Let's Talk Sanierung - mit Franziska Dietzsch
14 Feb 2024 · 22 min
In this Happy Immo podcast episode, host Anna interviews Franziska Dietzschko, founder of Klinker und Klunker GmbH, about renovating and modernising residential properties in the context of the energy transition. Franziska explains how to interpret energy certificates (A‑G) and why they are only one piece of the overall assessment. She outlines a three‑step technical inspection: (1) visual impression – façade, windows, smell, overall condition; (2) heating and building services – type of heating (gas‑Etagenheizung, central boiler), condition of radiators, and the need to view the heating room; (3) interior fixtures – bathrooms, kitchen connections, electrical panel, and especially the cellar for moisture issues. She provides concrete cost benchmarks (≈ 2 500‑3 000 € per window, ≈ 500‑600 € per radiator, ≈ 500 € for an on‑site expert check) and discusses the limits of gas‑Etagenheizungen regarding future renewable‑energy subsidies. Franziska stresses the importance of holistic, building‑wide thinking, consulting owners’‑association documents for past renovations, and using neighbor insights for hidden problems like basement flooding. Finally, she recommends hiring an expert for a detailed technical check (≈ 500 €) to receive a concise report with identified risks, cost estimates, and recommendations.
Chapters
Hallo und herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Ich habe heute zu Gast jemanden, den ihr schon kennt: Franziska. Herzlich willkommen!
Ja, hi Anna, ich grüße dich.
Schön, dass wir uns wiedersehen und wieder hören. Ich habe mir gedacht, ich lade dich noch mal ein, weil wir alle wissen, es gibt ganz viele Diskussionen um das Thema Energiewende, Thema Energiewende in Immobilien, und da du die Frau vom Bau bist, habe ich gedacht, ich stelle dir mal alle meine Fragen. Stell dich doch mal ganz kurz vor für alle, die dich noch nicht kennen.
Ja, ich bin Franziska Dietzschko, Gründerin der Klinker und Klunker GmbH hier in Berlin, und wir sind die Expertin, wenn es um Umbauprojekte geht, Neubauprojekte, oder auch gerade heute um Sanierungsprojekte. Und wir kümmern uns praktisch um alle Belange, wenn es ums Bauen geht.
Sehr gut, dann lass uns doch mal direkt hier einsteigen. Ja, also wir bei Happy Immo kaufen ja Wohnungen, ja, oder wieder ganze Mehrfamilienhäuser, aber vornehmlich Wohnungen. Und ich bekomme immer häufiger die Frage, Anna, was soll ich denn jetzt, das ist jetzt hier irgendwie Energieausweis D, was heißt das denn überhaupt? Welche, welche Energieklasse darf ich mir denn noch angucken? Das ist immer meine erste Frage.
Also grundsätzlich ist es so, dass man sich erstmal alles angucken kann. Also so ein Energieausweis sagt natürlich klar, wie viel Energie wird verbraucht in den einzelnen Wohnungen, aber auch fürs gesamte Gebäude. Das ist so ein bisschen komplexer, aber auch überhaupt gar nicht schlimm, Denn am Ende ist es ja immer der Gesamteindruck der Immobilie, der zählt. Also da ist der Energieausweis immer nur so ein ganz, ganz kleiner Teil.
Wenn ich mir heute eine Wohnung kaufe, ja, dann ist es ja total wichtig, dass ich mir den Energieausweis angucke. Jetzt hatte ich gerade gestern eine Wohnung, bei der war der Energieausweis, das war so hinter G, also das war wohl das Schlechteste, was es gibt. Würdest du dir so was überhaupt noch angucken?
Also grundsätzlich ja, angucken lohnt sich eigentlich immer. Also natürlich schreckt es erst mal ab, und wenn man jetzt so die Spanne hat von A bis G, ist dann natürlich dazwischen ganz, ganz viel Platz. Aber es heißt ja, am Ende guckt man, wie viel Energie kommt rein und wie viel Energie geht raus. Also das heißt, welche Kosten entstehen da für mich? Und also angucken macht insofern Sinn, dass man einfach schaut, welche Heizungsanlage habe ich drin und warum ist denn dieser Energiewert so schlecht? Und stehen eventuell demnächst sowieso Sanierungen an, die praktisch meinen Energieausweis dann wieder ein bisschen besser dastehen lassen? Also wenn man da schon die Chance hat und die Möglichkeit, da noch mit Spierraum zu haben, dass der, dass man da einfach in die Sanierung geht und die Chance hat, da zu investieren, vielleicht jetzt für einen geringeren Preis und dann aber die Chance hat, wenn man es dann wieder verkauft, mit einem durch die Sanierung eben einen höheren Preis noch mal zu erzielen.
