Let's talk Mrs. Property - mit Maike Kipker
3 Nov 2022 · 27 min
In this episode of the Happy Immo Podcast, host Anais interviews Maike Kipker (aka Mrs. Property), a former biotech researcher and management‑consultant turned real‑estate investor and entrepreneur. Maike recounts her unconventional career trajectory, the moment she realized the limits of the “hamster wheel,” and how she built a portfolio of eight rental units across six properties since 2019. She explains why she chose real‑estate over stocks—particularly to fill the gender‑representation gap—and highlights the power of mortgage leverage to amplify returns. The conversation delves into common barriers (lack of awareness, bank access, gender bias), practical ways to overcome them (education, community networks, confidence with banks), and concrete risk‑management tactics such as tenant screening, security deposits, and debt‑service strategies. Maike also shares her hands‑on experience with property management, remote oversight, and renovation projects. Finally, she introduces her new venture, Cashflow Consulting, which helps self‑employed professionals improve profitability to fund further investments, and offers three actionable tips for women investors: confidence in financing negotiations, leveraging empathy and negotiation skills, and prioritising financial literacy and independence.
Chapters
Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast Maike Kipka oder Mrs. Property oder wie sie jetzt heißt, wird sie uns gleich erzählen. Maike, ich freue mich total, dich hier am Mikro zu haben. Herzlich willkommen!
Anais, danke für die Einladung.
Wir starten immer mit einer kurzen Vorstellung des Gastes. Erzähl mal was zu deinem Werdegang. Wer bist du?
Ich bin Maike, ich bin 36 Jahre alt, verheiratet, wohne im wunderschönen München und habe, ja, glaube ich, sowohl beruflich als auch privat schon ziemlich viel erlebt. Vielleicht fangen wir mal mit dem Beruflichen an. Ich habe ursprünglich mal molekulare Biotechnologie studiert. Das ist jetzt aber auch schon eine Weile her. Habe dann lange in der chemischen Industrie gearbeitet, erst in der Forschung, dann irgendwann in strategischeren Positionen. New Business Development habe ich gemacht. Und ja, ich bin irgendwie so ein Typ, ich mag die Herausforderungen, und wenn es mir langweilig wird, dann suche ich mir was Neues. Und so hat es mich dann nach meinem MBA in die Unternehmensberatung verschlagen. Habe dann 3 Jahre in der Unternehmensberatung gearbeitet. Ist eigentlich eher ungewöhnlich, viele gehen nach dem Studium in die Beratung und dann in den Konzern. Bei mir war es andersrum. Und ja, habe dort dann wiederum in der chemischen Industrie strategische Projekte beraten und hatte da wirklich ganz, ganz viel viel Spaß. Und währenddessen ist so ein bisschen die Leidenschaft für das Investieren entstanden und auch gewachsen. Es gab so einen Aha-Moment, das war bei mir 2015, wo ich verstanden habe, warte mal, wenn ich jetzt einfach nur immer mehr arbeite, mich immer besser qualifiziere, immer mehr Geld verdiene, Klammer auf, immer mehr Steuern bezahle, Klammer zu, wie sieht denn dann mein Leben eigentlich in 10 Jahren aus? Und da hatte ich wirklich verstanden, ich bin auf dem allerbesten Weg in das berühmte Hamsterrad und Das sollte nicht sein. Dann habe ich erst also wirklich meine Finanzen durchstrukturiert, habe dann 2017 die ersten Aktien-ETFs gekauft, und 2019 kamen dann die Immobilien dazu. Da gehen wir bestimmt gleich noch mal tiefer drauf ein. Und so ist dann quasi aus dieser Leidenschaft fürs Investieren mit dem Ziel der finanziellen Freiheit und den Skills aus der Unternehmensberatung mein erstes selbstständiges Business Mrs. Property entstanden, wo ich dann Anfang 2020 angefangen habe, Menschen dabei zu begleiten, ihre erste vermietete Eigentumswohnung zu kaufen. Eben aus den Erfahrungen heraus, die ich gesammelt habe beim Aufbau meines kleinen Bestandes. Und ja, ich wollte einfach, dass noch viel, viel mehr Menschen wissen, wie das mit der Immobilie als Kapitalanlage funktioniert. Und ich glaube, da teilen wir so ein bisschen unsere Mission oder Vision. Und ja, du hast es eben schon angedeutet. Jetzt seit ein paar Monaten habe ich ein zweites Business. Gestartet, was wiederum so ein bisschen back to the roots. Da geht es jetzt wieder mehr um das Thema Unternehmensberatung, wo ich Selbstständigen und Unternehmern beim Thema Finanzen in ihrem Business helfe.
