#5 Steckst du in einer Midcareer-Crisis?
1 Dec 2025 · 1 min
This content was created by JobGenius. This content was uploaded by JobGenius. This is a podcast titled "#5 Steckst du in einer Midcareer-Crisis?" discussing the concept of a mid-career crisis, its causes, and strategies for overcoming it. The episode features JobGenius and another speaker, providing insights into personal and professional development during such crises.
Questions this episode answers
Zwischen 35 und 45 Jahren.
Zwischen 21 und 29 Jahren.
Durchschnittlich zwischen 7 und 13 Mal.
Chapters
Die Midlife Crisis kennt wohl jeder. Zumindest haben die meisten schon mal davon gehört, wenn auch vielleicht noch nicht selber erlebt. Aber kennst du auch die Mid Career Crisis? Die Mid Career Crisis ist eine berufliche Sinnkrise und muss sich anders als die Midlife Crisis nicht unbedingt auf andere Lebensbereiche übertragen. Es gibt aber Parallelen und sie kann jeden treffen, auch wenn es im Job gerade richtig gut läuft oder wenn dein Gehalt st. Genau darüber sprechen wir in der heutigen Podcast Folge über die Mit Career Crisis.
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Sinnkrisen kennt wohl jeder. Sie kommen immer wieder mal und begleiten uns ein Leben lang, natürlich nicht dauerhaft und es kommt immer wieder mal dazu, dass wir eine Sinn oder Lebenskrise haben. Die Mid Career Crisis trifft uns aber ganz oft in der Lebensmitte, also im Alter zwischen 35 und 45 Jahren. Dann werden meistens grundlegende Lebensziele nochmal auf den Prüfstein gestellt. Plötzlich kommen dann Zweifel am bisherigen Lebensweg oder an der Berufswahl und an der bisherigen Karriere. Die Motivation lässt bei vielen dann nach und es kommen Fragen auf Ist das wirklich der Job, den ich machen will? War das schon alles? Und kommt da überhaupt noch was in meinem Leben? Das sind schwierige Fragen und die Ursachen dafür bzw. Die Auslöser für eine solche Sinnkrise sind natürlich immer individuell, aber es gibt ein paar auffällige Muster, die bei vielen Menschen doch identisch sind. Ganz häufig sind die Auslöser fehlende Perspektiven. Es geht im Job einfach nicht mehr weiter, auch nicht mehr auf absehbare Zeit. Vielleicht hast du dasselbe auch schon gemerkt. Du stößt von unten an so eine sprichwörtliche gläserne Decke. Es geht einfach nicht mehr weiter Karrieresackgasse. Aber du weißt eben auch nicht, wohin du dich stattdessen entwickeln könntest oder solltest. Woanders ist das Gras auch nicht grüner und die Jobs sind auch nicht gerade super vielfältig, die da gerade angeboten werden. Verstärkt wird das Ganze dann auch noch durch die unruhigen Zeiten, auch wie wir sie gerade selber erleben. Pandemien, Kriege, Inflation, Rezession, Entlassungswellen, zunehmende Jobunsicherheit und dann auch noch der politische Eiertanz. Naja, das alles verunsichert uns natürlich und zwar massiv. Wir spüren einerseits den Kontrollverlust und kämpfen andererseits gegen den Wohlstandsverlust. Aber wir kämpfen eben auch irgendwie nicht so richtig strategisch und schon gar nicht zielgerichtet. Denn genau das Ziel, das ist ja das, was uns in dieser Krise abhandengekommen ist. Nicht wenige fragen sich dabei auch noch nach dem Sinn der Arbeit. Das wird ja für viele immer wichtiger. Eine sinnvolle Tätigkeit ausüben. Etwas, was für die Welt einen sinnvollen und nachhaltigen Beitrag leistet. Wer keinen Sinn mehr sieht in dem, was er oder sie da gerade macht, der stolpert dann natürlich in eine Krise. Erst recht, wenn wir uns nur noch wie ein kleines Rad im Getriebe fühlen. Wenn du Ich mache hier eigentlich überhaupt keinen Unterschied. Und das, was ich hier mache oder produziere, das braucht die Welt so dringend wie ein Sack Mais in Mexiko. Manchmal verändern sich aber auch unsere persönlichen Werte. Vielleicht wird bei dir gerade die Familie immer wichtiger, wichtiger noch als die Karriere oder auch genau umgekehrt. Vielleicht willst du jetzt noch mal beruflich richtig Vollgas geben oder hast dich gerade von deinem Partner getrennt und hast deshalb