Let’s talk Yoga mit Nicole Bongartz!
23 Dec 2021 · 34 min
Nicole Bongartz built four yoga studios in Cologne under Lord Vishnus Couch and created Europe's largest yoga conference, starting from a corporate job in 2002. She talks about naming the studios, buying her family home with parental help, and why yoga entrepreneurs should earn real money, not stay ascetic.
Chapters
Herzlich willkommen bei Happy Immo, dem Interview-Podcast zum Thema Frauen und Immobilien. Mein Name ist Anais und gemeinsam mit Maja nehme ich dich mit auf die Reise in die Immobilienwelt und zu finanzieller Unabhängigkeit. Wir wollen zeigen, wie du eine Immobilie kaufen und trotzdem weiterhin gut schlafen kannst. Immobilien kann wirklich jeder. Du musst nur verstehen, was du machst. Und genau das ist die Mission von Happy Immo. Los geht's! Heute zu Gast Nicole Bongartz. Nicole, das sieht so schön aus bei dir, wo du gerade sitzt. Wo sitzt du denn?
Oh, ich sitze bei uns zu Hause in Köln, in unserem Haus in Köln-Dellbrück am Stadtrand. Und ja, ist total schön, so ein altes Haus aus den 20ern. Und wir haben ganz viel so lassen können, wie es ist, wie diese alte Tür hier drin, Flügeltür.
Toll, auch der Schrank da hinten.
Oder ja, der ist vom Flohmarkt, der hat mal 50 € gekostet vor 10 Jahren. Sieht gut aus, vor 15 Jahren schon.
Und hinten das Grüne ist dein Garten? Ja, ein Paradies.
Und das bei einem Immobilien-Podcast. Ja, es ist wirklich ein Paradies.
Sag mal, Nicole, wir haben uns so richtig auf Koh Phangan kennengelernt. Ich war schon vorher bei dir in Köln im Yoga-Studio, dann hast du aber so ein tolles Retreat angeboten und ich habe direkt mitgemacht an einem der magischsten Plätze der Welt, dem Sanctuary, mit ganz vielen fetten Spinnen, Schlangen, Affen, Vollmond und natürlich Yoga. Erzähl mal unseren Hörerinnen, wer du bist und was du so machst.
Ja, ich gebe auf jeden Fall gerne Yoga-Retreats überall auf der Welt, und das war wirklich ein ganz besonderes. Man muss nämlich dazu sagen, dass unsere Bungalows offene Wände hatten, also wir waren praktisch im Dschungel. Oder erinnerst du dich? Nachts konnten die Affen und alle mit in unsere Bungalows, aber Das sind so die Highlights in meinem Jahr, sind die Yogareisen. Sonst habe ich, bin ich Inhaberin und Geschäftsführerin von 4 Yogaschulen in Köln, bilde Yogalehrer und Yogalehrerinnen aus, unterrichte Workshops deutschlandweit, ein bisschen auch deutschsprachiger Raum in Österreich und der Schweiz und schreibe gerade an meinem ersten Yoga-Buch. Also eigentlich mache ich so alles, was man mit Yoga machen kann.
Du hast es gerade gesagt, du bist Co-Gründerin des größten Yogastudios im Kölner Raum und du hast das schon sehr früh gegründet. Wir erzählen hier in unserem Podcast die Geschichten von Frauen, die sich trauen. Erzähl mal, woher hattest du den Mut und wie ist deine Gründungsgeschichte?
Der Mut, der rührt auf jeden Fall von meinen Wurzeln. Also mein Vater hat sich auch damals mit 26 selbstständig gemacht, genau wie ich, und ich glaube so in dem Bewusstsein, dass das einfach möglich ist, aus dem Nichts etwas zu kreieren, bin ich dann auch groß geworden und habe auch von Seiten meiner Familie halt viel Vertrauen in mich erfahren, dass ich einfach die Dinge auch machen darf und machen kann. Das Ganze war tatsächlich eher ein Impuls. Also ich war damals schon Lehrerin in der Fitnessszene. Ich habe alles Mögliche andere unterrichtet und hatte dann da eine ganz gute Position für mein Alter auf jeden Fall in einem deutschlandweiten amerikanischen Unternehmen, habe ich so den ganzen Kursbereich, die Assistenzleitung gehabt deutschlandweit, und die haben mich auf Fortbildung im Bereich Yoga und Pilates geschickt. Da gab es das halt alles noch nicht so in Deutschland, ne, da war das wirklich so, hey Nicole, mach das mal, das kommt jetzt auch, die Welle schwappt über nach Deutschland. Ja, in diesem Zug habe ich dann die Beate und Amy kennengelernt, das sind zwei andere Yogalehrerinnen aus Köln. Und die Beate hat mich irgendwann angesprochen, hat gesagt: Hey, ich will eine Yogaschule aufmachen, machst du mit? Du siehst aus, als wärst du auch Yogalehrerin. Und dann habe ich einfach ja gesagt, und das war wirklich ein Impuls. Ich bin damals nach Hause und habe meinem ehemaligen Freund das erzählt, und er hat nur den Kopf geschüttelt, gesagt: Du hast vor 2, 3 Monaten diese total tolle Position da bekommen in diesem aufstrebenden Unternehmen, und jetzt Willst du kündigen und eine Yogaschule aufmachen? Du bist noch nicht mal Yogalehrerin. Ja, habe ich gesagt, ja, will ich. Das war im August 2002, und dann sind wir so einen ganz normalen Gründungsprozess, denke ich mal, durchlaufen, haben Businessplan geschrieben, Bankengespräche geführt etc. und haben dann 8 Monate später aufgemacht.
