Let's talk What The Finance - mit Anissa Brinkhoff
13 Oct 2022 · 35 min
In this German podcast episode, host (Speaker A) interviews journalist and finance educator Anissa Brinkhoff, the creator of the "What the Finance" podcast. Anissa shares her professional background at Gruner & Jahr, where she focused on "Female Finance," and explains why women still need targeted support in financial matters due to historical gender biases in both family finance management and the finance industry. She recounts her personal journey from learning about stocks, ETFs, and automated savings plans to building a private retirement portfolio, and how this sparked her interest in real‑estate as a passive‑income source. The conversation then moves to practical advice for first‑time property buyers: choosing a location, setting a budget, using search alerts, handling financing as a self‑employed person, and the option of co‑ownership with friends or family. Anissa explains the legal structures (GbR contracts, mortgage‑related documents, Mietabtretung, Grundschuldbestellung) and stresses the importance of clear agreements to mitigate risks. They discuss the looming challenges of Germany’s pension system, which may become unsustainable by 2030, and argue that private investment is essential. The episode closes with Anissa’s three top tips for women: openly talk about money, find a finance‑buddy, and demand female advisors or perspectives in financial services. Throughout, the tone is conversational, supportive, and optimistic, aiming to empower women to take control of their financial futures.
Chapters
Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Heute zu Gast: Anessa Brykhoff.
Hallo, guten Morgen.
Cool, dass du es geschafft hast, aus Hamburg direkt nach Berlin in unser Studio. Ich freue mich sehr.
Sehr gerne, natürlich. Danke für die Einladung noch mal.
Anessa, wir kennen uns ja schon bisschen. Erzähl doch mal von dir, wer du bist und was du machst.
Sehr gerne. Ich bin Journalistin, habe genau das auch studiert in Münster und in Hamburg. Und habe 8 Jahre lang bei dem Hamburger Verlag Gruner und Jahr gearbeitet, in unterschiedlichsten Redaktionen, so von Food-Journalistin bis zur Allrounderin bei der Brigitte. Da war ich nämlich zuletzt die letzten dreieinhalb Jahre und habe da zum Thema Female Finance gearbeitet, also alles, was mit Frauen und Finanzen zu tun hat. Hatte da meinen ersten eigenen Podcast, What the Finance hieß der, habe Events organisiert zu dem Thema, habe Workshops kuratiert. Habe Artikel geschrieben, Workbooks entwickelt und so weiter und dabei auch so ein bisschen die Leidenschaft für dieses Thema, also für Frauen und Finanzen, entdeckt. Und jetzt momentan bin ich selbstständig und mache immer genau das, spreche über Frauen und Finanzen, arbeite aber auch mit der Finanzbranche selbst zusammen, um da so ein bisschen das Bewusstsein zu schaffen, wie man Frauen denn überhaupt ansprechen muss, wie man vielleicht Produkte oder Kommunikation ändern muss und ja auch so ein bisschen das Augenmerk darauf zu lenken, dass Politik, Wirtschaft und Bildung wirklich auch eine eigene Aufgabe haben, Frauen an diese Themen heranzuführen.
Und hast du das Gefühl, dass Frauen noch mal speziell an die Hand genommen werden müssen, gerade in diesen Bereichen?
Ja, also momentan definitiv noch. Also wenn man sich anguckt, wie in Familien häufig die Finanzen noch organisiert werden, dass es immer noch die Väter waren oder die Männer sind, dass da einfach Vorbilder fehlen, dass Mädchen in der Schule immer noch mit: Na ja, Mädchen können halt kein Mathe, Mädchen können halt keine Zahlen irgendwie angesprochen werden. Da ist es einfach so ein anderes Mindset von Frauen, die irgendwie so ferngehalten werden von diesem Thema Zahlen, von diesem Thema Finanzen. Wenn man auch bedenkt, dass diese komplette Finanzbranche noch total männlich ist. Die wurde in den letzten Jahrhunderten erbaut, sozusagen von Männern für Männer. Ich meine, seit wann dürfen Frauen oder arbeiten Frauen wirklich aktiv und sind Teil dieser Branche?
Es ist ja egal, dass Frauen noch erst seit, also welttechnisch gesehen, erst ganz kurz ein Konto haben dürfen.
Unglaublich. 1972 ist das auch so was, wo man denkt, ja okay, wir dürfen es halt seit 50 Jahren, dann gebt uns mal bitte bisschen mehr Zeit, bitte auch mal klarzukommen mit dem Thema und auch vielleicht mal 1, 2, 3 Generationen ins Land gehen zu lassen, wo man so sagt, okay, nee, bei uns in der Familie macht auch schon immer die Frau die Finanzen, deshalb ist es für mich total selbstverständlich, dass ich das auch mache. Aber da sind wir ja jetzt.
Bei dir jetzt, meinst du?
Nee, generell einfach. Also wenn man einfach Also momentan ist es ja noch so, dass Männer sich um die Finanzen kümmern in vielen Familien und das wird so weitergegeben. Und wenn Frauen daran geführt werden, dass auch sie sich um die Finanzen kümmern und dass sie vielleicht auch die Haushaltsfinanzen managen und so was, dann hoffe ich, dreht sich das irgendwann einfach um. Dann wird es total selbstverständlich, dass auch Mädels und Jungs mit dem Thema gerne sich auseinandersetzen.
Ich finde das einen spannenden Ansatz zu sagen, gebt uns auch mal Zeit, das hier zu lernen, oder auch irgendwie gebt uns Wege, das zu lernen, weil wir dürfen das erst seit 50 Jahren.
Und lasst uns auch erst mal Teil dieser Branche werden. Also ich meine, wie männlich ist die Finanzbranche. Das ist ja total krass. Ich habe jetzt keine Zahlen, aber ich meine, wir alle kennen das von vielleicht Freunden oder Freundinnen, die da arbeiten und die sagen: Ja, ich bin immer die einzige Frau in der Runde. Und erst mal, wenn das 50:50 ist und auch bei jeder Produktentwicklung, bei jeder Kommunikation, bei jeder Strategie die weibliche Perspektive automatisch mitgedacht wird, dann können wir sagen: Okay, wir brauchen vielleicht gar nicht mehr diese spezielle weibliche Brille, weil es normal geworden ist. Und dann ist natürlich nur männlich, weiblich auch nur Anfang von Diversität. Und dann gibt es noch x weitere Themen, mit denen wir uns auseinandersetzen sollten.
