1 Dec 2025 · 1 min
Gelassenheit, a German concept of emotional composure, is a trainable skill distinct from indifference. The episode walks through practical steps: check your perception, delay your reaction with breathing and pauses, reappraise what triggered you, and practice forgiveness and gratitude to stay calm under stress.
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Es gibt viele gute Gründe, um aus der Haut zu fahren. Nur klug ist das eben nicht. Immer mehr Gelassenheit bewahrt nicht nur vor Reaktionen, die wir später bereuen könnten. Gelassenheit bewahrt auch vor voreiligen Kurzschlüssen, die uns womöglich viel Geld kosten. Gelassenheit gibt uns den inneren Frieden und emotionale Stabilität. Zurück bleibt allerdings die Frage, wie man in emotional aufwühlenden Situationen gelassener bleib und die sprichwörtliche Ruhe bewahrt. Und genau darüber spreche ich in der heutigen Folge von oh my Job.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen in der Moderation. Jochen Mai, viel Spaß bei der heutigen Folge.
Endlich mehr Gelassenheit gewinnen. Das wünschen sich viele. Und tatsächlich haben mich kürzlich auch einige Hörerinnen und Hörer gefragt, als wir dazu aufgerufen haben, uns deine eure häufigsten Fragen zu Wie kann ich mehr Gelassenheit gewinnen? Das war eine Frage davon. Und dazu muss man sagen, dass Gelassenheit überhaupt nichts mit Gleichgültigkeit oder abgestumpft sein zu tun hat. Eher ist es eine Form der Selbstbeherrschung und der inneren Seelenruhe, die uns hilft, auch in Ausnahmesituationen besonnen und cool zu bleiben. Das gibt dir nicht nur die Kontrolle über dein Leben zurück. Dank dieser inneren Ruhe schaffst du es auch weniger impulsiv zu reagieren. Statt blinder Wut, Ohnmacht oder explodierenden Gefühlen kannst du dich von deinen akuten Emotionen lösen und wieder auf all die Optionen konzentrieren, die du sonst vor lauter Tunnelblick übersiehst. Klar, das ist alles andere als leicht. Erst recht, wenn dich jemand persönlich angreift, in deine Privatsphäre eindringt oder deine eigenen Werte mit mit Füßen tritt. Solche Dinge passieren leider. Wir können das nicht verhindern und auch nicht groß beeinflussen. Was wir aber beeinflussen können, das ist unsere Bewertung und unsere Reaktion darauf. Was dabei in Wahrheit passiert, ist, dass es jemand schafft oder ein Umstand, unsere heimlichen Trigger anzuknipsen. Und wir reagieren auf die Provokation wie ein Pavlovscher Hund unüberlegt, reflexartig, impulsiv und komplett auf Autopilot. Aber schon der Gedanke dahinter ist falsch. Wurdest du wirklich provoziert oder hast du dich provozieren lassen? Das ist ein großer Unterschied. Wenn dich jemand ein Vollidiot oder eine Schlampe nennt, dann ist das zunächst ja nur ein Wort, oder? Und das muss nicht einmal der Wahrheit entsprechen. Warum also auf die Beleidigung genauso reagieren, wie das vom Gegenüber beabsichtigt war? Da will uns jemand wahrscheinlich einfach nur ärgern oder verletzen und der oder die hat seine Gründe dafür, die moralisch wahrscheinlich zweifelhaft sind, aber vermutlich sind es auch nur ein paar armselige Gründe. Ist aber egal, worauf ich hinaus will. Was macht das jetzt mit dir und was lässt du überhaupt zu? Der Hauptgrund für fehlende Gelassenheit, der liegt bei uns ganz alleine, auch wenn das jetzt nicht so bequem ist. Es ist vor allem ein erlerntes Reaktionsmuster und leider auch ein Anzeichen für mangelndes Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl, wenn wir uns von äußeren Faktoren selbst so aus der Fassung bringen lassen. Du musst erst einmal gar nicht reagieren. Du hast immer die Wahl, ob du das einfach ignorierst, weil es dummes Geschwätz ist von irgendeinem dummen Menschen, oder ob du erst einmal einen Schritt zur Seite machst und die Situation aus einer übergeordneten Perspektive betrachtest. Was passiert hier eigentlich gerade und warum muss ich überhaupt reagieren oder antworten? Und ist meine Lebenszeit das überhaupt wert, dass ich mich darüber aufrege? Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch mehr Gelassenheit lernen und trainieren kann. Auch das ist wieder keine Raketenwissenschaft. Es braucht nur etwas Zeit und natürlich auch etwas Geduld mit dir selbst. Vor allem aber braucht es dazu ein Umdenken. Von dem Theologen Reinhold Niebuhr gibt es dieses wunderschöne Gelassenheitsgebet, das bereits viele gute Schlüssel zu mehr Gelassenheit enthält. Ich gehe mal davon aus, dass du es kennst. Ich sage es trotzdem noch Lieber Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Eine Variante davon ist die Liste über die Dinge, über die wir uns weniger Sorgen machen sollten, Dinge, die wir sowieso nicht ändern können, und zweitens Dinge, die wir ändern können, weil wir sie ändern können. Die Quintessenz aus dieser Liste ist, dass es im Grunde genommen gar nichts gibt, worüber wir uns Sorgen machen können. Das eine passiert einfach, das andere können wir ändern und beeinflussen. Und genau so gewinnst du auch mehr Gelassenheit. Der erste Schritt ist Prüfe zuerst deine Wahrnehmung. Was ist hier eigentlich genau passiert? Ist es wirklich so schlimm, dass ich mich darüber jetzt aufregen muss? Vor allem, was sind die echten und nicht nur die emotionalen oder angenommenen Folgen? Oft verlieren Menschen ja ihre Gelassenheit oder die Kontrolle, weil im Kopf das Kopfkino anspringt. Und weil wir fantasieren bereits den Weltuntergang. Der könnte jetzt jeden Moment passieren. Klar, dabei gerät dann jeder in Panik. Nur die faktische Wahrheit ist eben zu 99 Prozent eine komplett andere. Es gibt keinen Weltuntergang und es ist auch bei weitem nicht so schlimm. Triff eine Entscheidung. Selbst wenn dich jemand gezielt provoziert, angreift oder verletzt, hast du ja die Freiheit, ob und wie du darauf reagieren willst. Praktisch ist es immer besser, erst einmal zu lächeln, durchzuatmen und sich einen Moment des Nichtstuns und Nichtssagens zu gönnen. Ärger beginnt immer im Kopf, und zwar im eigenen, und dort lässt er sich auch stoppen. Der Abstand schärft den Blick und holt die Kränkung auf das Niveau zurück, das ihr eigentlich zusteht, nämlich unter Niveau. Kontrolliere dein Denken. Wie bewertest du die Situation? Wer von Megaproblemen, katastrophalen Zuständen, furchtbaren Desastern und brutalen Entwicklungen unter totalen GAU spricht oder denkt, der verbindet damit dann auch Katastrophendenken und Katastrophendenker oder Sprecher sind immer auch Katastrophenverursacher. Für die Gelassenheit bleibt da kein Raum. Ein bisschen mehr Egalnes, das würde an der Stelle helfen. Kontrolliere dein Denken und betrachte die Dinge realistisch. Nutze deinen Verstand. Klar, das ist der schwerste Schritt von allen. Die meisten Dinge, die uns aus der Fassung bringen, sind ja erstmal emotional aufwühlend, aber bei genauerer Betrachtung bei weitem nicht so schlimm, wie sie sich gerade in der Situation anfühlen. Die Gefühle, die überwältigen uns, aber das muss nicht so sein. Der Verstand ist potenziell viel, viel stärker, wenn wir uns darauf besinnen und und die Situation oder diese Kleinigkeiten wieder relativieren. Bei Star Wars und den Jedi Rittern heißt es Gib dich ganz deinen Gefühlen hin. Im echten Leben führt das aber eher auf die dunkle Seite der Macht. Ja, es ist schwierig, seine Gefühle auszuschalten und seinen Verstand anzuknipsen, wenn man gerade so übermannt wird. Aber darum geht es. Einen Moment einfach zurückziehen, den Verstand reaktivieren und wieder Ey, was passiert hier eigentlich