ihr erstes Kind bekommen und Julia war mit Mitte 40 schon Oma. Also beides ganz tolle Beispiele, wo ich sehr, sehr neidisch bin. Und ja, genau deshalb lasst uns doch mal hier direkt in medias res gehen. Wie kümmert man sich um seine Finanzen? Was baut man auf? Ihr habt mit Immobilien angefangen und vielleicht mögt ihr eure Immobilie erst mal kurz vorstellen.
Ja, gerne. Also unsere Immobilie ist in einer Straße, die viele gar nicht so sehr auf dem Schirm haben. Ich kannte die allerdings schon sehr gut, weil ich auch mal in der Straße gearbeitet habe und Eva wohnt direkt um die Ecke. Also insofern war die Straße für uns beide irgendwie sehr bekannt und in der Wohnung war früher ein befreundetes Büro und wir haben einfach gehört, dass der Inhaber in Rente geht und in der Folge dann auch die Wohnung verkaufen möchte.. Und so haben wir von dieser Gelegenheit gehört und es war dann auch eben eine Situation, wo wir es direkt von ihm kaufen konnten. Also er hat eher so gefragt: Ja, kennt ihr vielleicht jemanden, der Interesse hätte an dieser Immobilie? Und weil wir schon oft darüber gesprochen haben, also Eva und ich über Immobilien besitzen und ja auch wir mit euch schon immer und schon lange im Austausch waren und glaube ich so mit auch so die Geburt von Happy Immo miterlebt haben. Deswegen war für uns dieses Thema schon in den Köpfen. Und als dann diese Anfrage kam, kennt ihr jemanden, der vielleicht diese Wohnung kaufen will, haben wir sofort ja gesagt.
Genau, Julia hat mich dann angerufen, das war ein Sonntag, das weiß ich noch, und hat gefragt, Eva, hier ist die Immobilie frei, rat mal, wo die ist. Und die war halt bei mir direkt um die Ecke, was ja auch dazu führt, dass ich den Stadtteil gut kenne und wir total guten Gewissens dann diese Immobilie auch kaufen wollten und konnten, weil wie er auch bei Happy Immo immer sagt, Lage, Lage, Lage. Man muss wissen, wo diese Immobilie ist und man muss ein gutes Gefühl haben und dadurch halt auch den Stadtteil kennen. Und das ist bei mir direkt um die Ecke gewesen. Das heißt, ich bin wirklich am nächsten Tag dann dahin und habe sie mir angeguckt und habe Fotos gemacht und ein Video gemacht. Und das ist eine Wohnung oder eine Immobilie, die hat 150 Quadratmeter in einer Hochparterre und 50 Quadratmeter im Keller, wo ein Raum so ein bisschen so ein Souterrain-Feeling hat. Und das ist ein Mehrfamilienhaus mit 5 weiteren Parteien. Die Immobilie steht unter Denkmalschutz und ist ein Gebäude aus dem Jahr 1880-isch. Und das sind total schöne Rahmenbedingungen für uns gewesen.
Also erstens mal schon mal zwei Sachen, zwei tolle Glaubenssätze oder zwei Sachen genau richtig gemacht. Erst einmal Lage, Lage, Lage und dann eben auch das Thema ganz schnell sein. Das hören wir auch immer, das oder das erlebe ich auch immer, dass wenn man eine Immobilie kaufen will und man ist quasi auch direkt Feuer und Flamme und gibt da Gas, dann klappt das meistens auch, dass man den Zuschlag bekommt und so. Und wenn man das so ein bisschen dümpeln lässt, dann weiß man eigentlich, das kann man schon gleich vergessen, dann klappt das meistens gar nicht. Von daher habt ihr das genauso gemacht wie aus dem Lehrbuch.
Genau.
Ja, ich glaube, es ist auch nicht zu unterschätzen, die Intuition, das Bauchgefühl. Und das war also nach diesem ersten Anruf: Kennt ihr jemanden, der diese Wohnung kaufen will? War mein Bauchgefühl, hat sofort alle Lampen auf Grün gestellt. Ich kannte die Wohnung auch, weil ich in dem Büro, was dort vorher war, öfter, öfter war zu Besprechungen usw. Insofern hatte ich auch ein Bild davon, wusste auch, dass man eigentlich aus fast jedem Fenster einen super Blick aufs Wasser hat. Also echt Wahnsinn. Was man sonst so von der Adresse her vielleicht nicht unbedingt vermuten würde. Aber das ist eben auch Teil, die Lage kennen. Wenn man das weiß, dass zum Beispiel da die Straße auch ein bisschen um die Ecke geht und dann genau die Fenster auch in dem Falle super gut ausgerichtet sind aufs Wasser. Das sind so Insights, die man dann auch nur weiß, wenn man sich damit schon mal beschäftigt hat. Auf jeden Fall, Intuition ist alles. Und die Intuition war ja sofort: Einfach machen. Das ist die Gelegenheit, die uns jetzt so das Universum geschickt hat.
Und weißt du was? Diese Intuition, das zeigt sich nämlich darin, ob man gleich zum Hörer greift oder nicht. Weil wenn man die Intuition hat, dass man es gut findet, dann bleibt man da eben auch direkt dran. Und wenn man das nicht so hat, dann lässt man es auch schleifen. Ja, und noch was, was nämlich auch total gut ist, dass ihr euch ja schon vorher so viel mit Immobilien auseinandergesetzt hattet. Das ist nämlich auch gut, weil man muss gar nicht unbedingt jetzt anfangen, über Immobilien zu lernen, mit dem Ziel, dass man auf jeden Fall übermorgen kauft. Sondern einfach, um fit zu sein für genau so was. Wenn dann der Anruf kommt und die Immobilie, die man kaufen will, dass man dann zuschlagen kann.
