Let's talk wie kaufe ich eine Wohnung 👩🏻🤝👩🏼 mit Ilana Rolef-Heberling
9 Aug 2023 · 29 min
Ilana Rolef-Heberling bought her first apartment at 20 and has since built a portfolio of four units using life insurance, KfW grants, and bank loans. She shares how to find deals on eBay Kleinanzeigen and at foreclosure auctions, why rental income must cover your mortgage, and why women should start small with one or two-bedroom units.
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Herzlich willkommen zum Happy Immo Podcast. Ich habe heute zu Gast Ilana. Ilana habe ich kennengelernt bei einem Dinner in Berlin. Wir saßen nebeneinander und ich habe erzählt, was ich so mache. Ich habe erzählt, dass ich in Immobilien investiere und dass ich dabei bin, was zu gründen, was Frauen empowern soll, oder was Frauen empowern— das war so ein blödes Wort— was ihnen quasi erklären soll, wie das geht, weil Frauen ganz oft Angst haben davor oder nicht so die Idee im Kopf haben, in Immobilien zu investieren. Und Ilana hat mich angeguckt und gesagt: Also ich habe nichts mit Immobilien zu tun, ich arbeite was ganz anderes, aber ich besitze schon total viele und ich hatte da nie Angst. Und deshalb herzlich willkommen, Ilana. Erzähl uns deine Story.
Ja, vielen Dank, dass ich heute hier sein darf. Ich fand, als ich gehört habe, was, was du da aufbaust, super, super spannend. Und genau, ich bin ein heimlicher Immobilienfan.
Cool. Ja, das ist sehr gut. Das ist, das sind mir die liebsten Gäste. Was machst du denn noch außer Immobilienfan sein?
Ja, also ich bin bei PwC und habe dort die tolle Aufgabe, mit meinem großartigen Team Kunden zu beraten im Bereich Kommunikation, Marke und Diversity. Und da ist natürlich das Thema gleichberechtigte Teilhabe eins meiner Herzensthemen, aber auch vor allen Dingen das Thema, was ich vorantreiben möchte, wenn es darum geht, auch das Thema Female Empowerment nach vorne zu tragen, dass einfach Frauen die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben. Und ich glaube, Immobilien, da hast du den Kern der Zeit getroffen, werden häufig noch nicht von Frauen als Erstes in den Blick genommen. Und ich darf aber bei PwC sozusagen die Themen vorantreiben bei Unternehmen, die jetzt relevanter sind denn je. Das, das Thema Kommunikation: Wie kommuniziere ich an meine Konsumenten, an meine Mitarbeitenden? Wie kann ich sie halten? Und wie kann ich das vor allen Dingen werteorientiert tun?
Das klingt total spannend. Wie lange bist du schon bei PwC?
Ich bin 2019 zu PwC geholt worden und die Zeit rennt ja einfach. Also ich bin jetzt in meinem vierten Jahr.
Ja, wow. Und gab es bei euch schon einen Wertewandel?
Absolut. Wir haben seit letztem Jahr eine Frau an der Spitze.
Ja, sehr gut.
Und haben aber darüber hinaus, das muss man wirklich sagen, wir sind ja sehr global aufgestellt. Es gibt uns in jedem Land und wir haben vor 15 Jahren, über 15 Jahren schon die Reise begonnen, tatsächlich Diversity, Reisen und die Veränderung voranzutreiben und haben das durch diverse Netzwerkinitiativen gestartet und können jetzt aber wirklich in den Prozessen auch nachhalten, auch KPI-basiert. Was können wir tun, um tatsächlich gleichberechtigte Teilhabe im Unternehmen zu prägen und voranzutreiben?
Was sind dann so die KPIs, auf die man achtet?
Also es gibt auf der einen Seite natürlich schon die erste Struktur: Wie lerne ich eigentlich potenzielle Mitarbeitende kennen? Wie spreche ich sie an? Mit wem spricht derjenige? Ist es eine Entscheiderin oder ein Entscheider? Und da achten wir schon sozusagen vom ersten Step darauf, dass wir hier eine Gleichberechtigung haben und immer das beispielsweise sind vier Augen. Es geht nicht immer nur um die Qualifikation, sondern auch tatsächlich um das Thema, wer steckt hinter der Person, bis hin zu später dann, wie laufen beispielsweise Beförderungsrunden ab und wie kann ich mich auch weiterbilden, vor allen Dingen in dem Bereich. Ich glaube, dass die ein oder anderen sich da schon viel mit beschäftigt haben, aber für viele wird das Thema neu sein. Das heißt, das ganze Thema Sensibilisierung, Edukation, Weiterbildung. Wie kann ich denn wirklich gerecht sein? Und das ganze Thema Unconscious Bias, da gehört viel Trainings zu. Das haben wir sozusagen mit eingebaut in unseren Alltag.
