Let's Talk nokees und Female Empowerment - mit Janina Breitling
9 Sept 2024 · 25 min
Janina Breitling left journalism to start NUKIES, a startup making washable menstrual pads. She was inspired by plastic waste on Bali and now partners with Viva con Agua to provide free pads to girls in South Africa, where roughly 500 million menstruating people lack access to products.
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America leads the world in medicine development. It matters. We get new medicines first, nearly 3 years faster. 5 million Americans go to work because we make medicines here at home. And not relying on other countries keeps us safe. But China is racing to overtake us. Will we let them? Or will we choose to stay ahead? When America leads, America cures. Let's tell Washington to keep us in the lead.
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Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast Janina Breitling. Herzlich willkommen!
Vielen Dank, schön, dass du mich eingeladen hast. Ich habe ja gerade schon vorgewarnt, ich sitze in einem Restaurant. Es könnte sein, dass im Hintergrund bisschen laut ist, weil ich gerade in Südafrika bin, und in Südafrika gibt es Load Shedding. Das bedeutet, dass man manchmal kein Strom hat, und das haben wir des Öfteren, und dann haben wir auch kein Internet. Das heißt, ich muss dann immer in irgendwelche Restaurants flüchten, und das hier ist das, wo das Internet immer perfekt läuft, aber heute ist es total voll und ich sitze jetzt hier in der Ecke und hoffe, dass das trotzdem passt.
Geil. Okay, wir versuchen es. Du hast schon erzählt, du bist in Südafrika und tatsächlich kenne ich dich auch daher. Also ich reise total viel und ich habe 3 Kinder und habe irgendwann angefangen. Ich bin auf deinen Podcast gestoßen, Berti muss mit, und habe den gehört und habe so gedacht, geil, das will ich auch mal machen. Wenn ich Kinder habe, dann reise ich auch um die Welt und das hat mir total viel Mut gemacht. Und ich habe eben gerade auf dem Weg jetzt ins Büro deine allerletzte Folge gehört, was so der Übergang ist von Berti muss mit zu Nookies und ich bin total gespannt, was du mir jetzt gleich erzählst. Und noch dazu war ich gestern in diesem wunderbaren Caroline Herford Film Eine Million Minuten und habe gedacht, scheiße, wir müssen mal wieder auf Weltreise gehen. Von daher passt das total gut, dass wir jetzt hier heute sprechen.
Mega cool, ja, freut mich. Geil, dass du den Podcast gehört hast.
Ja, schön. Und ich fand den auch wirklich richtig gut, weil ja gerade mit kleinen Kindern und so was, wenn man googelt Reisen mit kleinen Kindern und so, dann sind das immer Robinson Clubs oder so was, die empfohlen werden. Und das ist bestimmt auch toll, aber gar nicht das, was wir machen wollten, sondern ich ich brauchte so, als ich schwanger war oder als meine erste Tochter ganz klein war, brauchte ich so den Beweis, dass ich immer noch mit dem Rucksack um die Welt reisen kann. Und schade, dass sie nicht—
Ja, ich weiß, das sagen einige. Ich bin schon am Überlegen, ob ich da vielleicht noch mal eine Reunion sozusagen mache, weil dieser Podcast für mich war das damals mit Berti muss mit. Wir sind ja 2016 gestartet.
Vielleicht erzählst du ganz kurz für die, die es nicht kennen, was es ist. Worum es da geht, den Podcast und so.
