Let's talk Periode & Finanzen mit den Gründerinnen von OOIA!
15 Mar 2023 · 32 min
Kathi Ernst and Christine Zeller left McKinsey and Zalando to start OJA, a period underwear company they kept profitable without outside investors. They discuss building the business, their diversified investment portfolio including Berlin real estate, and practical advice for women starting companies or negotiating property deals.
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Hallo!
Ich freue mich total, dass ihr dabei seid, und bin so gespannt, die Geschichte zu hören, wie ihr euer Unternehmen gestartet habt und gegründet habt und was so die Herausforderungen waren.
Ja, also man muss vorweg vielleicht sagen, dass Christine und ich uns schon vor OUYA kannten. Also wir sind schon sehr lange sehr gute Freundinnen und haben immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, mal gemeinsam zu arbeiten, weil wir uns gut vorstellen konnten, dass wir gute Kolleg:innen wären, wenn es mal dazu käme. Und als ich dann die Idee für Periodenunterwäsche hatte, ich war einer, ich hatte eine Freundin getroffen, die das in den USA entdeckt hatte und von dieser neuen Produktart hellauf begeistert war. Da habe ich direkt gedacht, dass da muss Christine irgendwie mitmachen. Und als ich dann wirklich von, also über Nacht entschieden habe, den Bereich, also was zu gründen in dem Bereich, weil ich fand, diese Produktart braucht es auch in Europa, habe ich dann ein paar Monate lang alleine sozusagen an einem kleinen Businessplan gearbeitet und mich dann langsam an sie herangetastet, um sie zu überzeugen, das mit mir zu machen, was zum Glück dann doch sehr schnell geklappt hat. Toll.
Wie war es für dich, Christine?
Ja, also es war sozusagen diese Idee, fiel glaube ich bei uns beiden so auf fruchtbaren Boden. Denn bei Zalando, wo ich immer super gerne gearbeitet habe und ja ganz tolle Teams hatte, auch tolle Kolleginnen, war es aber trotzdem so, dass ich da ein bisschen auf der Suche war nach was Neuem. Auf der einen Seite hat mir einfach, wie man jetzt heute so neudeutsch sagt, der Purpose gefehlt. Was ist das große Ganze, für was man das eigentlich jeden Tag macht, diese harte Arbeit? Und auf der anderen Seite war es so, dass ich eben meine zwei Töchter hatte und habe, mit denen ich einfach sehr gerne Zeit verbracht hätte und auch mehr Zeit verbracht hätte. Und das eben in dieser Konzernwelt recht schwierig möglich war. Und daher war die Idee, was selbst zu gründen, auf jeden Fall eine Idee, die auf fruchtbaren Boden fiel und bei uns beiden, glaube ich, deswegen sehr schnell ein Feuer entfacht hat und zu der Überlegung geführt hat, dass wenn wir das, was wir suchen, sozusagen so in der freien im freien Businessumfeld nicht zu finden ist, dann müssen wir uns vielleicht einfach das Unternehmen selber bauen, was es uns möglich macht, eben gleichzeitig verantwortungsvolle Rollen zu bekleiden und richtig was gesellschaftlich zu bewegen. Und auf der anderen Seite aber eben genug Flexibilität lässt für private Verpflichtungen.
Und war es nicht riskant, so tolle Jobs aufzugeben? Ich meine, McKinsey ist top und Zalando, in Führungsposition zu sein, ist ja auch unglaublich. War es nicht riskant für euch, das zu machen?
Ich glaube, wir haben damals so drüber nachgedacht, dass es eigentlich kein Risiko ist, weil wir haben uns ein Jahr gegeben, um zu gucken, wie weit kommen wir mit dieser Firma? Gibt es da Interesse? Sind Leute an dem Produkt interessiert? Finden wir Abnehmer:innen? Und so weiter. Und ich glaube, alles, was man in so einem Jahr lernt, wenn man so eine Firma aufbaut, macht es nicht schwieriger, den nächsten Job zu finden. Ja, also überhaupt mal so Unternehmen von scratch mal zu versuchen aufzubauen, so eine P&L selber aufzubauen, eine Finanzierung irgendwie sich zu überlegen, Produkt Entwicklung anzustoßen, sich Marken zu überlegen und aufzubauen, Social Media anzufangen, zu lernen, wie Online-Ads gehen. Ja, das ist ja einfach ein Rundumpaket an Lernen, was man da tut. Und wir wussten eigentlich, selbst wenn das Ding komplett gegen die Wand fährt, wir werden dabei solche Skills und neues Wissen generiert haben. Das wird es auf jeden Fall nicht schwieriger machen, den nächsten guten Job zu finden.