Okay, alles klar. Das heißt, ich kann da weitermachen. Was sind denn dann die nächsten Schritte, die ich machen sollte, um da den Technikcheck richtig gut hinzulegen?
Also wenn du praktisch dich entschieden hast, du möchtest dir die Immobilie anschauen, gibt es für mich immer so 3 Punkte, die ich mir immer anschaue, wenn ich in so eine Immobilie gehe. Also das Erste ist, was so optisch auffällt. Du kommst in das Gebäude rein. Was fällt dir optisch auf? Wie sehen, wie sieht es von außen aus? Wie riecht es zum Beispiel, wenn ich in die Flure gehe? Und dann, was fällt immer so als Erstes auf? Das ist bei mir immer so, sind immer so die Fenster. In welchem Zustand sind denn die Fenster? Da muss man noch gar nicht so ins Detail gehen und zu gucken, Wie alt sind Sie denn jetzt wirklich? Sondern wie sehen Sie einfach von außen aus? Sind das Holzfenster? Sind das schon Kunststofffenster? Wie sind sie verglast? Und das kann man ganz einfach machen, wenn man reingeht. Das Zweite ist ein bisschen komplexer. Das sind die, ist die Heizung an sich. Also wie ist die Heizung? Hat man eine Gas-Etagenheizung? Gibt es eine Zentralheizung? Gibt es unten einen zentralen Heizraum zum Beispiel? Und wie sieht der aus? Also sich den ruhig zeigen lassen, auch mit dem Hausmeister runtergehen und sagen: Mensch, ist der, wie sehen die Leitungen aus? Also da kann man ganz, ganz einfach mit einem, mit einem Blick gucken, ist das alles ordentlich? Ja, also wie zu Hause, ist es aufgeräumt oder nicht? Und da kann man immer schon ganz viel sehen und ohne dass man jetzt so groß viel Ahnung von Technik haben muss. Und der dritte Punkt ist immer, das ist in Berlin auch ganz beliebt, sind immer die Bäder. Also wie alt sind die eigentlich? Man hat meistens irgendwelche diese verwinkelten Räume, da ist dann die Toilette und die Dusche noch irgendwo dann reingebaut. Und wie, in welchem Zustand ist es und wie möchte, kann man das umbauen? Also lohnt es sich da vielleicht noch eine Badewanne reinzubauen, wenn man eine Wand rausnimmt oder so, also dass man da einfach reinschaut und sagt, wie viel Möglichkeiten habe ich da noch?
Okay, also jetzt, das ist dann schon so die Chance quasi. Ich bin noch ein bisschen da, wo die meisten Angst haben. Wenn ich jetzt eben diese Wohnung kaufe und ich nicht weiß, Energieausweis ist so lala, wie viel Kosten können denn da noch auf mich zukommen? Ja, also es ist ja so, wie du schon gesagt hast, wird das Haus vielleicht noch neu gedämmt oder kommt eine neue Heizung rein oder so, ne? Und was kostet das und wie viel davon muss ich zahlen? Wie taste ich mich denn daran, um zu wissen, um am Ende von der Prüfung zu wissen, aha, ich habe, ich muss vielleicht noch mal 7.500 € reinstecken dann und dann? Wie komme ich zu diesem Schritt?
Also grundsätzlich hast du ja Unterlagen, die du vorher bekommst vom Makler, oder dass du Verträge hast, oder wenn es idealerweise Unterlagen gibt, dass es schon mal eine Sanierung gab. Also dass man schaut, ist das, wie alt ist das Dach zum Beispiel, ne. Also wenn man sich so eine Gebäudesanierung anguckt und ganzheitlich schaut, man praktisch immer so von oben vom Dach bis in den Keller, also dass man das Gebäude immer als ganzheitliches System betrachtet.
