Let's talk Vermögensaufbau mit Christiane von Hardenberg
27 Jan 2022 · 22 min
In this episode of the Happy Immo Podcast, host (Speaker A) interviews Christiane von Hardenberg, a mother of four, author of the book "Selbst investiert die Frau," and private investor active in stocks, real estate, and other assets. Christiane shares her personal journey from inheriting properties in Wolfsburg after her parents' early death, to buying her first joint apartment with her partner, participating in early Berlin Baugruppen projects, and eventually managing multiple renovation and development projects. She discusses the challenges of entering the male‑dominated real‑estate sector, how she taught herself the necessary skills, and the importance of partnership dynamics with her husband. Christiane recounts notable investment mistakes, such as a mis‑typed purchase of Nigerian stocks and a problematic tenant, and reflects on the relative risk of stocks versus property. She outlines her investment philosophy: start with simple ETF savings plans, build an emergency fund, and use "good debt" to leverage assets like real estate (or renewable‑energy installations) that generate cash flow to service loans. The conversation also covers her book, which narrates 25 years of diverse investments and aims to inspire women to invest. Finally, she offers three concrete tips – start now, learn from errors, and use leveraged assets to build wealth – emphasizing that "done is better than perfect."
Chapters
Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast Christiane von Hardenberg. Christiane, ich freue mich total, dass du heute hier bist.
Ich freue mich auch total, dass ich hier bin. Das ging ja auch super schnell. Wir haben uns ja gerade erst kennengelernt und schon sitze ich hier.
Dann fangen wir mal an mit: Wer bist du?
Ich bin Christiane von Hardenberg. Ich bin Mutter von 4 Söhnen und und ich bin Autorin und ich bin Privatinvestorin und investiere von Aktien über Immobilien in so ziemlich alles, was möglich ist. Und darüber habe ich jetzt auch zuletzt mein Buch geschrieben.
Dein Buch heißt Selbst investiert die Frau und darüber reden wir gleich. Wir kannten dich natürlich schon vorher und wollten dich schon die ganze Zeit für einen Podcast begeistern, aber am Freitag haben wir uns persönlich kennengelernt auf den Emotion Awards. Das hat mich sehr gefreut.
Das hat mich auch total gefreut. Das war ganz unverhofft und ich hatte auch schon ein bisschen was von euch gehört, aber ich habe mich super gefreut, dass wir uns dann da so schnell kennengelernt haben und gleich so viele Gemeinsamkeiten entdeckt haben. Also vielen Dank an Alexander von Reling, der mich da eingeladen hat, sonst hätten wir uns gar nicht gesehen.
Und vielen Dank von meiner Seite an Finanziell, die uns da eingeladen hat. Happy Immo. Und wir sind gleich eingestiegen.
Wir sind gleich in medias res gegangen.
Genau. Eigentlich haben wir gar nicht so viel—
wir haben kurz über unsere Investments gesprochen, aber dann haben wir über spannende Sachen wie Vietnam, Vietnam, Singapur, Kunst, Wir haben eigentlich ziemlich viele Gemeinsamkeiten und viele Kinder haben wir auch zusammen.
7 Kinder zusammen. Ja. Ich fand ja, also ich war einen Tag bevor wir uns kennengelernt haben, auf einem Event in einer Galerie in Berlin und da habe ich mich total in ein Bild verliebt.
Und das gehört jetzt mir, ne?
Das gehört jetzt dir, genau. Pferde in der Karmark von Johanna Dumez in ganz tollen Farben. Ja, aus Zufall.