mehr Zeit, beruflich noch mal so richtig durchzustarten. Ebenso kann es sein, dass deine Lebensbalance nicht mehr im Gleichgewicht ist, dass du sie wiederfinden möchtest oder dass du dich in deiner Freizeit mehr selbst verwirklichen möchtest. Erkennst du dich hier wieder, geht es dir auch gerade so, Dann steckst du vielleicht schon in einer veritablen Mid Career Crisis. Nicht selten kommen dann auch noch so Faktoren dazu wie Überforderung im Job oder auch Unterforderung im Job. Auf der einen Seite der drohende Burnout, auf der anderen der drohende Bore out. Und auch das gibt Wir haben unsere großen Ziele schon alle erreicht. Auch das ereilt viele Menschen ab Mitte 40 kein Witz. Auch Erfolg kann eine Sinnkrise und Mid Career Crisis auslösen. Stell dir mal vor, wenn du dir mit 20 vielleicht vorgenommen hast, ein bestimmtes Gehalt zu erreichen oder eine Führungsposition zu erklimmen oder einflussreich und bekannt in deinem Fachbereich zu sein und lass das alles mal mit Anfang 40 erreicht sein. Ja, was ist eigentlich dann? Wie geht es danach weiter? Was kann jetzt noch kommen? Was passiert in den nächsten 20 30 Jahren bis zur Rente, wenn die Familie gegründet ist, die Kinder schon da sind, das Haus ist gekauft, vor der Tür stehen zwei Autos, im Garten ist der Apfelbaum gepflanzt und der Job, in dem ist ja auch schon alles erreicht. Welche Perspektive bleibt da noch? Einerseits ist man erfolgreich, das ist cool, aber wie Sehen die kommenden 20 Jahre aus? Nur noch Alltag, nur noch Routine, Den Job im immer gleichen Trott machen, tagaus, tagein bis zur Rente. Eine einzige Ode an die Öde. Ich kann das gut nachvollziehen, dass man dann in eine Krise stürzt. Ich habe das nämlich selber so erlebt und weiß daher auch, wovon ich spreche. Kleiner Einschub an der Ganz ähnlich geht das übrigens auch jungen Menschen. Hier heißt das phänomen aber nicht Mid Career Crisis, sondern Quarter Life Crisis. Und die taucht meistens im Alter zwischen 21 und 29 Jahren auf. Diese Krise bei jungen Menschen markiert meistens die Endphase des ersten Lebensviertels, deswegen auch Quarter Life Crisis. Sie ist ebenfalls ein Zustand, der geprägt ist von Unsicherheit und fehlender Orientierung. Es ist eigentlich so eine Übergangsphase raus aus dieser Ausbildungszeit mit Schule, Ausbildung oder Studium und rein ins Berufsleben. Der erste eigene Job und die neuen Herausforderungen, die zwingen zu gravierenden Veränderungen im Leben. Diese verunsichern dann viele junge Menschen und nicht wenige haben dann oft auch Sorge, weil mit der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt vielleicht gar nicht mithalten zu können, überfordert zu sein oder eine falsche Berufswahl zu treffen. Im Durchschnitt dauert so eine Quarterlife Crisis zwischen ein und zwei Jahren, kann aber auch leider etwas länger dauern, je nachdem wie lange man braucht, um sich zu orientieren und seines Weges sicherer zu werden. Aber die Wege heraus aus dieser Quarterlife Crisis, die sind im Grunde ganz ähnlich zu den Wegen heraus aus der Mid Career Crisis. Wie also lässt sich so eine Mid Career Crisis überwinden oder auch ganz allgemein eine typische Sinn und Lebenskrise? Das Erste, was ich an dieser Stelle immer wieder empfehle, so trivial es auch klingt, ist Selbstreflexion. Das ist bei allen Krisen immer der erste Schritt, auch wenn man an einem Scheideweg steht. Das Erste, was du immer machen solltest, ist kurz anhalten, sich praktisch neben sich selbst zu stellen und einfach mal zu analysieren und zu reflektieren, wo befinde ich mich eigentlich gerade im Leben oder im Beruf? Was ist gut gelaufen, was ist schlecht gelaufen? Was kann ich gut? Was kann ich schlecht? Was sind meine Top Talente, meine Stärken? Welche Zweifel belasten mich eigentlich gerade und welche Ängste habe ich vor der Zukunft? Wovor habe ich eigentlich genau Angst? Und ist das überhaupt realistisch? Und dann ganz Welche Ziele habe ich eigentlich noch? Ich weiß, die letzte Frage ist die schwerste von allen, weil ja genau diese Frage nach den Zielen