Okay, super spannend. Warum hast du dich denn am Anfang auf die Immobilien fokussiert und nicht auf ETFs oder Aktien?
Also mein Gefühl ist, dass das Thema Aktien und ETFs schon ziemlich erschlagen ist. Also da gibt es ja auch ganz, ganz viele, gerade weibliche Vorbilder, mal angefangen bei Madame Moneypenny, die mir jetzt als Erstes einfällt, die auch so ein bisschen mein Einstieg in das Thema war. Ich habe gedacht, die Nische ist schon sehr, sehr gut besetzt und auch bedient. Aber das Thema Immobilieninvestments von einer Frau dargestellt, da fallen mir jetzt nur wenige Personen ein, die es damals schon gab. Und ich habe immer gedacht, ich meine, wir kennen die Social-Media-Welt und die Medienwelt und alles, was sich rund um das Thema Immobilien tummelt. Und das sind halt alles so ich sage mal Marketingbotschaften, mit denen ich mich auch nicht unbedingt identifizieren konnte. Also werde krass schnell reich mit Immobilien ohne Eigenkapital. So, nee, das so ist es halt nicht. Und das Ganze dann irgendwie gepaart mit dem dunklen Anzug und dem dicken Auto. Ist jetzt sehr stereotyp, das weiß ich, aber das ist halt nicht das, wo ich mich mit identifizieren konnte. Und ich habe immer gedacht, das muss doch irgendwie noch auch anders zu transportieren sein, das Thema. Und offensichtlich ist mir das ja ganz gut gelungen.
Ja, das ist ja total super gelungen. Und wir hatten genau den gleichen Gedanken, dass wir, also Maja und ich, wir haben eben auch gedacht, dass uns die Welt eben immer von einer bestimmten oder immer auf eine bestimmte Art und Weise erklärt wird und die uns aber gar nicht anspricht. Ja, auch so von dem schwarzen Junggesellensofa. Ja, und dann eben auch die Botschaften und so. Und irgendwie haben wir auch gedacht, nee, das muss man irgendwie auf eine andere Art machen. Und deswegen finde ich total toll, dass es eben auch dich gibt, Und ein paar andere Frauen gibt es ja auch, aber sehr wenige. Aber vielleicht werden es immer mehr und das ist doch super. Was findest du denn das Beste an Immobilien? Oder warum würdest du jedem raten, in Immobilien zu investieren?
Also das Beste an Immobilien für mich ist definitiv der Fremdkapitalhebel. Also das habe ich auch erst, beziehungsweise begreife ich jetzt auch nach wie vor Jahr für Jahr immer mehr und immer tiefer, wie mächtig das eigentlich ist. Wenn ich jetzt sagen wir mal 20.000 € übrig habe. Und wenn ich jetzt 20.000 € an die Börse investiere, dann habe ich halt 20.000 € investiert. Wenn ich 20.000 € in Immobilien investiere, kann ich roundabout 200.000 € investieren. Und dann arbeiten eben nicht nur 20.000 € für mich, sondern 200.000 € für mich. Und ja, wenn man das mal über die Zeit beobachtet, was da wirklich an Rendite erwirtschaftet wird, auch auf Kapital, was ich selber nicht eingesetzt habe, was jeden Monat an Tilgung in den Vermögensaufbau fließt. Das ist einfach nur mächtig und durch Aktien nicht zu schlagen.
Ja, genauso sehe ich es auch. Ich liebe auch den Eigenkapitalhebel. Und was glaubst du, warum nicht jeder, jede diesen Hebel nutzt? Gibt es da, was sind die Ängste oder was sind die? Ist es vielleicht erst, bevor wir zu den Ängsten und Sorgen kommen, Ist das vielleicht, dass das einfach nicht jedem bewusst ist? Vielleicht muss man das einfach noch viel stärker transportieren, dass das eben der Gag ist an Immobilien, ohne eben gleich auf dieses Thema werde reich mit Immobilien mit null Eigenkapital, aber in 3 Jahren.
