#18 So beseitigt du Selbstzweifel
1 Dec 2025 · 1 min
Podcast-Episode von ‚oh my Job‘ über Ursachen, Formen und Bewältigungsstrategien für Selbstzweifel. Der Sprecher erklärt psychologische Hintergründe (Kindheitseinflüsse, Traumata, psychische Erkrankungen, Impostor‑Syndrom), warnt bei schweren, langanhaltenden Problemen zur ärztlichen Abklärung und gibt praktische Übungen (Tagebuch führen, Gefühle vs. Fakten unterscheiden, Visualisierung, Fehlerakzeptanz). Ziel ist, Zuhörenden einfache, alltagstaugliche Methoden zur Stärkung des Selbstvertrauens zu vermitteln.
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Jeder hat sie einmal Selbstzweifel. Trotzdem sind sie ein absoluter Saboteur des Erfolgs und des Glücks. Zwar ist gelegentliche Unsicherheit völlig normal, chronisch aber wirkt sie lähmend. Am Ende fehlt uns das Wohlwollen uns selbst gegenüber. Dem Wunsch nach Zuwendung und Anerkennung steht uns die permanente Selbstentwertung gegenüber. Schlimmer Manche Menschen mit Selbstzweifeln hecheln oft Trends und Meinungen hinterher, nur um es anderen recht zu machen oder gemocht zu werden. Es entsteht ein Rennen, das niemand gewinnen kann. Lass uns deshalb heute intensiv über typische Selbstzweifel sprechen und wie du diese mit einfachen Methoden überwinden kannst.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen. In der Moderation. Jochen May, Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Willkommen bei einer neuen Folge von oh my Job, deinem Lieblingspodcast von der Karrierebibel. Und ja, heute geht es um ein Thema, das so ziemlich alle betrifft. Denn Zweifel und Selbstzweifel hat wohl jeder mal im Leben, manche allerdings öfter und stärker als andere. Ich glaube sogar, Selbstzweifel sind ein starkes Indiz für sensible und selbstreflektierte Menschen, womöglich sogar für besonders intelligente Menschen, weil die nämlich viel stärker über sich und ihre Umwelt nachdenken. Aber dazu später mehr. Einsteigen möchte ich mit der Was sind Selbstzweifel überhaupt? In der Psychologie werden diese als akutes oder generelles Misstrauen gegenüber der eigenen Person und den eigenen Fähigkeiten beschrieben. Betroffene sind mit sich innerlich unzufrieden und glauben auch nicht oder nicht mehr an sich selbst. Diese innere Selbstunsicherheit empfinden dann viele auch als lähmend und belastend. Selbstzweifel haben allerdings unterschiedliche Formen. Selbstzweifel gibt es im Job oder in der Partnerschaft und Liebe. Manche Menschen verzweifeln aber auch an ihrem Aussehen. Andere entwickeln große Skepsis, sobald sie unter Leistungsdruck stehen oder abliefern müssen. Und wieder andere plagen die starken Zweifel bei wichtigen Lebensentscheidungen oder wenn sie sich auf unbekanntes neues Terrain begeben müssen. Viele unserer Selbstzweifel entstehen schon in der Kindheit, zum Beispiel wenn die Eltern ihre Kinder oft kritisieren oder zu hohe Erwartungen an sie stellen und bei Enttäuschung dann mit Liebesentzug reagieren. Das alles höhlt das Selbstvertrauen der Kinder aus und sie bekommen das Gefühl, nie gut oder gut genug zu sein. Viele entwickeln dann mit der Zeit ein entsprechend schlechtes Selbstbild und ein schwaches Selbstwertgefühl. In besonders schweren Fällen kann die Ursache für starke Selbstzweifel auch ein Kindheitstrauma sein, zum Beispiel sexueller oder körperlicher Missbrauch, eine schwere Krankheit oder der Verlust eines wichtigen Elternteils. Solche Erfahrungen können Kindern vermitteln, dass die Welt um sie herum unsicher ist. Im Erwachsenenalter haben sie dann oft noch Bindungsängste neben ihren Selbstzweifeln. Allerdings können starke Selbstzweifel auch ein Symptom für eine psychische Erkrankung sein. Gerade Menschen mit Angstzuständen, Depressionen oder