Also wenn ich jetzt frage, ich bin jetzt hier auf der Suche nach der Wohnung und spreche mit dem Makler oder mit der Maklerin und dann würde ich quasi sagen, ich schaue mir das jetzt kurz mal an, kannst du mir Infos geben, wann wurde das Dach erneuert, wann wurde die Fassade erneuert, wann wurden die Fenster erneuert, wann wurden die Stränge erneuert? Oder sind das die? Richtig. Und was, sag mal genau, was man erfragen muss.
Sag mal jeden Posten grob. Also in der Regel gibt es Protokolle, die du abfragen kannst. Also in den Eigentümerversammlungen, wann wurden Sanierungen beschlossen? Und dazu sollte es in der Regel Planungsunterlagen geben, die irgendwo auch dokumentiert sind in der Hausakte.
Okay, wenn ich dann also weiß, wann alles neu gemacht wurde, da bin ich aber immer noch nicht am Ziel. Da weiß ich aber noch nicht, wie viel ich jetzt reinstecken muss, oder?
Richtig, genau. Also in der Regel, man hat ja immer pro Gebäudeteil hat man ja immer so Lebenszyklen, die jetzt zum Beispiel so ein Dach, wenn man jetzt sich so ein Dach anschaut und weiß, okay, Das Dach wurde das letzte Mal vor 50 Jahren saniert, also dass da neue Dachziegel drauf waren, dass es gedämmt wurde. Dann weiß man schon, okay, das wird jetzt in den nächsten 1, 2 Jahren kommen, dass man das machen muss, dass man daran muss energetisch. Oder wenn du jetzt dir die Fenster anschaust und siehst schon, die Fenster, das sind Holzfenster, die sind auch schon über 40 Jahre da drin, dass man da— oder sind jetzt auch noch einfach verglast zum Beispiel. Ja, dann weißt du, okay, da wirst du investieren. Man sagt immer so, je nach Größe hast du so Kosten pro Fenster um die 2.500 bis 3.000 €. Und dann zählst du durch und dann weißt du, okay, hast du so eine Hausnummer, wie viel Kosten du da hast. Und dann, wenn du jetzt noch mal in die Heizung gehst, wenn du jetzt einen Heizkörper hast in der Wohnung und du siehst schon, der ist halt, das ist halt noch so ein alter Eisenheizkörper und gar nicht so mehr Stand der Technik und du möchtest den austauschen lassen., dann rechnest du so pro Heizkörper so um die 500 bis 600 € je nach System, was, was du auch drin hast. Und dann hast du so eine etwa eine Hausnummer, wenn du das summierst, wie viel Kosten du da erstmal im ersten Schritt noch hast für dich.
Okay, und also was mich gerade die meisten Leute fragen, ist, wie das überhaupt mit der Heizung ist in der Wohnung, ne? Ist eine Gasetagenheizung noch okay? Oder vor 3 Jahren wurde eine Gasetagenheizung eingebaut, ist es noch okay? Oder sollte man jetzt irgendwie eine andere Heiztechnik verwenden?
Was sagst du dazu? Also bei der Gasetagenheizung Gas-Etagenheizung, das ist ein, da schrecken auch immer ganz viele zurück. Oh Gott, jetzt habe ich hier eine Gas-Etagenheizung und ja, was mache ich jetzt damit? Also grundsätzlich ist es ja nichts Schlechtes, also es ist ja auch gang und gäbe, dass es die immer noch gibt, die gerade auch in Mehrfamilienhäusern. Und du hast halt einmal die Heizung auf der Etage, deswegen heißt sie ja Gas-Etagenheizung, oder eben, wie ich am Anfang schon gesagt habe, einen zentralen Heizraum unten im Keller. So, und wenn du sagst, du möchtest das jetzt sanieren und du willst das vielleicht noch fördern lassen, das ist sehr schwierig, weil du so eine Gasetagenheizung gar nicht mit erneuerbaren Energien koppeln kannst. Beziehungsweise, wenn du es— da sind wir jetzt aber schon sehr, sehr im Technischen— dass du einfach die technischen Voraussetzungen erfüllen musst, um die überhaupt ändern zu lassen. Aber das kann man ganz einfach, indem man sich ein Profi mitnimmt, dass du dann sagst, okay, pass auf, da bin ich halt jetzt einfach überfragt. Überhaupt gar kein Problem, dafür gibt es ja gerade auch, auch uns, dass wir sagen, Mensch, nimm dir jemanden mit, der da einfach noch mal mit dazu guckt und im richtigen Augenblick auch vielleicht die richtigen Fragen stellt und da einfach noch ein bisschen mehr Sicherheit geben kann.