Also ich glaube ja, Bewusstsein ist sicherlich das eine Bewusstsein über die Möglichkeiten. Aber ich glaube auch, dass tatsächlich wir das Thema Voraussetzungen auch besprechen dürfen. Also ich glaube, es ist ja auch ein offenes Geheimnis: Je besser man verdient, je mehr Geld man vielleicht schon zur Seite gespart hat, desto leichter ist es natürlich auch, da Darlehen von der Bank zu bekommen. Das war so meine Erfahrung, dass die Bank mir wirklich, ja, verheiratet, keine Verbindlichkeiten, keine Kinder, ja, den roten Teppich ausgerollt hat. Und gut, jetzt werden die Vorgaben ja auch immer, immer strenger. Aber also so dieses, das ist für jeden möglich, das würde ich so tatsächlich gar nicht unterschreiben. Aber ich glaube tatsächlich, dass es für viele möglich ist, die es aber nicht wissen. Und da sind wir beim Thema Bewusstsein. Es gibt viele Menschen, die gut verdienen, die auch, ja, sparsam oder vernünftig leben, die definitiv die Möglichkeiten haben.
Und denen ist es häufig gar nicht bewusst. Ja. Und wie würdest du das ändern wollen? Würdest du das überhaupt ändern wollen? Oder sagst du, ist dir eigentlich egal, was die anderen Leute machen? Aber die sollen mir nicht die Immobilien wegkaufen. Genau, das ist nämlich auch so ein bisschen das, was wir immer hören. Also ich habe schon total oft gehört von Männern, meistens: Anna, das ist total dumm, dass du die Happy Immo gegründet hast, weil damit wird deine Konkurrenz ja viel größer auf dem Immobilienkaufmarkt.
So eine lustige Idee. Ja, dafür bin ich ja auch mit Mrs. Property angetreten, um das Thema wirklich noch mal in die Breite zu streuen und dem Ganzen auch noch mal ein Gesicht zu geben, um noch mal viel mehr Menschen anzusprechen. Weil, also ich glaube tatsächlich, Immobilien sind ja genug da für alle. Ja, am Ende kriegt halt der oder diejenige den Zuschlag, die vielleicht sich am tiefsten reinkniet, am engagiertesten ist in der Akquise, beim Suchen, und vielleicht auch am Ende überzeugt. Also ein Konkurrenz- Grenzgedanken hatte ich da definitiv überhaupt nicht.
Dafür ist Deutschland groß genug.
Sag mal, wie viele Immobilien hast du denn jetzt? Sind jetzt 8 Wohneinheiten, 8 Eigentumswohnungen, die in 6 verschiedenen Liegenschaften sind. Und wann hast du angefangen mit Immobilien? 2019?
2019 habe ich die erste gekauft. Genau. Also hast du im Schnitt, kaufst du im Schnitt 2 Immobilien pro Jahr?
Ja, wobei ja, die ersten kamen relativ schnell hintereinander. Das war so, war auch vielleicht so ein Erlebnis oder auch ein Tipp. Ich habe dann wirklich das Thema Immobilien mal für mich priorisiert und habe gesagt, okay, ich gebe jetzt einfach mal Vollgas. Und dann fällt eben auch mal der Grillabend mit Freunden abends aus, weil ich irgendwie noch ein Protokoll gegenlesen muss, so zum Beispiel. Und hatte dann tatsächlich die ersten 4, glaube ich, schon in 3 Monaten oder so. Also wenn man, wenn man da mal wirklich Energie reinsteckt in das Thema, sondern ja Momentum erzeugt, den Ball ins Rollen bringt, dann ja, klappte das bei mir relativ gut schnell. Die letzte habe ich gekauft Anfang 2021. Das ist jetzt tatsächlich schon ein bisschen länger her, hängt natürlich jetzt aber auch mit der, mit der Gründung zusammen. Ich bin jetzt seit 2 Jahren knapp selbstständig und muss mir jetzt erst mal wieder für die Bank neuen Track Record aufbauen.