Wow, du bist also einfach gesprungen. Ja, so kenne ich dich auch. Du bist eine echte Macherin, und wenn du eine Idee hast, dann setzt du die auch, ohne lang zu fackeln, einfach um. Du warst in New York und hast da die Yoga Conference kennengelernt, fandest das ein geiles Konzept und hast das nach Deutschland exportiert. Heute ist die Yoga Conference Germany die größte in Europa und es kommen Yogis aus der ganzen Welt, auch die aus New York. Wie hast du das geschafft?
So ähnlich. Das hört sich jetzt ein bisschen verrückt an, aber tatsächlich einfach so ähnlich. Ich glaube, das ist wirklich was, was mich ausmacht, dass ich einfach total gerne Dinge kreiere und auch Menschen zusammenbringe. Ja, Sachen, wo ich einfach denke, wow, die sind so toll, wieso ist noch niemand auf die Idee gekommen, oder warum macht das hier niemand? Die mache ich dann einfach. Genau, und so war das mit der Konferenz letztendlich auch. Also es ist nicht das Pendant für Yoga Conference USA oder so, es ist eine eigenständige Konferenz. Und wir haben dann damals unsere Lehrer in den USA angeschrieben, ob die nach Deutschland kommen würden für so ein Event, wenn wir das machen würden. Und die haben halt alle ja gesagt. Und da muss man jetzt noch mal wissen, dass es eine andere Zeit war. Während es heutzutage jetzt überall Yoga-Workshops und Kongresse und internationale Lehrer gibt in Deutschland, gab es das damals halt noch gar nicht. Wir haben das erstmalig in dem Format gemacht. Und das war dann schon fantastisch. Also kamen zu unserer ersten Yoga-Konferenz, hatten ein unglaublich illustres Publikum. Die Leute kamen aus London, aus Oslo, aus Moskau, die kamen von überall her nach Köln.
Das ist ja immer noch so, ne? Ich war auch neulich auf einer Konferenz bei euch, fand das total toll, diese internationale Stimmung.
Ja, das ist immer noch so, wobei die Gäste durchaus lokaler geworden sind, einfach weil es mittlerweile sehr viele ähnliche Veranstaltungen gibt, beziehungsweise seit einem Jahr gibt es ja gar keine Großveranstaltungen mehr. Deshalb gehen wir mal davon aus, dass der ganze Markt sich so ein bisschen neu mischt und noch mal wie aufersteht. Mal sehen, was da kommt.
Da bin ich sehr gespannt, was aus eurer Konferenz wird.
Ja, ich auch. Jetzt habe ich sie das zweite Mal in Folge abgesagt.
Mal gucken. Also dieses Jahr macht ihr keine Online-Konferenz. Warum denn nicht? Wie war das denn letztes Jahr?
Letztes Jahr kam ja der Lockdown Ende, Mitte März und die Konferenz war für Ende Mai geplant. Also zu einem Zeitpunkt, wo es ja noch gar keine Großveranstaltungen gab, geschweige denn internationale Flüge. Das heißt, das haben wir letztes Jahr umgeändert in ein Online-Format. Und das ist auch gut angenommen worden. Also es haben sich zusätzliche Leute angemeldet und auch teilweise die Leute, die, die Teilnehmer, die bereits sich angemeldet hatten, sind dann einfach geswitcht. In diesem Jahr, niemand aus unserem Team hatte richtig Drive für eine Online-Konferenz. Also das Online-Yoga hat sich super schön etabliert, macht uns auch allen riesig Spaß zu unterrichten. Aber wir haben gedacht, jetzt für Ende Mai ein Event zu planen, wo die Leute von morgens bis abends vorm Computer sitzen und Yoga machen, wo vielleicht dann auch wieder alles offen ist. Das hat sich nicht richtig angefühlt, Gott sei Dank, weil jetzt ist ja auch alles mehr und mehr offen, und ich glaube nicht, dass wir jetzt— das wäre tatsächlich das letzte Wochenende gewesen, dass da viele Teilnehmer dabei gewesen wären.