Genau. Was aber schon so war, ist, dass uns eben unser Umfeld durchaus skeptisch angeschaut hat. Also nicht so, nicht so sehr unser engstes Umfeld, mehr sozusagen ehemalige Kolleg:innen, zum Beispiel bei Zalando, die haben sich schon gewundert, ne? Weil wie du schon sagst, es sind ja wirklich gute Jobs, die auch gut bezahlt sind, und da von heute auf morgen quasi auf null Gehalt zu gehen und so ins kalte Wasser zu springen. Und vor allem auch, weil weder Kathi und ich Startup-Blut in der Familie haben, sozusagen, und wir auch vorher nie jemanden waren, die so auf der ganz harten Suche nach der eigenen Gründung waren, ja? Sondern wir sind eigentlich immer ganz gut im Konzern zurechtgekommen, haben gut unsere Karrieren verfolgt, und daher war es schon ein größerer Sprung, diesen, diesen eben zu machen. Aber ich glaube, was eben ausschlaggebend war, war, dass uns das Thema, und zwar nicht nur das Thema Periode, sondern auch dieser größere Schirm von Female Empowerment so krass begeistert hat, dass es einfach so ein Feuer war und so eine Leidenschaft, die entfacht wurde, dass es dann am Ende des Tages doch nicht so schwierig war, den Sprung zu machen.
Ja, also das, wobei ich muss ein bisschen korrigieren, ich habe ja schon, mein Mann ist Unternehmer gewesen, also nicht in meinem Blut, aber in meiner Familie gab es schon Startups.
Ja, ich kann das auch sehr bestätigen. Ich bin selbst angestellt, also im Vorstand von einem Unternehmen, und es ist schon ganz was anderes, so ein Unternehmen von scratch aufzubauen, ne. Und wenn es bei mir und Anna nicht der Purpose gewesen wäre, ich weiß nicht auch, ob wir, ob wir das gegründet hätten, ne. Und das fand ich ganz interessant, was ihr gesagt habt, ins kalte Wasser zu springen, weil ich finde zum Beispiel Das Thema Immobilien, und dass eine Frau eine Immobilie kauft, das ist auch so ein bisschen wie ins kalte Wasser zu springen. Und da wollte ich noch mal nachfragen, was würdet ihr jemandem raten, der irgendwie in was ganz Neuem reinspringt? Also was wären so die Tipps, die ihr hättet?
Also ich denke, als Tipp vielleicht vorweg, ich würde nie einfach blauäugig meinen Job kündigen und einfach mit irgendeinem Business anfangen, ja. Also, und das, falls diesen Den Eindruck wollen wir auch keinesfalls hier vermitteln, sondern wir haben natürlich zuerst mal unsere Hausaufgaben gemacht. Also Hausaufgaben im Sinne von: Begeistert uns dieses Thema gut genug, dass wir richtig Lust haben, quasi den Großteil der Zeit unserer Tage da dieses Themas zu verschreiben? Ja, das ist erst mal das Erste. Also ist dieses Thema groß genug? Und dann aber auch: Ist das Thema finanziell groß genug? Also hat das auch das Potenzial, wirklich ein Unternehmen zu tragen? In unserem Fall eben auch mit zwei Gründerinnen. Und dann eben später auch jetzt zwischen 45 Mitarbeiter:innen. Also erst mal wirklich relativ klassisch so einen groben Business Case zu rechnen, sich den Markt anzuschauen, auch zu schauen, wie viele Wettbewerber:innen gibt es dort schon und welches Potenzial gibt es eben?
Ja, das auf jeden Fall. Und ich glaube, Wissen ist einfach Macht. Also ich glaube, jegliche Form von Wissen sich aneignen über neue Bereiche, in die man vielleicht hineingeht, ob das jetzt ein neuer Job ist oder eine Gründung in einem neuen Markt oder ein Investment in einem Bereich. Keine Angst davor zu haben, da Wissen anzueignen, Leute zu sprechen, weiß nicht, Menschen auf Instagram zu folgen, die sich mit dem Thema beschäftigen, Podcasts zu hören. Also einfach wirklich eintauchen in eine Sache. Und das muss man jetzt nicht ad absurdum führen, dass man das Gefühl hat, man sei die Topexpertin überhaupt. Aber zumindest sozusagen sich so eine Basis-Knowledge erst mal aneignen, damit man sich einfach eher traut.
