Let's talk Nachhaltigkeit, Augenhöhe, Altersvorsorge und Fehler machen mit Anabel Ternes!
10 Nov 2022 · 29 min
In this German‑language episode of the Happy Immo podcast, host Tim Konstantin Knoop interviews Prof. Dr. Annabelle Ternes – a futurist, sustainability researcher, keynote speaker and serial entrepreneur. The conversation moves from her lifelong commitment to climate, child‑rights and sustainable living, through a critique of today’s emotional deprivation and the “lost” younger generation, to the importance of self‑reflection, intuition and inner strength as antidotes to anxiety and societal disruption. Ternes links these ideas to the built environment, arguing that architecture and interior design shape wellbeing and can become anchors for a hopeful future. The dialogue then shifts to real‑estate, where Ternes shares personal experiences: the emotional value of home, the trade‑offs between ownership and renting, her preference for owner‑occupied apartments, and a series of investment case studies – from a disastrous multi‑family‑house renovation to successful co‑investment models, shared‑ownership calendars, and the use of real‑estate funds. She emphasizes partnership equity, risk sharing, and the need for clear rules. The episode concludes with three concrete tips for listeners: prioritize owning a home for long‑term quality of life, start with tangible property investments (or funds) to build confidence, and align investments with personal intent and collaborative networks. Throughout, Ternes blends sustainability philosophy with pragmatic real‑estate advice, illustrating how personal wellbeing, societal resilience, and property decisions intertwine.
Chapters
Willkommen beim Happy Immo Podcast. Heute zu Gast: Prof. Dr. Annabelle Ternes. Sie hat gesagt, unser Heute und unser Morgen nachhaltig und gesund digital gestalten, das ist das, was sie machen möchte, und dafür engagiert sie sich mit sehr, sehr vielen Funktionen. Willkommen, Annabelle!
Hallo, ich freue mich, heute dabei zu sein.
Du bist Zukunftsforscherin, Keynote-Speakerin, geschäftsführende Direktorin des Instituts für nachhaltiges Management und du hast sehr, sehr viele Start-ups schon gegründet. Wow, ich habe so viele Fragen an dich. Hoffentlich reicht die Zeit. Also bei so vielen Themen, die du magst, was ist dein Herzensthema und deine Herzensfunktion und Rolle, die du ausfüllst?
Ja, das ist eine gute Frage. Wenn ich so überlege, ist das, was mich am meisten bewegt, das, was mich seit meiner Kindheit bewegt. Und das ist es, wie wir einfach liebevoll und achtsam mit uns umgehen und mit dem Planeten umgehen, um für uns und für die nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Grundlage zu schaffen oder auch zu erhalten. Und so habe ich mich seit meiner Kindheit für Klimaschutz eingesetzt, für dafür eingesetzt, für Umweltschutz, für Kinderschutz oder auch für die Stärkung der Rechte von Kindern. Und so bin ich eben auch heute als Kino-Speakerin unterwegs und spreche zu diesen Themen oder arbeite auch im Institut daran, wie wir Technologien zum Beispiel entwickeln, die in Entwicklungsländern Menschen helfen, dass sie mit sehr wenig Geld für sich selbst selbstständig werden, autark werden. Selbstständig einfach auch ihre Familien gut ernähren können. Und neben allem anderen ist dieses nachhaltig Leben, aber mit Freude, mit einem Verzicht, der uns Spaß macht, weil er uns andere Kreativpotenziale beschert, mit Ästhetik und mit schönem Leben zusammen. Das ist das, was mich bewegt.
Das sind so viele Themen, die mich jetzt auch so bewegen, was du so erzählst. Was sind für dich so die größten Herausforderungen, die wir aktuell haben in unserer Welt? Ich bin eigentlich viel mehr mit dem Heute beschäftigt als mit unserer Zukunft. Und du beschäftigst dich viel mehr mit der Zukunft als mit dem Heute. Was, was sind da deine Herausforderungen, die du siehst?