Okay, wenn ich jetzt eine neue Heizung einbauen müsste in meine Wohnung, zu was würdest du dann raten? Also in meine Wohnung, wenn ich jetzt eine Wohnung kaufe, dann gibt es ja immer das ganze Haus, die Eigentümergemeinschaft. Und wenn jetzt nur ich bei mir die Heizung einbauen muss, was würdest du dann nehmen?
Das ist ja schwieriger. Das kannst du, würde ich dir sehr gerne eine pauschale Antwort geben. Man muss aber immer, da du das Haus an sich als Komplexes, das hatte ich ja am Anfang schon immer gesagt, gesamtheitlich betrachten musst. Kannst du für dich alleine, kannst du jetzt nicht sagen, oh, ich hätte jetzt hier gerne eine Wärmepumpe nur für meine Wohnung. Das funktioniert rein technisch, wenn du jetzt nur überall Gasetagenheizung hast, funktioniert es nicht. Was du aber machen kannst, ist, dass du zum Beispiel einfach in deinen Verbrauch noch mal guckst. Also da kommen wir wieder auf den Energieausweis, dass du schaust, okay, was kann ich, was habe ich denn für Stellschrauben? Um meinen Energieverbrauch zu senken. Also das ist ja, die Heizungsanlage ist ja so das eine, aber wenn man sich die Fenster anschaut, also das heißt, du hast eine hochmoderne Heizungsanlage, aber deine Fenster sind Schrott, dann bringt dir deine Heizungsanlage nichts, weil die halt eher draußen heizt, aber deine Wohnung nicht warm bekommt. Und dass man da eher so auf die kleinen Stellschrauben schaut, bevor man sich den großen Packen ans Bein bindet und sagt, okay, ich tausche gleich die ganze Heizung aus. Okay.
So, jetzt habe ich aber immer noch nicht verstanden. Wenn ich jetzt eine Wohnung kaufe und ich muss die Heizung erneuern bei mir in der Wohnung und im Keller gibt es eine Gasheizung oder eine egal was Heizung, dann würde ich ja, hätte ich ja früher immer eine Gasetagenheizung bei mir in die Wohnung reingebaut. Jetzt frage ich mich, kann ich das noch? Darf ich das noch? Darf ich das heute noch oder muss ich die dann in 7 Jahren rausreißen?
Also du darfst die natürlich noch einbauen, klar, oder wenn sie kaputt ist, Kannst du sie reparieren? Du solltest aber perspektivisch einfach schon überlegen, das kann man ja auch mit gesamtheitlich mit der, mit der Eigentümergemeinschaft schauen, was es für Alternativen gibt, dass man praktisch jetzt mit der Planung einfach schon anfängt, dass wenn der Schalter umgelegt wird und gesagt wird, okay, mit Tag X darfst du diese Heizung nicht mehr einbauen, dass du in der Schublade schon hast, okay, wir gehen auf Photovoltaik, wir haben Wärmepumpen und so weiter. Und die Planung und die, die Partner dafür, die gibt es ja. Also das heißt, man kann sich jetzt bereits schon auf den Weg machen, ohne da jetzt viel zu investieren, und einfach gemeinschaftlich entscheiden, wo soll die Reise hingehen, dass wir unabhängig von diesen Gasthermen, Gas-Etagenheizungen werden.
Okay, alles klar. Na gut, was würdest du denn als Technikerin noch sagen, ne, worauf ich noch achten soll, wenn ich die Wohnung, bevor ich eine Wohnung kaufe?
