#35 Nicht Sinn suchen – Sinn geben!
27 Aug 2024 · 1 min
Podcast-Episode (JobGenius / Jochen May) über das Paradox der Sinnsuche: statt einen abstrakten Sinn zu finden, soll man dem eigenen Leben und der Arbeit aktiv Sinn geben. Die Folge erklärt Viktor Frankls Befunde aus der Holocaust‑Erfahrung, verknüpft sie mit Forschung (z. B. Michael Steger, ~8000 Probanden) und überträgt die Einsicht auf Karriere, Jobzufriedenheit und Resilienz. Schlussfolgerung: Glück und Erfolg ergeben sich als Folge sinnerfüllter Beziehungen und Tätigkeiten; das ständige Suchen macht unglücklich.
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Macht dein Leben oder dein Job einen Sinn? Ich weiß, das ist eine ganz schwere Frage und das gleich am Anfang, da mag man gar nicht mehr Weiterhören solltest du aber Denn vielen Menschen fällt es enorm schwer, einen Sinn im Leben zu finden oder in ihrem Job. Sie suchen danach und suchen und suchen und suchen und finden nichts. Und genau das ist das Problem. Nicht das Finden, sondern das Suchen. Hast du schon einmal vom Paradoxon der Sinnsuche gehört? Nicht? Dann bleib jetzt unbedingt dran und zieh dir diese Folge mal so richtig auf Lunge.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen in der Jochen May Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Was ist das überhaupt? Einen Sinn zu suchen bedeutet, dem Leben oder dem eigenen Denken und Handeln eine größere Bedeutung zu geben, also etwas, das den eigenen Werten und Zielen entspricht. Einfach erklärt könnte man auch Wer einen Sinn im Leben erkennt, der tut etwas, das ihm oder ihr wirklich wichtig ist und am Herzen liegt. Diese Sinnsuche hat zahlreiche positive Effekte. Studien bestätigen, dass Menschen, die in ihrem Leben einen Sinn sehen, glücklicher und gesünder sind. Sie bleiben bis ins hohe Alter fitter und ihr Immunsystem funktioniert auch besser. Ebenso haben sie ein deutlich geringeres Risiko, zum Beispiel an Alzheimer oder einem Herzinfarkt zu erkranken. Ein Grund dafür ist, dass sinnerfüllte Menschen besser mit Stress und negativen Erlebnissen umgehen können als andere. Dieser körperliche und mentale Ausgleich, der stärkt ihre seelische Widerstandskraft, die sogenannte Resilienz, und sie macht sie insgesamt gesünder, gelassener, glücklicher. Doch was hat das jetzt mit diesem Paradoxon der Sinnsuche zu tun? Der Begriff stammt von dem österreichischen Neurologen und Psychologen Viktor Frankl. Er selbst entdeckte das Paradoxon unter den denkbar schlimmsten Umständen, denn Frankl war und ist Jude. Im Jahr 1944 deportierten ihn die Nazis in das Konzentrationslager in Türkheim und er überlebte den Holocaust nur ganz, ganz knapp und verarbeitete seine Erfahrungen später in zahlreichen Büchern, die wirklich lesenswert sind. Allerdings wunderte sich Franke immer wieder, warum einige der Häftlinge trotz inhumanster Bedingungen in so einem Konzentrationslager offenbar fähiger waren zu überleben als andere. Er erkannte, dass jene Gefangenen bessere Überlebenschancen hatten, die in der Nazi Hölle dennoch einen Sinn sahen. Frankl selbst klammerte sich zum Beispiel an die Vorstellung, das hat er immer wieder gesagt, später einmal Vorlesungen darüber zu halten, wie sich ein solches Konzentrationslager auf Psyche eines Menschen auswirkt. Das ist zwar jetzt noch kein Paradoxon, allerdings forschte Frankl nach seiner Befreiung tatsächlich auf diesem Gebiet der Sinnsuche und Resilienz immer weiter, insbesondere im Zusammenhang mit schwerem Leid oder mit Schicksalsschlägen. Ihn interessierte, warum solche Schicksalsschläge