#6 Glück ist kein Zufall
1 Dec 2025 · 0 min
Podcast episode “#6 Glück ist kein Zufall” (JobGenius). The hosts discuss serendipity and argue that “luck” is largely shaped by perception, mindset, and active behavior rather than chance alone. Central evidence includes Richard Wiseman’s café experiment showing that self-described "happy" people notice and capitalize on chance opportunities (e.g., discovering money, engaging with a successful stranger) while "unhappy" people do not. The episode also cites thinkers (Obama, Rut van Hofen, Dale Carnegie), explains how evaluations and thoughts create experienced reality, and closes with a parable (balloon exercise) illustrating that helping others find luck returns luck to oneself.
Glück ist kein Zufall. Damit aus Zufall Glück wird, müssen wir es entdecken und ergreifen oder wir müssen es selber schmieden. Und das beginnt schon bei unserem Denken und der Bewertung von dem, was uns gerade passiert. Kennst du den englischen Begriff Serendipity? Er beschreibt so etwas wie einen glücklichen Zufall, eine überraschende Entdeckung, die wir nicht gesucht haben und die uns trotzdem enorm weiterbringt. Genau darüber sprechen wir in der heutigen Podcast Folge.
Willkommen bei oh my Job, dem Podcast der Karrierebibel. Nutze deinen wöchentlichen Kick für Kopf und Karriere. Entdecke echte Insider Tipps mit wertvollen Impulsen. In der Moderation Jochen May. Viel Spaß bei der heutigen Folge.
Glaubst du an glückliche Zufälle? Ich Ja, ich habe schon viele davon in meinem Leben erlebt und wenn eine Tür zuging, dann haben sich andere geöffnet. Ich glaube aber nicht, dass es daran liegt, dass ich ein Glückskind wäre oder dass ich mehr Glück habe als andere im Leben. Ich bin dafür umso mehr überzeugt davon, dass ich Chancen, die sich mir bieten, anders wahrnehme und vielleicht auch offener und aufmerksamer damit umgehe. Der ehemalige US Präsident Barack Obama hat mal Ich bin immer wieder überrascht, wenn ich Leute sehe, die erfolgreich waren. Diese Leute denken dann immer, dass sie so schlau waren und ich sage Naja, ich habe hart gearbeitet und habe ein gewisses Talent, Aber es gibt eine Menge hart arbeitender, talentierter Menschen da draußen und nicht alle sind so erfolgreich. Es gibt aber dieses eine Element des Zufalls der Serendipity. Vielleicht kann man ja herausfinden, wie man das auf andere Menschen übertragen kann. Ich denke, Obama hatte da schon den richtigen Riecher. Aber die Lösung, die hat ein anderer gefunden, nämlich der britische Psychologie Professor Richard Wiseman. Von ihm gibt es ein wahnsinnig faszinierendes Experiment, von dem ich dir heute erzählen will, aber der Reihe nach. Zunächst suchte sich Wiseman zwei Probandengruppen. Einmal waren es Menschen, die sich selbst als extrem glücklich beschrieben und auch wahrgenommen haben. Die zweite Gruppe war das genaue Menschen, die sich als extrem unglücklich bezeichneten. Menschen, die von sich selber glaubten, dass sie immer auf der Schattenseite des Lebens stehen und dass ihnen nur Schlechtes widerfährt. Vielleicht erkennst du dich ja auch in der einen oder anderen Gruppe wieder. Anschließend bereiteten Wiseman und sein Team eine besondere Situation für eben diese beiden Gruppen vor. Sie baten ihre Probanden, die Glückspilze, genauso wie die Pechvögel, ein bestimmtes Café aufzusuchen und dort eine Tasse Kaffee zu bestellen und sich eine Weile hinzusetzen. Der Trick war natü Das war nicht irgendein Café, sondern es war ein komplett präpariertes Setting. Überall waren versteckte Kameras verteilt, gleichzeitig waren die Besucher eingeweiht und teilweise sogar Schauspieler. In dem Café gab es insgesamt nur vier Tische, an die man sich hätte setzen können, und daran saßen dann jeweils die Schauspieler und ein besonders erfolgreicher Geschäftsmann. Vor dem Eingang hatten die Forscher zunächst sogar noch einen Pfund Schein auf dem Gehweg so