Ja, wenn du seit 2 Jahren unterwegs bist, dann hast du den ja bald. Also man braucht ja so ein bisschen paar Jahre Proof of Concept.
Genau.
Und was ist dein Tipp? Wie schafft man das, dass man den Ball so ins Rollen kommt? Denn wir beobachten auch, dass Ich glaube, dieses ganz am Anfang sein, das ist das Schwierigste. Dieses wirklich starten, Fokus auf die Immobilie, wissen, was ich suche, und das dann auch wirklich durchziehen. Weil wir haben viele Frauen, die starten auch unseren Kurs und finden das alles super und so, aber genau, da kommt der Ball nicht so richtig ins Rollen. Und wir hätten aber natürlich sehr gerne, dass er bei jeder, bei jedem wirklich ins Rollen kommt. Deshalb, vielleicht hast du ja Tipps, wie man das schaffen kann.
Ja, ich glaube, da gibt es verschiedene Strategien, je nachdem, was man vielleicht auch so für ein Typ oder Lerntyp ist. Also für einige reicht es ja irgendwie, sich mit Büchern, Podcasts, Free Content, so wie wir das ja jetzt hier auch machen, zu beschäftigen. Und das reicht im Prinzip als Initialzündung und als Energie, dass die dann wirklich ins Umsetzen oder ins Tun kommen. Gut, andererseits, was vielen fehlt, und ich glaube, das ist dann vielleicht auch die Herausforderung, ja, wenn ich eben das so für mich alleine mache, ist dann der Austausch wirklich mit Menschen, die das Ganze schon mal erlebt haben, ne. Also keine Ahnung, man kann ja zum Beispiel auch auf Stammtische gehen oder sich in Facebook-Gruppen organisieren, dass man da wirklich mal einen persönlichen Kontakt bekommt und sich wirklich mit Menschen austauscht, die mal mindestens eine Immobilie gekauft haben, die auch diesen ganzen Prozess kennen und da vielleicht einfach noch mal mit ein paar Worten oder einer helfenden Hand bereitstehen können.
Lustig, dass du das sagst, Leute, die schon mal eine Immobilie gekauft haben, denn wir hören auch super viele Sorgen, eben so was wie, ich habe Angst vor Mietnomaden oder so, und das kommt meistens von Freunden, die eben noch keine Immobilie gekauft haben. Deshalb, ich würde auch sagen, dass ein guter Tipp ist, tatsächlich mit den Leuten zu sprechen, die das eben schon gewagt haben und einmal durch den ganzen Einkauf und so was durchgegangen sind. Wir können ja mal so eine kleine Fragerunde spielen. Ich sag die Ängste und du sagst, was du darauf antwortest.
Also größte Sorge oder eine große Sorge: Mietnomaden. Was sagst du dazu? Also habe ich in meiner, gut, kurzen Karriere jetzt, 3 oder 4 Jahre, mal 8 Einheiten nicht erlebt. Ich glaube, dass man bei der Mieterauswahl ganz, ganz viel richtig machen kann. Das sind natürlich immer zwei Fälle. Entweder man kann kaufen Mieter mit. Da sollte man natürlich sich wirklich bescheinigen lassen, dass auch immer Mieten gezahlt wurden. Zum Beispiel, wenn ich einen Mieter selber aussuche, dann kann ich, glaube ich, durch eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung zum Beispiel, die ich mir zeigen lasse, oder auch ja die entsprechenden Prüfkriterien, da ganz, ganz viel richtig machen. Und Mietnomaden bedeutet ja wirklich, das sind Menschen, die gar nicht vorhaben jemals Miete zu zahlen. Also ich habe so eine goldene Regel: Schlüsselübergabe gibt es nur, wenn die, wenn die Kaution schon da ist, zum Beispiel. Dann habe ich mal mindestens 3 Monatsmieten Kaution auf meinem Konto. Ja, wie gesagt, ich glaube, da kann man bei der Mieterauswahl sehr, sehr viel richtig machen.