Ja, also für mich ist es nicht so ein Zufall, weil ich schon ganz lange was von ihr kaufen wollte. Ich habe sie schon vor ein paar Jahren entdeckt und dann muss ich sagen, uns fehlt dann immer so ein bisschen die Zeit. Der Kunst nachzugehen und ja, und dann habe ich sie jetzt im Sommer wiederentdeckt und das ist ja auch gar nicht so einfach, was von ihr zu bekommen und dann bin ich da einfach in die Galerie gegangen und dachte mir so, und das kaufe ich jetzt und für mein neues Büro, dann kommen wir jetzt vielleicht auch gleich zu den Immobilien, und jetzt findet es mein Mann aber so toll, dass es zu uns kommen soll. Ich weiß gar nicht, ob ich das so super finde. Ich wollte es eigentlich bei mir im Büro haben.
Dann bin ich mal gespannt, wer sich durchsetzt.
Ja, aber wenn es bei uns zu Hause hängt, darf ich mir ja vielleicht noch mal was fürs Büro aussuchen.
Wer entscheidet denn bei euch, wer investiert oder was gekauft wird?
Wir machen das schon zusammen, aber jeder hat so seine Steckenpferde und jeder hat ja auch mal mehr oder mal weniger Zeit und ist mal näher dran oder weniger nah dran. Und es gibt jetzt nicht so ein Muster, der eine macht nur das, der andere, oder ich mache nur das. Es war jetzt schon so mit den Immobilien, dass das eher mein Thema war, aber das lag vor allem daran, dass ich mich auch eine Zeit lang bewusst dafür entschieden hatte, nur Immobilien und Kinder, wir haben ja 4, zu machen. Und mein Mann hat sich dann da nicht in der Zeit dann da nicht so ins Detail reingefuchst. Aber das war jetzt eher so den Umständen geschuldet. Also die erste Wohnung haben wir tatsächlich zusammen gekauft. Ja, das war eigentlich so eine, das war eigentlich eine ganz lustige Geschichte, weil wir waren noch nicht mal verlobt oder, also wir haben schon zusammen in der Wohnung gelebt, aber wir waren nicht verlobt und es war überhaupt nicht absehbar, dass wir heiraten würden. Und eines Abends kam er nach Hause und fragte, fragte: Willst du mit mir eine Wohnung kaufen?
Und dann so sind nämlich Männer immer. Männer sind einfach so: Komm, lass uns eine Wohnung kaufen.
Ja, nee, ganz so war es glaube ich nicht. Aber ich habe mich in dem Moment gefragt: Ist das jetzt irgendwie so ein Antrag durch die Hintertür? Aber er hatte irgendwie so ganz pragmatische Absichten und meinte: Ist doch viel besser, als so eine blöde Lebensversicherung abzuschließen. Und da hat er bei mir auch genau den richtigen Punkt getroffen, weil wenige Tage zuvor Ich habe ja als Wirtschaftsjournalistin ganz lange gearbeitet, saß mir in der Redaktion und dann wurden uns da so Riester-Renten angeboten.
Und gemacht?
Nee, also ich weiß noch, ich, ist ja schon ein paar Jahre her, so ganz erinnere ich mich nicht mehr. Aber ich saß da die ganze Zeit mit so einem mulmigen Gefühl und dachte irgendwie, das ist doch totaler Schwachsinn, was die mir hier erzählen. Und als dann der Satz fiel—
Warum fandest du das, dass es Schwachsinn ist?
Ja, das kriege ich nicht mehr so ganz zusammen. Aber ich erinnere mich noch ganz genau an dieses Gefühl, dass ich irgendwie dachte, es macht doch keinen Sinn. Also da verdient doch jemand anders genauso mit wie ich und dann Und der Satz, der ist mir in Erinnerung geblieben. Und das Beste an dieser Riester-Rente ist, Sie können es von der Steuer absetzen. Und da bin ich so rausgegangen und dachte mir so, ja, also schön und gut mit von der Steuer absetzen, aber mein Problem ist, dass ich kein hohes Einkommen habe. Das muss erst mal nach oben. Und dann—
Ich zahle gar keine Steuer.