Also jetzt haben wir ja ganz viel übers Thema Heizung gesprochen, was ja schon sehr, sehr komplexes Thema ist. Also Wenn du in deine Wohnung kommst oder für die Wohnung, für die du dich interessierst, ist es immer das Allererste, was ich immer mache, ist immer so der optische Check. Wie sieht sie aus? Wie ist es so? Also siehst du schon, sie ist schon abgewohnt oder nicht? Also das siehst du an den Böden, an den Wänden und so weiter. So, wenn du dann ein bisschen weiter schon einsteigst, schaue ich mir immer mal den Sicherungskasten an. Also ich mache einmal den Sicherungskasten auf und gucke, wie sind die Sicherungen da drin? Sind es schon, sind es noch alte Porzellansicherungen oder sind es schon neue? Neuere Modelle. Und da kann man auch immer schon mal sehen, okay, muss ich eventuell in den nächsten 3, 4 Jahren noch mal die Elektrik da komplett neu machen?
Gibt es oft diese Porzellansicherung, oder ist das meistens, kann man davon ausgehen, dass die meisten Sicherungskästen schon alle modern sind?
Ja, die meisten sind schon sehr modern. Es ist immer die, die Frage, wie, also ein guter Hinweis ist auch immer, wie gut beschriftet sind die. Also das heißt, pro Sicherung musst du ja wissen, welche Sicherung habe ich für welche Für welchen Stromkreis und welche Steckdose mache ich damit aus oder welchen Schalter? Also so oft hast du den schon nicht mehr. Es gibt es aber immer noch. Also es ist durchaus auch, kommt bei mir auch immer ganz oft vor. Das ist aber nichts, wo man sich jetzt fürchten muss, wo man sagen muss, oh Gott, jetzt sind da die Sicherungen drin, ist gar nicht, ist gar nicht schlimm. Man muss halt nur wissen, dass man es irgendwann tauschen muss. Okay, super. Genau so. Und wenn man dann noch weiter in die Wohnung geht, schaue ich, dann gehe ich dann immer noch gerne in die Bäder. Und schau einmal, ja, wie die sanitären Einrichtungen sind, also die Armaturen. Wie sind die Toiletten? Wie sind die Abflüsse? Wie alt ist die Dusche schon? Guckt man so einmal in die Abflüsse rein, sodass man da so ein gutes Gefühl bekommt? Muss ich da eventuell jetzt noch mal rein, weil das einfach gar nicht— weil du es einfach gar nicht mehr gut hinbekommst, wenn du es renovieren willst. Also dass du praktisch sagst, wenn du das Bad neu machen möchtest, Muss ich die Dusche rausreißen, die Wanne rausreißen und so weiter? Weil das sind ja alles so Kostenpunkte, die summieren sich dann am Ende, wenn es denn an die Badsanierung geht, zum Beispiel. Genau. Und das hatte ich eingangs auch schon gesagt. Was auch immer gut ist, sind die Fenster, sich die Fenster einmal anzuschauen, jedes Fenster einmal zu öffnen, einmal zu gucken, wie leicht oder wie schwer gehen sie.
Ich glaube, das ist ein super Tipp, jedes Fenster einmal zu öffnen. Das macht man ja nie. Man macht einfach mal höchstens ein Fenster auf, guckt raus und das war's. Und dann sieht man am Ende, wenn man gekauft hat, hat.
Oh, oh, genau, genau. Und welche Fenster immer ganz gerade durch die, durch die Feuchtigkeit sind, gerade die in den, im Bad, gerade wenn man so kleine Fenster hat, die meistens nur oben sind, wo man schwer rankommt, ja, dass man die trotzdem einmal öffnet und sich immer unten den Wasserschenkel noch mal anschaut, weil das gerade im Außenbereich die Stelle am Fenster ist, wo die meiste Witterung aufkommt. Also Wasser, ne, das bleibt da drauf stehen, ne, und dann muss man einfach gucken, ist es schon sehr verwittert? Also sieht man bei einem Holzfenster einfach schon das blanke Holz oder ist es schon gepflegt? Und das ist immer ein gutes Indiz dafür zu sehen, ah okay, die Fenster haben vielleicht noch eine Haltbarkeit von 5 Jahren und dann muss ich die wieder tauschen oder nicht.
Und das hört sich ja gar nicht so kompliziert an, oder? Also ich komme rein, ich gucke mir die Elektrik an, ich gucke mir die Böden an, ich gucke mir an, wie, wann wurde hier das letzte Mal renoviert insgesamt? Ich gucke mir den Zustand im Bad an.