Auf der einen Seite liegt natürlich auf der Hand: Wir haben eine Zeit hinter uns der Entbehrung, der emotionalen Entbehrung. Die von jedem von uns verlangte, dass er auch Abstand nimmt von seinen Lieben, von liebgewordenen Dingen wie jemand in den Arm zu nehmen, näher zu leben mit einer Familie, Spaß zu haben. Und das zeigt sich einfach jetzt gerade auch bei der jungen Generation, welche Herausforderungen das mit sich bringt. Wir haben eine Generation, die ja vielen auch so ein bisschen als verlorene Generation vorkommt, die Lost Generation. Die Letzte Generation nennen sie sich ja auch, die einfach mit einer teilweise Hilflosigkeit wie ein Aufschrei sich irgendwohin kleben, um auf sich aufmerksam zu machen. Das ist ernst zu nehmen. Das ist sehr viel mehr ernst zu nehmen, als es aus meiner Sicht die Politik tut. Es geht nicht darum, jemanden zu entfernen. Es geht darum zuzuhören, was denn eigentlich dahinter steckt. Und letztendlich steckt dahinter, dass diese Generation sich orientieren möchte, dass sie wissen möchte, dass wir diese Generation nicht für sie die Zukunft kaputt machen in jeglicher Hinsicht.
Weißt du, das ist interessant, was du sagst, weil ich merke auch, es ist nicht nur, dass wir auf diese Generation nicht hören. Wir haben uns das abgewöhnt, aus meiner Sicht richtig zuzuhören, was die Menschen wirklich wollen und wo sie wirklich sein möchten, was die Bedürfnisse sind, damit man überhaupt dieses Gefühl von Glück irgendwie erreicht.
Ja, es ist so, dass im Grunde wir lange Zeit ja mit Orientierungsgebern gelebt haben, die in Krisen gekommen sind, sei es Finanzen, sei es die Kirche, sei es auch Jurikative, Legislative, die ins Wanken gekommen sind dadurch, dass einzelne Vertreter sich, will man sagen, schuldig gemacht haben in verschiedener Hinsicht. Da ist an dieser Stelle ist aber nicht die Intuition getreten, wo wir sagen würden: Ja, ich ruhe in mir, ich weiß aus meiner Erfahrung, das und das ist richtig. Sondern es ist im Grunde so eine Oberflächlichkeit, so ein Hin-und-her-Tanzen und Tänzeln und Suchen gekommen, wo man nach vorne guckt und sieht, da lauert einiges, was nicht schön ist. Also ich sage jetzt mal die Erwärmung der Weltmeere zum Beispiel, die Verschmutzung, all das, was uns momentan umtreibt, die Klimaerwärmung, die Reduzierung der Biodiversität. Das sind alles Themen, die ja, die uns einfach auch Angst machen können. Und diese Angst lässt sich nicht kompensieren, indem wir ins Außen gehen und uns, ich sage jetzt mal, längere Fingernägel ankleben oder mehr Tätowierungen am Körper tragen, sondern diese Angst lässt sich nur dann entwickeln zu einer Stärke, wenn wir in uns reingucken. Aber in uns reingucken heißt, dass wir uns Ruhe und Zeit nehmen für uns, dass wir uns einlassen auf vielleicht auch Fragezeichen und Angst, die da erst mal sind, und uns damit auseinandersetzen. Und wer möchte das? Aber wer hat auch die Kraft dazu? Wenn wir nicht diese Stärke mitbekommen haben als Kind und nicht entwickeln konnten, dann kann so was auch zum Kollaps führen. Und nicht ohne Grund gibt es einen rasanten Anstieg an Chronikalfatigue-Syndrom bei den 8-, 9-, 10-Jährigen. Gibt es einen rasanten Anstieg an Depressionen und es wird manchmal so gemutmaßt, dass es damit zu tun hat, dass die Leute sich einfach überdimensional mit sich beschäftigen.
Ich finde es sehr, sehr wichtig, was du sagst: Zu sich selbst kehren. Unser Attention-Span ist in diesem Jahr bei 8 Sekunden. Das heißt, was kannst du in 8 Sekunden lernen? Du kannst vermutlich nur 8 Sekunden still sitzen. Das heißt wirklich, dass du dann wirklich nicht zu dir selbst kehren kannst, die Ängste gar nicht wahrnehmen willst, weil wir haben alle so viel Ablenkung um uns herum, dass wir uns gar nicht mit unseren Ängsten auseinandersetzen wollen. Aber ich habe eine Frage in Bezug auf die Zukunft, weil du ja auch die Zukunft erforscht. Und würdest du sagen, wenn wir uns nicht auf uns besinnen, auf unsere Intuition und auf das, was uns innerlich bewegt, wie wird die Zukunft dann aussehen? Weil wir sind nicht so weit.