Ja, genau, das denke ich auch, dass im Moment alles so aus männlicher Sicht erklärt ist und von Männern für Männer, was auch alles total okay ist. Aber ich wünsche mir eben auch Produkte von Frauen für Frauen, von Frauen für Männer. Es können ja auch eben die Frauen sein, die den Männern mal die Welt erklären und Produkte auch, dass die eben so ein bisschen weiblicher designt sind. Geben wir uns auch so Mühe, einfach bei Happy Immo so einfach das zu machen, wie wir es denken. Und wir freuen uns sehr, wenn Männer das auch gut finden. Haben auch ziemlich viel Zuspruch. Aber unsere Zielgruppe ist einfach ganz klar Frauen. Und ich glaube, dass das total wichtig ist, auch mal diese Seite einfach zu denken, dass Frauen die Welt erklären. Und jeder kann aber gerne zuhören und daraus lernen. Aber das ist einfach diese weibliche Sicht.
Ja, dass ihr als zwei Role Models da vorne steht und das Wissen vermittelt, das ist ja was total anderes. Ich buche mir tausendmal lieber euren Kurs und lass mir von euch was erklären, als von irgendeinem alten weißen Mann, von wo ich schon wieder so denke, der benutzt überhaupt nicht die Wörter, der hat überhaupt nicht die Erklärwege, der hat überhaupt nicht den gleichen Hintergrund wie ich. Und das ist einfach so ein wichtiger Aspekt. Also nicht nur die Inhalte selber, sondern auch das Wie, wie es vermittelt wird und von wem es halt vermittelt wird.
Total. So ist das auch entstanden. Also Maja und ich, wir haben uns darüber unterhalten, wie man mehr Frauen dazu bewegen kann, in Immobilien zu investieren. Oder bewegen ist vielleicht falsch, aber wie man einfach erklären kann, wie das geht, sodass die Leute selber Lust haben, das zu machen. Und da haben wir uns auch über Plattformen und Bücher ausgetauscht, die es dazu gibt. Und wir haben einfach beide gesagt, es geht gar nicht, es sieht so scheiße aus. Schon das Cover sieht schlimm aus. Man denkt sich so, nee, also what the fuck, das kann ich mir doch— wer bist du, dass du mir das erzählst? Auch wenn das inhaltlich super ist.
Ja, genau.
Aber es macht so gar keinen Spaß, das dann zu lesen oder in die Hand zu nehmen. Ja, so haben wir uns gedacht, wir müssen das jetzt irgendwie jung und cool und weiblich machen. Genau deswegen sind wir jetzt hier und deswegen bist du jetzt auch hier in unserem Podcast.
Total gut.
Wie habt ihr das denn gemacht mit What the Finance? Also ihr habt euch ja dann direkt an— klar, ihr seid Brigitte Academy, ihr habt das schon im Hintergrund, ihr richtet euch seit Ewigkeiten an Frauen. Wie seid ihr denn da rangegangen? Ihr seid dann ja auch sicherlich von einer anderen Seite rangegangen an das Thema.
Ja, total. Also What the Finance war wirklich so mein Baby, weil es so ein bisschen meine eigene Geschichte war. Ich bin damals 30 geworden und mein ganzes Umfeld hat über Aktien und ETFs und Fonds gesprochen.
Dein ganzes Umfeld? Auch die Frauen?
Ja, gerade in der Redaktion. Also wirklich, die Mädels da, das war total super. Ein Glück haben die das getan, ein Glück waren die so weit. Ich saß da aber hinter meinem Laptop und ich wusste nicht mehr, was eine Aktie, was ein Fonds eigentlich irgendwie ist. Und habe mich immer so ein bisschen weiter hinter meinem Laptop versteckt und dachte so, boah krass, ich habe gar keinen Plan. Dieses Thema Altersvorsorge sitzt wie so eine dunkle Wolke irgendwie am Horizont. Ich habe wüsste nicht mal, an welcher Ecke ich da anfangen sollte, mich damit zu beschäftigen. Und dann habe ich gedacht, na ja, aber wenn ich mich jetzt einarbeite, typisch Journalistin halt, dann wäre es doch cool, wenn ich auch Leute auf dem Weg mitnehmen könnte und vielleicht dieses Wissen auch noch vermitteln könnte. Und deshalb war dieser What the Finance Podcast sozusagen wirklich auch so meine Journey. Und Folge 1 ist sozusagen auch erst mal diese grundsätzliche Frage gewesen: Warum zur Hölle müssen wir uns eigentlich selber um Altersvorsorge kümmern? Und was sind die ersten Schritte? Wie geht das überhaupt? Also überhaupt Also ich habe einfach versucht, so von meiner Perspektive, ohne irgendwelches Vorwissen, ohne irgendwelche Voraussetzungen oder so, ganz nahbar einfach dieses Thema zu vermitteln. Und dann habe ich natürlich auch nur Frauen als Gästinnen eingeladen, hatte quasi kaum Männer zu Gast, außer es waren mal Dreiergespanne, und habe auch noch versucht, dadurch halt so ein bisschen die Frauen der Branche sichtbar zu machen und halt auch deren Erklärweise, deren Ansätze, deren Lösungswege und so aufzuzeigen. Und dann habe ich den Podcast zweieinhalb Jahre gemacht, und ich habe mich mit meinen Expertinnen und mit der Community am Ende dann auch irgendwie Stück für Stück in das Thema reingearbeitet, und das hat einfach richtig viel Spaß gemacht.
Und wo stehst du jetzt, oder wo steht ihr jetzt? Habt ihr alle Aktien, ETFs gekauft?