Genau, da muss ich sagen, da hatte Julia natürlich aufgrund ihres Alters schon mehr Recherche in Immobilien gesteckt als ich. Aber ich hatte berufsbedingt auch schon viel Kontakt mit Immobilien und da haben wir uns wirklich sehr gut ergänzt und das war für uns nicht Neuland. Komplett. Und das war total cool. Aber was ich dann auch mitbekommen habe, ist, dass man auch ganz viel dafür bereit sein muss, auf dem Weg einfach sich immer wieder neu zu informieren und neue Dinge zu lernen und sich mit Themen auseinanderzusetzen, die man davor gar nicht lernen kann und gar nicht irgendwie sich vorbereiten kann. So, das ist schon auch bei uns, vor allem in Bezug auf Renovierung und dann alles, was danach gekommen ist, also nach diesem Kaufprozess, der ja dann doch sonst dem man lernen kann, der ziemlich stringent ist.
Ja, das liegt ja auch in der Natur der Sache. Also alles, was mit Bauen zu tun hat, mit Gebäuden, ist immer ein Abenteuer, weil jeder Raum, jedes Haus ist anders, jede Wohnung ist anders. Auch alles, was man überraschend dann entdeckt, ist anders. Man kann natürlich viele Sachen wissen im Vorfeld, und das kommt ja aus euren Erzählungen auch immer raus, dass ihr mit jeder Immobilie auch wieder neue Dinge euch erschlossen habt und Neues dazugelernt habt. Das ist, glaube ich, so die Grundvoraussetzung, die auch wichtig ist, das Ganze auch als Abenteuer zu sehen, auf das man einfach Lust haben muss.
Und für so ein Abenteuer braucht man so ein, also was Gutes, ne, wenn man da, wenn man Sicherheit hat, also wenn man irgendwie ein Fundament hat, bei dem man weiß, okay, mit diesem Fundament kriege ich auch alles hin, ne. Sowas kann zum Beispiel hier bei uns der Club sein, in dem man jede Frage stellen kann, was ihr ja auch viel gemacht habt, ne, oder wo ihr jetzt auch viel den Mädels, die jetzt Fragen haben, helft und beantwortet. Aber bei euch ist es wahrscheinlich auch, dass ihr einfach zu zweit gekauft habt als Team, oder? Das, da haut einen auch nicht mehr so schnell alles um.
Nee, überhaupt, also nicht so viel. Und man kann immer aufeinander sich stützen und man kann sich total gut ergänzen. Und das ist wirklich bei uns ganz, ganz toll auf dieser ganzen Reise, immer wieder auch wichtig gewesen, dass wir uns aufeinander stützen konnten. Denn ich habe in der Renovierungszeit mehr Zeit gehabt als Julia, und Julia hatte mehr Eigenkapital als ich. Wir haben diese Wohnung auch nicht 50:50 gekauft, sondern mir gehören 14,5% davon und Julia gehört der Rest, also 85,5%.
Wie habt ihr das ausgerechnet? Wie habt ihr für euch den richtigen Deal gefunden, das Richtige, den richtigen Prozentsatz?
Ich wusste, wie viel EK ich habe, mehr hatte ich auch nicht, und Julia hatte den Rest. Und dann haben wir das einfach prozentual so aufgeteilt und Das hat ganz gut geklappt.
Und in was für einer Form habt ihr gekauft? Habt ihr als UG, als GbR, als GmbH gekauft?
Wir haben als GbR gekauft. Wir haben auch einen GbR-Vertrag dann gemacht, der genau regelt, was passiert, wenn XY.
Habt ihr da Tipps? Eva, sag mal, was sind denn die Punkte, wenn man einen GbR-Vertrag aufsetzen will? Denn das ist eine Frage, die ich ganz oft kriege. Oder wenn man eben sagt, man will das GbR kaufen, welche Dinge sollte man vorher beachten? Und wo habt ihr vielleicht euren GbR-Vertrag herbekommen als Vorlage? Wie habt ihr das gemacht? Und ist das eigentlich so ein Riesending oder ist das vielleicht gar nicht so, vielleicht nur eine DIN-A4-Seite?
Also den GbR-Vertrag im Detail, der muss mit jedem Anwalt, den es dafür gibt, da gibt es viele Anwälte für, im Detail besprochen werden. Das, was wichtig ist, ist grundsätzlich: Wer bringt was mit? Wer ist für was verantwortlich? Und vor allem, was passiert in Fall XYZ? Das sind meistens Natürlich ungewöhnliche Fälle oder Dinge, die jetzt nicht immer passieren, wie was passiert, wenn ich sterbe, was passiert, wenn Julia stirbt, darf die Immobilie dann verkauft werden, wer darf bestimmen, wie sie verkauft wird, wer hat Vorkaufrecht. Also in unserem Fall haben Julias Kinder das Vorkaufrecht, also die können mir sozusagen meine Anteile dann abkaufen. Aber dadurch, dass Julia mehr von der Immobilie gehört als mir, haben ihre Kinder auch immer das Recht, mich zu überstimmen. Und damit bin ich auch total fein. Es könnte natürlich auch anders geregelt werden, aber das ist jetzt etwas, was für uns überhaupt eine gute Grundlage war, überhaupt als GbR zu kaufen, war, dass wir uns gut verstehen und ein unglaubliches Vertrauen zueinander haben und uns durch unsere Arbeitswelt auch in allen möglichen, auch mal stressigen Situationen erlebt haben und wissen, dass wir beide immer respektvoll mit Menschen umgehen und dass wir beide keine Entscheidung über den Kopf von der anderen Person hinweg treffen würden. Und auf dieser Grundlage haben wir dann halt genau diese Entscheidung getroffen.
Und wie teuer ist das so, einen GbR-Vertrag beim Anwalt machen zu lassen?
Oh, das, das ging bei uns einher mit— der Anwalt hat uns auch noch beraten für den Kaufvertrag generell. Deswegen können wir das jetzt gar nicht so genau aufteilen, aber es lohnt sich auf jeden Fall.
Also ist es aber gar nicht groß aufgefallen als großer Kostenpunkt.
Nein, es war im Vergleich zu den Notarkosten weniger. Das waren, ich würde sagen, 1.000 €, 2.000 €, ganz, ganz grob.
Okay, okay, gut für alle. Super.