Und vielleicht noch abschließend dazu, Kathi, was wir ja auch immer wieder sagen, ist, was bei uns schon von größerem Vorteil war, ist, dass wir eben relativ spät gegangen wir gegründet haben. Also wir waren damals beide 37 und damals hatten wir natürlich schon ein gewisses Netzwerk aufgebaut durch die Jobs, die wir eben vorher hatten, hatten eben gute Kontakte in verschiedene Branchen, was wir dann natürlich auch total gut nutzen konnten für die Gründung. Und das ist sicher nicht so leicht, wenn man eben direkt nach dem Studium gründet. Heißt nicht, dass man das nicht machen sollte. Wenn die Idee toll genug ist und einen so gepackt hat, dann auch. Aber es ist sicher einfacher, wenn man eben einen schon ein breiteres Netzwerk hat, A, und B, vielleicht auch schon mal den einen oder anderen Fehler in einem relativ sicheren Umfeld eines Konzerns oder in einem anderen Job gemacht hat. Diesen Fehler muss man dann im eigenen Startup nicht mehr wiederholen.
Ja, es ist total spannend, was ihr sagt. Ich versuche das mal so ein bisschen in die Immobilienwelt zu übertragen, vor allem für die Frauen, die ihre erste Wohnung kaufen und in dieses kalte Wasser reinspringen. Das, was Kathi gesagt hat mit dem Thema Wissen, natürlich ist total wichtig, dass man sich sehr, sehr viel informiert. Und es gibt inzwischen so viele kostenlose kostenlose Informationen eigentlich im Internet, auf YouTube, jetzt Instagram und so weiter, dass das schon ein guter Start sein kann. Und dann dieses Thema mit dem Netzwerk ist super wichtig, finde ich auch. Deswegen haben wir auch so einen Zirkel, wo sich die Frauen auch immer austauschen und so weiter und sich gegenseitig helfen. Es ist eigentlich unglaublich inzwischen, dass die auch total gute Ratschläge sich gegenseitig geben können aufgrund der Erfahrungen, die sie machen aktuell im Markt. Ich finde es zum Beispiel ganz wichtig, jetzt zu wissen, fallen die Preise, um wie viel könnte ich eigentlich den Kaufpreis reduzieren? Und dieser Erfahrungsaustausch ist wahnsinnig hilfreich. Und das Schöne an Immobilien ist, man kann es ja neben dem Job eigentlich aufbauen und man investiert nicht ganz so viel Zeit da drin. Aber die Vision darf auch nicht fehlen, so wie bei euch dieser Purpose, diese Motivation. Wir versuchen auch immer so zu sagen, okay, wofür machst du es? Man macht es immer für sich. Und Frauen manchmal sind so, die machen immer super viel für andere, aber super wenig für sich selbst. Wie seht ihr das?
Ja, also generell kann man, glaube ich, schon sagen, dass, also sagen ja auch Studien auf jeden Fall, dass Frauen sehr viel einfach Care-Arbeit generell übernehmen. Und das ist ja nicht nur für ihre Kinder, sondern auch für zu pflegende Angehörige, für den Haushalt und sicherlich auch für andere Menschen in ihrem Umfeld. Also ohne das jetzt meine persönliche, also keine persönliche Meinung von mir, das ist, glaube ich, einfach bewiesen. In Studien.
Ja, genau, genau. Und da wollen wir am Ende ja, wir sind ja uns auch wichtig und ich denke, in die finanzielle Sicherheit zu investieren ist auch nicht schlecht. Und da wären wir ein bisschen beim Punkt. Ich wollte euch ja auch fragen, in was ihr euer Geld investiert habt. Also am Anfang auf jeden Fall sehr stark in OIA, schätze ich.
Ja, genau. Also wir sind ja, das muss man vielleicht dazu sagen, dass wir Bootstrap sind. Also wir haben kein Geld von externen Investor:innen genommen und daher Genau, besteht diese Firma aufgrund der privaten Einlagen von Christina und mir. Auf der einen Seite unser Anfangsinvestment, das war bei der Gründung der GmbH, da muss man ja 25.000 € zahlen, um zu gründen. Und die haben wir sozusagen privat investiert. Und wir haben das Glück, dass die Firma sozusagen von Anfang an profitabel wirtschaftet. Aber wir haben nur sehr, sehr kleine Teile des Gewinns aus der Firma rausgenommen., sondern immer wieder reinvestiert, zu sagen, damit die Firma weiter wachsen kann oder neue Geschäftsbereiche erschließen kann und so weiter und so fort. Also in dem Sinne ist sehr viel unseres Geldes bisher in das Wachstum dieser Firma gegangen.
Könnt ihr was sagen zu der Rendite? Also das heißt, ihr investiert euer Eigenkapital in eurem Unternehmen. Also ist es quasi wie an der Börse in Aktien investieren?