Zum Glück macht ihr Online-Yoga, denn ich war ja früher in Köln, bin jetzt in Berlin, und so kann ich wieder mit dir Yoga machen. Ich hoffe, das behaltet ihr auch noch ein bisschen bei.
Das behalten wir auf jeden Fall bei. Das wird unser neuer Geschäftszweig. Ist er schon.
Sehr gut. Damit hast du quasi eine Online-Yoga-Schule. Du hast aber auch in Köln reelle Yoga-Schulen. Die heißen, oder euer Studio heißt Lord Vishnus Couch. Das ist so ein toller Name. Wie habt ihr den gefunden?
Das war so ein Brainstorming tatsächlich in einer Cocktailbar abends. Also, und wir fanden die Idee unglaublich witzig, dann nach ein, zwei Cocktails, dass die Leute dann irgendwie sich das erst mal wahrscheinlich nicht merken werden können, dass sie das falsch aussprechen und dass aber, wenn es dann einmal wirklich drin ist, die Leute sagen werden: Komm, wir gehen in die Couch oder auf die Couch oder wie auch immer. So ist es ja auch geworden. Und die Geschichte hinter diesem Namen ist auch eine sehr, sehr schöne, die so aus der indischen Mythologie herrührt. Da ist Vishnu, einer der indischen Götter, der ist so dazu da, das Gute zu erhalten. Der liegt auf einer Schlange auf dem Ozean der Unendlichkeit, während aus seinem Nabel die Welt entsteht. Also der ist ganz entspannt und kreiert die ganze Zeit Neues. Und diese Position, wie er so auf der Seite liegt und entspannt kreiert, nennt sich Vishnus Couch. Aha, ein toller Name.
Perfekt. Das passt wirklich perfekt. Und ich bin wirklich froh, dass ich auch zu euch auf die Couch kommen kann, jetzt eben online. Wer das aber nicht will, der kommt zu euch in die Live-Schulen. Ihr habt verschiedene Standorte in Köln. Damit sind wir jetzt beim Thema Immobilien. Wie gehst du denn bei der Wahl eines neuen Studios vor? Und wie finanzierst du das? Und wie schaffst du jeweils einen einzigartigen Raum, der Heimat für so viele Yogis ist?
Viele Fragen auf einmal. Lass mich anfangen mit den Immobilien. Auch das wird euch jetzt wahrscheinlich nicht überraschen, die, die jetzt schon die ganze Zeit zuhören. Wir gehen da, oder ich gehe da sehr nach dem Gefühl, und auch wieder anhand dieser Idee, etwas zu kreieren, was es vorher noch nicht gab. Zum Beispiel, unser letztes Studio ist auf der Schäl Sick, Das ist Kölsch und das heißt die doofe Seite. Das ist also die falsche Seite vom Rhein.
Also habt ihr einen Sprung über den Rhein gewagt?
Wir haben einen Sprung über den Rhein gewagt und das ist jetzt auch die Seite, auf der ich wohne mit meiner Familie. Und hier gibt es halt keine Yoga-Studios. Ich bin hier also hingezogen, total euphorisch in dieses schöne Haus mit dem schönen Garten und habe dann gedacht, so, oh, es ist immer sehr weit zur Arbeit und Hier gibt es so tolle Menschen, aber es gibt kein Yogastudio. Wir brauchen also ein Yogastudio auf der Schälsee, auf der falschen Seite. Und dann haben wir einfach angefangen zu suchen, bis irgendwie das so klick gemacht hat. Und da haben wir einen superschönen Ort gefunden, wo wir relativ wenig machen mussten. Also es ist ein Ticken zu klein, aber so wie es einfach aufgebaut war, von Boden, von den Wänden, sogar Einbau Schränke, die wirklich total stylisch sind. Das war alles so, das konnten wir einfach übernehmen. Das Studio davor, wie haben wir das finanziert? Das war interessant.
Kauft ihr eigentlich immer oder mietet ihr?