Ja, ganz so war es nicht, aber auf jeden Fall war da kein großes Einkommen. Und ich dachte mir immer so, ich muss jetzt irgendwie mein Einkommen erhöhen und habe dann schon auch an Immobilien gedacht. Und als dann mein Mann, also damals noch mein Freund, zu mir kam und fragte: „Wollen wir eine Wohnung kaufen?", dachte ich mir: „Ja, super." Und wie alt warst du da? Da war ich so um die 30, also Anfang 30.
Und was war das für eine Wohnung?
Das war ja damals in Berlin so, dass es da noch Baulücken gab. Also das gibt es ja jetzt heute nicht mehr so, aber damals wollte ja keiner in Berlin leben und auch keine Wohnung kaufen. Und dann gab es in Prenzlberg und in Mitte wahnsinnig viele freie Grundstücke. Und ich glaube behaupten zu können, dass ich vielleicht bei der ersten, aber wenn bei einer der ersten Baugruppen in Berlin dabei war, weil wir hatten Architektenfreunde, die keine Aufträge hatten, das war ja damals so, und gesagt hatten, jetzt kaufen wir einfach dieses Grundstück und dann suchen wir Leute. Nee, sie haben das Grundstück noch nicht mal gekauft. Jetzt suchen wir einfach Leute, mit denen wir dieses Grundstück bebauen können.
Also war es gar keine fertige Wohnung, ne? Nee, überhaupt nicht.
Also wir haben wirklich zusammen mit fünf anderen Parteien dieses Grundstück gekauft und heutzutage ist es ja so, dass Baugruppen sich dadurch auszeichnen, dass man eine gemeinsame Idee hat und vielleicht auch so eine gemeinsame Lebensphilosophie, aber das war bei uns überhaupt nicht der Fall. Also wir waren wirklich so eine versprengte Truppe von fünf Parteien, die nur einen gemeinsamen Nenner hatte, eben dieses Grundstück zu kaufen und dieses Haus zu bauen.
Und wolltet ihr auch alle zusammen da einziehen?
Ja, wir wollten da einziehen, aber ich hatte so ein bisschen unterschätzt, wie lange es dauert, ein Haus zu bauen und wie schnell man Kinder kriegen kann. Und am Ende hatten wir mehr Kinder als—
Was geht schneller? Kinder kriegen.
Am Ende hatten wir mehr Kinder als die Wohnung Zimmer hatte und dann haben wir die erstmal vermietet und konnten uns dann dadurch aber eine andere Wohnung kaufen und sind dann erstmal da eingezogen und haben dann aber parallel nach der nächsten Baugruppe gesucht und haben dann wieder die eine Wohnung verkauft und sind dann in das nächste Baugruppenprojekt gezogen. Also habt ihr da Feuer gefangen, ja?
Fandet ihr das gut, mit Baugruppen zu bauen?
Weil das hat man nicht so oft. Ja, also zweimal fand super und dann habe ich gesagt, so, jetzt möchte ich es auch alleine machen. Aber so zum Lernen war das natürlich super und ich meine, das hätte man, hätten wir uns jetzt damals auch nicht leisten können, in so einer Lage ein ganzes Grundstück und Mehrfamilienhaus zu bauen, also nicht als Erstes und auch überhaupt was zu lernen und so. Also das war alles super, aber nach der zweiten Erfahrung hat es dann auch gereicht und ja.
Und dann?
Dann kam so immer eins zum anderen. Ich muss sagen, meine Geschichte ist ja so ein bisschen, oder meine Immobiliengeschichte unterscheidet sich ja von anderen dadurch, dass meine Eltern ja sehr früh gestorben sind und ich mit Ende 20 von meinen Eltern ein paar Immobilien geerbt hatte in Wolfsburg, wo ich herkomme. Und das klingt immer so großartig. Ich fand es in dem Moment eigentlich nur ätzend, weil es auch ganz schön viel Arbeit ist und ich war völlig überfordert. Und es gab ja auch gar nicht so, so wie jetzt heute Happy Immo Club oder diese ganzen Frauennetzwerke, dass ich mir da irgendwo Hilfe hätte holen können. Und wie du ja auch schon festgestellt hast, ist es ja schon eine ziemlich männerdominierte Branche und man wird da ja jetzt nicht gerade mit offenen Armen oder mit Samthandschuhen angefasst. Also da habe ich das auch erst mal alles zur Seite gelegt und es war jetzt auch nicht so, dass das alles gut lief. Also das weißt du ja auch. Also viele Immobilien sind ja wirklich in vernachlässigtem Zustand.