Und das Risiko ist tatsächlich in der Wahrnehmung größer, als es, glaube ich, statistisch ist. Genau, wir sagen auch, also statistisch sind es 3% in Deutschland und wir sagen auch dann, wenn ihr wirklich Angst habt, dann legt euch 3% jeden Monat von der Miete zurück, und dann habt ihr auch irgendwann was auf dem Konto, womit ihr eben diesen Mietausfall decken könnt. Genau, und irgendwie ist das auch so ein— das hast du sehr gut, sehr, sehr einfach entkräftet, dass man einfach fragen kann, zeig mir doch, wie du deine letzten Mieten gezahlt hast, oder so, also dass man Nachweise zeigen kann über die letzten Mietzahlungen und so weiter.
Was sagst du zum Thema Schulden? Ich habe Angst vor Schulden. Ja, muss man natürlich relativieren. Also man darf ja auch immer den Vermögenswert dagegenhalten, sozusagen. Also ja, du hast Schulden bei der Bank, aber ja, dir gehört auch das Objekt. Und solange das im Verhältnis steht, idealerweise das Objekt mehr wert ist, als du Schulden hast, hast du eine, also eine positive Vermögensbilanz. Und ja, wer Angst hat vor Schulden, Ich meine, da gibt es ja verschiedene Maßnahmen, wie man damit umgehen kann. Entweder man zieht die Tilgung hoch und sagt okay, ich tilge vielleicht statt 2 sogar 3% oder noch mehr. Ich ziehe jedes Jahr die Sondertilgungsoption, um da schneller runterzukommen von den Schulden, wenn es wirklich das Problem ist. Aber wie gesagt, einfach immer den Vermögenswert dagegenrechnen, in einer werthaltigen Lage investieren. Was natürlich nicht passieren sollte, ist, dass die Immobilie irgendwann weniger wert ist, als ich Schulden habe und ich in ein negatives Verhältnis rutsche. Aber ja, gibt es glaube ich viele Möglichkeiten, damit umzugehen.
Sich den Wert bewusst zu machen, ist mal für das eigene Gefühl glaube ich das Wichtigste. Aber genau davor haben die meisten glaube ich Angst, oder? Dass die Immobilie eben weniger wert ist, als sie Schulden haben. Im Prinzip ist die Bank ja auch nicht blöd und würde eben auch keinen Kredit geben für eine Immobilie, deren Wert sie viel niedriger einschätzt.
Wie stehst du dazu? Ja, das sehe ich auch zu dieser Frage. Genau, die Bank ist definitiv dein strategischer Risikomanagementpartner. Und wenn dir die dritte Bank in Folge sagt, nein, das Objekt finanzieren wir nicht, dann solltest du das auch nicht kaufen. Das ist, glaube ich, ganz klar. Und ich denke mal, je mehr Zeit und Energie man in die Akquise steckt, desto eher schafft man es dann auch mal wirklich ein Schnäppchen zu machen und tatsächlich auch unter Marktwert einzukaufen. Im Moment haben wir ja wieder ganz spannende Zeiten am Markt, ja, so dass das Verhältnis von Schuld zu Wert einfach von vornherein günstig ist für dich.
Wir sehen gerade ziemlich viele Objekte, die von der Bank— also wenn wir die rechnen, dann rechnen sich die Objekte erstmal nicht cashflowmäßig.
Allerdings werden die Objekte von der Bank fast doppelt so hoch bewertet wie der Kaufpreis ist. Willst du sowas kaufen? Die Bank bewertet es doppelt so hoch und der Cashflow passt trotzdem nicht.
Der Cashflow passt nicht, weil die Zinsen einfach so hoch sind im Moment.