gerade? Muss ich darauf jetzt reagieren? Ist das wirklich so wichtig? Und fünftens ziehe dann die Notbremse. In der Psychologie wird das auch Exit Strategie genannt. Bevor du also deine Contenance verlierst, zieh dich zurück. Das kann auch manchmal die bessere Strategie sein. Also zum Beispiel, wenn ein Streit eskaliert, dann beendest du das Gespräch an der Stelle einfach und gehst aus dem Raum heraus oder woanders hin. Das heißt ja nicht, dass du den Konflikt nicht noch mal klären kannst, aber es ist halt viel sinnvoller, das zu tun, wenn sich alle Gemüter wieder beruhigt haben. Auch hier Und jetzt sagst du ja nur Stopp zu der Situation und gehst aus der Situation einfach heraus. Damit ist es ja nicht aus der Welt geschaffen, aber du nimmst dich aus dem Spiel einfach raus. Diese Methode hilft enorm dabei, gelassener zu bleiben und vor allen Dingen auch Beziehungen zu bewahren. 6. Suche einen Ausgleich. Ja, das ist auch ein sehr wirksamer Weg zu mehr Gelassenheit und hat mit dem letzten Punkt viel zu tun. Wenn du dich zurückziehst, dann versuch doch einfach auch noch mal zugleich das überschüssige Adrenalin, den Stress und die Wut abzubauen. Und Bewegung oder Sport eignen sich wunderbar dafür. Das kann ein kurzer Spaziergang um den block sein oder 10 Minuten Liegestütze. Ganz egal, wenn das Blut kocht, dann kannst du auch erst einmal tief durchatmen und bis 10 zählen. Und wenn es besonders viel ärger ist, dann meinetwegen auch bis 50 oder 100 zählen. Stell dich dazu einfach aufrecht hin, atme tief durch von der Nase in den Bauch, mach tiefe und langsame Atemzüge und spüre, wie dich das Ganze berührt. Ernsthaft, es funktioniert. Auf der Karrierebibel findest du hierzu übrigens einen ausführlichen Artikel zu der sogenannten Freeze Frame Methode. Auch das ist eine bewährte und anerkannte Atemtechnik, mit der sich Stress oder eben auch Ärger ganz einfach stoppen und wegatmen lässt. Erlaubt ist hier wirklich alles, was dir hilft, die Dinge gelassener zu sehen. Manches sollte man vielleicht nicht in der Öffentlichkeit machen. Aber wie gesagt, dafür ziehst du dich dann einfach mal kurz zurück. Ein einfacher Trick ist übrigens auch, einen kräftigen Schluck Wasser zu trinken. Dabei kannst du den Ärger nicht nur sprichwörtlich runterschlucken, du schaffst damit auch wieder eine Distanz zu der auslösenden Situation, wenn du gerade trinkst. Das Aufregen tritt dann erstmal in den Hintergrund und du gewinnst den Abstand, um zum Beispiel den Verstand wieder einzuschalten. Ansonsten gilt grundsä Solange wir vor Wut kochen, Klappe halten. Dabei kommt selten etwas Gutes oder Konstruktives heraus. Davon abgesehen ist auch das ein Zeichen von emotionaler Reife, wenn wir nicht sofort durch jeden Reifen springen, nur weil uns den irgendwer gerade hinhält. Ich sage das auch immer wieder zu meinen Freunden und Nur weil mir einer da ein Pantoffel hinstellt, muss ich ja nicht reinschlucken. Ich habe mir zum Beispiel selber angewöhnt, auf einem bestimmten Ohr einfach taub zu sein. Gerade wenn man wie ich so lange im Internet und in Social Media unterwegs ist, lernt man die vielen unqualifizierten Kommentare und das dumme Zeug, was da teils im Internet geschrieben wird, entweder zu ignorieren oder die betreffenden Typen direkt zu blockieren. Es lohnt sich nicht, Zeit in solche Deppen, Rechthaber oder Hater zu investieren. Das ist pure Lebenszeitverschwendung. Und in der Zeit kannst du viel besser einfach Freund oder eine Freundin anrufen, mal wieder ein gutes Gespräch führen und die Freundschaft pflegen macht viel mehr Sinn als dieses Zeug, was da teilweise auf Social Media passiert. Natürlich hilft auch der Austausch mit Freunden, gelassener zu werden und gelassener zu bleiben. Ruf deine beste Freundin