Also Berti muss mit war eine Reise, die ich gestartet habe 2016 mit meinem damals 5 Jahre alten Sohn Max, weil ich wusste, wenn er in die Schule kommt, sind wir an Ferien gebunden. Und zu dem Zeitpunkt war ich freiberuflich, habe bei ServusTV gearbeitet und konnte mir das alles schön immer einrichten, wann wir wohin reisen, und war da ganz flexibel. Und dann irgendwann ist es mir klar geworden, okay, wenn er in die Schule kommt, dann wird wird es nicht mehr so sein. Und dann habe ich so eine kleine Panikattacke gekriegt und dachte mir, okay, die Zeit bis dahin dürfen wir noch nutzen. Und habe dann meinen Job gekündigt, habe alles verkauft und bin mit ihm auf Weltreise gegangen. Und der Plan war eigentlich, diese Weltreise ein Jahr zu machen, bis er in die Schule kommt. Und dann habe ich aber unterwegs so viel darüber geschrieben, habe den Podcast gemacht, den Blog, und das kam halt echt richtig gut an, so dass nach dem einen Jahr wir uns gefragt haben, okay, wollen wir wirklich zurückgehen? Nee, komm, lass noch ein Jahr weiterreisen. Und so hat sich das verselbstständigt, und wir sind dann erst Ende 2021 zurück nach Deutschland bekommen. Und genau, was du gerade gesagt hast mit dem Podcast, ich habe den dann irgendwann aufgehört, ich glaube 2019 ungefähr, Ende 2019. Da kam das Buch, was ich geschrieben hatte, raus, und für mich war die Geschichte so ein bisschen auserzählt. Also es war ja wirklich dann über ein paar Jahre, dass wir wöchentlich— Maxi war ja auch oft in dem Podcast mit dabei— dass wir halt wöchentlich berichtet haben, was so passiert ist. Und da gab es ja auch immer voll viel zu berichten, und es war ja immer spannend. Und total cool. Und dann sind wir aber 2019 nach Bali gezogen und sind da auch länger geblieben, damit Max in die Schule gehen konnte. Und ich hatte so das Gefühl, okay, die Geschichte ist auserzählt, und irgendwie jetzt fangen wir hier so ein richtig normales Leben an. Und jetzt habe ich eigentlich gar keine Lust mehr, dass da jeder immer weiß, was wir machen und wo wir hingehen und, und wie es so läuft. Und dann habe ich das aufgehört, habe dann noch mal genau diese Abschlussfolge gemacht, die du gerade genannt hast, wo es dann mit Nukkis gestartet ist. Und jetzt merke ich aber, wir sind jetzt wieder gerade auf Reise, dass ich wirklich echt echt viele Ideen haben wieder für einen Podcast. Also ja, let's see.
Sehr gut. Aber das kann ich total verstehen, dass wenn man auf Reise ist und dann ist man nach 3 Wochen wieder weg, dann kann man noch einen Podcast dazu machen. Aber wenn man dann die nächsten 3 Jahre noch wohnt oder so was, dann ist es wirklich was anderes. Und wie seid ihr jetzt auf Reise? Also wo, wie lange seid ihr unterwegs und was, wo wart ihr schon, wo fahrt ihr noch hin?
Also wir sind jetzt gerade in Südafrika und bleiben hier noch bis Ende März. Dann waren wir insgesamt 5 Monate hier, sind hier tatsächlich an einem Ort, weil mein Sohn hier auch wieder in die Schule geht. Und es war diesmal auch bisschen anders. Das hat sich so ergeben, dass Phenookies, also das Unternehmen, was ich aufgebaut habe, da mache ich halt auch ganz viel Soziales. Ich kümmere mich um das Thema Menstruationsarmut, heißt es auf Deutsch, Period Poverty auf Englisch, hört sich immer ein bisschen besser an, finde ich. Es gibt einfach unfassbar viele junge Frauen und Mädchen auf der Welt, die keinen Zugang zu Menstruationsprodukten haben. Hier in Südafrika sind es mehr als 8 Millionen Menschen, die wirklich keine Binden oder sonst was zur Verfügung haben. Und da setze ich mich ganz stark für ein und bin auch deswegen jetzt hier, weil hier ein Projekt aufbaue gemeinsam mit Viva con Agua, wo ich mich darum sozusagen kümmere, dass wir da ja Menstruationsprodukte zur Verfügung stellen, dass die da verteilt werden können kostenlos und dass die Mädchen deswegen dann auch in die Schule gehen können.
Ja, wie geil. Viva con Agua auch total cool. Die machen ja auch, da wird nächste Woche am 15. März wird doch die Villa Viva eröffnet in Hamburg, ein Haus, das Brunnen baut. Und das ist auch so toll, weil ich ja Immobilienfan bin und das natürlich toll finde, wenn man mit Immobilien auch, also ich sage Immobilen sind überhaupt nicht böse. Wenn du Immobilien besitzt, dann kannst du damit was Tolles machen. Und da ist ein geiles Beispiel, die das eben auch machen, die einfach wirklich dann selber bauen und aber totalen Purpose, ihren Purpose damit durchsetzen. Und das finde ich total toll.