Was hattet ihr so für Probleme?
Ach, also Wolfsburg ist ja nicht Berlin und hängt halt sehr am Nabel von Volkswagen. Und dann, wenn es Volkswagen nicht gut geht, dann geht es dem Wohnungsmarkt halt auch nicht gut. Und da gab es natürlich schon so ein paar Jahre, wo es VW auch nicht so gut ging. Und dann gibt es einzelne Ecken, die nicht mehr so gefragt sind oder auch einzelne Nutzungskonzepte, die einfach nicht aus der Zeit gefallen sind. Und da hatte sich halt auch meine Mutter zuletzt nicht mehr drum kümmern können und deswegen war das eigentlich eine ziemlich große Baustelle. Also rückblickend war das dann ein großer Gewinn, also weil ich viel daraus machen konnte. Aber erst mal war es eher eine große Belastung. Und obwohl mir klar ist, dass meine Geschichte anders ist als bei vielen anderen, denke ich, ist sie erzählenswert, weil ich habe wirklich in kurzer Zeit wahnsinnig viel gelernt und lernen müssen. Ja klar, das ist bestimmt eine super Chance. Ja, und ich glaube, das Wissen würde ich einfach auch gerne teilen und vor allem auch mit Frauen teilen, weil ich sehe das so wie du. Also es ist einfach Dummheit ist, nichts zu tun. Ich finde, jede Frau sollte auch in Immobilien investieren und sich dadurch ein Zusatzeinkommen im Alter, aber vielleicht auch schon früher verschaffen und was halt über die monatliche Grundversorgung hinausgeht.
Also ganz viel Wissen hast du gesammelt. Dann erzähl mal, du warst blutjung, du hast Immobilien geerbt, du wusstest nicht so genau, was du damit machen sollst. Du hast wahrscheinlich irgendwas anderes gemacht, studiert oder so.
Ja, ich habe dann erst mal, ich hatte schon zu Ende studiert, habe glaube ich gerade noch meine Doktorarbeit zu Ende geschrieben und habe bei der Zeitung angefangen zu arbeiten als Wirtschaftsredakteurin. Und wollte eigentlich mit dem ganzen Kram nichts zu tun haben und habe dann halt parallel das erste Mal diese Wohnung gekauft mit meinem Mann, also später meinem Mann zusammen. Und als unser dritter Sohn geboren wurde, dachte ich mir so, irgendwie die Rechnung geht hier hinten und vorne nicht mehr auf. Ich verbringe viel zu viel Zeit in dieser Redaktion, vor allem zu Stunden, in denen ich lieber, also gerade nachmittags und abends, wo ich lieber zu Hause wäre. Und am Monatsende bleibt eigentlich auch nicht so wahnsinnig viel übrig. Und ja, hier sind doch noch ein paar Ich habe ein paar Immobilien und ich habe doch auch schon welche gekauft und kann ich das jetzt nicht mal zu meiner Hauptaufgabe machen und mir ein passives Einkommen schaffen? Weil das war schon mein großes Ziel, dass ich alleine für meine Familie, also im Notfall alleine für meine Familie sorgen kann, aber auch sonst zumindest angemessen dazu beitragen und nicht so nett, dass du noch ein kleines Taschengeld dazu verdienst.
Und wie würdest du denn allein für deine Familie sorgen, wenn du mit deinem Mann zusammen Immobilien gekauft hast?