Genau, also ich habe tatsächlich in dieser Zeit dann auch angefangen, mich selber mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und habe ganz klassisch in Fonds und ETFs investiert. Das mache ich auch immer noch. Ich habe Sparpläne, sodass das Geld direkt am Anfang des Monats weggeht. Es landet sozusagen nie auf dem Konto, sondern ist direkt raus. Da ist es also der Anlagehorizont von, also von diesen Investments ist halt Rente. Das heißt, da gehe ich ran in 30, 35 irgendwie was Jahren. Da muss ich nicht ständig reingucken. Das ist jetzt komplett automatisiert und das kleine Vermögen baut sich da einfach von selber auf. Das war für mich erst mal das Wichtigste, dass ich da so einen Grundstock lege, was die private Altersvorsorge angeht. Ja, und jetzt aktuell gucke ich halt, was geht noch mehr, also was kann ich eigentlich zusätzlich noch machen außer Fonds und ETFs? Und da sind natürlich Immobilien eine gute Idee.
Ja, hast du denn Immobilienbezug? Also wie ist das bei dir in der Familie? Habt ihr eine eigene? Bist du mit Besitz, mit Immobilienbesitz groß geworden?
Also mein Opa tatsächlich hat sein Haus noch komplett selber gebaut, also so Kriegsgeneration, wirklich komplett selber gebaut. Und weil ich die ersten Jahre auch ein bisschen bei meinen Großeltern groß geworden bin, habe ich da immer gelebt und auch so gemerkt, was das für ihn bedeutet, in diesem Haus zu wohnen. Also der konnte dir jedes Stromkabel sagen, jede Wasserleitung, und hat auch einfach alles selber repariert, konnte auch einfach alles. Und das fand ich schon wirklich richtig, richtig beeindruckend zu sehen, was Eigentum dann auch bedeutet. Und dann bin ich zuletzt in Bremen groß geworden, und da haben wir auch in einem eigenen Haus gewohnt als Familie. Und meine Mama wohnt jetzt auch noch in einer eigenen Eigentumswohnung. Ich muss aber sagen, für mich, ich brauche das gar nicht, dieses in was Eigenem Wohnen. Für mich ist eher dieses, ich möchte ein passives Einkommen aufbauen, der Gedanke, den ich mit Immobilien verbinde. Ich möchte nicht mein Leben lang nur meine Arbeitszeit gegen Geld eintauschen, sondern ich möchte das auch irgendwie noch anders bewerkstelligen, also dass mein Geld für sich arbeitet und dass ich unabhängiger davon werde, von meiner Erwerbsarbeit. Und ja, deshalb, es gab Immobilien in meiner Familie.
Gut, dass du das so direkt hier so ansprichst. Wir raten auch vielen Hörerinnen erstmal dazu, sich um eine Kapitalanlage zu kümmern. Also ich verstehe den Drang, im Eigenheim wohnen zu wollen, und vor allem auch die Idee, keine Miete bezahlen zu wollen, oder eben mit dem Geld, das man eigentlich in Miete zahlt, das eigene Haus abzubezahlen. Aber die Erfahrung zeigt, dass Frauen, die, oder auch egal wer, ein Eigenheim sucht, viel, viel, viel länger sucht. Ja, weil sich das, also auf der Reise zum Eigenheim verändern sich die Bedürfnisse. Also irgendwie heute will man in Berlin wohnen, morgen in Hamburg, keine Ahnung, dann will man in dem Stadtteil wohnen, dann ist man jetzt mit einem Freund zusammen, dann trennt man sich, dann kann die Wohnung kleiner sein, dann muss sie größer werden, weil man Kinder bekommen will. Also die Beobachtung hat einfach gezeigt, dass die Eigenheimsuche wahnsinnig lange dauern kann. Tipps dazu können sein, dass man sagt, man hat vielleicht 3 Kriterien und eins schließt man immer aus. Also eins ist quasi das, was fliegt. Also Maja macht das immer so und dann kann zum Beispiel ein Kriterium ist, glaube ich, eine große Dachterrasse. Und jetzt hat sie eine Wohnung, die hat zwar eine große Dachterrasse, aber so länglich, also nicht am Stück. Also dass man irgendwie, ich glaube, das ist eine Idee, dass wenn man das Suchprofil hat, dass man sich sagt, bei einer Sache muss man irgendwie loslassen und da auf was verzichten, sonst kommt man, glaube ich, wirklich nie zum Eigenheim.
Das glaube ich auch. Also ich könnte mich momentan noch nicht mal für die Stadt oder für den Ort entscheiden. Deshalb ist es so, also wenn das mein Bedürfnis wird in der Zukunft irgendwann, und je nachdem, ob dann mit Mann oder ohne oder so, kann man ja auch alles nicht absehen.
Genau, man kann das eben alles überhaupt nicht absehen und planen. Deswegen ist das wahnsinnig schwierig. Aber mit einer Kapitallage kann man ja einfach anfangen. Und die Kapitallage kann man ja auch verkaufen, wenn man dann eben doch das Eigenheim irgendwann sucht. Und dann hat man ja schon einen beträchtlichen Teil. Von Eigenkapital für das Eigenheim und so was. Deshalb sind Kapitalanlagen total super Anlagen, kann ich dir nur zuraten. Und besonders wichtig ist auch, dass man die Kapitalanlage erstmal etwas smart aufsetzt, also so, dass die Kapitalanlage sich, oder dass die Miete quasi die Wohnung selber abbezahlt. Dann ist das nämlich genau wie bei deinen ETFs, ne? Also du bekommst die Miete rein, die kommen nicht von deinem Konto runter, sondern jemand anderes zahlt dir die Miete und die geht direkt an die Bank und zahlt ganz brav jeden Monat dein Ich finde das so verrückt, diesen Gedanken.
Also das ist ja so, eigentlich ist es so easy und so simpel, wenn du es so erklärst. Und das ist immer verrückt, wenn man dann drüber nachdenkt, warum so wenige Menschen eigentlich in Immobilien investieren. Ich meine, ich mache es ja auch noch nicht, aber wenn man das jetzt so hört, denkt man so, Gott, krass, das muss ich doch auf jeden Fall machen, das klingt doch so gut.