Nee, leider nicht. Wir haben bis jetzt nur gemietet. Und das davor, das ist in Ehrenfeld. Das ist jetzt so ein Hipsterviertel in Köln. Und das war aber vor ein paar Jahren noch nicht wirklich angesagt. Also es war auch so ein Sprung zum richtigen Zeitpunkt in die Gegend. Das war ein altes Kindertheater und das war sehr, sehr, sehr runtergekommen. Also ehrlich gestanden, brauchte man total viel Fantasie. Das haben wir aber für 5 € den Quadratmeter gemietet. Ah, wow! Damals, jetzt leider nicht mehr. Dann haben wir uns das so berechnet, dass wir letztendlich ja dann auch wiederum Geld haben, um das zu renovieren. Haben Kredit aufgenommen, Kredit abbezahlt, wie man das halt dann so macht.
Okay, und die anderen Locations? Ihr seid noch auf der Aachener Straße?
Wir sind noch auf der Aachener Straße. Da war ich damals gar nicht so im Findungsprozess mit drin. Damals waren wir noch zu viert in der damals GbR, und eine von meinen Kolleginnen hatte die Räume aufgetan. Da sind wir auch immer noch. Und in der Südstadt, unser erstes Studio ist in einem wunderschönen alten Industrieinnenhof. Werden wir aber irgendwann raus müssen, weil unser neuer Vermieter, die wollen das Gebäude abreißen und was Mehrstöckiges dahin bauen. Das ist ja leider in den Kölner Innenstädten, das ist halt ein Flachbau und wir sind die einzigen Mieter da drin. Das ist dann einfach was, was nicht rentabel ist. Genau, also da werden wir langfristig oder kurzfristig, mal sehen, wie sich jetzt alles wieder normalisiert, auch mit Corona, dann raus müssen.
Dann müsst ihr vielleicht doch die Seite wechseln und kaufen. Oder so, oder so. Du sagst, ihr mietet eure ganzen Locations. Wie sieht das denn bei dir? Was hältst du denn generell vom Immobilienerwerben oder vom Kauf? Wir haben hier im Podcast viele Frauen, die schon was gekauft haben, manche mit Hilfe der Eltern, manche mit ihrem ersten Bonus oder so. Wie sieht das denn bei dir aus? Hast du auch was gekauft oder hast du was vor?
Also das Haus, in dem wir wohnen, das haben wir gekauft, auch mit Hilfe der Eltern. Mein Vater hat ein bisschen Erbe vorgestreckt und grundsätzlich finde ich das super zu kaufen. Ja, meine Einstellung dazu hat sich geändert mit dem Kinderbekommen, wie so viele Einstellung dann auch, wenn man Mutter wird. Vorher habe ich einfach mein ganzes Geld für Reisen und etc. einfach ausgegeben und habe gedacht, egal, im Alter wird es schon irgendwie reichen. Und mit dem Mutterdasein war erstmal natürlich der Gedanke, ich will jetzt niemandem später irgendwie zur Last fallen. Und bestenfalls kann ich auch noch irgendwas weitergeben, was ein bisschen Sicherheit dann auch den nächsten Generationen gibt. Und da war unsere Tochter 2, da haben wir angefangen zu suchen, oder anderthalb, und dann haben wir das Haus hier gefunden.
War das kompliziert? Also habt ihr das schnell gefunden? Wie ist denn so der Kölner Markt?
Also der Kölner Markt ist total schwierig. Viele reden von über Jahren, wo sie suchen, oder finden auch nie was.. Und das war das dritte Haus, was ich aber angeguckt habe. Und ich habe mich wirklich schon in die Bilder bei Immobilienscout— darf ich das sagen?
Immobilienscout vielleicht?
