#23 So wirst du spontaner
4 Jun 2024 · 0 min
Podcast episode '#23 So wirst du spontaner' (oh my Job) explores the value of spontaneity for personal life and career. Hosts define spontaneity as willingness to act impulsively and flexibly, argue that it is innate but often lost through routines and cultural conditioning, and present benefits (creativity, problem-solving, happiness, opportunities). The episode includes a simple psychological test (thumb-position exercise) and cites research claiming it takes about two weeks to form the alternate habit. It closes with practical tips (less thinking/more doing, overcome hesitation, leave comfort zone, plan fewer tasks, live in the moment) and a listener challenge to try something new today.
Hallo und willkommen bei oh my Job. Nachdem wir in der vergangenen Woche über Schwarzbrot gesprochen haben, einen richtigen Pumpernickel des Erfolgs, nämlich die mentale Stärke, sprechen wir heute über ein leichtes Thema. Leichte Kost, aber trotzdem eine Stärke, die alle Kinder haben und Erwachsene leider gerne wieder die Spontanität.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen in der Jochen May. Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Hand aufs Herz. Wann hast du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Okay, die meisten Menschen lieben Pläne, Routinen, Vorhersehbares. Das gibt ihnen das Gefühl von Kontrolle und Sicherheit. Veränderungen mögen wir dagegen gar nicht. Viele stemmen sich sogar mit aller Kraft dagegen. Dabei kann Spontanität etwas ganz Wunderbares sein. Einfach mal so etwas Ungewohntes und Ungeplantes tun. Einfach so, weil es Spaß macht oder eben uns ganz spontan überkommt. Das ist nicht nur das Geheimnis von Lebensglück, sondern oft auch ein Schlüssel zum Erfolg. Lass uns das mal genauer anschauen. Was bedeutet Spontaneität überhaupt? Laut Definition ist es die generelle Bereitschaft zu impulsivem und flexiblem Handeln. Also die Fähigkeit zur Spontanität ist eine positive Charaktereigenschaft, die Menschen unerwartet, unkompliziert und selbstständig handeln lässt. Ganz direkt und ohne vorherige Planung. Spontane Menschen können sich kurzfristig auf neue Situationen einstellen oder emotional reagieren. Das macht sie ein bisschen unvorhersehbar und unmittelbar, aber eben auch ganz natürlich und authentisch. Das Besondere an dieser Spontanität ist uns allen angeboren. Jedes Kind hat diese Eigenschaft. Deshalb sind viele Kinder auch ganz neugierig oder gehen vorbehaltlos an neue Dinge heran, eben spontan. Gleichzeitig ist es eine Eigenschaft, die wir wieder verlernen können. Und genau das passiert auch bei vielen Erwachsenen. Ja, wir konditionieren uns sogar regelmäßig dazu. Ganz besonders wir Deutsche. Bloß nichts unternehmen ohne vorherigen Plan gründliche Vorbereitung und präzise Prozesse. Das lieben wir Deutsche. Das ordnet unseren Alltag, unsere Jobs und gibt beidem Struktur und soll uns vor allem vor Risiken oder vor Fehlern bewahren. Klare Konzepte, den Blick fürs Detail, feste Termine, Routinen und Ablaufregeln. Alles gut und schön. Doch leidet darunter eben immer auch unsere Spontanität. Und nicht nur die Unser Leben selbst bekommt dadurch weniger Spiel, Raum im Wortsinn. Vorhersehbarkeit macht das Leben immer auch ein gutes Stück langweilig. Bitte versteh mich nicht falsch. Die heutige Folge von oh My Job wird kein Plädoyer für das Lustprinzip, gegen planvolles und rationales Handeln Und einen guten Plan B sage ich überhaupt nichts. Den habe ich sogar selber oft in der Tasche. Doch wenn wir uns immer weniger Spielräume schaffen, betonieren wir unseren Lebensweg und wiegen uns in eine Art Scheinsicherheit aus Regeln und Traditionen. Wir fördern sogar unseren eigenen Tunnelblick. Ich kenne einige Menschen, die genau so sind. Sie haben ihren eigenen Geist eingemauert und verteidigen diese Engstirnigkeit auch noch vehement gegen neue und spontane Gedanken. Erstmal alles ablehnen, kritisieren, schlechtreden, was irgendwie nicht ins gewohnte Weltbild passt. Wie sagt John Lennon so schön Life is what happens