einer posttraumatischen Belastungsstörung neigen dazu, stark an sich selbst zu zweifeln oder sich einzureden, sie seien inkompetent. Da ich jetzt kein Arzt bin und ein Podcast natürlich auch keine kompetente Diagnose ersetzen kann, sage ich an der Stelle ganz Wenn du starke, und ich meine jetzt wirklich starke Selbstzweifel hast und das auch noch über einen längeren Zeitraum hinweg, dann suche bitte einen Arzt oder Psychologen auf und lass das abchecken. Je früher eine psychische Erkrankung diagnostiziert wird, desto besser ist es. Es muss natürlich nicht so sein, aber ich mache hier auch ganz bewusst nicht auf Guru oder Wunderheiler. Was allerdings häufiger vorkommt, als man denkt, es ist das sogenannte Impostor Syndrom. Hast du vielleicht auch schon mal gehört, auf Deutsch Hochstapler Syndrom. Es gibt Menschen, die selbst nach einer erfolgreichen Klausur, einer brillanten Präsentation oder einem beruflichen Erfolg noch immer nicht an ihr Können glauben. Vielmehr sind sie davon überzeugt, der Erfolg sei reine Glückssache gewesen und eigentlich schummelt irgendwie kurz. Sie halten sich natürlich völlig zu Unrecht für Hochstapler und fürchten, ihr vermeintlicher Bluff könnte irgendwann auffliegen. Eine Ursache für dieses Impostor Syndrom ist häufig der Wunsch nach Perfektion. Imposturen setzen sich selbst meist hohe oder zu hohe Ziele und suchen permanent das Haar in der Suppe, während andere schon beim Nachtisch sind. Gleichzeitig plagt sie die ständige Sorge vor Enttarnung oder Bloßstellung. Wohlgemerkt das alles aber eben nur eingebildet. Wissenschaftler glauben übrigens heute, dass auch dahinter negative Kindheitserfahrungen stecken. Von Selbstzweifeln betroffen sind aber eben auch viele andere, nicht nur Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung oder Impostoren. Und ich sagte ja eingangs, oft sind es eben nicht die Luftpumpen, Blender oder Windmaschinen, die eigentlich an sich und ihren Hohlräumen zweifeln sollten, sondern es sind vor allem die intelligenten Menschen und Leistungsträger, die von Selbstzweifeln geplagt werden. Welche Ironie Während selbst mäßig kompetente Typen noch vor Selbstbewusstsein nur so strotzen und keinerlei Limits kennen, werden ausgerechnet die Begabten und Bescheidenen von Zweifeln blockiert oder gar zerfressen. Der Grund dafür ist so banal wie Wer zu viel nachdenkt, schafft sich Probleme, die es gar nicht gibt. Viele Selbstzweifler sind zugleich enorm selbstkritisch. Den sogenannten inneren Kritiker, den kennen zwar wieder alle, du, ich eben alle. Bei starken Selbstzweifeln tritt er aber so oft in Erscheinung, dass die Betroffenen ihr Selbstvertrauen nicht mehr aus sich selbst schöpfen können, was sie unabhängiger von der Meinung anderer machen würde. Stattdessen haben sie, wie Psychologen sagen, ein interdependentes Selbstwertgefühl. Bedeutet, Sie brauchen deutlich mehr Rückmeldungen und die Bestätigung von außen. Viele definieren dann ihren Selbstwert über das Feedback von anderen und du ahnst es natürlich. Das macht sie enorm labil und auch abhängig bzw. Anfällig für Manipulation. Wie also kannst du oder kann jeder seine Selbstzweifel überwinden? Leider habe ich erstmal eine schlechte, festgefahrene Denk oder Gefühlsmuster lassen sich nur schwer ändern und schon gar nicht von heute auf morgen oder über Nacht. Und erst recht nicht, wenn wir dabei auch noch Prägungen aus der Kindheit mitgenommen haben. Wer starke Selbstzweifel überwinden will, muss daran meist intensiv und auch langfristig arbeiten. Aber die gute Nachricht Es geht. Und ein paar Empfehlungen habe ich natürlich auch gleich im Gepäck und hier im Podcast mitgebracht. Und so ist einer der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Tricks gegen