Na ja, ich würde sagen, es gibt so eine dystopische Weltsicht oder auch Zukunftssicht und es gibt eine, die eher hoffnungsvoll ist. Beide haben was mit Disruption zu tun und mit Change zu tun. Denn ohne den kommen wir sicherlich wahrlich nicht aus. Wir haben auf der einen Seite sehr starke spirituelle Bestrebungen in der Gesellschaft, wo auch Hoffnung keimt, wo man sich wieder auf sich selber verlässt, auch an Probleme rangeht. Und wir haben auf der anderen Seite eine Tendenz des Vergessens oder auch des aggressiven Umgangs damit, mit Defiziten. Ich sag mal, Kriege entstehen ja auch dadurch. Kriege entstehen nicht unbedingt dadurch, Dass man sagt, es ist jetzt eine Notwendigkeit, auf das andere Volk draufzuhauen und sich irgendwelche neuen Grenzen oder neuen Ländereien zu einladen. Es geht um was ganz anderes. Es geht ja häufig um Gekränktheit. Es geht um Stolz, es geht um Macht. Das heißt, es geht immer eigentlich um uns selber, um Defizite, die wir in uns haben, die wir auszugleichen versuchen im Außen. Und ich glaube, auch wenn du sagst, wir sind noch nicht so weit, ja, Das sind wir definitiv nicht, oder viele sind es nicht. Aber ist es denn nicht gut und wichtig, erst mal das auf dem Weg sein zu sehen? Und es braucht, um auf den Weg sich begeben zu können, meistens irgendwelche Tiefen. Also ich realisiere nur, wie schön das Lachen ist, wenn ich auch mal geweint habe. Wenn ich immer nur lache, ist das Lachen nichts Besonderes. Die Leute in L.A., die gewohnt sind, dass es die ganze Zeit sonnig und warm ist, brauchen den Regen zwischendurch, um einfach auch die Sonne wieder genießen zu können. Und so ist es momentan. Wir brauchen, glaube ich, sicherlich nicht so, wie es jetzt gerade ist. Aber ich glaube, dass einfach auch so diese Entbehrungen oder auch die Tiefen einem wieder bewusst machen, wo man umkehren muss. Und wir sehen die Politik, die momentan jongliert, die einfach Schwierigkeiten hat, auch den richtigen Ton zu finden. Das sollte uns Alarmzeichen zum Beispiel auch sein, wie unsere Demokratie aussieht oder auch wie wir einfach miteinander leben wollen.
Das ist, finde ich, total richtig, was du sagst. Was bei uns zum Beispiel mit Happy Immo ist, und du hattest davor auch gesagt, in der Vergangenheit hatten wir immer irgendwelche Richtung, ob es von der Kirche kam oder von anderen gesellschaftlichen Normen und so weiter. Und das ist, was wir auch mit Happy Immo durchbrechen möchten. Wir wollen eine andere Perspektive geben. Du hattest auch das Thema Ego. Power, Macht und so weiter erwähnt. Ich finde, Frauen sind anders und Frauen setzen nicht so viel auf Macht, sondern vielmehr auf Bauchgefühl und Intuition. Und das sind ja auch die Eigenschaften, von denen du gesprochen hast, die uns auch helfen können, auf uns selbst zu besinnen und die richtige Entscheidung zu treffen. Und das wollen wir auch Frauen mitgeben. Mit Happy Immo eine andere Richtung. Schaut euch das an, vielleicht ist es was für euch, das Thema Immobilie. Und für mich ist das Thema Immobilie auch so ein Zukunftsthema, weil das unsere Zukunft auch irgendwie sichert. Wie stehst du dazu?
