Let’s Talk Mut mit Nici Mommsen
18 Nov 2021 · 14 min
Nici Mommsen, a former talent agent and solo mother of two, turned child-benefit payments into a life-insurance investment that helped her buy a small apartment. She rented it furnished through an agency, then used the income and equity to finance her children's book and audio play, Anton und die Dinge zwischen Himmel und Erde.
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Herzlich willkommen bei Happy Immo, dem Interview-Podcast zum Thema Frauen und Immobilien. Mein Name ist Anais und gemeinsam mit Maja nehme ich dich mit auf die Reise in die Immobilienwelt und zu finanzieller Unabhängigkeit. Wir wollen zeigen, wie du eine Immobilie kaufen und trotzdem weiterhin gut schlafen kannst. Immobilien kann wirklich jeder. Du musst nur verstehen, was du machst. Und genau das ist die Mission von Happy Immo. Los geht's! Hallo Nicki, schön, dass du da bist.
Hallo Anais, vielen Dank für die Einladung. Das ist ja ein super Raum hier.
Genau, wir sitzen hier in Schöneberg bei schönster Sonne im Studio in der Kiffhäuser Straße 21. Wir erzählen hier in unserem Podcast ja die Geschichten von Frauen, die sich trauen. Du hast als Agentin für Top-Schauspieler und Regisseure gearbeitet. Du hast Drehbücher geschrieben. Du hast zwei Kinder allein gemanagt, weil dein Mann immer auf der ganzen Welt unterwegs war. Du hast ein Kinderbuch geschrieben und das dazugehörende Hörspiel produziert und veröffentlicht. Du bist mit dem Hundeschlitten durch die Arktis gefahren, spielst als Frau in einem Männerteam Eishockey und du hast außerdem alleine eine Wohnung gekauft. Erzähl mal, was findest du davon am krassesten und wofür hast du am meisten Mut gebraucht?
Okay, also muss ich mal kurz ein bisschen nachdenken. Also ich glaube, ja, also wenn ich so recht überlege, das Krasseste war glaube ich wirklich mein Trip in die Arktik. Das war ich in Kiruna im Norden, ganz im Norden von Schweden, -40 Grad, und wir haben da eben ja Hundeschlitten, Langlauf und so weiter. Und also abgesehen davon, dass das natürlich eine sensationelle Natur ist, spürt man natürlich auch seine eigene Verletzlichkeit extrem. Und man spürt auch, dass wenn jetzt irgendwas schiefgehen würde, dann ja, das Es dauert nicht lange und dann geht es wirklich richtig schief. Und das war schon eine spannende Erfahrung. Ja, die war schon krass. Aber ich kann es nur empfehlen und ich würde es auch jederzeit wieder machen.
Wann geht es wieder aufs Eis?
Tja, aufs Eis leider dieses Jahr gar nicht. Aufgrund von Corona waren alle Eisflächen gesperrt. Also ich hoffe auf nächstes Jahr, dass ich weitermachen kann.
Das klingt nach einem großen Abenteuer. Du bist in der 5. Klasse ins Internat gekommen. Das war bestimmt eine tolle Zeit und das stelle ich mir wie bei Harry Potter vor, eben auch mit ganz vielen Abenteuern. Fandest du das eigentlich von Anfang an gut, im Internat zu sein, oder hat dir deine Familie gefehlt?
Na, ich wollte eigentlich von Anfang an ins Internat. Ich fand die Idee, mit Gleichaltrigen zusammen groß zu werden und zusammen zu leben, fand ich eigentlich super. Und ja, also Zaubern habe ich leider nicht gelernt. Schade. Aber ich bin natürlich auch großer Harry-Potter-Fan. Und ich fand das auch schön zu lesen. Diese ganzen Internatsgeschichten, die haben wir natürlich ähnlich, nicht so dramatisch, aber ähnlich natürlich auch erlebt. Die ganzen Liebesgeschichten und geheime Partys, geheime Zusammenkünfte und all diese Dinge. Und natürlich viele, viele Freundschaften aus meinem Leben stammen aus dieser Zeit. Und dafür bin ich sehr dankbar.
Du hast dann ziemlich früh selbst Kinder bekommen, in einer Zeit, in der das gar nicht so in war. Wie kam es dazu?
Das muss ich jetzt nicht erklären.
Aber erzähl mal von den Bienen und den Blümchen.