Also für 1.000 €, 2.000 € wichtige Investitionen, total wichtig, das auch in den Nebenkosten des Kaufs mit zu berücksichtigen. Also daran sollte man auf keinen Fall sparen und auch nicht versuchen, selber so einen GbR-Vertrag aufzusetzen oder eine GbR ohne Vertrag machen oder so, sondern da lohnt sich der Anwalt schon. Denn eigentlich ist das Einzige, worum es dann da geht, sind ja genau die Fälle, die jetzt so in dem normalen Alltag nicht auftreten.
Also es regelt eigentlich die Extremfälle des Lebens.
Genau.
Also jetzt seid ihr zu zweit, oder bzw. eure GbR ist Eigentümerin dieser Immobilie und ihr seid da ziemlich abgesichert, was, was euch angeht, ja, also was euch beide intern als GbR-Teile angeht, wenn da irgendwas passieren sollte. Was ist denn mit der Immobilie? War das so ein Easy-Peasy-Projekt?
Ihr habt gekauft, gekauft und gleich vermietet? Also der Kauf war recht easy peasy. Wir hatten eine sehr gute Beraterin, eine ganz gute Finanzberaterin da, die uns bei dem Kauf unterstützt hat und für uns auch einen guten Kredit gefunden hat. Auch übrigens aus eurem Netzwerk.
Genau, dank eurem wunderbaren Netzwerk. Sehr gerne. Wir finden auch immer das so, wir prüfen ja auch immer, mit wem wir zusammenarbeiten, und wir arbeiten auch eben wahnsinnig gerne mit Frauen zusammen, und das freut uns immer sehr.
Also das möchte ich an dieser Stelle auch echt gerne noch mal eine Lanze dafür brechen. Das war rückblickend auch einfach fantastisch. Also die war so verbindlich, hat uns wirklich bestmöglich unterstützt und wir fühlten uns 100.000% gut aufgehoben. Also an alle Hörer und Hörerinnen, wer immer in Hamburg einen Kontakt zu einer super guten Finanzierungsberaterin sucht, kann sich gerne an uns wenden.
Genau, wendet euch einfach an Julia oder Eva oder direkt an uns. Die Finanzierungsberater, die wir haben, die sind auch Also wir haben, wir haben Frauen, mit denen wir zusammenarbeiten in Berlin und auch in Hamburg, aber die beraten auch deutschlandweit. Also man muss nicht in Hamburg sitzen oder in Hamburg was kaufen.
Aber genau das sind so die Top-Adressen, vorkuratiert.
Absolut. Ja, unsere wärmste Empfehlung. Unsere wärmste Empfehlung. Und auch da haben wir gemerkt, dass es sich lohnt, einfach jemanden zu finden, wo man sich persönlich mit wohlfühlt. Das haben wir bei ihr. Und die hat uns auf diesem Schritt der Reise gut begleitet. Und dann kam das, dann war das abgeschlossen. Und wir hatten natürlich auch euch, die wir immer um Rat fragen konnten, die uns auch, wenn wir mal so ein Gefühlscheck mal brauchten, wart ihr immer für uns da. Und dann hat das ja ganz gut funktioniert. Wir haben eine gute Finanzierung gefunden, auch in unseren beiden Situationen. Julia mit ein bisschen älter und Rentenalter und selbstständig. Das sind ja auch Faktoren, die bei einer Finanzierung mit berücksichtigt werden. Und ich mit noch kein 100.000 Einkommen, sondern mit eher weniger Einkommen, mit ja damals noch Mitte 20. Und da haben wir dann trotz dieser Faktoren, oder ja, durch unsere Teamarbeit und aber auch durch unsere Immobilienfinanzberaterin, einen guten Deal bekommen.
Ja, und dann ging es weiter mit der Immobilie selbst. Also es war uns schon klar, dass die über viele Jahrzehnte daran nicht wirklich was gemacht wurde.
Es wurde eigentlich immer nur reingebaut, Boden reingebaut, ein Teppich über den Holzboden, darüber noch Laminat, darüber dann noch ein Teppich. Und an den Wänden sah das genauso aus und in den Badezimmern sah das genauso aus. Und das hat war mit ein Grund, warum wir einen angenehmen Kaufpreis bekommen haben, weil wir gesagt haben, wir möchten die Immobilie dann auch renovieren.
Ja, und beim Renovieren, da muss man wirklich sagen, es gibt nur zwei Wege: Entweder macht man es sehr, sehr gründlich und geht dann bis auf die Substanz runter, oder es ist nur eine sogenannte Pinselsanierung, also man lässt alles so und macht ein bisschen Farbe auf die Wände oder Aber was dazwischen gibt es selten, es sei denn, man geht irgendwie Raum für Raum vor. Und wir waren uns aber von Anfang an klar, dass wir es gründlich machen wollen und dass wir die ursprüngliche Struktur der Wohnung auch wiederherstellen wollen. Das war jetzt für uns relativ einfach, uns das vorzustellen, weil das auch unser Job ist. Also ich bin Architektin und Eva hat auch die ganzen letzten Jahre immer mit Raum und Gebäuden und damit zu tun gehabt, sich Dinge vorzustellen, die jetzt noch nicht da sind. Und wir haben im Laufe der Zeit auch immer wieder Leute kennengelernt, die da reinkamen und gesagt haben: Boah, ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, wie das hier mal anders aussehen kann. Hilft natürlich sehr, diese Vorstellungskraft zu, entweder schon zu haben oder auszubauen und vor allem aber auch davor nicht zurückzuschrecken und auch vor dieser alles runter, also bis aufs, bis auf die Grundsubstanz. Das lohnt sich schon. Es ist, und da natürlich auch, ein echtes Abenteuer. Und es ist schmutzig und es ist wirklich langwierig und laut und alles. Und ich kann gut verstehen, dass viele Leute da auch Respekt oder auch sogar davor zurückschrecken, eine Wohnung so anzupacken, wie wir das gemacht haben.
Das wäre wirklich nicht jedermanns Sache gewesen. Aber was, warum meinst du, war das, ist das nicht jedermanns Sache? Weil man sich das nicht zutraut, die richtigen Handwerker zu finden?