Nicht ganz. Wir nehmen es einfach nicht raus. Es bleibt da drin. Es bleibt drin, das Working Capital. Die Anteile sind ja eh 50:50 verteilt, also da gibt es jetzt auch keine Anteile zu verteilen.
Aber das heißt, der Wert der Immobilie, weil ihr die— sorry, nicht die Immobilie, der Wert des Unternehmens wächst dann jedes Jahr, weil ihr Wachstum habt, und dadurch steigt der Wert, ne? So, und dadurch macht ihr letztendlich eine Rendite, die ihr aktuell nicht rausnimmt, aber es steckt ja drin und es wird immer mehr, hoffentlich.
Genau, so ist der Plan.
Und was macht ihr sonst mit eurem Geld? In was investiert ihr?
Kathi zum Beispiel. Wir haben also mein Mann und ich, wir investieren gemeinsam, also nicht getrennt, sondern als, als Ehepaar. Und wir haben zum Beispiel schon sehr früh eine kleine Immobilie, eine Wohnung in Berlin gekauft. Das war aber noch relativ jung. Da hatten wir uns überlegt, kurz vor unserer Heirat, dass wir uns eine Wohnung in Berlin kaufen und hatten das Glück, dass der Markt damals sehr attraktiv noch war. Und da haben wir auch lange drin gewohnt, in der Wohnung. Die vermieten wir jetzt.
Und wir haben auch sonst jetzt eine andere Immobilie, in der wir wohnen, zum Beispiel. Ah, super, gut gemacht. Wie alt warst du, als du dann die erste Wohnung gekauft hast? Mitte 20.
Sehr gut.
Das sagen wir auch immer. Man soll schon in den Zwanzigern anfangen, weil nach 30 Jahren ist die Wohnung abbezahlt und dann hat man freien Cashflow fürs Alter. Ja.
Und Christine, bei dir? Genau, bei mir ist es insofern gleich, dass ich auch gemeinsam mit meinem Mann investiere. Und da muss man vielleicht so ein bisschen vorneweg ausholen. Mein Mann hat sozusagen eine sehr große Affinität zu dem ganzen Thema Investments. Also das ist einfach für ihn sozusagen so wie für mich Female Empowerment oder jetzt neulich jetzt auch neu als Zugang das Thema Health ist für ihn das Thema Investments einfach ein Thema, wo er von morgens bis abends dazu Podcasts hört und was ihn einfach total begeistert. Und mir war aber wichtig, dass ich ein Verständnis habe für Entscheidungen, die wir eben als Familie gemeinsam treffen, was das Thema Investments angeht. Und habe deswegen vorletztes Jahr, glaube ich, war das, diverse Investments einfach selbst gemacht, also selbst recherchiert, selbst getätigt in verschiedenste Sachen, also aktive Fonds, ETFs, Einzelaktien, Rohstoffe, Krypto leider auch, ne. Also sozusagen einfach ganz breit einfach so ein bisschen geübt, wenn man so will, um einfach ein bisschen besseres Gefühl dafür zu kriegen, wie funktioniert das überhaupt, was sind da so Mechanismen und so weiter. Und inzwischen sind wir aber dazu übergegangen, dass wir so einmal im Jahr, wir machen das immer im Jahreswechsel, schreibt unser Mann tatsächlich dieses komplette Portfolio, was wir inzwischen eben haben. Das ist halt sehr breit, sehr risikodivers über eben ja die eben genannten verschiedenen Anlageklassen. Schreibt er einmal auf ein Excel auf und wir setzen uns zusammen hin und schauen uns die Risikoverteilung an, schauen uns die Märkte an, in denen eben die jeweiligen ETFs Fonds und so weiter tätig sind und sprechen eben durch, wie die Strategie ist fürs, fürs nächste Jahr. Und darüber hinaus ist es so, dass wir eine Wohnung gekauft haben vor 2 Jahren, die wir aber als Kapitalanlage gekauft haben, eben auch in Berlin, und die jetzt Ende dieses Jahres fertig wird und die wir dann vermieten werden. Und ja, was darüber hinausgeht, waren ja auch so, ich glaube, es ist auch interessant vielleicht für deine Zuhörer:innen, gibt es so Spielereien, dass immer wenn ich mich belohne, sozusagen einmal im Jahr und das Geschäft gut gelaufen ist, belohne ich mich mit einer teuren Handtasche. So, das ist sozusagen mein Faible. Ich sage ja persönlich, es ist auch ein Investment, weil eine gute Chanel-Handtasche, die schön gepflegt ist, verliert auch nicht an Wert, sondern gewinnt. Aber darüber kann man sich sicher streiten. Aber was ich, wo ich dazu übergegangen bin, ist dann eben quasi den Betrag, den ich in diese Brand, in diese Handtasche investiere, eben auch noch in eine Einzelaktie zukaufen. Ja, so wie ich jetzt eben zum Beispiel vor ein paar Wochen Louis Vuitton Aktien gekauft habe. Einfach weil ich denke, dass es Sinn macht, dass man nicht nur das Geld in die Handtasche investiert, sondern eben auch in die dazugehörige Aktie.