Was ist mit der Küche? Bei der Küche gibt es ja ganz unterschiedliche Sachen. Also entweder hast du noch eine Einbauküche drin, ne? Also dass der Vorbesitzer gesagt hat, nö, ich lass das, lass das alles so drin. Da kann man sich immer auch sehr, sehr gut noch mal die Abflüsse anschauen und die, die Anschlüsse für den Herd zum Beispiel. Also wenn man jetzt, keine Ahnung, man will jetzt noch mal einen Gasherd haben zum Beispiel, sieht aber, man hat dann nur einen Starkstromanschluss, also Gasherd würde gar nicht funktionieren, ne? Also dass man da einfach schaut, welche Anschlüsse habe ich da, wie alt sind die, und sind sie an der Stelle, wo ich sie eventuell haben will. Also ist es vielleicht, du kommst in die Küche rein und sagst, Mensch, die Spüle hätte ich aber viel lieber auf der anderen Seite, dass du dann einfach sagst, okay, dann weiß ich, ich muss dann einmal durch die halbe Küche durch. Macht es Sinn oder macht es keinen Sinn? Okay, war's das dann mit dem Technikcheck? Also das sind so die groben Themen, die man sich einmal anschaut. Also von Heizung, damit haben wir, da haben wir jetzt ganz ausführlich drüber gesprochen. Dann Elektrik ist immer so ein Thema, Sanitär, Also wenn wir in die Bäder gehen, Fenster sowieso, ne, also Fenster öffnen, sich die Gummis angucken, die Wasserschenkel anschauen. Und dann natürlich immer, was immer ganz einfach ist, ist der optische Check, wenn du in die Wohnung gehst. Also wie riecht es, wie sieht's aus, und ja, fühle ich mich da einfach wohl oder nicht? Weil was anderes würde natürlich so ein Interessent dann auch nicht machen. Der kommt da rein und denkt erstmal, ach, das ist doch ein schönes Gefühl hier drin.
Das finde ich einen guten Tipp, ne, immer an sich selber denken. Würde man selber jetzt hier wohnen wollen oder nicht vom Gefühl? Okay, das hast du wunderbar erklärt, Franziska. Vielen Dank. Eine Frage habe ich trotzdem noch, weil ich nämlich gerade mit einer Teilnehmerin über eine Wohnung gesprochen habe, bei der der Keller— also sie meinte, sie ist in die Wohnung, ins Haus reingekommen, unten in den Flur, und das hat so ein bisschen vermodert gerochen. Und dann war sie im Keller, und auch da hat es eben so ein bisschen modrig gerochen. Da war jetzt aber kein Schimmel oder so zu sehen. Und dann hat sie danach einen Nachbarn abgefangen, also erstmal den Makler verabschiedet und kurz gewartet, und dann eben hat es geschafft, mit dem Nachbarn zu sprechen. Und dieser Nachbar meinte, dass bei, wenn es eben doll regnet, der Keller immer so 10, 12 Zentimeter volllaufen würde.
Was sagst du dazu? Finger weg? Also es ist natürlich so ein grundsätzliches, also Feuchtigkeit im Haus ist immer problematisch, weil man plant, wenn man ein Haus hat, du willst das Wasser eigentlich draußen halten. Jetzt ist es nicht ganz unüblich, dass manchmal auch Wasser in so einen Keller kommt, gerade wenn du sehr, sehr alte Häuser hast. Also jetzt weiß ich nicht, wie alt das Haus war.
Kannst du das mal sagen? Überhaupt nicht alt, von '94. Also nicht überhaupt nicht alt, aber kein Altbau von 94.
Okay, gut. Also bei einem Altbau hätte ich jetzt gesagt, okay, da kann man noch mal genauer hingucken. Aber gerade wenn es doch ein neueres Haus ist, lohnt es sich schon, da noch mal genauer hinzuschauen. Und ich gerade, weil es dann noch mal so ein Substanzthema ist.
Und was, was meinst du mit Substanz? Damit es, dass das, dass die Substanz jetzt nicht da, also die nimmt Schäden mit, wenn jetzt irgendwie alle 4 Wochen mal überschwemmt wird, oder?