Von den Bienchen und den Blümchen. Nee, aber ja, ich weiß nicht, Kinder kriegen ist ja nicht eine Sache von, wann ist das in, sondern das passiert. Also ich habe das zumindest, als ich jung war, habe ich gedacht, na ja, das habe ich überhaupt nicht geplant. Das passiert schon irgendwie in irgendeiner unordentlichen Situation. Aber es war dann ja überraschenderweise dann doch recht ordentlich. Also als Oliver und ich uns kennenlernten, haben wir irgendwie relativ schnell aus so einer Idee, haben wir einfach gesagt: Ach, lass uns doch auch mal ein paar Kinder machen. Und das fanden wir lustig, und dann haben wir es gemacht. Und wir haben uns gar nicht darüber so große Gedanken gemacht, und das war auch gut so.
Also, und wie hast du das dann alles hinbekommen? Zwei Kinder, Job, Mann viel weg?
Ja, irgendwie. Also, ich weiß es eigentlich gar nicht so ganz genau. Also, ich weiß, es gab so eine Phase, da habe ich so versucht, alles perfekt zu machen. Ja, da wollte ich die perfekte Mutter sein, die perfekte Hausfrau, einen super Job machen, super aussehen, alles, alles tippitoppi und immer schön kochen und so weiter. Und das hat am Ende, musste ich einsehen, das klappt so nicht. Ich habe dann mir eine Auszeit genommen und in der Phase habe ich ja dann auch angefangen zu schreiben.
Und du hattest damals ja auch schon einen ziemlich schlauen Move und hast das Kindergeld für deine Kinder direkt angelegt. Das finde ich eine super Idee. Ich habe ja selbst 3 Kinder und mach dir das am besten gleich mal nach. Erzähl mal, wie hast du das angelegt und was springt da jetzt jeden Monat bei raus?
Na ja, wir waren ja jung, wir haben uns ja nicht so wahnsinnig viel Gedanken gemacht. Wir hatten jetzt auch nicht super feste Jobs oder irgendwelche Vermögen, die hinter uns standen. Aber irgendwie war so mein Gedanke: Na ja gut, ich meine, das ist Geld, an das ich mich noch gar nicht gewöhnt habe, also tue ich es gar nicht, ich lege es gleich zur Seite und habe dann mich bei meiner Bank beraten lassen. Und dann sind wir irgendwie draufgekommen, dass am besten jetzt eine Lebensversicherung ist, eine klassische, die dann eine Laufzeit hat von 18 Jahren. Und da habe ich das Kindergeld immer einbezahlt, mich also nie daran gewöhnt. Und dann kam mit 18 dann also eine ganz schöne Summe auf mein Konto. Das war sehr schön, durchaus eine fünfstellige Summe und damit kann man dann so ein Studium vielleicht nicht ganz, aber zumindest teilweise auch schon finanzieren und die eigene finanzielle Belastung wird dann einfach geringer.
Ja, das ist bestimmt eine gute Starthilfe. Deine Kinder sind jetzt aus dem Haus und das Erste, was du gemacht hast, ist ein Kinderbuch zu schreiben. Warum und worum geht es?
Ja, also Kinderbuch schreiben war jetzt nicht so mein erster Wunsch, das kam so eigentlich aus dem Schreiben. Es gab so eine Ausschreibung für eine Kinderhörbuch-App mit Bildungsanspruch, und da dachte ich auch, probiere ich mal. Und da entstanden dann eigentlich so die ersten Ideen zu „Anton und die Dinge zwischen Himmel und Erde", und das war dann eigentlich auch ein schönes Konzept, und wir wollten das machen. Leider konnte die Firma das nicht weiterverfolgen, insofern habe ich dann mir die Rechte wieder zurückgeholt zurückgeholt und habe gesagt, gut, dann mache ich das jetzt selber. Und darüber habe ich dann eigentlich angefangen, Kinderbuch, das Kinderbuch zu schreiben und die Hörspiele dazu zu produzieren.
Und Geschichten über Jungs gibt es schon viele. Warum jetzt noch eine? Warum hast du nicht über ein Mädchen geschrieben?