Ja klar! Nein, ach so. Also ich habe mich sofort in die Bilder verliebt. Hier kannst du alles sagen. Das war im Internet, ne? Es war auch nur 3 Tage drin. Ich bin dann zu der ersten öffentlichen Besichtigung, und das ist so ein altes Haus, ein Kopfhaus in der Sackgasse, in so einer gepflasterten alten Straße. Das sind alles Häuser hier aus den 20ern. Und als ich schon in diese Sackgasse gefahren bin, hatte ich mich schon total verliebt. Dann habe ich meinen Freund angerufen, als ich schon drin war, und habe gesagt: Wow, das ist es unbedingt! Aber der war gar nicht mit. Und habe dann ein Video gedreht und ihm das gezeigt. Und ich war mir ganz, ganz sicher, dass das unser Haus ist. Dann habe ich montags noch mal bei dem Immobilienmakler angerufen und gesagt: Wir wollen uns das jetzt mein Mann will sich das auch angucken, mein Partner. Und da hat er gesagt, das Haus ist schon weg. Er hat 3 schriftliche Kaufangebote, und also einer von denen wird es ja wohl jetzt nehmen. Er hätte da schon so eine Hierarchie bei den 3 Familien, und das Haus gäbe es nicht mehr. Also es war Samstag, freitags glaube ich im Internet, samstags war die Besichtigung und montags war es weg, so ungefähr. Und dann habe ich dieses Haus aber wie gestalkt. Also ich war wirklich, ich habe gedacht, das kann nicht sein. Ich habe so gespürt, dass es unser Haus wird. Bin hier immer vorbeigefahren, habe diesen Makler angerufen, habe gesagt, ich sehe, dass da immer noch nicht renoviert wird und wie sieht denn das aus? Der war irgendwann total genervt, hat gesagt, Frau Bongartz, ich rufe Sie unaufgefordert an. Also bitte, nach dem Motto, bitte lassen Sie mich einfach in Ruhe. Und hast du das gemacht? Ja, dann habe ich ihn wirklich in Ruhe gelassen. Aber ich war ziemlich geknickt. Also ich habe das im Oktober besichtigt, und ich glaube, im Februar hat er dann angerufen und hat gesagt, die Finanzierung bei den anderen hätte nicht geklappt, die anderen beiden Paare wären abgesprungen, und ob ich das Haus immer noch haben wollen würde. Da hat der Manu das immer noch gar nicht gesehen gehabt. Da habe ich gesagt: Ja! Und wir hatten ja auch noch keine Finanzierung, davon mal abgesehen. Ja, genau. Und dann ging das alles ganz schnell, haben wir im Mai unterzeichnet und sind 8 Monate später, also das haben wir kernsaniert, eingezogen.
Und die Kernsanierung, wer hat die gemacht? Habt ihr euch da vor allem drum gekümmert oder hattet ihr Hilfe?
Ja, also für Architekten oder so hat es jetzt nicht mehr gereicht. Also das hätte bestimmt noch schöner, als es so schon wunderschön werden können. Also der Manu, mein Freund, der ist Schreiner, der hat schon ganz, ganz viel hier gemacht. Plus zwei polnische Arbeiter, die schon so länger für meine Familie, für die Familie von meinem Vater oder für meinen Vater arbeiten. Die haben total viel gemacht. Aber jetzt Elektrik und Heizung, Sanitär haben wir machen lassen, aber ohne Bauherrn oder ohne Architekten.
Das haben wir dann gemacht. Da zeigt sich wieder, dass du mutig bist und einfach in die Sachen reinspringst und das einfach angehst und dann löst die Probleme. Ja, stimmt. Ich habe ja immer gedacht, dass du so— ich kenne dich so aus dem belgischen Viertel vom Brüsseler Platz und so, ne, also eine total urbane Person. Und jetzt wohnst du in Delbrück, was wunderschön zu sein scheint. Also fandest du das nicht einen Sprung? Kam das auch durch die Kinder und durch dieses Mutterwerden und Familie gründen?
Ja, total. Ich hatte genau wie du auch gedacht, ich werde so eine Urbane Mutti, weißt du, immer schön mit dem Coffee to go auf dem Spielplatz oder so. Genau. Und dann hat mich das aber relativ schnell total genervt. Also einfach diese überfüllten Spielplätze. Und wir haben ja damals im Dachgeschoss gewohnt, ohne Aufzug. Und ich hatte den Eindruck, immer wenn ich meine Tochter endlich, wenn wir alles gepackt hatten und endlich unten waren, dann hatten wir wieder was vergessen oder einer musste auf Toilette. Das kenne ich auch. Dann auch dieses Gefühl, wenn mal schönes Wetter ist, dass du dann mit dem Kind immer in Anführungszeichen raus musst, was unternehmen. Jetzt ist es ja einfach so, ich mache die Tür auf und die spielen draußen, ich spiele mit, dann mache ich wieder irgendwas im Haus, oder es ist einfach so viel entspannter. Ja, und die Vision hatte ich dann auch. Ich habe dann gemerkt, dass mich das eher nervt in der Stadt und dass viel von dem, was ich jetzt an der Stadt so sehr geschätzt habe, sowieso wahrscheinlich die nächsten Jahre nicht komplett auf der Prioritätenliste steht. Und gleichzeitig habe ich ja schnell wieder gearbeitet, und die Studios sind ja wirklich so in den schönen Vierteln in der Stadt, und ich bin ja selbstständig. Also weißt du, wo ich jetzt meine Mittagspause mache und wann und was ich da mache, das muss ich ja auch niemandem Rechenschaft ablegen. Also ich habe eigentlich beide Leben, finde ich, so in der Stadt und am Stadtrand.