Ich finde Immobilien, oder ich fand Immobilien schon immer klasse, weil die Art und Weise, wie wir leben, ganz viel damit zu tun hat, in welchen Räumen wir uns bewegen oder auch wie die Räume aussehen und zusammenleben, allein leben, mit welchen Möbeln oder wie die Räume aufgeteilt sind, wo sie sich befinden. Das macht ganz viel von Wohlbefinden aus und kann ganz viel Zukunft schaffen, kann aber auch ganz viel Enge schaffen. Ich bin sehr interessiert an Architektur und Design. Ich habe ja auch selbst in dem Bereich studiert. Man sieht so was immer ganz schön, finde ich, wenn man beispielsweise Architekten wie Daniel Libeskind nimmt, der zum Beispiel allein mit der Architektur es geschafft hat, diese Beklemmung, diese Not, diese Angst, die während des Nationalsozialismus herrschte, deutlich zu machen, einfach an dem Bau seiner Objekte, seiner Museen. Man kommt in diese Objekte rein und spürt einfach dieses ganz, ganz Bedrohliche. Räume können aber auch ganz freundlich sein, können empfangen, können willkommen heißen, können der Ort sein für Geselligkeit. Wenn man diese Orte mitschafft oder diese Orte mitbewohnt oder auch mit besitzt, dann ist das natürlich auch ein Stück weit Gestaltung von Zukunft, aber auch Gestaltung von heute. Und ich glaube, es ist auch total wichtig, Denn Immobilien lassen uns auch im Heute verweilen, geben uns das Gefühl, ich bin sicher, geben uns auch dieses Gefühl von Wärme, nach Hause kommen im Heute. Ich glaube, dass wir, und ich spreche als Zukunftsforscherin, aber auch als ganz privat, ich glaube, dass wir häufig auch zu sehr in anderen Zeiten sind als im Heute. Gerade hier, jetzt, uns zu wenig im Hier und Jetzt spüren, uns zu wenig im Hier und Jetzt leben. Immobilien können dabei helfen. Immobilien können Orte des Verweilens schaffen, des Sich-Spürens mit Gerüchen, mit Farben, mit Formen, die ich einbinde, mit Deckenhöhen, mit verschiedenen Akzenten, die ich setze, und sind damit etwas ganz Besonderes, womit allein ein Bauherr schon einfach ganz viel schaffen kann.
Wow, das hast du so, so schön gesagt. Es sind genau die Themen, die mich auch bei Immobilien bewegen. Du hast gesagt Wohlbefinden, die können freundlich sein, willkommen heißen, Geselligkeit und Geborgenheit. Und ich fühle mich zu Hause auch geborgen. Mein Zuhause ist irgendwie meine Festung. Ja, ich fühle mich da sicher. Und ich weiß nicht, ob du es weißt, aber es gibt eine Glücksstudie zum Thema Immobilien und die hat tatsächlich wirklich— die Statistik ist so, dass Immobilieneigentum wirklich glücklich macht. Darauf freue ich mich einfach, dass das mal wirklich gesagt wird, weil sonst schauen wir immer auf die Mietrendite und die Profitabilität. Und natürlich ist es eine sichere Rente für die Zukunft und passives Einkommen. Aber diese andere Seite der Immobilie, das hast du so schön gesagt. Danke. Vom Herzen. Ich liebe das einfach. Genau.
Ich meine, es ist ja nicht so, dass Immobilien, und man darf es ja auch nicht wegreden, Immobilien sind ja nicht einfach irgendwas, das kauft man sich und dann ist alles paletti. Man hat mit Kosten zu tun, man hat mit Instandsetzung, Renovierung zu tun. Man hat vielleicht Nachbarn, die vielleicht auch mal nicht so sind, wie man sich das vorstellt. Ruhestörungen und so weiter. Aber Immobilien ist immer etwas, was einen so ein bisschen groundet. Also ich als Kind fand es immer toll, das Gefühl zu haben: Ja, hier, dort bin ich zu Hause. Und als Kind eben von Geflüchteten, von einer Familie, die viel unterwegs im In- und Ausland gewesen ist, in vielen Ländern. Habe ich so nie so ganz das Heimatgefühl gehabt. Aber was mir das Heimatgefühl letztendlich gegeben hat, oder das Zuhausegefühl, war so eine Wohnung, wo es gut duftet, wo Dinge von mir drin sind, die ich von meinen Fahrten und Reisen und anderen Wohnungen mitgebracht habe, wo jeder Stuhl oder jedes Möbelstück eine Erinnerung wachruft und mich willkommen heißt.
Und jetzt habe ich eine kritische Frage an dich, weil dieses Thema Geborgenheit und das, was du gerade erzählst, das hat sehr stark mit einer Eigentumswohnung zu tun, wo du selbst wohnst. Wie stehst du zum Thema Eigentumswohnung versus Mietswohnung?
