#29 So wichtig sind Soft Skills
1 Dec 2025 · 1 min
JobGenius argues that soft skills like empathy, communication, and problem-solving matter more than credentials. Companies increasingly hire for attitude and cultural fit, training hard skills on the job. Cover letters and videos reveal fit better than CVs, and career changers often outperform when they bring passion and adaptability.
Questions this episode answers
#29 So wichtig sind Soft Skills
July 16, 2024
Chapters
Wir Deutsche lieben harte Qualifikationen, am besten nachgewiesen auf Papier, durch Zeugnisse, Zertifikate, Abschlüsse. Hard Skills eben. Und die sind in vielen Jobs ein Türöffner. Sie können dich in einen Job bringen. Was dich aber bleiben lässt und erfolgreich macht, das sind die sogenannten Soft Skills, die weichen Faktoren und sozialen Kompetenzen. Und tatsächlich findet gerade bei vielen Personalern und Managern ein Umdenken statt. Soft Skills in werden für die Karriere immer wichtiger und auch ein immer wichtigeres Kriterium bei der Bewerbung und Bewerberauswahl. Denn sie stehen für etwas, was wichtiger ist als Know how oder eine passende den Cultural Fit. Und genau darüber spreche ich heute mit dir in diesem Podcast.
Willkommen bei oh my job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen in der Jochen May Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Vielleicht hast du den Spruch schon mal gehö Hire for attitude, train for skills. Auf Stell die Leute für ihre Haltung ein und trainiere ihre Fähigkeiten im Job. Und mal Genauso ist es doch, wenn du aus dem Studium oder eine Ausbildung kommst oder wenn du eine Weiterbildung abgeschlossen hast, dann sagt das der oder die hat das und das gelernt, aber so richtig können können wir es eben noch nicht. Das kommt erst mit der Praxis. Das ist so ein bisschen wie mit dem Führerschein. Wer ihn hat, darf Auto fahren, aber richtig können. Das kommt erst nach ein paar Jahren auf der Straße und der Praxis im Verkehr. So ist es auch beim Jobeinstieg oder Jobwechsel. Jeder Job ist anders. Jedes Unternehmen hat seine eigenen Abläufe, Prozesse und seine ganz spezielle Kultur. Wir müssen uns jedes Mal eingewöhnen, einleben und einlernen. Natürlich helfen dabei auch die theoretischen Grundlagen. Ich würde mich auch nicht von einem Arzt behandeln lassen, der das nie gelernt hat oder Medizin studiert hat oder in ein Flugzeug steigen, wenn der Pilot keine Ahnung hat, wie man die Kiste auch wieder sicher landet. Aber in zahlreichen Berufen ist es so, dass das eigentliche Können erst in der Praxis erworben wird. Und damit sind wir schon mitten im Wie wird Können überhaupt erworben? Durch Zuhören, durch Fragen stellen, durch Lernen, indem wir analytisch denken, Querverbindungen ziehen, assoziieren, miteinander reden, diskutieren, vielleicht auch mal streiten, indem wir unsere Arbeit organisieren, strukturieren und trotzdem flexibel bleiben. Und all das sind keine Hard Skills. All das, was ich beschrieben habe, sind Soft Skills. Gerade die methodischen Soft Skills, wie zum Beispiel die Auffassungsgabe, das Organisationstalent, die Problemlösungskompetenz, das Selbstmanagement oder auch die Zielorientierung, sie sind eine zwingende Voraussetzung dafür, dass wir dazulernen und uns weiterentwickeln. Warum sollte ein Unternehmen jemanden einstellen, der zwar einen perfekten Abschluss mit der Note 1 und summa cum laude besitzt, danach sich aber überhaupt nicht mehr weiterentwickelt und sagt so, das war's, jetzt lerne ich nicht mehr weiter dazu. Das muss reichen. Ebenso ist es doch mit den sozialen Kompetenzen. In den meisten Jobs arbeiten wir mit Menschen zusammen. Menschen arbeiten mit Menschen. Ja, es gibt eine KI, aber wir arbeiten mehrheitlich mit anderen Menschen. Das wollen wir ja auch, weil es uns viel mehr Spaß macht, als nur mit einem Computer zu arbeiten. Erfolg ist aber damit immer Teamarbeit. Das bedeutet, damit Teams überhaupt funktionieren, benötigen alle Mitglieder Kompetenzen, wie etwa Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Kompromissfähigkeit und Kritikfähigkeit und natürlich Menschenkenntnis. Auch Unternehmen und Organisationen wollen wachsen, also wirtschaftlich erfolgreicher werden und damit den Umsatz steigern. Dazu sind sie schließlich da, aber dazu brauchen sie wiederum Mitarbeiter, die man nicht zum Jagen tragen muss, sondern die persönliche Kompetenzen mitbringen, wie zum Beispiel Eigeninitiative, Engagement, Ehrgeiz, Belastbarkeit und Stressresistenz, Frustrationstoleranz genauso wie Neugierde oder Verantwortungsbewusstsein und natürlich Leidenschaft für den eigenen Job. Du merkst schon an diesen drei kleinen All diese genannten Fähigkeiten sind unglaublich starke Erfolgsschlüssel für einen selbst und auch für Unternehmen. Aber keine davon lernen wir in einem Studium oder in einer Ausbildung. Dafür