Und dann noch eine letzte Frage noch mal zu diesem Thema Familie und Kinder. Normalerweise, also Frauen kriegen ja immer die Frage gestellt, wie sich ihre Karriere oder ihr Leben durch Kinder verändert hat. Und ich stelle die Frage jetzt mal so: Was hat das denn mit deinem Partner gemacht und wie hat das eure Beziehung verändert?
Ja, das ist eine interessante Frage. Also wir haben eher eine untypische Beziehung, was das angeht. Der Manu ist wie gesagt Schreiner, der war Schreiner in Anstellung, und da jetzt eh nicht total, das hat ihn jetzt nicht total erfüllt, und man verdient einfach auch in Anstellung super schlecht. Und so war dann relativ schnell klar, dass ich eigentlich mehr arbeite und er mehr zu Hause bleibt. Genau so leben wir das jetzt eigentlich, seitdem die beiden Kinder da sind. Und der hat jetzt aber mittlerweile noch ein Aufbaustudium gemacht in richtung Design im Handwerk. Und ich denke mal, wenn jetzt diese Corona-Einschränkungen, was ja auch hieß Homeschooling und etc., wenn das jetzt alles wieder normalen Weg geht, dass dann auch noch mal eine neue Phase da so losgehen kann, weil die Kinder jetzt auch mit 7 und 4 bisschen größer schon sind.
Das sind genau die Geschichten, die wir natürlich hier auch rauskitzeln wollen. Ja, die gibt es auch. Auch, und Rollenmodelle, die umgedreht werden oder die sich einfach ändern. Ja, wir, also als ich in Köln war, haben wir uns bereits viel darüber unterhalten, wie es so ist, wenn du als Yogi angekreidet wirst, den Anspruch zu haben, mit Yoga Geld zu verdienen. Ist jetzt ein Themensprung. Wir bei Happy Immo haben ganz Ähnliches erlebt, und zwar werden wir gefragt, warum wir Frauen zwar unterstützen, aber trotzdem Geld mit Happy Immo verdienen wollen. Und das ist eine Frage, die ich gar nicht nachvollziehen kann. Also wenn man was Gutes für andere machen will und andere voranbringen will, dann braucht man ja auch die finanzielle Unabhängigkeit, um das tun zu können. Und du arbeitest ja auch ganz hart für deinen Erfolg und hilfst aber auch vielen Menschen mit deinem Unterricht und bringst die voran. Ich finde, das muss honoriert werden. Sag mal, wie stehst du dazu?
Ich finde das eine ganz, ganz spannende Frage, und ich denke, dass da Sachen miteinander so vermischt werden, die einfach getrennt betrachtet werden müssen. Da ist einfach dieses alte, sage ich mal, alte Bild von Yoga als eine asketische Praxis, glaube ich, bei vielen Leuten, zumindest was Yoga anbelangt. Für euren Markt kann ich gleich noch was dazu sagen. Aber viele sehen das so, dass die Yogis einfach in Askese leben und dass auch das das reine Yoga ist. Und die finden das verwerflich, als Yogalehrer, Yogalehrerin Geld zu machen, was ich genau wie du komplett absurd finde. Also wenn Menschen gut bezahlt werden sollten auf dieser Erde, dann ja die, die was Gutes auf den Weg bringen, entweder für den Planeten, für die Menschen, für bestimmte Untergruppen, die vielleicht bisher benachteiligt wurden, was auch immer. Ja, das sehen wir ja in so vielen Bereichen. Das fängt ja in der Pflege an, oder auch, brauchen wir gar nicht über Kinder zu reden. Ja, das sind eigentlich die Bereiche, die müssen viel, viel besser bezahlt werden. Interessanterweise sind das auch oft dann die Frauenbereiche. Also ihr setzt euch ja jetzt auch für Frauen speziell ein. Und ich denke, dass es so ist, dass sowohl in uns Frauen als auch in den Männern, egal wie fortschrittlich wir leben, einfach falsches Wissen mit in unseren Zellstrukturen drin ist und dass da immer noch so ein Gefühl ist von: Ja, aber wenn das doch Frauen sind, warum bieten die das nicht frauengünstiger an? Das würde ja bei einem Mann niemals jemand denken. Also es wäre absurd, das zu denken.
Das wäre wirklich absurd, ne? Da ist es sogar eher so, je mehr es kostet, desto besser scheint es auch zu sein.