erst die Krise auslöst. Wer keine Ziele mehr hat oder schon alles erreicht hat, der ist vor allem orientierungslos. Wenn also auch dir das so geht, dann ist jetzt der beste Zeitpunkt gekommen, um sich zu OK, ich drücke mal kurz die Pause Taste und reflektiere einfach mal mein Leben. Was möchte ich oder worauf möchte ich irgendwann noch mal zurückblicken können? Was war schon immer mein großer Lebenstraum? Wohin möchte ich mich weiterentwickeln? Was steckt da noch alles an Potenzialen in mir und in meinem Leben? Und wenn du an der Stelle selber nicht weiterkommst, dann ist der zweite Suche dir Menschen, mit denen du reden kannst. Das sind sicher zuerst die eigenen Freunde, gute, wahre Freunde, vielleicht auch die eigene Familie. Wer ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern oder zu seinen Geschwistern hat, der sollte unbedingt auch diese Fragen schließlich Kennen die einen schon ein Leben lang mit allen Stärken und allen Schwächen. Deine Ratgeber können aber auch Mentoren sein, Vorbilder. Leute, die schon weiter sind als du selbst. Auch die kannst du gezielt suchen. Man muss hier nicht gleich sein ganzes Leben ausbreiten. Oft geht es ja nur um eine berufliche Krise und einen Teilbereich in deinem Leben. Such dir also Leute, die dir Rat geben können, weil sie selber schon solche Krisen überwunden haben. Reden, finde ich, hilft immer, egal in welcher Beziehung. Und gerade in diesem Fall ist es wichtig, dass man a seine Sorgen teilt und b ein Stück weit auf die Schultern von anderen verteilen kann, denn das entlastet. Gleichzeitig liefern die Gespräche oft neue Impulse, Erkenntnisse und auch neue Perspektiven. Einfach mal andere Blickwinkel für den eigenen Lebensweg. Und wenn du schon dabei bist, dann geht auch noch Schritt Nummer Such dir einen guten Coach. Das ist heute überhaupt keine Schande. Und nein, das ist jetzt auch keine schamlose Eigenwerbung an der Stelle. Ich passe nicht zu jedem und ich coache auch nicht jeden. Denn das Wichtigste ist immer, dass die Chemie stimmt. Ein guter Coach wird dir aber nicht irgendwelche Tipps an den Kopf knallen. Das machen eher Berater. Richtiges Coaching ist vor allem Hilfe zur Selbsthilfe. Coaches stellen vor allem Fragen. Vielleicht sind das dieselben Fragen, die du dir auch in deiner Selbstreflexion stellen würdest. Aber so sind sie meistens objektiver, unverstellter und auch ein Stück weit systematischer. Ein guter Coach wird dich zu deinen eigenen Antworten führen, weil auch nur du selbst Am besten weißt du, was das Richtige für dich ist. Persönliches Coaching kann enorm viel und ist eine sehr gute Lösung, wenn man selbst partout nicht weiter weiß und auch nicht weiterkommt und auch die Freunde und Bekannte nicht wirklich helfen können. Gerade dieser unverstellte Blick von außen sorgt oft für ganz frische Einblicke und Einsichten. Der vierte Schritt wiederum wird häufig übersehen, weil sich viele in der Krise erstmal Aktionismus stürzen. Motto Hauptsache die Krise geht so schnell wie möglich wieder weg. Aber das ist eben falsch. Deswegen ist der vierte Schritt erst einmal bewusst Pause zu machen. Jede Krise birgt eine Chance. Jedem Neuanfang wohnt ein Zauber inne. Aber dieser Zauber, den kannst du nur wecken, wenn du ihm Zeit und Raum gibst. Als zum Beispiel mein Schwager auch kürzlich in einer solchen Jobkrise war, hat er sich erst einmal auf den Jakobsweg gemacht, Also nicht die volle Strecke, aber ein paar besonders schöne Abschnitte davon. Diese Auszeit hat ihm extrem gut getan. Das muss auch nicht gleich ein ganzer Monat sein. Auch ein Kurztrip oder ein verlängertes Wochenende reichen dazu völlig aus. Entscheidend ist nur, dass es sich dabei um einen richtigen Tapetenwechsel handelt. Also wirklich raus aus der gewohnten Umgebung, raus aus den eigenen vier Wänden und irgendwohin, wo man auf andere Gedanken kommt, ans Meer, ins Gebirge oder gerne auch mal in ein Kloster. Nur eben nicht gleich wieder Party machen auf Mallorca und sich ablenken, das bringt natürlich nichts. Es sollte ein ruhiger