Diese Diskussion führe ich regelmäßig mit Freunden, Bekannten, Geschäftspartnern. Und es gibt da, glaube ich, einfach diese Lager. Es gibt die, die sagen, für mich macht es überhaupt keinen Sinn, Eigentum zu haben oder Eigentum in diesem Land zu haben. Das sind ja auch noch unterschiedliche Differenzierungen. Und es hängt sicherlich von verschiedenen Dingen ab. Es hängt vom Gehalt ab. Es hängt auch davon ab, ob man selbstständig ist oder angestellt ist. Und ich kenne zum Beispiel Freunde, die kein Eigentum ganz bewusst haben, obwohl sie sehr viel Geld verdienen oder gerade weil sie viel Geld verdienen. Und die sagen: Ich möchte mich nicht festlegen. Ich bin bereit, für eine Immobilie, in der ich wohne, monatlich richtig viel Geld auf den Tisch zu legen und dafür aber die Freiheit zu haben,, dass ich in 3 Monaten sagen kann, ich mache dicht, ich bin in 3 Monaten nicht mehr hier. Das muss man sich überlegen, was man, in welchem Lebenskonzept man ist. Man muss sich das auch überlegen, ob man alleine lebt, finde ich, oder mit Familie. Ich finde, Familie hat einen Anspruch darauf, dass sie ein bisschen Kontinuität hat, ein bisschen so dieses: Ich weiß, da gehöre ich hin. Gerade für Kinder ist das unglaublich wichtig. Und so hat Immobilie eben ganz verschiedene Aspekte. Ruft aus sich ja nicht ganz viel auch aus der Kindheit auf und führt einem vor, was kann, sein kann, was sein könnte, aber auch, wie es ganz anders sein kann. Und hat viel damit zu tun. Auch brauche ich so dieses My Home, My Castle?
Und jetzt, wenn du jetzt ganz klar Ja oder Nein sagen würdest, zu was sagst du eher Ja?
Ich finde die Eigentumswohnung deutlich attraktiver.
Und finanziell, warum?
Na ja, man macht das oder hat es ja, oder jeder hat es sicherlich, der in einer Mietwohnung wohnt, immer mal gehabt, dass er sagt, also das gefällt mir nicht so gut und eigentlich das auch nicht und das würde ich auch machen. Und viele sagen dann entweder, ich mache das einfach, weil es ist mir wichtig, das ist meine Wohnung. Auf das Risiko hin, dass sie irgendwann ausziehen wollen oder müssen und das zurücklassen müssen und Wert reingegeben haben, den sie nicht zurückbekommen.
Jetzt wäre aber lustig gewesen, wenn die Anna hier wäre, weil sie ist die Befürworterin durch und durch zum Thema Immobilie als Kapitalanlage. Ich habe selbst Eigentumswohnung und investiere in Immobilien als Kapitalanlage. Mehr so, ich würde sagen, aus diesem Grund, was du auch genannt hast, dass ich es einfach mal zu meiner Wohnung machen will, dass man einfach einen Anker hat.
Ja, es gibt, glaube ich, für beides Argumente. Es hängt aber immer, finde ich, vom Typ ab, von der Lebenssituation ab und auch davon, was man sich so im Leben vorstellt zu machen. Und es gibt ja viele, die sagen, bloß nicht mehr als eine Eigentumswohnung oder Immobilie haben, die man selber bewohnt, weil es totes Kapital ist. Ich kenne auch die Variante von jemandem, der, ich glaube, um die 7 oder 8 Immobilien hat an richtig schönen Orten. Und er macht es so, dass er das so eingerichtet hat, dass er selber dort gerne reingeht, dass er aber auch keinen Schmerz damit hat, wenn er es über Airbnb vermietet und dann eben Geld dafür einnimmt. Und für den ist das mittlerweile ein Geschäftsmodell. Der hat also diese 7, 8 Wohnungen an tollen Orten in der Welt, die hat er per Passcode und so weiter, also ferngesteuert zu öffnen. Das heißt, da muss er nicht vor Ort sein und er findet das cool, weil er sagt, ich kann quasi zum Nulltarif an diesen 7, 8 Orten in der Welt übernachten. Habe auch ein bisschen das Gefühl, das ist meins, obgleich da auch andere drin übernachten. Aber ich kriege auch zwischendurch immer Kohle dafür. So, und das ist meins am Ende.
Auch super.
Es gibt verschiedene Modelle, will ich damit nur sagen. Es gibt ja auch die Möglichkeit, ich kaufe mir was zusammen und dann sagt man, wir machen einen Kalender und jeder macht mal Urlaub dort. Und dann habe ich eben Feriendomizil, das mir mitgehört, aber ich trage nicht die komplette Verantwortung. Für Renovierungen, wenn mal ein Mietnomade drin ist, aber auch so einfach. Ich muss ja nicht die ganze, das ganze Jahr da drin sein, weil ich ja vielleicht auch mal woanders Urlaub machen möchte.