Ja, und das Gleiche ist ja auch, was du jetzt gerade über Immobilien gesagt hast. Das Gleiche ist ja auch mit Geld. Geld, mit Geld kann man ja auch total viele tolle Sachen machen. Und das ist eigentlich wichtig, dass mehr Geld in die Hände von coolen Leuten kommt, dass halt einfach geilere Sachen gestartet werden, was ich total spannend finde.
Genau. Und deshalb reden wir jetzt über Lukis Was ist genau die Idee dahinter?
Die Idee dahinter: Ich habe auf der Weltreise schon angefangen, waschbare Binden zu benutzen, weil wir halt einfach wirklich so ab vom Schuss unterwegs waren und ich auch diese ganze Umweltverschmutzung auf Bali mitgekriegt habe, wie viel Plastikbinden da echt im Meer gelandet sind. Und ich fand das total eklig und dachte mir, wenn man das zusammenrechnet, wie viele Menschen Binden benutzen auf der Welt und die dann wegschmeißen, und dadurch, dass die zu 90% aus Plastik bestehen, braucht 500 bis 800 Jahre, bis die mal recycelt sind oder halt kompostiert oder wie man das nennt. Und das fand ich alles nicht so toll und habe dann halt diese waschbaren Binden benutzt und fand die aber auch nicht so toll. Die haben nicht richtig gut funktioniert. Und dann habe ich angefangen, mal so ein bisschen zu schauen, was gab es noch? Period Panties und die Cups fand ich aber als Konsumentin auch nicht so gut und habe mir dann gedacht, seltsam, dass das eigentlich was ist, was ja so viele Menschen auf der Welt haben, ihre Menstruation, und dass es da eigentlich so wenig im Angebot gibt. Und wie würde denn für mich das perfekte Produkt aussehen? Und dann habe ich da echt from scratch angefangen, habe mir überlegt, okay, es wäre cool, eine Binde zu haben, die nur aus Ökostoffen besteht, aber trotzdem cool aussieht, die man so in die Unterhose reinbauen könnte, dass sie nicht verrutscht, aber gleichzeitig wieder schnell wechselbar ist. Und so fing das bei mir an. Und weil wir gerade auf Bali gewohnt haben zu der Zeit, da gibt es ganz viele kleine Schneidereien. Das heißt, ich konnte da auch immer morgens mit dem Roller hin und her fahren von einer Schneiderei zur nächsten und meine Sachen da erklären. Und dann haben wir das aus Pappe ausgeschnitten und so und da wirklich so die ersten Samples gemacht. Und ja, daraus habe ich dann über die Jahre ein Unternehmen gebaut. Nukies. Und ja, das ist cool.
Und genau wie, wie geht es jetzt mit deinem Unternehmen? Wie groß seid ihr und kannst du von deinem Unternehmen schon leben?
Ja, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz knapp. Eher von Erspartem. Es gab Wellen.
Also das ist nämlich so ein Pain in the Ass mit den Startups. Man muss einfach wirklich so ewig reinzahlen und gerade Menstruationsunterwäsche ist ja wirklich so ein Thema, genau wie du es gesagt hast. Das ist ja total krass. Die Hälfte der Menschheit hat das Problem, oder nicht die Hälfte, aber super viele hatten das irgendwann mal oder kriegen das irgendwann. Und es gibt überhaupt keine coolen Sachen und es gibt auch überhaupt keine Fakten dazu. Und das ist ja auch so dieses Gender Health Gap und so weiter, dass das einfach Themen sind, die total vernachlässigt werden. Wir Frauen scheinen gar nicht zu existieren und deswegen finde ich es so super, dass du dich darum kümmerst und eben viele andere auch. Und ich frage mich aber trotzdem, wie schnell du das, ja, du damit dann auch Geld verdienen kannst, um dann dein Geld eben zu investieren oder mit deinem Geld dann weiter Gutes zu tun?