Ja, okay. Nee, also meine Strategie war tatsächlich immer, die Objekte mindestens mal am Anfang auf eine schwarze Null zu haben, vielleicht eine kleine Zuzahlung irgendwie im zweistelligen Bereich zu leisten, aber auch wirklich nur, wenn ich mir Potenzial einkaufe. Also ich denke jetzt gerade konkret an eine Wohnung. Die liegt in Essen in einem guten Stadtteil. Da wohnt ein altes Ehepaar drin. Die ist deutlich zu niedrig vermietet. Da habe ich mir quasi durch diesen negativen Cashflow, also es war mir bewusst, aber ich habe mir das Potenzial eingekauft, dass wenn dort ein Mieterwechsel stattfindet in ein paar Jahren und ich die Wohnung wirklich renoviere oder sogar kernsaniere, wahrscheinlich, dass sie dann im Wert steigt. Und dann wird es auch mit dem Cashflow passen. Man muss halt immer schauen. Klar kann man auch monatlich einiges dazu zahlen. Ja, dann kann man sich aber auch überlegen, dann ist es vielleicht eine Immobilie und nicht 2, 3, 4, 5. Ja, das kann man vielleicht einmal machen. Und ich glaube, das ist eine Frage einfach der persönlichen Strategie. Also ich persönlich würde wahrscheinlich weiterschauen oder die Immobilie dann gleich wieder verkaufen, wenn denn der Wert tatsächlich so hoch ist. Machst du das denn generell? Machst du Fix Flip? Nee, nein. Also ich habe eine Wohnung mal kernsaniert.
Das hat mir gereicht.
Warum? Weil das so viel Arbeit war? Ja, genau. Also ich hatte, ich hatte schon, schon Spaß dann irgendwie an dem, an dem Ergebnis hinterher. Aber ich hatte damals einfach neben dem Beruf überhaupt nicht die Kapazität, das vernünftig wirklich unternehmerisch zu betreiben. Also ich habe mir irgendwie zwei Angebote eingeholt und habe das günstigere genommen. Ich habe da jetzt keine große, große Wissenschaft draus gemacht. Mir war wichtig, dass das irgendwie schnell und zuverlässig durchläuft, die Sanierung. Führung nicht mit dem, mit dem Ziel, möglichst wenig Geld reinzustecken und möglichst viel hinten raus zu realisieren, sondern ich wollte die schnell in die Vermietung bringen.
Nee, Fix und Flip ist nicht mein Geschäftsmodell. Und da hast du jetzt schon wieder einen super Punkt angesprochen.
Kann man sich denn neben dem Beruf ein Immobilienportfolio aufbauen? Ja, ich meine, muss man ja, ne? Irgendwo muss ja die Bonität für die Bank herkommen. Ja, das heißt, ja, es geht neben dem Beruf. Und also bei mir war es wirklich so, dass ich dann teilweise abends um 10 vielleicht noch da gesessen habe, Unterlagen geprüft habe, mir eine Telefonliste geschrieben habe für den nächsten Tag und ja, das dann einfach irgendwie in Pausenzeiten abtelefoniert habe, dann Kontakt hatte mit der Bank, mit dem Makler. Also stressig ist es, das darf man sich glaube ich auch keiner Illusion hingeben. Es ist schon Arbeit und Energie erforderlich, aber klar geht das neben dem Beruf.
Und irgendwann ist es ja auch vorbei, oder? Also wenn man die Wohnung gekauft hat, wie machst, wie verwaltest du deine Wohnung?
Verwaltest du die selber? Oder hast du das abgegeben? Genau. Also dadurch, dass ich ja keine ganzen Mehrfamilienhäuser habe, sondern Wohneigentum in Mehrfamilienhäusern, sitzt immer eine Hausverwaltung drauf. Das heißt, so das ganze Thema Hausgeldabrechnung kriege ich natürlich vorbereitet. Aber um mein Sondereigentum kümmere ich mich komplett selbst. Also Neuvermietung habe ich jetzt mal abgegeben an eine Maklerin. Da lasse ich mich aber auch immer ganz gerne jetzt von meinen Mietern unterstützen. Das funktioniert auch ganz gut. Wie machst du das? Nachmieter zu finden. Also die, die inserieren die Wohnung, führen die Besichtigungen durch und ich lasse mir dann im Prinzip Kandidaten zuschicken und dann telefoniere ich mit denen. Ich bin jetzt einfach durch, bin jetzt vor einem halben Jahr nach München gezogen und die Wohnungen sind in Essen. Deswegen bin ich da ein bisschen gehandicapt sozusagen, aber funktioniert bisher einwandfrei. Und das ist genau das, was du sagst. Natürlich, der, der initiale Aufwand ist groß. Also gerade beim ersten Mal, wenn man noch keine Bank hat, wenn man noch keinen Standort hat, wenn man noch keine Maklerkontakte hat, dann ja. Ist der Aufwand groß. Ist die Immobilie erst mal gekauft und im Bestand und vermietet, ja, dann ist eigentlich idealerweise natürlich Ruhe und dann hat man relativ wenig damit zu tun.