Das klingt total spannend und nach einem guten Team auch, denn Diversität bedeutet ja meistens eben auch spannende Teams, die dann eben auch super zusammenarbeiten. Wie geht es dir denn privat? Wie sind deine Geldanlagen? Bist du in Immobilien hast du gerade gesagt. Hast du auch andere Sachen? Aktien, Anleihen? ETFs?
Ja, ich habe ein paar Aktien, obwohl ich da direkt sozusagen zum Kern kommen kann. Also ich mag es, wenn ich Dinge sehen und anfassen mag oder kann, sodass die Aktien so ein bisschen stiefmütterlich behandelt werden. Das heißt, ich bin weniger die, die komplett hier traded, links, rechts, sondern einmal gekauft, liegen lassen. Und bei den Immobilien bin ich definitiv aktiver.
Was heißt denn aktiver? Wann hast du angefangen? Wie bist du auf die Idee gekommen, in Immobilien zu investieren?
Total spannend, weil als ich deine Anfrage bekommen habe, habe ich mich mal auf die Suche gemacht nach meinem ersten Kaufvertrag, weil ich gar nicht genau wusste, wann, wann habe ich eigentlich das erste Mal gekauft? Und es ist genau 20 Jahre her.
Das war das. 20 Jahre her? Ja, bist du denn?
Ich bin wahnsinnig jung geblieben. Nein, also ich sag mal so, meine erste Immobilie habe ich mit 20 gekauft. Und da vielleicht auch direkt die Geschichte dahinter. Also ich verdanke wahnsinnig viel meiner Mutter, und ich weiß, dass das sagt sich so schnell, aber vor allen Dingen das Mindset, das sie mir mitgegeben hat, dass sie das Thema Immobilien nicht als etwas, wie soll ich sagen, so Elfenbeinturm-mäßiges beschrieben hat, sondern das war für sie immer die Sicherheit und ganz klar etwas wo ich reinschauen sollte, sodass ich mit 20— ich bin relativ früh von zu Hause ausgezogen, nach dem Abitur zum Studieren, dann in die erste große Stadt, um festzustellen, wie teuer ist denn Köln bitte zum Wohnen? Ja, und bin dort in meine erste kleine Wohnung gezogen. Ich habe so 30 Quadratmeter im hässlichsten Plattenbau der Stadt, war stolz wie Bolle, weil das das erste Eigene war. Und dann habe ich meinen ersten Vertrag bekommen, meinen ersten Arbeitsvertrag, und wollte eine etwas größere Wohnung haben. Also so 2 Zimmer. Und dann war es eigentlich meine Mutter, die nach mehrmaligem Suchen zu mir sagte, sag mal, aber für den Preis kannst du doch auch kaufen. Und so entstand die Idee. Und dann bin ich relativ schnell aktiv geworden und habe gesagt, gut, dann schaue ich mir jetzt an, was gäbe es denn zu kaufen, und habe mich dann immer so ein bisschen daran orientiert, wäre das auch gleichzeitig die Miete, die ich ausgeben müsste. Also darum vielleicht noch mal so die Kriterien sich anzuschauen. Und so vor 20 Jahren, als ich die erste Wohnung gekauft habe, da waren die Zinsen bei 4,9%,.
Und da hat jeder gesagt, also ungefähr so wie jetzt, bisschen schlechter sogar.
Genau, bisschen schlechter sogar. Und da war das aber damals gar nicht wucher, sondern das war okay. Also man hat wenig darauf spekuliert, dass die jetzt wahnsinnig sinken werden, sondern das war der Normalzustand.
Das ist total spannend, dass du das sagst. Wir haben viele Frauen, die einfach früher investiert haben und für die jetzt die letzten Jahre quasi die goldenen Jahre waren, und jetzt wieder der Normalzustand, oder immer noch besser, als, als sie sogar zu 6 oder noch mehr Prozent finanziert haben. Aber man kann es natürlich auch überhaupt keinem übel nehmen, weil wenn man aufwächst und man, und in dem Zeitraum, also da, wo man eben das erste Mal über Investieren nachgedacht hat, da liegen die Zinsen bei 1%, dann ist es natürlich wirklich eine ganz krasse Sache, wenn die Zinsen dann auf einmal bei 3,5, 4% liegen, ne? Dann sagt man schon erstmal wow. Aber jetzt immer weiter, wie hat sich denn dann gerechnet bei dir?