Ja, ich weiß, das ist auch wirklich so. Also man braucht natürlich am Anfang Eigenkapital. Also du brauchst 10% mindestens vom Kaufpreis, vielleicht brauchst du auch mehr, aber wir machen das in der Regel mit 10%. Und der Rest wird dir quasi, der wird dir nicht geschenkt. Aber naja, doch, du wartest 20, 30 Jahre, bis der Kredit abbezahlt ist, und dann gehört dir eben diese Immobilie. Das ist am Ende schon so. Du hast natürlich schon sehr viel mehr Stress mit der Suche. Also beim ETF ist es viel einfacher, wenn deine Freundin sagt, du, ich habe hier in den Top-ETF investiert, dann kannst du den einfach nachkaufen. Das geht bei einer Wohnung nicht. Aber das ist dann eben der Preis, dass du dich einmal hinsetzen musst und richtig überlegen. Und am Ende ist es auch nicht so schwer. Also du musst dich hinsetzen: Wie viel Eigenkapital hast du jetzt? Wie viel kannst und willst du bezahlen? Dann kannst du hochrechnen. Wenn du jetzt 10.000 € hast, dann kannst du wahrscheinlich was für 100.000 € finanzieren. Dann musst du dir überlegen, wo suchst du, wie groß kann das sein? Wobei, das musst du nicht mal suchen. Machst dann einfach einen Suchauftrag für den Preis, und dann siehst du ja, was du dafür bekommst. Und dann kannst du rechnen, ob die Miete quasi den Zins zahlt oder nicht.
Genau, das wäre so das Ziel, dass ich das hinbekomme. Genauso wie du es sagst, klingt so einfach.
Ja, dann lass doch mal starten. Würdest du denn tatsächlich jetzt anfangen, auf Wohnungssuche zu gehen, oder suchst du schon?
Ich habe schon so ein paar Suchalerts sozusagen geschaltet. Ich bin, wie gesagt, in Bremen aufgewachsen und habe mir damals ein bisschen die Immobilienpreise angeguckt.
Weil du sagst, das ist rentabler als in Hamburg?
Ja, also Hamburg ist einfach, habe ich auch ein paar Suchaufträge drin, aber das ist einfach Noch mal, also das ist noch mal komplizierter, da was, sagen wir mal, eine kleine 1,5-, 2-Zimmer-Wohnung so für den Start zu finden. Das ist in Bremen wesentlich einfacher.
Aber toll, jetzt sind wir aus Bremen. Ich war mal in Bremen als Expertin für die Stadtentwicklung, hatte da einen Beratungsjob und fand das eine ganz tolle Stadt. Aber was sind denn so die Viertel, in denen du suchst?
Also Neustadt ist so ein Viertel, das ist so, ja, so gentrifiziert sich so ein bisschen, ist aber auch noch total durchmischt mit ganz vielen unterschiedlichen Kulturen und so. Meine Mama wohnt da jetzt seit 14 Jahren und man sieht einfach, wie das Viertel wächst, wie es auch teurer wird, wie es immer schicker wird. Dann würde ich sagen, alles was so ums Viertel, um Haschstedt und so drumherum ist, das sind auch auf jeden Fall spannende Ecken und die anliegenden Viertel, die da so dran sind. Und vor allem, wie gesagt, meine Mutter wohnt da noch und ich habe auch bei ihrem Freundeskreis das einfach mal gestreut. Also da sind viele mit Eigentum und ich habe gesagt, ich möchte irgendwann mal was kaufen. Das heißt, die sollen mal jetzt rechts und links Augen aufhalten. Oder wenn sie vielleicht selber mal was verkaufen wollen, wäre es sozusagen Off-Market. Ja, das ist ein Top-Tipp. Ja, genau richtig. Und ich denke mir halt so, die sind jetzt alle so am Anfang der Rente. Vielleicht will da tatsächlich auch jemand oder muss auch was verkaufen. Oder bei denen im Haus und so was. Genau richtig. Die wissen das jetzt alle. Und dann gucke ich halt klar auf ImmoScout, eBay Kleinanzeigen und so, schaue mir das mal an, um so ein Gefühl dafür zu bekommen, was man bekommt. Also ich gucke jetzt erst mal so im Bereich 100.000 bis 150.000 €, also was kann man dafür bekommen, wie sehen die Wohnungen aus und was für ein Zustand sind die. Genau, das wäre also, das ist jetzt so das grobe Ziel, das mal zu machen. Und jetzt muss ich mich noch ein bisschen so um die Finanzierungsthemen kümmern, weil ich wie gesagt gerade selbstständig bin und das auch relativ frisch. Und ich meine, da kannst du ja auch noch mal deine Einschätzung vielleicht zu geben, aber ich glaube, das ist jetzt nicht die beste Situation, in der man zur Bank geht und sagt, Ich habe zwar das Eigenkapital, aber gebt ihr mir jetzt einen Kredit, weil die ja einfach noch keine Sicherheit haben, dass meine Selbstständigkeit auch in den nächsten Jahren erfolgreich und sicher bleibt, oder?
Ja, tatsächlich haben wir von Selbstständigen, die wirklich, wirklich viel Geld auf dem Konto hatten, ja, haben wir die Erfahrung gemacht, dass sie, weil sie eben erst seit Kurzem selbstständig waren, ganz miese Finanzierungskonditionen bekommen haben und quasi dann alles all cash gezahlt haben, was total absurd, was wirklich absurd ist. Aber auch da gibt es immer Wege, das anders zu machen. Zum Beispiel mit jemandem zusammen zu kaufen. Wie stehst du denn dazu? Würdest du mit jemandem gemeinsam kaufen? Mit einer Freundin, mit einem Freund, Schwester?