Genau. Und es gibt dann ja auch kein Zurück mehr. Also wenn dann alles erstmal weg ist, ne. Man hat, wir haben dann im ersten Schritt natürlich erstmal alles, alles rausgeräumt, was noch an restlichen Möbeln von den Vormietern da war. Dann die ganzen Schichten Tapeten runter, die verschiedenen Bodenschichten abgetragen. Also das ist unglaublich, wie viel dann da zusammenkommt. Und wenn eine Wohnung dann erstmal in diesem Zustand ist und alles liegt nackt da, dann kommt man halt nicht mehr zurück. Und deswegen haben viele, glaube ich, auch Respekt davor, weil man muss es natürlich auch sehr gut schon vorab planen, wie viel das Ganze auch kostet, die Renovierung. Weil gerade bei einer alten Wohnung kommt man da vom Hundertsten ins Tausendste und sowieso wartet hinter jeder Tapetenschicht irgendwie noch eine Überraschung. Also das, da sollte man sehr großzügig immer ein Sicherheitsbudget mit einplanen. Also ruhig mindestens, weiß nicht, 50% schadet nicht. Lieber ist am Ende noch was übrig, aber es kommt sowieso immer anders und meistens ist es am Ende mehr zu tun als weniger.
Genau, das ist so eine Faustregel, finde ich auch vom Budget her, die sich bei uns bestätigt hat. Und was aber das Schöne daran ist, was finde ich dann auch wieder vielleicht die Angst vor dem nimmt, ist, dass das alles Dinge sind, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können und die auch seit Hunderten und Tausenden von Jahren ja immer Menschen schon gemacht haben. Das hat mir immer ganz viel Ruhe gegeben. Ich konnte alles mit meinem Hausverstand verstehen, weil es halt dann doch nur eine Tapete ist und doch nur eine Wand. Es ist kein Rocket Science, und du findest online unglaublich viele Informationen dazu, weil es irgendwie dann auch in unserer Natur liegt, ein Zuhause zu schaffen, ein Zuhause zu schaffen. Also darauf dann auch zu vertrauen, dass Boden Boden ist und Leitungen sind Leitungen. Man kann alles angucken und man kann zu allem sich ziemlich viel Meinung holen. Und es gibt einen unglaublichen Topf an Erfahrungsschätzen. Das heißt, man ist nie alleine dann irgendwie vor dieser Wohnung und weiß nicht, wie es weitergeht, sondern man hat immer diesen— ja, man kann es einfach mit seinen Sinnen wahrnehmen. Und das war für mich immer sehr, sehr hilfreich in diesem ganzen Bauprozess.
Wie lange hat er denn gedauert, dieser Bauprozess?
Ja, da kommen wir noch zu einer anderen Faustformel.
Die—
okay, also warte mal, die erste Faustformel, die ihr sagt, ist Budget mal 1,5, ja, 50% Puffer einbauen und dann ist man auf der sicheren Seite.
Ja, genau. Auf jeden Fall. Wenn man wie wir renoviert zu diesem Extent. Wenn es natürlich eine perfekte Wohnung ist, wo man nur einmal die ganzen Armaturen austauscht, dann nicht.
Aber wenn der Plan da ist zu renovieren und das auch gründlich zu machen, Dann ja. Und vor allem, wenn es eine alte Wohnung ist, also wo sich wirklich über Jahrzehnte Sachen angesammelt haben. Das war bei uns ja der Fall. Also die Wohnung selbst ist 150 Jahre alt, mindestens. Und da schlummert natürlich einiges in den Wänden von alten Leitungen und hier noch mal was Abgekoffertes und irgendwelche Schichten. Das weiß man vorher ja alles gar nicht. Also bei alten Wohnungen auf jeden Fall 1,5. Und jetzt unsere Faustformel in Bezug auf die Zeit. Das ist das Learning meiner 25 Jahre Architekturerfahrung. Es ist immer so, wenn man irgendwie optimistisch kalkuliert, wie lange etwas dauert, verdoppelt, dann mal 4, nimm diese Zeit mal 4, dann seid ihr auf jeden Fall auch auf der sicheren Seite.
Das klingt jetzt, das klingt furchtbar, das klingt überhaupt nicht mutmachend.
Wie lange war das dann bei euch?
Ja, ein Jahr.
Und ihr hattet mit 3 Monaten gerechnet? Ja, wir hätten schon mal gehofft, dass wir in 3 Monaten sehr weit kommen. Natürlich haben wir nicht blauäugig gedacht, dass wir in 3 Monaten schon alles fertig haben, aber wir hatten so die Vorstellung, dass in den ersten 3 Monaten schon echt sehr, sehr viel passieren kann. Und ja, es waren am Ende dann auch 12 Monate. Es ist einfach so, beim Bauen gibt es so viele Variablen, es gibt so viele verschiedene Gewerke, verschiedenste Handwerker, die auch Zeit haben müssen, Genau. Und dann ist mal hier jemand krank und da ist kein Parkplatz verfügbar und kein Material lieferbar und und und. Also es kann dann ganz schnell sich irgendwie aufsummieren. Deswegen macht ihr euch das alle entspannter, wenn ihr lieber großzügig das Budget vervierfacht und wenn es dann am Ende schneller geht, super, dann macht noch eine.
Und sag mal, habt ihr denn das mitfinanziert oder so? Da hattet ihr ja mit einkalkuliert, hattet irgendwie eine tilgungsfreie Zeit vereinbart, sodass ihr jetzt dieses eine Jahr nicht die, die Zinsen, also nicht die Finanzierung die ganze Zeit vorfinanzieren musstet?
Wir haben die gesamte Zeit den Kredit getilgt, das haben wir mit eingerechnet. Und wir hatten bei der Immobilie, wie gesagt, einen sehr angenehmen Preis. Wir haben keine Maklergebühren gehabt und dadurch war das möglich. Das haben wir uns davor gut einmal ausgerechnet.
Okay, perfekt.