Cool, dass du das sagst, weil die Anna und ich, wir kaufen gemeinsam oder sie kauft halt mit einer anderen Freundin und so weiter. Und genau das, was du gesagt hast, wir teilen uns das Risiko, wir teilen uns natürlich auch den Gewinn. Aber es gibt uns beiden ein gutes Gefühl, weil wir haben zwei unterschiedliche Menschen, die unterschiedliche Meinungen haben und wissen, Und das ist so bereichernd für alle, das an Wissen, an Mut und überhaupt auch, wenn das Risiko auch noch aufgeteilt ist, ist noch besser. Ich bin eher so die risikoaversere Person deswegen.
Ja, so was ist sicherlich gut. Man sollte aber sich bewusst sein, dass man mit gleichberechtigten Partnern zu tun hat. Genauso wie auch wenn man ein Unternehmen gründet, das ganz wichtig ist, dass das, was man in die Waagschale reinwirft, also jeder, dass das kein Ungleichgewicht ist. Denn ich kenne viele, die sich so organisiert haben, gesagt haben: Ach komm, du bist noch nicht so weit, ich nehme dich mal mit. Wenn es dann aber darum geht, nachzuzahlen oder was Neues zu machen und der andere immer derjenige ist, der hinten dranhängt, weil weniger Erfahrung, weniger Geld, also insgesamt weniger Ressourcen, dann wird das irgendwann frustrierend für beide. Das heißt wichtig, wenn man so eine Partnerschaft eingeht, vorher immer ganz klar die Regeln festlegen, dass da nicht so ein Missgefühl auftritt. Denn eine Immobilie, die man mal hat, die nennt sich ja nicht nur Immobilie aus irgendeinem bestimmten Grund, sondern auch, weil man immobil ist. Man ist halt damit nicht ganz so schnell wie, ich sage jetzt mal, mit Aktien, die man irgendwie dann hält und mal schnell flippen kann. Das muss man sich sicherlich auch ganz bewusst sein. Es kann gehen, es kann aber auch mal gar nicht gehen. Und dann muss man diese Zeit überbrücken können und muss mit dem anderen auch die gleichen Ideen haben oder teilen können. Was dann zum Beispiel heißt, zum Beispiel eine Hypothek auf dieses Objekt aufnehmen, weil man es noch nicht loswird, und was anderes zum Beispiel wieder kaufen.
Aber du sprichst so von diesen Sachen, als ob du da Erfahrung hast. Hattest du solche Herausforderungen und wie hast du sie gelöst?
Ja, also ich habe verschiedene Modelle probiert, auch ganz offen gesagt probiert, und habe auch gemerkt dann über die Zeit, was für mich gut ist und was nicht gut ist. Ich würde auch immer wieder, und deswegen haben wir uns ja auch kennengelernt, gesprochen, treffen wir uns, Ich würde auch immer wieder etwas zusammen mit einer anderen Frau machen oder mehreren machen, auch Mann, wenn das jetzt eben passt vom Setting her. Aber mir ist ganz wichtig, und das habe ich gelernt, das muss auf Augenhöhe passieren können. Das haben mir auch meine Erfahrungen letztendlich auch im Startup gezeigt. Wenn du reingehst mit Partnern, wo man selbst mehr, deutlich mehr Erfahrung hat, deutlich mehr auch mit reingeben kann und der andere da so ein bisschen Trittbrettfahrer ist, dann fühlt er sich normalerweise irgendwann nicht wohl und man selbst sich auch nicht. Weil man natürlich mehr ins Risiko geht, weil man mehr investiert, weil man mehr Zeit reingebt, weil der andere, die andere Ebene einfach sich gar nicht so auskennt. Das kann funktionieren, aber es kann auch blöd sein. Und ich habe auch die Erfahrung gemacht, es ist immer gut, sich auf andere zu verlassen. Letztendlich muss man sich auf sich selbst verlassen. Ich habe mit einem Partner etwas gemacht, der aus dem Immobilienbereich kommt, da auch viel gemacht hat, darüber auch Vermögen aufgebaut hat und trotzdem Das Objekt, das unser gemeinsames erstes war, ist total in die Hose gegangen. Da war alles dabei, was man sich so vorstellen kann. Ein Mehrfamilienhaus mit Schwamm, mit zementiertem Sondermüll im Keller, mit Wohnungen, die scheinbar bewohnt waren. Das waren aber Fake-Mietverträge mit Wohnungsgrößen, die Sozialwohnungen waren, aber gar nicht sein durften, weil die Größen gar nicht dafür passten. Die waren also falsch angegeben. Es gab keine normale Heizung drin. Das heißt, die Heizkörper waren für die Besichtigung nur gefaked, angeklebt mit den entsprechenden Leitungen.
