#17 Frage WOZU – nicht WARUM?
1 Dec 2025 · 1 min
Podcast episode (#17) from 'oh my Job' / JobGenius arguing that when setbacks occur it is more productive to ask 'Wozu?' (what for/what purpose) rather than 'Warum?' (why). The episode contrasts backward-looking causal inquiry with forward-looking purpose-oriented questioning, gives personal anecdote about a rejected WDR journalism traineeship, and promotes self-reflection, resilience, and opportunity-seeking in career and personal development.
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Wenn etwas schief läuft im Leben, im Job oder in der Liebe, dann fragen wir ganz schnell nach dem Warum. Warum ich? Warum passiert das immer mir? Warum denn jetzt schon wieder? Doch die Frage ist falsch und führt nur dazu, dass wir uns im Selbstmitleid suhlen. Eine andere Frage ist viel zielführender, stärkt unsere Selbstwirksamkeit und bringt uns sogar der Lösung sofort viel näher. Und über diese Frage sprechen wir in der heutigen Folge von oh my Job. Also bleib unbedingt dran.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen in der Jochen May. Viel Spaß. Bei der heutigen Folge.
Gehörst du auch zu den Menschen, die gerne mal mit ihrem Schicksal hadern. Vielleicht bist du ja auch total unzufrieden, gerade mit deinem Job, mit deiner Beziehung, mit deiner persönlichen Entwicklung oder mit der Gesamtsituation. Viele Menschen fragen dann nach dem Grund, nach dem Warum. Das zunächst auch überhaupt nicht falsch Wenn man zum Beispiel einen Fehler gemacht hat, ist es sogar sehr sinnvoll, Ursachenforschung zu betreiben, nach dem Auslöser oder Denkfehler zu fragen und zu suchen, oder Und den dann natürlich auch abzustellen. Sonst begehen wir den Fehler ja womöglich zweimal oder dreimal und das wäre nun wirklich dumm. Hinzu kommt regelmäßige Selbstreflexion ist ein ganz wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Wenn du diesen Podcast schon länger hörst, weißt du, dass ich ein großer Fan der Selbstreflexion bin und diese immer wieder empfehle. Ganz oft ist sie der erste Schritt bei der Suche nach einer Lösung. Das gilt für den Jobwechsel genauso wie bei einer persönlichen Entwicklung. Alles beginnt mit den Was will ich wirklich? Was sind meine Stärken? Was macht mich eigentlich glücklich? Durch diese Frage nach dem Warum erkennen wir manchmal unsere wahren Motive oder Absichten. Wir entdecken Zusammenhänge oder Kausalitäten und all das ist durchaus hilfreich. Aber bei akuter Unzufriedenheit ist es keine gute Frage. Sie hat sogar einen ganz großen Nachteil. Die Frage nach dem Warum zielt ausschließlich nach hinten. Sie sucht in der Vergangenheit nach Ursachen. Die Vergangenheit aber können wir nicht mehr ändern. Passiert ist passiert. Gleichzeitig rücken wir uns selbst mit der Frage viel zu sehr in den Mittelpunkt, so als würde sich alles auf der Welt nur noch um uns drehen. Warum immer ich? Warum passiert nur mir das? Warum Ausgerechnet Jetzt merkst du was. Wer sich die Frage so stellt, tut so, als sei das Universum ausschließlich auf einen selbst fokussiert. So als würde sich die Welt nur um dich drehen. Und weil das kosmische Schicksal gerade ein Bad Hair Date hat, ventiliert es sein Frust mal wieder natürlich nur an dir. Wenn man das so zuspitzt, merkt natürlich jeder, dass das völliger Quatsch ist. Aber mit der Warum Frage wird das hübsch verschleiert und wir landen am Ende nur in einem Meer aus Selbstmitleid, Vorwürfen und Schuldfragen. Das aber ist genauso zielführend wie zwei Tage im Kreisverkehr. Dabei gibt es eine Frage, die wesentlich klüger ist und auch viel mehr nach vorne blickt. Und das ist die Wozu oder wofür? Wozu ist mir das passiert? Wozu dient mir dieser Rückschlag? Wofür habe ich das erlebt und erlitten? Ich bin mir sicher auch du merkst den Unterschied. Die Wozu Frage richtet den Blick nach vorne und fragt nicht nach der Ursache, sondern nach dem Ziel, nach dem Sinn und oder Zweck. Beide Fragen klingen vielleicht recht ähnlich. Womöglich bekommen wir darauf am Ende auch dieselben Antworten. Aber es macht eben psychologisch einen riesigen Unterschied, ob wir in den Rückspiegel schauen oder durch die Windschutzscheibe. Übrigens ein schönes Wenn du vorwärts kommen willst, wäre es auch ziemlich blöd, im Auto immer nur in den Rückspiegel zu schauen. Da schaust du ja nur ab und zu rein