lähmende Schreibe ein Tagebuch. Klingt simpel und ist es auch. Notiere dir jeden Tag, was du schon alles geschafft oder überwunden hast. Notiere dir selbst die kleinsten Erfolgserlebnisse, berufliche oder private. Und sei es auch nur, dass du heute 20 Minuten Sport gemacht hast. Und wann immer dich wieder deine Selbstzweifel plagen, liest du dir dieses Tagebuch bitte durch, Dann hast du es schwarz auf weiß. Das alles kannst du. Das alles hast du in deinem Leben schon erreicht. Dir fehlen weder Talent noch Kompetenz. Alles ist schon da. Das verhindert zwar keine Misserfolge und auch mal einen Rückschlag, aber du kannst hier deutlich nachlesen, dass du all diese Dinge schon einmal überwunden hast. Und das stärkt dein Selbstvertrauen, beweist dir dein Können und deine Selbstwirksamkeit, also dass du erreichen kannst, was du dir vornimmst. Und das bringt den inneren Kritiker wieder zum Schweigen. Ein zweiter Tipp ist, zwischen Gefühlen und Fakten zu unterscheiden. Wir alle fühlen uns mal unfähig oder nach einem Fehler dumm. Aber nur weil du dich gerade so fühlst, heißt es ja nicht, dass du es auch bist oder immer bist. Dein Jetzt ist eben nicht dein Immer. Den Satz solltest du dir gleich Dein Jetzt ist nicht dein Immer. Meist sind unsere Gefühle nur eine Momentaufnahme und sie müssen noch nicht einmal der Wahrheit entsprechen. Vielleicht versucht dir auch nur jemand gerade etwas einzureden. Auch hier kann wieder das Tagebuch helfen, indem du dich an die Fakten aus der Vergangenheit erinnerst. Oder du sprichst mit Freunden darüber und Ich meine wahre Freunde. Gerade wer am Impostor Syndrom leidet, braucht manchmal den Spiegel von anderen, die dir deutlich Du bist kein Hochstapler. Du kannst wirklich was. Oft wirkt dieses Durchbrechen der Schweigemauer schon Wunder und kann dich von akuten Selbstzweifeln befreien. Darüber hinaus kannst du das machen, was auch professionelle Sportler tun. Sie visualisieren ihren Erfolg. Wer etwa einen Marathonlauf absolvieren will, stellt sich nicht vor, wie er hechelnd und schnaubend bei Kilometer 32 im Staub zusammenbricht. Das wäre auch ziemlich dämlich. Vielmehr malst du dir das Bild vor Augen, wie du strahlend durch dieses Ziel Zieltor läufst mit einer neuen Bestzeit. Und genau so visualisierst du dann auch deinen Erfolg, wenn du zum Beispiel das nächste Mal eine Präsentation halten sollst. Stell dir doch vor, wie du auf der Bühne stehst und die Leute hinterher applaudieren. Imaginiere, wie du im Vorstellungsgespräch auf alle Fragen der Personaler eine richtig kluge Antwort hast oder wie du deinen Chef von deiner längst überfälligen Gehaltserhöhung überzeugst und und wie er dann zu dir oh, da haben sie wirklich recht. Sie sind deutlich mehr Wert. In Folge 4 von oh My Job habe ich darüber gesprochen, wie du alle deine Ziele erreichen kannst und welche Rolle dabei die Macht der Visualisierung spielt. Dasselbe Prinzip wirkt übrigens auch hier gegen Selbstzweifel. Und ansonsten erlaube dir ruhig ein paar Macken und Fehler. Perfektionismus können sich allenfalls Götter leisten. Menschen sind nun mal nicht perfekt und sie müssen es zum Glück auch nicht sein. Ein besseres und gesünderes Verhältnis zu den eigenen Fehlern führt ebenso zu realistischen Erwartungen an uns selbst. Vor allem aber nimmt es den Druck raus. Ganz Ein paar Selbstzweifel ab und an sind ohnehin gesünder für die Seele und die Sympathiewerte, also ein völlig überzogenes Selbstbewusstsein. Solche Menschen werden schnell überheblich und arrogant. Du aber bist doch mit deinen gelegentlichen Selbstzweifeln ein echt sympathischer Typ und damit zutiefst authentisch. Wir hören uns nächste Woche wieder.
Das war oh my Job dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.