Irgendwie? Ja, genau. Also es gibt schon so ein paar Optionen, die ich da gerade durchdenke. Ich habe zum Beispiel Freundinnen, die verbeamtet sind und wo ich auch weiß, dass die sich auch um das Thema— Da leuchten die Augen der Bankberaterin. Genau, richtig. Mit denen ich mal darüber sprechen möchte, ob die das grundsätzlich auch spannend fänden und so. Genau, es gibt auch noch meine Mutter, die Eigentum hat, also die ihre eigene Immobilie besitzt, sozusagen. Das fände ich auch spannend. Aber ich meine, da ist es ja wahrscheinlich, also Kreditvergabe ist ja auch altersdiskriminierend, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Wie alt ist deine Mutter? Die ist jetzt 71, nee, 70 ist sie geworden dieses Jahr. Genau.
Ja, nee, das wird wahrscheinlich schwierig werden. Oft ist es so, dass, oder wir haben es jetzt gerade neulich so hinbekommen, dass eine 65-jährige Frau einen Kredit bekommen hat zu Top-Konditionen. Aber ihre Tochter musste mit unterschreiben. Also die Tochter war aber fest angestellt, sodass sie quasi dann, wenn die Mutter final in Rente ist, den Kredit übernehmen kann. Ah ja, okay, genau. Also das könnte bei euch vielleicht so laufen, aber da du nicht fest angestellt bist, könnte das wieder ein Thema sein. Aber das muss man sich alles im Detail angucken. Also meistens findet man dann doch irgendwie einen Weg.
Ja, eben, genau, richtig. Ja, und ansonsten ist es halt der Freundeskreis. Also ich Ich kenne meinen Freund jetzt noch nicht so lange, dass wir sagen würden, wir würden was gemeinsam kaufen oder auch gemeinsam investieren. Das ist perspektivisch auf jeden Fall ein Plan und da sprechen wir auch drüber. Aber momentan beschäftigt sich jeder eher noch so mit seinen eigenen Finanzen. Also klar, sparen wir auch gemeinsam und so für Projekte und so, aber momentan machen wir alles das, was wirklich Vermögensaufbau angeht, noch getrennt.
Das heißt, das ist ja auch sehr emanzipiert. Ja, ich wundere mich immer so ein bisschen, dass so viele Leute sagen, Mit der besten Freundin kaufen auf gar keinen Fall. Aber mit meinem Freund, den ich seit 3 Monaten kenne oder 3 Jahren kenne, mit dem auf jeden Fall. Mit meinem Freund, den ich seit 3 Jahren kenne, mit dem kaufe ich eine Wohnung. Aber mit meiner besten Freundin, die ich seit 30 Jahren kenne? Nee, mit der nicht. Das ist so ein bisschen—
why? Ja, total. Also das ist genau mein Gedanke irgendwie, weil ich auch dadurch, dass meine Mama häufig alleinerziehend war und so, bin ich so sehr auf meine Unabhängigkeit, auf meine finanzielle Unabhängigkeit irgendwie getrimmt. Das ist mir so wichtig. Und ich meine, bei meinen Freundinnen, da weiß ich, die sind seit, keine Ahnung, 28 Jahren in meinem Leben, die werden auch bleiben.
Das ist höchstwahrscheinlich so, höchstwahrscheinlich bleiben diese Freundinnen und die Männer eventuell nicht.
Richtig, genau. Es gibt zumindest die Chance, dass es nicht so ist, auch wenn ich mir das überhaupt nicht wünsche oder so. Genau richtig. Deshalb wäre so dieses mit Freundinnen zusammen was kaufen schon wirklich ein richtig spannender Gedanke. Und da muss ich einfach mal mit denen drüber sprechen. Wie würdest du denn da vorgehen? Also was würdest du mir da mit auf den Weg geben, was ich auch zum Beispiel dann in den Vertrag oder so was mit reinschreiben lassen müsste? Was ist da wichtig drauf zu achten?
Also ich glaube, ich würde erst mal mit einem Objekt ankommen und das deiner Freundin schon mal zeigen und sagen, warum du das so gut findest und quasi kurz vorrechnen, wie viel Mieteinnahmen ihr bekommen würdet und was es ganz grob kosten würde an Finanzen, also ob sie was draufzahlen müsste oder nicht, oder wie viel Eigenkapital sie einbringen müsste oder nicht. Also im besten Fall irgendwas Kleineres, ne? Die hat vielleicht 10.000 € und du suchst was, wo die Miete dann wirklich die Finanzierung trägt, sodass man auch nichts draufzahlen muss. So, also so würde ich schon mal ankommen. Dann käme ich vielleicht noch mit einer Lösung an für die Hausverwaltung, für die Verwaltung. Also wenn du Lust auf so was hast, machst du selber. Wenn nicht, sagst du, hier gibt's eine digitale Hausverwaltung oder so was, die macht das dann für uns, haben dann zusammen gar nicht viel Arbeit und so weiter. Also das würde ich erstmal so zum Bock machen, so machen. Und vertraglich müsstet ihr euch, also ihr müsst schauen, ne, braucht ihr eine Finanzierung, ja, nein. Wahrscheinlich braucht ihr eine Finanzierung. So, dann müsst ihr festlegen, steckt ihr beide gleich viel Eigenkapital rein. Das ist immer das Einfachste. Also am einfachsten ist es so, wenn ihr beide gleich viel Eigenkapital reinsteckt und zusammen finanziert, also zusammen den Kredit aufnehmt. Schwieriger ist es, wenn jetzt eine nur Cash zahlt, also nur Eigenkapital, und nur die andere hat die Finanzierung. Aber auch das ist lösbar. Ja, also was euch bewusst sein muss, ist, wenn ihr zusammen finanziert oder auch wenn einer finanziert, dass der andere so ein bisschen mit drinsteckt, ne. Also der andere muss auch unterschreiben, oder die andere steht dann ja auch, also ihr steht dann beide im Grundbuch drin. Somit müsst ihr beide die Grundschuldbestellung