Naja, es ist ja natürlich, wenn man sich so Geschichten ausdenkt, also man denkt die sich ja jetzt nicht so strategisch aus, sondern es ist so sehr intuitiv. Und da war es halt ein Junge. Und jetzt so im Lauf der Zeit, wie in der ich das Buch entwickelt habe, habe ich auch mal gedacht, ja, das ist ja irgendwie so eine umgekehrte Lausbuben-Geschichte, ja. Anton ist am Anfang so ein ganz, ganz braver Junge, und dadurch, dass er so in diese Welt zwischen Himmel und Erde gerät, lernt er eigentlich, frech zu werden, und lernt er eigentlich, seine eigenen Bedürfnisse kennenzulernen und die auch zu verwirklichen. Und er wird aber dabei unterstützt von sehr starken Frauenfiguren. Also da gibt's Waltraud zwischen Himmel und Erde, die ihm sagt, du wirst Wissen ist Freiheit. Also das ermöglicht dir alles, was du dir in deinem Leben erträumst. Und in deiner quasi realen Welt gewinnt er eine neue Freundin, Ida, und die ist auch monsterfrech. Also es sind starke Frauenfiguren um ihn herum, die ihn wiederum wachsen lassen. Und das finde ich eigentlich, gefällt mir das sehr gut.
Anton lernt von starken Frauen. Das ist ein gutes Stichwort. Wir sprechen hier im Podcast ja über starke Frauen und ihre Immobilien. Dass du mutig bist, ist uns allen klar. Wie sieht es bei dir mit Immobilien aus?
Ja, ich habe vor vielen Jahren, eigentlich genau da, als ich angefangen habe zu schreiben, habe ich die Entscheidung getroffen, eine kleine Wohnung zu kaufen. Einfach aus dem Grund, weil ich so dachte, okay, jetzt habe ich im Moment keine Einnahme. Ich hatte so ein bisschen was geerbt und dachte so, das wäre jetzt blöd, wenn das Geld jetzt einfach so durch die Finger rinnt. Was mache ich? Und da kam ich auf die Idee, eine kleine Wohnung zu kaufen, die ich, um sie dann anschließend zu vermieten.
Und was waren deine Top-3-Kriterien bei der Suche?
Erstens sollte es mir emotional gefallen. Also das war eigentlich so einer der Haupttipps, die ich bekommen habe, ist: Wähl dir die Wohnung so aus, dass du a) selber darin wohnen möchtest oder dir das vorstellen kannst, bzw. du dir es auch vorstellen kannst, dass deine Tochter darin wohnt. Und das fand ich eigentlich einen super Hinweis, weil man dann automatisch darauf guckt, okay, wo liegt die Wohnung, ist die Anbindung an die Verkehrsmittel gut? Gibt es da Geschäfte? Ist das in einer quasi, Anführungszeichen, guten Gegend, oder ist das eine Gegend, wo man Angst haben muss, überfallen zu werden? Kann man da nachts um 3 bedenkenlos nach Hause gehen? Und solche Fragen. Und das war eigentlich mein Hauptkriterium. Und naja, natürlich auch der Preis. Also ich habe mit meiner Bank vorher gesprochen und gesagt, ob die mir einen Kredit geben würden für eine Wohnung. Und da haben wir so ein bisschen dann halt so drüber nachgedacht, okay, was ist so eine angemessene Größe und was kann man sich leisten? Und insofern war da eine 2-Zimmer-Wohnung sowieso die beste Wahl.
Du vermietest die Wohnung möbliert. Warum?
Ja, mein Gedanke war, dass wenn ich die Wohnung fest vermiete, dass ich ja dann den Mieter nicht rauskriege. Also damals gab es auch so Horrorstorys von diesen Mietnomaden oder die zahlen die Miete nicht. Und ich wusste, dass ich mir derlei Gaps nicht leisten leisten konnte. Also ich musste irgendwie sicher sein, dass ich die Miete gesichert bekomme, dass das abgesichert ist und ich im Notfall die Mieter auch relativ schnell rauskriege. Und das ist eben bei möblierten Mieten, und indem man ja auch einen Vertrag abschließt, wo es eben beschränkt ist, also es ist ein zeitlich beschränkter Mietvertrag, und dadurch ist man so ein bisschen auf der sicheren Seite.
Und ist das nicht anstrengend, immer neue Mieter zu suchen?