Ja, also es war auch damals so, dass ich dann quasi meine erste eigene kleine Wohnung auch gekauft habe und das für mich auch nicht immer rosig war. Denn natürlich war der Kredit höher als so klassisch, ich sag jetzt mal, erster Job, ich hole mir eine Wohnung für 600 €, sondern das waren glaube ich damals 900 oder 1000 €. Ich weiß es nicht mehr ganz genau, aber es war schon ein Betrag, der mir wehgetan hat. Ja, also im Sinne von, ich habe dann nicht groß Urlaube gemacht, sondern mir war wichtig, dass ich diesen Kredit abzahle. Und deswegen hatte ich auch viele Phasen, dass ich es verflucht habe und gedacht habe, war das wirklich das Richtige? Die Freunde machen jetzt hier einen auf Feierei und fliegen mal eben dahin und dorthin, und ich war immer sehr darauf bedacht, tatsächlich auch meinen Kredit abzahlen zu können.
Da musstest du ja auch, da gab es ja auch irgendwie keinen Ausweg. Absolut.
Das heißt, ich hatte so eine andere Verbindlichkeit, und gleichzeitig, weil häufig ja der Gedanke kommt, jetzt wenn ich was kaufe, dann muss ich da auch jahrelang drin wohnen, hatte ich die Wohnung gerade bezogen und ein Jobangebot in Berlin bekommen. Das heißt, ich wohnte noch nicht mal ein Jahr in dieser Wohnung, Wohnung und merkte dann, eigentlich werde ich meinen Lebensmittelpunkt nach Berlin verlegen müssen. Und habe mich dann von der Wohnung getrennt, aber erstmal nur in die Vermietung sozusagen gegeben. Und das ist mir dann auch gar nicht so schwer gefallen, wie ich am Anfang vielleicht gedacht habe, weil ich zuerst gedacht—
Warum hast du gedacht, dass es dir schwer fallen könnte? Weil dein Herz an der Wohnung lag, oder was?
Genau, weil das so das Erste war. Ich habe— Es war vor allen Dingen ein neu gebautes Dach, eine Dachgeschosswohnung. Das heißt, man hat viel Liebe reingesteckt, in welche Fliesen und wie soll das Bad sein und welche Küche.
Ach geil, hast du das mitgemacht noch? Also hast du wirklich im Neubau mitgestaltet und hast alles entschieden? Ja. Ah, wie toll! Das macht natürlich wirklich am meisten Spaß.
Das kann ich sehr gut verstehen.
Genau.
Und dann habe ich mich aber relativ schnell lösen können, als ich dann nach Berlin gegangen bin und habe die Wohnung so vermietet, dass es für mich, um ehrlich zu sein, viel entspannter war, weil die Miete, die ich einnehmen konnte, deckte genau den Betrag, den den ich im Kredit abzahlen musste. Das heißt, das war das erste Mal noch stärker der Gedanke, wow, eigentlich eine gute Investition.
Und das ist es nämlich, ne? Irgendwie, du hast ja mal gekauft, dann hast du es natürlich noch schlauer gemacht, weil du sie eigengenutzt, also eingenutzt hast, und dann hast du sie vermietet und musst eigentlich nichts mehr mit der Wohnung machen, ne? Die zahlt sich jetzt einfach ab. Absolut, ja. Ja, das klingt ziemlich gut.