Und ja, wow, ein Desaster sozusagen. Ja, was habt ihr dann gemacht?
Ja, genau. Trotzdem sitze ich ja hier, weil Immobilie einfach ein tolles Thema ist und einfach klasse ist. Und wir haben dann überlegt, was machen wir jetzt? Die eine Möglichkeit war gucken, dass wir noch einen Co-Investor mit auftreiben. Der mit investiert und man sagt, okay, komm, nehmen wir in die Hand. Die Lage ist einfach toll. Wir investieren in Balkone, in Komplettrenovierung und gucken dann, dass wir das dann verkaufen, Stück für Stück. Wir waren aber damals so eingespannt, beide auch, dass wir gesagt haben, boah, das jetzt so hinzukriegen, das kann echt noch mal einen richtig fordern, weil mit den Bauwerken, die gemacht werden müssen, Da muss man doch mal gucken, wenn das Ganze richtig gut werden soll. Das Verticken, das ist einfach eine Spur zu viel an Zeit vor allem. Und wir haben dann gesagt, wir geben es in den Verkauf. Das kann schnell gehen, das kann dauern. In dem Fall dauerte es ganze 3 Jahre.
Oh Mann, nein, wirklich?
Ja, und das war, oh Gott, das war wirklich entnervend. Und ich habe danach dann auch erst mal gesagt, okay, es reicht mir jetzt erst mal, ich will jetzt erst mal keine Immobilie sehen und hören. Aber ich finde Immobilien einfach so toll von der Idee her. Ich bin ja BWLerin, ich bin aber auch ja Kreative. Und als Kreative, wo ich viel im Interieur unterwegs war und Räume designt, eingerichtet habe, weiß ich, wie schön das sein kann, wenn du aus so einem total abgewrackten Raum mit wenig Aufwand was total Schönes machst, wo du einfach kreativ sein kannst, wo du dich gut fühlst. Wo du happy bist.
Aber warte mal, also du hast gesagt, 3 Jahre habt ihr gebraucht, aber ihr habt es verkauft bekommen?
Wir haben es verkauft bekommen.
Zu demselben Preis?
Ja.
Super, well done. Und wann hast du dann deine nächste Immobilie gekauft?
Wann habe ich die nächste gekauft? Das hat ein paar Jahre gedauert. Und zwar, jetzt überlege ich mal gerade, wirklich noch mal 3 Jahre gedauert. Also die gleiche Zeit.
Und was hast du dann gekauft?
Eine Wohnung? Ja, eine Wohnung.
Okay, dann hast du die Wohnung gekauft. Das finde ich total spannend. Und weißt du warum? Weil du bei dieser ersten Transaktion alles gelernt hast, was man überhaupt lernen muss über Immobilieninvestments.
Es war nicht mein erster. Also ich habe davor selbst ein eigenes, eine Wohnung gekauft gehabt, aber gar nicht aus der Motivation erst mal so, ich will jetzt hier in Immobilien irgendwie reingehen, sondern diese erste Wohnung, die habe ich mir gekauft, weil ich was in Berlin haben wollte. Ich habe überlegt, wo fühlst du dich so zu Hause? Weil ich eben einfach so viel umgezogen war. Und mir war klar, ich will irgendwas in Berlin haben, so einen Koffer in Berlin. Und das ist eine sehr kleine Wohnung, sehr süße Wohnung, Altbau, ganz schön gelegen auch. Und ich wollte einfach so einen kleinen Rückzugsort. Und das war aber auch gut als Learning, denn es war jemand drin als Mieterin. Natürlich hätte ich es gern gehabt, wenn ich die Wohnung gleich für mich gehabt hätte. Die Wohnung sah auch nicht so aus, wie ich sie haben wollte. Da lagen die Leitungen offen, der Renovierungsstand war nicht gut und Ich wusste, besser früher als später renovieren, damit die Substanz nicht kaputt geht. Na ja, und ich habe dann aber die Zeit hinter mich gebracht, in der eben diese Mieterin drin war, mit der ich die Wohnung gekauft habe. Und ich habe ihr dann irgendwann als Agreement eine Alternativwohnung besorgt, die für sie besser passte. Das war auch alles total harmonisch und habe dann die Wohnung hergerichtet, also wirklich alles gemacht, so wie du es haben wolltest. Ja, und wie es auch sein musste, weil die die Fenster teilweise schon vergammelt waren, die Fensterrahmen, und da wirklich was gemacht werden musste. Und auch die Leitungen, das war kein Standard von heute. Da hätten ganz blöde Unfälle passieren können.