Das ist das Thema. Genau. Also die Feuchtigkeit, die setzt sich ja in den Wänden fest. Du hast Schimmel. Der sich bilden kann, den sieht man mitunter gar nicht. Aber du hast es ja gesagt, sie hat es ja schon gerochen. Und wenn du schon in den Flur kommst und das riecht schon so, dann weißt du schon, okay, da musst du noch mal genauer hingucken. Und das ist das, was ich anfangs gesagt habe, dass du das Gefühl, ne, du kommst rein in das Haus, du riechst, du guckst, und dann weißt du schon. Und das war auch ein guter Punkt, dass sie einfach mit dem Nachbarn gesprochen hat und gesagt hat, was war denn hier los, das ist so komisch.
Und er natürlich gesagt hat, Mensch, wie war Genau, ich finde auch ein total guter Tipp. Das heißt, der Kellercheck ist schon ziemlich essenziell. Und wenn das eben nach, wenn das modrig riecht und ab und an überschwemmt ist, dann könnte man schon sagen, na ja, spar dir die Mühe, such dir die nächste Wohnung.
Ja, also ich gehe immer in den Keller, egal ob oder also dass ich mir das einmal anschaue. Auch wenn man jetzt so Mieterkeller hat, also wie sind die, was lagern die Mieter da? Also wenn man schon sieht, da lagern Bücher, Papier, dann weiß man schon, okay, der ist eigentlich trocken. So sieht man aber, dass die alles hochstellen, dass die das gar nicht so irgendwie auf dem Boden steht, dann kann man schon davon ausgehen, okay, da ist irgendwas. Also das kann man auch immer ganz gut gucken.
Das ist auch ein super schlauer Tipp. Okay, also zwei richtig coole Tipps. Einmal mit den Nachbarn, also Nachbarn abfangen, und zweitens gucken, wie richten die Mieter ihre Keller so ein. Wunderbar, Franziska, wir kommen zum Schluss. Was sind denn deine, deine Top-Tipps für die Hausbesichtigung?
Einmal noch kurz gefasst? Also meine Top-Tipps sind, der dreimal zusammengefasst heißt: Optisch gucken, wie wohl fühle ich mich, wenn ich in das Haus komme. Dann das Zweite ist so dieses, dieses Technische, ne, Elektrik mal anschauen, mal den Sicherungskasten aufmachen, die Fenster anschauen, mal ins Bad gehen. Und der dritte Tipp ist einfach auch in den Keller gehen, gar nicht scheuen. Da ist es dunkel, da ist vielleicht so ein bisschen schwieriger Zugang, aber trotzdem sich trauen zu sagen, lieber, also wenn man den Hausmeister da hat, kannst du mir den Keller aufschließen, ich möchte bitte einmal reingehen und nachschauen.
Okay, wunderbar. Also die Checks, die ihr machen müsst, sind erstens mal optisch, zweitens technisch und drittens der Keller. Wunderbar. Jetzt noch eine allerletzte Frage: Wenn ich Bedenken habe und mir aber nicht ganz sicher bin und irgendwie Expertenmeinung haben möchte, wie mache ich das und was kostet das ungefähr? Und was ist auch übertrieben? Weil das kann ja auch— ich brauche ja keinen großen Technikcheck für so eine Erstbesichtigung.
Genau. Also was auf jeden Fall immer Sinn macht, ist, wenn man sich unsicher ist, nicht zu scheuen, sich auch Experten zu holen. Und wir, wenn ich jetzt von, von uns ausgehe, wenn wir jetzt Klientinnen begleiten, gerade bei dem Bestands- und Technikcheck, dann sind es bei uns immer so um die 500 €. Und dann gibt es bei uns praktisch einmal die Beratung vor Ort und dann einmal noch mal zusammengefasst, ganz kurz und knackig auf 2 Seiten: Wo sind die Stolpersteine? Mit welchen Kosten muss ich in etwa rechnen? Und was ist unsere Empfehlung?
Lieber Finger von lassen oder noch mal nachschauen, wo man eventuell noch mal nachverhandeln kann?
Wunderbar.
Also Mädels, versucht euch nicht Franziska oder wen auch immer mit ins Boot zu holen. Prüft euer Haus, prüft vor allem den Keller, und ich wünsche euch viel Spaß dabei.
Dankeschön, Franziska.
Sehr gerne, es hat mich gefreut.
Ja, mich auch. Bis dann. Bis dann.
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