Also das dauert. Und es war für mich, ich habe ja auf Bali, hatte ich die Idee dazu und dann hat es auch gedauert, ehe ich das dann irgendwie alles realisiert habe und so. Und dann sind wir erst nach Berlin. Also ich war eigentlich schon über ein Jahr an dem Projekt dran und habe das so irgendwie aufgebaut, wie ich es für richtig gehalten habe. Ich habe am Anfang auch alles selber gemacht, die Webseite programmiert, das Social Media, wirklich alles von der Produktentwicklung bis zu jedem Insta-Post waren meine Sachen. Und dann bin ich nach Berlin gekommen und habe dann erst mal gesehen, okay, wie sieht überhaupt die Businesswelt aus? Also ich hatte überhaupt gar keine Ahnung. Ich war früher Journalistin, hatte die Idee für Nooki, habe dann da ein Projekt draus gemacht, was dann zu einem Startup geworden ist. Aber ich hatte halt null Ahnung, was ein VC ist oder wie man irgendwie Geld sammelt oder sonst was. Und bin da sehr ins kalte Wasser gesprungen, was auch total gut war, weil ich halt ganz viele Strategien mir selber erarbeitet habe, wie ich es günstig umsetzen kann. Und dann gab es halt wirklich Wellen. Also am Anfang war es dann so, dass es irgendwie— ich habe dann erst so eine Kickstarter-Kampagne gelauncht und da war dann der voll der Run drauf und alle fanden es cool. Und dann waren wir aber noch in Portugal und Brasilien, dann konnte ich da nicht produzieren. Und eh dann die Produktion wieder— also weißt du, es waren halt immer so echt so Ups und Downs. Es hat so lange gedauert und da hatte ich letztes Jahr einen riesengroßen, riesengroßen Clash mit der Produktion. Die haben einfach eine komplett Produktion in den Sand gesetzt, sodass ich irgendwie 6 Monate keine Ware hatte, aber trotzdem Ausgaben. Das heißt, es war echt immer so Up und Down und man braucht schon echt gute Nerven und man darf einfach auch wissen, das habe ich für mich gelernt, auch wenn das irgendwie in irgendwelchen Bubbles besprochen wird bei LinkedIn oder so, ja, Idee für ein Unternehmen, dann keine Ahnung, mehrere Millionen Euro gesammelt und dann zack geht das Ding durch die Decke. Das mag ja sein, aber ich wage die These aufzustellen, dass es bei den meisten richtig lange dauert und richtig harte Arbeit Arbeit ist und auch sich am Anfang überhaupt nicht auszahlt. Also ich würde unfassbar viel, viel mehr Geld machen, wenn ich mich wieder beim Fernsehen anstellen lassen würde, wo ich früher gearbeitet habe, anstatt jetzt mein Unternehmen hochzubringen. Aber es ist bei mir so intrinsisch, und ich sehe, was ich damit machen kann und was ich da baue. Und ja, einfach einen langen Atem haben und dran glauben. Aber das ist nicht alles rosig. Das ist geil, das zu machen, und ich liebe das, und ich stehe hinter dem Produkt, und es ist wirklich, ich lebe das 24/7. Das bin einfach komplett ich. Aber es ist also finanziell noch lange nicht lukrativ.
Das heißt, machst du eigentlich alleine oder hast du ein Team?
Also ich hatte zwischenzeitlich mal ein Team und dann ist dieser ganze Produktionshickhack gewesen und da musste ich einfach total downsizen. Und jetzt mache ich es gerade wieder alleine. Ich finde auch, das sind alles so Learnings. Also wie gesagt, ich komme ja aus dem Journalismus, das heißt keine Ahnung von Business, überhaupt nicht vorbereitet gewesen, das halt einfach mal gemacht. Was auch gut war, dass ich so naiv war. Aber all das, was ich jetzt über die letzten Jahre gelernt habe, das ist so krass. Also allein darüber könnte ich schon wieder 5 Bücher schreiben, weil natürlich ist es toll, ein Team zu haben. Auf der anderen Seite, gerade in einem Startup, so eigentlich brauchst du das wirklich, dass alle 24/7 arbeiten. Aber natürlich ist es schwierig zu finden, dass Leute darauf Bock haben, für wenig Geld viel zu arbeiten. Das macht man dann halt, wenn man da selber drinsteckt und wenn es das eigene Unternehmen ist. Das heißt, es ist auf der einen Seite voll cool, ein Team zu haben, auf der anderen Seite ist es dann aber doch wieder einfacher, es alleine zu machen, glaube ich, bis zu einem gewissen Punkt zu kriegen. Also da streiten sich, glaube ich, auch die Geister. Ich habe beides erlebt. Ich fand es total cool mit Team und war echt so mega erleichtert, als ich dann einfach ein paar Freelancer mit reinnehmen konnte, um das einfach zu teilen. Ich merke jetzt aber auch wieder gewisse Sachen, da braucht es mich einfach noch für. Und deswegen ist auch hier, dass ich die jetzt wieder übernommen habe. Aber ja, crazy, right? Also einfach arbeiten, arbeiten, arbeiten, wirklich den ganzen Tag.