präpariert, dass man auf dem Weg ins Café eigentlich darüber stolpern musste. Und dann hätte man schon das erste Erfolgserlebnis. Also, was denkst du, was passierte? Tatsächlich war es etwas sehr, sehr Erstaunliches. Die Glückspilze gingen in das Café, entdeckten tatsächlich zuerst den Fünffund Schein auf dem Boden, freuten sich darüber und setzten sich mit ihrer Tasse Kaffee an einen der Tische. Und tats kamen auch sie sehr schnell mit dem Geschäftsmann ins Gespräch. Manche freundeten sich sogar mit ihm an und hatten wirklich ein gutes, weiterführendes Gespräch. Die Pechvögel dagegen übersahen zuerst den Geldschein auf dem Boden, setzten sich dann an einen Tisch, tranken Kaffee, schwiegen bis zum Ende des Experiments und gingen einfach wieder nach Hause. Damit war das Experiment aber noch nicht vorbei, denn jetzt befragten Wiseman und sein Team die beiden Gruppen noch einmal, wie denn so der Tag für verlaufen sei. Und dabei bekamen sie zwei sehr unterschiedliche Antworten. Die Glückspilze erzählten von einem großartigen Tag. Zunächst hätten sie Geld gefunden und anschließend ein super spannendes Gespräch mit einer wirklich bemerkenswerten Person geführt, mit der sie sich auch noch extrem gut und lange unterhalten hätten und wertvolle Impulse bekommen haben. Die zweite Gruppe, die Pechvögel, die meinten, es wäre ein völlig normaler und belangloser Morgen gewesen. Merkst du was? Was für ein riesen Unterschied. Zwei Personengruppen, zweimal exakt dieselbe Ausgangssituation, mit denselben Chancen. Für beide, aber nur für eine Gruppe war es ein Glückstag und auch nur, weil sie den Tag dazu gemacht hatten. Sie erkannten all die Chancen, die sich ihnen buchstäblich auf dem Weg boten, und sie nutzten sie aber nicht, weil sie das Glück erwartet hätten oder einen super Tag, sondern weil sie generell offen waren für eine unerwartete Chance, die ihnen das Leben immer mal wieder bietet. Und ich glaube, genau das ist der Schlüssel zum Glück. Glückspilze haben überhaupt nicht mehr Glück als andere, aber sie denken optimistischer über ihr Leben und über ihre Zukunft. Deshalb können sie auch Glücksmomente erkennen, sobald sie sich ihnen bieten und machen etwas draus. Das Glück ist immer jetzt. Glück ist kein Wink des Schicksals, bei dem wir in der kosmischen Glücksspirale mal ebenso den Hauptgewinn ziehen. Glück ist eben kein Glücksfall, sondern das Ergebnis unseres Denkens und unseres Handelns. Es ist eine reine Entscheidungssache, eine Attitüde, könnte man auch sagen. Davon bin ich heute überzeugter denn jetzt. Ausschlaggebend dafür ist aus meiner Erfahrung einmal unsere Bewertung der jeweiligen Situation und die daraus resultierende Zufriedenheit. Beides sind tatsächlich reine Entscheidungsfragen, ob wir glücklich sind oder nicht. Darüber entscheiden weniger die Umstände, sondern wie wir auf diese Umstände reagieren, welche Bedeutungen wir ihnen geben. Wer glaubt, sein eigenes Glück in der Hand zu haben, ein Glückspilz zu sein, wie im britischen Experiment, der ist in der Regel auch tatsächlich glücklicher. Oder wie Dale Carnegie das einmal gesagt Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast. Es hängt nur davon ab, was du denkst. Ich habe mich schon vor ein paar Jahren ein bisschen mit dem Thema Glück und Glücksforschung beschäftigt und dabei den Soziologen Rut van Hofen entdeckt. Er ist eine ziemliche Koryphäe auf dem Gebiet der Glücksforschung und er selbst, dass Glück kein Dauerzustand ist. Wir können Glücksgefühle nicht konservieren. Wer versucht, immer nur glücklich zu sein, der wird dabei garantiert unglücklich. Aber wir können jeden Tag aufs Neue unser Leben und unsere Entwicklung beurteilen und bewerten. Selbst wer Schicksalsschläge oder Unfälle mit dramatischen Folgen erlebt, muss deswegen ja nicht unglücklich werden. Immer wieder gibt es Geschichten von Menschen, die das sprichwörtliche Glück im Unglück erleben und auch