Genau. Das ist total lustig. Ich kaufe mir gewöhnlich als Geschenk für mich, wenn ich was Gutes mache oder erreiche, ein Schmuckstück. Und das sehe ich auch So wie du die Taschen, ich sehe das auch so als Investition. Ich kaufe gerne bei Franzi, bei, ja, ja, und ja, genau, ja, es ist total toll, finde ich, super tolle Designs, und das mache ich gerne. Und bei mir, ich habe ehrlich gesagt, ich finde es total interessant, also, und total richtig, dass man in verschiedenen Assetklassen investiert, dass man ein bisschen diversifiziert ist. Das würde ich auch jeder Frau raten. Ich persönlich, ich bin total overweight in Immobilien, natürlich, weil ich das für mich so ein bisschen als mein Business sehe. Und es ist auch irgendwie meine Investition fürs Alter, meine zusätzliche Rente, weil das, was wir vom Staat bekommen, reicht uns ja nicht aus mit Sicherheit.
Genau. Was vielleicht noch interessant ist, auch für die Zuhörerinnen: Mein Mann und ich sind auch dazu übergegangen, in den letzten Jahren auch in Kunst zu investieren. Das ist bei uns sozusagen familienintern ein ständiger Zwist, weil mein Mann sieht es nämlich als Investment und möchte eben sozusagen nur in die Künstlerinnen, also wir kaufen meistens von weiblichen Künstlerinnen, Kunst investieren, während ich sage, das ist für mich nicht das Hauptkriterium. Aber ich glaube, um sozusagen diesen Blumenstrauß abzurunden, ist das zumindest auch ein Thema, worüber man nachdenken kann, aber natürlich recht risikobehaftet.
Ja, das stimmt. Ich investiere auch in Kunst, aber manchmal sehe ich es als Investment und manchmal sehe ich es einfach als Spaß. Ja, genau. Und ihr habt jetzt beide Immobilien, die auch als Kapitalanlagen gekauft wurden. Könntet ihr was dazu sagen, was eure Hauptzweiherausforderungen waren bis jetzt mit diesen Immobilien?
Ja, also wir vermieten unsere ja noch nicht, deswegen kann ich— also die ist noch im Bau, die wird jetzt erst fertig Ende diesen Jahres, daher kann ich da wenig drüber sagen, wie dann sozusagen die Herausforderungen sein werden. Aber für uns war die größte Herausforderung in der Suche, weil wir eben wussten, wir wollen in Berlin zentral eine Wohnung kaufen. Aber zu dem Zeitpunkt, wo wir gekauft haben, das war eben vor 2 Jahren, war dieser Markt einfach schon krass überhitzt. Und wir haben uns sehr, sehr viele verschiedene Wohnungen angeschaut, auch ja in verschiedensten Lagen, alle sehr zentral, und haben aber wirklich sehr, sehr lange suchen müssen, bis wir eine gefunden haben, wo wir sagen, das passt passt von der Größe, weil wir wollten eine kleine Wohnung, die hat nur 50 Quadratmeter, sollte aber auch nicht kleiner sein, und passt dann eben auch vom Preis und von der Lage. Und das war auf jeden Fall unsere größte Herausforderung, da was zu finden, was darauf passt.
Und habt ihr auch über den Bauträger recherchiert? Weil die Wohnung wird ja gerade gebaut, ne?
Ja, ja, genau. Ja, da haben wir uns die Bilanzen eben angeschaut, haben auch geschaut, wie sozusagen die Gesellschaftsstruktur ist und so weiter, soweit wie man da sozusagen online sich reinfuchsen können, haben wir das getan und eben einen Bauträger auch ausgewählt, der sehr groß und sehr bekannt ist, auch hier im Berliner Umfeld zumindest, und auch mit verschiedenen Bekannten dazu gesprochen, die sich eben im Immobilienumfeld auskennen, und deren Meinung eingeholt zu diesem Bauträger und dann uns eben schlussendlich für den entschieden.