Ja, genau. Arbeiten, arbeiten, arbeiten den ganzen Tag. Aber du weißt eben, für was. Und das ist dann eben auch deine Marke und du bist Lukis. So ist das eben. Genau. Aber auch das kann jemand Drittes. Und natürlich ist es toll, wenn man die auch hat. Aber ich kenne das auch, das Gefühl, dass man selber sich so aufreibt und am Ende auch weniger verdient als jeder Freelancer und Das ist ja auch total gut. Ja, deshalb weiß ich, wovon du sprichst. Wir reden hier noch über Female Empowerment. Jetzt hast du erzählt, du bist gerade in Südafrika. Genau deshalb. Was machst du da?
Als ich Nukies gegründet habe, habe ich festgestellt, dass es wirklich dieses Thema Period Poverty gibt, was vielleicht auch nicht allen bewusst ist, was mir auch damals nicht bewusst war. Aber man redet davon, oder man sagt, dass immer zur selben Zeit auf der ganzen Welt ungefähr 800 Millionen Menschen menstruieren. Kennst ja auch, wenn du auf einer Party bist, nicht alle Frauen haben gleichzeitig ihre Tage, aber so ein paar davon haben es gleichzeitig und deswegen sind 800 Millionen immer zur selben Zeit, also more or less. 500 Millionen davon haben weder Zugang zu Menstruationsprodukten, zu Bildung zu dem Thema oder zu Sanitäranlagen. Und das habe ich halt relativ schnell in meiner Recherche zum Thema Menstruationsprodukte damals ja entdeckt und dachte mir so, hey, what the fuck, das kann ja wohl nicht sein. Also was ist die Konsequenz? Was ist die Konsequenz daraus? Dass viele junge Mädchen auch gar nicht mehr in die Schule gehen können, weil wenn sie keine Produkte haben und sich dann irgendwie Blätter oder Stofffetzen oder sonst was in die Unterhose legen und hoffen, dass das Blut dadurch aufgesaugt wird, was natürlich nicht passiert, was nicht funktioniert, dann gehen sie in die Schule, werden gehänselt und nach einer gewissen Zeit gehen sie halt einfach nicht mehr hin, verpassen erst diese Woche im Monat und dann irgendwann bleiben sie ganz zu Hause. Das heißt, Future is female hört für viele Mädchen dann auf, wenn sie ihre Tage kriegen. Und das hat mich so schockiert. Ich meine, mein Sohn wird jetzt 13 dieses Jahr, das wäre jetzt ungefähr dieses Alter, und das ist halt einfach wirklich katastrophal. Und das hat mich so erschüttert, dass ich dachte, okay, wenn ich ein Unternehmen baue, dann mache ich es nicht nur für Leute wie du und mich und den halben Prenzlauer Berg und sonst was, sondern ich mache Mach es halt auch für die Menschen, die sich das sonst nicht leisten können. Und dann, ja, habe ich damit angefangen, die erste Produktion gleich gesplittet, die Hälfte verkauft, die Hälfte gespendet. Und so hat sich das dann weiterentwickelt, bis dann die Zusammenarbeit mit Viva con Agua zustande kam. Und jetzt genau hier in Südafrika läuft es so, dass wir die Stoffe einkaufen. Also wenn jemand Nukis kauft, nehme ich einen Teil von den Sales weg und pack den in eine Foundation, die ich gegründet habe, die Nukis Foundation. Und von diesem Geld kaufen wir hier vor Ort Stoffe, bringen diese Stoffe zu Näherinnen aus dem Dorf, aus dem Tribe. Die fertigen waschbare Binden an, wir bezahlen sie dafür oder ich bezahle sie dafür. Und dann können sie die Binden kostenlos zur Verfügung stellen. Und ja, das mache ich hier. Das ist Female Empowerment, glaube ich, könnte man das nennen. Und es ist mir einfach unfassbar wichtig. Und da freue ich mich, wenn mich da alle unterstützen. Also weil das einfach was ist, was, was wirklich in der Welt nicht geht und Wir können da was ändern und wir können da was machen. Und je mehr wir sind, desto besser ist es.