Und dadurch hatten wir auch keinen Stress. Und ich würde eigentlich jetzt immer sagen, bei Bauprojekten, auch aufgrund meiner beruflichen Erfahrung, am besten gar keinen Fertigstellungstermin sagen. Das ist mein persönlicher Tipp, weil der— ich kenne keine Baustelle und kein Heimprojekt, das jemals zu diesem Termin fertiggestellt wurde. Vielleicht gibt es die im Happy Immo Club, wer weiß. Aber Es dauert immer alles länger und man nimmt sich enorm viel Stress, wenn man nicht sagt, in 3 Monaten habe ich eine 200 Quadratmeter große Wohnung renoviert.
Ja, genau. Vor allem auch der, der Stress gegenüber Freunden, Verwandten usw. Also wir würden auch auf keinen Fall vorschlagen, schon mal alle Leute einzuladen, zu sagen, dann ist Einweihungsfeier nach der und der Zeit, sondern gerade mit solchen Daten sehr, sehr viel Luft lassen. Und gleichzeitig möchten wir auch noch mal allen Mut machen, durchaus diesen Schritt zugehen, der gründlichen Renovierung oder sogar Sanierung. Ich kenne so viele Menschen, die sich das am Anfang eben nicht getraut haben und dann nur ein bisschen Farbe auf die oberste Schicht geschmissen haben, also die sogenannte Pinselsanierung. Und dann, wenn sie erstmal eingezogen sind oder vermieten oder so, das dann die ganze Zeit bereuen und sagen, ach, hätte ich doch mal damals das gleich gründlich gemacht. Aber jetzt ist es zu spät, jetzt sind schon Mieter drin, oder jetzt ist dies schon, jetzt ist das schon. Also Macht es gleich und gleich gründlich und am Anfang und da auch von Anfang an so gedacht, dass das wieder so für 100 Jahre halten kann. Das war auf jeden Fall das Bild, was wir immer hatten, weil dieses Haus ist schon über 150 Jahre alt und wir haben gedacht, was wir jetzt da rausholen. Und wir haben alte Pitchpine-Böden in, also mit irgendwie über einem halben Meter breite Holzdielen. So was gibt es überhaupt nicht mehr. Früher wurden noch solche starken Baumstämme als Fußbodendielen verwendet, also super super, super schön. Wir haben alte Backsteinwände freigelegt, wir haben alten Stuck wieder freigelegt, der unter abgehängten Decken verschwunden war.
Also, und das hat man alles nicht gesehen, ja?
Das sind alles versteckte Schätze. Genau, wir haben es vermutet, weil wir halt ein Auge dafür haben, aber es konnte keiner von uns wirklich genau sehen, wo da noch Stuck ist.
Wahnsinn, ne? Ich war ja bei euch, war bei eurer Eröffnungsparty und ich war auch total beeindruckt. Und das war auch eine ganz tolle Party mit ganz vielen Leuten und alle waren beeindruckt. Wie toll das wirklich geworden ist. Also von daher großes Lob. Vielleicht könnt ihr uns nachher ja auch ein paar Fotos schicken, dass wir die dann auch zur Veröffentlichung der Folge hier teilen können.
Vielleicht auch Vorher-Nachher-Fotos und zwischendrin. Ja, ja, genau. Also es hat auf jeden Fall eine unglaubliche Wertsteigerung mit sich gebracht. Also Wert auch vor allem im ideellen Sinne, denn also wir haben ja wirklich den Wert insofern geschaffen, dass die ganze Wohnung auch wieder funktioniert und stabil ist. Die Leitungen sind ausgetauscht, alles ist auch wirklich funktionstüchtig und das hat hat für uns natürlich auch den Wert, weil sie ist einfach auch jetzt wieder wunderschön und in ihrem ursprünglichen Wertzustand.
Und das zahlt sich natürlich auch finanziell aus am Ende dann, wenn wir sie eventuell mal weiterverkaufen oder auch vermieten. Das war dann der zweite Schritt auf unserer Reise, die Vermietung.
Wie lief das denn mit der Vermietung? War, also jetzt habt ihr gesagt, ne, die Baustelle und euer Budget, also das Ihr habt das ja alles eingeplant, ne? Also lief ja wahrscheinlich also länger als gedacht, Budget höher als gedacht, aber ihr habt damit gerechnet. Also habt ihr das ja eigentlich auch wieder ziemlich gut gemeistert. Wie war die Vermietung?
Hattet ihr da Probleme? Nein, wir hatten Glück, dass wir gesagt haben, wir fangen an, das Ganze bei eBay zu inserieren, weil das für mich persönlich leichter war als auf anderen Plattformen. Und Da haben wir dann unsere Immobilie inseriert zu einem sehr angenehmen Preis. Also unsere Immobilie war von Anfang an nicht gedacht, dass wir damit monatlich unglaublich viel Geld machen noch zusätzlich, sondern unser Ziel ist es, dass sich diese Immobilie trägt und wir einen Puffer aufbauen können und naja, und dass sie an Wert gewinnt. Ganz genau, genau. Aber die Miete konnte deshalb sage ich mal, ein bisschen unterm Durchschnitt liegen für diese Lage. Und dadurch haben wir dann aber auch andere potenzielle Mieter angesprochen als die, die sich eventuell nur die maximale Miete hätten leisten können. Also wir hätten natürlich auch bestimmt noch mal 25 bis 50% mehr nehmen können, hätten wir das gewollt. Wollten wir aber nicht. Für uns war es wichtig, gute Mieter zu finden, einen passenden Mieter. Und wir haben Wir haben die besten Mieter der Welt gefunden. Die haben uns dann ziemlich schnell bei eBay Kleinanzeigen angeschrieben und sind dann in, ich glaube, die Woche drauf sind die dann vorbeigekommen und haben sich angeschaut, was wir dort vermieten. Und haben dann, haben wir sehr, sehr schnell gemerkt, das passt wirklich wie die Faust aufs Auge. Und wir haben dann einen Mietvertrag unterschrieben und Das ist ein Pärchen hier in Hamburg, die ein kleines Hotel haben, schon in einer Altbauwohnung an der Rotenbaumchaussee. Und die haben immer eine zweite Immobilie gesucht, in der sie etwas Ähnliches machen können, weil sie Lust hatten, sich zu vergrößern, und hatten immer so ein bisschen im Auge, so ein bisschen wie Gilmore Girls zu sein und diese kleine süße Immobilie dann als ein Hotel zu vermieten. Und das haben sie bei uns gemacht, haben jetzt dort ein kleines— das Wort Hotel ist nicht richtig, aber ein 3-Gäste-Zimmer, 3 Gästezimmer, genau, die sie wunderschön eingerichtet haben. Und das ging bei uns wirklich sehr schnell und problemfrei, die Vermietung an die beiden. Und wir haben zusätzlich zu unserem Mietvertrag, vielleicht auch noch als kleine Inspiration oder als Tipp, haben wir dem Ganzen, haben wir eine Präambel vorgehängt. Die ist war nicht rechtlich bindend, aber die wird mit unterschrieben. Und zwar, dass wir so ein bisschen die Werte festgehalten haben, mit denen wir vermieten. Das heißt, wir haben gesagt, wir sprechen miteinander, wir versuchen nicht immer sofort Anwälte mit reinzunehmen, sehen uns als Partner, wir sehen uns als Partner.