leben. Ich kenne tatsächlich zum Glück ein paar Menschen davon. Menschen, die heute zum Beispiel im Rollstuhl sitzen und trotzdem nicht unglücklich sind. Obwohl jeder, der das sieht oh man, was für ein Pech. Das sehen die Betroffenen aber gar nicht so. Ich bin ü Glück ist vor allem eine Frage der eigenen Perspektive. Und Bewertung, generelle Dankbarkeit und die Macht unserer Gedanken haben darauf den größten Einfluss. Unsere Gedanken steuern, wie wir uns fühlen, wie wir eine Situation einschätzen und das völlig unabhängig davon, wie die Lage tatsächlich ist. Für uns wird daraus in unserem Kopf aus einer Projektion eine Realität. Erst unsere mentale Bewertung macht aus einem neutralen Ereignis so etwas Positives oder etwas Negatives. Und dann ist das auch so für uns. Positive Gedanken führen zu positiven Gefühlen und positiven Reaktionen. Und genau dasselbe gilt auch umgekehrt. Negative Gedanken führen zu negativen Gefühlen und und die zu negativen Reaktionen. Wer immer wieder negativ über sich oder andere Menschen denkt, der trainiert seine Wahrnehmung zum Unglücklichsein. Und dahinter steckt dann das sogenannte Gesetz der Anziehung. Was wir denken, das strahlen wir aus und das ziehen wir auch an. Es entsteht so eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. In der Fachsprache nennt man das auch Resonanzphänomen. Es geht davon aus, dass sich innere Zustände im Äußeren widerspiegeln oder eben was wir ausstrahlen, das ziehen wir an. Ich glaube wirklich nicht an Karma oder banale Zufälle, aber ich glaube, es kommt umso mehr darauf an, was wir denken, wie aufmerksam wir für glückliche Momente sind und was wir Positives vom Leben erwarten. Ich weiß, es ist nicht immer leicht, aber es ist leichter, als viele denken. Vor allem höre auf, dem eigenen Glück immer hinterherzujagen. Auch das ist so ein Wettlauf, den niemand wirklich gewinnen kann. Viel leichter ist es aber, anderen Menschen zu helfen, ihr Glück zu finden. Und dabei wird man oft selber viel glücklicher. Auch hierfür habe ich zum Abschluss dieser Folge noch eine wirklich hübsche Geschichte, die ich dir gerne noch erzählen möchte. Es ist eine wirklich, wirklich herzerwärmende Parabel über das Glück. Eine Lehrerin bringt viele bunte Luftballons in die Schule mit und verteilt diese an die Schüler und bittet sie anschließend die Luftballons aufzupumpen und jeweils den eigenen Namen da drauf zu schreiben. Danach sollen die Kinder die Luftballons einfach mal in die Mitte vom Klassenraum werfen und die Ballons mischen sich natürlich wie wild durcheinander. Und nun bittet die Lehrerin die Schüler, den jeweiligen Ballon mit dem eigenen Namen wiederzufinden, aber das Ganze in nur fünf Minuten. Jetzt kannst du dir vorstellen, was passiert. Es entsteht ein wildes Gewusel. Die Kinder beeilen sich, geben sich richtig Mühe, aber es gelingt wirklich nur den wenigsten, ihren Ballon mit dem eigenen Namen zu finden. Und die Kinder sind anschließend ziemlich enttäuscht und auch frustriert. Dann aber hat die Lehrerin eine andere Idee und alle Schüler nehmen sich jetzt den nächstbesten Ballon und geben ihm dem oder der Schülerin, deren Name draufsteht. Wieder entsteht ein wildes Gewusel. Aber schon nach zwei Minuten hat jedes Kind seinen eigenen Ballon wieder in der eigenen Hand. Dann löst die Lehrerin das Spiel auf und ihr habt heute eine wichtige Lektion gelernt. Die Luftballons sind wie das Glück. Wenn wir nur unser eigenes Glück suchen und jagen, werden wir es so schnell nicht finden. Während wir uns aber auf das Glück anderer konzentrieren und uns darum kümmern, dass andere ihr Glück finden, dann kommt das eigene Glück ganz von alleine zu uns zurück. Ich wünsche dir eine glückliche Woche.
Das war oh my Job, dein Kick für Kopf und Karriere. Hat dir die Folge gefallen? Dann vergiss nicht den Podcast gleich zu abonnieren und empfehle uns deinen Freunden. Wir freuen uns auf ein Wiederhören.