oder deinen besten Freund einfach an und rede dir die Rage von der Seele. Das baut tatsächlich den Ärger ab. Und reden hilft auch dabei, zum Beispiel die Gedanken, die eigenen Gedanken zu sortieren und das Feedback der Freunde. Deren Rat kann uns sogar noch vor mancher Fehleinschätzung oder Kurzschlusshandlung bewahren. Wer will, kann zusätzlich noch zahlreiche Entspannungsübungen nutzen, die ich auch hier jetzt wieder nicht aufzählen will, aber die kennst du sicherlich. Mit denen lässt sich auch nach wie vor sehr gut die mentale Stärke trainieren. Dabei helfen dann zum Beispiel Gebete, genauso wie Meditation oder autogenes Training. Langfristig gibt es aber noch zwei psychologische Kniffe, die du generell anwenden kannst, wenn du gelassener im Leben werden willst. Das erste Vergeben und Vergessen. Lerne, anderen Menschen zu vergeben. Verzeihen zu können ist nicht nur gesund für das Herz und den Blutdruck. Es ist Es befreit dich auch mental von deinen Schuldigern. Sonst schleppst du die nämlich immer nur weiter mit dir auf deiner Seele herum. Ja, manchmal fällt das unglaublich schwer, weiß ich. Und vielleicht hat auch eine bestimmte Tat gefühlt überhaupt keine Vergebung verdient. Kann ich verstehen. Aber solange du mit der Vergangenheit nicht abschließt, bleibt sie deine Gegenwart und belastet dich mal kritisch. Die Tat war schon schlimm, OK. Aber willst du dem Täter jetzt auch noch weiterhin so viel Raum geben, dass er deine Zukunft bestimmt, dass er dich weiterhin belastet und quälen kann, nur dadurch, dass du an ihn denkst? Ich finde, das ist es nicht wert. Ja, natürlich, das ist enorm schwer, aber es bleibt deine Entscheidung. Und Vergeben und Vergessen kann enorm viel gelassener machen. Und das zweite ist sehr ä Dankbarkeit. Dankbarkeit verbannt negative Gedanken und reduziert den Ärger unmittelbar. Niemand kann dankbar und gleichzeitig wütend sein. Lenke deinen Blick daher immer wieder gezielt auf das Positive oder such die guten Seiten in deinem Gegenüber, der dich da gerade irgendwie provoziert oder geärgert hat oder in der jeweiligen Situation. Wer suchet, der findet. Zugegeben, bei manchen muss man länger suchen. Aber indem wir den Blick auf das Gute richten, verändern wir uns selbst. Wir werden gelassener, wenn wir erkennen, dass andere vielleicht nur aus den eigenen Schwächen heraus handeln und nicht nur aus Böswilligkeit. Ich selbst bin zum Beispiel ein großer Fan von gezielter Vergesslichkeit. Ja, das kann auch mit meinem fortgeschrittenen Alter zusammenhängen. Aber ich bin zum Beispiel überhaupt nicht nachtragend. Das ist mir viel zu viel Schlepperei. Je nachdem, was passiert ist, breche ich den Kontakt entweder komplett ab oder ich vergesse die einzige Situation, was da passiert ist. Niemand von uns ist ohne Fehler. Ich auch nicht. Und wenn sich jemand aufrichtig entschuldigt, dann kann ich genauso leicht vergeben und vergessen. Und umgekehrt würde ich mir das ja auch wünschen. Auch wenn jemand so gar nicht einsichtig ist, gibt es ja leider auch solche Typen. Dann verliere ich doch auch nichts, wenn ich vergebe und vergesse, sondern ziehe eben weiter ohne mich noch einmal umzudrehen. Auch das hat wieder viel mit Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu tun. Auch das kann man trainieren und steigern. Hierfür lege ich dir übrigens noch mal die Podcast Folgen 21 und 22 ans Herz. Darin geht es um das Loslassen lernen und um mentale Stärke und wie man sie gewinnt. Jetzt aber wünsche ich dir mit den vergangenen Tipps und Kniffen eine deutlich gelassenere Woche. Wir hören uns in der nächsten Woche wieder. Dein Jochen.
Das war oh my job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht, den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.