Ich vermiete meine Wohnung über eine Agentur, die für einen das eigentlich erledigen, also auch diese ganze Bonitätsprüfung und Personalien aufnehmen. Viele Firmen, die Mitarbeiter aus dem Ausland anheuern, gehen auch lieber dann auf solche Firmen zu, weil die wissen, okay, die haben diese Wohnung überprüft, die Wohnung existiert, die Wohnung sieht gut aus, dieses ganze Prozedere wird professionell abgewickelt. Insofern kann ich das empfehlen, wenn man darüber nachdenkt, dann seine Wohnung auch über so eine Agentur zu vermieten. Das kostet zwar Gebühren, aber am Ende des Tages habe ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Meine Wohnung ist eigentlich durchgehend vermietet gewesen und ich hatte eigentlich nie größere Leerstände.
Und hast du die Wohnung noch?
Ja, ja, ich habe die noch. Ich habe die noch und die ist auch nach wie vor gut vermietet. Und sie war mir jetzt auch wieder behilflich bei der Realisierung von von Anton und die Dinge zwischen Himmel und Erde mit dem Buch und mit dem Hörspiel musste ich ja auch wieder Geld investieren. Und das konnte ich mit Hilfe der Wohnung, konnte ich eben dann diesen Kredit wieder aufnehmen.
Genau. Und der Wert der Wohnung ist sicher ja auch gestiegen. Das ist bestimmt eine tolle Investition fürs Alter und auch für deine Kinder.
Unbedingt.
Ja, wir brauchen mehr weibliche Investorinnen. Was sind denn deine Top-3-Punkte, die du Frauen mit auf den Weg geben möchtest?
Ja, ich würde sagen, dass man sich erstmal— eine Frau sollte sich erstmal Gedanken machen, was sie eigentlich machen möchte, worin sie investieren möchte. Wenn sie sich fürs Immobiliengeschäft interessiert, lohnt es sich durchaus, erstmal klein anzufangen. Hat sie mehr Geld, kann sie eine größere Wohnung kaufen, will sie ein Haus, will sie sich eher beteiligen an einem Projekt. Und je präziser man das so für sich rausfindet, desto genauer, glaube ich, kann man seine Investition tätigen. Das ist das eine. Das andere: viel reden, viel mit Leuten sprechen, mit Leuten wie mit euch sich Beratung holen, was für Möglichkeiten gibt es, sich gut zu informieren, um da noch mal genauer auf den Punkt zu kommen, was man eigentlich will oder was man eigentlich erreichen will, was ist das Ziel des Ganzen. Und dann am Ende auch den Mut haben und die Beharrlichkeit, diesem Ziel eben Schritt für Schritt nahezukommen. Und wie gesagt, man braucht nicht viel Geld dafür, ja, man kann das auch mit kleinen Schritten machen. Und ja, ich kann nur jede Frau ermutigen, das zu tun.
Du hast so recht mit allem, was du gerade gesagt hast. Du hast früh angefangen, Kinder zu kriegen, ohne so genau zu wissen, wie es dann weitergeht. Du hattest einfach den Mut dazu. Dann hattest du den Mut dazu, dir deine eigene Wohnung zu kaufen. Und diese Wohnung hat jetzt dein Hörspiel finanziert.
Ja, das stimmt. Ich konnte jetzt, weil ich hatte jetzt ja natürlich einen Großteil schon abbezahlt, bin ich zur Bank gegangen, hab ich gesagt: Kann ich einen Kredit haben? Und meinten die: Ja, Frau Mohnsen, ist ja wunderbar, wir haben ja die Wohnung als Sicherheit. Das machen wir. Und es war super auch, dass ich einen persönlichen Kontakt zu der Bank hatte und zu meinem Banker, weil der war dann auch noch so nett, mir den Kredit zu geben ohne jegliche Gebühr. Also das war eigentlich eine ziemlich einfache Angelegenheit.
Wow, das ist wirklich eine tolle Story von dir, Nicki. Schön, dass du hier warst.
Ja, ich danke für die Einladung. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich wollte dich fragen, ob du vielleicht Lust hast, das Buch deinen Kindern auch vorzulesen.
Ja klar, gerne. Also vielen Dank. Kauft das Buch „Anton und die Dinge zwischen Himmel und Erde". Ich werde das gleich heute Abend mit meinen Kindern lesen.
Ja, viel Spaß. Ich hoffe, es gefällt Ihnen. Und wenn du das Hörspiel ihnen noch zu hören gibst. Ich höre von vielen Müttern, dass die Kinder dann 2 Stunden ganz leise im Zimmer sind und einen in Ruhe lassen.
Das mache ich sofort.
Ja, vielen Dank und ich wünsche noch einen schönen Tag.
Dir auch.
Tschüss.
Danke. Tschüss.
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