Naja, ich hatte, habe dann halt angefangen, auch eigene Projekte zu machen. Also ich habe dann die Immobilien, die ich von meinen Eltern geerbt hatte, die ja zum Teil wirklich im bedauerlichen Zustand waren, habe ich zum Teil, habe ich was verkauft und damit halt neue Sachen gekauft. Und ich habe angefangen, alte Sachen aufzuwerten und zu renovieren und die besser zu vermieten, also oder zu revitalisieren, wie man ja auch sagt. Also wenn die, das Gebäude oder die Immobilie wirklich in katastrophalen oder nicht mehr vermietbaren Zustand ist, sich neue Nutzungskonzepte zu überlegen. Zum Beispiel hatten wir eine Bürofläche, die viel zu klein war, braucht heutzutage kein Mensch mehr. Und das habe ich allerdings erst später gemacht, habe ich das halt abgerissen und daraus ein Mehrfamilienhaus gebaut. Das habe ich natürlich nicht als Erstes gemacht, man fängt ja erstmal mit kleinen Sachen an.
Wollte ich gerade sagen, du bist ja ganz schön krass. Das heißt, du hast diese ganzen Sachen dir alleine beigebracht, weil du hast nicht Architektur studiert, du hast nicht Immobilien studiert oder was hast du denn studiert?
VWL studiert, also ich würde sagen, ich kann einigermaßen rechnen und ich interessiere mich auch für Gestaltung, ja auch für Kunst, haben wir auch gerade drüber gesprochen. Also vielleicht habe ich da auch ein kleines Händchen für, aber ich bin sicherlich keine Gestalterin. Aber ich glaube, so kam eins zum anderen und aber ich glaube, am Anfang war es wirklich so, waren es die wirtschaftlichen Interessen. Ich wollte einfach unabhängig sein und mittlerweile ist da irgendwie mehr draus geworden.
Sehr gut, also mittlerweile stehst du auf eigenen Füßen. Noch mal zurück zu den Immobilien und den Fehlern. Gab es auch irgendwie irgendwas Lustiges, was da mal passiert ist? Irgendein lustiger Fehler?
Also Fehler sind mir ja mehr so bei Aktien passiert, da kann ich ja auch noch ein bisschen was zu erzählen. Also da habe ich irgendwie mal dummerweise, also wie das halt so ist, damals hatte ich noch 3 Kinder und dann denkt man, jetzt muss ich noch schnell diese Aktien kaufen und dann schreit der eine und der andere braucht eine neue Windel und der andere braucht was zu essen und Und während ich die Aktien kaufte, tippte ich und guckte nicht so richtig hin und hatte eine Null zu viel eingetippt. Oh je. Und dummerweise hatte ich Aktien in Nigeria gekauft. Da will man jetzt auch nicht so viele von haben. Und ich hatte dann irgendwie, war dann wahrscheinlich so Großinvestorin in Nigeria von heute auf morgen.
Wann war das?
Ist auch schon ewig her, vor 10, 12 Jahren oder so. Also ich wollte eigentlich nur so ein bisschen Spielgeld investieren und mit einmal hatte ich da etwas größere Summe und dann bin ich die Dinger auch nicht mehr losgeworden, weil außer mir wollte sonst keiner Aktien in Nigeria haben, und da muss ich so jeden Morgen Stückchen für Stückchen meine Aktien verkaufen, weil wenn ich zu viele auf einmal verkauft hätte, wäre das ja für den Kurs auch nicht so gut gewesen. Also das war da so mein größter Fehler. Bei Immobilien ist mir irgendwie, also alle Leute haben ja immer so Angst vor Immobilien und Mietnomaden und was da alles schiefgehen kann, aber tatsächlich ist gar nicht so richtig viel schiefgegangen in all den Jahren. Also ich hatte in all den Jahren eine Mietnomade. Das war leider ein Mieter, der psychisch krank wurde und der nicht mehr für sich sorgen konnte und dem man auch wenig helfen konnte. Und das hat dann wirklich, glaube ich, 9 Monate gedauert, bis der raus konnte. Und der hat in der Zeit keine Miete gezahlt. Das war natürlich schon ärgerlich.