Was ist denn dann genau der Stress? Denn das höre ich schon ziemlich oft, dass Leute mir sagen, nie, darauf haben sie überhaupt keine Lust und sie haben auch keine Zeit dafür und sie haben auch keine Lust, dass irgendwie sonntagabends ein Anruf kommt vom Mieter, Wasserrohrschaden, komm schnell her, hilf mir.
Wie oft hattest du so einen Anruf? Gar nicht. Nie. Also ich hatte mal einmal am Freitagabend, dass die Heizung nicht funktioniert hat. Dann habe ich die Telefonnummer vom Gas-Wasser-Installateur um die Ecke weitergegeben. Dann haben sich die Mieter selber gekümmert. Ich habe die Rechnung bekommen und bezahlt und fertig ist. Also ich glaube, viel ist davon konstruiert bzw. ausgedacht und nicht, nicht in der Realität tatsächlich so. Und vor allem gerade das Thema Wasserschaden kümmert sich ja eh die Hausverwaltung drum. So, weil das, das ist das Gemeinschaftseigentum. Ja klar, ich muss natürlich initial irgendwie Bescheid sagen, aber ich setze mich dann ja nicht ins Auto und fahre hin.
Genau. Und ich glaube, es gibt auch viele Ängste und Sorgen, die man sich auch einfach, wenn man mal drüber nachdenkt, wie oft man selber in einer Wohnung gewohnt hat, in der plötzlich ein Wasserschaden passiert ist, wahrscheinlich noch nie. Dann weiß man auch, wie häufig so was vorkommen wird. Ja, also es gibt einfach auch viele Ängste, wenn man ein bisschen drüber nachdenkt. Bringt oder von außen drauf schaut, dann sind die, kann man die Ängste dann doch sehr relativieren. Ja, das denke ich auch. Hast du beobachtet, dass weniger Frauen in Immobilien investieren als Männer? Fällt Frauen das leichter, schwerer?
Machen sich Frauen mehr Sorgen? Also ich habe es mal hier und da beobachtet. Natürlich, wenn man irgendwie mal auf so Netzwerkveranstaltungen, Stammtische, Roundtables, Workshops geht, dass da die Zahl der Frauen, die teilnehmen, geringer ist. So, und das war ja auch mit ein Grund, warum ich gesagt habe, ich gehe mit Mrs. Property raus und ich will dem Ganzen auch irgendwie noch mal ein weibliches Gesicht geben. Meine Kundschaft, also die Menschen, die ich dann begleiten darf und durfte auf dem Weg zur ersten Eigentumswohnung, das war relativ gemischt. Das war dann so Hälfte-Hälfte, würde ich sagen. Teilweise waren es auch Paare, das fand ich auch ganz cool.
Ja, erfolgreich. Gab es da einen Unterschied?
Haben mehr Frauen oder mehr Männer gekauft am Ende? Nee, die waren alle gleich erfolgreich, weil am Ende kommt es, also spielt, glaube ich, weiß ich nicht, ob das Geschlecht irgendwie so eine große, große Rolle spielt. Am Ende ist es so, wenn man sich wirklich reinkniet und ja Energie erzeugt und das einfach will, dann klappt das auch. Also tatsächlich, ja, kann es natürlich sein, dass Frauen vielleicht hier und da sogar einen kleinen Vorteil haben. So Thema Empathie und Verhandlungsgeschick und Gerade wenn es dann irgendwie auch um Mietverhältnis geht, was in gute Hände gegeben werden soll.
Ja, so in die Richtung könnte ich mir vorstellen. Aber ja, die Erfahrung habe ich auch schon gemacht, dass man als Frau ein bisschen harmloser wahrgenommen wird und dann wird einem vielleicht auch lieber verkauft, wenn man den gleichen Preis bezahlt. Oder genau, die Mieter fühlen sich ganz wohl mit einem. Also in die Richtung kann ich auch nur Mut machen. Okay, ich würde langsam zum Ende kommen. Du, Du hast erzählt, dass du ein neues Business gestartet hast. Jetzt ist natürlich eine Zeit, in der viele sagen, es ist nicht mehr die beste Zeit, um in Immobilien zu investieren. Und du gehst so ein bisschen raus, das Mrs. Property und startest was Eigenes.