Okay, wie ging es dann weiter? Na ja, da bin ich nach Berlin gekommen und das war 2005. Und in Berlin 2005 war das Mieter-El Dorado, muss man sagen. Ja, also ich bin in eine 90-Quadratmeter-Altbauwohnung, wie man es sich so klischeehaft vorstellen kann, für damals 630 € warm gezogen. Das war dann auch noch den alten Mieter. Nein, nein, den habe ich nicht mehr. Und auch da muss man sagen, In jeder Krise liegt eine Chance, denn ich habe diesen Mietvertrag nicht mehr, weil ich habe damals die Wohnung übernommen, wie es auch so häufig war. Dann ist jemand ausgezogen und er hat gesagt, ach, behalt doch erst mal meinen Mietvertrag und irgendwann machen wir das dann so. Genau. Also 2 Jahre habe ich dort gewohnt, wollte ins 3. Jahr gehen. Dann sagte der ursprüngliche Mieter, ach, du kannst jetzt mal den Mietvertrag übernehmen, weil ich will jetzt irgendwie ganz raus. Und ich sagte, überhaupt kein Problem. Und dann sagte der Vermieter genau das. Ja, dann erhöhen wir erst mal die Miete. Und dann war ich so, nein, also es ist doch gar nichts passiert in der Wohnung. Weil es war wirklich eine Altbauwohnung, ich sag jetzt mal unsaniert, mit viel Charme, aber in bester Lage. Und in meinem jugendlichen Leichtsinn, weil ich halt gedacht habe, ach, die sind doch so billig, die Wohnung zu mieten, habe ich gesagt, nein, dann gehe ich raus, dann kündige ich. Und wurde dann sehr hart von der Realität getroffen, weil in diesen 3 Jahren der Immobilienmarkt in Berlin sich schon rasant entwickelt hat, wenn es um das Thema Mieten ging. Das heißt, ich bin dann, weil ich musste eben raus aus dieser Wohnung, ich hatte ja mit großem Tamtam gekündigt, bin ich in eine neue Mietwohnung gezogen, die schlechter war, die teurer war und keinen Balkon hatte, und habe dann ganz schnell gemerkt, so nein, das wird es nicht sein.
Hatte dann noch eine— du hast es durchgezogen. Also manchmal muss man einfach dann auch bei seinem, bei der Entscheidung stehen.
Absolut. Und, und vor allen Dingen, so hart das war in dem Moment, war das genau vielleicht auch der Tritt, den ich brauchte, weil dann wieder meine Mutter kam und sagte: Ja, aber dann kauf doch was in Berlin. Ja, und ich bin also dann in diese andere Mietwohnung gezogen mit meiner damaligen Beziehung. Die ging dann auch in die Brüche. Und das war dann so doppelter Tritt, wo ich gesagt habe: Alles klar, dann gucke ich mich jetzt nach was Neuem um. Und habe damals eine total, man würde sagen, abgefuckte Altbauwohnung in bester Lage gekauft. Für wenig Geld, weil eben quasi alles schon abgerissen war. Also die Leitungen waren raus, das Klo stand leer auf dem Gang. Und das ja auch etwas ist, glaube ich, wo viele erstmal abgeschreckt sind und denken, oh nee, da ist so viel Arbeit drin. Und für mich war das so toll, jetzt kann ich hier gestalten. Ja, ich fand das auch voll gut, aber ich kann verstehen, dass viele Angst davor haben, klar. Weil das natürlich auch etwas ist, was klar ein Risiko birgt, ne? Also kommen dann noch mal zu viel Kosten auf mich zu? Und auf der anderen Seite kann ich aber eine Immobilie so kaufen, die vielleicht sonst für mich gar nicht mehr bezahlbar wäre. Und da ist vielleicht auch ganz spannend, also ich habe sie damals gekauft vor 2008 und die Banken wollten sie erst nicht finanzieren, weil sie mir gesagt haben, 2008 die Zinslage, warte mal, was habe ich, es war ein bisschen, es war schon runtergegangen, also von den ursprünglichen 4,9 war ich glaube ich jetzt bei Lass mich nicht lügen, 3,9. Müsste ich in meine alten Verträge schauen. Also es war auf jeden Fall schon besser. Und was ich auch ganz spannend finde, und ich weiß nicht, ob du das auch noch so mitgenommen hast, es gab immer unterschiedliche Wege zu finanzieren. Also als ich meine erste Wohnung gekauft habe, war ganz klassisch, du machst noch eine Lebensversicherung und dann zahlst du darauf ein und die zahlst du ab und hast dann entweder nach 30 Jahren die Wohnung oder die Lebensversicherung. Versicherung. Als ich dann 2008 gekauft habe, wurde das schon so ein bisschen, war das schon verpönt, ja. Ah, Lebensversicherung macht man nicht mehr, nein, nein. Dafür gab es aber KfW-Förderung, weil es ja ein Altbau war, saniert werden musste. Und so kam ich dann immer wieder mit den neuen Regulierungen in Verbindung.
Bist du dann zu, hast du eine coole Finanzierungsberaterin oder so, die, die da, die dich da unterstützt hat, oder hast du dir das ergoogelt?