Aber das ist ja eine gute Story, wenn 9 Monate ist ja gar nicht so wild. Also 9 Monate ist schon eine Zeit, aber du hast ja auch Rücklagen. Genau. Genau.
Also das ist jetzt nichts, also wenn man irgendwie einigermaßen kaufmännisch an diese Sachen rangeht, bildest du ja auch Rücklagen und das kann man dann schon verschmerzen. Also natürlich ist es ärgerlich, tut weh und will man nicht haben, aber ich finde, in all den Jahren ist mir erstaunlich wenig passiert. Und eigentlich haben auch, ich glaube eine Mieterin hatte so die Angewohnheit, ihre Miete immer unpünktlich zu zahlen, aber sie hat sie gezahlt und sonst lief das eigentlich immer ganz gut. Und diese Geschichten, dass nachts um 3 jemand anruft wegen Wasserrohrbruch, also da habe ich mittlerweile auch eine Hausverwaltung. Eine Zeit lang habe ich es auch versucht selbst zu machen, das musste ich dann merken, ist nicht so meine Stärke. Aber das passiert dann doch nicht so oft, also ist es nicht risikoreicher als eine Aktie? Also mit einer Aktie kann man schon einen Totalverlust erleiden, wenn man eine ganz spekulative Aktie nimmt, so mit einer Immobilie Immobilientotalverlust zu erleiden, ist mir nicht passiert.
Oder wenn man sich mal kurz beim Stillen vertippt. Genau. Und als Frau in der Immobilienbranche, wurdest du da immer ernst genommen? Schwierig.
Also das ändert sich ja Gott sei Dank auch. Aber am Anfang war das echt ganz schön schwierig, weil das ist ja eh eine Branche, wo es eher so ein bisschen hemdsärmeliger zugeht und dann ist es ja auch sehr männerdominant und es sind jetzt nicht unbedingt die sympathischsten Männer. Und ja, ich fand es eher schwierig. Also ich glaube, eine Geschichte ist sinnbildlich für alles. Ich hatte dann irgendwann mal ein Mehrfamilienhaus für meinen Mann und mich in Berlin gekauft und habe da irgendwie auch monatelang oder wochenlang mir Häuser angeguckt und die ganze Due Diligence alleine gemacht und die Finanzierung organisiert. Und mein Mann fragte am Morgen eigentlich noch, als ich ihm den Kaufvertrag so vorlegte, was unterschreibe ich hier eigentlich? Oder er unterschrieb den Vertrag natürlich beim Notar, aber er fragte: Was ist das hier eigentlich?
Also hat er gar nicht dran mitgearbeitet?
Nee, also er hat natürlich schon so aus der Ferne, aber er war jetzt nicht so wirklich tief drin.
Den Job hast du gemacht.
Ja, und abends haben wir uns mit dem Verkäufer getroffen, um anzustoßen, und dann stieß der Verkäufer mit meinem Mann an und: Ja, Herr von Hardenberg, ich weiß ja, Sie haben eigentlich die Strippen im Hintergrund. Im Bett gezogen.
Wann war das? 1960 oder so?
Nee, das war gar nicht so lange her. Die Strippen haben doch Sie eigentlich gezogen.
Und wie hat sie reagiert?
Gar nichts. Ich habe ihm nur zugeprostet und meinte: Ja, genau so war es.
Hoffentlich hört er jetzt die Story.
Ich glaube, ich weiß nicht, ob der noch lebt. Der war schon etwas älter. Okay, vielleicht lebt er noch.
