#49 Die Kraft der Stille: Warum Ruhe dein Schlüssel zu Gesundheit und Kreativität ist
1 Dec 2025 · 1 min
Podcast episode arguing that intentional quiet time benefits mental and physical health, boosts creativity and cognition, and counteracts the harms of constant noise. The host distinguishes self-chosen silence (beneficial) from prolonged absolute silence (potentially harmful), cites studies linking short silence/meditation to lower blood pressure, improved cognitive performance after ~3 months of meditation, and animal evidence of hippocampal neurogenesis after daily silence; and gives practical recommendations (daily 10–30 minute silence, fixed routine, phone off, retreat to a quiet place).
Questions this episode answers
December 3, 2024.
Two minutes of silence.
Two hours of silence per day (in the mouse study).
Three months of regular meditation.
Chapters
Ach Kinders, wie die Zeit vergeht. Das Jahr neigt sich ja schon wieder dem Ende entgegen und Weihnachten steht schon wieder kurz vor der Tür. Aber das bringt mich zu einem schönen Randthema, über das ich heute unbedingt mit dir sprechen will und das auch wunderbar in diese Zeit passt, nämlich die Notwendigkeit der stille und stillen Zeit. Wir leben ja heute in einer sehr, sehr lauten Welt. Überall herrscht Lärm in den Straßen, in den Büros, in Cafés und Restaurants. Selbst das Smartphone bleibt kaum noch stumm. Echte ST ist selten geworden und längst sowas wie ein Luxusgut, ja sogar ein Geschäftsmodell. Kennste Hotels oder Klöster bieten heute Räume der Abgeschiedenheit an, in denen sich Gäste zurückziehen können, vorher aber ihre Smartphones abgeben müssen, damit sie wirklich zur Ruhe kommen und inneren Frieden finden. Irre, oder? Dafür bezahlen manche schon heute Geld. Keine schlechte Idee ist es trotzdem, denn ständige Reizüberflutung macht nachweislich krank. Umso wichtiger ist die regelmäßige Stille oder stille Zeit als Ausgleich und Ruhepol. Vielen fällt das aber leider schwer, diese Stille überhaupt auszuhalten. Dabei hat sie zahlreiche Vorteile und nicht nur spirituell, sondern ebenso für Körper, Seele und Geist. Und das zeigen gleich mehrere Studien.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen in der Jochen May Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Unsere Welt ist laut geworden. Überall tönt es und oft machen Menschen auch nur viel Lärm um nichts. Echte Stille aber ist selten. Die Psychologie unterscheidet dabei sogar zwei Arten der Stille, nämlich einmal die selbstgewählte Stille und hierfür ziehen sich Menschen ganz bewusst an einen ruhigen Ort zurück und schalten alle störenden Geräusche aus. Diese stille Zeit fördert nachweislich das Wohlbefinden und steigert auch unsere Konzentration und Leistungsfähigkeit. Und dann gibt es noch diese absolute Stille, die suchen wir manchmal auch, aber so richtig, richtig null zu hören, das ist deutlich schwerer zu ertragen und es wirkt auch auf viele beklemmend oder sogar beängstigend, erst recht, wenn es über einen längeren Zeitraum andauert. Und diese Form der Isolation oder Stille, die wird zum Teil auch als weiße Folter bezeichnet, wo zum Beispiel in Verhören eingesetzt oder bei der Gehirnwäsche. Die Opfer erleben dabei dann wirklich Halluzinationen oder sogar denkstörungen also absolute Stille über einen längeren Zeitraum ist weniger gesund und auch nicht so erstrebenswert. Kurze und kontrollierte Aus und Ruhezeiten dafür aber umso mehr. Mentale Pausen und Zeiten der Stille haben zahlreiche psychologische Vorteile. Ob du jetzt die stille Zeit dabei zur Begegnung mit Gott oder zur Andacht oder zur Meditation und inneren Ruhe nutzt, ist erstmal deine persönliche Entscheidung. Die mentalen und gesundheitlichen Folgen aber sind bei beiden Formen gleich und das ist sogar über einige Studien belegt. Ich hab mal ein paar Stille reduziert nachweislich. Stress. Permanenter Lärm macht dagegen krank. Er erhöht den Stresspegel und die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol und das steigert dann nicht nur den Blutdruck, sondern erhöht auch noch das Risiko für Herz und Kreislauferkrankungen. Gezielte Stille dagegen wirkt beruhigend. Schon zwei Minuten Stille senken nachweislich den Blutdruck und entspannen den Körper und Geist sofort. Stille erfrischt uns sogar mental. Durch viele akustische Reize ermüdet das Gehirn mit der Zeit. Die Konzentration nimmt ab, wir fühlen uns mit der Zeit regelrecht erschöpft. Ruhe wirkt wieder dagegen und erfrischt den Geist. Die Gedanken bekommen Raum, um unsere sieben Sinne wieder zu sortieren und wir finden inneren Frieden bzw. Kommen zu völlig neuen Gedanken, aber eben nur, wenn wir auch wirklich mal Ruhe genießen können. Stille steigert eben auch die geistige Leistungskraft oder macht kreativ, wenn man so will. Der Psychologe Richard Davidson von der Universität Wisconsin konnte zum Beispiel bei seinen Studien zeigen, dass regelmäßige Meditation nach nur drei Monaten die Gehirnleistungen der Probanden signifikant steigerte. Sie konnten sich anschließend nicht nur Informationen besser merken oder Zahlen in Buchstabenreihen leichter erkennen, sondern ihre gesamte Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit verbesserte sich durch diese regelmäßige stille Zeit. Stille lässt sogar das Gehirn wachsen. Ja, ich weiß, die Studie klingt ein bisschen witzig, bin aber darüber gestolpert und fand sie bemerkenswert. Als Forscher den Einfluss von Geräuschen auf die Gehirne von Mäusen untersucht haben, stellten sie fest, dass schon zwei Stunden Stille am Tag ausreichen, damit der Hippocampus neue Zellen bildet. Und diese Hirnregion ist zum Beispiel für unser Gedächtnis und das Verarbeiten von Emotionen verantwortlich. Irre oder? Nicht zuletzt macht Stille kreativ. Laut Hirnforschung wird in dieser stillen Zeit das sogenannte Default Mode Network, also das Ruhezustandsnetzwerk, aktiviert. Und dieser Geisteszustand ist wiederum für Geistesblitze oder kreative Ideen, Gedanken und Lösungen verantwortlich. Das sagt zum Beispiel der Herrenforscher Andreas Fink. Also immer dann, wenn wir Stille erleben, zur Ruhe kommen, dann beginnt unser Geist auf Wanderschaft zu gehen, neue Synapsen zu bilden und dabei bekommen wir dann tolle Einfälle. Stille und stille Zeit sind gesund für Körper und Geist und eben nicht nur spirituell, das aber auch. Aber generell tut es uns einfach sehr, sehr gut, wieder mehr Stille zu erleben. Leider wird diese Bedeutung der Stille aber von vielen unterschätzt. Ganz ehrlich, wie oft schaltest du wirklich mal ab? Also Smartphone komplett zur Seite oder ausschalten, nicht mehr erreichbar sein, auch nicht in Social Media abhängen und Zeit verschwenden, den Fernseher ausmachen, die Musik ausmachen. Also einfach mal wirklich Stille erleben, machen die wenigsten. Und es raubt laut einem WHO Report viele Lebensjahre. Denn Dauerlärm, dieses ganze Tönen, Klingeln und Bimmeln und Vibrieren führe deutlich mehr zu Herzerkrankungen, zu Tinnitus und Schlafstörungen und zahlreichen kognitiven Störungen. Es ist also ein guter Grund, um sich einfach mal wieder mehr solche Auszeiten und Ruhezeiten der bewussten Stille im Alltag zu gönnen. Am besten sogar täglich so kleine Ruheinseln zu schaffen und wieder neu zu suchen. Und natürlich nicht nur in der Weihnachtszeit und in der stillen Nacht. Ein schönes Sprichwort Die Stille ist nicht leer, sie ist voller Antworten. Und tatsächlich gelangen viele Menschen in der stillen Zeit mit sich und ihren Gedanken zu wertvollen Einsichten oder gar göttlichen Eingebungen und Erkenntnissen. Entscheidend dafür ist aber, dass wir uns diese Zeit wirklich bewusst nehmen und dabei alles Ablenkende eliminieren. Am besten ist es eben wirklich, wenn wir dabei nichts sehen, nichts hören und auch nichts sagen. Was heißt das konkret? Ich zum Beispiel reserviere mir für meine stille Zeit täglich eine feste Zeit und treffe hierfür auch eine bewusste Entscheidung. Jetzt beginnt meine stille Zeit. Bei mir ist das morgens nach dem Aufwachen bewährt hat sich hierfür meist eine feste Routine und Tageszeit zu etablieren und diese dann natürlich auch einzuhalten. Also zum Beispiel wie bei mir morgens gleich nach dem Aufstehen oder abends vor dem Zubettgehen. Außerdem solltest du dich dafür wirklich zurückziehen. Such dir gezielt einen Ort, an dem du 10 bis 30 Minuten völlig ungestört bleibst. Im Zweifel musst du andere bitten, diese Auszeit zu respektieren und sich daran zu halten. Vielleicht auch mit einem Bitte nicht stören Schild an der Tür. Klar, dass in dieser Zeit alles potenziell Störende abgeschaltet Kein Handy, keine Musik, kein offenes Fenster. Auch der Lärm von außen kann ja ganz schön störend sein. Sollte also wirklich so richtig richtig still sein. Falls das unmöglich ist, weil irgendwo schon wieder ein Handwerker hämmert, hilft auch der Rückzug in die Natur oder der Griff zum Gegenschallkopfhörer. Für die optimale Dauer der stillen Zeit gibt es hingegen keine festen Regeln. Aber ich finde 10 bis 30 Minuten am Tag reichen dazu durchaus aus. Unter 10 Minuten wirkt es nicht so richtig und über 30 Minuten ist es schon ziemlich lang sehr, sehr still. Aber das kann ja jeder selber entscheiden. Früher, als ich noch zur Arbeit gefahren bin, habe ich sogar meinen Tagesrhythmus etwas umgestellt und bin morgens eine Stunde E aufgestanden und zur Arbeit gependelt. So früh morgens waren die Straßen nämlich noch leer, es gab keine Staus und im Büro war ich auch noch der Erste. Überall herrschte Stille, auch das Telefon und der Posteingang waren tot. Für mich war das dann die perfekte Zeit, um die Stille am Morgen im Büro zu genießen und die Gedanken zu sortieren oder meinen Tag zu strukturieren. Achso. Darüber hinaus empfehle ich natürlich auch noch bei der stillen Zeit immer ein paar Notizen zu machen. Auch das hat sich bewährt bei mir selber übrigens auch. Wie gesagt, viele bekommen ja dabei auch Ideen oder finden zum Beispiel neue Lebensziele und diese dann ein paar Wochen später einfach noch mal nachzulesen. Das kann schon zu weiteren erleuchtenden Einsichten führen über dein aktuelles Leben oder was vielleicht zu ändern ist. Der Rest, der ist Schweigen. Und das mache ich übrigens jetzt auch, denn wir hören uns erstmal nächste Woche wieder. Jetzt herrscht erstmal Stille. Bis dahin, dein Jochen, Das war oh.
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