Ich bin von Bank zu Bank gegangen und habe Gespräche geführt. Also ich hatte leider nie jemand an meiner Seite, der so Profi war und gesagt hat, hier, wir machen das jetzt so und so, sondern ich hatte immer meine Mutter und die, die, die, die definitiv an deiner Seite, die Immobilienfrau an deiner Seite. Absolut, ja. Und die mich immer gut beraten hat. Und vielleicht muss ich an der Stelle sagen, ich komme nicht aus einem wahnsinnig wohlhabenden Haushalt, wo man jetzt mal gesagt hat, hier Kind, 100.000 €, kauf dir was. Sondern meine Eltern haben ein Unternehmen klein aufgebaut. Mein Vater kam mit gar nichts nach Deutschland und meine erste Immobilie, das muss man vielleicht noch mal dazu sagen, habe ich mir mit sehr kleinen eigenfinanzierten Mitteln gekauft.
Das heißt, ich habe damals 10.000 € genutzt, um tatsächlich den Eigenkapital- bedarf zu decken. So toll, dass du das sagst, weil ich glaube, das ist der größte Aha-Effekt, ne. Also in meinen Gesprächen erlebe ich wirklich immer, dass die Leute denken, sie müssten schon wirklich viel Kohle haben, also 150.000, 200.000 €, um eine Wohnung zu kaufen. Und wenn ich das dann sage, ne, dass man eigentlich eben nur, dass man mit 10.000, 15.000, 20.000 € schon was kaufen kann, dann ist das immer wirklich der Aha-Effekt, ne, weil die kriegen die meisten Leute dann doch irgendwie, auch wenn es weh tut, zusammengekratzt.
Und können eben schon jetzt mit Immobilien starten.
Absolut.
Und ich glaube, man muss sich da auch so ein bisschen verabschieden, dass es am Anfang das Perfekte sein muss. Also genau, auch super Stichwort. Genau, ja, diese, diese, dieser Gedanke, okay, jetzt bin ich vielleicht noch jung, aber irgendwann soll in der Wohnung auch Familie, Hund, Kinder, Oma, Opa wohnen können.
Man sucht immer so die eierlegende Wollmilchsau.
Nein, nicht machen, weil dann findet man nie. Genau, genau. Also da definitiv wäre auch mein, mein Hinweis, Was, was reicht mir vielleicht jetzt, oder was brauche ich jetzt?
Und dann schauen, was sich entwickelt.
Ja, und sag mal, wenn du immer Eigennutz gemacht hast, nach wie vielen Jahren bist du dann immer so ausgezogen? Ganz unterschiedlich. In der zweiten Wohnung in Berlin habe ich wirklich lange gewohnt, fast 7 Jahre, und dann habe ich sie vermietet. Und ich weiß, diese 10 Jahre sozusagen, bevor man die Immobilie wieder verkaufen könnte, ohne steuerliche Nachteile zu haben, habe ich sozusagen nie bewusst irgendwie einhalten müssen, weil ich selber dran gewohnt habe zum Teil und danach dann immer der Zeitraum ausgereicht hat. Ich habe beide Immobilien, von denen ich gerade erzählt habe, ich wieder verkauft und das, weil ich in wieder was Neues, Größeres investieren wollte. Und da muss ich sagen, das hat mir, weil ich in der letzten so lange gewohnt habe, am meisten wehgetan. Weil da ganz viel Herzblut drin steckte. Wenn ich mir jetzt den Markt angucke, sage ich rational genau die richtige Entscheidung. Gewinn, kann ich einen sehr guten Haken dran machen. Bei mir war es eher die emotionale Bindung dann mit der Wohnung.
Aber es geht weiter.
Und du hast dann irgendwann, du hast verkauft und hast dann die nächste Wohnung gekauft. Genau. Ich muss dazu sagen, ich habe sozusagen erst noch eine dritte Wohnung gekauft, bevor ich sozusagen eine der ersten wieder verkauft habe. Weil ich dann gemerkt habe, Berlin wächst weiter und man hatte noch die Chance, vor ein paar Jahren wirklich gute Wohnungen zu kaufen. Und dadurch, dass ja in allen Städten sich der Markt so rasant entwickelt hat und Berlin aber noch so niedrig war, habe ich dann noch eine weitere Wohnung in Berlin gekauft und habe so quasi so ein bisschen eins gegen eins ausgetauscht, aber mit den Jahren mit gutem Gewinn dann sozusagen die erste verkauft aus Berlin, aus Köln.
Und wie sieht's jetzt aus?