gibt es auch keine Zeugnisse. Und trotzdem sind diese Soft Skills enorm wichtig. Klassische Qualifikationen sagen eben nur wenig darüber aus, ob ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin in ein bestehendes Team passt oder ob die Zusammenarbeit mit ihnen funktioniert und auch Spaß macht. Das gilt im übrigen auch für Top-Noten oder Abschlüsse an. Elitehochschulen. Im schlimmsten Fall stellt man eine Intelligenz Bestie im Wortsinn ein, hochgradig smart, aber sozial völlig inkompatibel. Umso wichtiger und bedeutsamer ist, dass wir in der Bewerbung auf eben diesen Cultural Fit achten, auf die gemeinsamen Werte, die Haltung und die Arbeitseinstellung. Alles weitere kann man immer noch später im Job entwickeln. Aber wenn der Cultural Fit nicht passt, dann nützt auch der Rest und die guten Noten gar nichts. Das gilt im Übrigen für beide Seiten. Ich spreche hier bewusst nicht nur Personaler an, die Kandidaten danach auswählen. Auch Bewerber sollten ihre Arbeitgeber viel stärker danach beurteilen, was denn da an Cultural Fit vorhanden ist. In der umgekehrten Perspektive sind die Hard Skills meist das Gehalt, die Arbeitszeiten, der Arbeitsplatz und die allgemeinen Vertragsbedingungen. Aber wie sieht es aus mit den Soft Skills von Unternehmen, also in dem Fall mit der Wertschätzung, der Förderung von Talenten, mit der Führungsqualität und dem Team als soziale Gruppe? Miese Kollegen und ein narzisstischer Chef können dir auch den besten Job madig machen. Umgekehrt können ein fantastisches Team und gute Stimmung im Büro, Spaß an der Arbeit und ein toller Chef so manches Defizit bei den Aufgaben oder bei der Bezahlung, also bei den Hard Skills ausgleichen. Hand aufs Herz. Wie oft achtest du auf Entscheidungswege und Prozesse, auf dem Umgang mit Fehlern, auf Anforderungen und Erwartungen, auf Traditionen und Werte und fragst danach ganz gezielt im Bewerbungsgespräch. Ich bin davon überzeugt, dass es einer der Hauptgründe ist, warum so viele Menschen immer wieder in einem falschen Job landen, weil sie auf die falschen Dinge achten. Das ist ein bisschen wie beim Flirten und Dating. Da beklagen sich auch manche, dass sie immer wieder an die falschen Männer oder die falschen Frauen geraten. Aber das liegt gar nicht an den falschen Männern oder Frauen, sondern an dem eigenen Beuteschema, an den Auswahlkriterien und worauf wir achten und wen wir überhaupt in Betracht ziehen. Der Ort, an dem wir schon in der Bewerbung über diese Soft Skills sprechen können, ist, du ahnst es nicht der Lebenslauf, sondern das Anschreiben oder gerne auch mal ein Werbungsvideo. Das mag ich persönlich ja noch mehr. Ja, du kennst mich vielleicht und hörst auch diesen Podcast schon länger, dann weißt du, dass ich immer noch ein großer Fan von Anschreiben bzw. Bewerbungsvideos bin. Ich glaube, dass der Lebenslauf viel zu wenig darüber aussagt, ob ein Kandidat oder eine Kandidatin wirklich zum Unternehmen passt und später auch wirklich erfolgreich oder glücklich wird im Job. Der Lebenslauf blickt mir persönlich viel zu sehr nach hinten in die Vergangenheit. Der sagt, was jemand bisher gemacht hat, aber Das sagt natürlich viel zu wenig darüber aus, ob diese Persönlichkeit auch in das Unternehmen und zum Job passt, ob beide Arbeitskulturen zueinander passen, also was in Zukunft passieren wird. Besonders deutlich wird das bei Quereinsteigern. Deren Lebenslauf passt ja per Definition überhaupt nicht zum Job, weil sie bisher etwas völlig anderes gemacht haben. Trotzdem können das die besten Mitarbeiter sein oder werden, weil sie Leidenschaft mitbringen, anpassungsfähig sind, Lernbereitschaft mitbringen, weil sie über die Maßen engagiert sind und Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Kompromissfähigkeit oder Kritikfähigkeit mitbringen. Viele erfolgreiche Quereinsteiger beweisen jeden Tag aufs Neue, dass unsere allgemeine Glorifizierung des Lebenslaufs überhaupt nicht die Aussagekraft besitzt, die wir der Vita seit Jahren unterstellen. Bitte nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen harte Qualifikationen und es gibt Berufe, da sind sie unersetzlich. Die sind auch weiterhin wichtig, keine Frage. Aber vieles, was wir heute wissen und können, haben wir im Job gelernt, nicht in der Schule oder im Hörsaal. Hire for attitude, train for skills. Hierin liegt meiner Meinung nach ein ganz wesentlicher Schlüssel für den Erfolg, den persönlichen, genauso wie den für Unternehmen und Arbeitgeber. Das, was ich aktuell beobachte, ist eine gute Entwicklung. Und ich würde wünschen, wenn wir in Zukunft noch mehr an unseren sozialen Kompetenzen und den Soft Skills arbeiten, wenn wir ihnen mehr Bedeutung geben und nicht so sehr an den Zertifikaten mit Unterschrift und Stempel kleben bleiben.
Das war oh my Job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.