Ja, das finde ich auch total wichtig, das muss man wirklich allen Frauen, die von Bauträgern kaufen, mitgeben, dass sie diese Recherche machen. Wir haben zum Beispiel vor einigen Jahren im Tiergarten gekauft und hier entstehen wahnsinnig viele Neubauten. Wir haben von Diamona Hanisch gekauft und die haben auch ziemlich guten Ruf. Die haben schon mehrere Häuser hier in Berlin gebaut und so weiter. Aber was ich auch immer empfehlen werde, ist, sich am Ende einen Gutachter zu nehmen, der sich den Bau anguckt, weil wir hatten ziemlich viele Mängel. Und am Anfang haben wir keinen genommen. Und dann, als wir gemerkt haben, dass die nicht auf unsere Ansprüche oder Bedürfnisse eingegangen sind, am Ende haben wir dann doch einen Sachverständigen genommen. Und danach haben wir auch ein bisschen Geld zurückbekommen, mussten den Kaufpreis ein bisschen reduzieren.
Ja, ja, genau. Also vielleicht bei uns, also die Wohnung, die wir damals in den Zwanzigern gekauft haben, Da war es sicherlich so, damals waren noch sehr geringe Quadratmeterpreise eigentlich in Berlin möglich. Und wir haben allerdings zu dem, und wir hatten uns daher so ein Budget gesetzt und haben allerdings zu dem Budget nichts gefunden, wo wir dachten, dass es das wert ist. Und die einzige Immobilie, die wir dann gefunden haben, hatte einen schon deutlich höheren Quadratmeterpreis, war aber, sage ich mal, von der Qualität her auch einfach im Luxussegment, so was wir eigentlich gar nicht haben wollten. Aber es war das Einzige, wo wir das Gefühl hatten, da passt sozusagen der Preis zu der Immobilie. Ja, und da haben wir sehr lange mit uns gerungen, weil wir eigentlich sozusagen uns nicht so was vorgestellt hatten, aber dann nach längerer Zeit uns dann doch dafür entschieden. Ich glaube, es war absolut richtig, weil die Wertsteigerung in Berlin ja jetzt trotzdem sehr, sehr groß gewesen ist in den letzten 15 Jahren. Also das ist schon erheblich gewesen natürlich. Und ich glaube dann bei dem, bei unserem Haus, das wir gekauft haben und saniert haben, da War es sicherlich auch wieder mehr die Lage, weil wir etwas haben wollten, das in der Nähe ist von unserem bisherigen Zuhause, sodass die Kinder eben in der Schule und in der Kita bleiben können. Und das war, das schränkt natürlich extrem ein, gerade wenn man Häuser sucht in Berlin. Ja, und da gab es natürlich, da mussten wir einiges angucken und überlegen. Und das war jetzt vor knapp 2 Jahren, haben wir das beendet, das Projekt. Also es ist fertiggestellt worden, das Haus. Und schon da war schon die, sage ich mal, die Knappheit der Handwerker ein riesiges Thema, ja. Also, dass wir überhaupt die Handwerker:innen bekommen haben, die wir brauchten, um das Haus zu sanieren. Es war eine riesige, riesige Challenge für uns. Und jetzt auch dieses Jahr haben wir sehr viel auch noch zusätzlich in eben Solar investiert, zum Beispiel. Wir haben auch eine Erdwärmepumpe, also diese ganzen neuen Energiethemen. Da einfach die richtigen Leute an den Start zu bekommen, die Zeit haben und das Material, das ist durchaus eine Herausforderung.
Ja, spannend. Das stimmt, das ist für alle eine große Herausforderung, dieses Thema, erst mal mit den Handwerkern. Und das Thema Energieeffizienz kommt an sich auf allen zu, weil bis 2050 müssen alle Wohnimmobilien, Häuser emissionsneutral sein. Und das, das wird, glaube ich, einiges noch bewegen und zusätzlich die Handwerker belasten. Wie hast du dann diese Challenge gelöst mit den Handwerkern?
Wir haben uns damals einen Architekten gesucht, der, sage ich mal, auch für die Koordination der Gewerke zuständig war und von dem wir im Vorhinein eben rausgefunden haben, dass er sehr, sehr gut vernetzt ist. Also er hatte auch bis jetzt nur Projekte in Berlin und Umland gemacht, das seit sehr vielen Jahrzehnten und hatte daher ein sehr, sehr gutes Netzwerk an Leuten. Also man kann bei Architekten immer, je nachdem was man will, eben mehr dazu kaufen oder weniger an Leistung. Und wir haben eben diese Leistung, dass er auch die Gewerke koordiniert hat, eben mit dazu eingekauft. Und das war in dem Fall auch auf jeden Fall die richtige Entscheidung.