Was hat— wie viele Wohnungen hast du jetzt? Jetzt besitze ich, lass mich kurz rechnen, 1, 2, 3, 4, und muss aber dazu sagen, dass ich in den letzten 2 Jahren wahnsinnig häufig fast was gekauft hätte und auch schon so mit vorm Notar stehen und es dann nicht zustande gekommen ist. Aus diversen Gründen. Ich glaube, also ich habe sogar das als so ein Erlebnis gehabt.
Ich habe schon mal ein Grundstück ersteigert, ganz offiziell, bei einer Zwangsversteigerung, oder wo?
Nein, beim, das, ich will jetzt nicht sagen wo, aber ein ganz klassisches Aktionärshaus. Ah, okay, verstehe. Und habe dann auch gelernt, aha, das, was man eigentlich für möglich hält, wenn ich, und also wenn du ja den Zuschlag bekommst, dann ist das ja quasi, wird in dem Moment der Notarvertrag unterschrieben.. Und dann habe ich das erste Mal gelernt, auch das kann wieder aufgehoben werden, wenn nämlich die Verkäufer sich nicht einigen. Das heißt, in dem Fall waren es zwei Verkäufer, denen das Grundstück gehörte, und nach Zuschlag hat einer der beiden die Zustimmung zurückgezogen und der Kaufvertrag musste aufgelöst werden.
Das ist ja verrückt.
Hättest du denn jemals eine Chance gehabt, die Zustimmung zurückzuziehen? Nein. Und das, das war schon auch, also es war sehr lehrreich für mich, ja. Und ich versuche mir aber zu sagen, nichts passiert ohne Grund, dann hat es auch nicht sollen sein. Dann ist mir Ähnliches noch mal passiert, weil ich gerne eigentlich ein Mehrfamilienhaus als Nächstes gekauft hätte, weil ich einfach das Potenzial darin sehe, wenn du mehrere Wohnungen in einem Haus hast, dass du einfach die ein oder andere Herausforderung sonst mit der Eigentümergemeinschaft mit Tümergemeinschaft dir ersparen kannst.
Ja, du kannst auch alles entscheiden, ne, das ist ja auch super. Also du kannst dann, wenn es irgendwie, wenn du meinst, die Fassade muss gemacht werden, dann kannst du es auch machen. Ja, andererseits trägst du dann eben auch die vollen Kosten. Also beides hat seine Pro und Contras, aber ich kann die schon verstehen.
Ja, und jetzt an der momentanen Situation hast du glaube ich nicht nur die geopolitische Lage, die, die dich natürlich etwas verunsichern lässt, und du hast zusätzlich noch die Herausforderung, dass durch die neuen Gesetze, was das ganze Thema Nachhaltigkeit betrifft, du natürlich unglaubliche Investitionen haben kannst, wenn du ein Mehrfamilienhaus hast, das noch nicht über die Dämmung verfügt. Das, ne, gerade kam glaube ich gestern raus, Gas- und Ölheizung sollen irgendwie in 30 Jahren verboten werden. Also ich glaube, das muss man jetzt alles noch mal so einbeziehen, aber das sind ja dann auch sehr, sehr große Projekte, die ich vorhätte. Aber ich glaube, das ist einfach ein weiterer Faktor, den man im Blick haben sollte. Und ich denke, deswegen sind gerade die Neubauten so attraktiv, ja, weil die eben alles mitbringen. Und bei einem Altbau muss man das einfach, glaube ich, so ein bisschen mit in der Finanzierung behalten, dass das auf einen zukommen soll, kann und wird.
Ja, du hast es ja eben so schön erzählt, du hast dieses Grundstück bei einer Auktion gefunden.
Was sind denn deine Quellen für Immobilien? Wo suchst du denn? Ich glaube, ich bin, ich bin wirklich so ein Freak. Ich bin auf allen Online-Portalen, die es da so gibt, die gängigen. Ich schaue aber auch gerne bei den eBay Kleinanzeigen-Anzeigen rein, also die jetzt vielleicht nicht nur für professionelle Grundstücke oder Wohnungen stehen, aber dort sind häufig Wohnungen oder Grundstücke zu finden, die eben vielleicht vom Eigentümer erst mal kostenfrei eingestellt werden wollen. Ja, das ist ganz gut. Ich finde das auch super. Und zusätzlich das Thema Zwangsversteigerung. Da schaue ich auch immer wieder rein auf den Plattformen der, der einzelnen Kommunen oder Städte.