while you are busy making other plans. Der Schriftsteller Martin Mosebach formuliert es einmal Man muss sich um das Neue keine Sorgen machen. Das kommt nämlich ganz von selbst. Meine Erfahrung Wer immer nur krampfhaft auf die Erfüllung des eigenen Plans stiert, der übersieht höchstwahrscheinlich zahlreiche Chancen, die sich abseits des Weges auftun. Und gerade diese Gelegenheiten sind es oft, die Traumkarrieren oder ein erfülltes Leben hervorbringen. Ich glaube, ganz Improvisationstalent wird oft als Zeichen von Inkompetenz missverstanden. Dabei ist es genau das. Es ist eine wichtige Problemlösungskompetenz, spontan sein zu können, improvisieren zu können. All das hilft im Leben, im Job enorm. Dem Spontanen wohnt die Fähigkeit zur Flexibilität und zur Anpassung inne. Solche Menschen können jederzeit assoziieren und adaptieren und sind deshalb in der Lage, immer wieder mit den Mitteln, die ihnen gerade zur Verfügung stehen, spontan eine Lösung zu finden. Nicht nur im Job kann uns diese Fähigkeit enorm weiterbringen, sie macht oft sogar noch glücklich. Du kennst vielleicht die Weisheit, dass Menschen am Ende ihres Lebens nur selten die Fehler bereuen, die sie einmal gemacht haben. Fehler machen wir nämlich alle. Sie lassen sich sowieso nie vermeiden. Aber was wir wirklich bereuen im Leben, das sind die Dinge, die wir hätten tun und erreichen können, uns aber nie dazu getraut haben. Dabei ist genau das die Tür, die uns Spontanität öffnet einfach mal machen könnte ja gut werden. Hand aufs Herz, Wie spontan bist du selbst? Ich habe dazu eine schöne Übung, die dir zeigt, wie schwer es uns Menschen fällt, Gewohnheiten und Alltagsroutinen zu ändern und einfach mal spontan zu sein. Hast du gerade Zeit und zwei Hände frei? Wäre blöd, wenn ihr jetzt am Steuer sitzt. Falls nicht, dann mach doch einfach mal folgenden Falte deine Hände wie zum Gebet, also die Finger ineinander, verschränkt die Daumen übereinander. Okay? So, und jetzt wechselst du bitte nur die Position deiner Daumen, sodass diesmal der andere zuoberst liegt als sonst. Wie fühlt sich das für dich an? Ungewohnt oder vielleicht sogar ein bisschen unangenehm und falsch? Und du möchtest die Daumen sofort wieder anders übereinander legen. Jetzt kommt die US Psychologin Dorna Markova, von der ich diesen Test geklaut habe. Die fand einmal heraus, dass wir rund zwei Wochen brauchen, nur um uns an diese simple Haltung von 2 Daumen zu gewöhnen. 2 Wochen bis dahin feuert unser Gehirn unablässig Signale an das Ey, Alarm, da stimmt was nicht. Die Daumen liegen falsch. Mach das bitte sofort wieder anders. Und das nur, weil zwei Daumen nicht wie sonst übereinander liegen. Man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn wir uns aus einem deutlich gewichtigeren Alltagstrott befreien wollen oder mal etwas Spontanes machen wollen. Spontan zu sein ist immer eine Reise ins Unbekannte, in unentdeckte Weiten und Welten. Aber genau das kann unserem Leben ja die nötige Würze geben oder den Stoff für viele schöne Gute Nacht Geschichten, die wir eines Tages mal unseren Enkelkindern erzählen können. Und das Gute So wie sich Spontaneität verlernen lässt, so einfach können wir sie auch wieder. Richtig spontan sein ist vor allem eine Frage des Willens. Wir müssen spontan und impulsiv sein wollen. Wer sich beides immer wieder traut, leistet und trainiert und erlangt auf lange Sicht mehr Reichtum, als sich mit Geld kaufen ließe. Davon bin ich überzeugt. Wir gewinnen dadurch unbezahlbare Erlebnisse, Erfahrungen, Erinnerungen und manchmal sogar unseren Traumjob oder unseren Traumpartner. Lass dich doch einfach mal von dir selbst überraschen. So, und falls du selbst ein bisschen spontaner werden willst, habe ich natürlich wie immer noch ein paar Anregungen, wie du deine Spontanität neu wecken kannst. Ein bisschen mehr Ungezwungenheit täte Rätä uns sowieso allen gut. Also darum jetzt hier. Und zum Abschluss von oh My Job noch ein paar Tipps. Wie jeder und jede spontaner werden, Weniger denken, mehr machen. Ja, wir Deutsche neigen leider ganz besonders zum