Dann sollte er es mal hören. Okay, dann haben wir jetzt Immobilien ziemlich besprochen. Oder wie ist denn jetzt Investierst du noch weiterhin in Immobilien?
Also ich habe ja, also ich würde wahnsinnig gerne wieder in Immobilien investieren. Jetzt habe ich ja dieses Buch geschrieben, wo ich mal so meine ganzen Investmentgeschichten aufgeschrieben habe, und es ist so ein bisschen Entscheidung, ob man ein Buch schreibt oder ein Haus baut. Ich glaube, ich würde demnächst wieder ein Haus bauen.
Dein Buch Selbst investiert die Frau, erzähl mal, worum geht es da?
Da geht es eigentlich so um mein Leben als Privatinvestorin, worin ich so in den letzten letzten 25 Jahren alles investiert habe. Und das ist von eben nigerianischen Aktien über griechische Anleihen über Lachszüchter in Norwegen und was noch, Immobilien natürlich und auch Kunst, wobei ich das nicht als Investment sehe, alles Mögliche gewesen. Und ich habe mir vorgenommen, das möglichst unterhaltsam und lustig zu schreiben.
Also kann ich es auch im Urlaub lesen auf der Strandliege?
Du kannst Man kann es auch im Urlaub lesen, man kann es auch abends, wenn man seine Kinder ins Bett gebracht hat und nicht mehr richtig aufnahmefähig ist, trotzdem noch lesen. Und es macht wirklich Spaß. Das höre ich. Also mir hat es wahnsinnigen Spaß gemacht zu schreiben. Aber ich höre es auch von vielen Leserinnen, dass sie dadurch Lust bekommen haben, mehr zu lesen und zu investieren vor allem.
Sehr gut. Also Mädels, kauft das Buch, lest das und investiert. Genau. Okay, und zum Buch noch eine Frage: Viele Leserinnen oder viele Frauen, die uns jetzt auch zuhören, sind jung und haben noch gar nicht so viel Geld. Wie fangen die denn am besten an?
Ja, also ich glaube, wenn man jetzt so wie ich auch am Anfang des Berufslebens ist, hat man ja nun wirklich noch nicht viel, aber man kann ja immer einen gewissen Betrag seines Einkommens monatlich in einen Sparplan tun und anfangen, sich so ein kleines Puffer aufzubauen. Was für ein Sparplan? Genau, da bietet sich natürlich so ein ETF-Sparplan an. Das kann man ja auch überall nachlesen, wie das funktioniert. Aber ich glaube, das ist schon so die einfachste und unkomplizierteste Art, mal loszulegen. Und dann ist würde ich sagen, dass man sich erstmal so viel zusammenspart, dass man so einen Notgroschen hat, und den muss man dann auch bedauerlicherweise aufs Tagesgeldkonto oder auf dem Girokonto lassen, weil so einen Notgroschen brauche ich halt immer, den kann ich nicht anlegen. Und dann ist mein nächstes Ziel, dass ich anfange, mir einen bestimmten Betrag X vorzunehmen, sei es eben, also ich bin großer Fan, früh in Immobilien zu investieren, gerade als junger Mensch, oder man nimmt diesen Betrag X, um weiterhin Aktien anzulegen, anzulegen. Aber ich glaube, was viele Frauen oder viele Menschen in Deutschland noch nicht begriffen haben, das Schöne an Immobilien ist ja, dass man Vermögen aufbaut, indem man sich verschuldet.
Genau, das sagen wir auch immer. Das sind gute Schulden. Das sind gute Schulden.
Das sind gute Schulden. Und natürlich ist es am Anfang ein bisschen Arbeit und mühsam und man muss sich da reinfuchsen. Aber wenn man jetzt erst mal eine Immobilie gekauft hat, dann läuft die die nächsten 10, 20 Jahre durch und jemand anders baut für dich dein Vermögen auf, indem er eben Miete zahlt. Mit dieser Miete kannst du deinen Kredit tilgen und gleichzeitig steigt aber auch noch der Wert der Immobilie, sodass du nach 10 oder 20 Jahren hast du einerseits deinen Schuldenberg abgebaut, aber dein Vermögen ist gleichzeitig angestiegen, weil eben Immobilien durch die Inflation an Wert gewinnen.