Warst du mal auf einer? Ich war noch nie auf einer. Ich nämlich auch nicht. Doch, Quatsch, ich war schon ein paar Mal, aber nicht für mich privat. Ich war schon ein paar Mal beruflich und habe da immer festgestellt, dass die Sachen so teuer weggegangen sind am Ende, dass ich das genau, dass man da auf gar keinen Fall ein Schnäppchen gemacht hätte. Und dann war ich jetzt in Berlin ziemlich tief drin in einigen und die wurden aber alle abgesagt, meistens erst so eine Stunde vor Versteigerung oder so. Deswegen bin ich da gerade so ein bisschen, ja, ist gerade für mich ein bisschen so kein rotes Tuch, aber ich bin so ein bisschen Ich weiß nicht, ob ich da noch mehr Arbeit reinstecken sollte.
Ja, das ist dann auch, finde ich, frustrierend, weil genau das, was du sagst, man hat ja wahnsinnig viel Arbeit meistens schon reingesteckt und bei den Zwangsversteigerungen musst du ja auch schon das Geld mitbringen, wenn ich das richtig weiß.
Aber was ich auch sagen kann, also man hat es wirklich einen Tag später, hat das wieder zurück auf dem Konto und das ist das Positive.
Immerhin.
Genau, immerhin. Dann würde ich gerne, also ich glaube, wir kommen langsam zum Ende. Du hast aber am Anfang das gesagt mit den Quellen, der mit den Wegen. Wie man finanzieren kann. Das finde ich ziemlich spannend, denn es ist ja wirklich so, jetzt in den letzten 10 Jahren, in denen der Zins so niedrig war, gab es eigentlich wirklich nur einen Weg zu finanzieren. Man hat einfach gar kein Eigenkapital reingesteckt oder so wenig wie möglich und hat einen Kredit für maximal 1% aufgenommen und hat maximal 1% getilgt und dann Sondertilgung reingesteckt oder so, oder vielleicht hat man freiwillig viel getilgt, kann man ja auch, ne. Aber auf jeden Fall hat man das eigentlich so gemacht.
Wie würdest du denn jetzt finanzieren heutzutage? Also ich habe gerade so ein bisschen das Luxusproblem, weil ich ja eine Wohnung verkauft habe, dass ich über Eigenkapital verfüge und glaube, dass es mir in der jetzigen Marktsituation etwas hilft, wenn man gerade kaufen will, weil die Zinslage natürlich herausfordernd ist, weil die Preise nicht wie vor 10 oder 15 Jahren sind, sondern die Preise haben sich noch nicht so stark reguliert, dass sie den Zinssatz abwägen. Von daher glaube ich, braucht man momentan einen Ticken Eigenkapital bzw. Wenn ich jetzt ganz neu anfangen würde, und ich schaue immer noch nach einer 1- bis 2-Zimmer-Wohnung, weil ich mir immer denke, ach, vielleicht kann ich irgendeine Kollegin davon überzeugen, sich jetzt doch eine Wohnung zu kaufen, die gerade bei uns angefangen haben, beispielsweise. Ja, mach das mal. Ich würde eine kleine Wohnung kaufen. Also wenn ich noch gar nichts hätte, es gibt sie auch in Berlin, man muss nur gut gucken. Kleine Wohnungen, die gerade bei 100.000 bis 150.000 € liegen, die beispielsweise vermietet sind oder frei werden, sind je nachdem, auf was man da schauen mag. Und dann muss ich keinen Riesenbau mitbringen, sondern bekommen das eben mit den kleineren Summen hin. Und da ganz ehrlich, man hat Geburtstag, man hat Weihnachten, man hat, ich weiß nicht was alles. Da glaube ich, gilt es dann noch mal zu gucken, was ist meine Priorität? Brauche ich eine neue Tasche oder lege ich das noch mal zur Seite? Das muss jeder für sich natürlich definieren. Aber mir war es immer wichtiger, eine Immobilie zu haben als eine neue Tasche. Von daher habe ich dann auch für mich das nicht als Entbehren empfunden, wenn ich etwas mir nicht gekauft habe, sondern darauf gespart habe, dass ich dann bald beispielsweise das Eigenkapital zusammen habe.
Naja, und jetzt, viele Jahre später, kannst du dir von deinem Verkauf ja auch sehr viel mehr Taschen kaufen, als du es am Anfang hättest machen können, richtig? Das ja, aber mir fällt es total schwer. Das glaube ich dir, wirst du nie machen, ne? Aber du kannst auch verschiedene Wohnungen damit kaufen jetzt. Ja, cool, dann bin ich total gespannt, wie es da weitergeht. Wir machen am Schluss, fragen wir immer noch nach den 3 Hacks oder die 3 Tipps, die du unseren Hörerinnen oder uns oder mir mitgeben willst. Was wären die denn? Eigentlich hast du den ersten schon gesagt.