Und das fanden wir für uns einen guten Weg, und die fanden das auch gut. Ja, weil es ist ja schon so, alle Verträge, die in so einem ganzen Kaufprozess sind, sind halt am Ende des Tages ganz nüchtern Verträge, die auch in Vertragssprache formuliert sind. Es ist manchmal irgendwie natürlich nicht so leicht zu verstehen, wenn man jetzt nicht gerade Jurist ist. Und es wirkt alles oft immer sehr juristisch und auch umständlich. Und deswegen fanden wir es einfach auch wichtig, noch mal dem etwas vorwegzustellen, was wir selber formulieren, indem wir festhalten können, was wir eigentlich mit dieser Wohnung verbinden und welche Werte Wir vertreten, um da gleich mit rauszufinden, liegen wir auf einer Wellenlänge? Und das können wir eigentlich auch nur jedem empfehlen. Also es war auch mit ein Aspekt, der ja bis heute einfach ein super gutes Verhältnis zwischen den Mietern und uns besteht.
Okay, also fasse ich mal zusammen: Mit den Mietern, mit der Vermietung auch alles top. Hattet ihr denn irgendwelche Probleme?
Zu einem anderen Thema. Ja, wir hatten dann noch ein Problem, kann man ganz, ganz gut so sagen. Okay, jetzt wird's spannend. Ja, und zwar hatten wir diese wunderbaren Mieter gefunden und die haben schon angefangen, alles einzurichten, und dann war es so, dass ein anderer Eigentümer aus unserem Haus haus damit ein Problem hatte und nicht ganz diplomatisch dieses Thema an uns herangetragen hat und gesagt hat, das, was ihr da macht, ist illegal und ich zeige euch an. Das ist jetzt die Kurzversion. Okay, sehr schnell, sehr plötzlich, weil ich habe in dem gesamten Renovierungsprozess immer sehr darauf geachtet, ein gutes Verhältnis zu den anderen Eigentümern zu führen. Und hatte auch das Gefühl, dass ich mit allen gut klarkomme. Und da hatte auch bisher niemand gesagt, dass es ein Problem mit unserer Vermietung gibt. Und aus dem Nichts kam dann auf einmal doch ein Problem von einer Person, die rechtlich auch schon beruflich tätig war. Das heißt, das hatte tatsächlich Substanz, das, was diese Person dann gesagt hat. Wir können ja einfach mal— wie nennen wir ihn? Herr Klaus. Herr Klaus hat dann gesagt, er möchte das nicht. Und das war für uns natürlich mit einer enormen Schockwelle verbunden, weil wir dachten, oh Mist, was haben wir übersehen? Wir hatten im Kaufprozess einen Anwalt an der Hand, dem wir auch nicht wenig Geld gezahlt haben. Wir hatten eigentlich davor geguckt, ob alle zufrieden sind mit den Mietern, die wir dort, ja, an die wir dort vermietet haben. Und Daraufhin hat dann eine ganz große Recherchearbeit stattgefunden und wir sind jetzt froh, dass wir uns wieder als Team hatten, weil wir wirklich in der Phase sehr, sehr aufeinander angewiesen waren und das auch wahrscheinlich vielleicht gar nicht so geschafft hätten, hätten wir das nicht zu zweit gemacht.
Das glaube ich nämlich, dass das wirklich ein Thema ist, wo man sich denkt, ja, Zum Glück habt ihr das zu zweit gemacht. Zum Glück seid ihr ein Team. Zum Glück konnten wir euch helfen. Ihr habt jetzt natürlich, das muss man dazu sagen, eine ganz spezielle Immobilie erworben. Also das, was ihr sagt mit der Prüfung und den Problemen, die da jetzt kommen, die werden nicht bei einer ganz normalen Wohnung passieren. Wollt ihr darauf noch mal kurz erzählen, wie da, was genau das Problem war und warum das auf eure Immobilie zutrifft, aber eben nicht unbedingt auf andere?