Ja, und du hast dich dann wohlgefühlt, schätze ich.
Ja, ich habe die Wohnung dann vermietet, und zwar einer Mitarbeiterin. Und ich habe die Wohnung eben so hergerichtet, wie ich sie wirklich wollte, wo ich gesagt habe, da fühle ich mich auch wohl. Und damit war klar, wenn ich da jemand reinlasse, muss es jemand sein, den ich sehr schätze. Von dem ich weiß, dass der auch sehr, der, die auch sehr pfleglich damit umgeht. Und das war dann eben eine meiner ersten Mitarbeiterinnen, die die Wohnung bezogen hat. Das war ihre erste richtige eigene Wohnung und die ist damit dann auch entsprechend toll umgegangen, als wenn es ihre eigene gewesen wäre.
Wow, was für eine Immobilienreise du durchgemacht hast, mit Höhen und Tiefen. So wie es halt manchmal ist im Investmentleben.
Ja, absolut.
Hättest du jetzt zum Schluss ein paar Tipps aus dieser harten Zeit, die du durchgemacht hast, für unsere Zuhörerinnen? Vielleicht eine Top 3?
Ja, an erster Stelle: Ich bin immer für Eigentumswohnung, weil es einfach so auf Long Run unglaublich viel Lebensqualität hat. Es hat auf der einen Seite natürlich dieses Zuhause, dass man einfach einen Ort hat, wo man weiß, da kann ich alles lassen, was ich haben möchte, egal wohin ich gehe. Auf der anderen Seite aber auch, ich habe nicht so viel Umzüge mit so viel Zeug. Ich kann alles da lassen, kann mit leichtem Gepäck irgendwo nach Mahl gucken, dass ich, wenn ich irgendwo für die Firma meinetwegen hin muss oder so, dass ich da eben mit leichtem Gepäck hingehe. Nummer 1. Nummer 2: Wenn ich vorhabe, irgendwo zu investieren und ich habe es noch nie gemacht, Immobilien finde ich einfach eine tolle Sache, denn man kann vorbeifahren, sagt hier, da steht es und es ist eben einfach greifbarer als so Aktien, Optionsscheine und so weiter eben einfach doch sehr wenig griffig sind. Und wer sagt: Ja, finde ich toll, aber irgendwie kann ich es mir nicht leisten, dann kann man natürlich auch anfangen mit, und das wäre mein dritter Tipp, mit Immobilienfonds. Also ich kann natürlich gucken, dass ich mir auch einen Immobilienfonds suche, der stark ist, der solide ist, wo ich einfach mal so ein bisschen Gefühl habe. Ich habe einen Teil davon, mich mit dem Thema beschäftige, mich annähere und gleichzeitig aber auch eine Risikostreuung habe, indem ich eben nicht der einzige Anteilshalter bin, sondern ganz viele andere habe, die auch mit sind. Dann ist natürlich gut, einfach auch mal zu gucken, wo will ich das denn haben? Freunde aus Deutschland haben Immobilien in Südafrika, in Dubai, in Großbritannien, in Kanada, mit den unterschiedlichsten Motiven dahinter. Und das ist wichtig, macht ja bewusst Was möchtest du und warum? Also mit welcher Intention? Ist es Angst? Ist es Spaß? Ist es eine Zweitwohnung zu haben, die du mal benutzen kannst? Und mach dir dann ein Konzept daraus.
Und bevor ihr in Immobilienfonds investiert, würden wir vom happy immo club sagen: Kommt zu uns in den Club und sucht euch eine Freundin, die auch Wissen hat in dem Bereich, und investiert gemeinsam. In diesem Sinne, lieben, lieben Dank, Annabelle, dass du bei uns warst.
Sehr, sehr gerne.
Und ich freue mich auf auf eine Investition mit dir.
Ich mich auch, sehr sogar.
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