Hängt das irgendwie mit der Zeit zusammen? Nee, gar nicht. Also ich hatte tatsächlich Anfang, ich meine, Anfang des Jahres hatten wir die ersten Zinssprünge. Das hatte ich wirklich noch, ich glaube, über 10 Leute in der Begleitung und die haben alle immer noch erfolgreich gekauft. Also, und die Nachfrage war auch nach wie vor da. Das ist nicht das Thema bei mir. Es ist mehr so, ich habe festgestellt, und es kommt wahrscheinlich so ein bisschen aus der Unternehmensberater-Historie, ich bin es gewohnt, dass ich alle paar Monate neues Projekt habe, eine neue Herausforderungen, neue Themen, in die ich mich einarbeiten darf. Und ich hatte bei Mrs. Property so ein bisschen das Gefühl, ich habe das jetzt durchgespielt, ich habe das verstanden, ich weiß, wie ich Kunden von A nach B bringe. Ich möchte gern was Neues machen. Und genau aus dem, aus dem Hintergrund ist das neue Business entstanden. Cashflow Consulting nennt sich das. Ich habe mir aber tatsächlich Ende des Jahres noch mal so einen Punkt gesetzt, wo ich noch mal schauen möchte, ja, wie ich jetzt weitermache, ob ich vielleicht beides auch miteinander kombiniere. Weil beim Cashflow Consulting geht es auch darum, in der Selbstständigkeit die Profitabilität zu steigern, mehr Gewinn zu erwirtschaften, den man dann wiederum investieren kann in Aktien oder Immobilien. Und so würde sich dann tatsächlich auch der Kreis wieder schließen.
Ja, super, total spannend. Es hören bei uns tatsächlich Frauen den Podcast.
Was hast du denn für 3 Tipps an unsere Hörerinnen? Also auf Immobilien bezogen: Selbstvertrauen. So, Ladies, ihr dürft sehr gerne mit stolz geschwellter Brust in die Bank reingehen und sagen, hier, guck mal, das bin ich, das ist mein Einkommen, und ich hätte gerne Ich habe jetzt x 100.000 € für eine Immobilie als Kapitalanlage. Ich glaube, viele Frauen haben Angst vor der Bank. Ja, die ist das, glaube ich, auch absolut unbegründet. Also die Bank ist ein strategischer Partner, die wollen Business machen, du willst Business machen, also dann setzt euch doch einfach an einen Tisch und kriegt das irgendwie hin. Nutzt eure Empathie, euren Charme, eure, euer Verhandlungsgeschick in der Akquise. Glaube, dass da tatsächlich Vorteile liegen können, wenn es um bestehende Mietverhältnisse geht, die übernommen werden sollen. Und ja, vielleicht noch mal so generell zum Thema Financial Literacy: Kümmert euch um euer Geld, kümmert euch um eure Unabhängigkeit, seid unabhängig, bleibt unabhängig und baut euch einfach selber Vermögen auf, weil das ist am Ende dasjenige, was ja euch Unabhängigkeit und Freiheit gibt.
Sehr cool. Ich fasse das mal zusammen: Keine Angst vor der Bank. Die Bank ist euer Sparringspartner und die Bank will auch ein Geschäft mit euch machen. Also wenn sie sich mit euch trifft, die wollen auch nicht ihre Zeit verschwenden. Nutzt eure Empathie und sorgt dafür, dass ihr frei und unabhängig seid. Sehr gut. Genau. Ja, liebe Meike, vielen Dank. Ich werde dir weiter folgen, also auf beiden Kanälen, auch Miss Property. Würde mich sehr freuen, wenn du da weitermachst, weil ich finde, du erklärst alles einfach so total einfach fach. Auf dein neues Business bin ich auch total gespannt.
Und ja, mal schauen, wie du das alles verbindest.
Ja, danke dir, Anna. Ich danke für die Einladung. Ja, vielen Dank für das Gespräch.
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