Ja, also es ist wirklich auch dieses Thema Netzwerk ist so wichtig bei diesen Themen. Und klar, ein Architekt hat natürlich sehr viele Leute an der Hand, mit denen er selbst arbeitet. Man muss nur aufpassen, dass die Kosten jetzt nicht in die Höhe gehen, die eigentlich, was eigentlich passiert ist in den letzten Monaten wegen den Energiepreisen und so weiter.
Aber natürlich, das ist natürlich teurer, als wenn man das ohne, ohne so eine solche Koordination irgendwie einkauft. Aber in unserem Fall war es ganz klar so, dass wir gar nicht das Netzwerk hätten und auch nicht die Zeit gehabt hätten, zu der Zeit ein solches Netzwerk aufzubauen oder die Recherche zu machen. Daher war das für uns quasi das Geld wert, da mehr zu investieren in diese Leistung.
Ja, für mich ist es manchmal auch so. Manchmal, es gibt Sachen, die ich mit Firmen aus Polen zum Beispiel mache, was bisschen günstiger ist. Aber es gibt bestimmte Sachen, die ich auf jeden Fall mit den Handwerkern meines Vertrauens mache, z.B. das ganze Thema Wasser, Abwasser, Elektrizität, Leitungen, solche Sachen, die halt wirklich auf gutem deutschen Standard stattfinden müssen. Und würdet ihr weiterhin in Immobilien investieren aktuell?
Ja, auf jeden Fall. Also ich bin auch schon wieder am Überlegen, aber ja, das ist einfach, ich finde, also was mir besonders Freude macht bei dem Thema Immobilien ist, dass es eben auch, wie gesagt, mehr ist als einfach nur eine Zahl irgendwo in einem Depot oder so, sondern da schafft man vielleicht ein Zuhause für jemanden oder ein Zuhause für ein Familienmitglied. Oder ja, da entsteht halt etwas, was was bedeutet. Das ist irgendwie so tangibler und anfassbarer. Und daher machen mir persönlich Immobilieninvestments sehr viel Spaß. Cool.
Genau, bei mir kann ich das nicht mit der gleichen Überzeugung sagen. Also wir suchen, sage ich mal, lose ein eine Immobilie, die für uns als Familie möglicherweise als Wohnort dient. Aktuell leben wir in einem Haus zur Miete. Allerdings sind wir in diesem Haus, in dem wir gerade leben, so froh, weil es einfach ein wunderschönes Haus ist mit Riesengarten und wir auch in dem Kiez bleiben wollen, in dem wir gerade sind. Und da merkt man schon, dass es jetzt mehr Immobilien gibt auf dem Markt dort denn je. Also das ist Also wirklich, da merkt man schon, dass sich so der Wind gedreht hat, was Immobilien angeht. Wo man es aber noch nicht merkt, ist im Preis. Also die Immobilien, die angeboten werden, sind genau zum gleichen Preis drin, als es vor der Krise oder vor der Rezession oder wie man nun auch immer diese schwierige wirtschaftliche Phase gerade nennen will, war. Da sieht man wirklich noch nicht, dass die Preise runtergegangen sind. Und auch die Interessenten sind immer noch so viele, dass sie es offensichtlich zu diesen Preisen verkauft kriegen. Da haben wir uns auch erst neulich wieder ein Objekt angeschaut. Daher sind wir da ein bisschen sozusagen zurückhaltend, ob nicht doch die Preise da noch runtergehen werden. Allerdings, wenn es sozusagen das perfekte Haus wäre, wirklich bei uns irgendwo in der Nähe, dann wären wir auch bereit, zu den Preisen zu kaufen, die es jetzt aktuell gibt. Aber ich würde sagen, wir sind zurückhaltender geworden jetzt gerade im Kauf, als wir es noch vor ein paar Monaten gewesen wären.
Ja, diese Erfahrung machen wir auch, dass die Preise eigentlich beim Alten angegeben werden. Aber aus unserem Bootcamp auch machen wir eine andere Erfahrung, dass, wenn die Frauen Angebote abgeben, gehen die Preise teilweise bis zu 20, 25% runter. Weil es gibt immer ein paar Leute, zum Beispiel, ich finde, die Projektentwickler, die finanzieren sich immer kurzfristig und die müssen irgendwann anfangen zu verkaufen, weil sie die ganze Finanzierung zurückzahlen müssen. Und deswegen, also meine Empfehlung immer ist, gib so viele Angebote ab wie möglich, verlieb dich nicht in die Immobilie erst mal, weil wer weiß, bei welcher Immobilie man den Zuschlag bekommt. Und da haben wir ziemlich gute Erfahrungen damit gemacht jetzt.