Genau, je mehr wir sind, desto besser ist es. Also alle, die hier den Podcast hören, guckt euch Nukkis an und kauft ganz viel und unterstützt das Projekt. Ich finde es total toll. Und ich finde es auch so, was du gesagt hast, dass du ein Unternehmen bauen wolltest, was eben jetzt nicht nur dir und mir hilft. Das ist natürlich auch noch mal was ganz Besonderes, denn das macht das Ganze natürlich noch mal viel größer und viel viel schwieriger und viel komplizierter, aber gleichzeitig auch viel schöner und viel begeisternder.
Ja, voll. Am Anfang haben alle zu mir gesagt, ich sei verrückt, als ich mit dieser Idee kam. Hey, ich verkaufe die Hälfte, spende die Hälfte. Da haben alle, die ein bisschen BWL-Wissen haben, die haben die Hände über den Kopf geschlagen und meinten, da brauchst du gar nicht anfangen, weil das wird nichts. Und ich war aber total störrisch, habe gesagt, dann mache ich es gar nicht. Wenn ich das so nicht machen kann, dann mache ich es gar nicht. Habe ich gar keinen Bock, ein Unternehmen aufzubauen. Und im Nachhinein auch gerade diese Phase, wo ich Probleme mit der Produktion hatte und da echt 6 Monate saß und nichts machen konnte, weil einfach kein Produkt da war, das für mich ganz wichtig draufzuschauen. Okay, was ist denn Nukies überhaupt, wenn ich kein Produkt habe? Also wofür steht denn diese Company? Wofür stehe denn ich? Und das ist halt einfach dieser soziale Aspekt. Das heißt, das hat mich dann auch wirklich getragen, dass ich wusste, okay, wenn ich jetzt aufgebe, dann hat da im Endeffekt niemand was von. Und wenn ich weitermache, Allein die Vorstellung, dass ein Kind, ein junges Mädchen mit unseren Binden in die Schule gehen kann und sie deswegen Bildung erfahren darf. Dafür stehe ich gerne um 4:30 Uhr morgens auf.
Ja, Wahnsinn. Also die Zahlen auch, dass 500 Millionen Frauen am Tag gleichzeitig ihre Tage haben und also 800 waren es, aber 500 eben ohne Produkte und ohne Zugang. Und 300 haben quasi Zugang, also fast fast 2/3 hat keinen Zugang zu den Produkten. Das ist ja totaler Wahnsinn.
Wahnsinn. Und hier in Südafrika sind es 35%, die keinen Zugang haben. Es ist echt unfassbar. Und ich komme jetzt gerade aus Bulungula, also ist halt eine ländliche Region hier im Eastern Cape, wo ich dann halt war und mir das alles angeschaut habe. Und es ist halt krass, was sie da erzählen. Ja, wirklich. Allein dieser Fakt, dass sie sich aus T-Shirts Stofffetzen ausschneiden und die aufeinander stapeln und versuchen, als Binden zu nehmen. Das geht halt gar nicht. Und deswegen launch ich jetzt auch gerade ein neues, cooles Produkt auf der NUKIES-Webseite. Also ich weiß ja nicht, wann der Podcast ausgestrahlt wird, wann du den live stellst, aber wahrscheinlich ist es dann schon gelauncht. Also auf jeden Fall bitte bei NUKIES auf die Webseite gehen und einmal natürlich das Produkt kaufen und toll finden, aber auch die Merch-Serie, weil mit dem Verkauf geht halt auch wieder direkt was in die Foundation und dann kann ich diese Produkte oder diese Projekte hier vor Ort aufbauen.
Ah ja, genau, das ist natürlich sehr schlau, weil Das ist ja so ein bisschen der Haken auch an Menstruationstassen, dass man ja gar nicht so viele braucht, wenn man es einmal gekauft hat. Also das ist ja auch die Idee dahinter, dass man ja jetzt nicht jeden Monat neue Nukis kaufen soll. Von daher kauft alle den Merch, das finde ich super. Wann wird der gelauncht?