Desto besser ist es, genau! Das ist ja so, wie, das begegnet uns überall. Als ich jetzt auf Mallorca war und die Bilder gemacht habe für mein Yoga-Buch, da haben dann Leute: Ah, you have small children, but where are they? Und ich so: Ja, zu Hause mit dem Vater. So, das begegnet einfach uns überall und auch von anderen Frauen, Was überhaupt nicht vorwurfsvoll gemeint ist. Es ist einfach nur so: Wir können natürlich nur so weit gehen, auch mit unseren Ideen und unseren Projekten, wie Frauen auch mal reflektieren, wo sie selber überhaupt mit ihren Meinungen sind. Und ich glaube, da liegt noch ein ordentlicher Weg vor uns, bis dieses Gefühl von wirklich Gleichberechtigung und wir Wir sind wertvoll in dem, was wir tun, und wir dürfen auch viel Geld machen als Frauen, bis das wirklich in der Gesellschaft angekommen ist.
Und diese Glaubenssätze, von denen du sprichst, das sind ja Handschellen. Wie kriegen wir die weg?
Wie sprengen wir die? Ich sage mal, Yoga ist immer gut für alle möglichen Glaubenssätze. Es funktioniert, oder jegliche Form eigentlich, von Selbstreflexion, sich mit sich selber auseinanderzusetzen und den eigenen Alltag auch dazu zu benutzen. Also wenn ich einfach merke, dass Dinge mich triggern, also zum Beispiel mich würde jetzt triggern, wenn ich eine andere Yoga-Studio-Besitzerin sehen würde in einem Porsche, ja, und mit einer Louis-Vuitton-Tasche, und das würde mich total abtriggern. Anstelle dann über sie zu werten, wäre das Allerwichtigste erstmal zu schauen, warum triggert mich das überhaupt? Also das Problem ist ja dann im Endeffekt bei dir. Ja, das sind super interessante Themen. Die meisten Frauen brauchen dazu, oder Menschen generell, wir Menschen, wir brauchen einfach so ein bisschen auch eine Sicht von jemand anderem drauf, müssen uns mit den Sachen beschäftigen. So ganz von alleine passieren, passiert es leider nicht.
Ja, hast du denn eine Louis Vuitton Tasche oder hast du einen Porsche? Oder wissen viele von deinem Haus? Ist das was, was du rausträgst oder versteckst du das eher?
Nichts von beiden. Also ich habe keine Louis Vuitton Tasche, stehe ich jetzt nicht so drauf. Und auch Autos sind mir nicht total wichtig. Aber ich kaufe schon generell gerne gute Produkte, also gute Lebensmittel, gute Kleidung, ich mag gerne tolle Urlaube. Also man kann mich auch auf den Campingplatz stecken, aber dazwischen, also dann geht auch wirklich nur irgendwie High-End-Hotel oder ganz schlicht, ganz easy Campingplatz, Retreat-Center. Also so diese Mittel-, 3-Sterne-Hotel, All-Inclusive oder so, da würdest du mich jetzt nicht hinkriegen. Also ich mag schon gerne auch Ja, gute Sachen, gutes Essen, teure Restaurants. Und das Geld, das möchte ich auch verdienen. Und im Endeffekt, wenn wir alle gute Produkte kaufen, dann setzt es auch wiederum einen ganzen Mechanismus in Gang. Weil wir können bei den meisten etwas teureren Produkten, zumindestens im Bereich Lebensmittel, und auch wenn wir darauf achten, welche Kleidung wir kaufen, auch wieder sicher sein, dass die Leute in dem Produktionsprozess und in dem Arbeitsprozess besser bezahlt werden.. Also insofern ist überhaupt nichts Verwerfliches daran. Es ist für alle Beteiligten eigentlich gut, wenn viel Geld im Umlauf ist und das für gute Sachen investiert wird, sodass die Leute, die gute Intentionen haben und ein gutes Produkt, viel verdienen.
Sehr gut, Nicole. Du setzt dich aber auch generell nicht nur dadurch, nicht nur durch dein Geld für Frauen ein und hast gemeinsam mit Natascha Kießler die Magnetic Sisterhood gegründet.
Ja, erzähl mal, was ist das? Oh, wir machen Coachings für Frauen. Ich habe mich so ein bisschen auch auf die Yogalehrerinnen gestürzt, natürlich. Mit denen habe ich ja eh seit 20 Jahren unglaublich viel zu tun. Aber es ist auch generell einfach für Frauen. Und wir machen genau das, wonach du eben gefragt hast. Also wie schaffen wir das, so Handschellen, so Glaubenssätze zu sprengen, die uns kleinhalten, die uns in unseren, ja, auch Limitierungen gegenüber anderen In diesen wertenden Mustern halten. Und dazu haben wir so verschiedene Praktiken, derer wir uns bedienen. Muss man, glaube ich, mal ausprobieren, um es spüren zu können. Es ist schwierig zu beschreiben. Also wenn wir jetzt sagen, wir machen Yoga-Asana, kann sich da, glaube ich, mittlerweile jeder was darunter vorstellen. Oder wenn wir meditieren. Wenn ich jetzt aber hier im Podcast sage, wir machen halt so spezielle Meditationen, die darauf abzielen, Sachen im Unterbewusstsein umzubauen, vielleicht sogar. Oder wir arbeiten mit Worten, die laut gesprochen werden, auch wieder, um im Unterbewusstsein zu wirken. Ist das wahrscheinlich für die Hörer relativ abstrakt, aber ich kann nur sagen, es ist eine unglaublich tolle Praxis, die jetzt bei mir im letzten Jahr total viel Energie freigesetzt hat.