Ja, ich glaube, es hängt auch tatsächlich immer sehr stark damit ab, in welcher Lage ist es jetzt, ein Einfamilienhaus, ist es eine Wohnung und so weiter. Weil bei uns im Kiez, diese 8 Straßen oder 10 Straßenzüge, die für uns infrage kommen, ist eben eine der begehrtesten Wohnlagen in Berlin. Und ich gehe davon aus, dass dort die Preise, wenn wahrscheinlich auch nur gering, sinken werden. Also wir haben schon Angebote abgegeben, also wo wir eben keinen Erfolg mit hatten, weil eben wirklich die Preise, zu denen es inseriert wurde, auch erzielt wurden. Also ich glaube, es hängt einfach sehr stark davon ab und man muss sich da so ein bisschen ja so durchfinden, wo ist quasi Preissensibilität drin und wo nicht.
Genau, es ist nur in Einzelfällen letztendlich, das merke ich auch. Wir sind dabei, unsere Wohnung, von der ich erzählt habe, auch zu verkaufen aktuell. Und ich bin sehr, sehr gespannt, ob wir den Preis bekommen, weil es ist auch Luxussegment und es gibt jetzt auch nicht so viele Penthäuser in Berlin so zentral. Und ich bin sehr, sehr gespannt, ob wir diesen Preis bekommen. Da kann ich euch Bescheid geben danach, weil es ist, was ich gut finde, wenn man sich gegenseitig Bescheid gibt über solche Sachen, dann wissen alle ungefähr, was man letztendlich erzielen könnte. Das ist, das ist dieses Know-how, was man ja aus den Erfahrungen heraus, und das bringt uns alle weiter. Ja, ja, es war total spannend, von euch zu erfahren, was alles sich bei euch tut und in was ihr investiert, und dass ihr mit Immobilien gute Erfahrungen gemacht habt. Und letztendlich, ich konnte jetzt keine so große Challenges raushören, was mich sehr, sehr freut. Und für mich, ich habe mich auf diesen Podcast insbesondere gefreut, weil ich sage immer, okay, die Frau bekommt ihre Periode, jeden Monat. Und ich denke mir, das kann auch als Reminder dienen, jeden Monat auch über die Finanzen nachzudenken, diese Regelmäßigkeit reinzubringen. Das ist für mich so ein bisschen die Vergleichbarkeit mit eurem Produkt.
Ja, ja, das ist doch gut, wenn es als Trigger hilft für sowas, ist doch super.
Ja, und in diesem Sinne wollte ich euch die letzte Frage stellen: Was ist eure Vision für die Zukunft? Ihr macht ja auch sehr viel beim Thema Female Empowerment.
Die Vision für die Frauen zukünftig. Ja, also unsere Vision mit OUYA ist natürlich, dass wir weiterhin innovative Kleidung herstellen wollen, viel mehr Bodywear. Es ist so, bezeichnen wir unsere Produktkategorie, also innovative Kleidung, die den Alltag von Frauen einfach erleichtert, verschönert, komfortabler macht, sodass jede Frau möglichst ihren Alltag so gestalten kann, wie sie es möchte, uneingeschränkt von den Sachen, die ihr, der Körper vielleicht zwischendurch ein bisschen zwischen die Beine wirft. Und da haben wir noch sehr viele Ideen. Wir haben ja nicht nur die Periodenunterwäsche, sondern wir haben ja jetzt schon Everyday-Unterwäsche für zum Beispiel, die auch bei Ausfluss hilft oder einfach nur so total schön ist. Wir haben Still-BHs, absorbierende, wir haben ein Feel-Dry-Top, was Schweiß zum Beispiel unter den Achseln aufnehmen kann. Also wir haben sehr, sehr viele verschiedene Kategorien, die auch toll angenommen werden und da wird noch einiges dazukommen.
Genau. Und gesellschaftlich ist unsere Vision, dass das Patriarchat Stück für Stück abgetragen wird. Hoffentlich lieber schneller als langsamer. Und eben sozusagen alle Geschlechter erkennen, dass das Patriarchat eigentlich nur schadet allen Beteiligten, allen Playern im Patriarchat. Schadet Männern genauso wie Frauen. Und dafür tun wir eben auch sehr viel zur Aufklärung über diese Themen auf unserem Instagram-Channel zum Beispiel. It's Me, Uja heißt der, falls ihr uns da folgen wollt. Da machen wir immer recht viel Content rund um das Thema Female Empowerment.
Ja, super, das ist ein tolles Schlusswort. Lasst uns gemeinsam die Frauen stärken, und solche Start-ups von Frauen für Frauen sind besonders wichtig dafür. Lieben, lieben Dank, dass ihr dabei wart, und ich wünsche euch noch eine tolle Woche.
Danke schön.
Danke.
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