Am 7. März.
Na, das schaffen wir nicht. Aber okay. Wir machen viel Werbung. Cool, okay. Wir geben Gas. Und sag mal, Janina, jetzt hast du das hier erzählt. Also ich glaube, es gibt ganz viele Frauen, die genauso denken wie du, wie ich, die sich denken, irgendwas müssen wir ändern. Das ist ein Problem. Wie mache ich das? Die sich das aber einfach überhaupt nicht trauen. Woher hattest du den Mut?
Woher hatte ich den Mut? Also die Weltreise zu machen, dafür hatte ich den Mut irgendwie einfach, der war einfach da und ich habe mich davon nicht abbringen lassen. Und viele haben natürlich, als ich das dann erzählt habe, gesagt, es geht, also wie willst du das machen? Alleine mit dem Kind reisen ist doch total gefährlich. Und was ist, wenn euch was passiert und so? Und da habe ich ja einfach nicht drauf gehört und habe mir gedacht, ach, ich bin schon so viel mit ihm rumgereist und es wird schon passen. Und wenn nicht, kommen wir halt zurück. Und das hat sich auch bestätigt. Und den Mut für das Unternehmen, ehrlich gesagt, war da mehr Naivität einfach dabei, weil ich saß auf Bali, das Buch war geschrieben, das wurde gerade publiziert. Das heißt, die Berti-muss-mit-Geschichte war für mich auserzählt und ich dachte mir, was mache ich jetzt? Schreibe ich ein zweites Buch? Gehe ich wieder zurück nach Deutschland und fange wieder beim Fernsehen an oder so? Also ich saß da halt und dachte, okay, krass, ich bin mal gespannt, was kommt. Und dann kam halt diese Nukies-Idee zu mir. Es war jetzt nicht, dass ich durchs Haus gelaufen bin und dachte, okay, wo könnte ich jetzt ein Produkt verbessern und daraus ein Business machen? Sondern es war halt wirklich die Produktidee und ich hatte wirklich keinerlei Ahnung, was da auf mich zukommen würde. Also wirklich nicht. Und das war auch gut so. Das heißt, ich würde sagen, bei mir kann man eher Mut mit Naivität tauschen, weil ich einfach nicht wusste, was es bedeutet, ein Unternehmen zu führen. Und ich bin so froh, dass es zu mir gekommen ist, weil ich das echt einfach, ja, I love it.
Ich glaube, das ist sowieso ein guter Tipp, dass man die Sachen gar nicht so durchdenken darf, weil dann fängt man sie gar nicht mehr an. Also wenn man jedes Problem schon vorher kennt, dann ja, ich glaube, dann ist man einfach schon so runtergeredet und so kleingeredet, dass man das auch gleich lassen kann. Wir kommen jetzt langsam zum Ende. Wie? Also ich habe aber noch eine wichtige Frage: Wie finanzierst du denn das Ganze?
Aus Erspartem? Also wirklich erspart. Nebenher arbeite ich immer noch mal hier und da als Journalistin, schreibe ein bisschen was. Ja, und es ist wirklich Bootstrapping hoch 1000. Und ich glaube aber auch, dass es das— also klar, wenn man am Anfang irgendwie Geld zur Verfügung hat und so, umso besser, wenn man wirklich von Family und Friends irgendwie was sammeln kann, wenn man vielleicht Investoren mit reinnimmt oder sonst was, das ist natürlich super. Klar, bei mir war das jetzt nicht so und ich glaube, es gibt beide Varianten und wir leben sehr sparsam.
Und genau deshalb frage ich nur, weil Die Variante, wenn man dieses Geld am Anfang nicht hat, die ist ja viel spannender. Deshalb die Frage, wie du das machst. Also das heißt, du hast, du lebst von deinen Ersparten, du unterhältst dein Unternehmen auch von deinen Ersparnissen. Ja, okay. Ja, das ist crazy. Ja, das ist wirklich crazy. Aber das ist finanzielle Freiheit, weil du kannst quasi machen, also du kannst deinen Weg gehen, den du gehen willst, ohne jetzt das machen zu müssen, was dir irgendein Unternehmen vorgibt oder so, also irgendein anderes Unternehmen.