Ort sein, in dem du mit dir und deinen Gedanken alleine bist, um dich zu sortieren, deine Gedanken zu strukturieren und neue Ziele zu entwickeln. Gönn dir diese Auszeit und mentale Pause von allem und finde wieder zu dir selber. Finde deinen neuen Fokus und tanke Kraft für das, was danach kommt. Ich persönlich liebe das Mittelmeer und ziehe mich in solchen Momenten in meine Finca auf Mallorca zurück. Da ist es ruhig, nur der Hahn kräht am Morgen, dazu noch ein Laptop und ein Smartphone. Gutes Essen, guter Wein, die Sonne, das herrliche Licht. Mehr brauche ich nicht. Wenn du deinen Weg hierfür gefunden hast, dann kommen wir schon zu Schritt Nummer 5. Jetzt solltest du die Optionen, die sich in deiner Klausur ergeben haben, einfach mal abwägen. Du hast nun viele Ideen, viele Impulse gesammelt, vielleicht auch noch durch die Gespräche mit deinen Freunden, mit Bekannten, mit Mentoren oder mit einem Coach. Und jetzt liegen vor dir einige Möglichkeiten auf dem Tisch und du musst auswählen, was passt am besten zu mir, zu meiner Persönlichkeit, zu meiner beruflichen Zukunft und meinen Zielen. Was davon ist realistisch? Was davon kannst du kurzfristig, mittelfristig oder langfristig umsetzen? Was ist das, was dir am besten gefällt? Was lässt dein Herz einfach höher schlagen? Und genau diese Option würde ich jetzt alle noch mal genau auf den Prüfstand stellen und mir dann Schritt für Schritt überlegen, wie es weitergeht, Wie komme ich dorthin? Du hast verschiedene Ideen, neue, klare Ziele. Und jetzt musst du dir übrigens, wie du diese umsetzen kannst und von A nach B kommst, Schritt für Schritt. Und falls das alles im aktuellen Job nicht möglich ist, dann bleibt dir immer noch die Ultima Ratio, die allerletzte Lösung, der Jobwechsel. Auch das ist übrigens völlig legitim und kann eine sehr gute Lösung sein. Durchschnittlich wechseln Arbeitnehmer zwischen 7 und 13 mal den Job in ihrem Berufsleben. Und wenn du merkst, hier geht das gar nicht mehr, hier bin ich am Ende aller Möglichkeiten angekommen und das auch auf absehbare Zeit, ja, dann ist das ein guter Zeitpunkt für eine berufliche Veränderung und einen externen Wechsel. Nur wechselst du jetzt eben geplant, gut vorbereitet, strategisch und mit einem klaren Ziel vor Augen. Und das finde ich viel wichtiger, als sich aus dem Affekt heraus einfach einen anderen Job zu suchen. Durch diese fünf Schritte bist du allein schon in der Lage, potenzielle Stellen viel besser auszuwählen. Du hast genaue Kriterien, wonach du Jobs und Arbeitgeber bewerten kannst, nämlich ob diese dich und deinen neuen Zielen näher bringen oder auch nicht. Krisen sind Chancen immer. Das ist keine Plattitüde, auch wenn sie in jedem zweiten Kalender steht. Aber diese Chancen ergeben sich erst dadurch, dass wir uns die Zeit nehmen zur Reflexion und dazu Gelegenheiten zu erkennen, um einen neuen Weg einzuschlagen, der jetzt besser zu uns passt. Dann gelangen wir zu einem wesentlich glücklicheren Leben als heute. Und es ist auch überhaupt nicht schlimm, wenn du dabei mal falsch abbiegst. Jeder Weg lässt sich korrigieren. Abzweige und Abkürzungen gibt es überall und immer wieder. Man erkennt sie aber nicht beim Rennen oder beim Rasen, sondern erst beim langsamen Wandern und Beobachten. Du weißt vielleicht, ich habe schon einige Jobwechsel und einige Menschen begleiten dürfen. Im vergangenen Jahr zum Beispiel im VOX Format Jobswitch. Auch dabei hatten wir einige Kandidaten, bei denen wir Jobwechsel nicht auf Anhieb hinbekommen haben. Das war aber überhaupt nicht schlimm. Sowas passiert immer wieder, auch im realen Leben und nicht nur beim Fernsehen. Aber dann klappt es halt im zweiten Anlauf. Deswegen meine Empfehlung zum Gehe solche Schritte nie ganz allein. Auch das haben wir damals ganz deutlich gesehen bei dem Format. Sondern suche dir bei allem Unterstützer, Freunde, Mentoren, Vorbilder, Begleiter, vielleicht einen Coach. Dann dauert so eine Mid Career Crisis auch nur mit lang.
Das war oh my job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.