zur Kontrolle. Die meiste Zeit aber schaust du natürlich nach vorne durch die Windschutzscheibe. Dazu passt auch eines meiner Lieblingszitate von Sören Man muss das Leben vorwärts leben und rückwärts verstehen. Und das Im Rückblick verstehen wir manchmal, warum uns etwas passiert ist oder so oder so kommen musste. Aber gelebt wird vorwärts. Ich erinnere mich zum Beispiel noch gut an meine frühen Jahre im Journalismus. Ich wollte unbedingt zum Fernsehen und habe mich damals für ein Volontariat beim WDR in Köln beworben. Auf eine Stelle kommen dort gut 3000 Bewerberinnen und Bewerber. Ich landete unter den letzten zehn und war dann beim Auswahltag dabei. Tatsächlich hatte ich ein sehr gutes Gefühl im Assessment Center. Und dann passierte etwas, was ich nie vergessen werde. Nach ein paar Tagen bekam ich einen Anruf von dem Ausbildungsleiter und und der sagte mir am Telefon sinngemäß Herr May, so etwas haben wir auch noch nicht erlebt. Sie waren von allen Teilnehmern der Beste, aber wir nehmen sie trotzdem nicht. Kannst du dir das vorstellen? Ich war natürlich schockiert, tief traurig, ja sogar wütend und habe geantwortet Was macht es für einen Sinn, den Besten nicht zu nehmen? Die knappe Antwort Wir glauben, sie passen nicht in unsere Strukturen. Natürlich fand ich das so gar nicht. Ich war am Boden zerstört. Bestimmt drei Tage lang habe ich eine komplette Gefühlsachterbahn durchlebt. Von wer weiß wie vielen tausend Bewerbern hatte ich mich durchgesetzt, war am Ende sogar der Beste und hab dann doch verloren. Und damit war ich dann der größte Verlierer von allen. Natürlich habe ich damals viele Warum Fragen gestellt. Gebracht haben sie mir natürlich gar nichts. Am Ende habe ich nie volantiert, weder beim WDR noch anderswo. Ich bin, wenn man meine Profession sich anschaut, bis heute ein reiner Autodidakt. Gelernt habe ich den Journalismus von der Pike auf in Redaktionen, durch Bücher und durch Learning by Doing. Und heute in der Rückschau bin ich mir ziemlich sicher, es war das Beste, was mir passieren konnte. Vermutlich hätte ich nicht wirklich in den WDR gepasst und mein Werdegang sähe heute wahrscheinlich auch komplett anders aus. Ich hätte vielleicht nie all diese unterschiedlichen Tätigkeiten ausgeü Journalist, Fotograf, Buchautor, Berater, Blogger, Coach, Social Media Manager, Hochschuldozent, selbstständiger Unternehmer. Wenn sich eine Tür schließt, dann öffnen sich ganz oft viele andere und mit der Frage nach dem Warum verschließen wir nur den Blick davor. Wir schließen uns praktisch selber von diesen Türen aus. Die Frage nach dem Wozu aber öffnet uns die Augen wieder für neue Chancen und neue Perspektiven. Durch die Frage nach dem Wozu oder Wofür bekommen sogar Niederlagen ein ganz anderes Gewicht. Die Frage besitzt die Macht, selbst aus Schicksalsschlägen eine vorübergehende Station zu machen. Der Misserfolg oder Rückschlag sind eben nur ein oder vielleicht sogar ein notwendiger Schritt zum eigentlichen Ziel hin. Auch das habe ich in meinem Leben schon oft erlebt und gelernt. Der kürzeste Weg zum Ziel ist eben nicht immer die Gerade. Viel öfter ist es die Krumme, also ein Umweg, den wir so weder geplant noch gewollt haben, der sogar manchmal von Frust, Verlust und auch Trauer begleitet wird. Alles nicht schön und es plant auch niemand so. Aber in der Rückschau, siehe Sören Kierkegaard, erkennen wir gut, dass mir das damals passiert ist. Dazu könnte ich jetzt noch zahlreiche Kalendersprüche aufzählen und raushauen. Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker. Oder wenn ihr das Leben Zitronen schenkt, dann mach Limonade draus. Oder es wird nicht immer leichter, aber du wirst immer besser und so weiter. All diese Sprichwörter, Redewendungen und Aphorismen, in all denen steckt letztendlich immer dieselbe Erkenntnis. Es ist völlig okay, wenn du ein bisschen nach den Ursachen suchst und erstmal auch am Boden zerstört oder zerschmettert bist und nach den Zusammenhängen suchst. Zielführender aber ist die Frage, die nach vorne blickt und die dir bewusst macht, dass deine Niederlage von heute dein umso strahlender Sieg von morgen sein kann. Und das gibt Hoffnung und macht sogar Mut. Wofür? Ja, dafür.
Das war oh my job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss, vergiss nicht den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.