für die Bank unterschreiben, unterzeichnen, ne. Das heißt jetzt Wenn jetzt eine von euch mehr Eigenkapital reinsteckt, hat sie trotzdem die gleiche hohe Grundschuld der Bank draufstehen. Das müsst ihr euch— das ist einfach klar so. Dann müsst ihr wahrscheinlich Mietabtretungen unterzeichnen. Das heißt, dass wenn die eine, also diejenige, die den Kredit bedient, zahlungsunfähig ist, dass die Bank direkt auf die Mieten zugreifen kann. So. Und ansonsten bürgt ihr natürlich füreinander. Aber das ist, also ehrlich gesagt, sind das ganz formelle Themen. Also das sind Themen, die müsst ihr wissen, und für die solltet ihr eine Regelung finden. Ihr macht einen Gesellschaftervertrag, am besten ihr kauft die als GbR, dann macht ihr einen GbR-Vertrag und schreibt rein, für den Fall, dass was schiefgeht, löst ihr das so und so. Dann zahlt die eine der anderen monatlich Betrag X, oder ihr zahlt es am Stück zurück, oder wie auch immer, ne. Also dass ihr euch einfach privatrechtlich da auf eine Lösung einigt. Und ich glaube, sobald das geregelt ist, kann man auch ohne Angst in so eine Finanzierung und in so ein Gespräch gehen. Lustigerweise war ich gerade gestern auf der Veranstaltung bei der Weber Bank und habe genau diese Frage gestellt, wie das eigentlich ist. Also wie oft, also weil ich jetzt öfter gehört habe, dass Leute Angst haben, gerade diese Mietabtretung zu unterzeichnen, wie oft das vorkommt. Und tatsächlich meinte die Finanzierungsberaterin, die gerade am meisten Finanzierungen abschließt, dass ihr das noch überhaupt gar nicht vorgekommen ist. Ja, also das ist einfach wirklich selten. Und gerade wenn ihr eine Wohnung habt, die erst mal so ein kleines Ticket ist, dann muss man sich bei so was nicht so viele Gedanken machen. Also wenn es dann quasi um eine Annuität oder sagen wir mal pro Monat um 400 € geht, die ihr an die Bank zahlen müsst, dann könnt ihr euch das ja einfach mal selber überlegen. Wie wahrscheinlich ist es, dass ihr das irgendwie zusammenkratzen könnt? Selbst wenn die Miete, also keine Ahnung, selbst wenn die Miete total fällt oder ihr könnt nicht vermieten, weil das Haus riesigen Wasserschaden hat und ihr müsst alles neu machen, keine Ahnung, ne, also irgendwie würde man das paar Monate überbrücken.
Definitiv, definitiv, ja, genau. Für sowas hat man ja im Zweifelsfall auch eh schon ein Notgroschen beiseitegelegt, wo man sagt, das ist halt für genau diese Fälle, wenn mal komplett unerwartete Katastrophen über einen hereinbrechen.
Genau, das würde ich auch jedem raten. Also in unserem Seminar kriegt ihr auch unsere Kalkulation und da sind so extra Felder genau dafür da. Also Man spart quasi von Anfang an was an für Rücklagen und für Mietausfall. Und ganz am Anfang kann man vielleicht auch mal 1.000 € auf dem Konto drauflegen, einfach für den Fall, dass noch irgendwas ist. Und dann kann man da auch relativ ruhig schlafen, finde ich. Ja, finde ich total gut. Ja, also ich würde euch echt raten, macht einen GbR-Vertrag. Wir werden auch unseren— ich habe gerade einen GbR-Vertrag mit einer Freundin abgeschlossen. Und wir werden ihn demnächst auch bei uns im Circle zur Verfügung stellen. Könnt ihr dann mal gucken, ob ihr was davon nehmen wollt. Aber das kann man handschriftlich einfach auf DIN A4 zu Hause, man muss ja nicht mal zum Notar gehen bei der GbR, runterschreiben. Ja, und dann passt das schon. Also wichtig ist wirklich, dass ihr die Probleme regelt. Also was ist, wenn die eine Geld braucht und verkaufen will? Was ist, wenn die eine einfach insolvent ist, nicht mehr zahlen kann? Was ist, wenn einer stirbt? Was ist vielleicht, wenn einer ins Ausland zieht oder irgendwie so? Also einfach so diese Ausfall-Szenarien vorstellen und klären, was passiert dann.
So, und die ganzen positiven Sachen, die muss man eigentlich nicht regeln, weil die laufen ja sowieso. Genau, ja, klingt irgendwie total gut und total logisch. Und es ist ja weiterhin einfach so verrückt, weshalb man nur mit Partner:innen Vermögensaufbau macht und nicht so mit den Freundinnen, die man seit immer und ewig kennt.
Ja, total, total guter Ansatz von euch. Und dann strategisch würde ich das noch so aufsetzen, dass ihr— ich würde mir eine digitale Hausverwaltung suchen, die kann ich euch auch eine ganz tolle empfehlen, mit der ich alles mache, und die übernimmt dann alles für euch. Und ich würde ein gemeinsames Konto eröffnen für die Wohnung, auf die alle Mieteingänge eingehen. Vielleicht macht ihr noch ein Konto für Rücklagen, auf das ihr monatlich von dem Mieteingang eben Rücklagen rüberschickt und ihr beide habt da Zugriff drauf. Aber eigentlich lasst ihr das einfach liegen. Ja, also genau, ihr beide steht im Grundbuch, das ist natürlich wichtig. Ja, und dann seid ihr da eigentlich all set.
Also dann, ja, ich finde es auch total entspannt. Also der Gedanke, dass man zu zweit diesen Prozess das erste Mal durchmacht, wenn man noch nicht die Erfahrung hat, wie läuft das eigentlich ab, eine Immobilie zu kaufen? Und Gott, wenn Mieter:innenwechsel ist, wie mache ich das eigentlich? Dass man da auch einfach mal zu zweit steht und sich drüber unterhalten kann und so. Das finde ich irgendwie total gut, den Gedanken.