Ja, also das hängt zum einen mit der Nutzung zusammen. Dass es eben keine normale Wohnung ist oder wir es jetzt nicht an jemanden vermietet haben, der diese Fläche als Wohnung nutzt. Das ist das, das eine. Und die meisten, die jetzt eine Wohnung kaufen, vermieten sie ja auch als Wohnung. Insofern, dann besteht gar kein Problem. Die Irritation, die kam in unserem Fall vor allem durch das Wort Wohnen. Und das ist sehr, sehr interessant, was wir rausgefunden haben mit tatsächlich drei verschiedenen Anwälten. Haben wir uns jetzt viele Puzzleteile zusammengefügt und jetzt ein sehr umfassendes Bild. Und grundsätzlich ist es wichtig zu verstehen, dass das Wort Wohnung in ganz vielen verschiedenen Rechtsgebieten auftaucht, aber immer etwas anderes bedeutet. Also erst mal gibt es zunächst Wohngebiet. Das ist alles, was öffentlich-rechtlich ist. Das ist dann die Frage der Lage. Wo ist mein Haus? Wo ist meine Wohnung? Und ist in diesem Gebiet nur Wohnen erlaubt oder auch etwas anderes? Also Wohnen im öffentlichen Sinne ist dann der Unterschied zu Gewerbegebiet oder Mischgebiet oder Innenstadtgebiet. Und in unserem Fall ist es schon etwas Besonderes, weil unser Haus in einem Innenstadtgebiet steht, wo es auch alle möglichen anderen Nutzungen gibt. Also da gibt es ganz viele Hotels, da gibt es ganz viel Gewerbe, ganz viel Büros und eigentlich nur wenig Wohnungen. Deswegen passt unsere, unsere Mieter passen da total gut rein. Also aus öffentlich-rechtlicher Sicht gibt es da kein Problem. Dann bedeutet Wohnung im Wohnungseigentum nochmal etwas anderes. Also das ist das private Recht, das, was dann alles geregelt wird innerhalb der Hausgemeinschaft, innerhalb der WEG. Und da ist es wichtig zu wissen, dass dann da zwar von Wohneigentum die Rede ist und das bedeutet, dass aber in dieser Wohneinheit dann all das gemacht werden kann, was Wohnen oder dem Wohnen ähnlich ist.. Und das, was wir, also unsere Mieter machen, ist halt dem Wohnen ähnlich, weil es sind ja 3 Gästezimmer. Das heißt, da wohnen auch Menschen. Das ist also, fällt total in diesen Bereich des Wohnungseigentums hinein.
Es ist keine Schmiede oder eine Arztpraxis oder keine Bäckerei, sondern es ist etwas, dem Wohnen ähnlich ist.
Genau. Und deswegen ist Wohneigentum, umfasst da ganz viel. Dann gibt es in sehr vielen anderen gespannten Märkten in vielen Städten, so auch bei uns in Hamburg, Wohnraumzweckentfremdung. Das ist ein eher ein politischer Begriff, der darauf abzielt, eher so auf Airbnb-Vermietung, wenn halt Wohnungen durch Firmen angemietet werden und dann dem Wohnungsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen, weil sie eben nur gewerblich genutzt werden. Und das will natürlich, soll natürlich politisch irgendwie eingedämmt werden. Und das war in unserem Fall auch der Vorwurf, dass wir Wohnraum zweckentfremden würden. Und das traf aber nicht zu, weil es war halt vorher auch nie eine Wohnung. Das heißt, wir haben niemandem Wohnraum weggenommen und laut Wohnungseigentum fällt es auch in den Bereich, was unter Wohnungseigentum zulässig ist.
Genau. Und davon haben wir jetzt dann auch einen kleinen Tipp. Und zwar, wenn ihr könnt, guckt euch die Bauakte zu eurer Wohnung oder zu eurer Immobilie an, denn wir haben dann im Rahmen von diesen Problem, das genau das gemacht und haben uns die gesamte Bauakte angeguckt. Das waren knapp 300 Seiten und super spannend, super interessant, und konnten wirklich nachweisen, dass in unserer Immobilie noch nie ein Mensch gewohnt hat, weil es zum Beispiel von Vorkriegszeit eine Genehmigung gab für ein Werbeschild, weil dort dann ein Bürovermieter drin war, also jemand, der der Büromöbel verkauft hat. Und auf Grundlage von dieser Bauakte, die bis ins Altdeutsch ging, die dann eine Tante von mir übersetzt hat, weil sie Altdeutsch kann, konnten wir sozusagen nachweisen, dass die gesamte Zeit dort immer, dass da nie jemand gewohnt hat. Und das war zum einen super spannend.
Das ist ja verrückt, wie gut, dass sie da reingeguckt hat und die gelesen hat. Ja, und das ist auch echt ein Tipp, also jetzt unabhängig Unabhängig davon, was ihr habt, das ist insgesamt super spannend, in die Bauakte Einsicht zu beantragen. Da geht ihr einfach zum zuständigen Bauamt und sagt als Eigentümerin oder als beabsichtigte Eigentümerin, man braucht natürlich irgendwie Nachweis, warum man dazu berechtigt ist, in die Bauakte Einsicht zu nehmen, und dann bekommt man die Akte ausgehändigt, kann da drin lesen, man kann Fotos machen, kann Kopien machen und zahlt dann eine gewisse Gebühr, die aber total überschaubar ist. Also Also ja, keine große. Ja, aber was ihr da erfahrt, ist super spannend. Also es wird dann auch deutlich, was sind schon mal für Bauanträge gemacht worden? Wurden die genehmigt? Wurden die abgelehnt? Wie ist so die Stimmung immer zu welcher Zeit in der Stadt gewesen? Was gab es auch in der Vergangenheit für Themen? Also für uns war das super, super spannend. Und jetzt rückblickend bei diesem ganzen Problemthema sind wir total dankbar, dass uns, dass wir mit diesem Thema konfrontiert wurden, weil wir haben unser Wissen unglaublich erweitert. Wir haben so viel dazugelernt, also auf verschiedenen Ebenen, auch glaube ich auf der, auf der menschlichen Ebene, auf unserer Beziehungsebene. Wir haben, wir wurden da auch ganz schön auf die, auf die Probe gestellt und sind jetzt aber total gestärkt daraus hervorgegangen und geben dieses Wissen und alles, was wir auf dem Weg dahin gelernt haben, wirklich super gerne weiter. Also wer mal ähnliche Themen hat, wendet euch gerne an uns. Uns. Das ist ein Wissen, was wir jetzt so herausgefunden haben, was aber auch keiner der 3 Anwälte für sich genommen im Überblick hatte.
Jeder hatte halt sein eigenes Fachgebiet. Es gab die, die sich mit dem Privatrechtlichen auskannten, es gab die Person, die sich mit dem Öffentlich-Rechtlichen auskannten, und es gab niemanden, der sich so mit allem auskannte. Wir kennen uns jetzt mit allem aus und in der Form und haben auch noch mal gelernt, dass die Teilungserklärung, nämlich wo dieses Wort Wohnen aufgetaucht ist, womit sich dann alle sehr schwer getan haben, das, oder womit unser Miteigentümer, ja doch, also unser Nachbar, Mitglied der Hausgemeinschaft, genau, unser Nachbar hat sich an diesem Wort so aufgehängt. Und dann haben wir auch rückblickend noch einmal erfahren, dass diese Teilungserklärung nicht stärker ist als das öffentliche Recht. Das heißt, wenn das öffentlich-rechtlich erlaubt ist, ist dort ein Gewerbe, was sich in die Umgebung einfügt, also nichts mit Gestank, nichts, keine Autowerkstatt etc., sondern etwas, was diesem Wohnen ähnlich ist. Wenn sich das öffentlich-rechtlich erlaubt ist, was es bei uns war oder ist, dann wird es durch eine Teilungserklärung, die nachträglich entsteht, nicht enthebelt, sondern nur ein bisschen eingeschränkt.