Ich kenne das auch, ich habe ja mal mitgemacht und ich fand das auch wahnsinnig bereichernd und ich habe das Gefühl, dass das sehr viel, sehr viel umgelegt hat, sehr viele Hebel umgelegt hat. Für alle, die mehr über dich, über Lord Vishnus Couch, die Yoga Conference Germany oder die Magnetic Sisterhood erfahren möchten, wie nimmt man Kontakt mit dir auf?
Also über die Webseite von meiner Yogaschule www.vishnuscouch.de, schreibt ihr bestimmt noch mal unten drunter, oder? Und meine eigene Webseite, die ist gerade in der Mache. Ansonsten am einfachsten wahrscheinlich über Instagram bei @nimayoghini. Da könnt ihr mir jederzeit schreiben, entweder E-Mail nicole@vishnuscouch.de oder eine DM über Instagram.
Dann noch meine letzte Frage für heute: Ich erinnere mich, dass da noch irgendwas mit einem Haus in Italien bei dir im im Kopf rumschwirrte. Wie sieht das denn aus? Was ist denn da die Geschichte? Soll Happy Immo dir da bei der Suche helfen, oder können wir dich irgendwie unterstützen?
Wow, warum nicht? Also es ist zwar jetzt noch eins von den Langzeitplänen, so in 5 Jahren oder so, dachte ich, zum 50. vielleicht. Aber ja, könnt ihr gerne machen. Norditalien soll ein wunderschönes kleines Haus sein, nicht zu abgelegen, also bisschen Menschen drumherum, ein bisschen Wasser, ein bisschen Berge. Also das, was wahrscheinlich alle haben wollen, aber macht ja nichts.
Nicht zu teuer. Alles klar, Nicole, dann gucken wir mal, wir gucken mal, melden uns bei dir. Wunderbar, ich freue mich drauf. Also wir haben jetzt ja über viele negative Glaubenssätze gesprochen, über Handschellen. Was ist denn dein positiver Glaubenssatz? Was willst du den Frauen, die uns hier zuhören, zum Thema Do Good sagt: Schnapp dir das, was du willst. Wir sagen immer: Schnapp dir dein Stück Stadt. Aber das kann ja auch was ganz anderes sein. Spring, leb das Leben, das du willst. Was ist denn dein Glaubenssatz? Und was willst du hier den Hörerinnen mit auf den Weg geben?
Ein Satz, den ich gerne sage, ist: Nichts ist zu schön, um wahr zu sein. Oftmals findet man auch diese Glaubenssätze in den alten Sprichwörtern. Man kann ja bekanntlich nicht alles haben. Das ist zu schön, um wahr zu sein, oder so. Also diese ganzen Sachen würde ich erstmal komplett negieren. Also nichts ist zu schön, um wahr zu sein. Und für Frauen auf jeden Fall, dass wir alle gut genug sind, ja, so wie wir sind, und dass wir genug machen, und dass wir auch nicht immer machen müssen, dass wir auch einfach mal nichts tun dürfen und im Nichtstun auch immer noch gut gut genug sind, dass wir genug sind. Ja, das auf jeden Fall ganz weit oben.
Das finde ich ein tolles Schlusswort, Nicole. Nichts ist zu schön, um wahr zu sein, und wir sind gut genug, so wie wir sind. Ja, dann vielen Dank für dieses Interview. Gerne. Viele Grüße nach Köln. Ja, wirklich.
Und hoffentlich bald wieder live.
Ja, nächstes Retreat.
Auf jeden Fall. Ja, wirklich. Nach meinem schönen, besonderen Ort. Ja. Die Immobilie.
Die kaufen wir dann direkt. Ja, genau, das machen wir.
Das machen wir. Gute Idee. Retreat Center habe ich auch noch auf der Liste.
Wir auch, du wirst lachen.
Da finden wir noch zusammen. Cool, freue ich mich drauf.
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