Das finde ich auch total gut. Wir haben auch letztes Jahr oder vorletztes Jahr zu dritt eine Wohnung gekauft, zu der uns wirklich wahnsinnig viele abgeraten haben, unter anderem mein Mann. Und wir waren auch mit Handwerkern drin und alle meinten: Nein, auf gar keinen Fall kaufen, das ist ein totales Groschengrab. Aber wir haben so sehr an die Lage geglaubt, haben die einfach trotzdem gekauft und renoviert. Und die Handwerker vorher, es waren diverse, hatten Kostenvoranschläge für ab 150.000 € für die Renovierung. Hoppla! Wir haben es dann für 40.000 renoviert. Das ist total super geworden und wir haben die Wohnung wirklich total erfolgreich weiterverkauft. Ja, und das hätten wir aber, also alleine habe ich mich das nicht getraut, also alleine einfach diese Wohnung zu machen. Und zu dritt war das total super und total easy. Und da gab es auch noch Handwerker, oder Schornsteinfeger, war sehr kompliziert, hat uns auch erzählt, dass es überhaupt nicht geht, dass wir auf gar keinen Fall eine Heizung in diese Wohnung reinbekommen oder so. Ja, und wenn du dann alleine da stehst und so ein Schornsteinfeger sagt dir so, nee, also die Schornsteine sind voll, hier können Sie niemals heizen, Dann ist das was anderes, als wenn du zu dritt da stehst und denkst so, hmm, I don't think so, da muss es doch eine Lösung geben irgendwie.
Ja, also das ist wirklich gut, da fühlt man sich direkt viel stärker und glaubt auch nicht jedem.
Ja, auf jeden Fall, finde ich total gut. Ja, cool, dann bin ich gespannt, wie du da vorangehst.
Ich werde berichten, auf jeden Fall.
Du bist die Erste, die es erfährt. Genau, cool, da freue ich mich sehr drauf. Hast du denn noch was zum Thema Finanzen, was du jetzt hier in die Welt schicken willst? Wir kommen gleich zu deinen 3 Top-Tipps. Aber vielleicht hast du noch ein Thema, das du gerne besprechen willst.
Ja, also ich finde einfach gerade diesen Aspekt, dass nicht nur man von seiner Erwerbsarbeit abhängig ist, total wichtig. Wenn wir bedenken, wie unser Rentensystem in Deutschland aufgestellt ist. Also Forschungen zeigen, unser Rentensystem funktioniert noch so, wie es ist, bis 2030. Das ist bald, das ist in 8 Jahren.
Dann wird es zu wenig Einzahler:innen geben und zu viele Menschen, die die Rente beziehen werden. Das ist wirklich verrückt, Leute, macht euch das mal klein.
In 8 Jahren. Das heißt dann, selbst wir, die vielleicht, die, die, oder auch die, die alle fest angestellt sind und die da seit Ewigkeiten reingezahlt haben, eine Veränderung wird es geben. Entweder der Staat muss irre viel zusätzlich, macht er eh schon, aber irre viel dazu zahlen. Kann passieren. Wahrscheinlich ist aber auch, dass entweder das Renteneintrittsdatum steigt, also dass wir noch älter werden müssen, bis wir Rente bekommen, dass die Rente selber sinkt oder dass die Beiträge total steigen. Das heißt, wir müssen einfach alle vorsorgen. Also wir müssen einfach sagen oder einsehen, dass es eine Zeitenwende ist. Unsere alternde Gesellschaft, der demografische Wandel, das wird sich auch nicht so fix zurückdrehen. Und deshalb ist dieser Gedanke, sein Geld für sich arbeiten zu lassen und zu sagen, ich kann nicht nur auf meine Erwerbsarbeit setzen, ich muss da irgendwie was machen, ich muss investieren. Und investieren ist was anderes als sparen, was unsere Großeltern jahrzehntelang gemacht haben. Das ist für mich so die wichtigste Message, die ich versuche immer zu vermitteln und wo ich versuche, ja, das Menschen und Frauen vor allem klarzumachen. Es geht einfach, also es ist einfach ja eine Zeitenwende und gewisse Sachen werden sich ändern und Die ganzen Finanzentscheidungen, die unser Leben lang uns so begleiten, werden immer, immer komplexer. Und deshalb müssen wir uns mit dem Thema alle auseinandersetzen. Wir können nicht mehr wie unsere Großeltern einfach das Geld auf dem Konto liegen lassen und es gibt 6% Zinsen, es vermehrt sich da von selber.
Das ist sowas von vorbei, diese Zeit. Ja, aber Good News dazu ist, dass wenn man sich selber um seine Rentenvorsorge kümmert, sehr viel mehr bei rauskommen kann. Also man sollte das natürlich informiert machen, aber wenn man das Geld, das man eigentlich in die Rente investiert hätte, in Immobilien steckt, dann hat man da schon, dann hat man einfach sehr viel mehr passives Einkommen später, als man von der Rentenkasse bekommen hätte. Das ist das Gute. Aber es passiert nicht automatisch.
Man muss sich darum kümmern. Ja, definitiv. Das sehe ich auch so. Also ich finde auch okay, ich bin glaube ich da auch so ein bisschen Noch nicht, sagen wir mal, mutig genug, um zu sagen, ich würde es komplett stoppen, meine Zahlung in diese Rentenkasse. Weil klar, das ist auch einfach das Mindset, mit dem ich aufgewachsen bin. Das ist die Prägung, die wir hier haben in Deutschland. Ja, ist ja ganz gut so gewesen. Ich würde nicht mein Geld komplett in Immobilien stecken, aber ich fange jetzt halt mal an, auch in die Richtung zu denken. Und in 10 Jahren, vielleicht denke ich dann komplett anders. Dann denke ich mir so, boah, dieses Rentensystem ist auf gar keinen Fall besser geworden.
Ich mache das jetzt lieber mal schön alles selber und stecke mein Geld in meine private Altersvorsorge. Genau, kann ja mal einen Plan machen. Du kaufst jetzt alle 2 Jahre eine kleine Immobilie, dann hast du in 10 Jahren 5 Immobilien. Und wenn du die dann irgendwann für 500 € pro Immobilie vermietest, dann hast du schon 2.500 €.