Okay, das nehmen wir auch mit. Ja, also das heißt, ihr habt, ihr wurdet quasi angegriffen von einem Miteigentümer, also jemand aus der WEG, der euch eure Nutzung untersagen wollte. Ihr habt gekämpft, ihr habt euch informiert, ihr habt eben wirklich euch ganz tief reingekniet, habt die Sachlage geklärt und habt gewonnen.
Das kann man so sagen. Ihr habt euer Recht durchgesetzt. Ja, nicht unser Recht, sondern eigentlich das objektive Recht, was da, was gilt, was nur nicht so direkt auf der Straße lag, sondern wir mussten das ziemlich ausbuddeln, kann man sagen.
Und würdet ihr sagen, das hat sich gelohnt? Oder würdet ihr im Nachgang jetzt sagen, das war Pain in the Ass, nie mehr wieder so eine Immobilie kaufen?
Das hat sich total gelohnt. Ja, also es hat sich auf allen möglichen Ebenen ausgezahlt. Wir sind ja, wir sind jetzt viel, viel umfassender informiert, haben so viel dazugelernt, haben direkt danach gedacht, jetzt könnten wir eigentlich auch mit dem Wissen gleich die nächste Immobilie kaufen und können auch wirklich dieses ganze Wissen weitergeben an andere, die mal in der Situation sind.
Also es hat sich gelohnt und es ist auch Teil von einer Investition. Also für uns war das eine andere Form von Invest, nicht ein monetäres Invest, sondern ein Invest unserer Zeit und unserer Nerven, das sich aber gelohnt hat. Und das geben wir sehr, sehr gerne an alle möglichen Menschen, die sich dafür interessieren, weiter. Und es hat uns auch persönlich noch mal darin bestärkt, dass wir uns nicht haben einschüchtern lassen. Das ist auch noch so ein Tipp. Tipp: Wenn ihr euch sicher seid, dass ihr Recht habt und dass ihr auch nichts macht aus irgendeiner, aus einem bösen oder einem destruktiven Ansporn, dann lohnt es sich, dafür zu kämpfen. Und das hat sich bei uns auch bestätigt, und wir haben jetzt eine Genehmigung für alles, was wir dort machen, und es kann uns niemand mehr irgendwie diese Genehmigung wegnehmen.
Ja, mega! Ich würde sagen, es hat sich total gelohnt. Vielen Dank, dass ihr das geteilt habt, und vor allem für die Möglichkeit, ne, dass ihr anbietet, dass ihr dieses Wissen eben auch weiter teilt, nicht nur hier im Podcast. Das heißt, alle, die jetzt zuhören und die sagen, sie haben dazu noch Fragen, wendet euch an Julia, wendet euch an Eva. Am besten schreibt ihr einfach uns, wir geben das weiter. Wir sind jetzt hier am Ende des Podcasts. Was sind eure 3 Tipps, die ihr den Hörerinnen noch mitgeben möchtet?
Also erstens: Keine Sorge vor dem Wohnungskauf zu zweit. Rückblickend ist es für mich eine absolute Bereicherung gewesen. Und ich war in den letzten Jahren so oft an dem Punkt, dass ich gedacht hätte, hätte ich das alleine wirklich auch so gut überstanden?
Also keine Sorge vor Wohnungskauf zu zweit. Ihr ergänzt euch immer sehr gut. Julia hatte die ganze bürokratische Ahnung, als es dann um Bauanträge etc. ging. Ich hatte die Zeit, die Baustelle zu betreuen. Und das sind nur zwei Beispiele, wo wir uns super gut ergänzt haben.
Okay, Punkt 2: Keine Angst vor grundsätzlicher Renovierung. Auch das zahlt sich am Ende des Tages immer aus. Also macht es am Anfang einmal richtig ordentlich, richtig gut, und haucht auch alten Wohnungen wieder eine langlebige Substanz ein.
Und dritter Punkt: Keine Angst, sich in jungen Jahren zu verschulden. Das war meine große Angst mit Ich war damals, als wir die Immobilie angeguckt haben, 26, hätte nie gedacht, dass ich mich mit 26 verschulde. Das war immer so in meinem Kopf drin, dieses Wort Schulden war unglaublich stark. Und das Ganze fühlt sich jetzt gar nicht mehr so an. Es ist gar keine Angst mehr da. Ich fühle mich total gut. Jetzt auch, wo ich meine Tochter habe, habe ich sozusagen schon für meine Rente jetzt schon vorgesorgt und hätte nie gedacht, dass ich das mache, und bin total froh, dass ich es gemacht habe.
Und die Angst kann ich wirklich allen Leuten nehmen, mit Mitte 20 so einen Schritt zu gehen. Wunderbar, dann fasse ich zusammen: Also keine Angst vor Schulden, ganz besonders im jungen Alter, keine Angst davor, zu zweit zu kaufen, das bringt euch nur Vorteile, und keine Angst vor Renovierung, die Sachen einmal wirklich richtig in die Hand zu nehmen, und dafür hat man danach seine Ruhe, ne? Wunderbar, das war ein ganz tolles Gespräch. Vielen, vielen Dank, dass ihr euch so lange Zeit genommen habt.
Habt, und ich würde sagen, bis ganz bald.
Bis bald! Bis bald, tschüss Anais! Ciao! Spring just slid into your DMs. Grab that boho look for that rooftop dinner, those sandals that can keep up mit euch, und hängt some String Lights to give your Patio a Glow Up. Spring's calling.
Ross, work your magic.
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