Also ich glaube, das Thema finanzielle Freiheit, ehrlich gesagt, das kommt ja dann irgendwann hoffentlich mit einem Startup. Ich bin mir manchmal gar nicht sicher. Also tatsächlich würde mich das mal interessieren. Klar, es gibt Startups, da legen die Founder irgendwann super coolen Exit hin und werden vielfache Millionäre und dann hat sich das schon gelohnt. Aber jetzt ein Durchschnittsunternehmen, es muss ja auch nicht immer ein Unicorn werden, weißt du, das war dann auch für mich so Es muss doch nicht das Riesending werden. Natürlich wäre es cool, wenn es das Riesending wird, aber ein mittelständisches Unternehmen aufzubauen alleine, auch das ist schon echt eine Leistung. Und auch das ist schon was, wo man am Ende stolz drauf sein kann, wenn man vielleicht 5 Leute hat im Team oder 10 oder sonst was. Muss ja nicht immer Amazon oder Zalando oder so sein. Was ich mich oft frage, wenn man das mal rückrechnet, inwiefern sich das tatsächlich dann gelohnt hat, abseits des Purpose. Und wie frei man finanziell tatsächlich in der Zeit war. Weil finanzielle Freiheit, okay, klar, du hast recht, solche Sachen wie jetzt, ich würde die Freiheit anders definieren. Ich würde die Freiheit nicht als finanziell definieren, sondern eher, man kann natürlich dort arbeiten, wo man möchte. Ich bin jetzt hier in Südafrika, habe das Projekt. Das würde ich ja nicht können, wenn ich irgendwo fest angestellt wäre. Aber finanziell frei fühle ich mich jetzt nicht, weil ich natürlich an allen Ecken spare. Damit das Unternehmen weiter existieren kann und damit ich als alleinerziehende Mutter mit meinem Sohn das irgendwie weiterhin kriege. Also finanziell frei ist hier gerade noch keiner, aber ich hoffe halt, dass wir es irgendwann werden. Und ich bin bereit, diesen Weg bis dahin zu gehen, weil ich halt einfach die Motivation für dieses Intrinsische habe und weiß, wo der Weg hingehen kann.
Ja, das ist wirklich der Hammer, was du alles leistest, also dass du eben alleinerziehend bist, ein Kind durchbringst und ein Unternehmen. Wirklich Hut ab. Und damit trotzdem um die Welt reist und einfach deinen Weg gehst. Also ich finde das ziemlich toll. Wir sind jetzt hier am Ende und ich frage am Schluss immer nach deinen 3 Tipps, die du unseren Hörerinnen noch mit auf den Weg geben willst.
Meine 3 Tipps: Eigentlich machen, machen, machen. Ich bin so eine Macherin und das hat sich immer bewährt. Wenn man eine Idee hat, einfach machen und ausprobieren. Und man kann auf dem Weg immer noch verbessern und in andere Richtungen gehen. Aber ich glaube wirklich, dieses Dieses Machen, das hat mich sehr, sehr weit gebracht, weil ich das, wenn ich so zurückdenke, ich habe das immer gemacht. Ich hatte eine Idee und habe sie umgesetzt und zwar zack. Und das ist glaube ich also 3 Tipps: Machen, machen, machen.
Ja, wunderbar. Also machen, machen, machen. Macht das, hört euch diesen Podcast an, unterstützt NUKIES und macht einfach. Dankeschön. Das war ein ganz tolles Gespräch. Hat mir ganz viel Spaß gemacht.
Mir auch. Vielen, vielen Dank.
Viel Spaß noch nachts. Viele Grüße nach Dachau.
Danke. Ciao.
Spring just slid into your DMs. Grab that boho look for that rooftop dinner, those sandals that can keep up with you, and hang some string lights to give your patio a glow up. Spring's calling. Ross, work your magic.
Rinse knows that greatness takes time, but so does laundry. So Rinse will take your laundry and hand-deliver it to your door expertly cleaned, and you can take the time pursuing your passions. Time once spent sorting and waiting, folding and queuing, now spent challenging and innovating and pushing your way to greatness. So pick up the Irish flute or those calligraphy pens or that daunting Beef Wellington recipe card and leave the laundry to us. Rinse. It's time to be great.
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