Grübeln und zum Analysieren. Keine ganz schlechten Eigenschaften. Wer aber dazu tendiert, alles zigmal zu überdenken, zu reflektieren, erstarrt irgendwann ab und zu vor und nachdenken ist okay, aber denke und Und laber deine Ideen bitte auch nicht zu Tode. All das bringt dich nämlich am Ende nirgendwo hin. Einfach mal machen ist dagegen ein guter Anfang und wie denken nur krasser. Zweitens nur keine Hemmungen. Höre auf, so oft zu zögern und spreng mal über deinen eigenen Schatten. Ist doch egal, was andere denken. Spontanität wartet nicht auf den besten Zeitpunkt, um ein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Den gibt es sowieso nie. Während andere noch überlegen, ob es wirklich eine gute Idee ist, haben Spontane bereits den halben Weg zurückgelegt. Wer wagt, gewinnt vor allem an Selbstvertrauen. 3. Komfortzone verlassen und Ja, ich muss es Komm mal wieder raus aus deiner Komfortzone. Ja, das ist abgedroschen, aber es stimmt. Wer sich immer nur auf bekanntem Terrain bewegt, erlebt keine Überraschungen. Auch keine positiven übrigens. Stattdessen machen wir es uns in einer Sackgasse gemütlich. Also raus da. Überwinde deine Schüchternheit. Probier mal was Neues aus und riskier auch mal was. Es muss ja nicht gleich ein Wochenende in Paris sein. Ein Spaziergang im Regen oder eine Nachtwanderung durch die Stadt funktionieren ganz genauso. Zieh dir bitte noch mal die allererste oh My Job Folge auf Lunge. Darin geht es um vier Zonen zu persönlichem Wachstum. Und genau das findet immer, immer, immer außerhalb der Komfortzone statt. Zuerst kommt die Angstzone und am Schluss kommt die echte Wachstumszone. Weniger vornehmen. Je enger du deine Pläne fasst und deinen Tag durchtaktest, desto weniger Raum bleibt für Spontanes. Freiräume haben leider die Eigenschaft, dass man sie sich schaffen muss. Natürlich wäre es Quatsch, im Kalender die Zeit zwischen 19 und 21 Uhr für spontane Aktionen zu reservieren. Was wäre daran dann noch spontan? Indem du aber Puffer einplanst und dir insgesamt tagsüber weniger vornimmst, öffnest du Spielräume für unmittelbare Aktionen. Fünftens den Moment leben. Ja, Spontanität lebt vom Hier und Jetzt. Sie nutzt, genießt und achtet den Moment ganz im Sinne von Achtsamkeit oder dem berühmten Carpe Diem. Nutze den Tag. Wer immer nur in die Zukunft stiert oder der Vergangenheit nachtrauert, verpasst die Gegenwart. Hör also mehr auf deine Intuition und deine akuten Bedürfnisse und lebe den Moment einfach mal aus. Nicht immer das wäre das Lustprinzip, aber ab und zu. Gib dich einfach mal deinen Bedürfnissen oder deiner Lust hin und Erfahrungen sammeln. Ja, Podcast hören oder lesen. All das bildet aber kein Buch und kein Podcast und auch kein YouTube Video. Ersetzt eigene Erfahrungen. Versuche dich mal an ein paar Höhepunkte in deinem Leben zu erinnern. Geschichten, die du deinen Enkeln erzählen würdest, sind es Geschichten aus Büchern, aus Podcasts oder Memes, aus TikTok Videos. Eben was wir erzählen würden, sind jene total verrückten Einfälle und spontanen Aktionen, die sich in unserem Gedächtnis eingebrannt haben, eben weil sie so verrückt und spontan waren und weil wir sie selbst gemacht haben. Daran erinnern wir uns gerne und auch noch viele Jahre später mit einem Leuchten in den Augen. Apropos, was probierst du einfach heute mal spontan aus? Jetzt ernsthaft Die Podcast Folge ist jetzt praktisch zu Ende. Ich habe dir viel über Spontanität erzählt. Du hast auch viele Anregungen bekommen. Aber jetzt ist Schluss mit dem passiven Konsumieren. Lass uns einen Deal machen. Ich beende jetzt die Aufnahme. Du das Zuhören und wir beide überlegen uns, was wir heute einfach mal spontan machen können. Irgendwas Verrücktes, irgendwas Schönes alleine oder mit deinem Partner, mit einer Freundin oder einem Kollegen oder Freund zusammen. Ganz wie in der Wann hast du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Jetzt und heute ist die perfekte Gelegenheit dazu. Wir hören uns dann nächste Woche wieder.
Das war oh my job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.