Ja, das ist total verrückt. Und ich habe ein Vermögen aufgebaut, was man auch weitergeben oder vererben kann und oder verkaufen und verkaufen kann und kann mit diesen vermieteten Wohnungen Impact machen, wie ihr das auch macht, wenn ihr an Alleinerziehende, an Geflüchtete und so weiter vermietet.
Genau, das finde ich nämlich auch toll, dass man selber entscheiden kann, an wen man vermietet, ob es jetzt der McKinsey-Supermanager ist oder eben die alleinerziehende Mutter, die gleich um die Ecke wohnt. Das finde ich auch, das macht mir auch sehr viel Spaß, und das kann man eben auch nur als Entscheiderin, und Entscheiderin ist man nur, wenn man Eigentümerin ist. Das stimmt, hast du total recht. Ja, ich freue mich total über das spannende Gespräch. Am Schluss frage ich immer noch nach deinen 3 Top-Tipps, die du jetzt gerne noch den Hörern mit auf die Ohren geben möchtest.
Also Top-Tipp Nummer 1, oder so Rat, ist halt einfach: Sprecht über Geld. Das ist einfach das Allerwichtigste. Wir stehen sowas von alle vor den gleichen Herausforderungen. Es sei denn, man hat jetzt irre viel geerbt oder so, was jetzt meistens wahrscheinlich nicht der Fall ist. Und das wäre auch immer so ein bisschen so der zweite Tipp: Schnappt euch irgendeine Freundin und macht's einfach gemeinsam. Also so ein Finanzbuddy, eine Finanzfreundin und so. Und da ist auch so egal, an welchem Punkt man steht, ob man noch am Anfang ist und so sagt, Ich weiß nicht mehr, was eine Aktie ist und was zur Hölle an dieser Börse eigentlich passiert, aber wir nehmen uns jetzt zusammen vor und arbeiten uns da irgendwie ein und so weiter. Aber das kann man auch machen, wenn man schon 5 Immobilien besitzt und einfach sagt, ich suche mir noch mal eine Freundin, mit der ich gemeinsam vielleicht noch mal brainstorme und auch andere Ideen komme und so weiter. Und mein dritter Top-Tipp wäre sozusagen, auf jeden Fall darauf zu beharren, mit Frauen zu sprechen. Nicht immer. Es ist auch total okay, wenn man in einer Bank oder einer Beratungssituation ist und auch mal einem Mann sozusagen gegenübersitzt, weil man da Lust drauf hat oder total Fan ist. Aber ich finde, man muss auch symbolisieren, dass da in der Finanzbranche ein Wechsel stattfinden muss, also dass diese Unternehmen darin investieren müssen, dass man die Wahl hat, dass man sagen kann, ich möchte von einer Frau beraten werden, und dann gibt es die immerhin. Und wenn ich schon Geld bezahle dafür, dass mein Konto irgendwo läuft, dann möchte ich in der E-Mail auch nicht als liebe Anissa Brinkhoff angesprochen werden, sondern finde ich, dann kann dieses Unternehmen es auch schaffen, eine weibliche Anrede in E-Mails und so was zu fassen. Und das ist auch so was, was ich immer sage: Macht den weiblichen Standpunkt, macht den sichtbar.
Ihr tretet nie nur für euch ein, ihr tretet immer für alle Frauen ein. Wunderbar. Das sind 3 Tipps, die mir total aus dem Herzen gesprochen haben. Also du sagst, sprecht über Geld. Schnappt euch einen Investment-Buddy. Und das finde ich übrigens spannend. Erstens mal genau, wenn man schon 5 Immobilien hat, dann kann man Do Good machen. Also man kann quasi Wissen zurückgeben. Aber man kann ja auch, wenn man 5 Immobilien gekauft hat, hat man vielleicht auch gar kein Eigenkapital mehr für die 6. oder so. Also deshalb ist das auch eine Riesenchance. Oder man fängt an, in was anderes zu investieren. Maja und ich investieren ja neben Immobilien auch in PropTechs und Startups, also andere Startups, also einmal in PropTechs und einmal in von Frauen gegründete Startups. Und das machen wir auch gemeinsam. Und so kann man eben auch in ETFs oder Aktien gemeinsam investieren über ein Vehikel. Genau. Und dann ein dritter Punkt: Stärkt die Frauen, fragt immer nach einer Frau. Der spricht mir total aus dem Herzen, weil ich das auch mache und irgendwie auch denke, klar, ich spreche auch sehr gerne mit Männern, aber es ist einfach so wichtig, den Unternehmen zu zeigen, dass es nicht geht, dass da nur Männer sitzen und Männer angestellt, eingestellt werden. Männer. Befördert werden und so weiter. Also wenn wir mit einem Vorstand sprechen wollen, dann möchten wir aber, dass es eine Frau ist, eben kein Mann. Und genau, ich finde auch beim Finanzierungsgespräch, ich möchte da auch lieber eine Frau sitzen haben, einfach aus Prinzip. Und ich möchte wählen können. Genau, das ist das Prinzip, was man möchte. Genau, ich möchte nicht, dass es in jedem Fall ein Mann ist, der mir schon wieder die Welt erklärt. So. Richtig. Ja, genau das. Ja, genau. Und deswegen, und genau, da darf man einfach nicht vergessen, dass wir einfach auch die Macht haben, weil wir sind die Kunden und wir können sagen, was wir fordern und was wir wollen. Und Das muss bedient werden. Ja, so sehe ich das auch. Cool, das hat mich sehr gefreut, hat sehr viel Spaß gemacht. Ja, mir auch. Wir können das ja noch vertiefen oder wir machen Folge 2.
Genau, wenn ich dann die Immobilie habe, dann komme ich mit meinem Erfahrungsbericht zurück.
Genau, dann kommst du zu zweit. Ja, genau. Sehr gut, dann freue ich mich drauf.
Dann ab nach Hause, nach Hamburg, an den Laptop zur Immobiliensuche. Danke für das Interview. Ja, vielen Dank, dass du da warst.
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