manche Menschen buchstäblich niederstrecken und aus der Bahn werfen und andere scheinbar überhaupt nicht oder zumindest nur sehr kurzfristig. Sein Schluss nach all den Forschungen und Studien war ziemlich Wir sollten nicht nach einem abstrakten Sinn des Lebens suchen, denn der macht nur unglücklich, sagt Frankl, oder wie er sogar wörtlich Ziele nicht auf den Erfolg. Je mehr du darauf fokussierst und es zu deinem Ziel machst, desto mehr wirst du es verfehlen. Erfolg, genauso wie Glück, lässt sich nicht jagen. Es ergibt sich der ganz große Sinn, den viele so vehement suchen. Besteht nicht darin, ein ganz bestimmtes Ziel wie etwa das große Glück oder den einen großen Erfolg, das große Geld, den Reichtum oder was auch immer zu finden und zu erreichen. Erfolg, Zufriedenheit und Glück, das sind vielmehr die Folgen davon, dass wir Freundschaften pflegen, einer Arbeit nachgehen, die wir lieben, eine Familie gründen, Kinder großziehen, kurz sie sind Folgen, wenn wir unserem Leben einen Sinn und jetzt kommt geben. Und genau das ist das Paradoxon der Sinnsuche. Indem wir ständig nach einem Sinn in allem suchen, im Leben, in der Beziehung oder im Job, werden wir es umso weniger finden und in der Folge auch nicht glücklich. Umgekehrt wird ein Schuh statt zu suchen. Sollten wir den Dingen einen Sinn geben, dann werden wir den Sinn auch finden, so paradox das klingen mag. Statt also zum Beispiel zu Mein Job macht überhaupt keinen Sinn. Das, was ich da mache, ist völlig sinnlos. Wo finde ich denn einen Job? Mit mehr Sinn? Kannst du genauso Diese Station erfüllt einen wichtigen Sinn für meine Entwicklung. Das, was ich hier gerade sehe und lerne, wird mich einmal weiterbringen und ist heute eine wichtige Lektion, die ich brauche, um später davon zu profitieren. Merkst du den Unterschied? Die erste Haltung ist eine Opferhaltung, anklagend, jammernd, resigniert, vielleicht sogar passiv. Die zweite Haltung definiert die Umstände neu und um und positiv und macht daraus eine Nützliche Lektion einen Abschnitt im Leben, der in der Rückschau durchaus dann Sinn ergibt, nur vielleicht eben jetzt und heute noch nicht. Als regelmäßiger Podcast Hörer oder Hörerin kennst du ja eines meiner Lieblingszitate von Sören Man muss das Leben vorwärts leben und und rückwärts verstehen. So ist es auch hier wieder beim Paradoxon der Sinnsuche. Empirische Untersuchungen stützen sogar Frankls these. Als zum Beispiel um den Psychologen Michael Steger von der Colorado State Universität rund 8000 Probanden zum Sinn des Lebens befragt wurden, ermittelten die Forscher zwei Wie sehr jemand nach dem Lebenssinn suchte und wie sehr diese Person mit ihrem Leben zufrieden glücklich war. Und jetzt kommt's. Die Forscher stellten einen bemerkenswerten Zusammenhang fest. Je höher der Sinnsuchewert lag, desto weniger zufrieden und glücklich waren die Menschen und umgekehrt. Man könnte also fast ein bisschen Glück ist ein Rinvi Es gesellt sich gern zu seinesgleichen. Je mehr wir ihm nachjagen, desto mehr entfernt es sich von uns. Hör dir gern nochmal die Folge 6 von oh My Job an. Da geht es darum, dass Glück keine Glückssache ist, sondern vor allem eine Haltung und Entscheidung. Je mehr wir uns anstrengen, für unser Leben das große Glück oder eben einen Sinn zu finden, statt ihm aktiv einen zu geben, desto unglücklicher werden wir. Ich wünsche dir jetzt eine glückliche und vor allem sinnerfüllte Restwoche und ich freue mich, wenn wir uns nächste Woche wiederhören.
Dein Jochen Das war oh my Job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.