Ich freue mich total, dass du das sagst, denn das ist genau das, was wir im Happy Immo Club auch die ganze Zeit predigen.
Ja, ist auch eigentlich nicht so schwer, aber irgendwie versteht es keiner oder will es keiner wahrhaben. Und ich glaube natürlich, waren also, als wir in Berlin angefangen haben zu investieren, waren das rückblickend natürlich super Zeiten, aber ich glaube, es gibt auch heute wieder Möglichkeiten. Und dann fängt man halt mit einer Einzimmerwohnung in vielleicht der Stadt, aus der ich herkomme, oder der Studentenstadt, oder wenn man in Berlin lebt, irgendwo im Umland, oder irgendwas gibt's immer.
Genau, man muss ja auch nicht selber reinziehen, man kann es ja als Kapitalanlage sehen.
Auf jeden Fall als Kapitalanlage. Also ich finde, dass Immobilien als Kapitalanlage noch sehr viel mehr Sinn machen als Eigenheim, aber das ist vielleicht dann auch noch mal eine andere Geschichte.
Ich sehe es genauso, denn ich glaube, Eigenheime sind immer viel teurer, weil man will dann wirklich in die gute Lage und man will auch einen gewissen Standard und eine gewisse Größe und so weiter. Und Kapitalanlagen, da ist man glaube ich ein bisschen mehr auf Rendite aus und kann da einfach ganz gut anfangen.
Ja, und du kannst es steuerlich absetzen und also in dem Fall macht jetzt steuerlich absetzen dann auch Sinn. Also es gibt so viele Vorteile und vor allem kannst du eben dein Vermögen über Fremdkapital hebeln.
Dann sag mal zum Schluss als letzte Frage: Was sind deine Top-3-Tipps, die du jetzt unseren Hörer*innen mitgeben willst?
Also erstmal einfach anfangen. Ich glaube, done is better than perfect. Also einfach loslegen und aus Fehlern lernen. Also möglichst macht man nicht so viele, aber wenn man Fehler gemacht hat, nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich fragen, okay, woran lag es, was kann ich das nächste Mal besser machen. Und der dritte Tipp wäre tatsächlich, wenn es möglich ist, sich eine Immobilie zu kaufen und sich eben zu verschulden, gute Schulden zu machen. Man könnte auch eine Solaranlage oder ein Windrad kaufen, wenn man dazu, also das ist ja dasselbe Prinzip. Hast du das schon mal gemacht? Solaranlage gekauft? Nein, habe ich eben nicht gemacht, weil es mich nicht so interessiert. Aber also das Prinzip ist ja, dass du mit du mit Schulden einen Vermögensgegenstand kaufst, der Erträge abwirft, mit denen du deinen Kredit tilgst. Und das ist in unserem Fall eine Immobilie. Es könnte auch eine Solaranlage oder ein Windkraftrad sein. Aber das würde ich auch jedem empfehlen, weil man kann einfach aus eigener Kraft gar nicht so viel Vermögen zu Beginn aufbringen. Das muss man ja erst mal aufbauen.
Also wir haben heute gelernt: Done is better than perfect. Wir haben gelernt: Aus Fehlern lernt man. Fehler sind nicht schlimm. Und es gibt gute Schulden und am besten macht man die für Immobilien.
Genau. Hat mich total gefreut, dass du heute hier warst.
Mich auch. Dann wünsche ich dir noch einen schönen Tag und wir sehen uns bald wieder.
Wir sehen uns bald wieder, vielleicht beim Kunstgucken oder Immobilien gucken.
Auf jeden Fall beides. Okay, vielen Dank.
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