Wenn du Lust hast, ist schon das: Kauf eine kleine Wohnung, 1 bis 2 Zimmer. Das könnte der erste Tipp sein. Ja, und traut euch und hört nicht auf euer Umfeld. Denn ganz häufig, je nachdem wie man aufgewachsen ist, wie die Freunde gerade ticken, ich habe immer gehört: Bist du bescheuert? Ja, also bei meiner ersten Wohnung: Oh mein Gott, das hätte ich nie gemacht. Bei meiner zweiten Wohnung in Berlin: Aber die Mieten sind doch so billig, mach das nicht. Keine 5 Jahre später kam mein Freundeskreis zu mir und sagte so: Gott, Ilana, du warst die Klügste, jetzt sitzen wir hier alle. Also mein zweiter Tipp: Hört nicht auf euer Umfeld, sondern traut euch, macht! Und wenn ihr die Erste seid, seid die Erste, traut euch! Mein dritter Hack: Schaut immer, dass sich die Wohnung finanziert, wenn sie vermietet werden würde. Also geht nicht, weil ihr irgendwas besonders schön findet, ein zu hohes Risiko ein, weil ihr denkt, ihr braucht jetzt aber die Badewanne und den Balkon, Und dann ist die Wohnung doch teurer, als eigentlich die Miete später reinholen würde.
Achte da ein bisschen auf die Rationalität. Das sind so super Tipps. Also der erste: Fangt einfach an und kauft was Kleines. Also guckt, dass ihr euch irgendwie das Geld zusammensucht und kauft das. Startet mit was Kleinem. Der zweite, den finde ich total spannend, weil wir beraten ja wirklich viele Frauen bei Happy Immo. Wir haben es total oft erlebt, dass Frauen eine Wohnung finden, die sich richtig rechnet, und sie verhandeln auch den Kaufpreis ungefähr auf den Verkehrswert oder so was oder sogar ein bisschen runter. Also Verkehrswert heißt, das ist das, was die Bank sagt. Sie müssen weniger zahlen, als die Bank finanzieren würde, und die Kalkulation, die geht auf. Gut, jetzt mit den aktuellen Zinsen ist es jetzt nicht mehr total super, aber es rechnet sich. Wir würden auf jeden Fall sagen: Kaufe! Und dann unterhalten sie sich mit irgendjemandem, egal wer es ist, die Mutter, der Vater, der Bruder, die beste Freundin, der Lebenspartner, Und dann kommen sie zurück und kaufen nicht. Das ist total unglaublich, wie schnell sich gerade Frauen verunsichern lassen und meistens einfach von den falschen Beratern. Ich glaube, die können in ganz vielen anderen Lebenssituationen ganz toll beraten, aber wenn die sich gerade nicht mit einer Immobiliensuche auseinandersetzen, dann können sie da einfach nicht qualifizierten Senf zugeben. Und da bin ich total froh, dass du das auch sagst, dass man einfach auf sich selber hören soll. Also Mädels, hört auf euch selber, vertraut euch, Und dein dritter Tipp, immer darauf achten, dass die Miete den Kredit reinholt, finde ich auch super wichtig. Also ich sage jetzt in der jetzigen Situation, dass man schon ein bisschen Tilgung draufzahlen kann, aber eigentlich sollte das Ziel sein, dass die Wohnung sich von selber rechnet. Aber das Wichtige ist dabei eben auch, dass viele sich überlegen, einfach viel teurer zu vermieten über möbliertes Wohnen oder so was, was man klar, wenn man auch, also das mag seine Berechtigung haben und man kann die Wohnung Wohnung super schön machen und toll mit Möbeln ausstatten und so, und dann ist das ja auch sehr viel mehr wert. Aber ich finde es wichtig, dass sich die Wohnung auch rechnet ohne diese Zusatzeinnahmen, weil immer irgendein Gesetz kommen kann, dass das verbietet oder wie auch immer. Und deshalb ist es einfach total wichtig, wenn der Worst Case ist, dass die Wohnung sich einfach mit ganz normaler Vermietung rechnet. Deswegen danke für deinen tollen Tipps. Sehr gerne.
Auch vielen Dank für das Gespräch, hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Mir auch. Und kauft, kauft, kauft!
Genau, seid mutig, kauft, seid mutig!
Cool, vielen Dank, Ilana! Danke dir! Tschüss!
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